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Mit Volldampf durch China – Vier Wochen in den letzten Dampfparadiesen des Fernen Osten

Teil 9c: Blitz mit Dampf aber ohne Donner – Ein sehr langer Abend im Tagebau



Wir befinden uns auf der Reise durch die letzten Dampfparadiese Chinas noch immer im Kohletagebau von Sandaoling. Im letzten Bericht gab es einen Einblick in die Werkstatt. Jetzt folgt das restliche Programm des Tages rund um Xibolizhan mit einem sehr späten Abschluss samt Blitz ohne Donner an der Kohleverladeanlage. Wie immer zu Beginn aber erst einmal noch eine Übersichtskarte des Streckennetzes in der Kohlemine von Sandaoling. Die Schienen im Tagebau und auf den Abraumhalden sind nur schematisch eingezeichnet, das sich deren Lage naturgemäß ständig ändert:

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Bild 1: Übersichtskarte des Tagebaus von Sandaoling. Die Kohle wird mittlerweile per Förderband zur Kohleverladeanlage zwischen den Bahnhöfen Xikeng und Dongkuang auf halber Höhe der Grube transportiert. Dort erfolgt die Umladung in die Kohlenzüge, die dann in Form eines umgekehrten S über Kengkongzhan und Dongbolizhan („Ostbahnhof“) entweder zur Kohlewäsche nach Xuanmeichang oder zur Kohleentladestelle kurz vor dem Bahnhof Nanzhan („Südbahnhof“) fahren. Zwischen Dongkuang und Xibolizhan ist die Strecke zweigleisig. Nach erfolgter Kohlenwäsche erfolgt in Nanzhan die Umladung in Waggons der Staatsbahn, die beladenen Waggons werden dann mit Dieselloks abgeholt und zum Anschlussbahnhof an der Staatsbahnstrecke (außerhalb der Karte rechts unten) gebracht. In Nanzhan befindet sich auch ein größerer Rangierbahnhof.
Der Abraum aus den oberen Ebenen des Tagebaus wird direkt nach Xibolizhan („Westbahnhof“) gebracht, in den tieferen Ebenen müssen die Abraumzüge erst mit einer 180°-Kurve auf die andere Seite des Tagebaus in den Bahnhof Xikeng fahren. Dort machen die Abraumzüge Kopf und werden nach Xibolizhan geschoben. Die Strecke zwischen Xikeng und Xibolizhan ist ebenfalls zweigleisig. Hinter Xibolizhan verzweigt sich die Strecke auf mehrere Gleise hinauf zu den Abraumhalden westlich und südlich des Bahnhofs.
Auf der Verbindung zwischen Dongbolizhan und Xibolizhan verkehren nur Arbeits- und Arbeiterzüge zum Schichtwechsel.
In Jichangzhan befindet sich eine große Werkstätte. Die Bekohlung und das Wasserfassen erfolgen meistens in Dongbolizhan, obwohl die dortige Großbekohlungsanlage schon länger stillgelegt ist. Stattdessen erfolgt die Bekohlung meist einfach per Schaufellader.
In Yijing („erste Mine“) und Erjing („zweite Mine“) gibt es noch Untertageminen, die ebenfalls an das Schienennetz angeschlossen sind (Abzweig in Nanzhan).
2014 endete dann die Dampfherrlichkeit in weiten Teilen. Nordwestlich des Tagebaus wurden neue Untergrundminen erschlossen (links außerhalb der Karte). Die wurden zwar auch von Nanzhan ausgehend an das Bahnnetz angebunden, der Transport obliegt aber komplett Dieselloks (Strecke ist nicht in Karte eingezeichnet). Im Gegenzug wurde der weitere Abbau von Deckgestein im Tagebau eingestellt und das gesamte Schienennetz westlich von Dongkuang und Dongbolizhan abgebaut. Es wird jetzt lediglich die noch verbliebene Kohle im Tagebau mit Dampfloks abtransportiert, spätestens 2017 soll der Tagebau samt Dampfbetrieb dann komplett stillgelegt werden.
In diesem Bericht verbringen wir einen Nachmittag am westlichen Ende des Tagebaus zwischen Xibolizhan und Xikeng, danach folgt das Abendprogramm auf den Abraumhalden westlich von Xibolizhan, bevor der Tag spät an der Kohleverladeanlage westlich von Dongkuang endet.





Nach dem Abschluss des Werkstattbesuchs sammelten wir die restliche, gesättigte Gruppe auf, für den hungernden Teil gab es noch ein paar kleine Snacks. Im Anschluss war wieder das gleiche Programm wie am Vortag angesagt, es ging wieder über die berüchtigte Schlaglochpiste zum westlichen Ausgang des Tagebaus in der Nähe von Xibolizhan. Dort stand der restliche Nachmittag zur freien Verfügung. Ich machte mich zunächst auf den Weg Richtung Bahnhof Xikeng.

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Bild 2: Auf dem Weg hinab in den Tagebau begegneten mir gleich mal wieder zwei Züge. Während der Zug im Vordergrund mit dem Abraum in Richtung Bahnhof Xikeng, der ja auch mein Ziel ist, fährt, kommt die Lok im Hintergrund gerade aus Xikeng und schiebt die leeren Waggons auf ein Abraumladegleis.


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Bild 3: Kaum hat der eine Zug meinen Standpunkt passiert, folgt schon der nächste in umgekehrte Richtung. Ein Zug mit Leerwagen hat den Bahnhof Xikeng, den man im Hintergrund schon erkennen kann, verlassen und dreht nun eine 180°-Kurve, um auf die andere Seite des Tagebaus zu gelangen, wie das folgende Bild…


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Bild 4: …. zeigt. Bevor wir uns dem Bahnhof Xikeng widmen, verbleiben wir aber noch einen Moment an den „Schlackefelsen“ im Hintergrund. Denn die fand ich sehr fotogen. Allerdings muss ich dazu aufgrund des Lichteinfalls erst einmal die Gleisseite wechseln.


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Bild 5: Sieht doch so viel besser aus. Der Abraumzug aus Bild 2 hat mittlerweile in Xikeng Kopf gemacht und begibt sich nun auf den Weg aus der Grube hinaus Richtung Xibolizhan und Abraumhalden.


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Bild 6: Gleicher Fotostandpunkt, nur gute 90° gegen den Uhrzeigersinn fahren zwei Züge parallel auf unterschiedlichen Ebenen. Die obere Lok kommt aus Xibolizhan und zieht ihre leeren Waggons Richtung Xikeng, die untere Lok hat Wagen mit Abraum am Haken. In Xikeng werden sie sich treffen und anschließend die Rollen tauschen. Der Leerwagenzug wird unten in Richtung Abraumgleis fahren, der Abraumzug oben Richtung Xibolizhan.


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Bild 7: Noch immer gleicher Fotostandpunkt, jetzt aber um 180° gedreht, fällt der Blick auf einen kleinen Betriebsbahnhof, an dem die Gleise auf die verschiedenen Ebenen des Tagebaus verzweigen. Im Hintergrund verkehrt ein Zug auf der Strecke zwischen Xibolizhan und Xikeng.


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Bild 8: Auf dem kleinen Bahnhof waren auch zwei gedeckte Güterwagen abgestellt. Da geschlossene Güterwagen in Sandaoling eher selten zu sehen sind, drückte ich nochmals ab. Der mit Kohle beladene, offene Güterwagen dient wohl der Versorgung der Kohleöfen, die in den zahlreichen Wärter und Signalbuden in der Umgebung zu finden sind.


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Bild 9: Ein letztes Bild von der Spitze des “Schlackefelsen“, bevor es wieder …


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Bild 10: … hinabgeht. Kaum unten angekommen, begegnete mir schon wieder ein Leerwagenzug.



Ich hatte am „Schlackefelsen“ ziemlich die Zeit vertrödelt, daher lief ich jetzt unterhalb der zweigleisigen Strecke Xibolizhan – Xikeng in Richtung Xikeng. Dabei entstanden auch einige Nahaufnahmen der Dampfrösser, die ich zur Abwechslung anstatt der immer gleichen Weitwinkelmotive auch noch zeigen möchte.

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Bild 11: Zunächst bewegt sich ein Abraumzug, der gerade den Bahnhof Xikeng verlassen hat, noch weitwinklig auf mein Objektiv zu. Allerdings …


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Bild 12: … kommt der Zug unaufhaltsam näher und die Brennweite wird immer kleiner. Zum Abschluss …


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Bild 13: … ergibt sich noch eine nette Seitenaufnahme der Schublok JS 8194 bei schönstem Nachmittagslicht.


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Bild 14: Eine Zugbegegnung ereignete sich direkt vor meiner Linse, da musste ich natürlich auch noch abdrücken.


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Bild 15: Und JS 6224 war mir auch noch ein Foto wert. Schließlich ist diese Lok unter all den JS-Maschinen ein kleiner Exot. Sie gehört nämlich nicht wie fast alle ihre anderen Kolleginnen zur letzten JS-Serie, die zwischen 1986 und 1988 gebaut wurde, sondern zur zweiten JS-Serie, die zwischen 1981 und 1986 entstand.



Ich hatte schließlich das Ende des kleinen Betriebsbahnhofs erreicht, bis nach Xikeng war es noch ein Stückchen. Auf dem Weg bis hierher hatte ich viel zu viel getrödelt und fotografiert und dabei ganz die Zeit vergessen. Zum Sonnenuntergang sollte es ja wieder nach Xibolizhan gehen. Daher entschloss ich mich zur Rückkehr und lief entlang der zweigleisigen Strecke Richtung Xibolizhan. Gar kein so einfaches Unterfangen, denn stellenweise war der Bahndamm so schmal, dass ich aufgrund des dichten Zugverkehrs immer wieder den nur sehr locker aufgeschütteten Bahndamm etwas hinuntersteigen musste, um bei passierenden Zügen nicht zu nahe am Gleis zu stehen.

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Bild 16: Am Ende des kleinen Betriebsbahnhofs. Ich blicke in die Richtung, aus der ich gekommen bin, der Bahnhof Xikeng liegt in meinem Rücken. Man sieht, dass die Sonne schon recht tief steht. Also nichts wie auf und entlang der Schienen von Xikeng in Richtung Xibolizhan.


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Bild 17: JS 8081 stampft mit einem Abraumzug an mir vorbei. An dieser Stelle war der Bahndamm breit genug, im Hintergrund sieht man, dass dies aber nicht immer der Fall ist.


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Bild 18: In der Kurve am Ende des Tagebaus waren Gleisarbeiter dabei, die Strecke auszubessern. Das könnte noch ein schönes Motiv geben, dachte ich mir, und verweilte noch an der Stelle, bis der nächste Zug kommen sollte. Allzu lange musste ich aufgrund des dichten Verkehrs nicht warten. Ein Gleisarbeiter verlässt bepackt mit seinem Werkzeug die Schienen. Aber nicht aufgrund des Zuges im Hintergrund, der ist eben schon vorbeigerollt. Vielmehr folgt in Kürze auf dem anderen Gleis …


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Bild 19: … ein Abraumzug. Leider hatten sich die Gleisarbeiter zu weit entfernt, als dass ich sie gemeinsam mit dem Zug auf ein Bild gebracht hätte.



Ich war trotz der vielen Fotos rechtzeitig am Ende des Tagebaus, dem vereinbarten Treffpunkt für die Busfahrt zu den Abraumhalden westlich von Xibolizhan. Andere Gruppenmitglieder hielten sich allerdings nicht an die Absprache. Manchmal verfluche ich uns Deutsche mit unseren typischen Tugenden wie Pünktlichkeit und Verlässlichkeit. Also musste ich mir Motive an der Ein- bzw. Ausfahrt des Tagebaus suchen. War jetzt auch nicht so schlecht, wie die folgenden Bilder zeigen.

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Bild 20: Ein Abraumzug rollt aus dem Tagebau in Richtung Xibolizhan, ihm entgegen kommt ein Zug mit leeren Waggons. Man trifft sich und jeder geht seines Weges …


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Bild 21: … der Abraumzug Richtung Bahnhof Xibolizhan, dessen Lichtbrücke links im Hintergrund schemenhaft zu erkennen ist; der Zug mit leeren Waggons Richtung Tagebau.


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Bild 22: Ist ja ganz nett hier, aber waren sie zum Sonnenuntergang schon mal an den Abraumhalden? Ja gestern und da gab es traumhafte Sonnenuntergangsmotive (siehe [url=]Bericht 8: Tief im Westen, wo die Sonne mit Dampf untergeht – Ein Tag im Kohletagebau von Sandaoling [/url]



Schließlich waren dann alle da, aber bis wir an den Abraumhalden waren, stand die Sonne schon ziemlich tief. Am Posten, wo die Gleise auf die einzelnen Abraumhalden verzweigen, erfuhren wir dann noch, dass auf dem Paradegleis (das einzige Abraumgleis, auf dem gute Silhouettenaufnahmen möglich sind) gerade gesperrt sei. Na super. Dann musste man sich eben andere Fotomotive aussuchen.
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Bild 23: Der Posten westlich von Xibolizhan liegt eingekeilt zwischen den Abraumgleisen. Neben den Verzweigungen auf die einzelnen Halden quert hier auch eine Staubpiste die Gleise. Neben den Zügen muss von hier aus also auch noch ein Bahnübergang gesteuert werden.


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Bild 24: Die Zugmeldungen treffen über das rote Telefon vor dem Eingang des Postens ein.


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Bild 25: Eine Wellblechbude zwischen den Abraumgleisen bietet dem Rangierpersonal und den Streckenarbeitern Schutz. Das ist bei den ab und an hier tobenden Sandstürmen durchaus notwendig.


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Bild 26: Endlich kommt der erste Abraumzug und poltert über den Bahnübergang am Posten vorbei und …


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Bild 27: … macht sich auf den Weg in Richtung Abraumhalde. Leider nicht auf dem Paradegleis links oben, denn das war ja gesperrt. So gab es anstatt einer Silhouettenaufnahme nur einen Streifschuss.


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Bild 28: Kurz darauf folgt der nächste Abraumzug, diesmal auf dem untersten Abraumgleis. Für Streiflicht stand die Sonne schon zu tief, daher nahm ich die Wellblechbude mit auf das Motiv.


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Bild 29: Die Sonne sank immer tiefer, aber von Zügen weit und breit nichts zu sehen. Wenn schon keine Silhouettenaufnahmen von Zügen, dann wenigstens Silhouettenaufnahmen von Signalen, so dachte ich jedenfalls, als ich trotz fehlender Züge nochmals auf den Auslöser drückte.


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Bild 30: Als eine der Loks von der Abraumhalde zurückkehrte, war die Sonne schon weg.


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Bild 31: Murphy’s Law: kaum war die Sonne weg und hatten wir unsere Sachen verpackt, wurde das Paradegleis wieder geöffnet und ein Abraumzug fuhr auch sofort hinauf. Eine Stunde früher, und wir wären alle glücklich gewesen.



Sollte der Tag also mit einem äußerst mittelmäßigen Sonnenuntergang zu Ende gehen? Natürlich nicht! Nachdem wir am Vorabend ja bereits so früh zu Bett gingen, um wenigstens ein bisschen den schmerzlich vermissten Schlaf nachzuholen, standen wir am heutigen Abend vor der Frage: Erforschung des (überhaupt vorhandenen?) Nachtlebens in Sandaoling, ein gemütliches Bierchen im warmen Hotelzimmer oder Erforschung der nächtlichen Aktivitäten in der Kohleverladung. Dort hatte nämlich ein weiterer Besucher der Kohlemine von Sandaoling bereits seine umfangreiche Blitzlichtausrüstung aufgebaut. Trotz der mittlerweile -10° Außentemperatur entschied ich mich für Letzteres, auch oder gerade weil unsere erste Blitzaktion am frühen Morgen auf der Schmalspurbahn von Shibanxi kläglich gescheitert war. Zusammen mit ein paar anderen Reisegruppenteilnehmern ging es mit dem Bus hinab Richtung Kohleverladung, wo wir zunächst lange durch die absolute Dunkelheit stolperten, bis wir den Fotostandpunkt erreicht hatten. Bei Eiseskälte hieß es jetzt Stativ aufbauen, alles einrichten und zitternd auf die nächste Fotogelegenheit warten. Wäre es doch nicht besser gewesen, im warmen Hotelzimmer ein kühles Bierchen zu trinken? Wir warteten an der Stelle, wo ein Schaufelbagger die Wagen mit Kohle belädt. Der Bagger war auch, da, es fehlte aber noch ein Zug. Die Kälte kam über die Zehen und verbreitete sich langsam im ganzen Körper. Wäre es doch nicht besser gewesen, im warmen Hotelzimmer ein kühles Bierchen zu trinken? Die Finger wurden steif, ständiges Gehen im Kreis hielt einen auch nicht mehr warm. Wäre es doch nicht besser gewesen, im warmen Hotelzimmer ein kühles Bierchen zu trinken? Da, endlich kommt die Erlösung. Ein warmer Ofen und ein kaltes Bier? Nein, eine Dampflok mit leeren Waggons. Jetzt musste schnell alles wieder auf Betriebstemperatur gebracht werden.

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Bild 32: Zur Prüfung erst einmal eine Aufnahme ohne Blitz. Passt, sogar der Mond kommt auf dem Bild gut zur Geltung. Jetzt müssen nur noch die Blitze funktionieren. Aber das ist ja schon Mal schief gegangen auf dieser Reise. Gespanntes Warten, sollte es diesmal klappen? Kommando Verschluss öffnen und …


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Bild 33: … tatsächlich, der Blitz löste aus. Dummerweis hatte sich aber die Lok während der Zeit des offenen Verschlusses bewegt. Das sieht nicht so prickelnd aus. Also erst mal warten, bis die Kapazität der Batterien wieder ausreichend war. Dann also ein zweiter Versuch …


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Bild 34: … und siehe da, es klappt doch. Der Tag hatte also doch noch seinen, wenn auch sehr späten, Höhepunkt in Form von Blitz und Dampf ohne Donner!



Wir hatten das Motiv im Kasten. Da die Lok immer weiter vorrückte, hätten wir die Blitze nochmals neu platzieren müssen oder noch vielleicht über eine Stunde auf den nächsten Zug warten müssen. Darauf hatte jetzt aber wirklich niemand mehr Lust. Am Ende halfen alle mit beim Zusammenpacken und Transportieren der 120kg schweren Blitzausrüstung. Kurz nach Mitternacht fielen wir todmüde in unsere Betten im Hotel.

Im nächsten Bericht folgt dann bereits schon wieder der letzte Tag in Sandaoling. Diesmal besuchen wir Sehenswürdigkeiten von Sandaoling, die bis jetzt noch nicht gewürdigt wurden, unter anderem die Untertageminen Yijing und Erjing sowie die Kohlenentladung in Xuanmeichang. Allerdings müsst Ihr darauf noch ein bisschen warten. Ich werde nämlich wieder auf Tour gehen. Das Ziel wird unter anderem auch nochmals Sandaoling sein, was denn auch sonst?! Bis dahin wünsche ich euch erst einmal einen guten Rutsch und ich hoffe, dass ihr dann alle wieder mit dabei seid, wenn es voraussichtlich Mitte Februar weitergeht.











Zugliste


Datum Zugnummer Von Nach km Traktion Spurweite
07.11. Zug 2 Shixi Huangcunjing 18 Dampf 762mm
07.11. Zug 4 Jioba Yuejin 10,3 Dampf 762mm
08.11. Zug 1 Yuejin Bagou 12,1 Dampf 762mm
08.11. Zug 4 Caiziba Mifengyan 1,9 Dampf 762mm
10./11.11. K9782 Ürümqi Hami 556 Diesel 1.435mm






1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:12:27:09:14:05.

Wieder sehr schön, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 27.12.16 09:47

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
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Waaaaaaaaas??? So lange Warten?

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 27.12.16 22:46

Geht ja gar nicht ;))

Viel Spaß und Erfolg bei Deiner anstehenden Tour.

Ein gutes und gesundes neues Jahr Dir und Deiner Familie!

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(