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Hallo Welt

Ehm ja, wir waren noch nicht fertig, auch wenn uns jemand den Titel geklaut hat :-) Weiter geht es mit zwei Tagen aus dem Baltikum. Immerhin gibt es jetzt keine grünen Trommeln und 10er mehr sondern wir bleiben mal schön in Litauen und erfreuen uns an neuen roten Loks.
Achja, falls euch der erste Tag bekannt vor kommt, gut möglich ;)

Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de] --> Anreise
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de] --> wir gondeln im Süden herum.
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de] --> nach Lettland
Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de] --> Daugavpils und der Norden.
Teil 5: [www.drehscheibe-foren.de] --> und noch einer und noch einer
Teil 6: [www.drehscheibe-foren.de] --> Auftritt der Königin




Sonntag 06 Mai

Tag der Teilung, was blöd klingt ist aber ganz einfach. Christof und Jordi verliessen Pascal und mich heute. Die beiden hatten nur eine Woche Zeit und auf heute Sonntag Flüge gebucht um die lange Reise nach Hause anzutreten. Christof flog mit dem Kranich nach Frankfurt und Jordi mit der LOT über Warschau. Praktischerweise gingen beide Flüge zur exakt gleichen Zeit, nämlich um kurz vor 15 Uhr ab Vilnius.
Wir zielten also auf ca. 13 Uhr am Flughafen. Davor? Es gab mal wieder mehrere Varianten welche wir durchgekaut hatten beim Abendessen. Gewonnen hat der Vorschlag an die Güterumgehung von Vilnius zu sitzen. Die verläuft durch eine hügelige Landschaft südlich an Vilnius vorbei. Da drin hatte ich noch eine Rechnung mit einer Stelle offen, an der 2007 einen ganzen Mittag lang kein einziger Zug kam. Vorsichtig teilte aber meine bedenken, dass man auch stehen kann ohne das etwas kommt, meinen mitreisenden noch mit. Nnur damit es dann nicht wieder heisst, man habe es nicht gewusst ;).
Bevor wir nach Vilnius fuhren hatten wir aber noch ein sicheres Bild im Auge. Einer der beiden einzigen Tunnels von Litauen (beschreibt auch wieder gut die Topografische Lage) führt in Kaunas unter der Stadt hindurch. Am Tunnelportal im Osten ist die Bahn dann direkt am Fluss und von einer riesigen Fussgängerbrücke kann man auf die Situation schiessen - sehr atypisch für Litauen, vielleicht gerade deshalb „speziell“?
Wir verpackten also das Gepäck der beiden abrauscher im Auto und fuhren pünktlich auf einen Zug zur Stelle.
Wetter? Toll, es soll aber ähnlich wie gestern werden, also schön bis zum Mittag und dann reinziehender Müll von Westen. 1/2 vom Auto war das egal, ausser der Angst, einen Turbulenten Flug zu haben, spürte man keine gram über den Wetterbericht.
Aber noch war es schön und an Wolken war nicht zu denken, geschweige den an Regen. Als Standpunkt an dieser Stelle dient eine riesige, sicher 500m lange, Fussgängerbrücke hoch über dem Fluss. Und sie führt in den Wald auf der anderen Flussseite, wohl dem Naherholungsgebiet von Kaunas. Sieht also noch so aus als ob es noch Stalin persönlich eingeweiht hat - falls Kaunas damals per Zufall gerade zur Sowjetunion gehörte (die Geschichte der Stadt ist ziemlich kompliziert – nachzulesen in der Wikipedia).
Als Regio kam ein Elefant aus dem Tunnel "geschossen", die einzige alternative wäre aber eine Elektrischka gewesen und da war mir der Elefant noch lieber.

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.05.07%20Kaunas/DSC_1278b.jpg
[maps.google.com]
Am Stadtrand von Kaunas diese Elektrobahn auf dem Weg nach Vilnius.

Über die Autobahn ging es schon wieder in Richtung Vilnius, kennen wir ja langsam das Spielchen. Nach der schlechten Erfahrung gestern am "Autobahnring" südlich an Vilnius vorbei entschloss ich mich heute den direkten Weg mitten durch die Stadt zu fahren, das Navi wollte es eh so und am Sonntag in der Früh dürfte das ja kaum ein Problem sein.
Dabei kamen wir, ich bin halt ein gekonnter Navigator, direkt am Hauptbahnhof vorbei und, ich bin nicht nur ein guter Navigator sondern auch sonst ein super Tourplaner, so gab es für uns gleich noch einen Zug zu sehen. Ein TEP70 Doppel der Weissrussischen Bahn rollte mit einem Russenzug in den Bahnhof hinein als wir ihm zuschauen konnten auf einer Brücke. Bei Christof hat es sogar noch für einen Notschuss gereicht.
An der bald erreichten Güterumgehung fuhren wir zum Bahnhof Pakalniskes und da ereilte uns das selbe Schicksal wie schon den ganzen Urlaub. Wir fanden Stellen - wir standen auch immer brav da - es war auch Verkehr: aber alles nur von hinten. Bis zur gesetzten toten Linie zur Abfahrt an den Flughafen kamen 3 Züge von hinten und nicht einer von vorne. Naja, ich hatte ja noch weniger angekündigt, insofern konnten die Herren wohl zufrieden sein ;).

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.05.07%20Kaunas/DSC_1284b.jpg
[maps.google.com]
Lokfahrt bei Pakalniskes an der Güterumgehung von Vilnius.

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.05.07%20Kaunas/DSC_1289b.jpg

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[maps.google.com]
Zugverkehr auf der Güterumgehung, wenn auch leider in die falsche Richtung.

Die Tote Linie war da, wir programmierten den Flughafen als Ziel ein und kaum 10min später sollten wir da sein, sagte das Navi. Aber ich brachte es fertig an der einzigen Nennenswerten Kreuzung gerade aus zu fahren anstatt links. So drehten wir eine Extrarunde um den Güterbahnhof von Vlinius. Aber das hat sich gelohnt, denn wieder auf dem rechten Weg fuhren wir über eine Brücke direkt am BW der LG vorbei. Na, wenn das mal nicht nach einer tollen Planung klingt? ;)
Wir holten den Foto nochmal raus und schossen von der Brücke so gut es ging ins BW hinein. Es stand ziemlich viel da, erstaunlich viele Weissrussische TEP70BS (mind. 3), ewig viele Triebwagen, ziemlich viele rote 2M62 und auch die TEP60 der LG waren in einer vermeintlichen Schrottlokreihe auszumachen.

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.05.07%20Kaunas/DSC_1295b.jpg

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Blicks auf das Betriebsgelände der LT von einer Brücke in Vilnius. Alles ist zu erkennen, vom D1 über die TEP60 bis zum neuen Russenkram.

Kaunas Airport, ein Flughafen von Welt, und das sage ich obwohl ich ihn nur von aussen gesehen habe. Den den Flieger fanden die beiden Buben auch ohne unsere Hilfe, so schmissen wir die beiden am Abflugterminal raus und fuhren gleich wieder weiter. Zurück an die Strecke nach Klaipeda, weg von der Fahrleitung und weg von dieser irgendwie verfluchten Güterumgehung.
Das Wetter hatte sich wie vorhergesagt entwickelt, Siff und Wolken zogen von Westen her rein. Deshalb, also wegen den vielen Wolken und den wenigen blauen Löchern, fuhren wir gleich wieder nach Gaiziunai, ihr erinnert euch, dem Bahnhof südlich von Jonava. Leider stand wieder nichts da, eine Tamara war aber immerhin am Rangieren. Den Ostfahrenden Schnellzug wollten wir mitnehmen und spätestens dann verreisen - konnten wir auch ohne schlechtes gewissen, den die Wolkenwand welche in den nächsten 30min reinzog war dicht, feucht und windig. Aber ein Sonnenbild gab es noch, die Tamara rangierte ein paar Wagen zusammen und kam dann auf das Gleis in Richtung Kaunas gefahren.

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[maps.google.com]
Im Rbf Gaiziunai war auch an diesen Nachmittag wieder emsiger Betrieb zu beobachten. Tamara war in der Sonne am Arbeiten ...

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.05.07%20Kaunas/DSC_1317b.jpg
[maps.google.com]?
Als dann aber Zeit für den Express aus Klaipeda war hat es komplett zugezogen und die ersten Regentropfen waren nicht mehr weit.

Dann? Regen? Sonne? Wir fuhren los und wollten da hin wo wir gestern schon standen, nach Dotnuvos. Mal abwarten was das Wetter so zu unserer Anwesenheit meint, mindesten bis zum Schnellzug nach Klaipeda in ein paar wenigen Stunden. Da Zeit war ging es in Jonava nochmal zum Einkaufen, kurz am Bahnhof vorbei und dann an einen BÜ weiter oben. Da konnte man wunderbar im Auto sitzen und warten, Essen und dösen (und schreiben).
Nach etwa 90min verliessen wir die Stelle aber fluchtartig, nicht weil wir zuviel Fotografiert hätten (gekommen ist schon ein bisschen etwas, z.B. ein Triebwagen nach Norden und ein Güterzug nach Süden) - sondern weil wir nach einem 20min Gewitter mit Starkregen und Hagel der nächsten Sturmzelle ausweichen wollten. Die Strassen waren zeitweise weiss vor Hagel und standen fast unter Wasser ... wie könnte man sagen, die anderen sind wohl zum richtigen Zeitpunkt verrauscht.
Aber wir gaben nicht auf, helle Flächen hinter den Regenfronten machten Hoffnung. Also standen wir kurz später wieder an der Strecke. Regen kriegten wir keinen mehr ab, sogar Sonne war noch drin, nur Zug wollte keiner kommen. Und zur Planzeit des Schnellzuges war die Sonne schon wieder weg, zuvor hätte sie etwa 10min lang geschienen . ha-ha.
Dieser Nachmittag fiel also ins Wasser, dafür waren wir wieder etwas früher im Hotel als sonst.
In dem ganzen Regen und den langen "Stillstandszeiten" des Nachmittags entwickelten wir noch den Plan für die kommende Woche. Morgen Montag soll das Wetter nichts werden (fast nichts), ab Dienstag ist es dann wieder prächtig. Ein richtig gutes ER20 Bild gab es bisher nicht, also möchten wir bleiben und den Dienstag an der Klaipeda Linie verbringen .... was da geht können wir ja morgen Montag schonmal heraus finden.
Das dumme daran, wir können den Regentag morgen nicht für den Transit durch Polen nutzen um am Dienstag in Tschechien aufzuschlagen ... oder wollen wir nach Finnland? Man sieht, wir waren mit der Planung heute Abend noch nicht fertig, nur das wir noch 2 Tage Litauen ran hängen ist klar.
Im Hotel wollten wir gerade noch das Zimmer verlängern, was nicht klappe, leider. Man sei voll morgen. Man bot uns aber sofort an ein anderes Hotel für uns zu buchen in Kaunas, was wir erstmal danken ablehnten. Hihi, ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht danach im Zimmer im Internet geschaut hätte ob das Hotel wirklich voll ist. Also die Bestwestern Homepage und das Buchungssystem waren nicht dieser Meinung. Ich buchte mal ein Zimmer für die kommenden zwei Nächte ... ;)
Essen gab es in der Stadt und zur Feier des Tages (Feiern, warum denn? ;)) steuerten wir eine Bar an, früh ins Bett kamen wir deswegen nicht, aber morgen können wir ja ausschlafen.




Montag 07 Mai

Grau, grau ... kalt und grau. So schnell beschrieben ist das Wetter heute früh. Ich blickte unter dem Vorhang hervor und sackte zurück ins Bett, so muss man nichts überstürzten.
Um 10 Uhr mussten wir beim Frühstück sein und das schafften wir auch gerade so, kaum waren unsere Teller voll begann das Personal mit dem Räumen des Buffets *phuu*, den richtigen Start in den Tag hatten wir also schon mal nicht verschlafen.
Und dann ging ich mit meiner im Internet getätigten Reservation an die Rezeption, ich wollte das Zimmer verlängern *grins*. Zum "Glück" war nicht mehr dasselbe Personal wie gestern Abend da sondern zwei neue Mädels. Ja nein, Reservieren geht leider nicht, wir sind voll. Als ich ihr meine Reservationsbestätigung unter die Nase hielt kamen die beiden etwas ins Rudern. Merke: Das Reservierungssystem von Bester Western ist nicht das schlauste ;).
Auf jeden Fall waren die beiden extrem bemüht, die Situation war ihnen sichtlich unangenehm. Diesmal willigte ich ein, dass sie ein Hotel für uns suchen dürfen, dann hätten wir keine Arbeit damit. Bin ich Gemein?! ;)
Im Zimmer heckten wir über die Karte gebeugt aber flugs einen neuen Plan aus, warum eigentlich in Kaunas übernachten wenn man das auch an der Strecke oben irgendwo machen kann? Erspart unnötige Fahrerei, und in Siauliai fanden sich Online auch ganz anständige Hotels ... die Stadt ist sowieso ziemlich gross (dafür das ich noch nie etwas von ihr gehört habe – jaaa, ich bin ein Banause).
Ich suchte uns ein Hotel da raus, reservierte per Texteingabeformular (komisch, da gibts auch Preise für Single Room mit Doppelbelegung?) und ging dann runter. Ich wurde strahlend empfangen, man habe ein Hotel für uns gefunden, das genau so gut und erst noch günstiger sei als dieses hier (hm, sollte mir das zu denken geben?). Ich winkte aber dankbar ab ... was für ein Aufwand ;). Stattdessen buchten wir eine Nacht von Dienstag auf Mittwoch im Hotel, das ging nämlich.
11 Uhr war vorbei als wir mit dem Koffer zum Auto liefen, und Pascal lud niesend seinen Koffer hinten rein. Trotz des Wetterumschwungs haben sich die Pollen anscheinend nicht verabschiedet. Wir besorgten ihm also in weiser Voraussicht etwas gegen seinen Heuschnupfen und fuhren dann aus der Stadt raus.
Ziel? Das schöne Wetter, dieses sollte nämlich nach den neusten Wetterberichten am Nachmittag vom Meer her aufs Festland treffen und sich bis Siauliai ausbreiten. Den frühen Nachmittag (Vormittag war ja nicht mehr ;)) nutzten wir also zur Stellenschau auf der Strecke.
Über die Autobahn und dann die Landstrasse ging es bis Telsiai wo wir auf die Bahn trafen und ihr dann folgten in nach Westen. In diesem Abschnitt ist Litauen ungewohnt hügelig, so Hügelig gar, das früher (vor ER20 Zeiten) auf einem kurzen Abschnitt eine Schublok benötigt wurde. Dies ist seit die starken ER20 vorhanden sind nicht mehr nötig ... und das ist auch mit ein Grund weshalb auf der Strecke von Radvilikis bis Kleipeda ausschliesslich ER20 eingesetzt werden sollen.
Wir notierten fleissig Stellen in unseren Köpfen und auf de Karte. Dabei verfolgten unter der geschlossenen Wolkendecke immer ein Ziel, auf die Sonne zu treffen. Nach ein paar Kilometern und einem Sichtungsbild an einem BÜ wo gerade ein Zug kam, sahen wir sie dann. Nur als heller Streifen am Horizont, aber da waren die Wolken fertig ... nichts wie hin da.
Leichter gesagt als getan, den auf einmal standen wir Sinngemäss vor dem Wasser, und der blaue Streifen war noch nicht bei uns. Hm? An der Küste zu warten war aber keine Option, den da ist es wieder flach, es ist sehr Waldig und tiefhängende Wolken störten zusätzlich, die gab es hinten drin nämlich nicht.
In aller Ruhe schauten wir uns deshalb Klaipeda und den Bahnhof an. Es gab etwas zu Futtern und bei der Gelegenheit konnten wir gleich nochmal tanken. Was nahmen wir vom Besuch in Klaipeda mit? Bilder vom Standstrand und einen Fahrplan von zwei Regionalzugpaaren die zwischen Kleipeda und Siauliai täglich verkehren - praktisch, sichere Fotos für morgen.
Wir bewegten uns zurück ins Landesinnere und dann ging alles ganz schnell. Das blau war uns dicht auf den Fersen und es war absehbar, dass es uns bald überholen würde. Also ernteten wir gleich die Früchte unserer "Arbeit" und stellten uns an die am nächsten liegenden Stelle an einen BÜ mit Bahnhof (Stateikiu) dahinter.
Die Sonne kam zeitgleich mit einem Güterzug von hinten, der sich in die Kreuzung stellte. Der Triebwagen stand an und wir waren mal gespannt welches Gefährt die LG in diesem Dienst auf die Schiene bittet. Es war zwar "nur" ein DR1A, aber ein unmodernisierter, immerhin - und die Wolkenstimmung dahinter konnte sich sehen lassen.

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[maps.google.com]
Der Montag sollte ins Wasser fallen, und so war es auch. Bis sich am Nachmittag von Westen her die blaue Wand näherte und uns die letzten Abendstunden doch noch bestes Licht brachte. Dieser DR1A (zu unserer grossen Freude ein nicht modernisiertes Exemplar) fuhr uns als Regio von Sialiau nach Klaipeda bei Stateikiu vor die Linse.

Der Güterzug verabschiedete sich und dann kam etwas, was wir so nicht erwartet hatten. Von hinten (von wo sonst?) kam der letzte Schnellzug des Tages nach Vilnius. Dran war aber nicht eine bekannte TEP70(bs) sondern eine Trommel, eine M62, nicht schlecht. Das ganze war aber so arg im Gegenlicht und kam so überraschend, war nichts möglich. Aber vielleicht morgen wieder? Wir merken es uns mal.
Und dann folgte der Teil weshalb sich das aufstehen wirklich gelohnt hat heute. Das Signal im Bahnhof ging für einen Westfahrer auf grün. Was kommt ist klar, aber genau auf DAS warteten wir ja. Und wir kriegten unser erstes ER20 Bild im richtigen Licht, mit angestrahltem alles, so muss das sein!

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.05.07%20Kaunas/DSC_1348b.jpg
[maps.google.com]
Dem Regio folgte bald ein Güterzug mit einer ER20 davor.

Güterverkehr gibt es auf der Strecke ja reichlich, also fuhren wir einfach mal eine "Favoritenstelle" etwas Östlich von Plunges und warteten auf der Brücke auf einen weiteren Westfahrer. Es war etwa 18:30 Uhr, somit hatten wir noch gut Licht. Das Signal hinter uns wurde irgendwann orange und wir begannen zu hoffen. Also nicht wegen dem Zug, der kam ja sicher, sondern wegen den Wolken, denn da waren wieder ein paar, und wie es so ist zog pünktlich mit dem offenen Signal eine Wolke zur Sonne hin und setzte sich da fest.
Der Zug kam und wir hatten riesiges Glück mit der Sonne, es klappte zu 90%, die restlichen 10% werden aber durch die Wolkenstimmung wett gemacht, gibt am Schluss also auch ein 100% Bild. Das Signal wechselte seine Farbe nie, das gab uns genug Vorsprung für ein weiteres Bild vom Zug. Er stand im Bahnhof an der Seite und wartete geduldig auf einen Kreuzungszug. Nach ewigen 20min kam der dann endlich und wir stellten uns auf der Strecke an einer weiteren Stelle die wir uns heute genau für die Uhrzeit heraus gefriemelt haben.
Da wurde das ganze zwar noch zu einer kleinen Zitterpartie (schon wieder?) wegen dem Sonnenstand, die Sonne war schon arg nah am entfernten Waldrand und zu viel Zeit dürfte sich der Zug auch nicht lassen. Aber er tat es nicht und bei diesem Bild ist jede einzelne Schraube des ER20 Fahrkwerks ausgeleuchtet ... dafür fehlt der Hintergrund - tja, so sind sie halt, die ewigen Kompromisse des Baltikums.

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[maps.google.com]
Eine der schönsten Stellen ist die Strassenbrücke bei Plunges, hier kriegten wir noch einen weiteren Güterzug mit ER20.

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.05.07%20Kaunas/DSC_1370b.jpg

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.05.07%20Kaunas/DSC_1378b.jpg
[maps.google.com]
Eben dieser Zug von gerade eben kreuzte in Plunges und stellte sich deshalb raus.

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.05.07%20Kaunas/DSC_1390b.jpg
[maps.google.com]
Und der Zug ein letztes mal im letzten Licht am Bahnhof Kūlupėnų‎.

Siauliai stand im Navi und 1 1/2h trennte uns vom Hotel. Die Fahrt war kurzweilig und wir sahen dabei sogar noch Züge, einmal klappte es auch noch mit "Kunst" (ich bin ja ständig dabei es zu versuchen, auch wenn es mehrfach in die Hose geht).

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.05.07%20Kaunas/DSC_1400b.jpg

Kurz vor Radivilikis, dieser Ort beherbergt einer der grössen Rangierbahnhöfe im Baltikum, dann unheimlicher Betrieb. Gleich drei Züge sind auf dem Bild zu sehen ... alle mit ER20.

Das Hotel fanden wir fast von alleine. Musste nur noch die Reservierung über das Formular angekommen sein? Klappte natürlich, aber auch wenn nicht, wir schienen so etwas wie die einzigen Gäste des Hotels zu sein, welches sich mit **** Schmückt. Das wäre wohl Landeskategorie, den im Vergleich zu unserem Best Western in Kauns (welches sich nur mit **** bewirbt) war es schon etwas anders. Aber in anderen Ländern wäre man froh, so etwas zu finden ... also alles bestens.
Da es schon ziemlich spät war und das Restaurant des Hotels geschlossen hatte gab es vom Rezeptionist den Tipp, es im Hessburger etwas weiter hinten zu probieren. So sorgte der Finnische Burgerbrater an diesem Abend für unser leibliches Wohl.
Der Wetterbericht eben meinte übrigens tatsächlich, dass es morgen einfach nur schön werden soll - so soll es sein!




Danke für die Aufmerksamkeit. Und die nächsten Teile bekomme ich dann schneller fertig. ;)

Grüsse
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:11:28:11:31:37.

Danke (o.w.T)

geschrieben von: BTTB

Datum: 28.11.13 16:03

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)

Supi! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 29.11.13 01:39

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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