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Hallo Welt

Weiter gehts. In diesem Teil fahren wir nach Westen, in die (wohl) schönste Gegend der Grünen Insel. Sanfte Hügel, verstreut einige kleine Ortschaften. Herrlich.

Teil1: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil2: [www.drehscheibe-foren.de]




Mittwoch 25. April 2012

Heute hatten wir nicht viel zu tun, eigentlich ... also, nein. Der Vormittag stand mal im Zeichen des Fahrens und am Nachmittag wollten wir die ersten Fotos im Westen schiessen. Unser Ziel für heute war: Westport, Ballina - so die Ecke. Da gibt es nebst einem spärlichen Personenverkehr auch noch Güterverkehr. Ich weiss nicht warum, aber irgendwie haben alle Güterzüge die es in Irland bisher überlebt haben (ausgenommen vom Minenverkehr vor Dublin) etwas mit Westport oder Ballina zu tun, so riesig sind die Orte aber sonst nicht. Wird aber schon seine Richtigkeit haben so, ausserdem verspricht die Landschaft da hinten etwas hügeliger und damit hoffentlich auch fotogener zu werden als die Plätte in der Mitte Irlands.

Der Start in den Tag war für mich angenehm, es gab endlich mal ein Frühstück. Das wir nicht früh los wollten war beim ersten Blick aus dem Fenster auch klar und so hatte ich alle Zeit der Welt. Um halb 8 Uhr hatten wir uns gestern das Frühstück bestellt, mit Eiern, Speck, Würstchen ... halt ein typisches Irish Breakfest (wie es die alte Dame nannte). Aber Jordi kniff, die Flasche, und so musste ich alleine zum Frühstück antreten. Der übliche Smalltalk folgte und das Frühstück war hervorragend.
Es war halb 9 Uhr bis wir unser Zimmer verliessen und im Regen der eher horizontal als vertikal auf Dundalk niederging (oder eben durchflog) unser Auto mit unserem Krempel beluden. Das Wetter war also schon mal ober garstig. So zwangen wir das Navi zu einer etwas alternativen Route nach Westen, über möglichst viele "grüne" Strassen (also Strassen die auf unserer Karte als besonders schön angegeben sind) - wenn wir schon Zeit haben, dann wollten wir von diesem Irland auch etwas sehen.
Während der Fahrt wechselten wir immer mal wieder zwischen Grossbritannien und Irland, und immer wechseln die Geschwindigkeitsangaben von km/h auf mp/h, was verwirrend ist für @#$%& wie es ich einer bin.
Unterwegs, in der letzten Nordirischen Stadt, suchten wir eine Tanke und verbrannten noch unsere Pounds die wir in der Tasche hatten, irgendwie hat Jordi da etwas gar viel gezogen bei unserem kleinen Besuch gestern. Aber mit einmal Tanken und Junkfood besorgen sind wir auch fast alle Queenmünzen und Noten wieder los geworden.
Ab diesem Zeitpunkt wurde die Route dann auch wirklich schön, die Landschaft änderte sich von flachem stark begrüntem Gebiet in Hügeliges Terrain, das zwar nicht minder begrünt aber nicht so arg bewaldet ist. Wie hoch im Norden man eigentlich ist merkt man auch erst wenn man solche Strassen über kleine Hügel fährt. Sobald man etwas höher kommt nimmt die Vegetation schlagartig ab, Jordi verglich es mit Schottland, ich mit Skandinavien (bis auf die Tatsache, dass es irgendwie keine Birken gibt).
Unser erstes Ziel erreichten wir um kurz vor 12 Uhr, Sligo, der ersten Stadt auf dieser Höhe und ebenfalls Endpunkt einer Eisenbahn von Dublin, die im "attraktiven" 2h Takt bedient wird. Der Bahnhof war unsere erste und einzige Anlaufstelle, bis auf Fahrplanheftchen von der Strecke sprang aber nichts weiter bei raus. Dafür gab es im Spar wo wir gleich geparkt hatten noch ein super Schnitzeltoast (nicht Semmel, die machen aber auch alles mit Toast) zum mitnehmen!
Da ein Zug anstand nächstens verliessen wir Sligo im Süden und folgten der Bahn so gut es ging. Es ist schon eine Krux in diesem Land. Es gibt keine Wiese, keine freie Fläche welche nicht von irgend einem Meterhohen Stacheldraht oder einer unpassierbaren Hecke abgegrenzt wäre. Die Eingänge in die Felder sind eigentlich nie geöffnet und so bleibt immer nur der Blick aufs Feld mit der Vermutung, dass sich da eine Stelle verbirgt.
Durch die ganzen Zäune und nicht zuletzt Nieselregen taten wir uns sehr schwer mit der Stellensuche, dass wir den Nordfahrenden Zug gleich schon mal verpassten. Angesichts des Fahrzeugs, ein neuen Triebwagens, war das aber nicht weiter tragisch (was soll da wohl sonst fahren?). Die Rückleistung gaben wir uns dann weiter Südlich an einer Stelle die wir bald gefunden hatten ... die war ganz passabel. Und das beste daran war, wir konnten im Auto sitzen beim warten, froren so nicht, wurden so nicht nass und konnten endlich das Mittagessen einschieben. Den wenn ich nix zu Essen kriege dann werd' ich putzig ;).

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.25%20Transfer/DSC_9942b.jpg
[maps.google.com]
Auf dem Vorbeiweg mitgenommen: Südlich von Colloonay fährt dieser 3-Teiler einen Fernverkehrszug von Sligo nach Dublin.

Die Manulla Junction war das nächste Ziel, nachdem wir erfolgreich einen 3-Teiler im Schatten mit Gäulen davor geknallt haben. Manulla Junction, ein Bahnhof im nichts (hiermit möchte ich mich offiziell bei den geschätzten 5 Bewohnern von Manulla entschuldigen) an dem sogar Züge enden und starten. Ist aber alles ganz einfach und effizient. Die Züge von Dublin in die Ecke fahren alle weiter nach Westport (4 bis 5 am Tag), damit Ballina auch einen Bahnanschluss hat fährt ein Pendelzug immer wenn ein Anschluss gewährt wird zur Streckabzweigung (Manulla Junction) und zurück. Diese Triebwagenleistung soll nach unseren Angaben auch spannend seil, weil von der Class 72 gefahren, den klassischen Nasentürer welche in Irland nicht mehr ewig in Betrieb bleiben sollen (irgendwo stand etwas von Ausmusterung 2012).
Als wir uns der Manulla Junction näherten sah ich links auf einem Feld plötzlich Containerwagen und sage noch zum Jordi "schau, da steht ein Güterzug". Oha, da fährt einmal am Tag ein Güterzug da hinter und wir sehen ihn gleich beim anfahren der ersten "Stelle". Ich eilte, vielleicht steht der ja am Bahnhof und da geht was ... nur, auf einmal waren wir nach Navis Angaben über die Bahn gefahren ohne sie gesehen zu haben? Häää? Der Güterzug bewegtes ich aber auf dem Feld nun hinter uns. Das konnten wir besser, irgendwo muss ja die Bahn auch die Hauptstrasse kreuzen, also da hin.
Zeitgleich wie der Zug waren wir am BÜ und schauten unserem ersten Kistenzug in Irland zu .. im Nieselregen. Der Zug war weg, was aber nicht weiter schlimm war ... irgendwie. Jetzt wollten wir uns aber den Bahnhof (Manulla Junction) ansehen, möglicherweise ist das Navi doof und der Bahnhof ist gar nicht da wo er eingezeichnet ist? Wir suchten 15min erfolglos irgend etwas was nach Bahnhof aussieht. Hmmmm ... Sagliains? Wir fuhren nochmal den Weg hinter wo das Navi den Bahnhof vermutete, wir aber gar nichts gesehen hatten und schauten über die Brückenmauer runter auf die Bahn. Tatsächlich, da war etwas! Ein Bahnsteig, Keine 200 lang, mit einem Stumpfgleis (kaum 50m lang), im Einschnitt unter der Brücke. Kein öffentlicher Zugang ... Manulla Junction, eine super Station - und ich hatte mir im Kopf schon ein alter Bahnhof mit Flügelsinglalen und antiken Fussgängerüberwegen vorgestellt. Soso, das war also die ehrwürdige Manulla Junction Station, mal rein gar nichts.
Bis sich in unserer Ecke das nächste Rad bewegt hatten wir noch einiges vor, wir wollten an der Strecke nach Balina mal die ersten Stellen sichten. Dies weil uns der kleine Triebwagen und die paar Güterzüge doch die nächste Zeit in der Gegend halten werden und wir möglichst genau wissen wollen, wie es wo aussieht. Wir fuhren also, bewaffnet mit Navi und teilweise der Karte von Brücke zu BÜ zu Brücke zu Unterführung. Dabei kommt man überhaupt nicht vorwärts und ist eigentlich immer auf kleinen fiesen Singletrack Roads unterwegs ... und man wartet hinter jeder Kurve auf einen Irren Iren der wie eine Rakete ums Eck geschossen kommt.
Als die Zeit für den Triebwagen aus Ballina drücke stellten wir uns im Wind und im Nieselregen an eine Weide und schossen dem Triebwägeli so gut es ging auf die Nase. Das es ein Nasentürer sein wird, das war angekündigt, dass es einer mit einer verschweissten Türe ist hingegen war nicht im Plan.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.25%20Transfer/DSC_9955b.jpg
[maps.google.com]
Bereits an der nächsten Strecke. Von Dublin kommend führt die Bahn bis Westport an der Atlantikküste, kurz vor dem Endpunkt zweigt an der Manulla Junction die Stichstrecke nach Ballina ab. Auf dieser werden Anschlusszüge an die (wenigen) Fernverkehrszüge Westport – Dublin u.z. Angeboten. Diese werden über eine Woche immer mit dem selben Triebwagen gefahren, bei uns war es die Einheit 2715 die von uns auf der Fahrt zur Junction zwischen Foxfort und der Manulla Junction.

Wir suchten weiter nach Stellen und knallten den kleinen dabei bei der Rückfahrt noch quer auf eine Weide, eine sehr nette Stelle die mit Sonne einfach nur klasse aussehen muss.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.25%20Transfer/DSC_9959b.jpg
[maps.google.com]
Die Landschaft ganz im Westen von Irland ist Hügelig bis sogar Bergig. Der Triebwagen fährt nach der Anschlussaufnahme zurück nach Ballina. Aufgenommen bei einer kleinen Siedlung Strade.

Am Schluss, wir hatten so ziemliche alle Möglichkeiten auf den 25km Strecke abgesucht, landeten wir in Ballina und gleich mal im Bahnhof vom Ort. "Bahnhof" ist an dieser Stelle zwar wieder eine Übertreibung, aber immerhin gibt es einen Bahnsteig, ein paar Parkplätze und einen geheizten Warteraum mit Toiletten. Der Triebwagen stand auch drin und wartet auf die nächste Runde zur altehrwürdigen Manulla Junction. Vor dem Bahnhof liegt das Containerterminal und der Zug welcher vorhin angekommen ist war noch beim entladen.
Wir schauten uns vor dem Bahnhof einen Ortsplan an und fuhren dann weiter, beschäftigt mit der Hotelsuche. Ballina ist deutlich Touristischer als die Gebiete wo wir zuvor waren, entsprechend reichhaltig war das Angebot. Schon am Ortseingang hatten uns mehrere B&B Buden angelacht, und auch Hotels sollte es mehrere geben. Kaum losgefahren waren wir auch schon am ersten. Im alten Gerichtsgebäude hat sich ein Pub mit Gästezimmern eingerichtet - und die Kombination fand ich einfach unwiderstehlich. Mit 70 Euro für die Nacht war der Preis zudem im Rahmen und die unbedingte Anforderung nach Internet wurde erfüllt.
Die Zimmer sind super, der Gang zum Zimmer ist verwinkelt und führt in der ersten Etage in das Nachbargebäude. Alles ist mit 70er Jahre Flauscheteppich ausgelegt und entsprechend smakelig ist es auch. Das Zimmer ist aber tiptop, nur der Preis an der Zimmertüre erschreckte uns etwas ... in der Saison soll das Zimmer mehr als doppelt so viel Kosten? Naaaja, so toll ist es dann auch wieder nicht ;).
Ich besuchte ganz schnell den Trohnsahl ehe wir uns auf die Fahrt des Triebwagens um 18 Uhr wieder an der Strecke einfanden. Wir nutzten die Gunst der Stunde aus und stellten uns für den Nasentürer ... im Schatten, oder doch nicht? Die Sonne wäre voll da gewesen, wären nur nicht diese Unehrlichen Wolken zwischen dem Weltall und den Ehrlichen (schnell ziehenden) Wolken gewesen, so ist von der Sonne leider nicht viel zu sehen.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.25%20Transfer/DSC_9970b.jpg
[maps.google.com]
Am Stadtrand von Ballina dann der Triebwagen wieder auf dem Weg zurück zur Junction zum nächsten Express. Der Nasentürer wurde seiner Türe beraubt und ist deshalb wohl nur noch ein Naser? ;) Auf jeden Fall sieht die zugeschweiste Türe ziemlich verboten aus.

Es war gerade mal 18 Uhr, wir hatten unser Hotel und der nächste fixe Punkt war 20:30, da mussten wir spätestens beim Essen im Hotel sein, denn danach schliesst die Küche (und darauf wollten wir nicht warten ;)). Es blieb also genug Zeit um auch die Strecke nach Westport noch zu beäugen.
Erst blieben wir an der ehrwürdigen Manulla Junction aber hängen. Der Triebwagen fuhr auf einen Zug nach Dublin raus, bleibt dann 30min stehen und nahm gleich noch den Anschluss von einem Zug aus Dublin mit (das einzige mal am Tag wo es so effizient funktioniert). Und dieser Dublin - Westpord Service stand noch an, als wir an der Manulla Junction eintrafen. Mit der Sonne war das Spiel leider dasselbe wie vorhin auch schon, wäre hätte sollte wenn aber und, war halt finster.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.25%20Transfer/DSC_9983b.jpg
[maps.google.com]
Direkt vor der Manulla Junction das Bild von diesem Express nach Westport.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.25%20Transfer/DSC_9987b.jpg
[maps.google.com]
Und so sieht die Manulla Junction aus. Der Mittelbahnsteig ist von „draussen“ nicht zu erreichen, es ist ein reiner Umsteigebahnhof. Warum verstehe ich nicht, den in der Umgebung gibt es durchaus einige Gehöfte und kleine Siedlungen ...

Wir blickten auf die Uhr und rechneten nachdem beide Züge weg waren etwas herum. Wir kamen zum Schluss, dass es mit der grosse Runde über Westport verdammt Eng wird zum Küchenschluss im Hotel. So liessen wir die Westport Strecke für Heute Abend mal Westport Strecke sein und drehten noch eine kleine Runde mit dem Auto durch die liebliche Landschaft Westirlands. Vorbei am Moy Lake (voll mit Lachs anscheinend) bis nach Ballina. Da waren wir pünktlich, nicht zu früh und nicht zu spät, und stellten unser Auto wieder an die Strasse direkt vor dem Hotel (so etwas wie Parkplätze scheint eh Mangelware in Irland, da parkt eigentlich jeder direkt an der Strasse).
Essen, ui, ein lässiges Thema. Möglicherweise ist ein Pub nicht der richtige Ort um grossartig zu Essen, aber viel dagegen sagen kann ich jetzt nicht, es schmeckte ganz ordentlich, besser als das Essen war aber das Bier. Ich beginne die Irischen schwarzen Biere ja langsam zu mögen, echt jetzt. Und beim zweiten und dritten und ... Bier schauten wir uns im Fernseher an, wie Bayern München die Spanier im 11-Meter raus hauten.




Donnerstag 26. April 2012

Die Wolken hingen nicht nur sau tief sondern verloren auch noch ihre Bestandteile heute früh. Regen, äächts, und es war eigentlich nur eines, nämlich richtig finster. Es war 7 Uhr und ich bin durch den Krach meines Weckers wach geworden. Jordi sass schon wieder auf seinem Bett und schaute mich an. Tjaa, weiterschlafen oder nicht? Nein, blieb am Schluss als Antwort stehen.
Im Internet checkten wir mal das Wetter in der Region, wir hätten es lieber nicht getan. Von Sonne redet heute irgendwie niemand, in Ballina nicht, in Westport nicht. Doch dann entdeckte ich einen Sonnigen Ort auf der Insel, die Manulla Junction Station. Es muss das Tessin Irlands sein, den Meteoblue sagte Sonnenschein von früh bis spät voraus, immer mit einer kleinen Wolke, aber das Wetter war mal viel besser als sonst überall. Wers glaubt ... :-)
Wir sind um 4tel vor 8 Uhr raus und wollten gleich noch das Zimmer für eine Nacht verlängern, den an Güterzüge im Licht war heute früh nicht zu denken, die wollten wir aber eigentlich. Doch unten war alles zu, kein Leben nirgends. Also schnappten wir uns einen A4 Blatt und notierten auf die Rückseite unseren Wunsch nach einer weiteren Nacht - wird schon passen. Der erste Schritt raus liess mir dann das Blut in de Adern gefrieren, irgendwie war es einfach nur saumässig kalt und windig. Aber das Auto war ja nicht weit.
Nach dem U-Turn auf der Hauptstrasse fuhren wir dem im Navi programmierten Ziel entgegen, ich habe es gestern Abend noch eingetippt .. was war es noch? Achja, die "Seestelle". Ganz eine tolle Sache, bei dem Wetter sowieso ;). Zeitlich waren wir gut dran und trafen etwa zur geplanten Abfahrtszeit des Güterzuges in Ballina ein. Wir parkten am BÜ und liefen mal dem Einschnitt entlang in Richtung der vermuteten Stelle. Es klappte irgendwie, nicht wahnsinnig gut, aber es klappte. Und als der Güterzug in der Ferne trötete wurden wir eh gezwungen uns definitiv zu stellen.
Ich weiss ja nicht ob es eine Fatamorgana war, aber ich dachte bevor der Zug kam einen hauch von Sonne auf der Landschaft zu sehen ... der Himmel sah nicht danach aus, und das Foto auch nicht. Wären wir mal zur Manulla Junction in die Sonne gefahren ...

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.26%20Manulla/DSC_9998b.jpg
[maps.google.com]
Der Tag startet mit einem Güterzug, er verlässt Ballina gegen 8 Uhr und wir passten ihm hinter Foxfort ab.

Und jetzt? Das nach dem Güterzug ein Loch folgt war klar, in 2h wäre wieder P-Zug Action angesagt, aber so lange warten? Nein, nicht wirklich. Dafür gibt an der Westküste zu viel zu sehen. Wir planten eine Runde mit dem Auto und vertrieben uns so erfolgreich die nächsten 4 Stunden. Der Höhepunkt dabei das Mittagessen (Spar Sandwich mit Egg Mayo, Ham, Onions, mmmh) an einen View Point über dem Atlantik. Nur rausgehen war irgendwie nicht drin, es stürmte und war immer noch kalt.
Die Landschaft in Küstennähe hat mit dem grünen Irland aber nicht viel gemein, es erinnert auch eher wieder an Lappland exkl. Birken.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.26%20Manulla/DSC_0007B.jpg

Das Wetter am Vormittag war unterirdisch, deshalb tourten wir etwas durch das Land bis zur Küste. Auf dem Weg querten wir das kleine Gebirge mit dieser total unwirklichen Landschaft.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.26%20Manulla/DSC_0011b.jpg

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Auf dem Weg nach Clifden kommt man auch an diesem Spots vorbei. Schade riss es nicht auf ...

Pünktlich auf den 13 Zug ab Westport waren wir wieder an der Strecke und suchten zwischen Westport und Manulla nach einer Stelle für den Triebwagen nach Dublin. Die Strecke hätte auch durchaus Potential, nur läuft da irgendwie nicht so arg viel spannendes. Der Zug kam bald und wir fuhren endlich IN DIE SONNE. Also zumindest nach der Ankündigung von Meteoblue,den wir fuhren zur Manulla Junction - wo es um 14 Uhr tolles Wetter sein soll. Aber irgendwie war es das nicht, kann doch nicht sein ... schade ;).
Nach dem Personenzug soll wohl der erste Güterzug kommen? Wir stellten uns vor die Junction und warteten mal auf den ersten Güterzug heute. Die Stelle ist nett und man kann im Auto warten. Besser ist das beim Blick zum Himmel. Lange warteten wir auf den Güterzug nicht, er kam im Schatten ohne Hauch von Licht um kurz nach 14 Uhr und damit wohl voll im Plan.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.26%20Manulla/DSC_0036b.jpg
[maps.google.com]
Nach dem Ausflug an die Küste, da Stürmte es und wirklich gemütlich war es nicht, fuhren wir wieder zurück zur Bahn. Nach einem vermasselten IC Bild dann der erste Güterzug der Ecke. Der Container Shuttle von Dublin nach Ballina direkt an der Manulla Junction

Er blieb vor der Weiche praktisch stehen und wir sputeten uns ein bisschen, mit der Hoffnung auf ein zweites Bild. Das klappte natürlich nicht, wäre zu schön gewesen, aber viel gefehlt hat nicht, wir konnten ihm an einem BÜ immerhin nochmal zuschauen.
Das Programm wurde dann nicht spannender, aber wir lernten wieder ein neues Gebiet kennen. Wir fuhren nach Claremorris und schauten uns auf dem Weg da hin noch die Strecke an. War wie das Wetter. So landeten wir am Schluss am Bahnhof und warteten da im Wind auf den nächsten Triebwagen des Nachmittags, ein Dublin - Westport Service. Der Bahnhof zeugt davon, dass in Irland mal mehr los war. Früher kreuzten sich im Bahnhof 2 Strecke, heute ist nur noch die West - Ost Strecke in Betrieb, in der anderen liegen zwar noch Gleise (teilweise), aber da läuft wohl schon länger nichts mehr.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.26%20Manulla/DSC_0042b.jpg
[maps.google.com]
Bis zum nächsten Güterzug, heute war einiges angekündigt, vertrieben wir uns die Zeit mit dem nächsten Express nach Westport. Aufgenommen im Bahnhof von Claremorris

Ein Schattenbild von einem Triebwagen reicher ging es zurück zur Manulla Junction. Wir wollten endlich Sonnenbilder machen und wenn ich den Wetterbericht nicht falsch interpretiert habe müsste es da auch um 16 Uhr noch schön sein ;). Zu unserem erstaunen war es nicht schön, aber es hatte hellere Flecken als auch schon am Himmel.
Was war noch zu erwarten? Ein zweiter Containerzug nach Ballina sollte noch kommen (Ankunft gegen 18.30) und möglicherweise ein Holzzug von Ballina oder Westport. Der Holzverkehr scheint etwas unberechenbar, wir hatten eine Info über einen Zug, die aber sehr wage war. Alle anderen Informanten schwiegen sich fast komplett über den Zug aus. Da wir weder in Ballina noch in Westport etwas sahen was nach Holzzug ausschaute rechneten wir mal nicht damit - aber stellen kann man sich ja trotzdem mal, wer weiss.
Vor der Junction setzten wir uns an einen BÜ der mit Gattern gesichert ist. Will man ihn kreuzen muss man beide Tore öffnen, durchfahren und dann wieder beide Tore schliessen (sonst gibts eine Busse up to 600 Euro ;)). Tja, und da warteten wir dann auf einen Holzzug der vielleicht kommt. Sein Zeitfenster war nicht wahnsinnig gross, denn immerhin konnten wir uns durch die Streckenbelegung des Personenverkehrs ausrechnen, wann er, wenn er kommt, kommt ;).
Ich wäre ja gerne auf ein Felsen etwas oberhalb der Strecke gelaufen, konnte aber nicht. Das Teil war unmöglich eingezäunt und die Schafe hätten wohl auch eher weniger Freude an mir gehabt ;) So begnügte ich mich mit dem kleinen Feld und ... es trötete. Oha! Und was geschah als es ein weiteres mal trötete? Die Sonne kam raus, unmöglich, aber sie kam! Der Zug tauchte auf, die Sonne verschwand und als der Zug noch nicht ganz durch war, war die Stelle wieder im Licht. Das war es jetzt gewesen, den ganzen Tag im Schiff und dann 2min Licht zum richtigen Zeitpunkt. Aber Vollsonne wäre dann wohl doch des Glückes zu viel gewesen, immerhin ist das Bild ziemlich hell geworden.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.26%20Manulla/DSC_0057b.jpg
[maps.google.com]
Nebst Container gibt es in Irland noch Holzverkehr, und so ein Zug kam heute. Das mit der Sonne war Glück – auch wenn ich noch etwas am Lichtregler gedreht habe ;) Auch dieses Foto entstand direkt hinter der Manulla Junction.

Der Zug war vorbei und wir rechneten mal die Zeit für den heute verkehrenden zweiten Kistenzug vor. Irgendwie passte das aber nicht mit den Zeiten auf unserem Papier. Um die Zeit konnte er nicht in Balllina sein, weil da ist Regiozeit. Also kommt er früher? Da hätte es ein Loch. So warteten wir, sogar selten in der Sonne, wieder in der Ecke wo man im Auto warten kann auf ein trööt oder so etwas. Jordi sah den Zug als erstes .. dunkel wars.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.26%20Manulla/DSC_0061b.jpg
[maps.google.com]
Weniger Glück hatten wir beim nächsten Containerzug. Er verkehrt ebenfalls nur am Donnerstag (?), er kommt nicht aus Dublin sondern aus dem Süden. Und bei dieser Dichte an Güterverkehr ist auch klar warum man nach Ballina und zur Manulla Junction will, da ist mit Abstand am meisten los ;)

Es blieb dunkel für den rest des Tages. Wir gaben dem Nasentürer noch zwei mal eine Chance im Licht zu kommen - immer in der nähe der Manulla Junction, wo es nach Meteoblue auch um 18 Uhr noch die Sonnig sei ;).

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[maps.google.com]
Beim Weg zurück nach Ballina, wir folgten nicht der Hauptstrasse sondern gurkten gemütlich durchs Hinterland.

http://bahnpics.com/nil/12.04%20Irland/12.04.26%20Manulla/DSC_0074b.jpg
[maps.google.com]
Als wir die Bahn bei Foxfort wieder kreuzten stand gerade noch unser Lieblingstriebwagen an.

So beendeten wir den Tag ohne ein wirkliches volles Sonnenbild geschossen zu haben. Aber es war ein gemütlicher Tag. Bei der Rückkehr zum Hotel fuhren wir noch am Bahnhof von Ballina vorbei und sahen beide Güterzüge für morgen früh (am Freitag gibts zwei) bereits fertig beladen zur Abfahrt bereit stehen. Immerhin, wenn das Wetter passen würde.
Wir waren richtig früh fertig, bezahlten gleich das Zimmer für die zweite Nacht und machten uns Frisch. Im Restaurant gab es dann Abendessen und Bier. Bierbierbier ... ;)




Bien! Gracias, Adios!

Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
> waren wir auch schon am ersten. Im alten
> Gerichtsgebäude hat sich ein Pub mit Gästezimmern
> eingerichtet - und die Kombination fand ich
> einfach unwiderstehlich.

Ah, OK, da wollte ich mal übernachten, aber da war der Laden ausgebucht. Ich bin dann etwas weiter ortseinwärts im Ballina Manor Hotel gelandet, was zumindest an dem Termin halbwegs zivile Preise hatte.

> Und so sieht die Manulla Junction aus. Der
> Mittelbahnsteig ist von „draussen“ nicht zu
> erreichen, es ist ein reiner Umsteigebahnhof.

Man bekommt auch keine Fahrkarten dorthin.

> Warum verstehe ich nicht, den in der Umgebung gibt
> es durchaus einige Gehöfte und kleine Siedlungen
> ...

Die Frage habe ich mir auch schon gestellt. Ich vermute, das hängt noch mit früheren Gleisplänen und einer notwendigen Sicherung beim Überschreiten der Gleise zusammen. So kommt die Station ja nun völlig ohne Personal aus.
Good afternoon

Gerne beantworte ich einige der Fragen und weise auf einige Punkte hin, die im wie immer informativen und unterhaltsamen Bericht von Nil aufgeworfen wurden.

- Manulla Junction war bis 1963 ein "normaler" Bahnhof, d.h. mit Strassenzugang. Auf Bild 6 sieht man links die ehemalige "down platform" fuer die Zuege Richtung Westport. Danach wurde der Bahnhof geschlossen und die Abzweigung von einer benachbarten, heute nicht mehr existierenden Blockstelle Seite Claremorris ferngesteuert. 1988 wurde die Oertlichkeit als Nur-Umsteigestation wieder in Betrieb genommen. Die Junction bestand allerdings nur aus einer Weiche unterhalb der Bruecke, von der Bild 6 aufgenommen wurde. Erst mit der Inbetriebnahme der Mini-CTC fuer die Mayo Line Mitte der Nuller-Jahre wurde die Gleisanlage auf das heutige Layout geaendert mit dem Kopfgleis (so kommen Gueter- und Personenverkehr aneinander vorbei, wenn es die Situation erfordert).

- Ballina ist ein "Mekka" fuer Lachsfischer, daher die erhoehte Dichte von touristischen Dienstleistern.

- Der IWT-Liner verkehrt taeglich Ballina - North Wall (Dublin Port) und retour, wobei sich die beiden Zuege unterwegs kreuzen. Eine Komposition besteht aus Flachwagen, die andere aus CPW (Container Pocket Wagons), die im Bericht ebenfalls zu sehen sind. Mittwochs verkehrt ein zweites Zugspaar Ballina - North Wall mit Rueckkehr am Donnerstag. Erwaehnenswert ist, dass die Flachwagen mit der Vakuumbremse ausgeruestet sind, waehrend die CPW luftgebremst sind. Die IWT-Liner sind meist mit 201 Class bespannt.

- Der Containerzug aus dem Sueden kommt vom Belview Port, oestlich von Waterford. Dieser "DFDS-Liner" verkehrt zweimal woechentlich und teilt sich die Fahrplantrasse mit dem Holzzug, der ebenfalls zwei- bis dreimal pro Woche verkehrt. Die Traktion der Gueterzuege von und nach Waterford obliegt ueblicherweise der 071 Class. Der "Titular" dieser Baureihe ist im Bericht zu sehen, hier noch im relativ kurzlebigen Schwarz/Silber-Anstrich. 071 traegt mittlerweile das neue schiefergraue Farbkleid mit EVN-Nummer. (Es koennte sich ja mal eine 071 aufs Festland verirren *smile*)

- Die 2700 Class ist im August 2012 tatsaechlich aufs Abstellgleis gefahren. Der groessere Teil der Flotte ist in Limerick abgestellt, auf den ehemaligen Gueterladegleisen unter dem grossen Containerkran gleich neben dem Bahnhof. Der Rest ziert den Hinterhof der Hauptwerkstaette Inchicore am Stadtrand von Dublin. Iarnród Éireann hat die Fahrzeuge zum Verkauf ausgeschrieben, bisher erfolglos.

- Fuer den Pendelzug Manulla Jct - Ballina wird nun ein zweiteiliger Triebwagen der 2800 Class gestellt, der einmal woechentlich getauscht wird mit einer Leerfahrt Manulla Jct - Athlone - Galway. Dort werden die Fahrten mit den Zuegen der Linie Galway - Limerick verknuepft, damit die Triebwagen zum Depot in Limerick gelangen, wo die 2800 Class nun beheimatet ist.

- Alle "Nasen"-Triebwagen (2600 und 2800 Class) der IE verlieren dieselbige (wie auch den dunkelblau/gruenen "Commuter"-Anstrich) und erhalten dafuer den Intercity-Anstrich, welcher der 22000 Class nachempfunden ist. Dieser Prozess ist schon sehr weit fortgeschritten, d.h. Ende dieses Jahres duerfte es soweit sein.

Don Pedro

Wieder sehr nett, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 28.08.13 10:21

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Hallo Nil,

trotz fehlende Sonne sind die Bilder wieder sehr schön..
Das mit dem Wetter ist halt immer so'n Ding in Irland, da hat man manchmal Glück ..... und meistens Pech..
Ich war auch mal in Claremorris, damals stand lediglich ein IC Zug abgestellt (und habe ich mir die Zeit genommen bis die
Sonne kurz raus kam...)


[www.drehscheibe-online.de]


Viele Grüße

René

Meine Bilder auf Flickr:

[flickr.com]
Immer dieses Gejammer übers Wetter. ;-)

Die Bilder (auch die ohne Bahn) sind einfach nur Klasse!

Danke auch für den (wie gewohnt) unterhaltsam zu lesenden Bericht. Diesmal ohne gegrilltes Meerschweinchen :-)

Gruß, Ralf
warum hat man an den Nahverkehrstriebwagen die Übergangstüren entfernt?
Die urspruengliche Idee der Stirnwandtueren war operative Flexibilitaet, d.h. Zugslaenge "nach Mass". Zu Beginn wurde die 2700 Class durchaus auch auf laengeren Strecken eingesetzt (z.B. Dublin - Rosslare), wo Trolley-Service angeboten wird und da war es von Vorteil, wenn der ganze Zug hindernisfrei passierbar ist.

Als die Einheiten nur noch im Kurzstreckenverkehr bzw. als Alleinfahrer eingesetzt wurden, verlor dieses Argument an Bedeutung, und ueberdies wurden die Uebergaenge undicht, so dass man die Stirnwandtueren eliminierte.

Don Pedro