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Hallo Welt

Nach dem Bericht aus Irland hängen wir diesen doch gleich an. Also er hängt nicht nur hier dran sondern auch in der „Wirklichkeit“ ...
Diesen Bericht teile ich mir mit Christof, er macht dann gleich irgendwann beim nächsten Tag weiter. Viel Spass nun!




Samstag 28. April 2012

Der Urlaub begann eigentlich im Zug vom Flughafen nach Frauenfeld. Gerade eben aus Irland zurück ging es gleich in den nächsten Urlaub (man hats gut!). Der Start verlief planmässig. Mit der S16 und dann S8 ging es nach Frauenfeld und da direkt mit dem Bus zum Ilg, Mietauto abholen ;).
Um 16:30 Uhr war ich zu Hause und um 18 Uhr wollten wir los. Das reichte gerade so um alles zu tun was zu tun war, Bankkonten kontrollieren, Rechnungen eintippen, Dreckwäsche abladen, frische Wäsche einladen usw. Die Winterklamotten flogen raus (waren in Irland ja noch nötig) und wurden durch dei Sommerklamotten ersetzt. Die nächsten Tage soll es warm werden und schon heute war es über 30 Grad in der Schweiz - in Irland heute früh noch 3°c - brrr ;). Ebenfalls eingepackt habe ich alle Strassenkarten aus der Region "da oben", wer weiss wohin wir genau wollen, bisher ist nur das „Baltikum“ klar.
Um 18:30 Uhr erst kam ich raus und um 19 Uhr war ich beim Zingg - nach dem Einladen seines Krempels gings los. Das Ziel war die Oberpfalz, wo wir beim Herrn H. aus W. Zur übernachtung angemeldet waren. Die Fahrt ging über Lindau, München direkt nach W.. Unterwegs gab es noch etwas kleines zu Essen und am Schluss waren wir um kurz nach Mitternacht da. Viel taten wir verständlicherweise nicht mehr. Das einzige was noch geplant wurde war die Zeit wann wir morgen aufstehen und losfahren wollen.




Sonntag 29. April 2012

1008km weit weg lag unser Hotel vom Start heute früh. Ein langer Tag lag vor uns, dieses Baltikum ist nicht gerade um die Ecke. Aber wenn man vor Ort die Flexibilität haben will und auch beim Rückweg noch hier oder da etwas machen will ist ein eigenes Auto gar nicht verkehrt ...
Aufgestanden sind wir um 7 Uhr, wirklich fit war niemand, aber die lange Strecke fährt sich nicht von alleine. Es gab Frühstück und wir liessen das ganze sehr gemütlich angehen. Wir Reservierten noch ein Hotel für den Abend, in Lomza in Nordostpolen, und fuhren dann langsam aber sicher los. Christof schmiss seinen Krempel rein und mit dem bisschen Luft welche noch im Tank war (gestern gingen die letzten 70km bis Weiden schon auf der Reserve) fuhren wir erstmal eine Tankstelle an.
Den ursprünglich von Pascal und Christof gefasste Plan am Mittag in Wolsztyn aufzuschlagen (meine Begeisterung dafür hielt sich wie man sich vorstellen kann sehr in Grenzen) konnten wir mit der späten Abfahrt sein lassen. Also keine Dampfloks (juhu ;)) und MEIN Plan kam zurück ins Spiel. Ich wollte nämlich irgendwo zum Mittag mal an einer Hauptstrecke Pause machen und da ein Schnellzug und vielleicht noch einen Kibel mitnehmen.
Der erste Teil ging zügig vorwärts, durch Deutschland kamen wir an diesem Sonntag Vormittag ohne Probleme, viel war neben uns auf der Autobahn nicht unterwegs. Die Fahrt durch den Osten Deutschlands, wir übertraten die Grenze nach Polen bei Görlitz, war kurzweilig, die hügelige und wirklich schöne Landschaft mag zu begeistern. In Polen wurde es schlagartig flacher, aussern den Gipfeln des Riesengebirges in der Entfernung (sogar noch Schneebedeckt) waren über des Horizonts zu sehen.
Bei Opole verliessen wir die Autobahn und rollten gelenkt vom Navi auf einer Hauptstrasse stracks nach Osten. Bei Lisowice querten wir eine der Zahlreichen Bahnstrecken und dachten noch, dass es genau da doch eigentlich ziemlich Fotogen ist. Aber wir hatten eine Hauptstrecke im Blick und wollten nicht an einer Kibelbahn ewig hängen bleiben. Aber Christof hat doch ein Kursbuch von Polen! Er schaute nach und kündigte eine Zugfahrt von hinten in wenigen Minuten an. Also drehte ich fix und schon standen wir am BÜ. Da hatten wir mal eine Punktlandung hingelegt.

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In Lisowice, irgendwo mitten in Polen, kam uns auf dem Weg nach Nordosten dieser Kibel entgegen.

Das war aber auch gleich die einzige Punktlandung irgendwie, den sonst sahen wir zwar in diesem Polen immer wieder Eisenbahnstrecken, aber einen Zug eigentlich nie. Ein weiterer Fotohalt gabs bei Gorzkovice weiter Östlich. Das war die "Hauptsrecke" die ich gerne wollte. Und es kam alles was kommen musste, nicht Pünktlich, aber es kam. Ein Güterzug, ein Schnellzug, ein IR (als Kibel) und ein Regio (Kibel). Mehr wollten wir nicht und die knappe 1h Pause in der Sonne tat nach einem Tag im Auto doch mal ganz gut.

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.04.29%20Polen/DSC_0216b.jpg
[maps.google.com]
In Gorzkovice legten wir die grösste Pause des Tages ein. Bevor die Sonne verschwand stellten wir uns noch eine Stunde in den Bahnhof. Dabei kam als erstes ein Schnellzug von hinten ...

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[maps.google.com]
... gefolgt von einem aus Warschau. Schöne Loks!

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[maps.google.com]
Weiter ging es mit einem Kibel als Regionalzug.

http://bahnpics.com/nil/12.05%20Baltikum/12.04.29%20Polen/DSC_0241b.jpg
[maps.google.com]
Sogar ein Güterzug schaute noch vorbei, wir verschoben uns derweil etwas nach weiter vorne.

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[maps.google.com]
Und ein Kibel als IR, eigentlich hätten wir da nochmal etwas Lokbespanntes erwartet.

Um 18 Uhr waren wir fertig mit unserem Programm, bis auf die Fahrt zum Hotel natürlich. Bis Lomza sagte Herr Navi etwa 5 Stunden fahrt an, also eine Fahrt bis 23 Uhr, ohne Pause und Abendessen ... und Warschau lag noch vor uns.
Bald schon kreuzten wir die Vorortsbezirke von Warschau welche dichter besiedelt und auch dichter beverkehrt waren als dieses Polen bisher. Es ging zähflüssiger vorwärts. Auffällig in Polen ist die erschreckend hohe Anzahl an Mc Donalds Filialen, alleine auf dem Weg durch Warschau haben wir mindestens 16 Stück gezählt. Und ja, einen haben wir zuwecks Essen auch noch besucht *pfui*.
Lomza erreichten wir wegen Abendessen erst um kurz vor 24 Uhr, das passte schon. Das bereits gebuchte Hotel fanden wir auf Anhieb und auch die beiden Zimmerkarten gab es noch. Das Hotel ist sowieso ganz toll, toll abgwohnt, in unserer Etage zumindest. Weiter unten sieht es nicht schlecht aus (ok, schlecht war unser Zimmer auch nicht), aber es erinnerte mich stark an Tuzla - versrpüht alles Charme von den 70ern ;).




Montag 30. April 2012

Phuu, nochmal ein Tag im Auto, naja, zumindest ein halber. Das war der Plan für den heutigen Tag. Begonnen hat alles aber äusserst gemütlich im Hotelbett. Die Sonne lachte draussen und das Ziel für den Abend hiess Kaunas, dazwischen sollte ein Nachmittag mit Bildern an der Transitstrecke von und nach Kaliningrad in Litauen sein - welche ja immer ein bisschen Verkehr verspricht.
Das Frühstück durfte aber noch rein vor der Abfahrt, dass musste sein. Und das Buffet gefiel uns, alle kriegten was sie wollten und ungewöhnlich spät fuhren wir los. Eilig hatten wir es nicht, denn an der Grenze würde uns sowieso eine Stunde Zeit geklaut und so wird so eh Mittag bis wir in Litauen sind (mit solchen tollen Gedankengängen kann man sein Gewissen reinwaschen wenn man verschlafen hat ;)). Bevor wir fuhren buchten wir aber noch unser Hotel in Kaunas. Wir wählte ich, in Kraft meines Amtes (das ich eigentlich gar nicht wollte ;)) das Best Western an bester Lage mitten in der Innenstadt aus. Ich buchte es wegen der unklaren "wollen haben Lage?" mal nur für eine Nacht.
In Lomza, wo es zwar noch eine Eisenbahn aber keinen Personenverkehr mehr gibt, wollte Christof zum Bahnhof fahren, welch Sinnloses unterfangen! Aber wer weiss, ich wollte dem frühmorgendlichen Elan nicht im Wege stehen und wir fuhren zum Bahnhof hin. Ich erwartete Rost, Rost und Rost. Doch tatsächlich, zwischen dem Busch 1 und den Baum 2 stand ein Hobel von PKP Cargo und wartete auf weitere Aufgaben, sogar die Lokführer sassen auf dem Bock. Das Licht passte und wir hatten schon das erste Bild des Tages im Kasten, von mir nicht wirklich erwartet - und genau das durfte ich mir den Rest des Tages dann anhören ;).

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[maps.google.com]
Als erstes zog es uns heute früh nach zum Bahnhof von Łomża. Obwohl da kein Personenzug mehr hinfährt wollte Christof unbedingt zum Bahnhof. Immerhin stand noch etwas Betriebsfähiges da, ein SM42 Hobel von PKP Cargo.

Um nicht 100 Tage Zeit zu verlieren ging es dann aber doch mal noch weiter, durch die Nordostpolnischen Wälder immer zu der Litauischen Grenze bei Suwalki entgegen. Wir waren gerade durch Augustow durch da tauchte die Strecke von Polen nach Litauen auf dem Navi neben uns auf. Hm, da läuft ja noch etwas, nur wann? Christof bildete uns und schaute im Kursbuch was es den da so gäbe. Und es gab sogar etwas, einen Regio nach Süden, also im Licht. Er war schon relativ nah und wir weit konnten wir ihm nicht mehr entgegen fahren.
An der nächsten Gelegenheit ging es rechts in den Wald hinein zum nächsten aller Bahnübergänge. Das Navi meldete zwar noch, dass das Ziel auf einer Ungepflasterten Strasse läge, wir ignorierten diese Information aber gekonnt. Der Weg war zwar wirklich urks, aber wir landeten da wo wir hinwollten, im Wald (wollten wir da wirklich hin?). Sah zwar eher nach Schweden als nach Polen aus da in diesem Wald, aber die Zeit zum wechseln hatten wir nicht mehr, das holpern hatte zuviel davon in Anspruch genommen. So schossen wir dem komischen Triebwagen der kam auf die Nase, und ich warnte derweil die Bueben vor der Baltischen Viper (die es nur in meiner Fantasie gibt, aber um Angst und Schrecken zu vertreiben reichte es ;)).

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Auf dem Weg weiter bis Litauen fuhren wir ständig der Bahnlinie entlang, beim Blick ins vorhanden Kursbuch zauberte Christof einen Regionalzug nach Süden hervor. SA133 bei Szczepki.

Christof konsultierte erneut das Kursbuch und zauberte den nächsten Zug aus dem imaginären Hemdärmel. Diesmal sei es aber kein Regio sondern DER Schnellzug von Warschau zur Grenze - Lokbespannt - da waren wir uns sicher. Nun sind Nordfahrer zur Mittagszeit, er sollte nämlich um 11:30 Uhr bei uns in der Region auftauchen, nicht unbedingt optimal. Aber dank einigen Windungen der Strecke sollte zumindest eine Stelle mit annähernd Licht auf der Front auffindbar sein. Blöderweise Südlich von unserer Position. Dafür ging es zurück an Augustow vorbei immer der Strecke entlang bis in die kleine Ortschaft Kamienna Stara. Bis dahin kamen wir, weiter nicht, Rumpelwege waren im Weg. Dafür war die gefundene Stelle aber gar nicht verkehrt, mit etwas Landschaftsblick usw. Die ganze Strecke sowieso ist äusserst Fotogen (gar nicht so wie ich mir Polen immer vorstelle). Schade natürlich wieder das da nicht so viel läuft (ist auf der ganzen Welt immer dasselbe, auch Polen ist da keine Ausnahme).
Wieviele Wagen hat der Zug eigentlich? Drei Schätzte Christof mal und für eine solche Länge stellten wir uns aufs Feld. Die Zeit schritt voran und etwa 10min nach der errechneten Planzeit kam er dann, mit 7 Wagen, was etwas Hektik in der Gruppe auslöste, dafür mussten wir uns kurz umstellen und dann passte es auch. Wunderschön, Christof überzeugte sich davon auf dem Display der Kamera - vergass dabei aber fast, dass wir es eigentlich ein bisschen eilig hatten.

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[maps.google.com]
Wenn man schon mal in der Gegend ist sollte man eigentlich den Schnellzug von Warschau nach Sestokai nicht vergessen. Wir blieben also noch etwas in Polen und positionierten uns bei Kamienna Stara.

Der Plan sah vor den Zug bis in den Norden zu verfolgen und hinter Suwalki, nach dem Umsetzen, ein zweites mal zu Fotografieren. Das es zeitlich knapp werden würde war klar, deshalb auch die leichte Eile. In Augustow blieben wir aber gleich im Verkehr stecken und auch in Suwalki war es nicht besser, im Gegenteil. Ampeln, LKW's und allerhand weitere Faktoren verlangsamten unser Vorwärtskommen, so fest das wir am Schluss am Personenbahnhof vorbei fuhren und den Zug nicht mehr sahen. Aber wenn er weg ist. Immerhin stand im Bahnhof eine ST44, und die stand im Licht. Geparkt, Zeug gepackt und gerade als wir zum Bahnsteig hoch sind trommelte die Trommel mit einer Ranigerlok im Schlepp davon. Schade ... das wäre noch eine nette Einstimmung auf die Trommellastigen kommenden Tagen gewesen ;).
In unserem Tank war mal wieder viel Luft und nur noch wenig Sprit, also füllten wir ihn noch in Polen auf und besorgten uns für (oder besser gegen) den Hunger noch was zu Futtern an der Tankstelle im Ort. Mit vollem Tank und vollen Bäuchen verliessen wir Polen und reisten nach Litauen ein, ohne Kontrolle ohne gar nichts. Stimmt, auch dieses Land ist im Schengenraum und somit ohne Grenzkontrolle zu betreten, vor 5 Jahren war das noch anders.
Mit dem Grenzübertritt wurde uns auch eine Stunde geklaut, aus 12 Uhr wurde 13 Uhr und der Tag war (wie heute früh ja schon gedacht), schon fast gelaufen ;). Neeein, natürlich nicht. Das erste Ziel in Litauen war der Bahnhof von Kazlu Ruda. Dies ist auch der Abzweigbahnhof nach Polen (Sestokai) von der Strecke Riga - Kaunas - Kaliningrad. Meine Kopf sagt, dass man da stehen kann und die andren überliessen mir erstmal die Entscheidung. Zwar wurden noch Fahrpläne von Transitzügen nach Kaliningrad im Auto herumgereicht (irgendwer meinte, ein Zug sei gerade durch), aber das störte mich nicht weiter ;).
In Kazlu Ruda am Fussgängerübergang standen dann bald 3 Nasen in der Sonne (und im Wind) und warteten auf Verkehr. Der kam auch bald, in Form eines Triebwagens, und weil es so schön war gleich nochmal einem.

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[maps.google.com]
Zur Mittagszeit überquerten wir die Grenze und fuhren gleich, ich wusste ja wo man stehen kann, nach Kazlu Ruda. Die hiesige Fussgängerüberführung (die nicht wirklich genutzt wird von der Lokalen Bevölkerung) eignet sich als tollen Standpunkt. Etwas störend dabei (solltet ihr mal da hin wollen) ist nur die Gitterbrüstung, durch die man irgendwie fotografieren muss.

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[maps.google.com]
Nach dem ersten Personenzug kam gleich nochmal ein DR1MV.

Derweil wunderten sich die wenigen Leute die die Überführung nutzten über unser tun und über uns. Das hielt uns aber nicht davon ab auch einen ersten Güterzug zu Fotografieren, welcher mit einer roten Doppeltrommel nach Westen gerollt kam.

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[maps.google.com]
Der Güterverkehr auf der Transitstrecke nach Kaliningrad war erschreckend schwach an diesem Nachmittag. Deshalb ist dieses Bild nicht Stellvertretend für viele Güterzüge – nein, es ist das einzige!

Und dann war das Licht in der Gleisachse, oder fast. Und es kam das erste Litauische Neubaufahrzeug welches wir zu Gesicht bekamen, eine Pesa Büchse. Er fuhr nach Marijmpole, also auf die Strecke nach Polen runter. Vorteil, die Strecke dreht sich (im Vergleich zur schnurgerade verlaufenden Transitlinie) ins Licht. So fanden wir eine Beschäftigung für die nächste Stunde, wir erwarten die Rückfahrt des Triebwagens nach Kaunas an der Nebenbahn (Railbaltica oder wie das Teil heisst ;)).
Die Stecke war in dem kurzen möglichen Abschnitt nicht wahnsinnig, aber es ging etwas, so das wir eine Stunde später ein zweites Bild von so einem komischen Triebwagen hatten. Ehrlicherweise muss man sagen, die Triebwagen sehen in Echt schöner aus als auf den Bildern - wie Christof es treffend Formulierte ;).

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[maps.google.com]
Die Moderne hält Einzug in Litauen, diese Pesa Büchse heisst 620M 016 und fährt von Kaunas nach Marijmpole.

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[maps.google.com]
Das Licht an der Fussgängerbrücke in Kazlu Ruda wurde spitz und so suchten wir mit dem kleinen Triebwagen eine Alternative. Er kehrte bald aus Marijmpole zurück und ich Fotografierte ihn beim Haltepunkt Bebruliskes.

Da auf der Strecke keinerlei weiterer Verkehr zu erwarten war zog es uns zurück an die Transitstrecke, wo sehr viel läuft *hust*. Zuvor gab es aber noch Litas (klingt ja eher nach einer Südamerikanischen Währung) am Bankomaten und die ersten Einkäufe für uns.
Das Licht auf der Überführung im Bahnhof war gerade so über die Gleisachse und somit konnten wir an der Stelle bleiben. Nun, etwas anderes blieb uns angesichts der Tiefstehenden Sonne eh nicht übrig ;). Am Schluss kam dann doch noch ein Güterzug den wir durch die Gitterstäbe der Brücke Fotografieren konnten. Nice to have.
Je weiter die Sonne unterging desto schnoddriger wurde das Licht. Wir werden älter und verzichteten freiwillig darauf den Abend unnötig in die Länge zu ziehen - wir verdufteten. Wenn wir es anders gemacht hätten, hätten wir auch den Jordi verärgert, der erwartete nämlich das Ilg Taxi um 21 Uhr am Flugplatz in Kaunas (Flughafen darf man bei der Piste mit dem Häuserl kaum schreiben ;)).

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[maps.google.com]
Die Sonne hat gedreht und wir stehen jetzt auf der Nordseite der Gleise.

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[maps.google.com]
Dieser Güterzug mit der frischen M62 1150 bog in Kazlu Ruda ebenfalls nach Süden ab. Damit dürften die Wagen wohl über die Grenze nach Polen gehen ...

Genau um 20:55 Uhr standen wir auf dem Platz vor dem Flugplatz und warteten auf den Jordi ... der noch nicht da war, aber gleich kam. Sein Flieger aus Riga war pünktlich geladet. Und wir vier bekamen gleich die erste Gelegenheit heraus zu finden wie gut sich unser kompletter Krams im Kofferraum verstauen lässt. 3 Koffer, ein Rucksack (zum Glück hat Jordi meine SMS gelesen und nicht den Koffer mitgenommen) und allerlei weiterer Krempel füllten das Teil bis zum Rand. Aber immerhin passte es, ich hätte es nicht vermutet ;).
Das Hotel in Kaunas war ja schon Reserviert und so brauchten wir bloss mehr dem Navi zu folgen, welches der Meinung war unser Best Western zu kennen - was es erstaunlicherweise tat. Um 21:30 Uhr standen wir in den Zimmern ... oder Wohnungen? Alleine das Bad war grösser als das ganze Zimmer letzte Nacht - UND das WC ist dann noch gar nicht drin in den Raum - Wahnsinn. Und das zu einem Preis der sehr Fair ist, ich weiss ja gar nicht warum wir vor 5 Jahren an der Zimmersuche gescheitert sind (war unser Budget damals wirklich so massiv kleiner?).
Unser Hotel liegt zwar mitten in der Stadt und die Fussgängerzonge in Torkeldistanz, aber das Hotelrestaurant sah so gut aus, da mochten wir gar nicht mehr raus gehen. So stapften wir nur in den Keller runter und Verliesen das Hotel an diesem Abend nicht mehr. Das Essen war gut, nur das Bier war noch besser ... gn8 ;).




Bien? Bien!

Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Hallo Nil,

super Beitrag! Wirklich ganz großes Lob von mir! Der Beitrag war einfach nur super. Der Text wurde von dir sehr authentisch verfasst und die Bilder sind einfach nur Top. Da kriege ich gleich Lust, wieder nach Polen und am Besten dazu noch nach Litauen zu fahren. :-)
Sehr nett war es auch, die EP07-361 in der Gelbstreifen-Lackierung zu sehen. Im Moment wartet sie auf ihre HU, welche sie in den "neuen" PKP IC-Farben verlassen wird. Trotz der -361 sind die Bilder aus der Region Suwalki ganz klar meine Favoriten.

Ich warte schon gespannt auf die nächsten Teile!

VG
Tobias

Juhuu! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 15.09.13 23:38

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Sehr schön!

Was hat dieser Neubau-VT denn für eine Wäscheleine da auf dem Dach?


Schöne Grüße Frits
Es erwartet uns wieder ein wunderbarer Beitrag, auf den ich mich schon sehr freue!

Zitat:
1008km weit weg lag unser Hotel vom Start heute früh.

Und ich weiß warum ich euch das nie nachmachen werde. Mir reichen die 50.000 km im Auto pro Jahr die ich beruflich herumgondle. Schade einerseits, so entgehen mir viele Motive, doch andererseits würde ich gerne mit dem einen oder anderen von euch photographierten Zug mitfahren.

Vielleicht photographiert Ihr ja eines Tages einen Zug in dem ich sitze!

liebe Grüße
Werner

vielen Dank für diesen schönen Bericht und die beeindruckenden Bilder.
Immer wieder bemerkenswert: die absolut aufgeräumten Gleisbereiche in Litauen!
Hallo,

super Beitrag. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

hbmn158 schrieb:
-------------------------------------------------------
>
> Was hat dieser Neubau-VT denn für eine Wäscheleine
> da auf dem Dach?

Das sind Geräte für das bisherige Zugfunksystem. Die Ablösung dieses alten System ist auf den letzten beiden Bildern zu sehen. Der dortige weiß-rote Funkmast dient dem neu eingeführten GSM-R Zugfunk.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:09:16:21:11:53.
Geil. Aber eine Frage. Warum habt ihr nicht östlich Suwalki am Jezioro Wigry übernachtet? Einfach im Ort auf die Strasse 653 abbiegen Richtung Krasnopol-Sejny, an dem See gibt es mehrere traumhafte Pension: [maps.google.de]

hier mal ein Link zu Googlemaps. Dort schlaft ihr traumhaft umgeben von Pferden, Ruhe, in kuschelweichen Betten, mit Suuuuuperfrühstück und Preisen von 20 Euro je Nacht. Und die Pensionsinhaber sind total nett. Die Strassenverbindung Augustow-Suwalki ist eine Katatstrophe. Unendliche LKW-Blechlawinen machen ein Vorankommen schier unmöglich. Nette Motive bieten sich auch um den Augustower See. Morgens müsste noch eine Übergabe von Suwalki Richtung Westen gen Goldap fahren mit Wumme.

Geile Bilder, toller Bericht, ich freu mich schon auf die Fortsetzung.

Gruß, 219 003-1, FAUR-Power aus Rumänien für die DR-das U-Boot!!!

http://loksounds.eu/banner.jpg

.....DIE Seite mit Sound !!!




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:09:17:01:54:18.
Ein super Bericht, wie immer. Die gelb-grüne EU07 und die SU45 sind natürlich Highlights bevor ihr überhaupt am Ziel angekommen seit. Die Bilder aus Litauen gefallen freilich auch sehr gut, v.a. des Abendlichtes wegen.
Grüße,
Lennart
Hallo,

auch von mir ein Dankeschön für den schönen Beitrag.
Eine Anmerkung sei noch gestattet, dass letzte Bild mit dem Güterzug nach Polen... der endet in Marijampole, was man an den vielen Autotransportwagen am Zugschluss erkennen kann. Marijampole ist ja das Gebrauchtwagenzentrum im Land. Und einige werden davon per Bahn transportiert in Richtung Breitspurland (z.B. Kasachstan) Die übrigen Wagen bedienen die örtliche Industrie. Güterverkehr nach Polen wird nur auf dem Normalspurteil Sestokai Richtung Suwalki abgewickelt.

Herzlichen Gruss

Krisai

LIETUVA! Toll, danke! (o.w.T)

geschrieben von: KBS635

Datum: 23.09.13 23:53

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Viele Grüße aus Mittelhessen
Jonathan