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[Klingenthal] Ein längst vergangenes Wintermärchen - 42 Bilder

geschrieben von: tramdaniel

Datum: 23.12.09 18:06

Guten Abend,

Als Vormerkung an diese unter Euch, welche sich Bilder von fahrenden Wagen erhofft haben. Da muss ich Euch leider enttäuschen. Bei diesem Beitrag handelt es sich eher um eine Art Dokumentation einer seit 45 Jahren Stillgelegten Straßenbahn.



Schon lange hat es mich einmal gereizt die ehemals zweite Straßenbahn im Vogtland zu erkunden. Beziehungsweise deren Überreste. Am Montag dieser Woche habe ich endlich meinen ersten Urlaubstag seit langem gehabt und opferte diesen auch gleich für diesen Zweck.




An diesem teils sonnigen Dezembertag besuchte ich somit die ehemalige Straßenbahn in der Vogtländischen Kleinstadt Klingenthal, welche im Jahr 1964 stillgelegt wurde. Die dortige Straßenbahn nannte sich eigentlich "Schmalspurbahn Klingenthal–Sachsenberg-Georgenthal" und war die kürzeste und zudem einzigste elektrisch betriebene sächsische Schmalspurbahn. Im Volksmund wurde die Bahn auch Elektrische oder Gitterrompel (Vogtländisch für „rumpelnde Güterbahn“) genannt. Die meterspurige Strecke verband ab dem 14.Mai 1917 bis zum 04.April 1964 die Stadt Klingenthal mit dem Ort Sachsenberg-Georgenthal auf einer Länge von 4,113 Kilometern. Die Bahntrasse verlief straßenbündig und daraus resultierende der straßenbahnähnliche Betrieb.

Zum Einsatz kamen zwei Güterzuglokomotiven der Gattung I ME, welche den Güterverkehr betrieben. Für den Fahrgastverkehr dienten Triebwagen der Gattung I MET. Im Jahr 1939 wurden weitere 4 Triebwagen in Betrieb genommen. Diese stammten von der stillgelegten Lokalbahn Mödling–Hinterbrühl. Einer der Wagen kam nach der Stilllegung zur Straßenbahn nach Plauen, wo er allerdings nie in den Einsatz gelangte. Nach einer Aufarbeitung in der Werkstatt wurde er als Geschenk zurück nach Mödling-Hinterbrühl übergeben, wo er auch heute noch existiert.

In den Jahren 1956 und 1958 wurde der vorhandene Fahrzeugpark erneuert. Dies geschah durch den Kauf von 2 Lowazügen und 2 Gothazügen. Für den Betrieb nach Eisenbahnbau- und Betriebsordnung (EBO) wurden die Fahrzeuge entsprechend angepasst, so erhielten sie z.B. statt der im Stadtverkehr üblichen Glocke eine Hupe und eine druckluftbetriebene Signalpfeife zudem wurden sie mit Zugschlussscheiben versehen. Darüber hinaus verfügten die neuen Fahrzeuge über Scharfenbergkupplungen und waren deshalb mit den bereits vorhandenen Fahrzeugen nicht kuppelbar. Zum Einsatz kamen teilweise sogar gemischte Dreiwagenzüge.

Nach der Stilllegung im Jahr 1964 wurden die 8 Personenwagen an die Plauener Straßenbahn übergeben, wo sie auch kurz darauf zum Einsatz kamen. Einige Wagen wurden nach dem Einsatz in Plauen an andere Betriebe abgegeben. Im Jahr 2009 sind noch 3 Wagen aus der Klingenthaler Straßenbahn-/Schmalspurzeit erhalten. Dabei handelt es sich um den ehemaligen ET 19806 (Gotha), welcher vom 08.10.1964 bis 14.08.1992 bei der Plauener Straßenbahn als Tw 72 II verkehrte. Seine Rote Farbgebung behielt er die ganzen Jahre bei. Lediglich ein schwarzer Zierstreifen und das Plauener Wappen ersetzten das DR-Logo. Seit dem 24.11.1992 ist er wieder zurück in Klingenthal und ist dort als Denkmal am Bahnhof aufgestellt.

Der ehemalige ET 19804 (Lowa) verkehrte vom 02.11.1964 bis 25.12.1981 in Plauen als Tw 71 II. Am 29.12.1981 erfolgte die Umsetzung nach Naumburg und verkehrte dort als Tw 23. Heute ist der Wagen dort im historischen Bestand und noch fahrfähig.

Der ehemalige EB 19803 verkehrte vom 02.11.1964 bis ins Jahr 1972 in Plauen als Bw 10 II. Am 23.11.1972 erfolgte seine Umsetzung nach Gera, wo er unter der Nummer 234 II in den Einsatz gelangte. Im Jahr 1990 wurde er außer Dienst gestellt und diente bis 2002 als Imbiss "90" vor dem Geraer Hauptbahnhof. Am 23.März 2002 wurde der Wagen durch den Verein der Eisenbahnfreunde Klingenthal e. V. zurück nach Klingenthal gebracht, wo eine Aufarbeitung zum Denkmal vorgesehen war. Dort steht er nicht wie die beiden bekannten Straßenbahnen als Denkmal am Bahnhof, sondern abseits des Ortes an einer Lagerhalle.

Der Seit dem 23.04.1993 am Bahnhof stehende Beiwagen, welcher neben dem ex. ET 19806 / Tw 72 II steht, verkehrte nie in Klingenthal, sondern dient nur als Denkmal. Er war vom 25.04.1969 bis 06.11.1991 in Plauen als Beiwagen 25 im Einsatz. In Klingenthal dient er teilweise als Imbiss.

Im Jahr 2009 gibt es kaum noch Spuren der alten Trasse. Ein paar Mastfundamente, Haltestellenbegrenzungen und eine Brücke zeugen noch von der Einsatzzeit der alten Gitterrompel.





Nun beginnen wir mit den Bildern, beginnend mit den noch vorhandenen Straßenbahnwagen und folgend mit dem Bericht über die Führung der ehemaligen Trasse.



Seit 1992/93 dient der Tw 72 II (ex. ET 19806 Klingenthal) und der Bw 25 aus Plauen als Denkmal am Klingenthaler Bahnhof.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/37.JPG


Das Gleis mit den beiden Fahrzeugen befindet sich auf dem Fundament des ehemaligen Triebwagenschuppens.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/38.JPG


Detailansicht des Tw 72 II (ex. ET 19806 Klingenthal)
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/39.JPG


Detailansicht in S/W des Tw 72 II (ex. ET 19806 Klingenthal)
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/40.JPG


Der ehemalige Plauener Beiwagen 25 dient zeitweise auch als Imbiss.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/41.JPG


Der ex. EB 19803 ist nach seinem Einsatz in Plauen und Gera nach 38 Jahren zurück in Klingenthal.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/42.JPG


Abgestellt ist der ex. EB 19803 auf einem Gelände in der Klingenthaler Umgebung.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/43.JPG



Nun geht es auf Spurensuche der ehemaligen Strecke. Beginnend vom Bahnhof in Klingenthal arbeitete ich mich nach Sachsenberg-Georgenthal vor. In Klingenthal noch mit Auto und später zu Fuß.

Km 0,15 - Blick zum Bahnhof - Auf dem Verlauf des heutigen Gehweges führte die Strecke vom Bahnhof mit 20 Promille Gefälle talwärts. Links der Lokschuppen der Regelspurbahn nach Sokolov.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/01.jpg


Km 0,35 - Blick zum Bahnhof - Auf der linken Straßenseite führte die Strecke durch die Kurve zum Bahnhof.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/02.jpg


Km 0,40 - Blick zum Bahnhof - An dieser Stelle befand sich die Weiche 104. Auf der Rückseite liegt die Haltestelle Graslitzer Straße. Unter der Brücke zweigte die Strecke nach rechts zum Bahnhof ab. Geradeaus führte die Güterstrecke zum Güterbahnhof. Dies ist zudem gleichzeitig der tiefste Punkt der Strecke.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/03.jpg


Km 0,35 - Blick hinter die Weiche 104 auf die Güterstrecke. In der Vertiefung führte die Trasse entlang.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/04.JPG


Km 0,30 - Blick in Richtung Güterbahnhof - Links des Baches Zwota führte die Strecke entlang, um später über eine Brücke das Ufer zu wechseln und über eine Steigung zum Güterbahnhof zu gelangen, dessen Dachgiebel in Bildmitte zu erkennen ist.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/05.JPG


Km 0,45 - Blick in Richtung Sachsenberg - In Höhe des Verkehrsleitschildes befand sich die Haltestelle Klingenthal Graslitzer Straße bis zum Jahr 1948.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/06.jpg


Km 0,60 - Blick in Richtung Sachsenberg - Hier fand sich nach der Verlegung im Jahr 1948 die Haltestelle Klingenthal Graslitzer Straße wieder. Links führte die Strecke gerade aus durch die Auerbacher Straße in nördlicher Richtung
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/07.jpg


Km 0,80 - Blick in Richtung Sachsenberg - In Höhe meines weißen Opels befand sich die Haltestelle Klingenthal Untere Marktstraße. Kriegsbedingt wurde die Haltestelle aufgehoben und wurde nur noch Bedarfsweise bedient.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/08.jpg


Km 1,05 - Blick in Richtung Sachsenberg - An Stelle meines Autos auf der anderen Seite fand sich die Haltestelle Klingenthal Kreuzstraße wieder. Diese Haltestelle war in Klingenthal nahe des Marktplatzes mit Rathaus, Post und den Kirchen gelegen und wurde entsprechend stark frequentiert.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/09.jpg


Km 1,40 - Blick in Richtung Sachsenberg - Hier befand sich die Güterladestelle Klingenthal Nord. Nur in Ausnahmefällen kreuzten hier Personenwagen. Die Anlage bestand nur aus dem durchgehendem Hauptgleis auf linker Seite und einem 90 Meter langem Ladegleis, welches beidseitig mit Weichen im Streckengleis eingebunden war. Ein 35 Meter langes Stumpfgleis führte zu einem Güterschuppen, welcher sich rechts auf der Fläche befunden hat. Betrieblich war Klingenthal Nord ab 1923 nur noch ein Haltepunkt. Die Haltestelle Klingenthal Nord war einige Meter weiter vorn.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/10.jpg


Km 1,85 - Blick in Richtung Sachsenberg - An gleicher Stelle wie die Bushaltestelle, hielt früher auch die Straßenbahn an der Haltestelle Brunndöbra Grüner Baum. Der Name stammt vom gleichnamigen Gasthof auf linker Seite.
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Km 1,95 - Blick in Richtung Sachsenberg - Zwischen den Haltestellen Brunndöbra Grüner Baum und Friedrich-Engels-Straße (Wettinstraße).
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/12.jpg


Km 2,10 - Blick in Richtung Sachsenberg - An gleicher Stelle wie heute wurde auch damals gehalten. Dort befand sich die Haltestelle Brunndöbra Friedrich-Engels-Straße. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Bezeichnung der namensgebenden Straße aus politischen Gründen zweimal geändert. Die Bezeichnung des Haltepunkts wechselte deshalb am 21. April 1946 auf Brunndöbra Ernst-Thälmann-Straße und am 17. Mai 1953 zurück auf Brunndöbra Friedrich-Engels-Str.
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/13.jpg


Km 2,30 - Blick in Richtung Sachsenberg - An dieser Kreuzung verlies die Bahn die Auerbacher Straße wegen der folgenden zu starken Steigung und zweigte daher nach links in die Falkensteiner Straße ab. Dieser Platz nannte sich Brunndöbra Karl-Marx-Platz und besaß eine weitere Haltestelle, welche sich nach dem Abzweig hinter der Holzhütte auf linker Seite befunden hat.
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Km 2,35 - Blick in Richtung Sachsenberg - Kurz nach der Haltestelle Brunndöbra Karl-Marx-Platz führte die Trasse weiterhin auf der linken Straßenseite entlang. Nun überquerte die Strecke die Straße und schwenkte vor der Brücke und dem grünen Geländer auf die eigene Trasse.
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Km 2,40 - Blick in Richtung Sachsenberg - Auf eigenem Gleiskörper ging es in Richtung der Haltestelle Brunndöbra Güterbahnhof. Weiter vorn wurde der Bach Steindöbra überquert. Etwa 250 Meter weiter vorn zweigen mehrere Gleise nach links ab. Der Güterbahnhof war die wichtigste Betriebsstelle im Güterverkehr, Personenwagen hielten hier hingegen nicht. Empfangen wurden hier vor allem Kohle und Baustoffe, aber auch Schnittholz für den Musikinstrumentenbau. Die Anlagen des Bahnhofes waren zweigeteilt. Sie bestanden aus der Ausweichstelle beim Kilometer 2,77 und den separat abzweigenden Ladegleisen beim Kilometer 2,65. An der Ausweichstelle begann zudem ein Anschlussgleis zu einer Metallwarenfabrik
http://www.stadtverkehr-plauen.de/andere-betriebe/2009/2009.12.21/16.jpg


Km 3,05 - Blick in Richtung Klingenthal - Nach dem Güterareal überwand' die Trasse die Steigung linkerseits der Lagerhalle bis auf die Höhe der Haltestelle Brunndöbra Mittelberg (Reichsadler). Das Foto entstand genau im Haltestellenbereich. Rechts erkennt man Haltestellenbegrenzungspfeiler und dort stand auch das Haltestellenschild, dessen Fundament auch noch erhalten ist. Links vorn erkennt man das Fundament eines alten Oberleitungsmastes.
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Km 3,05 - Blick in Richtung Sachsenberg - Blick auf die Haltestelle Brunndöbra Mittelberg (Reichsadler) in Gegenrichtung. Links nochmals die Begrenzungspfeiler.
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Km 3,05 - Haltestelle Brunndöbra Mittelberg (Reichsadler) - Hier findet sich dieses Fundament eines Oberleitungsmastes wieder.
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Km 3,10 - Blick in Richtung Sachsenberg - Nun wird die Auerbacher Straße überquert, auf der die Bahn in Klingenthal bis zum Karl-Marx-Platz fuhr. Die folgende Brücke überbrückt das Bachbett der Steindöbra.
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Km 3,10 - Blick in Richtung Klingenthal - Blick auf die Haltestelle Brunndöbra Mittelberg (Reichsadler). Die Strecke überquerte die Auerbacher Straße im Bereich der Schuhabdrücke auf der Straße.
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Km 3,20 - Blick in Richtung Sachsenberg - Nachdem die Brücke über die Steindöbra passiert war folgte eine Linkskurve. Die ehemalige Trasse ist heute ein Fuß-/Radweg und kann bequem belaufen werden.
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Km 3,30 - Blick in Richtung Sachsenberg - Zwischen der Brücke über die Steindöbra und der Haltestelle Glaßentrempel.
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Km 3,35 - Blick in Richtung Klingenthal - Auf der anderen Seite der Kreuzung befand sich die Haltestelle Glaßentrempel, welche erst drei Jahre nach Streckeneröffnung am 20. Juli 1920 eröffnet wurde. In den Jahren 1943 bis 1948 war die Haltestelle ebenfalls kriegsbedingt nicht in Funktion.
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Km 3,40 - Blick in Richtung Sachsenberg - Die Strecke führt weiter durch den Wald.
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Km 3,45 - Blick in Richtung Sachsenberg - Zwischen den Haltestellen Glaßentrempel und Bärenloch.
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Km 3,60 - Blick in Richtung Sachsenberg - Nach dem Wald ist die Gegend um die Haltestelle Bärenloch zu erkennen.
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Km 3,75 - Blick in Richtung Sachsenberg - Die kleine Mauer stammt noch aus der Betriebszeit und zeigt heute noch den Bereich der Haltestelle Bärenloch.
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Km 3,75 - Blick in Richtung Klingenthal - Der heutige Fuß-/Radweg führt nach Klingenthal.
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Km 3,75 - Haltestelle Bärenloch - Auch hier erkennt man noch den Bezug auf die Bahn.
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Km 3,80 - Blick in Richtung Klingenthal - Blick in Richtung der Haltestelle Bärenloch. In diesem Bereich überquerte die Strecke den Durchlass über den bereits schon einmal überquerten Bach Steindöbra.
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Km 3,85 - Blick in Richtung Sachsenberg - Die letzten Meter ging es noch eine leichte Steigung hinauf.
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Km 4,05 - Blick in Richtung der Endhaltestelle Sachsenberg - Links erkennt man noch die Begrenzungspfeiler an der ehemaligen Strecke.
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Km 4,10 - Endhaltestelle Sachsenberg-Georgenthal - Im Bereich der Gütergleise steht noch der Fuß eines weiteren Oberleitungsmastes.
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Km 4,10 - Gesamtansicht des Endpunktes der Bahn. Ganz links am Rand stand einst die hölzerne Wartehalle. Am Hang das Eisenbahnerwohnhaus, darunter die große Halle wurde auf einem Teil des Gleisareals erbaut. Hinten standen der zweiständige Triebwagen-, rechts dessen der Güterschuppen.
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Km 4,10 - Als Begrenzungsmarkierung findet man das einzigste Stück eines Gleises wieder.
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Das war ein kleiner Bericht über die alte Gitterrompel. Eventuell hat ja einer von Euch noch historisches Bildmaterial oder ähnliches. Über eine Kontaktaufnahme würde ich mich sehr freuen.

Hoffe der Bericht hat gefallen, auch wenn kaum eine Bahn zu sehen ist.

Der Ausflug hat sich für mich sehr gelohnt. Es war ein Interessantes Erlebnis auf dieser "Strecke" einmal unterwegs zu sein. Ich stelle mir es zudem äußerst hübsch vor, als damals die Lowawagen dort unterwegs waren.


Ich wünsche Euch allen noch ein schönes Weihnachtsfest und frohe Festtage!

Liebe Grüße,
Daniel

Mein Kanal auf Youtube: [www.youtube.com]
https://yt3.ggpht.com/-6s9uOFMHeRM/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAAA/fOpZvPK3Mt8/s100-c-k-no/photo.jpg





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:12:23:19:20:31.

Re: [Klingenthal] Ein längst verstumpftes Wintermärchen - 42 Bilder

geschrieben von: xv_htv

Datum: 23.12.09 19:20

Hallo Daniel,

vielen Dank fuer Deinen coolen Bericht :-)
Ich kann nur mit einem uralten Pappmodell eines I MET dienen:

http://www.abload.de/img/forum_imet452phn.jpg
http://www.abload.de/img/forum_imetfrontaqq4.jpg
http://www.abload.de/img/forum_imetseite1pkf.jpg


VG Nils

Re: [Klingenthal] Ein längst vergangenes Wintermärchen - 42 Bilder

geschrieben von: Wiesenrompel

Datum: 25.12.09 10:06

Es gibt aber noch einen vierten Wagen der heute noch existiert. Der ET 19805 ist seit 1995 in Bad Schandau auf der Kirnitzschtalbahn im Einsatz.

Re: [Klingenthal] Ein längst vergangenes Wintermärchen - 42 Bilder

geschrieben von: Guido Wranik

Datum: 25.12.09 11:32

Hallo!

Erhaltene Wagen Nummer Fünf und Sechs (allerdings keine Personenfahrzeuge) sind der Salzstreuwagen 99-40-91 beim Traditionsverein Rollbockbahn e.V. und der GGw 99-41-01, der m.W. nach wie vor an der Bahnhofsausfahrt Klingenthal steht und sich in Obhut der IG Wagen befindet.

Viele Grüße
Guido

Re: [Klingenthal] Ein längst vergangenes Wintermärchen - 42 Bilder

geschrieben von: Guido Wranik

Datum: 25.12.09 16:08

..



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:12:25:16:08:59.

[Klingenthal] Streckenbegehung am 25.6.1988 (m.13 B.)

geschrieben von: 1418

Datum: 25.12.09 16:55

Hallo,
mit festtagsbedingter Verzögerung möchte ich Daniels Aufruf zur Ergänzung folgen. Endlich mal ein Anlaß, die vorhandenen Aufnahmen zu sichten und geographisch einzuordnen, auch wenn dadurch das eine oder andere geplante HiFo-Rätsel den Bach hinuntergeht...
1987 reifte in unserer Leipziger Mogellbahn-AG der Gedanke, die Klingenthaler Schmalspurbahn (bzw. Einen Teil davon) im Modell nachzugestalten. Den Ausschlag gab wohl das im Vorjahr im Handel aufgetauchte Modell des ET54 von Prefo. Ein Zug im DR-Look nebst Eigenbauantrieb war fertiggestellt, ET 198 02 und Rollwagen waren angearbeitet. Später entstand noch der Anlagenrohbau des Bf. Sachsenberg-Georgenthal. Die Fertigstellung unterblieb wegen „größeren Projekten“ im wahrsten Sinne des Wortes.
Zurück zur Klingenthal-Reise am 25. Juni 1988. Nach Ankunft des Zuges ausZwickau (?) verließen alle Reisenden zügig den Bahnsteig, nur wir 4 Leipziger schauten uns erstmal um und erregten damit die Aufmerksamkeit der Trapo. Auch wenn Klingenthal nur Grenzort zur CSSR war, die BRD war auch nicht sooo weit weg. Letztendlich konnten wir die „Blauen“ mittels DMV-Mitgliedsausweis von unserem Ansinnen überzeugen. Auch das Mittagessen an diesem Tag, eingenommen in der FDGB-Massenfütterung im Ort, bleibt unvergeßlich. Die zu allen Gerichten als Vorspeise gereichte Blumenkohlsuppe entfaltete ihre durchschlagende Wirkung am Folgetag sicher nicht nur bei uns, sondern vermutlich auch bei allen anderen Klingenthaler Urlaubsgästen mit Zentral-Verpflegung.
Natürlich entstanden auch einige Aufnahmen von noch vorhandenen Resten der Bahn und ihrer Hoch- und Kunstbauten, von denen ich einige hier zeigen möchte.
Bei den Kilometerangaben orientiere ich mich an Daniels Werten, bei einigen Bildern ergeben sich interessante Vergleiche.

Das imposante Empfangsgebäude des Bahnhofs Klingenthal, im Vordergrund befand sich die Kuppel-Endstelle der Personenzüge:
http://img41.imageshack.us/img41/2541/01sw344161klikm000bea02.jpg

km 0,35: Hier bog die Personenzugstrecke aus Richtung Bahnhof vom eigenen Bahnkörper in den Straßenraum ab:
http://img64.imageshack.us/img64/2995/02sw344157klikm035bea02.jpg

Gleiche Stelle aus anderem Blickwinkel – hinter der Litfaßsäule kam von Rechts das Gleis aus Richtung Gbf. Klingenthal. Die Brückenüberbauten der Regelspurstrecke nach Kraslice fehlten von 1976 bis 2000:
http://img64.imageshack.us/img64/1999/03sw344159klikm035bea02.jpg

km 2,35: Hier verließ die Strecke den Straßenraum:
http://img64.imageshack.us/img64/1865/04sw343169klikm235bea02.jpg

Der Güterschuppen des Gbf. Brunndöbra von Südwesten:
http://img64.imageshack.us/img64/6453/05sw344101klikm275bea02.jpg

Das Gelände des Gbf. Brunndöbra mit Güterschuppen von Nordosten:
http://img64.imageshack.us/img64/2700/06sw344105klikm275bea02.jpg

km 3,10: Bahnübergang am Hp. Mittelberg – keine Schneespuren, sondern die kahle Stelle im Bewuchs kennzeichnen den Trassenverlauf:
http://img64.imageshack.us/img64/5500/07sw344155klikm310bea02.jpg

Wenige Meter weiter diese Brückenreste:
http://img64.imageshack.us/img64/4671/08sw344145klikm315bea02.jpg

km 3,34: Trasse am Hp. Glaßentrempel:
http://img64.imageshack.us/img64/8475/09sw344139klikm334bea02.jpg

Endbahnhof Sachsenberg-Georgenthal – das ehem. Beamtenwohnhaus von der Gleisseite:
http://img64.imageshack.us/img64/5250/10sw344127klikm410bea02.jpg

Gleiches Gebäude von der Straßenseite:
http://img64.imageshack.us/img64/8741/11sw344119klikm410bea02.jpg

Das Agentur-Büro an der Rückseite des Güterschuppens wurde noch genutzt, der Güterschuppen selbst war wie der Triebwagenschuppen nicht mehr vorhanden. Das Gelände des TW-Schuppens wird gerade überbaut:
http://img64.imageshack.us/img64/3562/12sw344117klikm410bea02.jpg

Man beachte das zu dieser Zeit längst historische Verkehrsschild neben der Eingangstür – der Chef benötigte scheinbar seine Ruhe:
http://img64.imageshack.us/img64/6015/13sw344113klikm410bea02.jpg

Auf dem Rückweg nach Leipzig wurde die etwa einstündige Umsteigezeit in Zwickau noch für einige Fotos der damals einzigen Linie 4 genutzt – aber das ist ein ganz anderes Thema ;-)

Edit: Ich habe diesen Thread mal im HiFo verlinkt.

Schöne Rest-Feiertage wünscht
U.Berger



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2009:12:27:00:04:59.

Re: [Klingenthal] Ein längst vergangenes Wintermärchen , Danke

geschrieben von: uli leibfarth

Datum: 25.12.09 19:48

Hallo,
vielen Dank für all die informativen und interessanten Beiträge zu dieser Bahn.

Meterspurige Grüße aus Stuttgart,Uli

Noch etwas Werbung in eigener Sache:
Am Sonntag 27.12.09 fahren wir auf Linie 21 und 23 mal wieder mit Altwagen (2-Achsern).

Re: [Klingenthal] Ein paar Infos und [Radebeul] Sie fährt noch

geschrieben von: E 44 051

Datum: 25.12.09 23:20

Hallo Daniel,

danke für diese interessante Streckenbegehung aus Klingenthal. Beim Lesen hat es in meinen Ohren geklingelt.

Und richtig: Im "Eisenbahn-Jahrbuch 1969" (Transpress) wurde ich fündig.

Dort schreibt Dipl.-Ing. Friedrich Spranger im Artikel "Die Überlandbahnen in der DDR" (S. 166):

"Überlandbahnen der Deutschen Reichsbahn
...Die Strecken Saalburg-Schleiz und Müncheberg-Buckow gleichen ihrem baulichen Charakter nach mehr einer Eisenbahn, während die Strecke Cursdorf-Lichtenhain und die stillgelegte Strecke Klingenthal - Sachsenberg-Georgenthal kaum von den Überlandbahnen der städtischen Verkehrsbetriebe zu unterscheiden sind. Diese Strecken können jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt beschrieben werden."

Dazu gibt es auf S. 165 noch das Bild 10 mit der Beschriftung: "Klingenthal - Sachsenberg-Georgenthal, eine ehemalige Überlandbahn der Deutschen Reichsbahn; Straßenbahnwagen aus Gotha benutzen Reichsbahnoberbau und führen ein Zugschlußsignal nach dem Signalbuch der Deutschen Reichsbahn."

Aus der Tatsache, dass Herr Spranger diese Bahn in einem eher "vorwärts blickenden" Werk, fünf Jahre nach ihrer Stilllegung, gewürdigt hat, schließe ich ein besonderes Interesse des Herrn an dieser Bahn. Eine kurze Google-Recherche ergab, dass Herr Spranger heute noch in Dresden lebt und wirkt, vielleicht hilft ja eine Kontaktaufnahme bei der weiteren Aufhellung der Geschichte dieser Bahn.

Und hier noch der Teil "Radebeul":

In selben Artikel wird auch über die Zukunft der Überlandbahnen sinniert, da schreibt Herr Sprangen u.A.:

"Mit Neubauten von Überlandbahnen ist wegen der hohen Anlagekosten gegenüber dem Busverkehr kaum zu rechnen. Doch auch hier kann ein Beispiel genannt werden, in dem die Einrichtung einer neuen Überlandbahn vorgesehen ist. Zwischen Radebeul und Radeburg bei Dresden verkehrt eine Schmalspurbahn der Deutschen Reichsbahn, die vorwiegend dem Personenverkehr dient. Sie soll bis 1975 stillgelegt werden. Für den am stärksten benutzten Abschnitt vom Haltepunkt Weißes Roß in Radebeul durch den Lößnitzgrund bis zum Wald- und Seengebiet von Moritzburg plant die Stadt Dresden den Bau einer Überlandlinie. Sie würde den Bahnkörper der Schmalspurbahn benutzen..."

Freundliche Grüße aus Leipzig von
Ralf

Den Fahrplan vom Sommer 1962...

geschrieben von: gasbahn

Datum: 26.12.09 11:33

kann ich zu diesem interessanten Beitrag noch beisteuern:

http://foto.arcor-online.net/palb/alben/27/1913827/3736616230316263.jpg

Ich war um 1970 mal in Klingenthal, da waren neben den Gleisresten unter der später abgebauten Eisenbahnbrücke auch noch Fahrleitungsisolatoren vorhanden.

Besten Dank für die Spurensuche und die gute Aufbereitung.

Schöne restliche Feiertage und guten Rutsch!

Viele Grüße

Heinz


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Re: [Klingenthal] Ein längst vergangenes Wintermärchen - 42 Bilder

geschrieben von: Jörg Schwabel

Datum: 26.12.09 12:34

Danke an "tramdaniel" und "1418" für den hervorragenden Bericht!

Gruß aus Wien

Re: [Klingenthal] Ein längst vergangenes Wintermärchen - 42 Bilder

geschrieben von: tramdaniel

Datum: 26.12.09 23:32

Guten Abend.

Hiermit möchte ich mich ganz sehr bei allen Antwortschreibern bedanken!
Auch für die schönen Bilder einer vergangenen Erkundungsreise und diesem Fahrplan!

Einmal sehen, ob sich nicht doch noch etwas über die Bahn in Bildmaterial herausfinden lässt.



Eine Frage noch in die Runde:
Standen an den Fahrzeugen der Typen Lowa und Gotha die Fahrzeugnummern irgendwo an der Außenseite?

Wünsche noch einen schönen Abend!
mfg, Daniel

Mein Kanal auf Youtube: [www.youtube.com]
https://yt3.ggpht.com/-6s9uOFMHeRM/AAAAAAAAAAI/AAAAAAAAAAA/fOpZvPK3Mt8/s100-c-k-no/photo.jpg

Re: [Klingenthal] Ein längst vergangenes Wintermärchen - 42 Bilder

geschrieben von: 1418

Datum: 27.12.09 00:04

Hallo,
ja, die Wagennummern waren (in entsprechend kleiner Schriftgröße) an der jeweils in Fahrtrichtung hinteren rechten Ecksäule zw. Fahrgastraum u. Tür/Plattform, beim Lowa unterhalb der Regenrinne, beim Gotha unterhalb der leeren seitlichen Liniennummernkästen, angebracht.
Interessante Literatur zum Thema (sofern noch erhältlich):
Rainer Heinrich: "Die Klingenthaler Schmalspurbahn" (Verlag Kenning, 2000)

MfG U.Berger

Einen Artikel ebenfalls von Friedrich Spranger...

geschrieben von: gasbahn

Datum: 27.12.09 11:40

mit mehreren Bildern gab es im "Modelleisenbahner " 3/62.

Viele Grüße

Heinz


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