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Hallo in die Runde,

wieja hinlänglich bekannt ist, ist vor einigen Jahren 628 246 nach Tschechien ausgewandert. Im Gegensatz zu 610 017 und 018, die beide aus technischen Gründen keine Zukunft bei unseren östlichen Nachbarn gefunden haben, verrichtet er sehr erfolgreich und zur Zufriedenheit des neuen Besitzers seine Dienste dort. Gleichwohl hat man das Ziel, mit dem Fahrzeug bei den örtlichen Verantwortlichen um die Beauftragung mit SPNV-Leistungen im Großraum Prag zu werben, bisher nicht erfolgreich erreichen können. Der Qualität und der Qualität, mit der man vor Ort agiert, tut das aber keinem Abbruch. Ich habe mir daher vor einigen Tagen mal die Mitfahrt in diesem Vehikel gegönnt, wer weiß schließlich, wann die Verkehre wieder eingestellt werden weil sie keiner finanzieren will. Bei der Gelegenheit habe ich mir das Fahrzeug ein klein wenig genauer angeschaut. Herausgekommen st dabei dieser kleine Bildbericht, vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen.

Und man muss sagen, dass die das Fahrzeug richtig aufgemöbelt haben. Es ist zwar genau so langsam, wie man es aus Deutschland in Erinnerung hat, aber das Innendesign - ein Traum. Zuglaufpläne an jedem Einstieg, Fahrpläne auf jedem Sitzplatz. Und das Personal: Kompetent, sympathisch und immer freundlich und hilfsbereit - das sogar in mehr als drei Sprachen. Das bestätigt wieder einmal: In Tschechien ist Eisenbahn noch Eisenbahn. Und: Auch aus Altfahrzeugen kann man noch Qualität rausholen. Insgesamt wirkt das Team sehr jung und dynamisch. Nicht unerwähnt bleiben soll an dieser Stelle auch das Catering bzw. Snackangebot. Sogar einen kostenlosen Trinkwasserspender gibt es im Mehrzweckabteil.

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Hier wartet 845 001 (genauer: 928 246) auf die Rückfahrt nach Benešov u Prahy. Praha hl.n. nástupiště 7J.

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Der Innenraum: Hell und freundlich, es dominieren die Farben blau und grün in verschiedenen Abstufungen.
Die Bestuhlung ist sehr angenehm und für das Fahrzeug meiner Meinung nach sogar recht hochwertig ausgewählt .
Einziges Manko: Die Kiste war warm ohne Ende, es fehlt die Klimaanlage. aber dafürgibt es ja Fenster zum Öffnen ...

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Davon darf man im IT-technischen Entwicklungsland Deutschland nur träumen: Gratis WLAN.
(Und das gibts in Praha ja so gut wie an jeder Ecke - ein Hoch auf Eduroam)

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/20160310120100uql2vhgmse.jpg

Und auch das ist 628: Steckdosen an jedem Sitzplatz, sogar in den Zweiersitzgruppen.
Was man bereits von einigen 642 aus Deutschland kennt: Die kleinen Tischablagen.
(Und ja: Die Sitze sind so plüschig wie sie aussehen, man könnte stundenlang da sitzen!)

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/20160310125059bte8hj5kun.jpg

Im Regionalverkehr auch eher ungewöhnlich (für deutsche Verhältnisse zumindest):
Die (wenn auch begrenzte) Verstellbarkeit der Sitze. Ein entsprechender Griff
befindet sich unterhalb des Sitzes und ist idiotensicher zu bedienen.

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/201603101220393o6cltyxds.jpg

Der obligatorische Beinfreiheitstest musste natürlich auch sein.
Stiftung Reisegenuss sagt: Eng, aber bei dem Komfort des Sitzes verschmerzbar.
(Tragischer Weise fehlt ja dem Talent2 bei deutschen Nachbarn sowohl das eine als auch das andere ...)

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Wer es lieber etwas privater mag: Die Zweiersitzgruppen. Man sollte aber keine all zu stark
trainierten Extremitäten besitzen, ansonsten könnte es tatsächlich sehr eng werden.

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/20160310124957dzft0kybag.jpg

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/201603101249414js0fde8kz.jpg

Eines der Dinge, die mich besonders begeistert haben ist diese kleine aber feine Familiensitzgruppe im 628 246.
(Weil sie dem Unternehmen einen menschlichen Zug verleihen! Für deutsche hardcore Fans und Fuzzies kann es ja mitunter
das Schlimmste überhaupt sein, eine Familie mit Kindern als Mitreisende in der vermeintlichen Wohlfühlsphäre zu haben.)

So kann man auch mit kleinen Sachen, andern eine Freude machen. So viel kreativität wünschte man sich auch von DB Regio.
Wie zu lesen gibt es die Figürchen für das Spiel bei Bedarf vom charmanten und kompetenten Zugbegleitpersonal zur Verfügung gestellt.

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/20160310145504l64qtkbozv.jpg

Und noch etwas, worauf man in Deutschland wahrscheinlich ein Leben lang vergeblich warten wird: Ruhezonen im Regionalverkehr.
Statt des ursprünglichen 1. Klasse Abteils im 928 gibt es nun eine Ruhezone, die von jedermann ohne Aufschlag oder sonstige Bedingungen
genutzt werden kann. Ich habe mir dieses Abteil mal gegönnt und kann sagen: Eine geniale Idee. Es ist wirklich leise und der 928 sehr laufruhig.

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/20160310120247ra7i4lz1bt.jpg

Was unweigerlich auch den Vorteil der größeren Beinfreiheit mit sich bringt,
da die Sitzabstände der vorherigen 1. Klasse beibehalten worden ist.

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/201603101455140d7p1f5x3n.jpg

Es wäre ja nicht Arriva vlaky, wenn man nicht ganz bewusst ein Augenmerk auf den Kundenservice und die
Dienstleistungsqualität legt. (Wobei ich zugeben muss, zuerst irritiert gewesen zu sein, was da in der Ablage liegt.
Und vor allem warum.) Wer es kuschliger mag un in der rund 50 Minütigen Fahrt ein Nickerchen machen will, darf sich
gerne an den Schlafuntensilien bedienen.

(Insbesondere auf der 'Eilzugfahrt' Praha – Uherské Hradiště – Trenčín dürfte sich das bei der Reisezeit anbieten.)

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/201603101516107hyql21fe8.jpg

Diese kleinen Tischchen wirken etwas instabil, sind aber für den praktischen Gebrauch gut geeignet.
Man sollte halt keine schweren Sachen drauf stellen, aber das gebietet schon der gesunde Menschenverstand.

http://www.fotos-hochladen.net/uploads/20160310120303abhysnx4io.jpg

Und noch soetwas, was in die Kategorie 'Kleine Mittel, große Wirkung' fällt. Jedes der Mehrzweckabteile
verfügt über jene Fahrradaufhängungen. So spart man sich das typische Gedränge, was sich im vollen 628er
ja gerade im Berufsverkehr mit vielen Fahrrädern immer gerne eingestellt hat.


Mein Persönliches Fazit:

Es ist dem Unternehmen und dem Personal vor Ort zu wünschen, dass sich die Bemühungen um den Markteintritt zur Erbringung von SPNV Leistungen endlich auszahlen. Viel Erfolg hat man mit den bisherigen Ausschreibungen nicht gehabt, auch was den geplanten Einsatz der 610er aus Hof angeht. Dafür scheint man wohl für den Fall des Falles inzwischen auch auf die 642er von DB Regio zurückgreifen zu können. Wie auch immer sich das entwickelt, mit so einem Unternehmen reist(!) man gerne. Mit dem 628er scheint man aufgrund der einfachen Technik auch sehr zufrieden zu sein.

(P.S. ich bitte die Bildqualität zu entschuldigen, aber mehr als Handybilder waren nicht drin. Es sollte auch nur der Dokumentation dienen.)

Na shledanou a dobrý večer
Friedrich
Hallo

Danke für die Dokumentation. Da steht ja einem Urlaub in Trencin nichts mehr im Wege!

Viele Grüße
EC Vindobona

Meine Reiseberichte: [www.drehscheibe-online.de]

Man wundert sich dann doch ein wenig, wenn man die Fahrzeuge des ARRIVA Eigentümer in deren natürlichen Habitat (aus dem ja auch der 628 entstammt) kennt. Und ganz ehrlich, auch als bekennender Staatsbahnfan, muss man zähneknirschend zugeben, dass entlang der Neiße die 642 der ODEG was das Servie angeht um einiges angenehmer sind, als ihre DB Pendants. Man tröstet sich halt, dass hinter der ODEG im Endeffekt auch eine Staatsbahn steht.

Zitat:
(Weil sie dem Unternehmen einen menschlichen Zug verleihen! Für deutsche hardcore Fans und Fuzzies kann es ja mitunter
das Schlimmste überhaupt sein, eine Familie mit Kindern als Mitreisende in der vermeintlichen Wohlfühlsphäre zu haben.)

Naja das ist ein deutschsprachiges Phänomen. Egal wo ich mit meinem Kindern war, sie wurden überall freundlich empfangen und umsorgt. Ich will nicht sagen dass es in deutschsprachigen Ländern nicht auch so sein kann, aber diesbezüglich liegen Glück und Elend oft nah beinander, wie dieses Beispiel aus Cottbus zeigt. Nochmal Danke an die Parkeisenbahner! In der Ukraine zum Beispiel wird kleinen Kindern selbstverständlich der Sitzplatz überlassen, genau wie alten Leuten, Behinderten und Schwangeren. Und was meine Kinder in Italien in einer Pazzaria gemacht haben, hätte in Österreich locker für einen Lokalverweiß gereicht. Den haben aber nur wor Eltern riskiert (und nur den Kindern zuliebe nicht ausgesprochen bekommen), da es für Kellner und Koch indiskutabel war diese entzückenden Bambini in ihrer Kreativitätsphase zu hemmen. Und man könnte nicht behautpen, dass Italen das Land der sozialgeschädigten Psychopaten par excelence wäre. Und ja, auch in Tschechien haben Kinder ein höheren Stellenwert.

Liebe Grüße und Danke für den Beitrag,
Werner





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2016:03:26:21:04:47.
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