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 08/01 - Auslandsforum "classic" 

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Willkommen zum zweiten Teil unserer Reise durch Südafrika. Teil 1 findet Ihr hier. Vielen Dank für die Rückmeldungen!

In diesem Teil möchte ich den Rest unserer Zugfahrt nach Johannesburg schildern, ein paar Bilder der eindrücklichen Tierwelt im Krüger-Nationalpark zeigen, und zum Schluss werdet Ihr auch noch ein paar Eisenbahnfotos zu sehen bekommen. Ja, wir waren gegen Ende unserer Ferien auch noch auf Schlaglochpisten entlang zweier Eisenbahnstrecken unterwegs, um ein paar Güterzüge aufzunehmen. Doch davon später…

Wir waren also in unserem Nachtzug, die Sonne war untergegangen und wir widmeten uns noch unserem Lesestoff, bis es Zeit fürs Nachtessen sein wird. Punkt 19.30 begaben wir uns in den Speisewagen, wo wir vom Personal schon erwartet wurden. Um zum Speisewagen zu gelangen, mussten wir auch durch den Küchenwagen, wo wir einen Blick in die Küche wagten. Dort waren tatsächlich drei Personen (für 4 Gäste) am Kochen… Kaum hingesetzt, kam auch schon der erste Gang: eine sehr feine Gemüsesuppe (schmeckte nicht nach Fertigsuppe!).

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Darauf folgte eine Fischvorspeise, danach der Hauptgang, Lammfilet mit Kartoffeln und Gemüse. All das war wirklich sehr fein, und toll fand ich auch, dass man immer zuerst einen leeren Teller bekam, und dann aus einer grossen Schüssel geschöpft wurde. Darin war natürlich viel zu viel für uns vier Gäste, nachdem wir fertig waren, bekam das Personal auch noch seinen Anteil.

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Fürs Schokoladendessert hatte ich dann definitiv keinen Platz mehr… Wir zügelten danach wieder in den Loungewagen, dort wollten wir uns nochmals ein bisschen unseren Büchern widmen. Doch es wurde ziemlich schnell saukalt im Wagen, sodass wir uns in unserer Kabine zurückzogen. Diese war unterdessen umgebaut worden, es erwarteten uns zwei frisch gemachte Betten:

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Die Betten waren sehr bequem, und sogar für mich lang genug… Schnell löschten wir das Licht und beobachteten die totale Dunkelheit und den grandiosen Sternenhimmel. Teilweise sah man während Minuten kein einziges Licht draussen. Irgendwann später standen wir dann lange in einem Bahnhof, und unsere E-Lok wurde gegen eine Diesellok ausgetauscht. So wurden wir in die Nacht geruckelt…

Am anderen Morgen erwachte ich, als es schon dämmerte, und kurz darauf ging auch schon die Sonne auf. Die Landschaft hatte sich verändert, die Landschaft war platt und wir passierten Getreidefelder von riesigen Dimensionen.

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Wir sassen wieder wie gestern Abend im Bett (unter der dicken, wärmenden Bettdecke, es war immer noch saukalt) und beobachteten die Landschaft. Dazu wurde uns noch ein heisser Rooibos-Tee serviert 

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Da die Ankunft in Jo’burg erst gegen Mittag geplant war, hatten wir am Vorabend abgemacht, dass wir erst um 9 Uhr frühstücken wollten. Und auch das Frühstück konnte sich sehen lassen, es gab sowohl ‚continental breakfast‘ als auch Eier, Speck, eine Art Hackfleisch, und Gemüse. Mit gut gefüllten Mägen setzten wir uns wieder in den Loungewagen und genossen die vorbeiziehenden Landschaften. Und je länger die Sonne aufs Dach brannte, desto wärmer wurde es im Wagen, bald konnte man die Fleecejacke in der Kabine versorgen.

Je näher wir an Johannesburg kamen, desto häufiger passierten wir Dörfer. Waren es zuerst noch Bauerndörfer, wurden sie mit abnehmender Distanz immer grösser. Bis wir im Dunstkreis von Jo’burg waren – sprichwörtlich… Die Luft wurde ziemlich diesig. Die letzten 2 Stunden führte unsere Fahrt fast dauern durch besiedeltes Gebiet, und auch immer häufiger passierten wir Bahnhöfe, in denen Menschenmassen auf die Metro-Züge warteten. Und im Gegensatz zur Kap-Provinz und der Gartenroute gab es keine Weissen. Und wenn man die Siedlungen der Menschen ein wenig genauer betrachtete, wurde einem die krasse Armut der Menschen dort erst richtig bewusst. Die Hütten bestanden aus einfachstem Holz- oder Wellblech, an den Strassenkreuzungen stand eine Art ToiToi-Häuschen, und beleuchtet wurde das Ganze von einzelnen, riesigen Flutlichtmasten. Ich glaube, das ist genau das, was man sich unter dem Begriff Township vorstellen muss. Aber auch das – nicht nur die grandiose Natur – ist Südafrika, und es ist mir auch wichtig, auch diese Seite des Landes zu zeigen…

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Waren wir beim letzten Halt vor Jo’burg, in Vereeinigung, noch pünktlich, sammelten wir in der letzten Stunde noch fast eine Stunde Verspätung, wir standen mehr, als dass wir vorwärts kamen. Doch schlussendlich kamen wir in Johannesburg Park Station an. Wer sich jetzt ein imposantes Bahnhofsgebäude vorstellt, den muss ich enttäuschen. Die Park Station ist ein dunkles Betonloch… Wir verabschiedeten uns von der Crew des Zuges, und wurden schon von einem Gepäckträger in Empfang genommen. Tja, und sein Gepäckwagen war zwar gut gemeint, doch er hatte nicht bedacht, dass der Bahnsteig eine einzige Baustelle war! So mussten wir unsere Koffer selbst durch den Dreck tragen, inkl. dem Gepäckwagen…

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Der Herr brachte uns nach einigem Suchen (offenbar mietet der normale Premier Class Kunde nachher nicht im Bahnhof ein Auto…) zur Autovermietung im Obergeschoss des Bahnhofs. Dort wartete schon ein hübscher Geländewagen auf uns, der uns in den folgenden 10 Tagen zuverlässig über alle möglichen und unmöglichen Schotterpisten und Feldwege brachte. In Johannesburg hielt uns nichts, da sollte man sich aus Sicherheitsgründen auch nicht mehr als nötig aufhalten… Wir fuhren direkt nach Osten, in Richtung Krüger. Unterwegs sahen wir mal einen Lokzug, den wir kurz darauf ablichten konnten. Kein Kalenderbild, aber besser als Nichts. Und dass wir die folgenden Tage noch ein Kalenderbild machen sollten, wussten wir da ja noch nicht.

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Die folgenden vier Tage verbrachten wir im Krüger-Park. Und was soll ich sagen – ich bin begeistert. Es ist natürlich nicht wie im Zoo, man muss die Tiere schon suchen, und es gibt auch mal eine Stunde, in welcher man herumfährt und ausser ein paar Gazellen nichts entdeckt. Aber all die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen und zu beobachten, ist ein wunderschönes Erlebnis. Eine kleine Auswahl meiner Bilder möchte ich hier zeigen, bevor es mit Eisenbahnbildern weitergeht…

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Nachdem wir uns an den Tieren sattgesehen hatten, durchquerten wir das wunderschöne Swaziland, das jeder Schweizer kennt, weil das Land in jedem Online-Formular grad vor Switzerland aufgeführt ist... Am Indischen Ozean war dann ein Tag relaxen am Strand angesagt (für einen kurzen Hüpfer ins Meer ok, fürs gemütliche Baden war es viel zu windig und hatte zu grosse Wellen. Die Surfer hatten dafür ihren Spass…), bevor wir noch einen Tag den St.Lucia Wetland Park besuchten. Dieser ist für die vielen Hippos bekannt, welche dort leben:

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Auf dem Weg dorthin kamen wir durch riesige Waldplantagen, wo Bäume im 1m-Raster gepflanzt werden, und ein paar Jahre später an temporären Holzverladerampen auf Züge verladen werden. Einen solchen Zug konnten wir per Zufall eines Morgens dort ablichten:

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Und nun kommen zum Schluss noch die beiden Tage, an welchen wir uns fast ausschliesslich mit Eisenbahnfotografie beschäftigt haben. Den ersten Tag verbrachten wir im Raum Ulundi, der Hauptstadt von KwaZulu-Natal. Ulundi ist übrigens der Sitz der Zulu-Königs mit dem schönen Namen Goodwill Zwelethini kaBhekuzulu. Durch Ulundi führt die in den 70er-Jahren gebaute Strecke von den grossen Kohleabbaugebieten um Witbank und Ermelo zum Tiefseehaven von Richards Bay. Im Schnitt etwa ein ewig langer Kohlezug pro Stunde verkehrt auf der Strecke.

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Den zweiten Tag verbrachten wir an der Linie nach Durban. Auch ein bedeutender Hafen, ist der Verkehr ein wenig vielfältiger, nicht nur Kohle ;-) Die Fotos entstanden hauptsächlich in den Kehren von Ingogo, wo die Bahn Schlaufen in mehreren Tälern durchfährt, um Höhe zu gewinnen.

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Das war’s dann auch schon, die gut zwei Wochen waren viel zu schnell vorbei. British Airways hatte dann ein Einsehen mit uns und spendierte eine Extrarunde (wer hat schon mal einen Zweistündigen Rundflug mit einem Airbus A380 über Afrika machen dürfen?), doch dann ging es definitiv nach Hause.

Ich hoffe, der Bericht gefällt. Bei Nil und Co. warten noch weitere zwei Wochen Eisenbahnfotos aus Südafrika darauf, bearbeitet und dem Forum präsentiert zu werden!

Philippe

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:11:10:23:06:27.

Super, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 11.11.14 02:39

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Herrlich, Danke (o.w.T)

geschrieben von: FANTOMAS

Datum: 11.11.14 10:12

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Moin,

das sind beeindruckende Bilder. Welch eine schöne Landschaft!

Grüße,
Patrick

Faszinierend, v.a. die Nicht-Bahn-Aufnahmen ! (o.w.T)

geschrieben von: RRo

Datum: 11.11.14 22:50

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Re: Faszinierend, v.a. die Nicht-Bahn-Aufnahmen !

geschrieben von: djvanny

Datum: 12.11.14 10:55

Ganz große Kino. Super Bilder. vIelen Dank für diese Eindrücke

Sehr spannender Reisebericht mit wunderschönen Fotos. Vielen Dank fürs zeigen.

Hier geht es zu meinen Reiseberichten


Fußball und Eisenbahn funktioniert !

Super Bericht. Dank! (o.w.t.) (o.w.T)

geschrieben von: stuvar

Datum: 16.11.14 18:39

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Wieder ein wunderschöner Beitrag, danke!
Mich fasziniert die Qualität der Bilder und ich finde gut, dass du neben all der Schönheit auch die Armut zeigst.
Viele Grüße
Simin