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[HU]Eine NoHAB am Balaton - ein Bildbericht (m19B)

geschrieben von: 35 1113-6

Datum: 04.09.13 23:30

Guten Tag,

nachdem ich ja unlängst angekündigt hatte, einen kleinen Bildbericht zu sechs Tagen Ungarn zu präsentieren, sind nun noch mal zwei Tage (und drei Nächte sowie 2000km Zugfahrt) dazugekommen und die NoHAB-Reise ist vollendet.

Vom 1. bis zum 6. August und noch einmal vom 23.-26. des gleichen Monats gings also an den Balaton, genauer gesagt nach Badacsonytomaj am Nordufer. Ursprünglich geplant war Erholung, Wasser und Strand und nur am Rande eventuell mal das ein oder andere Foto. Die Ankündigung in diesem Forum, dass die M61 017 an den Wochenenden anlässlich „50 Jahre NoHAB bei der MÁV“ Planzüge zwischen Budapest und Tapolca bespannen sollte, löste diesen Plan sofort in Luft auf, zumal ich seit Sommer 2011 selbst in der glücklichen Lage bin, diese Lok bewegen zu dürfen…
So entstanden in der ersten Woche rund 1000 Fotos, etwa 150 davon durchaus Album-tauglich. Ein paar davon und vom Spontanbesuch zur Mitfahrt drei Wochen später, möchte ich nun zeigen.

Beginnen wir in Budapest. Am letzten August-Wochenende meinte es der Wettergott leider nicht allzu gnädig mit uns, ab Samstagmittag überwog graues, kühles Regenwetter. Bei Ankunft am Südbahnhof hatte die Lok den Zug bereits bespannt. Zu dieser Zeit war auch Klärchen noch mit von der Partie. (Und zwar so sehr, dass ich mir auf einem kleinen Fußweg innerhalb der Stadt das Gesicht ganz ordentlich verbrannt habe...)


http://imageshack.us/a/img824/374/juy9.jpg

2761 017 mit D 1974 abfahrbereit in Budapest Déli pályaudvar



Mit dem Stadtrand von Budapest verschwand also auch der blaue Himmel. Unterwegs gab es immer mal Verspätung, von zwei bis zwanzig Minuten war alles dabei, es wurde aber auch immer wieder rausgefahren, ohne dass der Eindruck eines besonders straffen Fahrstils entstand. Kurz hinter Székesfehérvár beginnt die Nordufer-Strecke, eingleisig und nicht elektrifiziert. In regelmäßigen Abständen müssen Kreuzungen abgewartet werden.


http://imageshack.us/a/img818/3904/60p7.jpg

Nicht ganz planmäßig wirkte diese M41-Doppelbespannung, die auch bei den einheimischen Fotografen und Mitfahrern auf sichtliches Interesse stieß. Kreuzung mit unserem 1974 in Balatonkenese



Über Balatonalmádi und Balatonfüred folgt der Streckenverlauf immer mehr oder weniger unmittelbar dem Ufer. Am 3.August begann die Verfolgung von außen am ersten Bahnhof hinter B.füred. Da war das Wetter um einiges besser, knapp 20 Grad mehr, strahlend blauer Himmel und... Ach, seht selbst.


http://imageshack.us/a/img547/3417/aff7.jpg

Einfahrt Aszófö, ebenfalls mit dem D 1974. Der Speisewagen hinter der Lok hing extra wegen dieser Bespannung im Zug und stets an erster Stelle. Trotz erheblichem Rangieraufwand!


Obwohl die Balatonstraße durch lange Abschnitte mit 70km/h, viele Ortschaften und bescheidene Überholmöglichkeiten geprägt ist, lassen sich Züge bequem verfolgen und mehrfach überholen – auch ohne besondere Hektik. Diese Möglichkeit nahmen auch nicht wenige Fans aus ganz Europa wahr, ich schätze, dass knapp zehn Autos immer wieder auftauchten. Meinem alten Herrn und mir kam es natürlich sehr zugute, dass wir uns an den Fotostellen immer aufteilen und somit eine kleine motivliche Vielfalt erzeugen konnten.

Nächste Stelle war also die Fußgängerbrücke von Szepezdfürdö, den Haltepunkt durchfährt der Zug ohne Halt, dennoch mit eindrucksvoller Akustik.


http://imageshack.us/a/img802/3217/j8pg.jpg

Einmal von oben…


http://imageshack.us/a/img571/4313/ll6e.jpg

…und einmal, wenige Meter weiter, von unten. Man beachte auch – kleine ungewollte Eitelkeit ;-) - die Schnelligkeit des Fotografen auf der Brücke. (Wobei uns das erst zuhause beim Betrachten der Bilder aufgefallen ist.)


Auch am folgenden Tag, dem Sonntag, 4.August war es unglaublich heiß, leider nicht mehr ganz so klar und strahlend blau. Das änderte aber nichts am NoHAB-Fieber.
Nach der Brücke kurz vor Révfülöp fährt der Zug nur wenige Kilometer bis zum nächsten Bahnhof, zugleich unser Quartier seit einigen Jahren, Badacsonytomaj am Fuße des gleichnamigen Bergs Badacsony. Ab den Ausfahrsignalen muss ein kleiner Stich erklommen werden, der der Lok mit ihrem Neun-Wagen-Zug einiges abverlangte. Auch hier wieder unvergessliche Klänge…


http://imageshack.us/a/img707/8012/5aie.jpg

D 972 in der Ausfahrt Badacsonytomaj…


http://imageshack.us/a/img15/7508/2g2d.jpg

…und wenige Meter und drei Wochen später. Gleich ist ein BÜ und damit der Brechpunkt erreicht. Auch der nächste Bahnsteig ist schon nicht mehr weit.

Nach weniger als zwei Kilometern muss schon wieder gehalten werden. Badacsony ist zwar nur ein Haltepunkt, aber aufgrund seines Marktes, des namensgebenden Berges und des Hafens samt stündlicher Fährverbindung nach Fonyód am Südufer, ein touristischer Anlaufpunkt, der für regen Ein- und Ausstieg sorgt. Auch zu Planzeiten war es eindrucksvoll, die NoHABs hier zu erleben.


http://imageshack.us/a/img841/9972/qa5n.jpg

Von vielen Touristen, Fotografen und Fans beäugt und belauscht(!), tritt die „17“ ein hoffentlich letztes Mal an, um die verbleibenden Kilometer bis Tapolca zu bezwingen.

Nach etwas über 180 km erreicht der Zug seinen Endbahnhof, das kleine Städtchen Tapolca, in den Neunzigern als NoHAB-Mekka bekannt geworden. An beiden Tagen stand hier das Umsetzen des Speisewagens auf dem Programm, am Samstag wurde außerdem die in den letzten Jahren neu errichtete Tankstelle in den Überresten des ehemals recht beachtlichen Bw angefahren. Die umfangreichen Rangierbewegungen reichen, um auch das Innenleben des, natürlich(!), noch besetzten Bahnhofs genauer zu betrachten.


http://imageshack.us/a/img24/7049/pvff.jpg

Bei schlechtem Wetter von innen…


http://imageshack.us/a/img24/6375/n71g.jpg

…bei gutem Wetter gern auch aus nächster Nähe außen.


http://imageshack.us/a/img844/2764/amhy.jpg

Das bunte Treiben beweist, dass auch ohne Verbote und Warnwesten sicherer Bahnbetrieb möglich ist. Familienleben des Lokführers inbegriffen.


Trotz der Rangiererei gab es immer noch reichlich Wartezeit, bevor die Rückleistung anstand.


http://imageshack.us/a/img46/2535/hd09.jpg

Mit D 1975 macht sich die NoHAB auf den Weg zurück in die Landeshauptstadt.


http://imageshack.us/a/img28/4707/qscz.jpg

Um sich vor dem markanten Kegel des Gulács ablichten zu lassen, diesmal mit dem 971. Der Berg fällt im Becken von Tapolca auf, weil er vom typischen Muster der anderen Basaltberge, die als Tafelberge erscheinen, mit seiner ausgeprägten Kegelform abweicht.


Auch wenn ich der ungarischen Sprache leider nicht mächtig bin, als aus der Ferne das Röhren der Lok die sonntägliche Stille sprengte, erkannten die beiden folgenden Herren sofort, was da kommt. „… Nohab …“

http://imageshack.us/a/img802/2971/b9pt.jpg

Stilleben, dass alles andere als still war – bis Bahnsteiganfang war „der Regler auf“.


Folgen wir dem Zug in seinem Fahrverlauf noch ein wenig…


http://imageshack.us/a/img29/8720/u3l4.jpg

Teleaufnahme von der Ausfahrt Örvenyes…


http://imageshack.us/a/img713/788/us3s.jpg

…und die, wenige Meter weiter entstandene und dazu passende, Panorama-Ansicht auf D 971.


http://imageshack.us/a/img32/8232/r65d.jpg

Der Abfahrauftrag obliegt in allen noch besetzten Bahnhöfen der örtlichen Aufsicht. Auffallend ist hierbei die stets mustergültig sitzende (...) Uniform. Ausfahrt in Székesfehérvár.


Für die verbleibenden 80 Kilometer bis Budapest widmeten wir uns nun den kühlen Getränken und dem unverkennbaren Sound der NoHABs. Interessant wurde es erst wieder mit Erreichen der Budapester Vororte. Neben der M61 020 in Vác sollte mit der 019 in BP Kelenföld auch noch eine dritte Schwestermaschine „auf uns warten“.


http://imageshack.us/a/img14/9642/b29i.jpg

M61 019 verbringt die Wochenendruhe in Kelenföld


Da es das letzte von insgesamt acht Wochenenden NoHAB-Einsatz war, war die Stimmung bei den ungarischen Fans ein wenig gedrückt. Trotzdem ließ sich niemand davon abhalten, die letzten Kilometer bis zum Südbahnhof am offenen Fenster zu genießen.

Es waren zwei unglaublich erlebnisreiche Wochenenden, nie habe ich einen vergleichbaren Hype um andere Lokomotiven erlebt. Wer die unverwechselbaren Klänge dieser Maschinen einmal erlebt hat, kann es verstehen.

Bleibt mir an dieser Stelle nur, zu hoffen, dass der Stern dieser faszinierenden und zeitlos eleganten Fahrzeuge niemals sinken wird und das Schicksal der 004 einzigartig bleibt. Außerdem gilt mein Dank allen, die diesen Einsatz so ermöglicht haben, den bereits neulich genannten DSOlern Hans-Jürgen Warg und Roni, ohne die der Urlaub ganz anders verlaufen wäre und meinem alten Herrn, von dem etwa die Hälfte der Bilder stammt, für die Begleitung.


http://imageshack.us/a/img825/3604/idbd.jpg

Feierabend. Nach acht Wochen erreicht D1975 zum vorerst letzten Mal mit einer NoHAB sein Ziel Budapest Déli pu.

Beste Grüße aus Leipzig
Martin


"Alles auf Anfang, alles nochmal von vorn" (Wölli und die Band des Jahres)

Sehr schön, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 05.09.13 00:18

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen: [www.drehscheibe-online.de]
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Re: Sehr schön, danke! :-)

geschrieben von: 219 084-1

Datum: 07.05.14 12:12

Ausgesprochen lesenswert, und ein Bild schöner als das andere.

Nohab Lokomotiven haben ihre ganz eigene, ziemlich spezielle und dennoch schöne Fangemeinde, und das nicht nur in Deutschland Sondern über ganz Europa verteilt.

Unter diesem Gesichtspunkt muss jetzt mal der Nohab Sommerurlaub für dieses Jahr geplant werden. :)