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Aktivurlaub auf der Abraumhalde („Aua dA“)

Teil 8b: Aller guten Dinge sind drei – Mission Sonnenuntergang im großen Abschlussfinale



Im letzten Bericht hatte ich euch ja von der sehr zufriedenstellenden Ausbeute des Vormittags berichtet, was auch angemessen begossen wurde. So schlummerte ich sanft und schnell in den Mittagsschlaf und erst dieser dämliche Handywecker holte mich jäh aus meinen süßen Träumen. Aber es sollte unser letzter Abend in Fuxin sein und der wollte nochmals zielbringend genutzt werden. Also auf zur Mission Sonnenuntergang, unserer letzten Chance in diesem Aktivurlaub. Zur Einstimmung ging es gleich hinauf zur Abraumhalde.

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Bild 0: Wie immer zu Beginn aber zunächst wie immer die Übersichtskarte der Clubanlage. In diesem Bericht bewegen wir uns ausschließlich auf der Abraumhalde (dumps).



Auf unserem Schleichweg hinauf zur Abraumhalde passierten wir immer den Eingang zur kleineren Wulong-Mine, die Wulong-Mine besteht ja aus zwei Teilen. Der kleinere Teil ist weitaus älter, hat auf seinem Gelände aber eine schmalspurige Elektrobahn. Seit dem schweren Grubenunglück letztes Jahr mit über 50 toten Kumpels ist dieser Teil der Mine eigentlich geschlossen. Gestern konnte ich jedoch eine E-Lok beim Rangieren beobachten und die Räder im alten Förderturm bewegten sich ebenfalls. Gerne hätte ich die Schmalspurbahn näher betrachtet, schließlich stehe ich eigentlich am meisten auf Schmalspurbahnen, egal welcher Traktion. Aber das Gelände ist von einer hohen Mauer umgeben und nur am streng bewachten Eingangstor hat man einen Blick auf das Gelände. Nun hatte man schon vor dem Unglück erhebliche Erfahrung im Vertreiben unerwünschter Fotografen, das wurde durch das Grubenunglück nicht besser. An ein Betreten des Geländes war also nicht zu denken und meine Begleiter rieten mir selbst von Fotos am Eingangsbereich aus dem Auto heraus ab. Also suchten wir in der Nähe eine Stelle an der hohen Mauer, wo ein Aschehügel direkt an der Mauer lag. Ich bestieg selbigen, aber trotz meiner 1,90m Körpergröße konnte ich mit meiner Kamera selbst beim Halten über Kopf nicht über die Mauer hinweg sehen lassen. So versuchte ich es mit Springen und Kamera mit Tele über Kopf halten:

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Bild 51: Das beste Ergebnis meiner akrobatischen Anstrengungen. Immerhin vier Loks sind zu sehen, das Bild wurde halbwegs scharf und die mittlere Lok wurde gerade von einem
Arbeiter bestiegen. Ich wollte meine Mitstreiter nochmals überzeugen, am Eingang freundlich nach einer kurzen Besichtigung nachzufragen und mit ein paar Zigaretten nachzuhelfen.
Das wäre doch viel interessanter wie schon wieder den ganzen Nachmittag auf der Abraumhalde zu verbringen. Aber keine Chance, zumal unsere offizielle Genehmigung zwar das
Fotografieren entlang der Gleise gestattet, das Betreten der Minengelände aber strikt untersagte. Also blieb es leider bei diesem einen Foto und es ging hinauf zur Abraumhalde.


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Bild 52: Und dort treffen wir mal wieder auf den General. Da er nur vier Wagen zu schieben hat, muss er sich in der Nachmittagssonne nicht so sehr anstrengen.


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Bild 53: Auf der Suche nach neuen Fotomotiven auf der Abraumhalde. Der General hat im Hintergrund Stellung bezogen und beginnt gleich das Entlademanöver ...


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Bild 54: … das er aber recht schnell schon wieder beendet hat. Hilft aber nichts, denn erst muss der
Gegenzug auf die Halde fahren, bevor er wieder zurück zur Wulong-Mine darf, um Nachschub zu holen.


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Bild 55: Jun und ein Bahnangestellter vertreiben sich die Wartezeit auf den Gegenzug mit einem Plausch. Der General hat mächtig Druck im Kessel und lässt diesen erst mal ab.


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Bild 56: Endlich kommt SY 1460 mit einer Abraumfuhre angedampft und …


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Bild 57: … macht den Weg für den General frei. Die Weichenwärter stehen Spalier


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Bild 58: Auch SY 1395 gab ein kurzes Intermezzo auf der Abraumhalde. Wir aber suchten die Abladestelle auf, die SY 1460 soeben erreicht hatte.


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Bild 59: Wie man sieht, ist die Abraumhalde eine ganz schön staubige Angelegenheit. Meine Schwiegermutter war
jedenfalls ordentlich am Fluchen, als sie meine Dreckwäsche nach der Rückankunft in Peking in ihre Waschmaschine lud.


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Bild 60: SY 1460 entlud gerade den ersten Abraumwagen unter den Augen des Zugpersonals und einiger Kohlesammler. Ist aber scheinbar nichts Brauchbares dabei.


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Bild 61: Also versuchen wir es mal mit dem zweiten Wagen. Die Meute stürzt sich …


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Bild 62: … in die Staubwolke. Das Zugpersonal hat den Inhalt natürlich schon während der Beladung inspiziert und sichert sich die besten Stücke.
Allerdings interessiert sich das Zugpersonal nur für die Altmetallreste, der Rest bleibt dann den Kohlesammlern.


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Bild 63: Kleiner Stellungswechsel. Noch während die Felsbrocken aus dem Wagen poltern (man
beachte den Brocken zwischen den beiden Männern links!), springt die Meute in die Staubwolke und ….


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Bild 64: … sucht nach den besten Stücken. So langsam verzieht sich der Staub …


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Bild 65: … aber auch hier sind die Ergebnisse eher nüchtern. Es bleibt also nur noch der fünfte Wagen …


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Bild 66: … und da hat einer doch tatsächlich was entdeckt. Er dirigiert die Meute in die Staubwolke hinein.


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Bild 67: Nein, nicht da. Weiter oben!


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Bild 68: Tatsächlich, da war doch einiges an dickem Draht zwischen dem Abraum. Das Zugpersonal sichert sich die besten Stücke und …


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Bild 69: … macht sich wieder auf den Rückweg, während die armen Kohlesammler zurückbleiben und den Abraum nach weiteren Schätzen durchsuchen.



Das war jetzt erst einmal genug Action und wir legten uns zum Relaxen wieder an den Pool. Dort startete ein Showprogramm der Animateure und uns wurde nochmals im Zeitraffer vorgeführt, was wir die letzten Tage hier oben so alles erlebt hatten. Die Sonne stand eigentlich zu hoch, ab das Bemühen der Animateure wollten wir dennoch auf Chip bannen:

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Bild 70: Den Auftakt macht der Aschezug, heute mal nicht vom General geschoben wie am zweiten Tag (Teile 4a und 4b). Da hatten der General und das Wetter uns
einige Nerven gekostet, die Verfolgung vom Kraftwerk bis zur Abraumhalde zog sich fast den ganzen Tag hin und selten spielten Sonne und Wind passend mit. Nicht so heute.


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Bild 71: Auch der positive Effekt unserer landschaftspflegerischen Maßnahmen am Bahndamm (siehe Teil 5) wurde uns nochmals vorgeführt.


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Bild 72: Und da ist er schon wieder, der rote deutsche General. Oft war er ziemlich zickig (siehe Teil 6a) …


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Bild 73: … manchmal bescherte er uns aber auch traumhafte Motive (siehe Teil 8a).


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Bild 74: Auch in der Abschluss-Show zeigte er sich nochmals von seiner besten Seite. Mit einer
kräftigen Rauch- und Dampfwolke schiebt er die fünf voll beladenen Abraumwagen die Abraumhalde hinauf.


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Bild 75: Die Sonne steht tiefer und der Aschezugkommt leer von der Abraumhalde zurück und erinnert uns daran,
dass der Baum rechts ja bereits zweimal das vergebliche Fotomotiv zum Sonnenuntergang war (siehe Teil 6b und Teil 7b).



Es fehlte aber noch der Showhöhepunkt in Form des Sonnenuntergangs und es oblag uns, wie wir diesen inszenieren wollten. Lieber nochmal auf Nummer sicher den Pool, da ist man zeitlich bezüglich des Sonnenuntergangs etwas flexibler, dafür war die Oberfläche heute Abend allerdings nicht glatt genug für perfekte Spiegelungen und eigentlich hatten wir ja schon recht gute Motive im Kasten (siehe Teil 5). Sollten wir tatsächlich nochmals einen Versuch starten mit dem Baum als Motiv. Die letzte Showeinlage hatte uns ja auch schon ein Zeichen gegeben und aller guten Dinge sind drei. Dachten wir uns jedenfalls und vollzogen also nochmals einen Stellungswechsel. Die Züge verkehrten heute zur praktisch genau gleichen Zeit wie gestern und die Sonne sollte auch schon wieder knapp zwei Minuten später untergehen. Die Chancen standen also eher schlecht. Immer wieder der bange Blick auf die Uhr, den Stand der Sonne und die Aktivitäten an der Wulong-Mine. Die Spannung stieg ins Unermessliche. Ich hatte meinen Fotoapparat samt Teleobjektiv zum Fernglas mutieren lassen. Zum Zeitpunkt, als gestern der Zug bergwärts kam, war keinerlei Dampfwolke mit dem Fernglas zu sehen. Zu früh würde der Zug also nicht kommen, jetzt blieb nur noch die bange Frage, ob er nicht zu spät kommt. Eigentlich hätte ja schon längst ein Zug kommen müssen, die Wartepause war schon viel zu lange. Blick in Richtung Sonne: in fünf Minuten wäre der Sonnenstand perfekt. Blick ins Teleobjektiv: eine Dampfwolke! Wohin? Richtung Abraumhalde! Mein Ausruf „Ho che lai la“ elektrisierte alle. Schnell Kameraeinstellungen geprüft und Position angenommen. Prüfender Blick zurück: wie lange würde der Zug an der Ausweichstelle halten? Nur kurz. Wenn der Zug jetzt nicht entgleist oder die Lok schlapp macht, dann würde es sich ausgehen (wie es unsere österreichischen Freunde gerne sagen). Jetzt aber genug geschrieben, zum stillen Genießen einfach die Bilder des Sonnenuntergangs ohne jeglichen Bildkommentar:

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Bild 76:


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Bild 77:


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Bild 78:


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Bild 79:


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Bild 80:


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Bild 81:



Auch der zweite Zug hinauf zur Abraumhalde kam noch im allerletzten Büchsenlicht, daher will ich euch die Fotos nicht vorenthalten:

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Bild 82:


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Bild 83:



Wären wir auf einem amerikanischen Flugzeugträger, würden wir jetzt ein großes Banner „Mission accomplished“ aufhängen. Da wir uns aber auf einer Abraumhalde im kalten Nordosten Chinas befanden, gab es erst einmal einen Schluck Hochprozentiges frei nach dem Motto „Wenn einem so viel Gutes widerfährt, …“. Auf dem Rückweg ins Hotel machten wir nochmals kurz im BW halt. Als ob wir heute nicht genug Glück gehabt hätten, stand dort tatsächlich auch noch eine Dampflok. Schnell das Stativ aufgebaut, Kamera drauf und Blende geöffnet. Leider war die Lok aber schon fertig und rollte zurück, kaum dass ich den Auslöser gedrückt hatte. Also Blende wieder zu, das Ergebnis war natürlich viel zu dunkel. Man kann eben nicht alles im Leben haben:

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Bild 84: SY 1396 zu später Stunde im BW. Hätten wir das Traummotiv zum Sonnenuntergang nicht mit Schnaps gefeiert,
sondern wären gleich hierher gefahren, dann wäre es vielleicht was geworden. So ist es eigentlich nur ein Foto für den Papierkorb.



Es ging direkt weiter ins Restaurant, wo wir in den Erinnerungen an den heutigen Tag schwelgten. Zurück im Hotel wurde zunächst ich und dann die gesamte Foto- und Videoausrüstung entstaubt, anschließend der Koffer gepackt. Am nächsten Tag ging es nämlich weiter gen Westen in die Innere Mongolei, standesgemäß natürlich mit dem Zug. Es sollte uns allerdings noch der Morgen und Vormittag in Fuxin verbleiben, da unser Zug erst am frühen Nachmittag abfuhr. Vom letzten halben Tag in der Aktivurlaub-Clubanalage von Fuxin werde ich euch dann im nächsten Beitrag berichten. Ich hoffe, dass ihr dann alle wieder dabei seid.





Inhaltsverzeichnis Aktivurlaub auf der Abraumhalde („Aua dA“)










1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:12:30:11:53:11.
Vielen herzlichen Dank für all diese Wahnsinnsfotos aus dem Wellnesurlaub :-)

Gruß, Ralf

Heftig! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 04.01.16 22:16

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
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