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Aktivurlaub auf der Abraumhalde („Aua dA“)

Teil 4b: Vom Winde verweht und dann auch noch zu später Stunde Ärger im BW




Im letzten Bericht hatten wir bereits einen recht intensiven Morgen und Vormittag mit der Jagd auf den roten General verbracht. Ich fiel ins Bett und schlief sofort ein, erst der Wecker holte mich aus meinen süßen Mittagsschlafträumen zurück. Zunächst stand ein Besuch hinter der Frontlinie an. Im Ausbesserungswerk war eine ausführliche Bestandsaufnahme vorgesehen. Anschließend ging es wieder hinauf auf die Abraumhalde, um uns auf den Sonnenuntergang am Pool einzustimmen. Nach dem Abendessen stand noch ein Besuch im BW für Nachtaufnahmen an. Ein Tagesordnungspunkt, der noch für erheblichen Ärger sorgen sollte. Aber dazu am Ende des Berichts mehr (ihr müsst also bis zum Ende durchhalten).

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Bild 0: Übersichtskarte der Clubanlage. In diesem Bericht halten wir uns hauptsächlich im Ausbesserungswerk (workshop) und auf der Abraumhalde (dumps) auf.
Zu später Stunde stand dann noch ein Besuch im BW (depot) auf dem Programm, verbunden mit dem einen oder anderen Hindernis.



Auf dem Weg ins AW passierten wir noch einen Bahnübergang an der Strecke von Pingan zur Wulong-Mine. Kurz vor dem Überqueren schlossen sich die Schranken. Ich hatte keine Ahnung, was für ein Zug und aus welcher Richtung der Zug kommen würde. Auf Verdacht postierte ich mich so am Bahnübergang, dass das pittoreske Häuschen des Schrankenwärters auf das Foto bekommen konnte. Und siehe da, ich hatte Glück:


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Bild 49: Der Zug kam aus der richtigen Richtung und war auch noch mit dem roten Stern vorgespannt. Nur das Licht stand falsch.



Mr. Gu kannte den Wärter am Eingang des AW und durfte mit seinem Auto sogar direkt auf den Innenhof des AW fahren. Ich versteckte mich vorsichtshalber noch im Fonds des Autos, während Mr. Gu und Jun die AW-Leitung zwecks Besuchsgenehmigung aufsuchten. Generell ist die AW-Leitung Besuchern nicht sonderlich aufgeschlossen, und vor allem für Langnasen gibt es wenn überhaupt nur gegen Zahlung einer horrenden Gebühr Zutritt in die Werkstatthallen. Bereits nach weniger als zwei Minuten kamen die beiden zurück. Da gab es wohl eine Abfuhr. Aber als ich sah, dass Mr.Gu einen Helm in der Hand hielt, keimte Hoffnung auf. Wir dürfen kostenlos ins AW, aber nur kurz und die Langnase (und nur die) muss einen Helm tragen. Der hilft zwar nichts bei den Lasten, die einem im AW über dem Kopf schweben können und ich kam mir als „Bob der Baumeister“-Verschnitt ziemlich bescheuert vor. „Aber hey. Können wir das schaffen?“ „Jo, wir schaffen das.“. Also nix wie los in die heiligen Werkstatthallen, bevor es sich die AW-Leitung nochmals anders überlegt.

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Bild 50: Im Innenhof stand die frisch untersuchte Lokomotive SY 1396. Sie sollte uns die nächsten Tage noch öfters begegnen.


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Bild 51: In der ersten Werkstatt stand die dieselelektrische Lokomotive DF5D 0067. Die Baureihe DF5 wird seit 1977 gebaut, die Version D seit 1999. Loks der Baureihe
DF5D haben eine Leistung von 1.200kW und eine Höchstgeschwindigkeit von 80km/h. Seit 1977 entstanden mehrere tausend Lokomotiven bei allen großen chinesischen
Herstellern (Dalian, Tangshan, Sifang), die heute an praktisch jedem chinesischem Bahnhof im Rangier- und Verschubdienst anzutreffen sind. DF steht übrigens für
Dongfeng („Ostwind“), fast alle dieselelektrischen Loks in China sind unter diesem Namen eingruppiert. Die Industriebahnen wie in Fuxin sind zwar unabhängig von der
Staatsbahn, allerdings werden Bezeichnungen und Nummerierungen 1:1 übernehmen, auch die Signale sind meistens baugleich mit denen der Staatsbahn.
In Fuxin ist man übrigens mit den Dieselloks laut Aussage eines Werkstattmitarbeiters äußerst unzufrieden. Man will daher keine weiteren Dieselloks kaufen,
sondern die bestehenden Dampfloks erst einmal weiter am Leben halten. Das wurde auch daran deutlich, dass bei unserem Werkstattbesuch fünf Dampfloks gerade
repariert bzw. untersucht wurden, wobei zwei Dampfloks schon wieder einsatzbereit waren (siehe SY 1396 auf Bild 50 und SY 1195 Auf Bild 57).


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Bild 52: Diese Achsen gehören zu Lok SY 1320, die in der Werkstatt gerade eine Generalüberholung erhält.


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Bild 53: Rahmen und Kessel von Lok SY 1320 fanden sich in einer weiteren Werkstatthalle.


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Bild 54: Ein Arbeiter war gerade dabei, Ersatzteile für den Kessel von SY 1320 zu fertigen.


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Bild 55: In Sachen Arbeitsschutz machen die Chinesen Fortschritte, jeder Arbeiter trug einen Helm.
Wenn der Arbeiter jetzt noch eine Schutzbrille tragen würde, hätten wir fast schon deutsche Verhältnisse.


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Bild 56: Die Loks SY 1359 und 1319 warten in der Halle auf ihren Untersuchungstermin. Die Drehgestelle im Vordergrund gehören zum Tender von SY 1320. Rechts angeschnitten...


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Bild 57: … Lok SY 1195. Sie hat soeben frische Farbe bekommen und wird in Kürze wohl auch wieder in die Freiheit entlassen.


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Bild 58: Lok SY 1195 glänzt vor sich hin, was man vom Rahmen und Kessel von SY 1320 im Hintergrund nicht gerade behaupten kann.


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Bild 59: Das Führerhaus von SY 1320 mit seinen sozialistischen Verzierungen wurde bereits teilweise ausgebessert.


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Bild 60: Blick durch das demontierte Führerhaus von SY 1320 auf den Tender selbiger Lok, der ebenfalls schon ausgebessert wurde.


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Bild 61: Die Kaffee- und Teeecke in der Werkstatthalle. Trotz oder gerade wegen dem hohen off-topic Inhalt für mich das schönste Motiv im AW.


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Bild 62: Als Pufferküsser-Wiedergutmachung für das vorherige Bild der Klassiker: SY 1359 schräg vor vorne,
nur die Stangen sind leider nicht in Bellingrodt-gemäßer Stellung. Ich bitte daher vielmals um Entschuldigung.


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Bild 63: Dieser Arbeiter trug beim Schweißen sogar eine Brille. Das Bild könnte ja tatsächlich fast
schon als positives Vorbild für eine Werbekampagne der deutschen Unfallversicherung verwendet werden.


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Bild 64: Ein Blick aus der Werkstatt hinaus auf den Innenhof, wo Lok SY 1396 auf ihren ersten Einsatz nach erfolgter Untersuchung wartet.


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Bild 65: Zum Abschied noch ein Überbleibsel der Feiern zum Chinesischen Neujahr wenige Wochen zuvor. Auch die Werkstatthallen wurden entsprechend dekoriert.



Wir wollten die von der AW-Leitung gesetzten Grenzen bezüglich der Besuchszeiten nicht unnötig strapazieren und machten uns daher nach gut zehn Minuten wieder auf den Weg zum Auto. Als Dank für die freundliche Erlaubnis zur Besichtigung gab es noch Eisenbahnbilder und Zigaretten. Nachdem wir am Vortag keine Loks im Betriebswerk antrafen, wollten wir heute nochmals unser Glück versuchen. Bei so viel Betrieb müssen die Loks ja irgendwann Wasser und Kohle fassen. Am BW angekommen herrschte dort aber wiederum gähnende Leere. Also wurde zunächst einmal die direkte Umgebung des BW in Augenschein genommen (Achtung, es folgen jetzt sieben off-topic Bilder!):

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Bild 66: Vor ihrer Baracke direkt neben dem BW haben sich zwei alte Damen zum Plausch in der nachmittäglichen Sonne gesetzt. Was mögen sie wohl alles
in ihrem bewegten Leben so alles erlebt haben? Die brutale japanische Besatzung im Zweiten Weltkrieg, der darauf folgende Bürgerkrieg, die Machtübernahme
der Kommunisten, der Koreakrieg, der großen Sprung nach Vorne mit zig Millionen Verhungerten, eine Kulturrevolution, in der alles kurz und klein geschlagen wurde,
der kapitalistische Aufschwung, der Niedergang vom blühenden Kohlerevier… Leider ist bei uns in Deutschland viel zu wenigen Leuten bewusst, in welcher ruhigen
und friedlichen Zeit wir die letzten Jahrzehnte in Europa gelebt haben…


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Bild 67: Auf der Freifläche zwischen BW links, dem Kraftwerk im Hintergrund und den Wohnblocks rechts haben sich Menschen, die bisher
nicht so richtig am wirtschaftlichen Aufstieg Chinas partizipiert haben, Baracken gebaut. Das Altholz dient als Brennmaterial oder zum Bau…


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Bild 68: … von Gartenzäunen. Kaputte Kloschüsseln kann man auch ideal als Blumentopf verwenden. Von deutschen Touristen höre ich immer wieder,
dass in China alles so modern, (abgesehen von der Luft) sauber und glitzernd wäre. In den Städten, Flughäfen und Bahnhöfen entlang der ausgetretenen
Touristenpfade mag das ja so sein, das andere China bekommen sie dagegen nicht zu sehen…


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Bild 69: Von Loks im BW ist weit und breit immer noch nichts zu sehen. Daher bläst Jun mit
den Worten „If no take photo of steam train, we take cup of steam coffee“ zur „Coffee time“.


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Bild 70: Chinesische Kontraste: Im Hintergrund streben die modernen Apartment-Türme wie Pilze aus dem Boden, davor das archaisch
anmutende BW und im Vordergrund die Baracken der Ärmsten, die von einer Wohnung in den Hochhäusern im Hintergrund nur träumen können.


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Bild 71: Die ältere Dame hat den Plausch mit der Nachbarin abgeschlossen, jetzt bereitet sie im Freien das Abendessen vor,
während ihr Ehemann aus dem Altholz das notwendige Brennmaterial zum Kochen herstellt. Was es heute wohl Leckeres gibt?


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Bild 72: Und da noch immer keine Lok zu sehen ist, nochmals ein Bild aus der Kategorie chinesische Kontraste.



Aber auch die längste Kaffeepause ist mal vorbei und da sich noch immer keine Lok ins BW verirrt hatte, beschlossen wir, uns ein bisschen am Pool zu entspannen. Ohne besondere Vorkommnisse erreichten wir nach 10-minütiger Autofahrt die Abraumhalde. Nach längerer Wartezeit kam dann auch endlich der erste Abraumzug vorbei:

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Bild 73: Bei nur vier angehängten Wagen ist die Dampfentwicklung nicht so toll und obwohl die Sonne noch recht hoch steht, ist es für gute Gegenlichtaufnahmen trotzdem zu dunkel.


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Bild 74: Aber alles meckern hilft nichts, da müssen wir jetzt durch.


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Bild 75: Immerhin das Wasser sieht fast aus wie flüssiges Gold.



Da die Sonne sich weiter hinter den Wolken versteckte und der starke Wind schöne Wasserreflektionen verhinderte, beschlossen wir einen Standortwechsel hinauf an die Stelle wo der Abraum ausgekippt wird. Dort sollte der Wind für Gegenlichtaufnahmen kein so großes Hindernis darstellen.

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Bild 76: Als wir die sturmgepeitschte Hochfläche der Abraumhalde erreicht hatten, war der eben am Pool fotografierte Abraumzug schon wieder auf dem Rückweg.
Eine optimale Fotoposition ließ sich auf die Schnelle nicht mehr finden. Immerhin ergänzten ein paar ebenfalls vom Sturm gepeitschte Baumsilhouetten das Motiv.
Ob die kurze verbleibende Zeit bis zum Sonnenuntergang reichen sollte, um ein weiteres Sonnenuntergangsmotiv mit einem weiteren Abraumzug zu bekommen?


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Bild 77: Wo ist eigentlich der General, wenn man ihn am dringendsten braucht? Natürlich immer am Ort des Geschehens! Gerade noch rechtzeitig
vor Sonnenuntergang schiebt General „Zhu De“ seine Abraumwagen an unseren Kameras vorbei und zeigt sich so nochmals im allerbesten Licht.


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Bild 78: Der General gibt nochmal alles, um den Zug die letzten Meter bis zum Entladeort zu schieben.


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Bild 79: Der General hat den Abladeort erreicht, der Wind treibt die Rauchwolke fotogen über die gesamte Zuglänge hinweg.


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Bild 80: Die Sonne verschwindet im Smog- und Feinstaubschleier, der sich über den Talkessel von Fuxin gelegt hat.
Und der General trägt mit seiner Rauchwolke dazu bei, dass die Feinstaubbelastung noch ein bisschen weiter steigt.


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Bild 81: Im allerletzten Büchsenlicht verlässt der General die Abraumhalde. So endet der Tag auf der
Abraumhalde wie er begonnen hat: mit einer Vorbeifahrt des Generals bei eher mangelhaften Lichtverhältnissen.



Mit der untergehenden Sonne endete auch das Clubprogramm auf der Abraumhalde für den heutigen Tag. Im Gegensatz zu gestern, als das Clubprogramm bereits mit dem Sonnenuntergang endete, war heute noch ansprechendes Abendprogramm abseits der Abraumhalde geplant. Wir wollten noch Nachtaufnahmen im Depot machen. So machten wir uns ohne große Hoffnung auf ins Depot, wo uns wie schon erwartet gähnende Leere erwartete. Also da muss die Clubleitung noch ein bisschen am Programmablauf feilen.

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Bild 82: Jetzt wäre das Licht für Nachtaufnahmen perfekt. Alleine es fehlt eine Dampflok im BW. Aber bedingungslose Kapitulation kommt nicht in Frage (siehe unten).



Weiterlesen kann ihre Gesundheit gefährden!
Die folgenden Bilder und Texte können Spuren von off-topic Anteilen enthalten.
Personen mit ausgeprägter Allergie gegen Plätzchen backen mit der Familie und anderen off-topic
Inhalten wird daher dringend vom weiteren Genuss des Beitrags abgeraten.


Wir ließen uns davon aber nicht entmutigen und bezogen in einer Spelunke (das Viertel rund um das Depot gehört nicht gerade zu den vornehmsten Wohngegenden in Fuxin) in der Nähe des Depots Stellung. Ein deutscher Hygieneinspektor würde bei Betreten des Ladens wahrscheinlich sofort rückwärts wieder hinausstolpern, mir aber gefiel der Laden mit seinem sozialistisch angehauchten Interieur ohne jeglichen Schnick-Schnack.

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Bild 83: Im Eingangsbereich der Spelunke sah es so aus. Es ist nicht anders
wie bei Mc Donalds & Co. Die Fotos der Speisen machen einem den Mund wässrig,
das aufgetischte Essen sieht dann aber irgendwie komplett anders aus.


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Bild 84: OK, ganz so extrem wie bei McDonalds war es dann doch nicht. Und das Bier war auch nicht so warm wie gestern. Es kam zwar auch nicht aus
dem Kühlschrank, sondern wurde im Freien gelagert und hatte daher eine annehmbare Trinktemperatur. Neben den süß-sauer frittierten Hähnchenteilen…


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Bild 85: … gab’s auch noch frittiertes Gemüse. Zusammen mit Mr. Gu und Jun ließen wir es uns schmecken, aufmerksam beobachtet …


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Bild 86: … vom Nachbartisch. Bei den Flaschen im Hintergrund handelt es sich übrigens nicht um Wasser-, sondern um Schnapsflaschen.


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Bild 87: Besticht der Gastraum noch durch sein schlichtes Ambiente,
sieht es auf der Toilette anders aus. Dort sorgen künstliches Efeu und
eine Rohrverkleidung aus Birkenrindeimitat für ein naturnahes Ambiente.
Es fehlte eigentlich nur noch Vogelgezwitscher aus einem Lautsprecher.


Immer wieder lief einer von uns Dreien kurz rüber in Richtung BW um zu schauen, ob sich dort mittlerweile eine Lokomotive eingefunden hätte. Aufgrund der fortschreitenden Müdigkeit, gefördert durch den fortschreitenden Bierkonsum (das Essen war längst abgeräumt) diskutierten wir bereits über einen Aufbruch in Richtung Hotel, als plötzlich die Meldung kam „ho che lai la“ was so viel bedeutet wie „Zug kommt“. Schnell packten wir unsere Sachen und machten uns im Laufschritt in Richtung Depot. Gleich zwei Loks waren dort mittlerweile zum Frisch machen angekommen. Eigentlich hätte uns schon die Lexus-Limousine auffallen müssen, die vor dem Eingang zum BW parkte. Tat sie aber im Dunkeln nicht, zumal wir nur die Loks im Blick hatten. Aber kaum hatten wir das Depot betreten, wurden wir aus dem Lexus angebrüllt. Jun und Mr. Gu traten sofort den Rückzug an, ich schloss mich an. Im Lexus saß der Sicherheitschef der Bahn und hielt uns eine Gardinenpredigt (so zumindest meine Annahme, ich verstand nämlich kein Wort). Mit hängenden Köpfen folgten Jun und Mr. Gu wie kleine Jungs nach einem Streich seinen Ausführungen, zarte Einwände, dass wir eine (teuer erkaufte) schriftliche Genehmigung des Bahnchefs hätten, wurden weggebrüllt. Um die Genehmigung nicht zu gefährden, liefen wir nach Beendigung der Gardinenpredigt zügig unter Beaufsichtigung des Sicherheitschefs wieder zurück zur Spelunke, ohne Nachtfotos.

Unsere Jagdlust war jetzt aber erst recht geweckt, zumal die Angestellten im Depot überhaupt nichts gegen unsere Anwesenheit hatten, sondern uns schon freudig erwartet hatten. Als Teenager habe ich immer nur in der Schule und nie zuhause geraucht. Warum? In der Schule war das Rauchen verboten, zuhause nicht. So spähten wir immer wieder vorsichtig aus der Spelunke. Der Sicherheitschef war sofort weitergefahren und nach zehn Minuten war uns die Luft rein genug. Fast schon in Agentenmanier schlichen wir auf’s Depotgelände. Dort waren die beiden Damen mit dem Frisch machen fast schon fertig, eigentlich sind Damen bei solchen Themen ja eher länger beschäftigt. So blieb es nur bei zwei, nicht gerade sonderlich tollen Nachtaufnahmen, bevor die Damen wieder zur Arbeit aufbrachen. Das Depot-Personal entschuldigte sich sogar bei uns wegen dem Sicherheitschef, trotzdem wollten wir keine weiteren Probleme verursachen und schlichen genauso unauffällig vom Gelände, wie wir es betreten hatten.

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Bild 88: SY 1210 zur nächtlichen Stunde im Depot. Trotz Vertreibung durch den Sicherheitschef kamen wir doch noch zu unseren Nachtaufnahmen.


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Bild 89: Wir wollten unser verbotenes Tun allerdings nicht überstrapazieren und beließen es daher bei zwei Fotos.




Im Hotel musste ich dann noch meine Bilder und Videos sichern und meine gesamte Ausrüstung entstauben, der erste komplette Tag auf der staubigen Abraumhalde hatte seine Spuren hinterlassen. Danach nichts wie ab ins Bett, denn am nächsten Morgen sollte der Wecker ja schon wieder um 5:15 klingeln. Ihr braucht wiederum keinen Wecker zu stellen, wenn ihr das nächste Mal (hoffentlich) wieder dabei sein wollt und es das nächste Mal „Aua dA“ macht.




Inhaltsverzeichnis Aktivurlaub auf der Abraumhalde („Aua dA“)










1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2015:10:02:16:37:38.
Hallo!

Super! :-)

Ach ja, die 1320...
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lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Ja. Da sah 1320 noch besser aus. Vielleicht komme ich nächstes Jahr wieder nach Fuxin, dann kann ich schauen, ob sie wieder so glänzt.