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Guten Abend, nun kommt doch noch (viele haben ja nicht mehr damit gerechnet) der zweite Teil.

Wo waren wir stehen geblieben? Ach richtig, wir waren im wohl hipsten Club Minsks beim weißrussischen Nationalgetränk versackt. Wer nochmal nachlesen mag, wie es dazu kam, kann das gerne hier tun.


14.12.2015


Am nächsten Morgen ergötzten wir uns zunächst an der Aussicht aus dem Hotelzimmer, und wir freuten uns, in diesem Land zu Gast sein zu dürfen:
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(nunja, da war wohl noch Restalkohol im Spiel.)

Nach dem erstaunlich guten Frühstück begaben wir uns zunächst zu Fuß in Richtung Bahnhof, um unser Gepäck aufzugeben, schnell, bevor die DB hier Fuß fasst, und die Gepäckaufbewahrung wegrationalisiert ;-)
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Dabei ging es durch einen Park, der vom Zustand her eher an Berlin denn an das sonst sehr aufgeräumte Minsk erinnerte. Am Ende des Parks befand sich dann auch ein Taxistand, wo wir doch gleich das Verkehrsmittel wechselten. Nach einiger Unstimmigkeit mit dem Fahrer (wir mussten in dran erinnern, wo er zum Bahnhof abbiegen muss) kamen wir auch wohlbehalten am Bahnhof an. Um das Gepäck erleichtert (meine Sparvorschläge fanden keinen Anklang, aber es ist ja bekannt, wo ich herkomm...) traten wir dann den zweiten Teil der Besichtigungstour an. Minsk wurde ja 1974 als Heldenstadt für das massenhafte Heldentum ihrer Verteidiger im Großen Vaterländischen Krieg geehrt, und die Besichtigung der entsprechenden Monumente kann man praktischerweise in der Nähe der Minsk-Arena enden lassen, was mir als Eishockeyfan auch gleich zusagte. Da die Minsker Metro mit 2 Linien (wie wir wissen: Das klassische Sowjet-Metronetz hat 3 Linien) noch etwas unvollständig ist, traten wir per Bus den Weg an - die Metrostrecke entlang des Boulevard des Sieges ist natürlich die fehlende. Dafür gibt es dichten (O-)Busverkehr. Unsere erste Station ist der Heldenplatz:
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Dort findet man das Museum über den großen vaterländischen Krieg, welches jedoch leider (es ist schließlich Monatag) geschlossen ist.

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Zeitreise:
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Die Kälte und die bereits fortgeschrittene Zeit veranlassten dann, dass wir die weiteren Sehenswürdigkeiten, wie den Unabhängigkeitspalast, nur aus dem Bus heraus anschauten. Ziel war die Minsk-Arena, bzw. zunächst das benachbarte Einkaufszentrum, wo Martin ein georgisches Restaurant verortete. Wir wurden auch nicht enttäuscht (zumindest für mich wars das erste Mal beim Georgier), Chatschapuri und Chinkali sind schon was feines. Es wurde sogar Deutsch gesprochen, der Kellner hatte nämlich mal ein paar Jahre in Oranienburg gearbeitet und fand es befremdlich, dass wir zuvor in der gefährlichen Ukraine waren. Im Einkaufszentrum befand sich außerdem ein Fanshop von Dinamo Minsk, dem wir selbstverständlich auch einen Besuch abstatteten. So gesättigt hatten wir aber erstmal keine Lust mehr auf Außenaktivitäten, sodass wir uns ab dem nahen Bahnhof eine kleine Spritztour nach Belarus machten. Nach etwas hektischem Fahrkartenkauf schafften wir es dann doch noch locker in den Flirt, welcher eigentlich genau wie in der Schweiz ausgestattet war (er war nur naturgemäß etwas breiter). Irgendwann kam auch die Schaffnerin und entwertete fleißig unsere Fahrscheine.

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In Belarus angekommen wurde die Zeit genutzt, um die Vorräte aufzufüllen (Heißgetränke waren aber offenbar im Plan nicht mehr vorgesehen). Nach einer reichlichen halben Stunde gings dann auch schon wieder zurück - in der (billigeren) klassischen Elektritschka. Vorher konnte jedoch noch mein erster weißrussischer Güterzug verewigt werden:

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Zurück in Minsk wurde zunächst die obligatorische Runde über den Bahnhof gedreht...

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(für mich sind Breitspurzüge halt doch immer noch was besonderes.)

Anschließend widmeten wir uns der Nahrungsaufnahme, schließlich wollte ich unbedingt noch frittierte Pelmeni probieren, die wir am Vorabend schon auf der Karte des auserwählten Restaurants gefunden hatten. Nach einem erneut reich gedeckten Tisch zum Abendbrot fuhren wir noch ins Kaufhaus Tsum, das belarussische Pendant zum berühmten GUM (welches hier aber natürlich auch eine Depandence hat). Auch die bereits aus anderen Reiseberichten bekannten Belarus-Trainingsanzüge fanden wir hier vor, wir für unseren Teil gaben uns jedoch mit Belarus-Pelzmützen zufrieden. Zurück zum Bahnhof, das Gepäck ausgelöst, die letzten Belarubel in Proviant (Bier!) und Devotionalien investiert und den Zug bestiegen, ein relativ modernes, hochfluriges Gefährt aus dem Hause Pesa, gestellt von der LG. Martin kürte das Gefährt schon zum schlimmsten Fahrzeug der Reise, für mich war das aber auch zu diesem Zeitpunkt der ODEG-Kiss ganz zu Anfang. Allerdings hatte ich auch etwas mehr Glück bei der Platzwahl: Während Martin mit einem Wandfensterplatz vorlieb nehmen musste (vor ihm hatte ein Opi eine ganze Reihe für sein Gepäck, und eine weitere Reihe für sich beansprucht), konnte ich immerhin aus dem Fenster schauen und mich über mehr Beinfreiheit freuen. Zumindest ich für meinen Teil hab auch kein Problem mit dem verbreiteten "Match"-Sitz aus dem Hause Kiel.

Pünktlich ging es los, die Fahrkarten wurden kontrolliert, anschließend gab es sogar APS aus einem klassischen Weidenkorb heraus. Hat mir gefallen :-). Irgenwann passierte Martin dann ein Missgeschick - er saute mit seinem Getränk etwas rum. Also zum Klo und Tücher geholt und etwas aufgewischt - was Opi nicht passte. Er fuhr die Schaffnerin an, und erklärte uns dann in wackeligem Englisch (obwohl er offensichtlich bedeutend besser russisch konnte als Englisch, aber seis drum), dass sie putzen müsse, weil "we are on other level". Widersprüche wurden nicht akzeptiert - ebensowenig wie die Gegenrede, dass zur EU-Mitgliedschaft halt auch die unangenehmeren Dinge gehören. Other level also. Leider war es zu diesem Zeitpunkt schon zu spät, irgendeinem belarussischen Grenzer (am besten einer mit Mütze Typ Hubschrauberlandeplatz) zu stecken, wer sich vohin abfällig über den Herrn Präsidenten (der natürlich unser aller Vorbild ist) geäußert hat.

Martin hat dann noch (falls es Stress gibt) seine Kontaktdaten bei der Schaffnerin hinterlassen, und so klärte sich dann doch alles. Pünktlich kamen wir in Vilnius an, der Weg zum Duty-Free-Shop wurde uns verwehrt, und so gingen wir zur Einreise. Wir durften uns an der Meute vorbeidrängeln (es gibt eine Schlange für EU-Pässe - hähä), und der Grenzer beendete seine Arbeit an einem nicht-EU-Bürger, um uns vorzulassen. So muss das. Die EU hatte uns wieder - wir spotteten noch über den ICE auf der Hochbahn als "Rail Baltica" im Empfangsgebäude und stellten fest, dass es hier ein Eisenbahnmuseum gibt. Schnell ins Hotel eingecheckt, und gemütlich durch die Stadt gelaufen, um eine Kneipe zu suchen. Diese fanden wir auch in der Republik Užupis (was die Piktogramme bedeuten sollen, hat sich uns nicht erschlossen).

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Dort erfuhren wir, dass die Verfassung soeben auf türkisch übersetzt wurde, wurden aber nach dem zweiten Bier schon herauskomplementiert (alternative Viertel sind auch nicht mehr, was sie mal waren). So endete der Abend (nachdem "Wir können ja auch zu Mc Donalds gehen" keinen großen Anklang fand) bei Knoblauchbrot und Bier in einer arg dubiosen 24-Stunden-Bar unweit des Bahnhofs.


15.12.2015


Der Blick aus dem Fenster machte dem Hotelnamen alle Ehre:

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Dass die Stadt durchaus nett wirkte, haben wir ja gestern abend bei der Stippvisite schon gesehen, der Fensterblick machte auch Lust auf mehr. Erstmal ging es jedoch zum Frühstück runter, was leider recht zeitig abgeräumt wurde. Anschließend - ihr ahnt es - rüber zum Bahnhof, wo um kurz vor halb 12 der lokbespannte Zug aus Klaipeda ankommen sollte. Vorher jedoch, auch als eine Art Stimmungstest (angeblich wurden hier schon Fuzzys von Uniformierten vertrieben) ein Blick in die Wagenabstellung (die Kohleöfen find ich immer wieder toll):

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5 Minuten später (und damit 5 Minuten zu früh) ist er auch schon da: Zug 18 aus Klaipeda...

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Bahnhofspanorama mit allerlei verschiedenem Rollmaterial (rechts würde sich der Transitbahnsteig anschließen)

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Nach dem Umsetzen der Lok begaben wir uns erstmal ins Eisenbahnmuseum im Bahnhof, welches sich als klein, aber fein herausstellte.

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Außerdem konnte man hier für kleines Geld diverse Devotionalien vom "other level", bzw. konkret der LG erwerben, wie zum Beispiel ein Wörterbuch (in dem man leider nicht nachschauen konnte, was "Schrankenwindenverschluss" auf litauisch heißt). 4 Europa-Eisenbahn-Karten im Posterformat wechselten aber den Besitzer.

Damit erstmal genug der Eisenbahn, ab in die Stadt. Vilnius/Wilna/Wilno/Вильна/Wilne ist eine sehr alte, früher jüdisch geprägte Stadt. Die gut erhaltene Altstadt ist inzwischen Weltkulturerbe, wurde von mir jedoch keines wirklichen Fotos gewürdigt :-(. Auf dem Kirchplatz vor der Kathedrale St. Stanislaus (mit freistehendem Glockenturm)...

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...fanden wir einen kleinen Weihnachtsmarkt vor. Nach einer Glühweinprobe stellten wir fest, dass in diesem Land ja sogar der Glühwein besser schmeckt, als das Bier. Zur körperlichen Ertüchtigung entschloss sich ein Teil der Gruppe, sich auf "other level" zu begeben, und den Burgberg zu erklimmen.

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Von oben ergeben sich einige nette Ausblicke, unter anderem auf den Sportpalast...

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...die Skyline...

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...und natürlich die Altstadt:

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Ganz oben - also sozusagen wirklich "on other level" - weht stolz die Litauische Fahne.

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Nun haben wir auch den Abstieg überlebt, fanden uns wieder zusammen, und führten die Stadtbesichtigung fort. Vorbei an Präsidentenpalast, Uni und österreichischer Botschaft ließen wir uns durch die Gassen treiben. Schlussendlich kehrten wir bei "Cili Pizza" ein, laut Martin soetwas wie die lokale Ausgabe vom berühmten "Andys Pizza" aus Moldova und der PMR, wo wir uns ausgiebig dem Essen (und dem aufwärmen) widmen konnten. Schließlich ging es zum Hotel (Gepäck abholen) und zum Bahnhof. Dort konnten wir zur Blauen Stunde einen weiteren Schnellzug nach Klaipeda (wir erinnern uns: Lokbespannt) abpassen:

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Nach dem Fahrkartenkauf ging es dann für uns und eine weiter Gruppe deutscher Touristen (owei...) in einem Cityelefanten nach Kaunas. Die Fahrt war soweit angenehm, die Steuerung des Kaffeeautomaten (der nur Tee hatte, und immer wieder verkündete, dass er jetzt kein Wasser mehr hat - nur um dann ne halbe Minute später doch den nächsten Tee zuzubereiten) war etwas lustig. Immerhin konnte ich so einige Zeit den anderen Deutschen entgehen ;-) Kaunas wurde pünktlich erreicht (irgendwann gegen 6), nach einem wenig erbaulichen Besuch am Infoschalter das übliche Prozedere: Einchecken, in die Stadt fahren, Stippvisite, essen gehen, nochmal etwas umschauen. Am Ende landeten wir in einer Kneipe, die unter anderem Deutsches Bier hatte. Wäre wohl die bessere Wahl gewesen, denn das lokale Volfas Engelmann - nur in komischen größen erhältlich - war widerrum so lala. Der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt war aber wieder gut. Zum Abendausklang versackten wir noch etwas in der Hotelbar... Auch Kaunas als Stadt schien mir aber nochmal einen längeren Besuch wert.


16.12.2015


Aufstehen, Duschen, Frühstücken, ... ihr kennt das. Während Martin nun noch einen Legida-Laden besuchen wollte, trieb der Rest der Truppe sich erstmal auf dem Bahnhof rum. Dort feiert man die RailBaltica:

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(nachgemessen haben wir aber nicht)

Und es liegen auch SchmalNormalspurgleise (Entschuldigung, da kann man nach ein paar Tagen in Breitspurland schonmal durcheinander kommen).

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Zugverkehr beschränkt sich jedoch offenbar auf die gelbe Gefahr:

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Auf Breitspur steht immerhin ein Schlafwagen rum...

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...später kommt auch noch ein Triebtäter vorbei.

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Nun gehen wir erstmal nochmals in die Stadt, um unsere Vorräte für die lange Rückreise aufzufüllen. Zurück am Bahnhof suchen wir mal, nachdem der erwartete Zug Richtung Polen nicht angezeigt wird, mal den Fahrkartenschalter auf, wo man sehr erstaunt ist, dass jemand eine Fahrplanauskunft und sogar Fahrkarten bis Deutschland mitbringt. Hektische Betriebsamkeit macht sich breit. Irgendwann taucht auch die Bahnhofsvorsteherin auf. Es wird telefoniert. Am Ende heißt es aber doch nur sinngemäß, dass wir mal bis Marijampole fahren sollen (bis dort fährt - in der Zeitlage des internationalen Zuges - ein Inlandszug), und von dort dann irgendwie über die Grenze kommen müssen. Der Zug war ziemlich voll, bestand aber auch nur aus einem einteiligen VT - natürlich von Pesa. Der Tiefpunkt der Reise. Zunächst standen wir, das war aber fast die bessere Wahl gegenüber den Sitzgelegenheiten. Bis Marijampole hatte sich der Zug fast vollständig geleert. Und so standen wir dort. Was macht der Fuzzy natürlich erstmal? Richtig: Ein Foto:

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Nun überlegten wir erst, ob wir nicht mit der Gummibahn direkt nach Berlynas (oder gleich weiter nach Holyheadas) weiterfahren wolltas - doch wir waren ja zum Zugfahren da. So kaperten wir uns ein Taxi, welches uns gegen Quittung nach Suwalki brachte - nicht ohne von den Vorzeigeeuropäern Litauen und Polen natürlich an der Grenze kontrolliert zu werden. Suwalki erreichten wir trotz dieser Unannehmlichkeiten nach rund einer Stunde, sodass noch Zeit zum Abendessen blieb. Und natürlich ein Foto.

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Leider? Zum Glück? Jedenfalls: Noch Gamafrei.

Nun ist der Weg von Ostpolen nach Berlin nicht so spannend, dass man darüber schreiben müsste. Es ging über Warschau nach Stettin. Dort trennten sich unsere Wege in alle Richtungen, ich fuhr mit dem direkten 628 nach Berlin, um dort noch einen Forenkollegen zu treffen. Am Abend kreuzten sich unsere Wege nochmal kurz am Berliner Hauptbahnhof.

Ach doch, eins gibts noch zu erzählen: Irgendwo in der polnischen Provinz kreuzten wir einen VT, der für die Eröffnung des internationalem Verkehrs nach Kaunas am 13.12.2015 warb. LÜGENBAHN! LÜGENBAHN!

Gruß (insbesondere an IR454, Martin Kop., Nagercoil und Thomas K.),
JeDi

PS: Die LG hat die Taxiquittung nach Weiterleitung durch das Servicecenter Fahrgastrechte ohne Rückfragen erstattet.

Die S21 fährt von Elbgaustraße nach Aumühle!




4-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:07:05:10:45:32.

Wieder sehr nett, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 05.07.16 08:07

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Danke für den schönen Bericht, nur kann ich Deinen Biergeschmack nicht so ganz nachvollziehen - war mit dem litauischen Bier immer recht zufrieden. ;-)

Ansonsten find ichs ziemlich cool, dass man in Deutschland ne Fahrkarte kriegen konnte für einen Zug, der gar nicht wirklich fahren sollte. Aber mit dem Taxi hat das ja dann doch gut geklappt, und das sollte sicher auch schneller sein als der entsprechende Zug.
Hallo,

lasst mich raten: Ihr habt in Vilnius im "Hotel Panorama" übernachtet...... Schöner Bericht aus einer mir nicht ganz unbekannten Gegend.

Also inzwischen fährt der Zug über die Grenze (LT/PL) und da gelegentlich ausser dem Personal immerhin eine Person mitfährt, die das auch mir kundgetan hat, kann ich mitteilen dass es noch viel Platz hat.... Aufgrund verschiedener Veranstaltungen muss man im Moment an der Grenze zu Polen wieder den Ausweis zeigen, soll den ganzen Juli so bleiben.

Herzlichen Gruss
Krisai

PS Das Fotografieren bleibt in Vilnius ein Lotteriespiel, ihr habt diesmal gewonnen.....

[BY] Teigtaschen und Geschäfte

geschrieben von: Ulf Kutzner

Datum: 10.08.16 16:04

JeDi schrieb:

> Anschließend widmeten wir uns der
> Nahrungsaufnahme, schließlich wollte ich unbedingt
> noch frittierte Pelmeni probieren,

Hatten nicht andere Reisende über halb verkokte Altölpelmeni an der lettischen Grenze zu einem baltischen Drittstaat heftigst geflucht?

> die wir am
> Vorabend schon auf der Karte des auserwählten
> Restaurants gefunden hatten. Nach einem erneut
> reich gedeckten Tisch zum Abendbrot fuhren wir
> noch ins Kaufhaus Tsum, das belarussische Pendant
> zum berühmten GUM (welches hier aber natürlich
> auch eine Depandence hat).

Jein. Das Magazingeschäft ist als ursprünglich staatliches ausgewiesen, das andere als zentrales.
Auf [gum.by] fand ich jetzt nichts, was auf aktuelle Filialeigenschaft zum Moskowiter GUM hinweist; hatte für die Prüfung aber auch keinen halben Tag Zeit.

Gruß, ULF



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:08:10:16:06:03.