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Hallo Welt

In diesem Teil bleiben wir für einen Tag noch gemütlich in den USA bevor wir dann in Kanada die ersten Bilder schiessen.

Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de] --> in die Cascades
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de] --> entlang des Columbia Rivers
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de] --> hind und her in der Gorge.
Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de] --> am Provicende Hill und der Joso Bridge




Samstag 23. Juli - Spokane (USA) - Cranbrook (Kanada)

Heute war wieder einer dieser Vormittage wo wir bereits ganz genau wussten was wir machen wollten. Der Vorteil daran ist, dass das ganze relativ gut planbar wird und man sich auf eine Zeit zum aufstehen einstellen kann ;).
Wir sind um 7:30 Uhr ungefähr raus aus dem Super8 und losgefahren. Das Ziel war eine Damm / Brücke gleich bei Sandpoint, etwa 1h Fahrt ab unserem Hotel. Die Fahrt führte vorbei an Spokane, vorbei an Coeur d'Alène (wie auch immer das der Ami ausspricht, wohl kaum korrekt französisch ;)), vorbei am Nordpol und einem Athol bis wir schliesslich die Stelle erreichten. Wir hatten uns die ganze Situation zwar etwas anders vorgestellt (in unseren Vorstellung konnte man prima auf einen Zug warten auf einer Parkbank sitzend) aber was soll’s. Auf der Fahrt zur Stelle, die eigentlich in Lignite liegt sahen wir gleich schon zwei Züge die wir an der Stelle hätten machen können - besonders ärgerlich war einer mit CN Loks bespannter. Ansonsten bot die Fahrt wenig Abwechslung, irgendwie ist es wie überall auf der Welt: an Strecken mit viel Verkehr ist es nicht wahnsinnig schön, die Landschaft hatte gewisse ähnlichkeiten mit Mittelschweden ;)
An der Stelle stellten wir uns unterhalb der Strasse in die Bäume und guckten durch eine Lücke auf den Damm. Was kommt jetzt? Pascal scherzte, dass sich ein Amtrak Zug auf der Brücke gut machen würde, ich wünschte mir eher irgendeine saubere orange oder rote Lok. Im Vergleich zum Amtrak war mein Wunsch realistisch, der Empire Builder fährt zwar über die Brücke, aber noch vor Mitternacht.
Zur Strecke noch einige Worte: Die Strecke von Sandpoint nach Spokane wird als "The Funnel" bezeichnet, was soviel heisst wie Flaschenhals. Da sollen an guten Tagen bis zu 80 Züge drüber rollen. Jeweils in Spokane und Sandpoint verteilt sich dann der Verkehr wieder auf mehrere Strecken. Aber alles in allem rechneten wir natürlich schon mit ein bisschen Verkehr.
Wir standen also an der Stelle, unter uns im See war einer auf seiner Terrasse am Angeln, als es hornte. Wo genau konnten wir erst nicht lokalisieren, was uns aber ziemlich egal war, Verkehr kommt immer gut. Es dauerte nicht lange da zog auf der anderen Dammseite ein Zug durch Sandpoint, wir richteten die Kamera und ich blickte gespannt durchs Tele, was da auf dem Damm auftaucht. Was ich sah, war etwas was ich nicht erwartet hatte. Es war der Ämdräk Bomber nach Seattle / Portland mit nicht weniger als 9h Verspätung.

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[maps.google.com]
In Sandpoint überquert die Bahn den "Lake Pend Orielle". Und was war das erste an diesem Morgen? Der Amtrak Empire Builder nach Seatlle / Portland. Hier hätte er eigentlich noch vor Mitternacht sein müssen ... :-)

Kaum war der Zug durch rollte von hinten etwas über dem Damm, was das mehrfache Hupen aus verschiedenen Richtungen erklärte. Philippe und ich stellten uns etwas um und wie wir gerade beim Essen von Keksen waren rollte ein Zug auf den Damm. Es war ein BNSF Kohlezug und an ihm erkannten wir (mal wieder), dass das Seitenlicht schon eher knapp war. So lohnte sich das warten weniger und nach dem Foto waren wir weg.

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[maps.google.com]
Nach einiger Zeit folgte dem Amtrak noch dieser Kohlezug nach Westen.

Wir hatten zwei Stellen offen für die nächsten 2 - 3 Stunden, gleich in der nähe des Damms. Frohen Mutes stellten wir uns an die erste und warteten voller Gemütlichkeit auf einen Zug nach Südwesten. Kam nicht, dafür kam ein Kohlezug von hinten mit Schub welchen wir an der Stelle immerhin mal machen konnten.

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Die Landschaft um Sandpoint hat mit der Landschaft am Providence Hill nicht mehr viel gemeinsam, dichte Wälder säumen die Hügel. Dieser Ostfahrer rollt gerade auf die Brücke zu.

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[maps.google.com]
Nachschuss auf den leeren Kohlezug.

Dann wurde es anstrengend, nachdem lange nichts kam, kam gleich aus beiden Richtungen ein Zug. Dummerweise stellte uns der wartende (Falschfahrer) die Stelle und das Motiv zu. Auch das "Alternativmotiv" ging nicht, der Gegenzug war einfach zu lang ... eine Gemeinheit.
Diese Gemeinheit widerfuhr uns noch ein zweites Mal in einer Phase, als das Licht sowieso eher knapp als gut war. Das war dann zuviel des Guten und wir fuhren weiter. Wohin? Das war eine gute Frage, den auf der ganzen Strecke Südwestlich von uns haben wir keine einzige Stelle gesehen die uns begeistert hätte - und auf Mittelschweden konnten wir verzichten. So nahmen wir uns den Damm in die Gegenrichtung als nächstes Ziel vor, wozu wir aber noch ein bisschen zu früh waren.
Wir nutzten die Zeit aber sinnvoll mit einem Einkauf im Walmart und mit Essen. Ein Subway wurde von uns beehrt. Als wir alles erledigt hatten und satt waren fuhren wir zurück durch den Ort, parkten in der Nähe des Damms und liefen los. Ich kaufte mir unterwegs noch ein Eis und packte an der Tanke gleich noch Werbung für die Army ein. An der Stelle, direkt am See, setzten wir uns in den Schatten auf eine Bank und sackten einfach nur zusammen .... uuuuuh, hier wollen wir nicht wieder weg ;). Da wir auf dem Weg zur Stelle zwei Züge "gekreuzt" haben gingen wir einfach mal davon aus, länger auf Verkehr warten zu müssen, war uns aber egal.
Die Army Werbung schaute ich mir dann noch genauer an. Da wird mit Sprüchen geworben wie: „Bei uns kannst du den Job machen, den andere nur in Computergames erleben“. „Die Welt nicht nur im Fernseher kennenlernen“. „Alle spielen gerne mit Gadgets, bei uns wirst du dafür bezahlt.“ Irgendwie befremdlich .... Dann ging ich über zur Musik und es klappte wieder, kaum waren die Stöpsel drin kam ein Zug. Einer mit einer gelb/orangen BNSF Lok ... diese verkeimten Kisten. Aber da wir eh nicht gehen wollten warteten wir halt weiter und schossen in den nächsten 2h noch zwei weitere Züge auf dem Damm.

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[maps.google.com]
Das ganze Mittagsprogramm war nichts, so fanden wir uns am Nachmittag auf der anderen Seite der grossen Brücke wieder. Und da warteten nicht nur wir gemütlich am Strand ;)

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[maps.google.com]
Der Verkehr nach Osten lief ziemlich gut ...

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[maps.google.com]
Und mit einem Kistenzug im Sack waren wir zufrieden.

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Auf dem Weg zurück zum Auto in Sandpoint, die Landschaft ist herrlich!

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[maps.google.com]
Natürlich kam auf dem Weg zurück auch noch etwas spezielles.

Ins Navi programmierten wir mal unser bereits reserviertes Super8 Motel in Cranbrook, etwa 50km hinter der US - Kandischen Grenze. 2h Fahrt trennte uns von dem Motel und wir nahmen die in Angriff. Wir liessen es uns auf dem Weg natürlich nicht nehmen der BNSF Strecke welche der Strasse entlang läuft immer mal wieder einen "Besuch" abzustatten über einen der wenigen BÜ's. Bei einem kam dann sogar mal ein Zug aus der falschen Richtung, es blieb beim Notschuss.
Bei Bonners Ferry tankten wir noch mal (keine Ahnung ob der Sprit in Kanada günstiger wäre) und stellten uns zum Abschluss an eine richtig schöne Stelle auf der BNSF Ost-West Strecke. Etwa 1h hatten wir noch Sonne bis die weg war, ohne Zugverkehr.

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Vor Bonnery Ferry wollten wir uns eigentlich nur einen BÜ anschauen, aber es kam gleich ein Zug. BNSF nach Osten.

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[maps.google.com]
Direkt hinter Bonners Ferry standen wir dann nochmal in die Sonne vor dieser wunderschönen Kulisse. Zug kam leider keiner mehr ... und angesichts dieser Landschaft überlegten wir uns ob wir nicht noch länger in den USA bleiben wollen?

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[maps.google.com]
Noch ein Bild vom Auto bevor wir losgefahren sind --> Kanada!

Es war schon fast 20 Uhr bis wir dann tatsächlich in Richtung der Grenze aufbrachen. Nach dem letzten Ort kamen uns plötzlich überhaupt keine Autos mehr entgegen, was die Angst einiger Leute im Auto befeuerte. Man hatte Zweifel ob dieser kleine Zoll überhaupt noch geöffnet ist - kein Gegenverkehr wirkt da verdächtig.
Vor der Grenze sahen wir rechts einen UP Zug im Wald stehen und dann tauchten auf einmal Autos und LKWs vor uns auf. Die Grenze war erreicht und natürlich noch geöffnet, aber woher die ganzen Autos kamen? Wir stellten uns in die Reihe und warteten auf den Einlass. Als wir dran waren, waren wir schon an der Kanadischen Einreise. Die Amis interessiert es anscheinend weniger wer ausreist? Wir beantworteten die paar Fragen des Officers wahrheitsgetreu und kriegten alle einen Stempel in den Pass.
Es war 21 Uhr ... und kurz hinter der Grenze fuhren wir an einem Schild vorbei, welches man so deuten konnte, dass da irgendwie eine andere Zeitzone regiert? Stimmt, Mountain Time, und es war schon 22 Uhr. Ooops! So wurde es 22:30 Uhr bis wir in Cranbrooks eingetroffen sind und uns gleich dem Abendessen widmeten. Die Auswahl war gross, aber ausser dem MCD war nichts mehr geöffnet .. also SCHON wieder *iiik*.
Um Mitternacht waren wir am Motel und man gab uns die (schönen und sauberen) Zimmer. Frühstück morgen, für die die wollen, um 7:30 Uhr, alles andere noch offen. Eigentlich hätten wir gerne noch Wetter geschaut und so, aber irgendwie funktioniert das Internet nur sehr zaghaft und phasenweise ... (ausser bei Gubi ;-)).





Sonntag 24. Juli - Cranbrooke - Banff

Warum sind Sonntage immer gute Tage? Weiss nicht, hat ja auch niemand so gesagt? ;) Das Internet hat heute früh auf jeden Fall auch nicht richtig funktioniert, was etwas ätzend war und unsere "Stellenschau" für den heutigen Tag nicht unbedingt vereinfachte. Begeistert das es erst so spät hell wird standen wir erst um halb 8 in der Früh auf ... deshalb also die guten Tage ;).
Das Frühstück liess ich sausen und wir fanden uns um kurz vor 8 am Auto wieder. Eine etwas längere Fahrt lag vor uns. Als Ziel hatten wir Lake Louise im Navi eingegeben. Was man wie wo machen kann da wussten wir nicht wirklich, wir kannten eigentlich nur die Morant's Curve südlich von Lake Louise. Um 11 Uhr sollten wir da sein, sagte das Navi.
Nach einem Abschnitt auf einer 110er Strasse ging es bei Radium Springs rechts hinter einer Kolonne WoMos auf die Route 93 durch den Kootenay National Park. Aber die Kanadier wären nicht die Kanadier wenn die Fahrt durch den Nationalpark nicht etwas kosten würde ... also stellten wir uns in die Reihe der "willigen" und kamen auch bald dran.
Jaaa, wir bräuchten einen Pass um nach Lake Louise zu fahren, es gibt einen 7 Tages Pass. Aber wir sind länger da? Also nähmen wir am besten gleich einen Jahrespass, schlug man uns vor, ja gut! 136 CAN$ und noch ein paar Zerquetschte wäre das dann, ohne Taxes. Erst schluckte ich leer und dachte ich hätte den Guten falsch verstanden, der Preis stand aber auch auf einem Schild unter seinem Fenster ... und so führte ja wohl kein Weg daran vorbei, unsere Einsatzgebiete hier und auch weiter im Norden befinden sich mitten in Parks, da braucht man den Pass ganz einfach.
Die $ haben nicht geschmerzt, und als wir die Strasse nach Lake Louise fuhren wurden wir durch das wunderschöne Panorama in die Rockies sowieso wieder dafür entschädigt.

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Den Vormittag verbrachten wir im Auto. Wir fuhre von Cranbrooke bis nach Lake Louise. Dabei ging die Fahrt durch den Kootenay National Park und die Fahrt war äusserst kurzweilig. Ich weiss jetzt weshalb so viele Leute immer und immer wieder nach Kanada in den Urlaub fahren - es ist einfach nur schön

Das Tal der Eisenbahn erreichten wir zwischen Lake Louise und Banff, auf etwa halber Strecke. Da es noch kaum 11 Uhr war fuhren wir gleich über den alten Highway durch den Wald an die Stelle wo wir die Kurve vermuteten. Auf der Strasse waren nur 60km/h erlaubt, so hatten wir immerhin genug Zeit nach Tieren Ausschau zu halten, zu dieser Zeit erfolglos.
Einen ersten Stopp legten wir an einem Rastplatz ein wo man schon mal einen netten Blick auf die Bahn hatte, aber das Licht war mies und der Schuss etwas zu sehr kompromissbehaftet. Also weiter, und wenige Kilometer später waren wir da .. man erkannte schon von weitem wo die Stelle lag. Massen an Leuten waren an der Kurve, einige Eisenbahnfreunde wohl und noch mehr Leute die einfach angehalten haben um das (wirklich schöne) Panorama zu geniessen. Das Licht war aber rum und nach 5min warten waren wir uns einig, dass wir da nicht warten müssen auf einen Zug ohne Seitenlicht.
Als nächsten Programmpunkt definierten wir die Hotelsuche, da wir keine Lust hatten heute Abend (nach einem ergiebigen Tag) anzubrennen. Lake Louise beäugten wir deshalb kurz, das sah aber alles schier unbezahlbar aus und wir haben es nichtmal mit Fragen probiert. Da hielten wir uns dann lieber an "bekannte" Adressen ... und gaben mal das Best Western in Banff ins Navi ein. Banff war für unsere Ziele irgendwie sowieso besser gelegen.
Die normalen Best Western Zimmer kosten nach unseren Erfahrungen immer so um die 100 bis 150$, was ja irgendwie noch geht für die Gegend. Nach Banff fuhren wir diesmal über den Highway und da ging es zeitweise mit 70km/h zeitweise mit 110km/h ein bisschen schneller voran als auf der alten Strasse aussen herum ;).
Kurz vor Banff kreuzten wir den ersten Kistenzug des Tages und den ersten CP Zug überhaupt. Schöne Loks, war der Tenor im Auto. Am Hotel angekommen, es war kurz nach 12 Uhr, setzten wir ein Limit von 400$ für zwei Zimmer - eigentlich wollte ich es gerade noch auf 300$ reduzieren, Pascal und Philippe waren aber schon weg. Ich ging hinterher ... und man strahlte mir entgegen, es sei sogar unter dem Limit. Das Zimmer kostet nur 199 exkl. tax. SUPER :). Ein 200$ Zimmer .. und damit (hoffentlich) das teuerste des Urlaubs.
Beziehen konnten wir aber unsere Wohnungen (so etwas erwarte ich für den Preis) aber noch nicht, Check-In sei erst um 15 Uhr. Egal, wir hatten es eh nicht vor sondern wollten uns etwas um die Eisenbahn kümmern. Am Bahnhof von Banff sah es irgendwie nicht schlecht aus und wir fuhren mal da hin zurückt.
Es wäre da zwar je nach Sonnenstand tatsächlich nicht schlecht, aber um die Zeit wo wir da waren kurz nach Mittag gefiel es uns nicht wirklich. Pascal und David schossen aber, damit wir nicht ganz vergebens da waren, noch den Schneepflug der CP. Wir notierten auch noch den Fahrplan vom Rocky Mountaineer welcher an der Eingangstüre hing und fuhren wieder los. Steckenkunde betreiben in Richtung Osten war die Idee, da kündigte zumindest das Navi und die Karte immer mal wieder eine parallel laufende Strasse an.
Bei Canmore kamen wir das erste Mal an die Bahn ran und wir zogen gleich durch, wir fuhren und fuhren und irgendwie waren wir von der Strecke je länger je weniger begeistert. Das Wort Mittelschweden fiel ein paar Mal und wir hatten uns das teilweise etwas anders vorgestellt. Aber he, ich weiss warum ich mich bisher eigentlich nie so wirklich für Kanada interessiert habe - der Wald. Der Vorteil an der Gegend aber natürlich, der Hintergrund ist ganz egal wie und wo man steht phänomenal (un-Schwedisch ;)). Selbst wenn man die Bahn klebt ist der Hintergrund, die Rockies, noch sehr gut zu sehen. So waren wir um eine Stelle westlich von Canmore zu finden ziemlich kompromissbereit ... es wurde uns aber nicht leicht gemacht.
Wir probierten da etwas und hier etwas und notierten uns auch immer wieder mal Stellen ins Notizbuch, aber einfach nicht für die Tageszeit wo wir gerade drin steckten. Am Schluss landeten wir in der Plätte, die Rockies verschwanden als Hintergrund, wir hatten nur zwei Shortliner in einem Bahnhof fotografiert ... und wir waren etwas konsterniert.

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[maps.google.com]
In Exshaw dann der erste "Zug". Wobei nur mit zwei abgestellten kleinen Loks.

Bei Seebe, ein Ort welcher es wieder nur in der Karte zu geben scheint, fanden wir dann aber noch DIE Stelle, verhältnismässig gut. Wir erwarteten etwas aus den Bergen draussen in Richtung Osten, da war zwar das Licht nicht mehr wirklich gut, aber das Panorama, ich hab’s ja beschrieben.
Anstatt etwas nach Osten kam etwas nach Westen, nach vielleicht 20min warten. Wir schossen die CP Kiste runter und hofften auf einen Nachschub, was es nicht gab, dafür hätte es eine Mittellok gegeben, bringt nur nicht wahnsinnig viel ;). Wir fuhren dann aber weiter, das Licht war zu schlecht für Züge aus den Bergen.

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[maps.google.com]
Kurz vor Kananaskis (ich glaube der Beschriftung auf Google einfach mal) dann endlich der erste richtige Zug des Tages. Die CP fährt gen Westen.

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[maps.google.com]
Wo das erste Bild idyllisch wirkt zeigt diese Variante die Anlagen für die Touristen. Ein Riverravting Anbieter hat sich da angesiedelt und seine Touren enden wohl hier.

Zwei Autobahnausfahrten weiter hinten kamen wir dann vollends in die Fläche, die am morgen für Züge aus den Bergen prima wäre, aber am Nachmittag für Züge dahin? Jäää. Mangels Alternativen suchten wir uns aber etwas und stellten uns mal hin. Wir befanden uns in einem Indianerreservat, und heraus bekommen haben wir das vor allem, weil ein Casino an der Autobahn stand ;)
Zug kam keiner in der Stunde wo wir gewartet haben und als wir fertig gegessen hatten (Nachos mit Dip) fuhren wir wieder. Wir hatten eine Stelle die wir noch ausprobieren wollten, mal so eine richtig schöne Stelle mit Bergen und Fluss.
Wir waren da, setzten uns in den Schatten, wunderten uns über drei andere Leute (offensichtlich keine Fotografen) im Wald und schossen kurz darauf einen Zug. Richtig im Licht, richtig herum .. richtig schön.

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[maps.google.com]
Kurz hinter Exshaw dieser Blick mit einem Westwärts fahrenden Getreidezug.

Das ging uns jetzt fast etwas zu schnell und wir fuhren nach Canmore, eine Alternative suchen ;). In der Ortsdurchfahrt ging etwas. Das ging ziemlich gut, diesmal für Züge nach Westen. Noch bevor wir an der Stelle waren zog ein Zug nach Osten durch, mal wieder ohne Nachschub .. dafür mit Mittellok, was ist das denn für eine Unart?
Das Warten im Ort war schöner als fast alles andere bisher. Wir lagen in einem frisch gemähten Rasen im Schatten einiger Bäume. Ja, es kann soagar sein, dass wir eingenickt sind ;)
Zug kam aber keiner bis wir wieder gefahren sind um kurz vor 17 Uhr. Der Grund zum fahren war ein Rocky Mountaineer Zug von hinten welcher wir etwas vor dem Ort auf einem Damm Querschiessen wollten. Wann genau er fuhr wussten wir nicht mehr, irgendwie haben wir die Zahlen die am Bahnhof von Banff standen vergessen, aber da er ja noch nicht durch war, musste er fast kommen. Wir waren am See und liefen hinter der Strasse einen Hügel hoch um das ganze von oben zu betrachten. Das ging soweit gut und etwa zu unserer errechteten Planzeit horte es im Wald. Ahhh, das klappt ja hervorragend! Nur war der Horner ein Güterzug und nicht der Touristenbomber. Egal!

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[maps.google.com]
Wir Fotografieren über den Gap Lake, im Bild ein Ostfahrer.

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Landschaftsblicke um den Gap Lake

Wir stiegen wieder runter und gingen direkt ans Wasser ran. Ich badete ein bisschen meine Füsse und wir erwarteten mit immer besser werdendem Lichtstand auf den Rocky Zug. Er kam nicht, und nach etwa 30min wechselten wir an den Hauptblick des Abends auf der anderen Seeseite.
Die Stelle war perfekt und wir erwarteten spätestens um etwa 20 Uhr den anderen Rocky Mountaineer, wenn er denn fährt und wir nicht mit den Verkehrstagen irgendetwas übersehen haben (was nämlich auch sein konnte). Wir warteten und warteten und warteten und wir hatten immer gutes Licht. Als die 20 Uhr näher kamen rückte die Stelle immer mehr in den Schatten, erst die Kurve, dann der erste Mast, dann der zweite ... und es war 20:15. Der Dritte Mast kam in den Schatten und wir wollten schon fast gehen. Ich meinte zu Philippe noch: Wir haben diesen Urlaub fast nie eine Stelle verlassen ohne zumindest ein Foto, wenn teilweise auch kompromissbehaftet. So war es auch diesmal, es kam tatsächlich noch ein CP Zug. Ein Kistenzug, im allerletzten Licht. Zum Glück waren im vorderen Zugteil ein paar Wagen Leer, so konnte man den Zug "unbemerkt" hinten einem tiefen Busch im Schatten abschneiden ;).

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Das wäre die Stelle gewesen ... nur kam kein Zug!

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[maps.google.com]
Doch, es kam ein Zug, aber viel zu spät.

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Fahrt zurück nach Banff über den Trans Canada Highway Nr. 1

Wir eilten nach dem Bild zurück nach Banff und hofften den Zug da im Bahnhof noch schiessen zu können. Dafür war der Zug aber zu langsam und die Sonne schon zu weit unten - die Abendansicht vom Bahnhof wäre nämlich die schönste aller ...
So blieb uns nur der Weg zurück ins Hotel und zum Essen. In einem Werbebuch zu Banff welches ich im Bahnhof abgestaubt habe waren die Möglichkeiten aufgeführt. So gibt es in Banff als Highlight z.B ein Swiss Ticino Restaurant ;). Wir zogen aber eine Microbrewery vor (zumindest zwei von uns…), als wir aber merkten, dass das zu Fuss nicht erreichbar wäre wechselten wir auf ein Steakhouse in der Nähe.
Wir checkten im Hotel ein und die Zimmer sind das Geld so ein bisschen Wert, das Bett ist so bequem, dass nehme ich gleich mit. Wir machten uns frisch und gingen Essen, es war zwar schon wieder halb 10 bis wir aus dem Hotel kamen (die Zeitverschiebung ohne wirklich weiter Östlich zu sein ist schon merkwürdig) aber man nahm uns freudig auf. Das Bier war super, das Essen ebenfalls und nach einem zweiten Bier ging es zurück zum Hotel.
Morgen dann am Vormittag Morant's Curve, das Wetter soll dann noch prima sein, mal schauen, ob es wirklich so wird, wir haben da unsere (berechtigten) Zweifel.

[hr

Wir bleiben in Kanada und wechseln im nächsten Teil nach Jasper.

En Gruess,
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...

Wieder super! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 31.01.14 02:20

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Wiederum ein guter Bericht. Mercischön!
In Sandpoint wäre ich als MRL-fan natürlich rechts in Richtung Missoula abgebogen. :)

Was nicht so ganz verstehe: Wieso die toll road nach Lake Loise nehmen und nicht bis Golden hoch- und ab dort der Westrampe zum Kicking Horse Pass nachfahren? Es hätte dort ein paar schöne Spots an der CP main.
Das mit den vielen Leuten bei der Morants Curve ist übrigens normal. Man stellt sich dort hin - am besten mit Stativ. Und schon halten diverse Autos, die Leute steigen aus und stellen sich neben einem hin. Und irgendwann fragt dann mal einer, welches Tier man denn sehe - Elch, Bär Wapiti? Die Reaktionen die man erntet wenn man erklärt, dass man auf einen Zug wartet, sind jeweils herrlich. :D

Übrigens: Zwei CP-Geeps westlich von Calgary auf der mainline zu sehen, ist selten.


Thomas



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:01:31:10:50:22.

Schade

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 31.01.14 12:26

Schade, daß auf den schönen Landschaftsbildern ab und an mal ein Zug zu sehen ist. Die vermiesen die ganzen Bilder. Denn die sind ansonsten wunderbar. Vielleicht wird's im nächsten Teil besser.

Viele Grüße
Sören

Re: Schade

geschrieben von: 219 003-1

Datum: 31.01.14 14:55

Ein Traum. Diese wunderschöne Landschaft. Da wird die Eisenbahn fast zur Nebensache. Habt ihr auch die Schmalspurbahn in den Rockies besucht?

Gruß, 219 003-1, FAUR-Power aus Rumänien für die DR-das U-Boot!!!

http://loksounds.eu/banner.jpg

.....DIE Seite mit Sound !!!
@ Thomas
Die 2 GP38-2 sind die normale Traktion für die Lafarge Exshaw Bedienung.

@Nil
Wo habt ihr beim letzten Bild das Auto gelassen? Nach meinen Erinnerungen war das Problem mit dem Parken, neben den "closed for season roads",
ein ziemlich nerviges Problem bei einem 2008er Besuch dort.

Grüße Michael
bedstadt schrieb:
-------------------------------------------------------
> @ Thomas
> Die 2 GP38-2 sind die normale Traktion für die Lafarge Exshaw Bedienung.

Echt?? Wusste ich nicht. Dann habe ich das bei meinem letzten Besuch dort verpasst. Shame on me! :)
Immerhin habe ich dafür in Field einen Schotterzug mit zwei SD40-2 erwischt.


Thomas
Hoi,

ehm, so sicher bin ich mir nicht mehr.
Ich glaube unten am See am kleinen Steg, da war ein grösserer Platz. Die 500m konnten wir dann gerade noch so gehen, trotz ständiger Burger zum Abendessen ;)

@U-Boot
Nein, so etwas mag ich doch nicht :-)

Gruess
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:02:02:19:54:46.
Hallo Nil,

klasse, das weckt Erinnerungen, wir waren einen Monat vor Euch in Canada, einige Stellen kommen mir da sehr bekannt vor :-)

[www.drehscheibe-foren.de]

Gruß Thomas





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:02:10:21:25:24.