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Danke für die Kommentare zum ersten Teil. Eine Großaufnahme der Fotos auf der El18 Seite habe ich leider nicht. Später, bei landschaftsbetonten Bildern war ich dann auch ganz froh, wenn die Lokseite ohne Foto war.

Nach ersten Tagen auf dem Dovrefjell haben wir uns für das Wochenende in Großstadtnähe einquartiert. Dieser Berichtsteil beginnt in Åsen - ca eine Stunde nördlich von Trondheim. All zu lange wird es uns aber nicht hier halten, denn wir wollen ja wieder mit der Maut Flatrate in die Wildnis und imposante Ausblicke genießen. Doch lest selbst!

Erster Teil: [www.drehscheibe-online.de] (Anreise und Dovrefjell)

Gute Mitreise,
Jan




Samstag, 10.09.2016

Für heute wollten wir am Trondheim Besuch festhalten. Wir peilten den Zug 10.28 ab Åsen an. Davor wäre bei Wetter noch die Möglichkeit, Dagtog und ein/zwei Güterzüge zu fotografieren. Wie schon 2013 sollten alle interessanten Züge auf einmal kommen - und danach gar nichts mehr... Das war dann aber alles egal, war eh kein Wetter. Um kurz nach 10 brachen wir zum Bahnhof Åsen auf. Der Zug kam als Bm92 Doppel, der Bahnsteig reichte nur für eine VT Einheit. Machte nichts, funktioniert alles. Von der ersten Einheit kam eben nur die letzte Tür an den Bahnsteig. Hätte jemand rausgewollt, hätte der Schaffner ihn wohl an diese Tür dirigiert.

Lt 430 Åsen 10.28 - Trondheim 11.32+10

War mal was anderes, mit rund 120 km/h durch das Vududalen zu rasen. Auf der parallelen Straße sind 70 mit Abschnittsmessung angesagt... Die Fahrt in dem für Lokalzugverhältnisse geradezu luxuriösen Triebwagen war sehr angenehm. Noch vor Vikhammer wurde allerdings verkündet, dass wir am Holdeplass Lilleby in Busse umsteigen müssten. Auch nach Oslo würden keine Züge fahren, SEV bis Berkåk. Die Nachtzuggarnitur von der Nordlandsbahn stand auf einem der hinteren Gleise des Bf Leangen abgestellt. Von dort ging es als Sperrfahrt bis Lilleby. Der VT fuhr noch weiter bis Lademoen, dort konnten die Busse aber wohl nicht halten.

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Der Trønderbane Lokaltriebwagen von innen.

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Kam für mich etwas überraschend: Die Trondheimer Sentralstasjon ist jetzt auch mit einer Art Einkaufszentrum / Fressmeile überbaut worden. Das Stellwerk wirkt daneben wie aus einer anderen Zeit.

Alles war bestens organisiert. Aus dem Bus erkannte Yannick an den Häusern Halterungen ehemaliger Fahrleitungen. Tatsächlich hat es unweit des Hpl Lilleby ein Straßenbahn Bw gegeben; das Gebäude steht noch. Bei Ankunft vor Trondheim S hatte es natürlich gerade zu regnen angefangen. Deshalb beschlossen wir, erstmal eine Runde mit der Gråkallbane, der nördlichsten Straßenbahn der Welt, zu drehen. Erstmal liefen wir in die Dronningens gate. Die dortige Haltestelle machte aber irgendwie einen sehr abgehalfterten Eindruck. Der nähere Blick auf den Fahrplanaushang ergab "gültig ab 2006" - ah ja! Bei diesem Straßenbahnbetrieb war ja wirklich die Zeit ein wenig stehen geblieben, aber so? Um die Ecke herum fanden wir dann die Station St Olavs gate, die einen etwas intakteren Eindruck machte. In der Dronningens gate wurde dann auch nicht angehalten, obwohl auf dem Linienplan eine Hst eingezeichnet war.

Auf unseren vorgetragenen Wunsch hin, dass wir einmal nach Lian und zurück wollen, gab uns der Fahrer einfach zwei Einzeltickets für a 50 NOK. Er meinte, die gelten eine Stunde, und wenn wir gleich wieder mit zurück kämen, würde das ausreichen. Normalerweise kauft man sein Ticket wohl im Internet. Beim hier obligatorischen Vorneinstieg hielten ihm die Leute alle ihre Smartphones hin. Aber schön, dass man auch noch beim Fahrer bezahlen konnte.

Wie gesagt - die Zeit war hier stehen geblieben. Weder Fahrzeuge noch Stationen wirkten gegenüber meinem letzten Besuch 2000 in irgendeiner Form modernisiert - vielleicht bis auf die Tatsache, dass die Bahnen diesmal ausnahmslos mit Ganzwerbung beklebt waren. (Nachtrag: Unsere Bahn hatte vielleicht gar kein Werbedesign, denn das, was ich für Werbung gehalten hatte, war der Schriftzug des aktuellen Betreibers Boreal Transport.) Die 1000mm Gleise waren jedenfalls nicht mehr die besten. Die Gråkallbahn verkehrt zunächst als Straßenbahn, wechselt jedoch bald auf einen eigenen Gleiskörper, gewinnt an den Hängen oberhalb des Nidelven Tales an Höhe und erlaubt bald tolle Blicke von oben auf die Stadt.

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Die Gråkallbane in der Kehre Lian.

http://www.blockstelle.de/1200/Skand2016-09-weitere/160910-02.jpg
Dito.

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Auch innen hat sich in den Fahrzeugen nicht viel getan...

In der Museumshalle der Bahn am Betriebshof Munkvoll standen viele schmucke historische Züge. Uns schien, dass der historische Fuhrpark bald größer sei als der aktuelle. Man setzt Einrichtungsfahrzeuge ein. Die Haltepunkte haben alle beidseitig des Gleises Bahnsteige.

http://www.blockstelle.de/1200/Skand2016-09-weitere/S0081905Trondheim.jpg
Eine Aufnahme aus 2000, als auch mal einer der Museumszüge auf Strecke beobachtet werden konnte, hier auf dem Viadukt zwischen Søndre und Nordre Hoem.

Nach der Rückkunft hatte uns doch glatt wieder das kleine Hüngerchen gepackt. Mir war auf dem Weg vom Bf zur Straßenbahn schon aufgefallen, dass man in Trondheim gewiss keinen Hunger leiden muss. Es gab Fresstempel aller Art und Nationen. Das hatte ich gar nicht so in Erinnerung. Nun ist mein letzter Trondheim Besuch (also mehr als nur am Bf) schon 16 Jahre her, und ich glaube, in dieser Zeit hat sich die Gastronomie in Norwegen schon gewaltig fortentwickelt. Oder aus mitteleuropäischer Sicht "normalisiert". Früher gab es doch bestenfalls mal nen Burgerbrater. Oder hatte man damals als jüngerer Mensch nur nicht das Budget für richtiges Essen und dementsprechend gar kein Auge für die Leckereien am Wegesrand?

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Der Zug rollt nunmehr wieder ohne uns durch die Dronningens gate.

http://www.blockstelle.de/1200/Skand2016-09-weitere/S0082002Trondheim.jpg
Und nochmal 2000 zum Vergleich. Jedenfalls war da das Wetter besser :-)

Wir entschieden uns für eine thailändische Butze abseits der Touristenströme und unweit der Strab Endstelle, Bangkok Cafe in der Dronningens gate. Sehr authentisch, sehr lecker! Aber es ist halt so: Ob für norwegische Hausmannskost in Frichs Cafeteria zu Dombås oder das Schweinefleisch Gericht beim Thai - man wird inklusive einem nonalc Getränk mal eben so 22 Euro los. Aber das weiß man hier oben und ich kann nur empfehlen, sich auf die Leckereien, die Norwegen so anbietet, einzulassen und auf keinem Fall anfangen umzurechnen.

Es war wieder vollkommen trocken draußen, und so konnten wir eine nette Runde durch die Stadt drehen. Trondheim ist wirklich eine schöne Stadt - immer wieder diese geschlossenen Holzhausviertel. Vorbei am Dom zum Fluß und an diesem zurück entlang der ganzen hölzernen Speicher, das war schon nett. Eigentlich hatten wir erst 17.10 zurückfahren wollen, doch ohne Eile trafen wir bereits gegen 15 Uhr an der SEV Haltestelle ein. Sooo riesig ist Trondheim dann halt doch nicht.

Lt 441 Trondheim 15.10-10 - Åsen 16.14+20

Von -10 in der Abfahrt auf +20, das hat man nicht alle Tage. Der Grund für ersteres war, dass die SEV Busse halt auch vor Planabfahrt schon laufend losfuhren. In Lilleby ging es erst mit ca +10 los, bis halt der letzte Bus da war. Und im wahnsinnig wichtigen Hpl Rotvoll mussten wir weitere 10 Min warten, weil ein Bus aus Berkåk mit Reisenden aus Oslo über die Stadtautobahn hierher unterwegs war. Ja, gut durchorganisiert, wie gesagt!

Zurück in Åsen gingen wir in der Sehenswürdigkeit des Ortes, dem abschüssigen Supermarkt, einkaufen. Das Gefälle Verkehrszeichen am Eingang war leider verschwunden. Wehe, jemand lässt hier seinen Einkaufswagen los, der landet mit Karacho in der Gemüsetheke... Zweimal warm essen? Na klar! Jetzt waren noch Kjøttkaker mit Brun Sås und hinterher Rømmegrøt angesagt. Zwischen Haupt- und Nachspeise gab es allerdings paar Schritte zu einem Vogelbeobachtungsturm auf der anderen Straßenseite. Yannick kannte den Turm sogar schon, weil er in seiner App dort ein Pokemon Nest oder wie das heißt entdeckt hatte. Und nach dem Essen mussten wir uns mal ausführlicher mit den Wetterprognosen befassen. Es sah aus, als würde es mal wieder auf die Dovrefjell Region hinauslaufen.

Sonntag, 11.09.2016

Beim Frühstück goss es in Strömen. Aber die Wetterberichte bestätigten, dass es in der Dovreregion ab heute Abend richtig tolles Wetter geben würde. Mehr brauchten wir ja gar nicht... Heute Morgen ließen wir es jedenfalls nochmal gemütlich angehen. In Ruhe gefrühstückt und den Kram zusammengepackt.

Nun ging es das dritte Mal durch den Großraum Trondheim hindurch. Allmählich deutete es sich zaghaft an, dass unsere Maut Flatrate sich vielleicht amortisieren könnte. Die ganzen Mautstellen zwischen Stjørdal (Helltunnel) und Melhus kosteten uns heute zusammengerechnet 93 NOK. Da waren wir also schon mal bei rund 280 NOK an Maut (einzelne Mautstellen sind werktags teurer). Amortisiert hätte sich unsere Flatrate aber erst, wenn wir die bezahlten 1050 minus der Bearbeitungsgebühr bei der Nicht-Flat Option von 625 NOK, also 425 NOK an Maut, reingefahren wären. Na, mal schauen...

Im Raum Oppdal zeigte sich erstmals wieder das klare skandinavische Sonnenlicht. Wunderbar! Die Welt sah gleich ganz anders aus! Uns sollte jetzt auch ein Bm73 entgegen kommen. Die Fahrtrichtung aus dem Licht raus war nun nicht so ideal. Eine mögliche Stelle lag nun noch unter dickem Gewölk, andere Stellen fanden wir auf Anhieb nicht. Also gaben wir uns mal lieber in der örtlichen Grillwerkstatt "Go2 Grillen" je einem "All in Meat Burger" hin. Das war auch gar keine so schlechte Alternative... Das war sogar eine sehr gute Alternative, Burger und selbstgemachte Pommes waren topp!

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Mjam mjam! Der All in Meat Burger im Go2 Grillen zu Oppdal war mitsamt Beilagen eines der kulinarischen Highlights der Tour - da waren wir uns einig!

Auf der weiteren Fahrt gefiel uns in Drivstua der Blick von der Brücke oder Brückenrampe sehr schön. Und da es immer sonniger wurde, wir nichts besseres zu tun hatten und der Bm73 in einer Stunde von Berkåk zurück kommen musste, stellten wir uns einfach mal in die Sonne. Was konnte das skandinavische Licht doch aus der Landschaft machen? Zwischen Trondheim und Berkåk war noch immer Schienenersatzverkehr wegen Bauarbeiten. Deshalb sollte der Zug von Berkåk oben in Kongsvoll mit einem Leerzug kreuzen, der den letzten Bm73, also Rt 46 nach Oslo, ab Berkåk fahren sollte. Wir fanden auch für diesen eine hübsche Stelle am Flussufer, die allerdings immer wieder im Schatten einiger stationärer Wolken an den Bergen lag.

http://www.blockstelle.de/1200/Skand2016-09/galerie-18-1200.jpg
Unser "Motivbauernhof" ist die alte Drivstua fjeldstue, die alte Herberge aus der Zeit, als man noch wesentlich langsamer durch das Gebirge unterwegs war.

Aber das spielte eh bald keine Rolle mehr. Da Rt 44 in Berkåk auf die Busse warten musste, hatte er natürlich Verspätung. Erst hatten die Signale in Drivstua noch so ausgesehen, dass man den Leerzug 12453 noch bis Oppdal durchjagen würde, doch bald war das Unvermeidliche klar, dass er in Drivstua kreuzen würde. Somit mussten wir uns für ein Motiv entscheiden. Eigentlich war das Hauptmotiv der Blick von der Brücke, doch als der Berg anfing, den Talgrund und einen Motivbauernhof zuzuschatten, war das plötzlich alles gar nicht mehr so toll. Ich traute mich allerdings nicht, zum Motiv für den Gegenzug zu wechseln, da dort immer wieder Wolkenschatten herrschte. So gab es also beide Züge westlich Bf Drivstua.

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Er sollte der einzige blaue Bm73 dieser Tour bleiben; deren Modernisierung in den Niederlanden ist schon ganz schön weit fortgeschritten. Rt 44 erreicht Drivstua. Links lauert schon der Bergschatten.

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Der kreuzende Tomtog 12453 besteht aus einem Hollandumbau und hinten einem der wenigen vor dem Holland-Programm umlackierten Einheiten, die nicht den roten Strich auf der Nase, sondern die rote Augenbinde tragen.

Wir fuhren weiter auf das Fjell. Auch dort oben verzauberte die Sonne die herbstliche Landschaft ungemein. Als wir uns Hjerkinn näherten, stach uns beiden ein möglicher Fotostandpunkt ins Auge: Ein Hügel oberhalb der Militärstation! Man konnte oberhalb des Zeughauskomplexes sogar den mit "Snøhetta Viewpoint" ausgeschilderten Fahrweg bis auf besagten Hügel zu den Tverrfjell gruver, einer alten Erzmine, hochfahren! Da oben wehte ein heftiger und kalter Wind, aber der Ausblick war wunderbar!

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Blick vom Parkplatz Tverrfjell gruver zur Snøhetta (2278m), die nur selten wolkenfrei ist.

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Und der Blick über die Weite des Schießplatzes.

Bis zum nächsten Zug war nun aber noch bissle Zeit. Angesichts der Lebensmittel im Auto wollten wir mal eben in Furuhaugli einchecken und die Sachen in den Kühlschrank legen. Ich hatte über booking.com eine Nacht gebucht. Da wir mindestens bis Mittwoch bleiben wollten, hatte ich beim Einchecken direkt verlängern wollen. Das stieß nun aber auf unerwartete Komplikationen. Wir konnten zwar bis Mittwoch bleiben, mussten aber einmal die Hütte wechseln. Sie konnte trotz längerer Knobelei niemand anderen auf eine andere Hütte verschieben, weil einige Gäste wohl spezielle Hüttenwünsche hatten und andere nebeneinander wohnen wollten. Die letzten, die sie hätte verschieben können, waren wohl gerade vor einer halben Stunde angekommen. Pech gehabt... Aber es gibt schlimmeres.

Der eben entdeckte Ausblick vom Tverrfjell war so klasse, dass wir dafür sogar auf den Lokbespannten verzichteten. Der Lt 12453 hatte aus einer Doppelgarnitur Bm73 bestanden - beide in rot! Sowas fand ich mittlerweile attraktiver als eine rote Wagenkette mit einer silbergrauen Lok davor. Bm73 Doppel gibt es hier nur am Wochenende. Insofern war mir sehr daran gelegen, dass wir diesen Ausblick heute umsetzen konnten, wenn der dafür geeignete Rt 46 also etwas länger und sicher rot ist.

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Eine halbe Stunde vor erwarteter Zugdurchfahrt war das meiste im Schatten. Ob das wohl gut geht?

An den Bergen klebte nun aber ein ganz besonders fettes Wolkengebinde. Als wir auf das Tverrfjell zurückkamen, lag der gesamte Motivbereich im Schatten und es wirkte alles nahezu aussichtslos. Doch der dicke Klopper zeigte mehr und mehr Risse und löste sich bald nahezu auf. Wir standen dann immer länger in der Sonne. Der Zug hatte sich auf 24 Min Verspätung hochgeschaukelt, aber dann kam er eeendlich um die Ecke!

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Rt 46 besteht wieder aus der roten Bm73 Doppeleinheit und kommt wunderbar auf der Fjell Hochfläche.

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Beim Nachschuss befindet sich der Zug schon genau in der Wolkengrenze.

Der Zug war gerade eben durch, da wurde es wieder schattig! Wir hatten uns gar nicht umgedreht und deshalb gar nicht beobachtet, dass eine neue kompakte Wolkenwalze über den Bergen aufgezogen war, in die die Sonne soeben hinein gesunken war! Der Zug fuhr auch so langsam in den Bahnhof ein, dass selbst der Nachschuss schon knapp nicht mehr hinhaute. Schade! Aber sehen wir es positiv: Das Hauptmotiv hat gaaanz knapp noch hervorragend geklappt! Es hätte viel schlimmer ausgehen können...

Für den Lokbespannten (den alten Begriff "der Rote" kann man ja angesichts errötender Bm73 und ergrauender El18 nicht mehr verwenden) versuchten wir beim Hof Grønbakken nochmal etwas mit "Kunst", doch versetzte uns der Zug so lange, bis auch hier die Sonne ausgeknipst wurde.

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Herbstfärbung am Avsjøen, mit den blauen Bergen im Hintergrund (der Berg heißt Blåberget).

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Unser Leihwagen.

Da wir keine Lust hatten, noch ganz bis Dombås zum essen zu fahren, testeten wir mal das Restaurant in unserem Domizil Furuhaugli. Für mich gab es Vildkarbonader, Yannick bekam Biffsnadder (Geschnetzeltes). Und da die da oben sogar eigenes Bier brauen (nur 500l/Jahr), genehmigten wir uns das auch mal. Das war dann mit umgerechnet 9 € die 0,33l Flasche wenigstens auch authentisch teuer...

Montag, 12.09.2016

Der Beginn unseres Tagesgeschäftes sollte wieder der Raumabahn Güterzug sein. Entsprechend stellten wir den Wecker auf 6, um in Ruhe einen Kaffee trinken und die Hütte säubern zu können. Der Himmel hatte sich beim Aufstehen bewölkt gezeigt. Aber noch waren es rund drei Stunden bis zum ersten geplanten Foto. In dieser Zeit kann ja viel passieren. Nachdenklicher wurden wir, als nach unserem Aufbruch alles komplett finster war, und zwar vor allem in Richtung des geplanten Zielgebietes in Richtung Raumabahn. Nur ganz im Süden sah man sowas wie einen Wolkenaufriss.

Der Wetterfilm zeigte dann auch, dass sich die Wolkengrenze in Längsrichtung bewegt und Dombås bzw die Raumabahn komplett unter Wolken liegen würde. Das war nun dumm! Abgesehen vom Rauma Güterzug lag erstmal gar nichts an, so dass wir zunächst einfach nur herumdödelten. Frichs Cafeteria hatte zunächst noch nicht auf. Vom Dorfplatz fuhren wir mal hoch zum Bahnhof, und zwar komplett mit Strom den Berg hoch. Der Benzinmotor unseres Hybridwägelchens hielt sich komplett zurück. Bin aber auch extra nicht schneller als 30 gefahren. Den Gesamtverbrauch hatten wir eben beim Tanken mit rund 4,6l/100km errechnet. Bei einem Auto dieser Größe nicht ganz schlecht. Beim Anstieg ins Gebirge fuhr der Wagen allerdings sehr hochtourig.

Um kurz nach 8.30 kehrten wir dann auf ein Frühstück bei Frichs ein. Lecker Vaffler med Syltetøy und Rømme (Waffeln mit Marmelade und Sahnechreme). Dazu einen leckeren Kakao. Als wir damit fertig waren, sah man zwar ein wenig Blau am Himmel, aber für eine gezielte Zugaufnahme war das immer noch viel zu wenig. Eine Überlegung war, den Rauma Gz mal am Ortsrand von Dombås zu probieren und dann dem zu erwartenden südfahrenden Zugpaket südwärts voraus zu fahren. Der erste Teil der Überlegung war dann auch tatsächlich von Erfolg gekrönt. Die Dreifachtraktion kam bei voller Sonne und trotz Montag Morgen waren hinter den Loks alle Wagen beladen. Wir hatten beim Warten noch überlegt, ob man nicht eben noch zu einer Brücke in Sichtweite Kundschaft fahren sollte. Zum Glück ließen wir es bleiben, denn der Zug kam eine Viertelstunde vor Plan.

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Einer der alten Heuschober droben in Joramo.

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Für den Gt 5242 war das Licht voll an: Der mit drei T44 in zwei alten SJ-Farbgebungen und im Grün der alten TGOJ bespannte Zug rollt bei Joramo nach Dombås hinein.

Nun ging es dem Zug und weiteren Zügen von Trondheim voraus. Am Himmel hielt sich aber noch ziemlicher Mumpf. Aus dem kam man auch gar nicht so einfach raus. Da ich wusste, dass südlich Sjoa die Motive eher "schlichter" werden würden, hielten wir uns erstmal auf dem engen Talabschnitt zwischen Otta und Sjoa mit den hübschen Bauernhöfen auf. Für den Green Cargo kraxelten wir mühselig eine Waldrodung empor. Die beiden anderen Züge gab es dann vom Flussufer mit dem Mæhlum Gård. Das Licht war trotz des Schlonzes (jaaa! - den gibt es auch in Skandinavien!) ganz vernünftig stark gewesen.

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Wenn die Züge im Dreierbündel kommen, gibt es die Bilder auch als Dreierpack: Zunächst der Green Cargo Zug aus Åndalsnes mit dem Sandbu Gård.

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Dann Rt 42 mit dem Mæhlum Gård, der sich auf der Landkarte allerdings auch Melem Gård schreibt.

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Und der Cargonet Zug einfach so am Ufer des Gutbrandsdalslågen.

Nach diesem Dreierbündel sollten mit etwas Abstand weitere Fahrten von Norden folgen. Für die versuchten wir nun doch mal aus dem Schlonz rauszukommen. Wir fuhren und fuhren südwärts. Eine Schafweide bei Ruststugu wurde begutachtet, gefiel dann aber nicht so. Bei der Fernperspektive nervte ein leuchtend neuer Kabelkanal und bei der Nahperspektive sah man nicht viel vom Zug. Wir fuhren weiiiit weiter. Zwischen Sjoa und Ringebu wird die E6 massiv ausgebaut und kürzt sogar die Talecke von Kvam per Tunnel ab. Eröffnung soll im Herbst sein. Unser Motiv von 2009 westlich Kvam, wo man von einer Feldwegbrücke auf eine nette Fotokurve schauen konnte, wird jetzt durch eine große Betonbrücke entstellt, über die die neue Schnellstraße die Bahn quert.

Bevor die Bahn bei Ringebu die Talseite wechselte, stellten wir uns einfach an einen BÜ. Das war nun auch kein Motiv zum berühmt werden, aber die Traxx von Green Cargo konnte man schön darstellen. Das sollte nun unser südlichster Punkt gewesen sein.

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Bei Frya zwischen Hundorp und Ringebu (den Ortsnamen könnte man mit "Telefonhäuschen" übersetzen) nehmen wir den gut ausgelasteten Green Cargo Zug aus Trondheim mit. Der heute unter der Nummer 66774 laufende Zug fährt normalerweise nachts. Der Grund für die verschobene Trasse dürfte die Vollsperrung in Trondheim bis heute am frühen Morgen gewesen sein.

Dem Green Cargo Zug folgten nun noch eine Fuhre von Grenland Rail und ein Cargonet Zug. Ersteres konnte nur irgendwelches Baugelumpe sein. Als die Fuhre laut Togkart bald entgegen kommen musste, stellten wir uns südöstlich von Kvam einfach mal bei einem Bauernhof an ein Kornfeld und warteten. Die Fuhre mit einer 214 an der Spitze, die in Deutschland mal als 212 123 tätig gewesen war, und einer T43 in der Mitte war dann auch wirklich etwas speziell. Der nachfolgende Cargonet Zug - auch mit deutscher Lok an der Spitze - gefiel mir schon besser.

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Das norwegische EVU Grenland Rail besitzt nur kleine Dieselloks; insofern waren unsere Erwartungen nicht all zu hochgeschraubt, was da wohl kommt. Bei der Lok an der Spitze handelt es sich um die einstige 212 123, jetzt als Baureihe 214 bzw auf norwegisch als Skd 229 eingestuft (Skd steht für skiftediesel, Rangierdiesel).

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Wir bleiben bei deutschen Bespannungen: Gt 5702 wird von 185 688 durch die Gerade bei Kvam gezogen.

Auf dem Rückweg nordwärts sahen wir, dass man wohl über Mittag zwischen Sel und Brennhaug südlich des Abzweigs nach Høvringen in der Schlucht topp Motive hätte. Die nahmen wir uns für morgen nochmal vor. Hoffentlich hält sich das Wetter. Es hatte sich jetzt nämlich richtig positiv entwickelt; der Schlonz war größtenteils verschwunden.

Den Abend wollten wir doch ganz gern im Gebirge verbringen. Auf dem Weg dorthin nahmen wir den entgegen kommenden Rt 44 mit dem Sporntunnel bei Dombås als Weitschuss mit.

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Rt 44 hat gerade das Felsentor bei Dombås, den 15m langen Skjelletunnel, durchfahren.

Oben im Gebirge hingen noch einige Schleier. Wir hofften, dass sie uns in Ruhe lassen würden und fuhren zum Hof Grønbakken. Dort zogen wir Gummistiefel über und taperten den Berg südlich der Bahn hinan. Die Herbstfärbung war hier schon ganz prächtig. Nachdem wir unsere jeweiligen Aussichtsplätze gefunden hatten, begann dann doch wieder das Bangen. Kevin spielte wieder mit dem Dimmer, die Schleierwolken waren genau an der "richtigen" Stelle. Aber alles wurde gut. Der rote Triebzug leuchtete wunderprächtig in der herbstlichen Landschaft.

http://www.blockstelle.de/1200/Skand2016-09/galerie-35-1200.jpg
Diesmal besteht Rt 44 nur aus einer Einheit. Aber die passte von der Länge her ganz gut in der Kurve am Grønbakken Gård.

Mit unseren Gummistiefeln patschten wir nun durch die moorigen Heidelbeerkräuter zurück zum Bauernhof. Die Landschaft war momentan zwar außerordentlich trocken, doch hatten die Stiefel vermieden, dass man in dem schwer begehbaren Gelände auch noch um Wasserlachen herumgehen musste.

http://www.blockstelle.de/1200/Skand2016-09-weitere/160912-29.jpg
Es gibt Fotos, für die Gummistiefel die entschieden bessere Alternative darstellen. Unterm Strich kann man allerdings sagen, dass dieser September so trocken war, dass es auch ohne gegangen wäre.

Für den letzten fotografierbaren Zug des Tages bezogen wir nochmal Position auf dem Tverrfjell oberhalb Hjerkinn. Von hier aus sollte es der Lokbespannte Rt 45 im Bahnhof sein. Kevin hielt sich sehr zurück, und bei Ausfahrt des Zuges hatten wir volles Licht. Ich fand es überhaupt bemerkenswert, dass dort überhaupt noch Licht hin kam.

http://www.blockstelle.de/1200/Skand2016-09/galerie-36-1200.jpg
Wieder der Blick vom Tverrfjell, direkt an der Wetterstation Tverrfjell gruver. Rt 45 verlässt langsam den Bahnhof Hjerkinn. Im Hintergrund sind die Häuser der ehemaligen Standortverwaltung des Schießplatzes zu sehen, in denen jetzt die örtliche Jugendherberge eingezogen ist. Dahinter der Stausee Hjerkinnsdammen.

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Weil das Licht so toll war, gibt es den Zug auch einfach nochmal von hinten.

Zwecks Proviantbesorgung ging es nun erst nochmal rüber bis Dombås. Der Plan war ein Hotdog Abendessen auf der Hütte, und da durfte es natürlich an keiner Zutat fehlen. Auf dem Weg nach Dombås fielen im Westen zahlreiche Fönwolken auf, die im Gegenlicht wie Ufos wirkten.

http://www.blockstelle.de/1200/Skand2016-09/galerie-38-1200.jpg
Die Ufo Wolken von Fokstua.

Zurück in Furuhaugli konnten wir rasch unsere neue Hütte beziehen. Die Lebensmittel aus dem Kühlschrank waren zuverlässig in die neue Behausung überführt worden. Nachdem wir heute kaum etwas gegessen hatten, waren die je vier Hotdogs schnell verputzt. Die Würstchen Nr 9 und 10 gab es dann im Polarbrød, weil die Hotdogbrötchen aus waren. Die Vorhersage für morgen war immer noch sehr gut, so dass wir morgen nochmal den Raumabahn Güterzug angehen wollen.

Ob das dann auch von Erfolg gekrönt war und ob wir unseren wichtigsten Termin am Mittwoch wahrnehmen konnten, das erfahrt Ihr im næchsten Teil, wenn es wieder heißt "Mit 'ner Maut Flatrate in die Wildnis". Hier auf Sender DSO.


Morsche Jan

na das ist ja wieder ein toller Zweiteiler von Dir/und aus Norge. Da musste doch glatt Teil 1 hinterher.
Was soll man da sagen? Einfach Spitze, die Bilder, der Text. Man ist mit dem Herzen dabei und denkt schon ans nächste Mal.
Wahrscheinlich wird es 2017 klappen...
Toller Beitrag. Den gugg ich mir Morgen glatt nochmal an..

Und ich kann immer noch nicht so ganz nachvollziehen, warum es bei mir soooooo lange gedauert hat, bis es >klick< gemacht hat.

Liebe Grüße und einen schönen Abend

Peter
Hallo Jan,

da habt ihr wunderbare Aufnahmen aus Skandinavien mitgebracht. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil. :)

VG Steffen

Wieder super, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 27.09.16 19:10

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Danke (m2B)

geschrieben von: JensH

Datum: 27.09.16 19:22

Hallo Jan,

danke für die tollen Bilder und die Geschichte drum herum.

Die Aussichtspunktbilder kommen mir irgendwie bekannt vor:

http://www.eisenbahn-und-mehr.de//Bilder/DSO/2015_Norwegen/2015-04-19%2016-33-04%20-%20DSC05403.jpg
2015-04-19 16-33-04 - DSC05403 : Auf Passhöhe eine rote Bm73 Doppeleinheit.




http://www.eisenbahn-und-mehr.de//Bilder/DSO/2015_Norwegen/2015-04-19%2016-34-35%20-%20DSC05411.jpg
2015-04-19 16-34-35 - DSC05411 : Der Nachschuss zeigt die Einfahrt in den Bahnhof Hjerkinn.



Gruß
Jens

PS: Den ganzen Beitrag gibt es hier:[www.drehscheibe-online.de]

Meine (Reise-)Berichte DSO:[www.drehscheibe-online.de]


Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Art.1(1) Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland
Moin Jan,

eine wunderschöne Bettlektüre, vielen Dank fürs mitnehmen!
Und immer wieder erstaunlich was man in einer Gegend machen kann von der man meint _irgendwie_doch_alles_schonmal_gesehen_zu_haben. Mitnichten!

Und es ist ein guter Ausgleich zum Iran ... :-)

Grüsse
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum: [www.drehscheibe-foren.de]

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Leben und Leben lassen ...

Wunderbar! (o.w.T)

geschrieben von: Steven

Datum: 27.09.16 23:36

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Spitzenbeitrag - da wäre man gerne selber vor Ort.

Konnte man in Hjerkinn noch Spuren der Zufahrt zur alten Grube erkennen? Diese wurde (leider) 1993 stillgelegt und hatte eine unterirdische (Bahn-)Verladung...
Ein Bild kenne ich noch aus einem Band der Serie "Nordens Järnvägar" (Verlag Frank Stenvall - die Serie kann ich sehr empfehlen). Ebenso findet man im Internet folgendes Motiv:
[digitaltmuseum.no] - wenn ich das Motiv richtig verorte, müsste das Anschlussgleis noch im Bahnhof Hjerkinn begonnen haben.
Apropos - hat dieser noch Drehscheibe und Lokschuppen am südlichen Ende?

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung

1570er
Ich war letzte Woche auch dort oben, Bilder folgen dann mit Reisebericht bei Gelegenheit.

Vom Verladegleis hätte ich bewusst nichts mehr aufgenommen. Mangels Kenntnis des Gleises habe ich mich aber auch nicht entsprechend geachtet.

Drehscheibe und Lokschuppen beim Bahnhof sind noch vorhanden.

veni vidi vici :-)

meine Beiträge bei DSO:
[www.drehscheibe-online.de]
Interessant, das mit der offenbar sogar elektrifizierten (? oder nur Spitzenüberspannung zum Bahnhof hin?) Anschlussbahn hatte ich nicht gewusst. Davon ist heute definitiv nichts mehr zu sehen. Könnte vielleicht dort abgezweigt sein, wo jetzt die Kopframpe fürs Militær ist?

Viele Grüße, Jan

Hallo Jan!

Ich hätte nicht erwartet, in einem Reisebericht über Norwegen auf alte Bekannte zu treffen:

Beim Anschauen dieses zweiten, erneut grandiosen Teils Eurer herrlichen Reise hat es sofort bei mir geklingelt: 212 123 war eine jener V 100, die ihren roten Lack lange in die Achtziger retten konnte und sogar der beige-türkisen Seuche entkommen ist. Damals beim Bw Darmstadt und später in KArlsruhe beheimatet, habe ich sie natürlich auch mal gezielt aufnehmen wollen, und am 23.4.1987 war es dann schließlich soweit: Im frühlingshaften Abendlicht zieht sie eine von zwei Übergaben auf der Odenwaldbahn nahe Reinheim gen Darmstadt:


https://abload.de/img/1987.04.23-212123beirmnjj9.jpg


Fast genau zehn Jahre später, am 30.5.1997, begegnete sie mir in meinem damaligen Wohnort Ludwigshafen bei einem kleinen BW-Guck nach Feierabend wieder. Ihren altroten Lack hatte sie gegen das damals aktuelle Orientrot eingetauscht, doch schon zwei Jahre später fiel sie der Ausmusterung anheim.



https://abload.de/img/k-1997.05.30-21212321rgk8b.jpg



Schön, dass es für sie zu einer zweiten Karriere so hoch im Norden gereicht hat, auch wenn sie eigentlich nicht mehr wiederzuerkennen ist.

Ich hoffe, die Bilder sind im Auslandsforum nicht zu deplaziert und freue mich schon auf den dritten Teil!

Viele Grüße,

Frank

http://www.abload.de/img/gter170ee58.jpg

Für alle Bilder, soweit nicht anders angegeben, gilt: Copyright Dr. F. Halter
Moin,

wieder wunderbar! Neben den Landschaftsblicken freue ich mich natürlich besonders über die Bilder der LHB-TW in Trondheim. Schade, dass sie nicht mehr die attraktive Farbgebung tragen, die du aber sehr zu meiner Freude in Form eines historischen Bildes auch gleich noch gezeigt hast. Am besten gefällt mir aber das Foto mit dem Museums-TW!

Grüße,

Lennart
Dass ich in einem fulminanten Reisebericht aus Norwegen ein Bild von vor der Haustüre und einer meiner (ehemaligen) Lieblingsfotostellen und Baureihe zu sehen bekommen würde hätte ich nicht gedacht.
Erst gingen die Güterzüge, dann die V100, dann die 216/218, dann das mechanische Stellwerk und jetzt ist das Motiv "dank" einer Umgehungsstraße endgültig unbrauchbar. Richtung Tunnel aber noch brauchbar.
http://www.ralf-gunkel.de/dso/Viasko/2006-01-16-100_1299verb.JPG

Danke mal Zwei an dieser Stelle.
Für den Norwegen Beitrag und die schon historischen Bilder der Odenwaldbahn.

Gruß, Ralf