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Die bisherigen Teile:
Teil 1: Brüssel (Straßenbahnmuseum)
Teil 2: Gent
Teil 3: Kusttram
Teil 4: Brugge
Teil 5: Antwerpen-1
Teil 6: Antwerpen-Leuven-Brüssel


Wir haben im letzten Teil einen kurzen Stopp in der Bahnstation Etterbeek gemacht. Weil die Anzahl der Bilder bis zum Tagesende zu viel geworden wären, hier der Abschluss des Berichtes in einem eigenen Teil:

Nun setzen wir unsere Fahrt fort und nehmen einen Zug der Linie 25, der die selbe Strecke befährt. In Montgomery steigen wir aus, denn wir wollen uns hier die Oberflächengestaltung und die oberirdische Gleislage anschauen. Unsere Zug ist ja kurz vor dem Aussteigen in den Untergrund eingetaucht und auch hier sind die Bahnsteige so ausgerichtet, dass die Rolltreppen und Stiegen auf dem Niveau enden, auf dem später einmal der Hochbahnsteig für eine Metrolinie sein wird. Von dort gibt es derzeit noch einige Stufen auf das Straßenbahnniveau hinab. Ich habe natürlich keine Ahnung, ob und wann es jemals zu einer Umwandlung dieser Prémétrostrecken kommen wird. Aber ich kann und will mich auch nicht mit der Vergangenheit und Zukunft der hiesigen Straßenbahn beschäftigen. Vermutlich werde ich nie wieder nach Brüssel kommen – und man kann und muss ja nicht alles wissen und sich überall auskennen.

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Die Tunnelhaltestelle Montgomery: Die Stufen zeigen an, dass eigentlich irgendwann ein Hochbahnsteig geplant ist oder war. Ob es je dazu kommen wird, dass hier eine U-Bahn fährt?

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Auch hier sind die vielen Stufen gut zu erkennen.

An der Oberfläche dieser Station ist es dann interessant. Wir sind hier ja einmal umgestiegen Richtung Straßenbahnmuseum, und nun entdecken wir natürlich – wie auf dem normalen Stadtplan auch zu sehen ist – auch die oberirdischen Betriebsgleisverbindungen zwischen den Linien 39 und 44 einerseits (Richtung Osten) und der Schleife der Linie 81 (Richtung Westen) andererseits. Dabei gibt es interessante Verschlingungen. Die Linien 39 und 44 haben die Schleife hier unterirdisch, aber oberirdisch könnte man auch wenden. Außerdem sehen wir den Wagen 2001 („Rijschool“, also Fahrschule) wieder, den wir auf der Betriebsstrecke schon gesehen haben. Bei diesem Wagen fällt mir auch ein „Maximumdrehgestell“ auf. Ich wusste gar nicht, dass es so etwas heute noch gibt. Ob es auch heute so heißt, weiß ich gar nicht, jedenfalls ist ein Rad des Drehgestells kleiner und das andere größer.

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Ein Zug der Linie 81 (7771) in der Schleife Montgomery.

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Das Maximumdrehgestell erstaunt mich.

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Plötzlich kommt ein „alter Bekannter“ vorbei: diese Fahrschule haben wir heute schon einmal gesehen!

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7904 in Linie 81 befährt die oberirdische Schleife, dazu muss sie eine stark befahrene Straße überqueren...

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... und erreicht zwischen den Richtungsfahrbahnen diese interessante Gleisverschlingung: von links kommt das Betriebsgleis aus Richtung Osten (Linien 39 und 44) dazu.

Wir schauen dann noch zu den Rampen, wo die Linien 39 und 44 heraufkommen bzw. wo sie in den Untergrund verschwinden. Dann entdecken wir im Verlauf dieser Schleife ein kleines Gasthaus und beschließen, hier gleich unser „Mittagessen“ einzunehmen.

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Ein Zug der Linie 44 (7805) verläßt die unterirdische Schleife Montgomery Richtung Tervuren. Das rechte Gleis kommt von der oberirdischen Betriebsgleisverbindung.

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Von der Hauptstraße soeben in die Schleife abgezweigt ist dieser Zug der Linie 39 (7812)...

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...um kurz darauf in die unterirdische Schleife abzutauchen. Links daneben die Betriebsgleisverbindung zur oberirdischen Schleife der Linie 81.

Es ist zwar schon 15 Uhr, aber wir haben Glück und bekommen noch etwas. Hier fällt mir wieder eine Frage ein, die mich beschäftigt, nämlich: in welcher Sprache verständigt man sich mit den Leuten hier? Niederländisch oder Französisch? Hier scheint es ja klar zu sein, weil die Speisekarte und alle anderen Aufschriften im Lokal nur Französisch sind. Und beim Sprechen gelingt mir das Französische sowieso leichter als das Niederländische. Aber wie weiß man, wie wo gesprochen wird? Ich werde später nachlesen, dass eigentlich das „Flämische“ in Brüssel schon eine Minderheit ist. Zum Sprachenproblem hab ich ja am ersten Tag in Brüssel bereits meine Erkenntnisse erklärt.
Ich verstehe natürlich nicht alles auf der Speisekarte, aber „canard“ kenne ich (Ente), was jedoch „Magret de canard“ heißt, weiß ich nicht, ist mir aber auch egal. Es wird bestellt und es ist auch gut. Die geduldige Kellnerin versucht zwar auf meine Frage hin, mir was zu erklären, aber so viel Französisch verstehe ich auch wieder nicht. Daheim werde ich dann feststellen, dass es Entenbrust heißt. Dazu gibt es Gemüse und Pommes. Jedenfalls ist das Essen gut und das Bier sowieso. Das Schöne in Belgien ist, dass wirklich jedes Bier deutlich anders schmeckt als gewohnt. In Österreich trinke ich nicht so oft Bier und bemerke geschmacklich kaum Unterschiede.

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Entenbrust mit Gemüse und Frites - köstlich wie von „französischem“ Essen gewohnt. Aber dass Belgier kochen können, steht ja auch schon bei Asterix ...

Weiterfahrt nach Norden

Wir steigen danach wieder in die Straßenbahn ein und fahren – diesmal mit der Linie 25 – weiter Richtung Norden. Bei der Station „Meiser“ steigen wir um in Linie 62, denn unser Ziel ist „Da Vinci“, dort oben zeigt die Netzkarte eine strichlierte Linie Richtung „NATO“ ein, wir wollen also wissen, ob die Strecke in Bau ist oder ein Betriebsgleis oder was auch immer. Wir entdecken jedenfalls, dass die dortige Umsteigestation offenbar recht neu ist. Die Züge der Linie 62, mit der hierhergekommen sind, fahren noch ein Stück weiter und wenden stumpf. Der Platz ist irgendwie völlig überladen und die Straßenbahn muss sich den Weg erkämpfen. Zumindest die Linie 55, die nicht von der Mitte der Straße wegfährt (wo man aus der Linie 62 aussteigt), sondern seitlich, aber dort stehen die abbiegenden Autos im Stau.

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Zunächst mit Linie 25...

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... und Weiterfahrt mit Linie 62.

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Die Linie 55 benötigt lange, um aus dem Autostau den Haltestellenbereich zu erreichen.

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Umsteigen in Liedts.

Mit der Linie 55 geht es nun Richtung Südwesten weiter, das heißt, wir kommen in die Nähe unseres Hotels. Auf dem Weg dahin passieren wir einige sehr kleine Gassen und auch ein Streckenstück, auf dem die beiden Richtungsgleise in getrennten Straßen liegen. In „Liedts“ steigen wir um in die Linie 93, die wir schon kennen, und fahren damit bis zur Metrostation „Bockstael“. Dort entdecke ich einen Platz, von dem aus man auf die Metrogleise hinunterfotografieren kann. Auch wenn die Bilder nicht besonders werden, ein wenig Eindruck vermitteln sie dennoch. Wir steigen dann auch in die Metro (Linie M6) um und fahren damit zunächst bis „Simonis (Leopold II)“, wo man in die M6 umsteigen kann. Ja, richtig gelesen! Vom Bahnsteig „Simonis (Elisabeth)“ kann man eine Runde um die Innenstadt drehen und kommt bei „Simonis (Leopold II)“ wieder zum gleichen Ort zurück. Wenn ich mich richtig erinnere, hat man einige Monate nach unserem Brüsselbesuch die Stationen umbenannt, um diese Verwirrungen zu beenden. Nun heißt die Station „Simonis (Leopold II)“ neu „Simonis“, die andere einfach nur „Elisabeth“.
Nach kurzem Aufenthalt (man kann hier keine Bilder machen) fahren wir weiter bis zur „Weststation“ („Gare de l’Ouest“). Hier kann ich einen U-Bahn-Zug der neueren Baureihe fotografieren (mehr schlecht als recht, denn hier ist eine Tunnelstation), doch wir gehen gleich weiter zur Straßenbahn, denn wir haben die Idee, mit der Linie 82 zur südlichen Endstation Drogenbos Château zu fahren. Das Schloss könnte man sich ja anschauen (von außen).

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Ein Metrozug der älteren Bauart neben der Station Bockstael.

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Ein neuer Metrozug in der Station „Weststation“.

Nun geht es in den Süden

Hier verkehren die Cityrunner der Serie 3000 und wir fahren damit auch bis zur Endstation - eine Fahrt von nahezu einer Stunde. Auf dem Weg Richtung Süden kommen wir im Bereich des Gare du Midi kurz in einen Straßenbahntunnel, der mich an Wien erinnert, denn es gibt eine unterirdische Abzweigung. Die Haltestelle Gare du Midi befindet sich jedoch unter der Bahnbrücke, also nicht in einem Tunnel. Es folgt eine interessante Straßenbahnfahrt. Die Gegend verändert sich zunehmend und wir befinden uns sozusagen in einem Vorort. Unterwegs kommen wir an einem größeren Park vorbei und erst daheim auf dem OpenStreetMap entdecke ich, dass es hier einen „Petit Train à Vapeur“ gibt. Gut, es war ja schon Abend und sicher hätte man nichts mehr gesehen, wir haben uns ja auch gar nicht genau vorbereitet. Egal. Es ist fast 19 Uhr, als wir bei der Endstation ankommen. Wir sehen dann das „Schloß“ bei der Endstation, versteckt hinter einem Zaun und einem Tor und vielen Bäumen. Sehenswert sieht es jedenfalls nicht aus. Interessant ist, dass die Zielschildanzeige an den Wagen die Abfahrtszeit anzeigt – wie es sich gehört abwechselnd in Niederländisch und Französisch. Man erkennt auch sofort, welcher Zug als erstes fahren wird: einer in 8 Minuten, der andere in 14 Minuten. Kurzführungen werden offensichtlich auch hier durch einen Strich durch das Liniensignal gekennzeichnet. Die nächsten zwei Züge fahren nur mehr bis Gare du Midi und das Liniensignal 82 ist daher durchstrichen.

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Nach der Ankunft in Drogenbos zeigt der Bildschirm im Wagen bereits die Wartezeit bis zur Rückfahrt an. Vorbildlich die Linienbezeichnung: durchgestrichenes Liniensignal zeigt (wie früher in Wien) an, dass der Zug nicht den gesamten Linienweg befährt. Dieser Zug fährt nur bis Gare du Midi.

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Auch von außen kann man sehen, welcher Zug als erstes abfährt. Und klarerweise wechselt die Sprache der Anzeige ununterbrochen: hier zufällig links Französisch und rechts Niederländisch.

Wir genießen nun einen Spaziergang, denn wir wollen von hier zu Fuß zur nahegelegenen Endstation der Linie 51 spazieren. Wir brauchen nur die Grande Route / Groote Baan entlanggehen und schon sind wir bei der ebenfalls stumpfen Endstation Van Haelen. Es ist nicht einmal ein Kilometer. Hier müssen wir eine Weile auf die nächste Abfahrt Richtung Zentrum warten. Hier verkehren Triebwagen der Serie 7900. Vor der Endstation befindet sich eine doppelte Kreuzungsweiche – so etwas sieht man bei Straßenbahnen auch nicht häufig.

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Stumpfe Endstation der Linie 51 Van Haelen.

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Eine doppelte Kreuzungsweiche bei der Einfahrt in die Endstation.


Unfassbare Unwissenheit?

Nun geht es wieder nach Norden, aber auf einer anderen Route. Vor dem Gare du Midi gibt es nun ein längeres unterirdisches Streckenstück, kurz nach dem Bahnhof geht es aber wieder ans Tageslicht. Für ein kurzes Stück fahren wir auf derselben Straße, auf der wir vor mehr als einer Stunde Richtung Süden gefahren sind. Dann geht es an einem Kanal entlang (Zeekanaal Brussel-Schelde) und weiter bis Cimetière de Jette. Dort wollen wir umsteigen in die Linie 93 und nach Hause fahren, also zu unserem Hotel. Ich bin allerdings einigermaßen überrascht, dass ich westlich unserer Straße ein Stockgleis sehe mit einem Zug der Linie 93 (durchgestrichen).

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Linie 93 in einem unbekannten Stockgleis. Hier sollte doch gar keine Endstation sein. Aber das Ziel Thomas würde stimmen. Laut meinem Plan müsste man mitten in der Straße einsteigen. An der Haltestelle findet sich aber keine Information zu einer Linie 93.

Eigentlich sollte der Zug von Stade kommen, würde ich meinen, also nur von dem Bahnsteig der Gegenrichtung, aber dort finden wir keine Abfahrtszeiten. Dieser Kartenausschnitt [www.openstreetmap.org] zeigt die Situation, die ich erst daheim am PC rekonstruieren konnte. Noch kenne ich mich nicht aus, wie der Zug nach Thomas fahren wird. Ich bin einigermaßen verwirrt. Nun, Thomas ist ja ganz nahe beim Gare du Nord und auch in der Nähe unseres Hotels, also nehmen wir einfach diesen Zug und ich staune, dass er eine 180°-Kehrtwende macht und anschließend den Straßenzug überquert, auf dem wir hier angekommen sind. Was nun folgt, verwundert und erheitert uns sehr: Wir fahren nur wenige Stationen, dann stecken wir im Stau. Im Straßenbahn-Stau. Es ist ja schon dunkel und man sieht die vielen Rücklichter der hier stehenden Straßenbahngarnituren.

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Ein Straßenbahnstau. Das Unfassbare: Die Fahrer wissen nicht, was vorgefallen ist! Dabei ist die Sperre geplant, wie sich später herausstellen wird!!!

Was ist passiert? Ein Unfall? Die Leute schauen, kein Mensch kennt sich aus, es gibt keine Ansagen, irgendwann kommt der Fahrer, der ausgestiegen ist, um zu schauen, was los ist, wieder zurück und öffnet die Türen. Die meisten Fahrgäste steigen aus, wir ebenso. Wir gehen nach vor, vier Wagen der Linie 93 nach „Legrand“ stehen hier und können nicht weiter. Wir gehen über die Brücke, die hier den vorhin erwähnten Kanal überspannt und gelangen zur Haltestelle Jules de Tooz. Davor stehen noch mehr Straßenbahnen, hier gibt es ja auch die Abzweigung der Linie 3 nach Norden, aber auch hier fährt nichts, es stehen zahlreiche Garnituren im Stau. Alles steht. Aber es ist kein Unfall zu sehen. Wir beschließen schließlich weiterzugehen und gehen entlang der Strecke der Linie 63 Richtung Nordbahnhof. Nach kurzer Wegstrecke sehen wir einen Arbeitswagen der Straßenbahn, die Stromleitung ist kurzgeschlossen mit einer Stange zwischen Oberleitung und Schiene. Dahinter sind Gleisbauarbeiten. Kann es wirklich sein, dass die Straßbahnfahrer auf dieser Strecke nicht informiert wurden, dass hier ab einer gewissen Uhrzeit gearbeitet wird und die Strecke unterbrochen ist? Kann es wirklich sein, dass kein Baustellenfahrplan bekanntgegeben wird? Nicht einmal den Fahrern? Ganz offensichtlich wissen die nicht, warum sie hier stehen! Die Gleise auf der Strecke sind mit einem Gleissperrsignal abgesichert. Eine Umleitung ist nicht möglich, die Züge müssten zurückschieben. Wir warten natürlich nicht, ob sie ds auch tun, sondern gehen weiter bis Thomas, und von dort noch die eine Station zum Hotel zu Fuß weiter. Wirklich: sehr merkwürdig das Ganze!! Bei der Haltestelle Thomas lese ich dann: Freitag bis Sonntag ab 20 Uhr ist die Linie 93 zwischen „Jules de Trooz“ und „Thomas“ gesperrt. Sehr lustig. Die Fahrgäste wurden also informiert (zumindest bei der Station Thomas), aber die Fahrer nicht? Wir haben jedenfalls keine Information bekommen und wir sahen auch keinen Straßenbahnzug auf einer Weichenverbindung die Richtung wechseln (Laut OpenStreetMap gibt es eine Wendemöglichkeit kurz nach der Station „Jules de Trooz“. Man muss nicht alles wissen, also vergessen wir die Sache und wundern uns nur. Und wir erreichen bei Dunkelheit etwas nach 21 Uhr unser Hotel. Es wird die letzte Nacht in Brüssel sein. Morgen geht es für mich nach London, für meinen Freund nach Wien zurück.

Vielen Dank für das Mitfahren. Die Fortsetzung (4 Tage London) beginnt mit der Eurostar-Fahrt von Brüssel nach London. Es wird aber eine Weile dauern, bis diese Fortsetzung präsentiert wird. Bitte um Geduld! Dafür wird es viele Bahnbilder aus London geben, gewürzt mit historischen Aufnahmen zum Vergleich (1972-1998).

LG Gustav
HIER sind meine Reiseberichte zu finden!
Danke, Gustav, fürs Mitnehmen.
Es hat mir gut gefallen, wieder mit Dir auf die Reise zu gehen.

Vor etwa 15 Jahren war ich oft in Brüssel, bereits damals gab es viele Stationen der USTRABA, dort Prémetro genannt, die vorbereitet waren für den Einsatz einer U-Bahn.
Hallo!

Toll, freue mich schon auf die Fortsetzung! :-)

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Vielen lieben Dank für diese wunderbare Serie die den Hunger auf einen Besuch in Belgien vergrößert.

Werner

Vielen Dank, Gustav!
Ja ich denke, ich muss auch mal eine Belgien-Tour unternehmen, vor allem, wenn ich dort eine eigene Station habe ;-)
Deine bisherigen Teile haben da wirklich sehr zur Inspiration beigetragen.
Aber Brüssel (und allgemein Belgien) ist ja zu nah an Zuhause, um sowas mal zu starten, das kann man ja immer nochmal machen ...
(Wer kennt das nicht)

Viele Grüße,

Thomas

! und ? sind keine Rudeltiere.

Meine Bildbeiträge
tokkyuu schrieb:
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> Kann es wirklich sein, dass die Straßbahnfahrer auf dieser Strecke nicht
> informiert wurden, dass hier ab einer gewissen Uhrzeit gearbeitet wird und die Strecke
> unterbrochen ist? Kann es wirklich sein, dass kein Baustellenfahrplan bekanntgegeben wird? Nicht
> einmal den Fahrern? Ganz offensichtlich wissen die nicht, warum sie hier stehen!

Köstlich! Das ist typisch Belgien!
Ich wollte grade sagen, sowas ist für Belgien VÖLLIG normal. Irgendwie mag ich das Land total.
Guten Abend,

zuerst mal herzlichen Dank für die ganze sehens- und lesenswerte Serie. Sie macht wirklich Lust auf Belgien. Es gefällt mir auch, mit welcher Sympathie für unser Nachbarland hier geschrieben wird. Die Beiträge haben mir Freude bereitet.

Gustav schrieb: «in welcher Sprache verständigt man sich mit den Leuten hier? Niederländisch oder Französisch?»

Wir sind mal in Flandern wenig zuvorkommend bedient worden, als ich auf französisch bestellte, ganz einfach, weil ich kein Wort flämisch kann. Als die Kellnerin später bemerkte, dass wir Deutsche sind, entschuldigte sie sich und meinte, wir sollen doch einfach auf Deutsch bestellen, das verstünde sowieso jeder. Das hat sich dann auch in Brüssel bewährt. So entgeht man zumindest flämisch-wallonischen Befindlichkeiten…

Nochmals dankeschön dem Autor und viele Grüsse!
Hubert.
Interessanter Aspekt. Das die sich in Belgien so mit der Sprache haben, ist mir gar nicht bewusst gewesen.

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Fußball und Eisenbahn funktioniert !
Bremer1897 schrieb:
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> Interessanter Aspekt. Das die sich in Belgien so
> mit der Sprache haben, ist mir gar nicht bewusst
> gewesen.

Was mir explizit bei diversen Radtouren in der deutschsprachigen Gemeinschaft aufgefallen ist, ist das die französischen Ortsnamen auf den Schildern, wenn auch diletantisch, unkenntlich gemacht wurden. Das war aber nicht nur in einer Gemeinde so, sodass man eventuell noch die Dorfjugend dafür verantwortlich machen konnte, das war in vielen verschiedenen.

Das hinterlässt schon seine Wirkung.

! und ? sind keine Rudeltiere.

Meine Bildbeiträge
Vielen Dank für alle Rückmeldungen! Für mich war es jedenfalls eine interessante Woche und es freut mich, wenn meine Art der Berichte gut ankommt.
Mit der Sprache hab ich grundsätzlich wenig Probleme gehabt, ich hab nur manchmal überlegt, weil ich nie unhöflich sein möchte. Im flämischen Teil hab ich natürlich nie Französisch verwendet, sondern auf niederländisch geradebrecht. Aber häufig wurde ich sowieso auf Englisch bedient oder begrüßt. Oder sogar auf Deutsch. - nachdem man bemerkt hat, daß ich Niederländisch kaum beherrsche.

Im Umgang mit den Menschen hab ich nie ein Sprachen"problem" erlebt. Nur was einem eben aufgrund der Beschriftungen und Ansagen so auffällt... Das war manchmal etwas ungewohnt, aber durchaus nachvollziehbar.

In London war es jedenfalls wieder ganz einfach für mich. Aber das ist dann wieder eine andere Geschichte!

LG Gustav
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So hab ich es auch gemacht.
Auf Niederländisch gegrüßt und dann darauf hingewiesen, dass ich diese Sprache nicht spreche.
Meistens gings dann auf Deutsch weiter, manchmal auch Französisch - jedenfalls völlig schmerzfrei.

In Brüssel gab/gibt es ein nettes Bierlokal, die Mort Subite.
Dort bin ich gerne eingekehrt. Dort gab es einen Kellner, der stets grantig war. Er hätte in jedes wiener Kaffeehaus perfekt gepasst. Dessen Grant war problemlos um mindestens 72% steigerungsfähig, wenn man bei ihm auf Niederländisch sein Bier bestellt. wenn ich Besuch hatte und den die Geschichte erzählte, hat es mir niemand geglaubt, dann erlebten sie es selber. ... :-)

Am Anfang meinet Zeit in Brüssel war Österreich noch nicht bei Schengen; d.h., es gab am Flughafen Passkontrollen. Ich habe dort die Grenzer grundsätzlich zweisprachig angesprochen, oft entwickelte sich folgender Dialog: "Bonjour Monsieur, Goedemorgen mijnheer !" - Ein Blick auf den österreichischen Pass: "Guten Morgen!"

Das Einzige, was ich echt lästig fand, waren die Ortsangaben in der jeweiligen Regionssprache.
Auf der Autobahn Rijsel für Lille, Bergen für Mons oder Aix la Chapelle für Aachen waren schon sehr verwirrend.
Ja, der Sprachenstreit ist - wenn man ihn von außen betrachtet und nicht ganz ernst nimmt (die Hintergründe sind durchaus komplex und einseitige Schuldzuweisungen sind da eher wenig sinnvoll - in den 60er Jahren haben übrigens teilweise Studenten der beiden Sprachteile sich mit Steinen beworfen, also war das durchaus nicht immer friedlich), schon sehr eigentümlich.

Ein Beispiel ist der Brüsseler Autobahnring. Der liegt natürlich außerhalb der Hauptstadt, also in Flandern. Daher hat man in der Stadt noch Schilder richtung Mons (eine französischsprachige Stadt in der Wallonie), kaum ist man auf der Autobahn geht es nur noch nach "Bergen". Auf der Autobahn nach Lüttich wechselt sogar mehrfach die Sprachgrenze. Natürlich gibt es auch genug Leute, die peinlich genau darauf achten, dass in Brüssel beide Sprachen gleich repräsentiert sind. Es gibt sogar eine Straße, bei der ist der rechte Teil Flandern und der linke schon Hauptstadt. Die Schilder rechts sind nur auf niederländisch, die Schilder links zweisprachig.

In der DG ist natürlich auf deutsch beschildert, und da werden französische Schilder gern mal übermalt.

Die Pommes, das Bier und die Schokolade sind aber in beiden Landesteilen gleich lecker.
Käfermicha schrieb:
-------------------------------------------------------
>
> Auf der Autobahn nach
> Lüttich wechselt sogar mehrfach die Sprachgrenze.
>
Das fördert die Sicherheit, weil bei jedem Wechsel zwischen den Provinzen Nord- und Süd-Brabant neben dem Willkommensgruß noch eine Aufforderung zum Anschnallen gezeigt wird.