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Mit Volldampf durch China – Vier Wochen in den letzten Dampfparadiesen des Fernen Osten

Teil 2: Von der Hochzeit zur Schmalspurbahn – Die Schmalspurbahn von Shibanxi stellt sich vor



Im letzten Bericht hatte ich euch ja bereits auf die Tour kreuz und quer durch China auf der Suche nach den letzten Dampfparadiesen vorbereitet. Jetzt geht es in die Vollen, der Rest der Reise sollte vollständig der Eisenbahn gewidmet werden. Erster Stop war die herrliche Schmalspurbahn von Shibanxi. Vorab aber noch ein paar Sätze zur Anreise von Chengdu nach Shibanxi.


05.11.2010
Die anstrengende, elfstündige Busfahrt vom Vortag ließen mich und meine „Reiseleiterin“ erst einmal lange ausschlafen. Anschließend paukten wir zusammen deutsche Vokabeln und Texte und füllten letzte Formulare für ihre Bewerbung um einen Studienplatz in Deutschland aus. Zur Belohnung lud ich sie dann auf ihren Wunsch hin zu „Pizza Hut“ ein. Den Abend verbrachten wir dann auf den (wiederum getrennten!) Betten liegend vor dem Fernseher. Ich wollte Fußball schauen, sie lieber chinesische Seifenopern. Natürlich konnte ich mich nicht durchsetzen. Das hat sich bis heute nicht geändert, seit dem WM-Finale 2014 bin ich daher total fernsehabstinent. Während also meine „Reiseleiterin“ aufmerksam chinesische Seifenopern verfolgte, hackte ich den ersten Teil des Reiseberichts in meinen Laptop.





06.11.2010
Nach einer langen und erholsamen Nacht (es sollte die Letzte für die kommenden drei Wochen sein) musste ich mich heute Morgen von meiner „Reiseleiterin“ verabschieden. Sie flog um 11 Uhr zu Verwandten nach Wuhan weiter. Also brachte ich sie zum Taxi und versuchte danach nochmals zu schlafen, ohne Erfolg. Daher verzog ich mich in ein Internet-Café, bevor auch ich mir ein Taxi zum Flughafen nahm. Der erstbeste Taxifahrer, den ich anhielt, war sogar sofort bereit, mich mit Taxameter-Preis zum Flughafen zu fahren. Dort angekommen entschuldigte er sich dann und forderte noch zusätzliche 10 Yuan Mautgebühr, die er auch tatsächlich zahlen musste und die ich ihm selbstverständlich gab. Für mich ging es am Flughafen allerdings nicht mit dem Flugzeug weiter, vielmehr traf ich dort mit dem Rest der Eisenbahn-Reisegruppe. Nachdem gegen Abend alle Teilnehmer eingetroffen waren, ging es mit dem Bus in Richtung Shibanxi. Mittlerweile war es schon Abend und wir hielten an einem recht noblen Hotel in Chengdu zum Abendessen.

Fast alle Tische im großen Saal waren belegt, da dort gerade eine Hochzeit gefeiert wurde. Wir verteilten uns auf die verbleibenden zwei Tische, warteten auf das Essen und beobachteten interessiert die Hochzeitsfeier. Ein Moderator stand mit dem Hochzeitspaar auf der Bühne, interviewte die beiden und ließ sie alberne Spielchen machen. Währenddessen saß die Verwandtschaft desinteressiert an den Tischen, die weiblichen Verwandten schnatterten miteinander, die Männer starrten auf ihre Handys oder rauchten Kette und ließen sich mit Schnaps volllaufen. Ziemlich bescheuert, vor allem für das Brautpaar vorne auf der Bühne, dachte ich mir. Damals sollte ich allerdings noch nicht wissen, dass mir knapp zwei Jahre später das genau gleiche mit meiner „Reiseleiterin“ blühen sollte. Diesmal aber nicht als Zuschauer, sondern als Bräutigam auf der Bühne. So schnell kann’s gehen…

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Bild 1: 2010 bemitleidete ich noch den Bräutigam auf der Bühne in Chengdu. Er wird von einem Moderator dazu animiert, bescheuerte Spielchen mit seiner Braut zu spielen,
während sich die weibliche Verwandtschaft dem Tratsch und die männliche Verwandtschaft sich dem Alkohol, Tabak und/oder Handy widmet. Knapp zwei Jahre später war ich dann das Opfer auf der Bühne. Der Moderator im Hintergrund unterhält das Publikum mit Witzen, während ich mit meiner Frau Kerzen an einem Herz anzünden muss.



Nach dem Essen ging es dann mit dem Bus auf die Autobahn Richtung Süden bis nach Leshan und von dort aus weiter über immer schlechter werdende Landstraßen. Kurz vor Mitternacht hatten wir dann unser Hotel in Yuejin nach einem komplexen Wendemanöver auf einer sehr schmalen Straße erreicht, nachdem sich der Busfahrer erst verfahren hatte und schon fast in Caiziba angekommen war. Der Standard im Hotel hatte sich verbessert, es gab sogar einen Fernseher. Noch immer gleich war aber die festinstallierte Dusche direkt über dem Klo. So kann man während des Toilettengangs gleich Duschen und hat so mehr Zeit zum Fotografieren der Dampfzüge. Da hat endlich mal einer beim Design der Hotelzimmer an die Eisenbahnfreunde gedacht. Wir tranken im Freien, wo noch sehr angenehme Temperaturen herrschten, einige Gute-Nacht-Bierchen und ließen uns dann ins Bett fallen. Bevor es mit ausführlichen Bildberichten weitergeht, möchte sich die Schmalspurbahn von Shibanxi zunächst einmal vorstellen.




Die Schmalspurbahn von Shibanxi


Geschichte
Über die Hügel- und Berglandschaft im südlichen Sichuan sind einige Kohlenvorkommen verteilt. Die Region ist allerdings sehr abgelegen, Transport war nur umständlich über Flüsse möglich, die die Hügellandschaft durchziehen. 1938 wurde die „Jiayang Coal Mine Ltd.“ gegründet, ein britisch-chinesisches Joint-Venture, die in den Bergen bei Bagou eine Mine und Unterkünfte für die Arbeiter baute. Der Transport der Kohlen erfolgte allerdings mit Karren bis zum schiffbaren Fluss in Shixi.

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Bild 2: Zwischen Huangcunjing und Bagou stehen entlang der Bahnstrecke alte Wohnblocks für die Arbeiter in den Kohleminen. Sie wurden ab den 30er-Jahren hier gebaut.



Bereits ein Jahr vor der Gründung der „Jiayang Coal Mine Ltd.“ begann die Besetzung Chinas durch die Japaner, die Nationalchinesen (Kuomintang) unter Chiang-Kai-Tschek zogen sich nach und nach in die Hügel und Berge Sichuans und Yunnans zurück. Von dort leisteten sie bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges Widerstand. Mit Erfolg, denn die Japaner konnten diesen Teil Chinas nie erobern. Die Versorgung der Nationalchinesen durch die Alliierten erfolgte von Indien aus über die berühmte Burma/Ledo Road durch Burma, nach der japanischen Eroberung Burmas von Indien aus per Luftbrücke. Die Ausbeutung der Rohstoffe Sichuans zur Herstellung von Waffen und Munition hatte höchste Priorität, so wurden Teile der Yunnan-Bahn abgebaut und die so gewonnen Gleise für den Bau neuer, strategisch wichtigerer Eisenbahnlinien in Yunnan und Sichuan verwendet (siehe mein Bericht zur Yunnan-Bahn im Auslandsforum). Bis nach Shibanxi kamen die Gleise aber nie, die gewonnene Kohle wurde weiterhin mühsam per Karren zum Fluss gebracht und dann per Schiff nach Chongqing transportiert, wo es einen Hochofen gab.

In den Bürgerkriegswirren nach dem Zweiten Weltkrieg kam der Abbau der Kohle zum Erliegen, erst Maos „Großer Sprung nach Vorne“ änderte dies. Plötzlich hatte die Industrie höchste Priorität, innerhalb kürzester Zeit sollte China zum weltgrößten Industriegiganten werden. So wurde 1958 auch in der tiefen Provinz mit dem Bau einer isolierten Eisenbahnlinie zwischen Shixi und Bagou zum besseren Abtransport der Kohle aus den Bergen zum Fluss begonnen. Aufgrund der schwierigen geographischen Verhältnisse wählte man 600mm als Spurweite. Am 12. Juli 1959 wurde der Verkehr auf der Strecke aufgenommen. Bereits ein Jahr später wurde die Strecke dann auf die chinesische „Standard-Schmalspurweite“ von 762mm (2 Fuß und 6 Inch) umgespurt.

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Bild 3: Seit der Gründung der Minengesellschaft 1938 hatte sich bis 2010 praktisch nichts verändert. Noch 2010 schoben die Kumpel die leeren Hunte in die Mine, beluden sie dort von Hand und schoben sie anschließend wieder heraus. Wenn man ein paar kleine Details ausblendet, so könnte man meinen, dass man sich noch im 19. Jahrhundert befindet.



Anfangs diente die Bahn einzig dem Kohlentransport, es wurden aber schon vereinzelt Personenwaggons für die lokale Bevölkerung und die Minenarbeiter an die Güterzüge angehängt. Ab 1978 wurden dann auch reguläre Personenzüge gefahren. In den 90er-Jahren wollte man die Dampfloks durch Dieselloks ablösen, allerdings ohne Erfolg. Die Dieselloks verrotten seither auf dem Abstellgleis im BW Shixi. Der Streckenabschnitt zwischen Shixi und Yuejin wurde im Jahre 2000 mit 550V Gleichstrom elektrifiziert, allerdings nur für die Kohlenpendel zwischen Kohlenverladung in Shixi und dem Kraftwerk in Yuejin. Ansonsten liefen die Kohlenzüge bis zu ihrem Ende 2012 und die Personenzüge bis heute ausschließlich mit Dampf.

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Bild 4: Die Kohlemine brachte zwar ein bisschen wirtschaftlichen Aufschwung in diesen abgelegenen Landstrich, aber im Vergleich zu den großen Städten ist die Armut noch groß. Vor allem ältere Frauen suchen an den Schienen nach Kohleresten, teilweise durchwühlen sie sogar die Asche, die die Loks einfach auf freier Strecke auf die Gleise entleeren, nach noch brennbaren Reststoffen.



Im Jahre 2003 wollte die Minengesellschaft dann den Bahnbetrieb aufgrund der hohen Defizite einstellen. Nach einem öffentlichen Aufschrei wurden Maßnahmen eingeleitet, um die Bahn und ihre unmittelbare Umgebung unter Denkmalschutz zu stellen. Erfolgreich, denn 2006 wurde die Bahn auf Kreisebene, 2007 auf Provinzebene und 2010 auf Landesebene als „key national historic site“ anerkannt. Noch während der Kohlenverkehr lief, begann man damit, als zweites Standbein den Tourismus auszubauen. Man wollte die Bahn als Touristenattraktion auf alle Fälle erhalten und so insbesondere chinesischen Städtern zeigen, wie es vor noch nicht allzu langer Zeit auf dem Lande in China zuging. Immerhin ist eine der größten Städte der Welt (Chongqing mit knapp 40 Mio. Einwohnern) und dazu Chengdu (11 Mio. Einwohner) nicht allzu weit entfernt. An den Bahnhöfen wurden zweisprachige Informationsschilder und Fahrpläne aufgestellt. Auch als Kulisse für Film- und Fernsehaufnahmen, die die Zeit zwischen 1930 und 1960 zum Thema haben, wird die Strecke samt Umgebung immer wieder gerne genutzt.

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Bild 5: Im Kontrast zu den armen Kohlesammlern stehen die schick angezogenen Touristinnen aus der Großstadt, die am Endbahnhof Huangcunjing auf den Schienen balancieren. Dank des Tourismus verkehren auch heute noch Dampfloks in Shibanxi.


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Bild 6: Bereits 2010 hatte man erhebliche Anstrengungen unternommen, um den Tourismus anzukurbeln. An allen Bahnhöfen hingen Schilder mit Informationen und Fahrplänen. So ausführliche Schilder in so gutem Englisch findet man nicht einmal an den Top-Touristenattraktionen wie der Chinesischen Mauer oder der Terrakotta-Armee!


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Bild 7: An vielen Stellen wurden Propagandaplakate aufgehängt, die den Tourismus als Mittel zur Erhaltung des Dampfbetriebs glorifizieren. Für Eisenbahnfreunde ist man mittlerweile über das Ziel hinausgeschossen, aber lieber Touristenbetrieb mit Dampf auf Chinesische Art anstatt gar kein Betrieb mehr.



Bereits 2010 waren Bauarbeiten im Gange, um eine Straße von Shixi bis zum Endpunkt der Strecke in Huangcunjing zu bauen. Seit der Fertigstellung der Straße 2012 wurde zunächst der Kohlenverkehr eingestellt, kurz darauf wurde auch die (archaisch betriebene) Kohlenmine in Huangcunjing stillgelegt, die Bahn blieb aber dank des Denkmalschutzes erhalten. Allerdings wird das Thema Denkmalschutz in China sehr großzügig ausgelegt. Die Loks und Waggons wurden äußerlich im „Thomas the tank engine“-Stil umgestaltet, die kleinen zweiachsigen Personenwagen hat man durch historisierende, hellblau(!) lackierte Phantasiewagen ersetzt, die einst so idyllischen Bahnhöfe wurden teilweise komplett neu im „Disneyland“-Stil aufgebaut und im Spitzkehrenbahnhof Mifengyan hat man eine normalspurige Dampflok als Denkmal aufgestellt. Für echte Eisenbahnfans ist die einst so idyllische Kleinbahn damit zum absoluten No-Go geworden, für Chinesen ist es aber genau das Richtige. Wo einst Reis- und Gemüsefelder bis an die Schienen reichten, haben die Touristenhorden alles platt getrampelt, alles noch eingerahmt mit jeder Menge Müll, den die Besucher auch noch liegen lassen. Der Tsunami der rasenden Modernisierung ist mit voller Wucht über die Kleinbahn hinweggefegt. Immerhin, im Gegensatz zur Eisenbahn in Disneyland werden die Loks noch tatsächlich mit Dampf betrieben.


Strecke

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Bild 8: Streckenkarte der Schmalspurbahn von Shibanxi basierend auf Open Street Maps. Die Strecke beginnt in Shixi am Ufer des Minjiang-Flusses und verläuft über Yuejin zum Spitzkehrenbahnhof in Mifengyan. Von dort geht es weiter über Caiziba, Xianrenjiao, Jiaoba und Bagou zum Endpunkt in Huangcunjing.


Ausgangspunkt der Schmalspurbahn von Shibanxi ist Shixi (übersetzt etwa Bach der Familie Shi) am Ufer des Minjiang-Flusses, ein Nebenfluss des Jangtsekiang, dem größten Fluss Chinas. Hier konnte die Kohle auf Schiffe und über den Minjiang und Jangtsekiang weiter zu den Hochöfen in Chongqing verladen werden. Neben Verladeanlagen befindet sich in Shixi auch das Depot mit angeschlossenem BW.

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Bild 9: Das Depot und die Kohleentladeanlagen befinden sich ganz am Streckenanfang. Der Blick geht vom direkt davor liegenden Betriebsbahnhof zum Personenbahnhof Shixi, wo die Personenzüge starten/enden. Das Depot und die Kohleentladeanlagen befinden sich im Rücken des Fotografen.

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Bild 10: Das Depot selbst ist sehr klein. Es gibt zwei Gleise, auf denen die Loks abgestellt werden, wenn sie gerade nicht im Einsatz sind. Das linke Gleis geht weiter in eine Werkstatthalle, wo zum Zeitpunkt unseres Aufenthalts gerade zwei Dampfloks generalüberholt wurden.


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Bild 11: Die Werkstatt selbst versetzt einen auch fast in die Anfangszeiten der Industrialisierung zurück. Ein ausführlicher Bericht mit vielen Bildern vom Werkstattbesuch folgt als krönender Abschluss der Berichte aus Shibanxi.


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Bild 12: Auch das Entleeren der Kohlewaggons war 2010 noch mit erheblicher Handarbeit verbunden. Mit Eisenstangen wurden die Klappöffnungen der Waggons entsichert, die Kohle fiel dann in die darunter liegenden Kohlebunker.



Vom zweigleisigen Personenbahnhof aus führt die Strecke ein kurzes Stück noch entlang dem großen Flusstal, bevor sie dann scharf nach links in ein Seitental abzweigt. Auf der rechten Talseite führt die Strecke durch Felder und einen 175m langen Tunnel über 4,6km bis nach Yuejin („Großer Sprung nach Vorne“), dem größten Ort an der Strecke, wo sich neben dem Hotel auch eine Kohlemine samt Kohlekraftwerk befindet. Der zweigleisige Personenbahnhof verfügt sogar über einen Bahnsteig mit Überdachung, zudem gibt es ein Anschlussgleis zu den Kohlebunkern des Kraftwerks bzw. der Verladeanlage der Mine von Yuejin.

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Bild 13: Eine E-Lok auf der Strecke zwischen Shixi und Yuejin kurz vor Yuejin. Hier verläuft die Strecke über dem Talgrund, die Flächen links und rechts der Strecke werden landwirtschaftlich intensiv genutzt. Zwischen Shixi und Yuejin verkehren Kohlependel, die fast ausschließlich von E-Loks gezogen werden. Ab Yuejin ist die Strecke dann nicht mehr elektrifiziert.


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Bild 14: Ein Personenzug verlässt den Bahnhof Yuejin Richtung Shixi. Der Bahnhof selbst befindet sich links, hat keinerlei Gebäude, sondern nur einen überdachten Bahnsteig.


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Bild 15: Der Bahnhof in Yuejin verfügt als einziger Bahnhof über einen überdachten Mittelbahnsteig. Die anderen Bahnhöfe haben höchstens einen Seitenbahnsteig, nur in Bagou ist dieser auch überdacht. Andere Bahnhöfe wie Jiaoba haben nicht einmal einen Bahnsteig. Da 2010 die Straße noch nicht fertig war und einige Dörfer entlang der Strecke nur per Zug erreichbar waren, wurden mit den Personenzügen nicht nur Fahrgäste, sondern auch jede Menge Waren zur Versorgung der Dorfbewohner transportiert.


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Bild 16: In Yuejin befindet sich neben einer Mine auch ein Kohlekraftwerk. An der mächtigen Verladeanlage wartet ein Kohlenzug aus Huangcunjing auf die Einfahrt in den Bahnhof Yuejin.


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Bild 17: Panoramablick auf Yuejin. Im Vordergrund die aus Mifengyan kommende Bahnstrecke nach Yuejin. Von dort verläuft die Strecke dem Tal rechts folgend bis nach Shixi. In Yuejin steht ein Kohlekraftwerk, das den Großteil der geförderten Kohle verbrennt. Daher ist hier so eine Art Streckenmittelpunkt, auch die gesamten Verwaltungsgebäude der Minengesellschaft befinden sich hier. Somit ist Yuejin auch der mit Abstand größte Ort entlang der Strecke, was sich auch an den mehrstöckigen Plattenbauten zeigt.



Von Yuejin geht es weiter durch Felder und vorbei an einsamen Gehöften nach Mifengyan („Honigspitze“, „Bienenkorb“) an Streckenkilometer 8,3. Dort befindet sich neben ein paar Häusern auch der einzige Spitzkehrenbahnhof der Strecke. Die Loks spannen hier jeweils um, werden aber nicht gedreht. Von Shixi nach Mifengyan verkehren die Dampfloks Tender voraus, von Mifengyan nach Huangcunjing entsprechend Schornstein voraus. In Shixi und Huangcunjing spannen die Loks jeweils auch nur um und werden ebenfalls nicht gedreht. Ab Mifengyan führt die Strecke hoch über ein schluchtartiges Tal, wobei ein weiterer, 49m langer Tunnel kurz nach Mifengyan angelegt wurde.
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Bild 18: Der Spitzkehrenbahnhof von Mifengyan. Links geht es bergab Richtung Yuejin, rechts bergauf Richtung Caiziba. Der Bahnhof selbst hat zwei Gleise zum Umsetzen der Lok bzw. für Zugkreuzungen, sowie rechts ein zusätzliches Abstellgleis, auf dem meist gerade nicht benötigte Güterwaggons abgestellt wurden. Das linke Gleis hat im Rahmen der Bemühungen zum Ausbau des Touristenverkehrs einen betonierten Bahnsteig bekommen.

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Bild 19: Ein Personenzug fährt von Caiziba kommend in den Bahnhof Mifengyan ein. Links führen die Gleise hinab nach Yuejin.

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Bild 20: Die Loks setzen in Mifengyan grundsätzlich um, sowohl bei Personen- wie auch bei Güterzügen. Sind zusätzlich Zugkreuzungen geplant, muss zunächst die Lok eines Zuges umsetzen, bevor der andere Zug in den Bahnhof einfahren darf.

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Bild 21: Der Fahrdienstleiter mit seinen Fahnen hat die Weiche gestellt. Die Lok wird noch ein paar Meter nach vorne fahren, dann wird sie auf das andere Gleis zurücksetzen und den Personenzug ankoppeln, um ihn weiter Richtung Endbahnhof Huangcunjing zu ziehen. Im Hintergrund der Fahrkartenschalter. Was die Frau des Fahrdienstleiters wohl dazu sagt, dass ihre frisch gewaschene Wäsche auf der Leine gleich wieder von einer leichten Ascheschicht überzogen wird? Am Strommasten hängt auch das Ausfahrtsignal sowie das einzige moderne Element auf dem Bild: eine Energiesparlampe.


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Bild 22: Kurz nach dem Bahnhof Mifengyan beschreibt die bergaufwärts Richtung Huangcunjing führende Strecke eine enge Rechtskurve und unterquert direkt anschließend einen Felsvorsprung mittels eines kurzen, 49m langen Tunnels.


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Bild 23: Ein dampfbespannter Personenzug hat soeben den Tunnel bei Mifengyan verlassen.



Bei Caiziba („Rapsdamm“) am Streckenkilometer 10,2 fährt die Strecke U-förmig ein kleines Seitental aus, direkt danach folgt der Bedarfshaltepunkt Caiziba, der keinerlei Infrastruktur hat – die Lok hält hier einfach auf freier Strecke im Gefälle! Ab dem Haltepunkt führt die Strecke durch eine wellige Hochebene mit vielen Reisterrassen bis nach Xianrenjiao („Gottesfuß“) bei Streckenkilometer 12,5, wo es einen weiteren Bahnhof mit Ausweichgleis gibt.

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Bild 24: Kurz vor dem Haltepunkt in Caiziba beschreibt die Strecke eine 180°-Kurve. Dabei wird ein kleines Seitental zum Höhengewinn durchfahren. Hier macht sich ein Zug mit leeren Waggons auf die Fahrt durch die Kurve Richtung Huangcunjing, um dort neue Kohle zu laden.


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Bild 25: Das Seitental wird auf einem kleinen Bahndamm überquert, wo man insbesondere zur Morgenzeit ganz nette Silhouettenaufnahmen machen kann. Hier ist es der erste morgendliche Personenzug auf dem Rückweg von Huangcunjing nach Shixi.

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Bild 26: Zwischen Caiziba und Xianrenjiao verläuft die Strecke inmitten von Reisterrassen. Leider waren im Oktober die Reisfelder schon abgeerntet, dennoch ergibt sich ein recht pittoreskes Bild, als ein Personenzug Richtung Shixi durch die Reisterrassen zuckelt.


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Bild 27: Weiter in Richtung Xianrenjiao wird es dann wieder hügeliger und die Bäume rücken teilweise wieder bis an die Strecke heran.

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Bild 28: Kurz vor dem Bahnhof Xianrenjiao verläuft die Strecke dann schon wieder teilweise in Einschnitten. Der letzte Kohlenzug des Tages hat soeben den Bahnhof Xianrenjiao verlassen und rollt langsam seinem Ziel Shixi entgegen.


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Bild 29: Wie fast alle anderen Bahnhöfe auch besteht der Bahnhof von Xianrenjiao lediglich aus zwei Bahnhofsgleisen, die das Kreuzen von Zügen ermöglicht. Ein dediziertes Bahnhofsgebäude oder Ladestellen gibt es nicht. Der Blick geht in Richtung Caiziba.


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Bild 30: Vom genau anderen Ende des Bahnhofs Xianrenjiao ergibt sich dieser Blick in Richtung Jiaoba.



Ab Xianrenjiao führt die Strecke wieder durch hügeliges Gelände, zwei Bergrücken werden mittels Tunnels durchquert (104m und 127m), bis der Bahnhof Jiaoba („Bananendamm“) bei Streckenkilometer 14,9 erreicht wird, wo es ebenfalls ein Ausweichgleis gibt. Früher befand sich hier auch eine Kohlenverladeanlage, mittlerweile sind die Vorkommen hier aber ausgebeutet und die Verladeanlage samt Anschlussgleis ist stillgelegt.

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Bild 31: Hinter Xianrenjiao wird die Landschaft hügeliger, wird aber noch immer intensiv landwirtschaftlich genutzt. Noch durchquert die Strecke die Hügel mittels Einschnitten …


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Bild 32: … kurz danach werden aber zwei Bergrücken mittels zwei über 100m langer Tunnels unterquert. Hier ist es der Tunnel Nummer drei.


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Bild 33: Ein Zug mit leeren Waggons verlässt soeben den Tunnel vier, nur wenige hundert Meter weiter Richtung Jiaoba folgt dann der nächste Tunnel (Tunnel drei; die Nummerierung der Tunnel beginnt komischerweise vom Streckenende aus).


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Bild 33: Der Bahnhof Jiaoba ist so einfach wie möglich gehalten. Es gibt nur zwei Gleise, keinen Bahnsteig und kein dediziertes Bahnhofsgebäude. Einst gab es hier auch eine Kohleverladestelle für die Kohleminen oberhalb von Jiaoba, sie befand sich im Einschnitt direkt hinter dem Bahnhof Richtung Bagou. Die Minen und somit auch die Verladestelle waren 2010 schon längst außer Betrieb, das Ladegleis wurde längst abgebaut.


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Bild 34: Auf dem Weg Richtung Huangcunjing hält der erste morgendliche Personenzug im Bahnhof von Jiaoba. Im Hintergrund der Einschnitt mit der ehemaligen Kohleverladeanlage Richtung Bagou.


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Bild 35: Panoramablick von der ehemaligen Kohleverladung auf den Bahnhof von Jiaoba.



Nach Jioba führt die Strecke durch zwei weitere Tunnel (je 224m lang), direkt nach der Durchfahrt des zweiten Tunnels wird der Bahnhof Bagou (auch Bajiaogou = „Tal der Plantanen“) bei Streckenkilometer 16,7 erreicht, wo es ebenfalls wieder ein Ausweichgleis gibt.

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Bild 36: Hinter dem Einschnitt mit der Kohleverladung verläuft die Strecke noch durch eine kleine, wiederum intensiv landwirtschaftlich genutzte Hochfläche. Hier durchquert ein aus Huangcunjing kommender Kohlenzug die kleine Hochebene und wird in Kürze in den Bahnhof Jiaoba einfahren, nachdem er kurz zuvor die Tunnel eins und zwei (siehe Bild 37) direkt vor dem Bahnhof Bagou durchfahren hatte.

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Bild 37: Zwischen Jiaoba und Bagou unterquert die Strecke in den beiden längsten Tunnels zwei Bergrücken. Bei dieser Aufnahme stand ich auf dem Bergrücken, der von Tunnel eins unterquert wird, in meinem Rücken liegt Bagou. Der Personenzug auf dem Bild hat diesen Tunnel bereits hinter sich und fährt gleich in den Tunnel zwei ein, um danach den Bahnhof Jiaoba zu erreichen.

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Bild 38: Der Bahnhof von Bagou. Direkt im Hintergrund beginnt am Bahnhofsende Tunnel eins. Der Bahnhof Bagou hat ebenfalls zwei Gleise, wobei das linke Gleis einst auch an einen kleinen Güterschuppen grenzte. 2010 waren dort nicht benutzte Personenwagen abgestellt, d.h. Zugkreuzungen waren in Bagou nicht möglich. Rechts befindet sich der Bahnsteig, dazu ein kleiner Kiosk, der von einem sehr netten, älteren Ehepaar betrieben wurde. Bagou selbst liegt rechts weiter unten im Tal. Da 2010 keine Zugkreuzungen möglich waren, war der Bahnhof unbesetzt, d.h. Bagou war eher zu einem Haltepunkt mutiert.



Von Bagou ist es dann nicht mehr weit bis zum Endpunkt der Strecke in Huangcunjing („Dorf der gelben Mine“) bei Streckenkilometer 18. Dort gibt es ebenfalls ein Ausweichgleis und ein Anschlussgleis zur Kohlenverladung ganz am Ende der Strecke.

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Bild 39: Panoramaansicht des Bahnhofs von Huangcunjing. Im Hintergrund führen Tal und Strecke nach Bagou, ich selbst stehe an der Mine am Talende. Der Bahnhof Huangcunjing besteht wiederum nur aus zwei Gleisen, wobei das rechte Gleis einen betonierten Bahnsteig für die Touristen hat. Rechterhand befand sich einst ein Stolleneingang zu einer weiteren Kohlemine, die aber schon lange stillgelegt ist. Am Streckenende münden die beiden Gleise in das Ladegleis der Kohleverladung, das gleichzeitig das Streckenende bildet. Zusätzlich gibt es noch ein kleines Abstellgleis, wo Wagen mit Grubenholz und Mauersteinen für die Mine abgestellt werden können.


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Bild 40: Das Streckenende in Huangcunjing: rechts die Kohleverladung, oberhalb davon befand sich die letzte Kohlemine, die bis 2012 noch in Betrieb war, links das Abstellgleis. Der Förderturm am Talende im Hintergrund hat keinerlei Funktion, die Minen wurden hier alle vom Tal ausgehend horizontal in die Berge getrieben. Man hat den Förderturm erst im Rahmen des Programms zum Ausbau des Tourismus aufgestellt. Typisch China eben. Für Chinesen gehört immer ein Förderturm zu einer Kohlemine, also hat man eben einfach einen zur Zierde aufgestellt.


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Bild 41: Lok 09 hatte knapp eine halbe Stunde zuvor leere Waggons sowie zwei Waggons mit Grubenholz nach Huangcunjing gebracht. Sie koppelte zunächst ab, zog die gefüllten Kohlewaggons aus dem Ladegleis auf das zweite Bahnhofsgleis. Anschließend drückte sie die leeren Kohlewaggons in das Ladegleis und die Waggons mit Grubenholz auf das Abstellgleis (siehe Bild 42). Nun spannt sie sich vor den Kohlenzug, um ihn hinab nach Shixi zu ziehen.

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Bild 42: Lok 09 hat soeben Waggons mit Grubenholz in das Abstellgleis am Streckenende gedrückt. Rechts ist die Kohleverladung, wo die soeben gebrachten leeren Waggons schon wieder befüllt werden. Die drei älteren Damen warten darauf, dass die Lok endlich die Rangierarbeiten abgeschlossen hat, damit sie die heruntergefallenen Kohlestücke aufsammeln können. Die Weiche im Vordergrund verzweigt das Ladegleis auf die beiden Bahnhofsgleise.



Der Stollen in Huangcunjing wurde 2010 noch komplett manuell betrieben, d.h. die gefüllten Hunte wurden auf Schienen von Hand aus dem Stollen geschoben und oberhalb von Huangcunjing von Hand in die Kohlenverladung geschüttet. In Huangcunjing steht zwar auch ein Förderturm, der dort aber rein für touristische Zwecke aufgebaut wurde. Alle Stollen wurden bis jetzt horizontal in den Berg getrieben.

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Bild 43: Da sich die Kohlemine ca. 20 Höhenmeter über dem Bahnhof befindet, kann die Kohle aus den Hunten direkt den Berg hinunter in kleine Sammelbunker gekippt werden. Von dort kann man dann direkt die Zugwaggons beladen. Die Steuerung der Beladung und das gleichmäßige Verteilen der Kohle erfolgt komplett manuell, ebenso …


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Bild 44: … das Schieben der leeren Waggons unter die Kohlerutschen sowie das Weiterschieben der vollen Waggons! Das Gefälle unterstützt dabei, neben den Wagenbremsen kommen auch Holzstöcke als Keil- und Bremsersatz zum Einsatz. Nicht nur dass die Rangiermanöver manuell ausgeführt werden, es sind sogar ausschließlich Frauen, die hier arbeiten!



Der Ausgangsbahnhof Shixi liegt 300m.ü.d.M., der Endbahnhof in Huangcunjing liegt auf 560m. Das macht eine durchschnittliche Steigung von 14,4 Promille, wobei allerdings berücksichtigt werden muss, dass der Scheitelpunkt der Strecke beim Bahnhof Xianrenjiao auf 580m liegt, d.h. zwischen Shixi und Xianrenjiao liegt die durchschnittliche(!) Steigung sogar bei 22,4 Promille. An der steilsten Stelle beträgt die Steigung satte 36 Promille. Gerade Streckenabschnitte sind selten, insgesamt gibt es 109 Kurven mit einem Minimalradius bis zu 70m.

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Bild 45: Das schematische Höhenprofil der Strecke von Shixi nach Huangcunjing. Ich habe jeweils nur die Höhe der Bahnhöfe abgetragen, da mir weitere Höhen- und Steigungswerte nicht bekannt sind.




Betriebsführung (Stand 2010)
Die Betriebsführung der Bahn erfolgte 2010 manuell, alle Bahnhöfe außer Bagou waren besetzt. Die Fahrdienstleiter steuerten in den einzelnen Bahnhöfen den Verkehr mittels roten und grünen Flaggen und stellten die Weichen von Hand. Dabei konnte es durchaus sein, dass der Fahrdienstleiter bei Zugkreuzungen vom einen Bahnhofsende zum anderen hetzen musste.

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Bild 46: Der Fahrdienstleiter von Xianrenjiao hat das Bahnhofsende Richtung Caiziba erreicht und seine Fahnen in die dafür vorgesehenen Halterungen gesteckt. Mit seinem Weichenschlüssel hat er die Weiche geöffnet und stellt die Weiche für die Einfahrt des aus Caiziba kommenden Personenzuges. Im Bahnhof Xianrenjiao steht bereits ein Kohlenzug in der Gegenrichtung.


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Bild 47: Der Personenzug nähert sich dem Bahnhof Xianrenjiao, der Fahrdienstleiter stellt seinen Fuß zur Sicherheit noch auf den Weichenstellhebel. Nach Passieren des Zuges eilt er im Laufschritt zum anderen Bahnhofsende, um dem Personenzug die Ausfahrt Richtung Jiaoba freizugeben. Anschließend geht es wieder zurück, um den Kohlenzug nach Shixi fahren zu lassen.


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Bild 48: Ein Kohlenzug wartet vor dem Bahnhof Yuejin auf die Einfahrt. Der Fahrdienstleiter steht am anderen Bahnhofsende, um dem Personenzug aus Shixi die Einfahrt zu gewähren. Erst danach durfte der Kohlenzug ebenfalls in den Bahnhof einfahren. Scheinbar muss der Kohlenzug öfters hier warten, wenn man sich so die Aschereste auf der Schiene anschaut…



Zusätzlich zu den Fahnen gibt es auch Absicherungen über einfache Lichtsignale. Solange ein Fahrdienstleiter mit Fahnen den Verkehr regelt, haben die Signale allerdings keine Bedeutung.

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Bild 49: Bei der Fahrt mit dem ersten morgendlichen Personenzug gelang mir hier am Spitzkehrenbahnhof von Mifengyan diese Aufnahme des rot leuchtenden Ausfahrtsignals Richtung Caiziba.



Ein paar Tunnels sind zusätzlich über Signale abgesichert, allerdings nicht (nur) für den Zugverkehr, sondern eher für Fußgänger. Entlang der Schienen führt auch ein Pfad, der die einzelnen Dörfer miteinander verbindet. Die Tunnels sind willkommene Abkürzungen und auf den Pfaden waren mehr Mopedfahrer wie Fußgänger unterwegs. Die Signale wurden von den jeweils nächsten Bahnhöfen geschaltet, wenn sich ein Zug ankündigte. Die Signale wurden aber größtenteils ignoriert. Mit Folgen, wie ihr in einem der nächsten Berichte sehen werdet.

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Bild 50: Wenn man genau hinschaut, sieht man im schwarzen Tunnelloch ein rotes Licht. Das gibt den entlang der Schiene laufenden Personen ein bisschen mehr Sicherheit, ob sie den engen, 250m langen Tunnel benutzen können, ohne dass gleichzeitig ein Zug den Tunnel durchfährt.


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Bild 51: Tunnel Nr. vier hat keine solche Absicherung, trotzdem benutzen ihn diese Bauern als Abkürzung auf dem Rückweg von der Feldarbeit. Zwar ist der Tunnel nur gute 100m lang, dennoch kollidierte ein Personenzug während meiner Mitfahrt in diesem Tunnel mit einem Motorrad. Was dabei passierte, lest ihr in einem der nächsten Berichte.



Bei unserem Besuch 2010 fand eine strikte Trennung zwischen Personen- und Güterverkehr statt. Jeden Tag verkehrten vier Personenzugpaare, d.h. ein Personenzug pendelte viermal täglich zwischen Shixi und Huangcunjing. Es gibt einen minutengenauen Fahrplan, der trotz unregelmäßigen Kohlenzugkreuzungen meist recht genau eingehalten wurde. Für die 18km lange Bergfahrt von Shixi nach Huangcunjing benötigt der Zug (laut Fahrplan) 75min (Durchschnittsgeschwindigkeit also etwa 14km/h), zurück geht es in 70min etwas schneller, da es ja größtenteils bergab geht. In den Zügen fahren bis zu drei(!) Schaffner mit, die im Zug Fahrkarten verkaufen und sich ihren Verdienst mit dem Verkauf von Büchern, Postkarten und Souvenirs an Touristen aufbessern.

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Bild 52: Der Personenzug Richtung Shixi ist soeben in den Bahnhof von Jiaoba eingefahren, am Ende läuft ein modernisierter Wagen für die Touristen mit. Hauptsächlich ältere Menschen besteigen hier den Zug. Die Kartons und Flaschen neben den Gleisen wurden bereits auf dem Hinweg des Personenzuges von Shixi nach Huangcunjing hier entladen. Mit Motorrädern oder Pferden werden die Waren dann in abgelegene Dörfer weiter transportiert, die weder Bahn- noch Straßenanschluss haben.


Fahrplan Shibanxi (Stand 2010)
Bahnhof (km)
Zug 1
Zug 2
Zug 3
Zug 4
Shixi (0,0) 06:00 08:30 09:30 12:00 14:00 16:30 17:30 20:00
Yuejin (4,6) 06:15 08:15 09:45 11:45 14:15 16:15 17:45 19:45
Mifengyan (8,3) 06:32 07:58 10:02 11:28 14:32 16:02 18:02 19:28
Caiziba (10,2) 06:47 07:48 10:17 11:18 14:47 15:48 18:17 19:18
Xianrenjiao (12,5) 06:57 07:38 10:27 11:08 14:57 15:38 18:27 19:08
Jiaoba (14,9) 07:05 07:30 10:35 11:00 15:05 15:30 18:35 19:00
Bagou (16,7) 07:10 07:25 10:40 10:55 15:10 15:25 18:40 18:55
Huangcunjing (18) 07:15 07:20 10:45 10:50 15:15 15:20 18:45 18:50



Die Kohlenzüge zwischen Huangcunjing und Yuejin bzw. Shixi verkehrten nach Bedarf, wobei wir 2010 Glück hatten, denn es fuhren bis zu vier Kohlenzüge am Tag zwischen Huangcunjing und Shixi, die in den Fahrplan der Personenzüge eingeschoben wurden. Die Zugkreuzungen fanden dann je nach Fahrplan in den Bahnhöfen Yuejin, Mifengyan, Xianrenjiao oder Jiaoba statt. Zwischen Shixi und Yuejin pendelten ebenfalls noch Kohlenzüge, wobei diese ausschließlich von E-Loks gezogen wurden.



Rollendes Material
Die Schmalspurbahn von Shibanxi war nur eine kleine Kohlenbahn, der Verkehr und das rollende Material ist aber erstaunlich vielfältig: Dampfloks, E-Loks und (abgewrackte) Diesel-Loks, Personenzüge und Güterzüge. Arg viel mehr geht nicht.


Dampfloks
Der gesamte Personenverkehr und der Großteil des Güterverkehrs werden mit den Dampfloks abgewickelt. Dabei kommen ausschließlich Dampfloks vom Typ C2 (ZM 16-4) zum Einsatz. Diesen Loktyp hatte ich ja im letzten Bericht näher vorgestellt. Folgende Lokomotiven haben wir in Shibanxi angetroffen

Nr.Anmerkung
07in Betrieb
09in Betrieb
10in Betrieb
14in Betrieb
??in Reparatur (Originalnummer wohl ZM16-4 72)
??in Reparatur


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Bild 53: Lok Nr. 07 steht mit einem Kohlenzug im Bahnhof von Xianrenjiao und wartet auf den kreuzenden Personenzug.


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Bild 54: Seitenansicht des D-Kupplers vom Typ C2 (ZM 16-4). Zwischen Anfang der 60er-Jahre und 1987 wurden ca. 600 Exemplare dieser Lok gebaut. Die in Shibanxi eingesetzten Loks sollen in den 1960er-Jahren bei „Shijiazhuang Motive Power Machinery Works“ gebaut worden sein, genauere Daten wie Fabriknummer oder Auslieferungsdatum kenne ich leider nicht.


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Bild 55: Der Vollständigkeit halber noch eine Frontansicht.



E-Loks
In dem elektrifizierten Streckenabschnitt zwischen Shixi und Yuejin sind auch E-Loks im Einsatz. Sie ziehen aber ausschließlich Kohlenzüge, der gesamte Personenverkehr wird mit Dampfloks betrieben. Die E-Loks entstammen der Baureihe ZL 14-7, die Stromzuführung (550V Gleichstrom) erfolgt mittels einem Pantograph von einer Oberleitung.

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Bild 56: Die elektrische Lok Nr. 2 ist vom Typ ZL 14-7 und steht mit ihrer Schwester im Betriebswerk von Shixi, wo sie auf die nächsten Einsätze warten. Die Fabrikschilder habe ich natürlich weder notiert, noch abfotografiert. Schäm, schäm!



Diesel-Loks
Es gab 1991 einen Versuch, die Dampfloks durch Dieselloks abzulösen. Dazu wurden zwei Dieselloks vom Typ SJ380A beschafft. Der Versuch wurde aber 1996 abgebrochen, seither rotten die Dieselloks im BW von Shixi vor sich hin. Wenn man sich den Zustand der Loks anschaut, dann ist auch nicht davon auszugehen, dass die Loks jemals wieder fahren werden.

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Bild 57: Die beiden Dieselloks vom Typ SJ380A rosten seit 1996 im Betriebsbahnhof von Shixi vor sich hin. Wenn sie heute noch dort stehen sollten, dann sind sie wahrscheinlich inzwischen komplett zerbröselt.



Personenwagen
Für den Personentransport steht eine bunte Mischung an zwei- und vierachsigen Personenwaggons zur Verfügung. Früher wurden nur kurze, zweiachsige Waggons, die von außen eher wie Gefängniswagen aussehen eingesetzt. Später kamen längere vierachsige Waggons dazu. Für den Touristenbetrieb hat man neue, „historisierende“ Wagen mit erheblich größeren Fenstern gebaut. Leider waren 2010 in den Personenzügen teilweise schon die für den Touristenbetrieb modernisierten Waggons eingereiht, viele alte Waggons waren dagegen im Bahnhof von Bagou abgestellt. Teilweise verfügen die Personenwaggons gar nicht über Sitze, so kann die lokale Landbevölkerung mit dem Zug auch landwirtschaftliche Produkte und Stückgut transportieren. Es ist keine Seltenheit, dass mit dem Zug Hühner oder Schweine befördert werden. Allerdings übernehmen mehr und mehr die Mopeds, die auf den Pfaden neben den Schienen zuhauf verkehren, diesen Transport. Ein Personenzug besteht normalerweise aus fünf Personenwaggons.

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Bild 58: Abgestellte Personenwaggons in Bahnhof Bagou. Die zweiachsigen Wagen Nr. 11 und Nr. 19 sind noch alte Waggons, die wohl seit Beginn des planmäßigen Personenverkehrs 1978 eingesetzt werden.


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Bild 59: Dagegen ist der vierachsige Wagen Nr. 7 ein Exemplar, das speziell für den Touristenverkehr (um)gebaut wurde. Man orientierte sich wohl an alten Straßenbahnen, was aber irgendwie überhaupt nicht zum Gesamtbild dieser Bahn passt.


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Bild 60: Ein Personenzug auf dem Bahndamm bei Jioba. Ganz vorne läuft leider schon einer dieser modernen Touristenwagen mit, dahinter die zweiachsigen Altbauwagen. Ihr könnt euch ja vorstellen, welche Wagen ich bei Fahrten mit der Bahn bevorzugt habe…


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Bild 61: Ein Bauer treibt sein Schwein auf den Bahnsteig von Bagou. Von dort wird es mit dem Personenzug seine wahrscheinlich letzte Reise zum Markt in Yuejin antreten.



Güterwagen
Für den Gütertransport stehen fast ausschließlich zweiachsige, offene Güterwaggons zur Verfügung, die eher wie überdimensionale Kohlenhunte aussehen. Der Gütertransport beschränkt sich größtenteils auf den Abtransport der Kohle, andere Güter wie z.B. Grubenholz oder Mauersteine für die Kohlegrube werden ebenfalls in diesen Waggons transportiert. Ein Kohlenzug besteht normalerweise aus 14 offenen Güterwaggons. Es stehen auch noch zwei- und vierachsige Flachwagen zur Verfügung, wobei ich allerdings nur einen zweiachsigen Flachwagen im Einsatz sah. Als Begleitwagen für Güterzüge wird manchmal auch ein gedeckter Güterwagen mit eingereiht. Alle Güterwagen haben eine handbediente Bremse, die Kohlenzüge werden normalerweise mit mindestens zwei Bremsern am Mitte und Ende des Zuges besetzt.

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Bild 62: Ein Güterzug mit leeren Kohlewaggons auf dem Bahndamm bei Jiaoba.


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Bild 63: Hier wird ein Wagen mit Grubenholz im Endbahnhof von Huangcunjing in das Abstellgleis der Mine rangiert.


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Bild 64: Alle Güterwagen, wie auch dieser Flachwagen im Bahnhof von Huangcunjing, haben handbediente Bremsen.




Quellen
- Zhang Xiang: Jiayang Narrow Gauge Steam Train: A living fossil of the 18th century industrial revolution; ISBN: 978-7-8022-0633-5
- Persönlicher Besuch der Bahn im Jahre 2010


So, ich hoffe dass die Einführung in die Schmalspurbahn von Shibanxi euer Interesse geweckt hat und ihr bei den nächsten Berichten wieder reinschaut. Dann starte ich mit der Fotoausbeute des ersten Tages in Shibanxi. Es geht zum Endpunkt der Strecke und von dort aus unter Sammlung möglichst vieler Fotomotive langsam in Richtung Shixi.




Inhaltsverzeichnis "Mit Volldampf durch China"











6-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:10:04:10:22:24.
Hallo!

Einfach herrlich!

Und das persönliche Detail ist sehr sympathisch! :-)

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen: [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Hallo Florian,

Gratulation zu diesem phantastischen Bericht. Ich lese mit großer Freude immer deine Reiseberichte. Wenn du sie mal als Buch rausbringst, kaufe ich es sofort, hätte dann aber gerne als langjähriger DSO Leser eine Widmung ;-)

Ich finds auch toll, dass du über deine Eisenbahnleidenschaft auch deine Frau kennengelernt hast.

Schöne Grüße aus Düsseldorf
Guido

Danke Florian,
für den dritten Teil,umfassender Bericht zu dieser Bahn:wir brauchen dann nicht mehr dorthin zu fahren:=)
Was sind wir alle dabei,mit Dir nachträglich zu leiden:chinesische Seifenoper,noch schlimmer als amerikanische
Serien.Kein Fussball 2014:=( Inzwischen gibt's wohl zwei oder drei TV-Geräte bei Euch,Europa eben auch nicht verfolgt?
Mifengyan:als Honigliebhaber natürlich das gelobte Dorf!Was im Wort ist dabei der Honig?Mifeng?
Chinesisch stelle ich mir sehr schwer vor:Sprache und Schriftzeichen.
Das erinnert mich an meine Hochzeit mit meiner Schweizerin,da allerdings"nur"Französisch.Ich hatte auf dem Gymnasium
Englisch und Latein;letzteres half etwas beim Wortschatz.Sprechen ist lange schon kein Problem mehr,Schreiben,besonders
die Akzente immernoch.
Ganz fein die Bilder!Viele Grüsse vom Genfersee
Olaf
Hallo Olaf,


44 115 schrieb:
Danke Florian, für den dritten Teil,umfassender Bericht zu dieser Bahn:wir brauchen dann nicht mehr dorthin zu fahren:=)

Das war erst der Anfang! Es kommen noch sieben Berichte aus Shibanxi. Und auch nach den dann insgesamt acht Berichten lohnt sich ein Besuch der Bahn immer noch ;-)


44 115 schrieb:
Kein Fussball 2014:=( Inzwischen gibt's wohl zwei oder drei TV-Geräte bei Euch,Europa eben auch nicht verfolgt?

nein, wir haben noch immer nur einen Fernseher, denn Länderspiele schaut meine auchFrau gerne. Vor allem wegen der hübschen Spieler und dem Trainer, sie ist bestens darüber informiert, welcher Spieler mit welcher Frau verheiratet/liiert ist und wer schon alles Kinder hat. Aber sie weiß auch was Abseits ist ;-) So habe sowohl die WM 2014 als auch die EM dieses Jahr zumindest teilweise im Fernsehen verfolgt (diesen Bericht hatte ich schon vor der EM geschrieben).


44 115 schrieb:
Mifengyan:als Honigliebhaber natürlich das gelobte Dorf! Was im Wort ist dabei der Honig?Mifeng?

Lernst du heimlich Chinesisch? 蜜 (mì) bzw. 蜜蜂 (mìfēng) bedeutet in der Tat Honig.


Viele Grüße

Florian

Honig

geschrieben von: 44 115

Datum: 04.10.16 16:48

Danke Florian
蜜 (mì) bzw. 蜜蜂 (mìfēng)---> die chinesischen Zeichen werden tatsächlich bei DSO kopiert!
Nein chinesisch lerne ich nicht,weiss aber,das es sich um Worte oder Silben handelt.Jetzt kann ich
in China Honig bestellen:=)Interessant ist die Silbe"mi",im französichen mièle,italienisch mielle.Ist aber
wohl Zufall,denn Honig wurde sicher schon in der Steinzeit gesammelt und nicht erst von Marco Polo
(wie die Nudeln)mitgebracht.
Zitat"meine auchFrau gerne":ein netter Verschreiber!Du hast also eine Auchfrau?:=)
Da gibt's so kleine Fernseher für nicht mal 200 Euronen...aber wenn Sie Spieler gerne sieht.Abseits weiss Sie?
Kann Sie's womöglich richtig erklären?Dann ist Sie besser,als manche Männer!
Ich hab'nen kleinen Fernseher hier,für politisches Kabarett,das ist für meine Frau zu anstrengend,obwohl sie
sehr gut Deutsch kann.
Freu'mich auf die Fortsetzung!
Beste Grüsse
Olaf
Ganz großes Kino. Danke für diesen fabelhaften Bericht!

Gruß,
Olaf
Wunderbare Reise, da sieht man, wie es in China wirklich aussieht. Und so fundierte Angaben zu allen Details, wirklich hervorragend (aber sind wir das von Dir nicht ohnedies schon gewohnt?).
Vielen Dank! Freue mich auf die nächsten Teile!

LG Gustav
HIER sind meine Reiseberichte zu finden!
Sehr, sehr interessant! Vielen Dank!

Herzliche Grüße

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Übersicht: [www.drehscheibe-online.de]

Vielen Dank für dieses ganz unbekannte Bild von China. Aus deiner Schilderung spürt man, dass das Land ein Teil von dir geworden ist - sehr sympatisch wie du uns das von innen her vermittelst.