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Mit Volldampf durch China – Vier Wochen in den letzten Dampfparadiesen des Fernen Osten

Teil 1: „Das ist normal in China“ - Ein Abstecher in die Touristenhölle der chinesischen Alpen



Da das letzte Bahnübergangsrätsel zum Einstieg noch immer nicht gelöst ist, müsst ihr zunächst mit einem sehr off-topic-lastigem Bericht vorlieb nehmen. Wer sich daran stört, der sollte am Ende des Eisenbahnteils wegklicken und erst beim nächsten Bericht wieder reinschauen, ab da gibt es dann Eisenbahn (fast) pur. Allen anderen wünsche ich jetzt viel Spaß beim Lesen des Berichts. Vorab noch ein Hinweis: die meisten Texte entstanden schon während der Reise und sind teilweise veraltet, aber ich kam erst jetzt dazu, die Bilder zu ergänzen. Ich habe mich bemüht, die Texte nochmal redaktionell anzupassen, allerdings kann ich nicht ausschließen, dass mir die eine oder andere inzwischen veraltete Passage durchgerutscht ist. Jetzt aber genug der Vorrede, hinein ins Vergnügen.

Im Jahre 2010 stand mit einer Reisegruppe der Besuch der sechs letzten Dampfparadiese Chinas auf dem Programm. Mehr als drei Wochen ging es mit Flugzeug, Bus und natürlich der Bahn kreuz und quer von Ost nach West, von Süd nach Nord auf der Suche nach den letzten aktiven Dampfloks in China. Darüber werde ich euch in den nächsten ca. 50 Beiträgen ausführlich berichten.

Dampf ist schon lange auf dem Rückzug in Asien, auch in China erlosch seit der Jahrhundertwende jedes Jahr das Feuer in mehr und mehr Lokomotiven für immer. Seit dem Ende des Dampfbetriebs am Jingpeng-Pass verzichteten viele Dampf-Fans auf weitere Reisen nach China. Dabei endete aber zu diesem Zeitpunkt nicht die Dampf-Ära in China, lediglich eine der spektakulärsten Strecken ging für den Dampfbetrieb verloren. An anderen Orten in China dampfte es aber weiter. Selbst 2016 gab es noch durchaus ansehnlichen Dampf in China, wie meine letzten Berichte hier im Auslandsforum zeigten. Aber die Vielfalt nimmt von Jahr zu Jahr ab, daher stand im Jahre 2010 ein Besuch in den folgenden Dampfparadiesen Chinas an:
• Schmalspurbahn von Shibanxi
• Kohletagebau von Sandaoling (den kennt ihr ja schon aus meinen Berichten hier im Forum)
• Erzmine von Yamansu
• Industrierevier von Bayin
• Kohlerevier von Tiefa/Diaobingshan
• Kohlerevier von Fuxin (das kennt ihr ja ebenfalls schon aus meinen Berichten hier im Forum)


Die folgende Karte zeigt, dass sich die Dampfparadiese auf das ganze Land verteilen und in teilweise recht entlegenen Regionen liegen.

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Bild 1: Übersichtskarte der besuchten Dampfparadiese.



Neben der Eisenbahn standen natürlich auch das Kennenlernen der lokalen Bevölkerung und Kultur sowie das ausgiebige Verkosten einheimischer Bier- und Spirituosenerzeugnisse auf dem Programm. Bei letzteren war die Auswahl an genießbaren Produkten leider recht eingeschränkt, so dass wir den Fokus anstatt auf Auswahl mehr auf Masse richten mussten. Aber auch hier gab’s Einschränkungen, der Biervorrat in chinesischen Speisewägen ist sehr endlich. Natürlich werde ich mich in gewohnter Weise wieder bemühen und auch ein paar Geschichten abseits der Schienen erzählen.

Weitere Details zu den einzelnen Industrie- und Minenbahnen folgen in den jeweiligen Berichten, da will ich nicht vorgreifen. Vorstellen möchte ich aber kurz die angetroffenen Dampflok-Baureihen C2, KD6, JS und SY. Eigentlich hatten wir auch die Hoffnung, die letzte unter Dampf stehende QJ zu erwischen, allerdings kamen wir ein paar Tage zu spät, die letzte QJ hatte kurz vor unserer Ankunft ihre letzte Dampfwolke in Meijiaping ausgehaucht.


Baureihe C2 (ZM16-4)
Die Baureihe C2 (ZM16-4) war die Standard-Lokomotive auf den einst zahlreichen 762mm-Bahnen im Reich der Mitte. Praktisch alle Schmalspurbahnen Chinas haben als Spurweite 762mm, lediglich die Yunnan-Bahn in Meterspur bildet eine größere Ausnahme (zur Yunnan-Bahn hatte ich vor einiger Zeit hier im Forum ebenfalls einen längeren Bericht hier im Forum geschrieben). Während im Norden Chinas hauptsächlich Waldbahnen zum Holztransport in 762mm ausgeführt wurden, waren es in Zentralchina eher kleinere Kohlenbahnen in hügeligen Regionen. Zwischen Anfang der 60er-Jahre und 1987 wurden ca. 600 Exemplare dieser Lok gebaut. Die in Shibanxi eingesetzten Loks sollen in den 1960er-Jahren bei „Shijiazhuang Motive Power Machinery Works“ gebaut worden sein, genauere Daten wie Fabriknummer oder Auslieferungsdatum kenne ich leider nicht.

Spurweite:762mm Länge: 11,65m (mit Tender) Breite:2,36m Höhe:3,02m
Leistung:250 PS Dienstgewicht Lok:16t Dienstgewicht Tender:12t Achslast:4t
Achsfolge:D Treibraddurchmesser:600mm Achsabstand:750mmHöchstgeschwindigkeit:35km/h
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Bild 2: C2 Nr. 07 der Kohlenbahn von Shibanxi im Bahnhof Yuejin.



Baureihe KD6
Unter der chinesischen Baureihenbezeichnung KD6 firmieren Dampfloks der Klasse USATC S160, die direkt nach Ende des Zweiten Weltkriegs von den USA im Rahmen des Wiederaufbauprogramms unter Führung der Vereinten Nationen an China geliefert wurden. Gebaut wurden die Loks bei ALCO, Baldwin und Lima. Obwohl die Loks eigentlich nicht für den langfristigen Gebrauch entwickelt wurden, hielten sich die Loks in China sehr lange, mussten dabei aber meist erhebliche Umbauten über sich ergehen lassen. Die Loks kamen relativ schnell von der Staatsbahn zu Industrie- und Kohlebetrieben. Die letzte betriebsfähige Dampflok der Kategorie KD6 war 2010 KD6 487, die bei der Industriebahn von Diaobingshan museal erhalten blieb. Sie wurde 1943 bei Lima gebaut.

Spurweite:1.435mm Länge:18,6m Achsfolge: 1’D h2 Treibraddurchmesser:1,448m
Lokgewicht:73t Tendergewicht:52t Fassungsvermögen Kohle:9t Fassungsvermögen Wasser:25t
Rostfläche:3,8m² Durchmesser Kessel:1,78m Heizfläche:209,3m² Zugkraft:140kN
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Bild 3: KD6 487 im BW von Daqing.



Baureihe JS

Die Baureihe JS (JS steht für „Jian She“ = „Aufbau“) hat die Achsfolge 1'D1' h2 und entstand ab 1956 als verbesserte Version der Baureihe JF1, die zwischen 1918 und 1945 mit mehr als 2.000 Exemplaren die am weitesten verbreitete Baureihe in China war. Bis 1965 wurden 1.135 Exemplare gebaut, hauptsächlich bei Dalian, Qishuyan sowie Datong und Beijing 7th February works. Eingeordnet wurden die Loks unter den Nummern JS-5001 bis JS-6135. Zwischen 1981 und 1986 entstanden bei Datong nochmals 358 Lokomotiven in einer verbesserten Version (JS-6201 bis JS-6558). 1986 erfolgte nochmals eine verbesserte Version, die bis 1988 nochmals in 423 Exemplaren gebaut wurde (JS-8001 bis JS-8423).

Spurweite:1.435mm Länge:23,3m Achsfolge: 1'D1' h2 Treibraddurchmesser:1,37m
Höhe:4,7m Breite:3,332m :
Lokgewicht (leer):91,3t Tendergewicht:32t Fassungsvermögen Kohle:17t Fassungsvermögen Wasser:35t
Rostfläche:5,08m²Vmax:85km/hLeistung:1.690kWZugkraft:250kN
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Bild 4: JS 8193 im Bahnhof Xuanmeichang, der Kohlewäsche im Tagebaugebiet von Sandaoling.



Baureihe SY
SY ist die Abkürzung für “ShanYou” was so viel wie „Hohes Ziel“ bedeutet. Unter diesem Namen entstanden ab 1960 Dampflokomotiven der Achsfolge 1'D1' h2 bei „Tangshan Railway Vehicle“ hauptsächlich für den Güterzugbetrieb auf Industriebahnen. Die Konstruktion war eine Weiterentwicklung der aus Japan stammenden Baureihe JF6, die wiederum auf einer Baureihe basierte, die ALCO in den 1920er-Jahren nach Korea lieferte. Insgesamt wurden 1.820 Exemplare gebaut, die letzte Lok SY1772 verließ erst kurz vor der Jahrtausendwende im Jahre 1999 die Fertigungshallen. Damit war sie wohl die letzte jemals neu gebaute Dampflok wenn man mal Spezialanfertigungen für Touristenbahnen außer Acht lässt.

Spurweite:1.435mm Länge:21,6m Achsfolge: 1'D1' h2 Treibraddurchmesser:1,37m
Lokgewicht:142t Fassungsvermögen Wasser:25t
Rostfläche:4,5m² Vmax:80km/h
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Bild 5: SY 1047 am westlichen Ende des Rangierbahnhofes von Bayin Gongsi im Rangiereinsatz. Die Dampfloks in Bayin sind eigentlich immer sehr gepflegt und leicht am roten Oval mit weiß geschwungenem V zu erkennen.






Weiterlesen kann ihre Gesundheit gefährden!
Die folgenden Bilder und Texte enthalten ausschließlich off-topic Anteile.
Personen mit ausgeprägter Allergie gegen Plätzchen backen und anderen off-topic
Inhalten wird daher dringend vom weiteren Genuss des Beitrages abgeraten.



28.10.2010
Genug der Fakten, los geht die Reise! Am 28.10.2010 machte ich mich wie gewohnt direkt von der Arbeit auf den Weg in Richtung Flughafen. Meine Kollegen schüttelten nur den Kopf. Fliegt für vier Wochen weg und gibt ein Haufen Geld aus, um am Ar*** der Welt ein paar Dampfloks zu fotografieren. Aber das bin ich gewohnt, eingefleischte Eisenbahnfans sind eben alle (ein bisschen) verrückt. Mit der S3 ging es von Eschborn Süd zum Hauptbahnhof Frankfurt und von dort mit der S-Bahn weiter zum Flughafen. Schnell bei Air China eingecheckt und auf zum Gate. So dachte ich mir das jedenfalls. Bis zum Ende des Check-In klappte auch alles wunderbar. Aber auf dem Weg zum Gate wurde ich jäh von einem Dutzend schwer bewaffneter Bundespolizisten gestoppt. Am Nachbargate wurde gerade das Boarding einer El-Al-Maschine durchgeführt und der Bereich war weiträumig abgesperrt. Mit einem Bundespolizisten mit schwerer Maschinenpistole im Anschlag legt man sich besser nicht an, also schlenderte ich noch eine Weile ziellos durch den Flughafen.

Nachdem die El-Al-Maschine geboardet hatte, konnte ich auch zu meinem Gate. An der Sicherheitskontrolle vor dem Gate gab es dann eine weitere Verzögerung. Eine Asiatin vor mir hatte drei riesige Küchenmesser im Handgepäck. Sie diskutierte mit den Sicherheitsbeamten und meinte, die Messer wären ja aus Keramik und nicht aus Metall, somit aus ihrer Sicht keine Gefahr. Das Sicherheitspersonal sah es aber anders und schickte die Frau schließlich zum Check-In zurück. Als einer der ersten Passagiere betrat ich den Wartebereich am Gate, nur um kurz danach wieder hinausgeschmissen zu werden. Der Bereich war noch nicht offiziell geöffnet, so verließ ich nochmals gezwungenermaßen das Gate, musste fünf Minuten warten und schließlich nach offizieller Eröffnung des Gates nochmals durch die Sicherheitskontrolle. Eben das gewohnte Chaos am Frankfurter Flughafen.

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Bild 6: Chaos, Missmanagement und Improvisation an allen Ecken und Enden. Nein, wir sind noch nicht in China, sondern nur am Frankfurter Flughafen.



Nach kurzer Wartezeit im Gatebereich dann eine Überraschung. Herein kam ein Lehrer meines alten Gymnasiums samt einer Horde Schüler. Sie flogen alle in der gleichen Maschine zum Schüleraustausch nach China. Ich durfte 1994 nur zum Schüleraustausch nach Frankreich. Wenn ich daran denke, was ich damals an Dampfloks in China hätte sehen können, wenn ich 1994 zum Schüleraustausch nicht nach Frankreich, sondern nach China gefahren wäre. Aber damals war nur Frankreich im Angebot. Die Zeiten ändern sich eben. Heutzutage geht man zum Schüleraustausch nach China, dafür gibt’s in China fast keine Dampfloks mehr…

Der Flug mit Air China war alles andere als toll. Uralte Maschine, kein Entertainment-Programm, sehr enger Sitzabstand (zumindest für mich und meine 1,90m) und sehr unfreundliche Stewardessen in Küchenschürzen-Uniform. Auch die Essensauswahl war ein Witz:

Stewardess: „ You want chicken noodle or chicken rice?“

Ich: “I’ll have chicken noodles”

Stewardess [ohne nachzuschauen]: “Sorry, no noodle, only rice.”

Ich: “OK, then I’ll have rice.”

Stewardess: “You want orange juice or tea?”

Ich: “I’ll prefer orange juice.”

Stewardess [ohne nachzuschauen]: “Sorry, no orange juice, only tea.”

Ich: “Well, then I’ll have tea. But why do you ask if you have no choice to offer?”

Stewardess: “Sorry, don’t understand.”


Beim Duty-Free-Verkauf an Bord waren die Trolleys dann weitaus besser gefüllt. Allerdings nur zu Anfang, denn die chinesischen Passagiere verfielen in einen wahren Shopping-Wahn. Neben mir saß ein türkischer Kleidergroßhändler, der von Peking weiter über Hongkong nach Guangzhou flog, um dort Großeinkäufe zu tätigen. Aufgrund der beengten Platzsituation fand ich keinen Schlaf. Als Krönung gab es dann zum Frühstück kurz vor der Landung in Peking ein lausiges Brötchen, das innendrin noch gefroren war. Egal, 580€ für den Flug inklusive einem Inlandsanschlussflug nach Chengdu waren OK.





29.10.2010
Am frühen Morgen Ortszeit landete der Flieger überpünktlich in Peking. Ich hatte mehrere Stunden Aufenthalt, bis mein Anschlussflug nach Chengdu abheben sollte. Mit Bus, Gummibahn und zu Fuß ging es zum Gepäckband, denn obwohl auch der Anschlussflug mit Air China gebucht war, musste ich zunächst offiziell nach China einreisen, mein Gepäck abholen, damit durch den Zoll, und danach wieder einchecken. Das läuft aber grundsätzlich so, wenn man Inlands-Anschlussflüge in China hat. An der Sicherheitskontrolle dann die erste Begegnung mit meinem Hassobjekt in China: eine chinesische Reisegruppe. Natürlich drängelte sich die ganze Gruppe an mir vorbei, da ich mir noch nicht chinesische Manieren zugelegt hatte. Eine Aufpasserin hatte das Vordrängeln aber bemerkt und forderte die Gruppe lautstark dazu auf, mich wieder vorzulassen.

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Bild 7: Da fliegt man extra tausende Kilometer weit weg von der Arbeit und was fällt einem als erstes am Flughafen des Ankunftsortes in die Augen? Werbung des Arbeitgebers…



Der Wartebereich am Gate war noch verwaist, also gönnte ich mir für 30Yuan einen sauteuren, dafür aber einigermaßen trinkbaren Cappuccino in einem kleinen Café. Als ich zum Gate zurückkehrte, wartete dort schon meine „Reiseleiterin“ für die erste Woche in China. Bereits im Vorjahr hatte ich ja bei meiner dreimonatigen Reise mit dem Zug von Nordkorea nach Singapur eine „Reiseleiterin“ für den knapp einwöchigen Aufenthalt in Peking. Damals versaute ich ihr die einzige studienfreie Woche im Semester rund um den chinesischen Nationalfeiertag, trotzdem blieb ich mit ihr in Kontakt und als ich ihr erzählte, dass ich 2010 nochmals vier Wochen durch China reisen würde, kam die Rückfrage, ob sie da nicht mitkommen könne. Drei Wochen mit einer reinen Männergruppe die abgelegensten Regionen Chinas besuchen und dort stundenlang rumstehen, nur um ein paar Dampfloks zu fotografieren, das ist sicherlich nichts für eine chinesische Germanistik-Studentin. Aber in der ersten Woche wollte ich alleine ein bisschen durch die Berge Sichuans wandern und da war sie natürlich herzlich mit eingeladen. Ihren Eltern erzählte sie, dass sie eine Studienfreundin in Chengdu und anschließend Verwandte in Wuhan besuchen würde, denn eine Woche alleine mit einer Langnase durch China zu reisen, das hätten ihre Eltern damals sicherlich nicht erlaubt. Heute sehen ihre Eltern das etwas entspannter, immerhin sind es inzwischen ja aber auch meine Schwiegereltern ;-).

Bis zum Abflug gingen wir jede Menge Unterlagen durch, schließlich wollte sie ja keine drei Monate später mit einem Studium in Deutschland beginnen. Das Ausfüllen amtlicher deutscher Dokumente ist schon für Deutsche schwierig, für Ausländer selbst mit guten Deutschkenntnissen aber fast unmöglich. Der Abflug verzögerte sich dann um fast zwei Stunden, von denen wir eineinhalb Stunden sitzend im Flugzeug verbrachten. Der Flughafen Pekings ist zwar schon der zweitgrößte der Welt, aber trotzdem hoffnungslos überlastet. Ich überbrückte die Wartezeit dann mit der Lektüre der „Global Times“, dem englischen Propaganda-Sprachrohrs der KPCh.

Am Flughafen Chengdu wurden wir dann von einer in Chengdu wohnhaften Studienfreundin meiner „Reiseleiterin“ abgeholt (so ganz gelogen war das also doch nicht mit der Studienfreundin). Vor dem Flughafen bildete sich dann schnell eine Traube Taxifahrer um mich, bei denen die Yuan-Zeichen in den Augen blinkten. Aber sie merkten schnell, dass ich chinesische Begleitung hatte, an Langnasenaufschlag war also nicht mehr zu denken. Als sich dann auch noch herausstellte, dass ein Teil der Begleitung aus Chengdu stammte, ließ das Interesse der Taxifahrer abrupt nach und wir hatten Mühe, überhaupt einen Taxifahrer zu finden, der uns zum eigentlich festgelegten Preis in die Innenstadt Chengdus fuhr. Dort bezogen wir ein Zimmer in einem sehr einfachen Hotel, nachdem wir zuvor über eine halbe Stunde die Rezeptionistin bearbeitet hatten. Trotz wochenlanger, vorheriger Reservierung erschienen wir ihr suspekt. Eine Langnase und eine junge, immerhin fast 22-jährige (und damit nach chinesischen Gesetzen gerade volljährige) chinesische Studentin wollen ohne Erlaubnis der Eltern in einem Zimmer absteigen (das immerhin getrennte Betten hatte)? Das geht mal gar nicht!

Nachdem wir das Zimmer schließlich bezogen hatten, ging’s sofort weiter zum Busbahnhof, der direkt neben dem Hotel lag, um Fahrkarten für die Busfahrt in den Jiuzhaigou-Nationalpark am übernächsten Tag zu besorgen, was auch problemlos funktionierte. In Chengdu gibt’s nichts, aber auch wirklich nichts Sehenswertes zu besuchen (zumindest aus meiner Sicht). Meine beiden Begleiterinnen sahen das natürlich anders, schließlich gibt’s in Chengdu jede Menge Shopping-Malls und die Provinz Sichuan (deren Hauptstadt Chengdu ist) ist in ganz China berühmt für ihr scharfes Essen. Folglich verbrachten wir den Rest des Tages mit „Window Shopping“ und Essen. Das Essen in Sichuan ist in der Tat sehr gut, der abendliche „Feuertopf“ war höllisch scharf, aber ein echter Hochgenuss.

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Bild 8: Feuertopf nach Sichuan Art. Sauscharf, aber auch saulecker.



Bei der Rückkehr am Abend rutschte ich beim Betreten des Hotelzimmers auf unzähligen Visitenkarten aus, die während unserer Abwesenheit unter der Zimmertür hindurchgeschoben wurden. Auf den Karten boten vollbusige, halbnackte Damen ihre Dienste an. Zum Glück waren es nur Visitenkarten, von nächtlichen Anrufen dieser Damen, wie es in chinesischen Hotels auch oft vorkommt, blieb ich zum Glück verschont. Aber ich hatte ja schon weibliche Begleitung, zudem war ich nicht wegen vollbusiger, mandeläugiger, sondern wegen dicker, schwarzer Damen mit kräftigem Rauch- und Dampfausstoß in China.





30.10.2010
Am nächsten Tag war erst einmal Ausschlafen angesagt, schließlich war ich am Vortag aufgrund des fehlenden Schlafs im Flugzeug fast 30 Stunden auf den Beinen. Das Hotelfrühstück hatten wir verpasst, so blieben wir auf dem Bett liegen und schauten sehr zur Freude meiner Reiseleiterin fern. Dabei musste ich feststellen, dass chinesische Game-Shows noch bescheuerter sind wie ihre Pendants im deutschen Privatfernsehen. Zum Mittagessen machten wir uns in ein nahes Restaurant auf und bummelten anschließend durch die Stadt. Chengdu sieht wie jede andere chinesische Großstadt aus: breite Straßen, hässliche Hochhäuser und Einwohner, die kein Auto fahren können (innerhalb von zwei Stunden sah ich fünf Unfälle!).

Auffällig waren nur die vielen Polizisten in Kampfmontur. Ein paar Wochen zuvor gab es mal wieder Streit zwischen China und Japan wegen ein paar Felsen im Pazifik. Daraufhin hatten hauptsächlich Jugendliche in Chengdu japanische Supermärkte in Schutt und Asche gelegt und Autos japanischer Herkunft demoliert. Auf dem Rückweg ins Hotel besorgten wir noch Proviant für die morgige Busfahrt. Im Hotel paukten wir dann deutsche Vokabeln, bevor ich mir die Live-Übertragung eines Bundesligaspiels gönnte. Bereits 2009 hatte ich am zweiten Abend meiner China-Reise ein Bundesligaspiel angeschaut. Damals verlor der VfB gegen Bremen, heute verlor er gegen Wolfsburg. Egal, ich bin zwar gebürtiger Schwabe, mein Herz gehört aber einzig und alleine dem SSV 1846 Ulm.





31.10.2010
Um halb sieben klingelte der Wecker, das äußerst bescheidene Hotelfrühstück sorgte auch nicht gerade für Stimmungsaufhellung und so gingen wir ziemlich verschlafen und hungrig zu Fuß zum benachbarten Busbahnhof, wo unser Reisebus schon bereit stand. Während meine „Reiseleiterin“ sofort einschlief (ich frage mich noch immer, warum Asiaten an jedem Ort und in jeglicher Körperposition sofort einschlafen können; muss irgendwie an den Genen liegen), schaute ich aus dem Fenster auf die topfebene Landschaft, in deren Felder sich immer mehr die Wohnviertel und Industriegebiete fressen. Eine Zeit lang verlief die Autobahn parallel zur Baustelle der Hochgeschwindigkeitsstrecke Richtung Norden. Obwohl die Landschaft eben ist, führt die Strecke schnurgerade auf einer endlos langen Brücke bis zum Horizont. Die Autobahn stand ihren deutschen Pendants in Sachen Ausführung in nichts nach, der Verkehr allerdings war absolut chaotisch. Rechtsfahrgebot ist in China ein Fremdwort, teilweise schlichen total überladene LKWs mit Schrittgeschwindigkeit auf der linken Spur, auch PKWs sind zumeist sehr langsam unterwegs und den Standstreifen nutzen die lokalen Bauern für ihre Traktoren, Fahrräder oder zum Trocknen von Mais. Und zwischen allen heizen die Busfahrer wie die Berserker unter lautem Hupen und ständigem Rechtsüberholen als mit Abstand schnellste Verkehrsteilnehmer über die Straße.

Aufgrund der eintönigen Landschaft begann auch ich leicht vor mich hinzudösen (die Zeitumstellung hatte ich noch nicht so ganz verkraftet), bis ein lauter Knall mich plötzlich aufweckte. Der Bus schlingerte kurz über die Fahrbahn, denn ein Reifen war geplatzt, was den Busfahrer aber nicht daran hinderte, nach kurzer Geschwindigkeitsreduzierung weiter mit mehr als 100km/h über die Autobahn zu düsen. An Schlaf war nicht mehr zu denken, da sich der geplatzte Reifen direkt unter meinem Sitz befand und mit der Karkasse ständig gegen den Radkasten schlug. Nach einiger Zeit bogen wir dann zum Glück ab und in einer Werkstatt direkt neben der Ausfahrt wurde dann erst einmal der Reifen gewechselt. Der „neue“ gebrauchte Reifen machte auch nicht mehr den besten Eindruck, er sollte aber immerhin bis zu unserem Ziel durchhalten.

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Bild 9: Reifenwechsel in einer Hinterhofwerkstatt an der Autobahnausfahrt. Kaputt war der Innere der beiden Zwillingsreifen.



Nach dem Reifenwechsel ging es nicht mehr zurück auf die Autobahn, sondern auf der Landstraße tief hinein in die Ausläufer des Himalajas (genauer gesagt in die Min-Berge). Meist gute 100m über dem reißenden Fluss schlängelte sich die Straße durch das endlose, tief eingeschnittene Tal, dessen Hänge dicht bewachsen waren. Immer wieder säumten Auto und LKW-Wracks die Straße und ich hoffte, dass unserem Bus trotz der waghalsigen Überholmanöver unseres Busfahrers nicht das gleiche Schicksal drohte. Meine „Reiseleiterin“ ließ das alles kalt: „Das ist normal in China.“, meinte sie nur. Wenn sie heute neben mir im Auto sitzt und ich über eine gelbe Ampel fahre oder mich auf der Autobahn darüber aufrege, dass ein Mercedes-Fahrer mit Wackeldackel und gehäkeltem Klopapierüberzug mit 90km/h über die linke Spur schleicht, wird mir ein „Vorsichtig, du musst langsamer fahren.“ entgegen geschleudert. So ändern sich eben die Zeiten.

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Bild 10: Durch dieses Tal ging es hinauf in Richtung Tagesziel. Irgendwo ganz weit oben in diesen Bergen soll es angeblich auch noch wilde Pandabären geben.



Nach gut einer Stunde Fahrt durch das Tal wurden wir dann doch noch Opfer eines Unfalls, zum Glück nur mittelbar. Zweihundert Meter vor uns hatte es einen Unfall mit Blechschaden gegeben und die Straße war komplett blockiert. Die Polizei war zwar schon anwesend, aber sie kümmerte sich nicht um die Regelung des Verkehrs oder die Räumung der Unfallstelle. Die Polizeibeamten warteten am Seitenrand der Straße, um die Unfallursache zu klären. Die Klärung der Schuldfrage ist in China eigentlich recht einfach: derjenige Unfallbeteiligte, der den Polizisten am wenigsten Geld zusteckt, ist schuld. Kommentar meiner „Reiseleiterin“: „Das ist normal in China.“. Schließlich hatte man sich nach gut einer Stunde in der Schuldfrage geeinigt und der Verkehr kam langsam wieder ans Fließen.

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Bild 11: Zwangspause aufgrund eines Unfalls. Der Verkehr ruhte eine Stunde komplett, bis der Unfallverursacher ermittelt war. Die Wartenden überbrückten die Zeit mit Lesen am Straßenrand oder pilgerten zum Unfallort weiter vorne. Das rote Band über die Straße feiert die Arbeit der KP beim Wiederaufbau der zerstörten Dörfer, Städte und Infrastruktur nach dem schweren Erdbeben 2008.



Die Straße war eine Dauerbaustelle und in den Dörfern und kleinen Städten im Tal wurde ebenfalls nur gebaut bzw. waren nur gerade fertig gestellte Häuser zu sehen. Zunächst war ich verwundert, aber dann ging mir ein Licht auf. In dieser Gegend sorgte ja 2008 ein schweres Erdbeben dafür, dass hier praktisch alles dem Erdboden gleich gemacht wurde. Die Neubauten machten jetzt aber nicht unbedingt den Eindruck, als dass sie das nächste große Erdbeben überstehen würden.

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Bild 12: Moderne Gebäude im chinesischen Einheitsbaustil. Spätestens beim nächsten Erdbeben werden sie wahrscheinlich wieder in Trümmern liegen.


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Bild 13: Die Straße war wie die Häuser ebenfalls komplett neu, aufgrund der chinesischen Bauweise aber schon wieder ohne Erdbebeneinwirkung kaputt.



Das Tal verengte sich mehr und mehr und die Straße führte schließlich in engen Kehren auf einen Pass hinauf. In Chengdu hatte es noch knapp 20 Grad, hier oben in mehr als 3.000 Metern Höhe lag dagegen eine geschlossene Schneedecke. Auf der anderen Passseite schlug das bisher sonnige Wetter um, auf der Straße lag eine geschlossene Schneematschdecke und von den Geröllhalden donnerten immer wieder kleine Steinlawinen auf das Dach unseres Busses. Strategie unseres Busfahrers: Augen zu, Vollgas und durch. Zum Glück waren wir schnell wieder einige hundert Höhenmeter tiefer, der Schnee war weg und wir hielten an einem Parkplatz, damit der Busfahrer seine Bremsen kühlen und die vielen voll gekotzten Plastiktüten entsorgt werden konnten. Scheinbar sind viele Chinesen solch rasante Busfahrten nicht gewöhnt. Mich störte die Fahrtweise weniger, denn seit unzähligen Busfahrten durch Myanmar, insbesondere den Bürgerkriegsregionen Karen- und Kachin-State, bin ich in Sachen asiatische Busfahrten absolut abgehärtet.

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Bild 14: Die kurze Pause an der Raststätte nutzte der Busfahrer zum Kühlen der Bremsen und zum Auffrischen der Wasservorräte. Zudem wurden unzählige, vollgekotzte Plastiktüten entsorgt.


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Bild 15: Die geschäftstüchtigen Chinesen haben an der Raststätte natürlich gleich einen Souvenirstand aufgebaut.



Die restliche Fahrt führte uns dann durch eine Gegend der Provinz Sichuan, in der die Tibeter (noch) die Mehrheit stellen. Wenn in den Nachrichten von Selbstverbrennungen von Tibetern die Rede ist, dann ist es meistens in dieser Gegend passiert (und nicht in der Autonomen Region Tibet). Auch hier tief in den Bergen schlägt die Bauwut zu. Große Viertel mit eintönigen Mietskasernen werden gebaut und breite Straßen durch die Landschaft geschlagen. Nach fast zwölf Stunden Fahrt erreichten wir den Eingang zum Jiuzhaigou Nationalpark, eingerahmt von hässlichen Betonburgen, in denen hauptsächlich chinesische Reisegruppen absteigen. Wir hatten ein Zimmer in einem kleinen Hostel einer tibetischen Familie etwas abseits gebucht, hatten aber keine Ahnung, wo es sich genau befindet. Also setzen wir uns in ein Taxi, vergaßen aber vor lauter Müdigkeit aufgrund der anstrengenden Fahrt den Fahrtpreis auszuhandeln. Böser Fehler, denn nach bereits 300 Metern waren wir am Ziel und der Fahrer verlangte unverschämte 30 Yuan. Meine „Reiseleiterin“ handelte ihn dann noch auf 15 Yuan herunter, mehr war nicht drin. Kommentar meiner „Reiseleiterin“: „Das ist normal in China.“.

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Bild 16: Typischer Hotelbunker am Eingang zum Jiuzhaigou Nationalpark. Die Taximafia von Jiuzhaigou steht davor am Eingang zum Jiuzhaigou Nationalpark Schlange.
Auch wir haben uns von ihnen über’s Ohr schlagen lassen. Auf die Übernachtung in einem der zahlreichen Hotelbunker verzichteten wir aber. Und zwar nicht nur aufgrund des
hässlichen Äußeren, denn mit mehr als 100€ pro Nacht waren Zimmer dort auch noch unverschämt teuer. Stattdessen stiegen wir in einem kleinen Hostel einer tibetischen Familie ab.



Im Hostel, das sich in einem alten, typisch tibetischen Holzhaus befand, gab es dann gleich den nächsten Ärger. Im Gegensatz zu Chengdu, wo die Rezeptionistin ein Problem mit dem Alter meiner „Reiseleiterin“ hatte, lag hier das Problem woanders. Meine „Reiseleiterin“ hatte explizit ein Doppelzimmer mit getrennten Betten reserviert, die junge Tibeterin an der Rezeption eröffnete ihr aber, dass sie nur noch Zimmer mit Doppelbett hätte. Das fand meine „Reiseleiterin“ inakzeptabel und wurde laut, was die Tibeterin an der Rezeption aber kalt ließ. In diesem Teil Chinas leben die Tibeter in einem matriarchalischen System, d.h. die Frauen haben hier die Hosen an. Die Tibeterin meinte zu meiner „Reiseleiterin“, sie solle sich mal nicht so anstellen, ich wäre doch sowieso ihr Freund, was sie aber heftig verneinte. Schließlich bekamen wir aber doch noch ein Zimmer mit getrennten Betten, allerdings ohne Heizung. Das störte mich aber nicht weiter trotz Nachttemperaturen unter dem Gefrierpunkt, schließlich gab es eine heiße Dusche und meine „Reiseleiterin“ bekam noch eine elektrische Heizdecke.





01.11.2010
Bereits schon wieder mussten wir um sieben Uhr aufstehen und nach einem einfachen Frühstück an einem Straßenstand (gekochtes Ei und Reissuppe) ging es zum Eingang des Jiuzhagou-Nationalparks. Jiuzhaigou heißt übrigens so viel wie „Tal der neun Dörfer“, berühmt ist der Nationalpark insbesondere für seine Wasserfälle und bunte, glasklare Seen, die bei bunter Herbstfärbung und Sonnenschein natürlich besonders zu Geltung kommen. Daher sorgte das äußerst trübe Wetter mit dichter Bewölkung, Temperaturen um die Null Grad und Nieselregen nicht gerade für Begeisterung, am Ticketschalter sank die Stimmung dann tief unter den Gefrierpunkt. Eine Eintrittskarte ohne Busticket kostet satte 220Yuan pro Tag (umgerechnet mehr als 25€!!!), mit Busfahrkarte sogar 330Yuan. So kauften wir Eintrittskarten ohne Busticket und wanderten durch den vorderen Teil des Tales. Der Weg verlief meist auf Holzplanken entlang von Bächen und über Hochmoore. Da es hier wenig spektakuläre Natur zu sehen gibt, waren wir den ganzen Tag alleine. Die chinesischen Reisegruppen donnerten auf der anderen Talseite im Sekundentakt mit Bussen zu den Hauptsehenswürdigkeiten. Dort steigen sie für ein paar Minuten aus dem Bus, machen schnell ein paar Fotos und fahren dann weiter zur nächsten Sehenswürdigkeit. Was für Eisenbahnbilder gilt, trifft auch auf Naturaufnahmen zu. Je mehr Licht, desto besser. Das Wetter wurde aber wie das Licht immer schlechter und so machten wir uns am frühen Nachmittag wieder zu Fuß in Richtung Hotel auf. Folgend noch die magere Bildausbeute des Tages:

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Bild 17: In diesem pompösen Eingangsgebäude gab es jede Menge Geschäfte und einen Schalter, wo man zu noch pompöseren Preisen die Eintrittskarten erwerben musste. Die Rotkäppchen im Vordergrund gehören alle zur gleichen Reisegruppe. Sie haben gut lachen. In ihrem Pauschalpreis war neben den roten Käppchen auch der Eintritt in den Nationalpark enthalten. Wir dagegen hatten weder rote Käppchen, noch Eintrittskarten.


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Bild 18: Typisch chinesisch: pompös und absolut geschmackslos, der Eingang zum Jiuzhaigou-Nationalpark. Ich fand den Park total überlaufen, dabei waren wir zur absoluten Nebensaison da. Die endlosen Absperrungen zeugen davon, was hier in der Hochsaison los ist. Dann ist hier, wie bei allen großen Touristenattraktionen in China, die Hölle auf Erden. Im Jahr 2016 musste der Nationalpark über Chinesisch Neujahr sogar teilweise wegen Überfüllung geschlossen werden, was zu heftigen Schlägereien der Touristen mit lokalen Sicherheitskräften führte.


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Bild 19: Und ein Gruppenbild vor dem hässlichen Eingang muss für Chinesen natürlich sein. Selfie-Stangen waren allerdings 2010 noch nicht erfunden.


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Bild 20: Wanderung entlang eines Gebirgsbaches.


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Bild 21: Die Shuzheng-Wasserfälle mit herbstlicher Umrahmung.


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Bild 22: Herbstliche Färbung am „See des schlafenden Drachens“.






02.11.2010
Heute Morgen klingelte bereits um sechs Uhr der Wecker, schließlich mussten wir Busfahrkarten für die Rückfahrt nach Chengdu kaufen und die gibt’s frühestens zwei Tage im Voraus. Meine „Reiseleiterin“ hatte Panik, dass wir keine Fahrkarten mehr bekommen würden und wollte so früh wie möglich am Busbahnhof sein. Wir waren dann tatsächlich die ersten und bekamen die beiden vordersten Sitzplätze im ersten Bus. Der Andrang hielt sich in Grenzen (außer uns war keiner da), wir hätten also durchaus noch ein, zwei Stunden länger schlafen können.

Nach einem ausführlichen Frühstück mit gefüllten Hefeklößen („baozi“) und Maultauschen („jiaozi“) ging es wieder zum Eingang des Nationalparks, wo wir in den sauren Apfel bissen und Eintrittskarten samt Busfahrt für 330Yuan (fast 40€) pro Person erstanden. Mit einem Bus ging es dann knapp 30km hinauf ans Ende des Tales. Das Wetter war genauso schlecht wie gestern, aber je höher wir kamen, desto geringer wurde die Bewölkung und desto dichter wurde die Schneedecke. Auf über 3.000m angekommen, waren die Wolken fast verschwunden, die Schneedecke war dafür komplett geschlossen. Unser Bus wurde gleich von Kostümverleihern und Souvenirverkäufern umringt. Die chinesischen Touristen liehen sich auch gleich die tibetischen Trachten aus und posierten für Fotos, anschließend gingen sie gleich wieder zurück in den Bus, da es ihnen draußen zu kalt war. Wir aber wanderten zunächst einen Rundweg ab und machten uns dann auf den Holzstegen zu Fuß hinab zum ersten See. War nicht ganz ungefährlich, da die Holzstege teilweise mit Schnee und Eis bedeckt waren. Aber es war eine herrliche Winterwanderung durch die Einsamkeit, denn außer uns traute sich niemand auf den Weg.

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Bild 23: Geschäftstüchtige Chinesen warten am Talende mit tibetischen Trachten in der Hand auf zahlungskräftige Kundschaft. Die steigt aus dem Bus, verkleidet sich schnell, klick, klick vor der verschneiten Kulisse und schnell wieder zurück in den warmen Bus.


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Bild 24: Schneebedeckte Berge am Ende des „Rize-Tales“. Die Berge sind hier über 4.000m hoch, die Baumgrenze liegt bei weit über 3.000m.


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Bild 25: Zwischen den leicht Schnee bedeckten Wäldern schlängeln sich Gebirgsbäche, die dank des Kalkgehalts tiefblau schimmern.



Ab dem nächsten See war der Holzsteg dann gesperrt, vermutlich weil noch niemand den Schnee weggefegt hatte. Also ging es mit dem Bus hinab zum nächsten See und abwechselnd an Wasserfällen vorbei immer weiter hinab bis zum „Fünf-Blumen-See“, für Chinesen wohl eine der Hauptattraktionen. Jedenfalls waren die Fotopunkte dicht von chinesischen Reisegruppen umlagert. Erschwerend hinzu kam die Tatsache, dass die Farben natürlich nur bei Sonnenschein zur Geltung kommen. An schöne Fotomotive war also nicht mehr zu denken und da ich die einzige Langnase weit und breit war, wurde ich ständig gefragt, ob ich nicht mit aufs Foto könne. Man möchte als Gast ja freundlich auftreten und so posierte ich bereitwillig für mehr als 20 Fotos. Manch junge Chinesin stellte sich schüchtern mit Sicherheitsabstand neben mich, andere dagegen umarmten mich oder fielen mir sogar ungefragt um den Hals. Meine „Reiseleiterin“ fand es am Anfang noch lustig, später war sie eher genervt (vielleicht war sie ja auch schon ein bisschen eifersüchtig?!).

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Bild 26: Die „Bambuspfeil-Wasserfälle“ unterhalb des „Bambuspfeil-Sees“, in dem übrigens die Wasserszenen des bekannten Martial-Arts-Film „Hero“ gedreht wurden.


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Bild 27: An den „Pandabär-See“ kamen früher angeblich Pandabären zum Trinken. Aufgrund des Massentourismus haben sich die Pandabären aber längst zurückgezogen. Im Jiuzhaigou-Nationalpark gibt es aber wohl noch eine kleine, isolierte Pandabärenkolonie.


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Bild 28: Der „Fünf-Blumen-See“ (Wǔhuā Hǎi) hat seinen Namen wohl von den vielen verschiedenen Farben bekommen, die natürlich bei sonnigem Wetter noch viel besser zur Geltung kommen würden.


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Bild 29: Nur der Handymast stört die Idylle am Fünf-Blumen-See. Habt ihr ihn schon entdeckt?



Nach weiteren Seen und Wasserfällen ging es dann am frühen Abend mit dem Bus zurück zum Eingang und weiter in ein nahegelegenes Restaurant. Der mit Kohlebriketts beheizte Ofen in der Mitte des kahlen Raumes war mir zwar aufgrund seines äußerst undichten Kaminrohrs äußerst suspekt (Stichwort Kohlenmonoxid-Vergiftung), aber lieber sanft einschlafen und nicht mehr aufwachen, anstatt von chinesischen Touristenmassen am Abendbuffet im Hotelbunker totgetrampelt zu werden. Während wir noch auf unser Essen warteten, gab es am Nachbartisch erheblichen Streit. Eine chinesische Gruppe war der Meinung, dass das bestellte Gericht zu wenig Fleisch enthalten würde. Die Restaurantbesitzerin war natürlich anderer Meinung uns so brüllte man sich minutenlang gegenseitig an. Als das zweite Gericht, ein großer Topf Suppe, kam, schnappte sich der Wortführer der Gruppe die Schüssel und schüttete sie vor dem Eingang des Restaurants aus. Mittlerweile hatte jemand die Polizei gerufen, die dann schlichten musste. Die Gruppe zahlte schließlich und verließ das Restaurant, ohne einen Bissen gegessen zu haben. Wir dagegen verschlangen friedlich unser Essen und kuschelten uns danach in die getrennten Betten.





03.11.2010
Neuer Tag, neues Glück? Nicht ganz, aber das Wetter war immerhin etwas besser, manchmal schaute sogar die Sonne heraus. Ansonsten war alles beim Gleichen. Mit dem Bus ans andere Talende, aussteigen, ein Stückchen wandern, wieder mit dem Bus fahren, da der Wanderweg geschlossen war, posieren als Fotomodell für chinesische Reisegruppen…

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Bild 30: Der „Lange See“ (Cháng Hǎi) am Ende des Tales trägt seinen Namen dank seiner Länge von 7,5km zu Recht. Er ist bis zu 103m tief und hat keine natürlichen Abläufe, stattdessen versickert das Wasser durch die karstigen Böden.


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Bild 31: An der Schneefallgrenze kam kurz die Sonne heraus und ermöglichte mir diese Aufnahme.


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Bild 32: Die „Perlen-Wasserfälle“ gehören mit einer Breite von 300m und einer Höhe von 28m zu den größten Wasserfällen in Jiuzhaigou.


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Bild 33: Im Mittagslicht spiegeln sich herbstlich gefärbte Bäume im See, der folgerichtig auch „Spiegel-See“ heißt.


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Bild 34: Der „Spiegel-See“ trägt seinen Namen tatsächlich nicht ganz zu Unrecht.


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Bild 35: Die “Nuorilong”-Wasserfälle sind mit 320m Breite und 20m Höhe die breitesten Wasserfälle Chinas und laut Wikipedia die größten Kalksinterwasserfälle der Welt (wie immer das auch definiert ist).


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Bild 36: Im “Nashorn-See“ spiegeln sich die Berge Jiuzhaigous. Im Hintergrund gabelt sich das Haupttal in die beiden Seitentäler.


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Bild 37: Im „Tiger-See“ spiegeln sich tibetische Gebetsfahnen.


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Bild 38: Abendstimmung am „Shuzheng-See“.


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Bild 39: Auch der „Shuzheng-See“ eignet sich für Spiegelungen.


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Bild 40: Letzte Sonnenstrahlen am „Bonsai-See“, der seinen Namen aufgrund der Größe wohl zu Recht trägt.






04.11.2010
Heute klingelte bereits um halb sechs Uhr der Wecker. Meine „Reiseleiterin“ hatte Panik, dass wir die Abfahrt des Busses um sieben Uhr verpassen würden. Dabei waren es zu Fuß keine 500m vom Hostel zum Busbahnhof. So standen wir fast eine Stunde mutterseelenalleine in der dunklen Kälte am Busbahnhof rum. Der Bus fuhr pünktlich um sieben Uhr ab, die beiden jungen Busfahrer fuhren etwas langsamer wie ihr Kollege bei der Hinfahrt, was aber auch daran lag, dass sie während dem Fahren dem Schreiben von SMS und dem Rauchen weit mehr Aufmerksamkeit schenkten wie der Straße. So gab es immer wieder Szenen wie diese: Bus fährt links auf der Gegenfahrbahn, es kommt Gegenverkehr. Gegenverkehr hupt. Busfahrer schaut von seinem Handy auf. Er hupt zurück, bleibt aber auf der linken Spur. Gegenverkehr fährt scharf rechts ran oder wechselt ebenfalls nach links auf die falsche Straßenseite. Der Busfahrer zieht tief an seiner Zigarette und ruft seinem Beifahrer zu, warum den alle anderen zu blöd zum Autofahren sind. Auf einer schnurgeraden Straße in endlosen Ebenen Australiens und Nordamerikas mag das ja noch in Ordnung sein. Aber auf einer kurvigen Gebirgsstraße? Immerhin, das Wetter war besser und die Straße auf der Passhöhe war nur noch leicht schneematschbedeckt.

Nachdem wir über den Pass das lange Tal Richtung Chengdu erreicht hatten, hielt der Bus plötzlich an. Die Lichtmaschine war defekt und der Busfahrer verschwand im Motorraum, um mit einem Draht den Defekt notdürftig zu beheben. Das ging recht schnell, mittlerweile hatten aber alle den Bus zum Spazieren und Pinkeln verlassen. Der Fahrer wollte schnell weiterfahren, brüllte und fluchte minutenlang, da gerade die weiblichen Reisenden sich auf der Suche nach einem Pinkelplätzchen recht weit entfernt hatten. Als eine der Damen dann noch mit einem kleinen Blumenstrauß zurückkehrte, flippte der Fahrer komplett aus. Nachdem alle endlich eingestiegen waren, gab es im Bus nochmals eine kräftige Standpauke auf Chinesisch. Der Bus rollte 20km weiter bis zur nächsten Werkstatt in einem kleinen tibetischen Dorf. Die Reparatur dauerte über eine Stunde und wir wurden vom 8-Uhr-Bus überholt. Na super.

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Bild 41: Während die Busfahrer eine notdürftige Reparatur im Motorraum vornahmen, erkundeten insbesondere die weiblichen Passagiere die Flora der näheren Umgebung.


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Bild 42: Ich lichtete dagegen die nahe Straßenbrücke über einen Gebirgsbach ab, die wir kurz zuvor passiert hatten.


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Bild 43: Im nächsten Dorf erfolgte dann in einer Straßenwerkstatt nach der improvisierten die fachmännische(?) Reparatur. Die Lichtmaschine hielt immerhin bis zum Zielort Chengdu.


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Bild 44: Während meine Reiseleiterin im Bus schlief, vertrieb ich mir die Zeit mit dem Fotografieren des lokalen Baustils und ...


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Bild 45: … der lokalen, tibetischen Bevölkerung.



Nach erfolgter Reparatur war der Busfahrer dann wesentlich flotter, aber auch (noch!) riskanter unterwegs. In einer scharfen Kurve kam unerwarteter Weise ein LKW entgegen und beinahe wäre unser Bus in das 20 Meter tiefer liegende Bachbett gestürzt. Eine Leitplanke gab es an der Stelle nicht, denn die hatte ein LKW, dessen Wrack im Bachbett lag, vor wenigen Tagen wohl durchbrochen. Der Berufsverkehr rund um Chengdu sorgte dann für weitere Verzögerungen, so dass wir dann erst nach über elfstündiger Fahrt den Busbahnhof in Chengdu erreicht hatten. Ich hatte schon mal angenehmere Busfahrten in meinem Leben gehabt.


So, ich merke gerade wieder, dass dieser Bericht ziemlich off-topic gerät, deswegen mache ich jetzt besser mal Schluss. Im nächsten Bericht geht‘s dann wiederum (fast) ausschließlich um das Thema Eisenbahn. Wir besuchen die herrliche, dampfbetriebene Schmalspurbahn von Shibanxi und ich hoffe, dass ihr alle wieder mit dabei seid.




Inhaltsverzeichnis „Mit Volldampf durch China“
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Rätsel: Was gehört hier zusammen? Und wo? Und überhaupt…
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[url=] Teil 1: „Das ist normal in China“ - Ein Abstecher in die Touristenhölle der chinesischen Alpen[/url]
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Hallo!

Sehr schön, die Naturbilder sind traumhaft! :-)

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen: [www.drehscheibe-online.de]
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Vielen Dank für den Bericht. Weitere detaillierte Informationen zur damals entstandenen Liaison mit der Reiseleiterin werden im Folgebericht gewünscht! ;) :)
Roni schrieb:
die Naturbilder sind traumhaft! :-)

Danke für das Lob. Aber traumhaft wären die Bilder gewesen, wenn ich wegen der Herbstfärbung drei Wochen früher dagewesen ware und die Sonne geschienen hätte. So sind es halt nur ganz nette Bilder geworden. Du hättest aus den gegebenen Bedingungen sicherlich noch viel mehr machen können ;-)

Viele Grüße

Florian
ML-Goerlitz schrieb:

Weitere detaillierte Informationen zur damals entstandenen Liaison mit der Reiseleiterin werden im Folgebericht gewünscht! ;) :)

Im nächsten Bericht (wenn denn endlich das Rätsel gelöst wird...) wird ziemlich schnell Abschied von der Reiseleiterin gefeiert, es kommt allerdings noch ein Hochzeitsfoto in einem anderen Zusammenhang. Ansonsten hatte ich ja schon im Abschiedsbericht meiner großen Berichtsreihe aus dem Jahre 2009 detailliert über den Fortgang der Liaison berichtet ;-)

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Und hier noch das Nebenprodukt der Liaison. Ist inzwischen aber viel größer...


Viele Grüße

Florian
Jetzt schaue ich mir erst einmal die 13.000-Kilometer-Tour an, dann freue ich mich auf weitere Teile hier.

Grüße aus Wangen im Allgäu

Simon Scharfenberger

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Übersicht: [www.drehscheibe-online.de]

Whow!

Ein wunderbarer Bericht - vielen, vielen Dank dafuer!

Ist fuer mich alles terra incognita und deswegen sehr informativ.

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind. Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen. Und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Zudem biete ich Patenschaften fuer meine Fehler an.

Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.
Nach über einem Monat DSO-Abstinenz gleich zwei Reiseabenteuer, die mich fesseln. Also neben dem Iran nun auch (wieder) China. So lerne ich eben auch die Welt kennen, ohne daß ich überall selbst hin muß. (was ich ja auch gar nicht wirklich will, jedenfalls nicht überall hin).
Einfach nur toll! Ich hoffe auch noch viel off-topic. Die Dampfloks sind nicht so ganz meine Sehnsucht, aber den Bericht werde ich trotzdem weiter verfolgen!!!

LG Gustav
HIER sind meine Reiseberichte zu finden!
Hallo,

herrlicher Bericht und für mich, der vielleicht nie nach China kommen wird, tolle und spektakuläre Naturbilder und Geschichten von Land und Leuten. Ich habe an vielen Stellen herzlich gelacht, gerade die Busfahrer schein schon einer speziellen Spezies von Menschen anzugehören. Die peruanischen Verwandten davon zeigen ähnliche Verhaltensweisen :-)
Die anderen Teile muss ich noch lesen, aber bitte mehr davon. Vielleicht bekomme ich ja meine Peru- Bilder auch mal irgendwann hier rein.

Viele Grüße

Jürgen