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Hallo Welt

Mit dem angekündigten „dazwischen schieben“ des Berichts vor dem nächsten Urlaub hat es leider nicht geklappt. Daher geht es erst jetzt weiter ...
In diesem Teil sind wir in Nordirland und somit ja eigentlich in England. Die Strecke von Londonderry nach Belfast ist (auf einem kurzen Abschnitt) wohl die schönste welche die Insel zu bieten hat.

Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de]




Dienstag 24. April 2012

Und was war das heute? Ein tolles aufstehen wohl! Den als ich um 7 Uhr mal wach wurde stand Jordi mit einer Tasse Tee am Fenster, kratzte sich am Hinterkopf und blickte argwöhnisch zum Himmel. Was er sah schien ihm zu gefallen, den er trank genüsslich und schmatzte dabei. Oder so ähnlich ... ;) Auf jeden Fall war es ziemlich Sonnig heute früh, natürlich nicht Wolkenlos (glaube dieser Umstand gibt es in Irland gar nicht) aber es war mehrheitlich Sonnig. Das war ein Aufsteller und trieb uns sogar etwas früher aus den Federn als mal gedacht. Den wenn es so war, wären das 8 Uhr Zugpaar von und nach Londonderry erreichbar.
Kurze Erklärung zur Strecke an der wir uns heute mehrheitlich die Zeit vertreiben. Belfast - Londonderry wird etwa im 2h Takt bedient und die Strecke führt im hinteren Abschnitt an der Nordküste Irlands entlang. Licht technisch natürlich optimal, da eigentlich den ganzen Tag der Blick aus Meer mit der Sonne im Rücken möglich ist (so die Sonne denn da ist). Die Züge, also von und nach Londonderry, kreuzen sich eigentlich immer in Coleraine und kommen daher an der Küste im maximal 30min Abstand - danach ist wieder grosse Pause fürs Gemüt.
Ein Frühstück war im Zimmerpreis nicht enthalten (hallo Comfort -In Standard Hotelbunkeranlage wo gar nichts gratis ist) und so konnten wir ohne schlechtes Gewissen um kurz vor 8 Uhr verdampfen. Es war bibbrig kalt draussen und das Auto war pitschnass ... aber die Sonne schien und in "unsere" Richtung, also in Richtung Nordwesten, sah es guuuut aus. Im Landesinnern gar nicht, da hingen pechschwarze tiefe Wolken und ich sah die schon in unsere Richtung ziehen (wie immer).
Die Fahrt aus Coleraine raus war ein leichtes Spiel, das Navi meinte mich @#$%& zu müssen und ich ignorierte es gekonnt, hab mich ja nicht umsonst noch per W-Lan auf dem iPad über die Gegebenheiten vor Ort informiert.
Der erste Zug von Londonderry drückte auf einmal ein bisschen und wir eilten über kleine Single Track Roads zum ersten Bahnübergang. Bahnübergang? Hoppla, auch so etwas gibts in Irland. Nur, hätte man da wo der BÜ war eine Brücke hin gesetzt, die Stelle wäre Oberklasse, mit BÜ "machbar" weil man gerade schon mal da ist. Wir hatten den BÜ kaum gequert ging das Licht an und ein furchtbarer Warnton schreckte sicher alle Leute und Tiere im Umkreis von 200m aus dem Bett. Und es kam unser erster Zug heute, mit Sonne.

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Der erste Zug am Morgen, der Triebwagen 3020 von Londonderry nach Belfast, aufgenommen etwas westlich von Castlerock. Auf der Strecke kommen ausschliesslich die Triebwagen der Reihe 3000 zum Einsatz.

Wetter war toll, mehr war zu diesem Zeitpunkt nicht zu sagen, die Wolken im Landesinnern blieben irgendwie da und das blaue Loch an der Küste hielt sich erstaunlich tapfer (hoffentlich auch). Der nächste Zug kam, aufmerksame Leser wissen die Antwort bereits, kurz darauf nach der Kreuzung der beiden Züge in Coleraine. Wohin damit?
Wir fuhren mal nach Castlerock, einer idyllischen typisch Englischen (oder wegen mir Nordirischen) Kleinstadt direkt am Meer gelegen. Der Name verdankt der Ort einer Sagenumwobenen Burg die hoch oben auf einem Felsen über dem nebligen Meer thront und der Brandung des Atlantischen Ozeans trotzt. Schon der König Irgendwie soll die Burg als Verteidigungsanlage gegen die Angreifer aus dem .... undsoweiter. Klingt toll oder? Tja, was es mit dem ganzen Geschichtlichen auf sich hat wurde uns leider nicht überliefert, den schon alleine der Parkplatz zum ganzen hätte 6£ gekostet, und das war uns dann irgendwie Zuviel um einmal durch eine Ruine zu laufen – die Landschaft geniessen kann man auch kostenlos.
Zurück zur Eisenbahn und zum zweiten Zug des Morgens, jetzt hab ich euch ja schon ein bisschen Story vorweg genommen. Der Bahnhof von Castlerock sah irgendwie ganz putzig aus ... naja, eigentlich nicht, aber mangels Zeit und alternativen blieben wir einfach mal auf der altehrwürdigen Überführung stehen und schossen den Triebwagen in den kleinen Bahnhof hinein. Nicht schlecht, bis auf die nicht ganz so antik aussehenden Neubausiedlungen welche sich mit ins Bild schmuggeln, modernes England, ääh, Nordirland (oder besser einfach Grossbritannien?).

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[maps.google.com]
Die Strecke wird im 2h Takt bedient und die Züge kreuzen jeweils in Coleraine, so verteilt sich die Durchfahrt der beiden Züge in Castlerock über die 2h auf 30min. Dieser Triebwagen ist auf dem Weg nach Londonderry, aufgenommen im Bahnhof Castlerock

Zwei Züge waren durch und die nächsten beiden standen an, bald ... also irgendwann. Was tun in einer Pause? Wir hätten die Zeit nutzen können um uns spirituell selber zu finden, fanden wir aber irgendwie überflüssig, also fuhren wir einfach mal zu einen View Point westlich von Castle Rock auf einen riesigen Felsen hinauf um die Aussicht zu geniessen (war mir irgendwie sympathischer).
Die kleine Single Track Road - Bishops Road - windet sich den Fels hinauf bis wir irgendwann an einem Punkt angelangt waren wo wir (Spannung steigt) - hinunter schauen konnten. Auf die Küste, eine Fläche ... und eine riesige hässliche Trailersiedlung. Scheint der Traum eines jeden Briten zu sein in so einem Wohnwagen seinen Urlaub zu verbringen? Oder es ist einfach nur erschwinglicher als in einem Haus, wohl eher wahrscheinlich.
Abgesehen von dem grossen Ding war die Aussicht aber toll. Wir waren gerade auf Wolkenhöhe und schauten auf das Meer und die Küstengegend hinunter.

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Fantastischer Ausblick von der Bishops Road auf die Küste.

Und da unten war auf die Bahnstrecke. Eine tolle Aussicht für die man einen leuchtend roten Zug von DB Regio mit möglichst vielen Wagen brauchen würde ... ein blau / grauer 3-Teiliger Triebwagen hingegen neigt dazu in der Landschaft unter zu gehen, so verzichteten wir auf den Blick von der Bishop Road - schade eigentlich.
Aber wir sind natürlich schlau und hatten schon eine Alternative im Kopf die wir ohne weiteres erreichten (ehrlicherweise wollten wir etwas anderes suchen gehen, aber es soll ja nach etwas klingen). Es gab eine Stelle in den Felsen vor Castlerock, mit Zug und Atlantik. Diese Stelle war trockenen Fusses zwar nicht zu erreichen, aber der Blick sah so gut aus, da mussten wir hin. Mit Nassen Füssen (das Gras am Boden war noch total feucht) kamen wir hinten an und schossen gleich den ganzen nächsten Takt an der Stelle, also je ein Triebwagen pro Richtung.

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[maps.google.com]
Triebwagen 3004 kehrt aus Londonderry zurück und eilt bei der kleinen Siedlung Downhill am atlantischen Ozean entlang.

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[maps.google.com]
Der Gegenzug etwas weiter oben, nun ist es die Einheit 3021.

Und schon wieder war Pause. Aber Sinnvoller als wir kann man die Pausen fast nicht nutzen, glaube ich. Erst stellten wir uns mit dem Auto an den Strand und taten mal gar nicht viel, ausser das obligatorische Bild vom Auto und dem geniessen der Stunde. Ja, dieser Strand mit dem Auto ... das ist so die Idee, eine Strasse endet am Sandstrand und eine Tafel macht einem kurz mit den "Verhaltensregeln" bekannt, z.b. das man keinen Sand mitnehmen darf (wird noch schwierig), man soll nicht littern usw. Das beste Verbot fand ich aber folgendes: Es ist STRENGSTENS verboten mit dem Fahrrad am Strand zu fahren. Bitte? Mit dem Auto ist es erlaubt? Mit dem Beach-Buggy und dem Töfftöff auch, aber mit dem Fahrrad nicht? Eine tolle Logik. Überall auf der Welt darf man wohl am Strand alles machen, nur sicher nicht mit dem Auto lang fahren, die Nordiren sehen das etwas anders (ok, Badestrand ist das bei den Wassertemperaturen selbst im Sommer nicht ;)).

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Unser Mietauto, Falschlenker ;)

Wir spannten am Strand aus und fuhren dann zurück nach Castlerock um da die nächsten Stelle zu "erledigen". Auf dem Luftbild sah die Stelle "machbar" aus und auch mein Gefühl bestätigte das irgendwie (muss nicht viel heissen, aber kann). Bevor wir uns auf den (Fuss)Weg zur Stelle machten brauchte ich aber etwas zu Futtern, so ein Vormittag ganz ohne Essen darf nicht sein. In einem kleinen Tante Emma Laden im Ort fanden wir alles was wir suchten, Postkarten, Briefmarken sogar ein Sandwich mit Egg Salad für mich.
Der Weg zur Stelle war schnell gefunden. Einmal vorbei an einem Trailerpark (nicht minder hässlich als den der wir heute früh gesehen haben), durch den Heckengarten und dann rechts über die mit Gras bedeckten Felsen. Und schon standen wir da, in der Sonne, im Wind, direkt auf einer Klippe über dem Atlantik und fühlten uns wie die Ritter von und zu Castlerock. Ich hoffe aber einfach die Ritter von damals hatten wärmere Klamotten als wir, den im Wind welcher da draussen von Meer her kam war es recht frisch, da mochte die Sonne nicht viel daran ändern. Wir nutzten die Pause um unseren lieben zuhause Postkarten zu schreiben und um aus Meer hinaus zu schauen.
Dazwischen wurden wir mal von ein paar Wolken überrascht die sich von der grossen Front im Landesinnern "lösten" und zur Küste trieben. Die Situation war im grossen und ganzen unverändert, blau über der Küste, pechschwarz im Landesinnern, aber irgendwie hielt das Meer das Wetter erfolgreich zurück, auch wenn ich mit dem erscheinen der ersten Fetzen Angst bekommen habe.
Die beiden Züge, natürlich wieder je Richtung einer, kamen aber beide im super Licht, ohne das auch nur der Hauch einer Wolke im Anflug war.

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[maps.google.com]
Beim warten auf den nächsten Takt, an der Steilküste bei Castlerock auf dem Namensgebenden Felsen.

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[maps.google.com]
Blick auf die Strecke unter dem Castlerock, für 200m ist da die Bahn im freien.

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[maps.google.com]
Diesen kurzen Abschnitt kann man auch prima Querschiessen.

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[maps.google.com]
Blick im Tal, besonders faszinierend sind die Bäume die exakt auf Höhe der Kante wie abgeschnitten sind ... da windet es offensichtlich ab und an.

Beim zurück laufen zum Auto schmissen wir gleich noch die Postkarten in einen Kasten und schauten uns eine Stelle im Ort drin an. Die Stelle gefiel mir so dermassen gut das klar war, dass ich da wieder hin will. Aber erst in 4 Stunden, den das Licht brauchte noch seine Zeit. In 4h also hier ... eine zweite Stelle hatten wir im Kopf und die wäre in 4h auch besser als in deren 2. Was machen wir mit dem nächsten Takt?
Also eigentlich, so schön die Eisenbahn auch ist, hat die Ecke noch mehr zu bieten. So liessen wir einen Takt an der Londonderry Eisenbahn aus und fuhren mit dem Auto zum Giants Causeway. Dies ist eine Bucht voller (natürlich geformten) 6-Eckiger Felsen, tausende davon, von ganz klein bis ganz gross. Das war eine gute halbe Stunde entfernt mit dem Auto, es bot sich an das gute Wetter zu nutzen für eine kleine Touristenrunde. Und ein klitzekleines bisschen Eisenbahn sollte es auch noch geben (aber nicht die Heritage Railroad welche da hin fährt, an die haben wir nicht mal einen Gedanken verloren ;)).
Wir waren gegen 13 Uhr an den Felsen und liessen uns alle Zeit der Welt. Die mussten wir uns auch lassen, den der Weg zur Bucht kann man nicht ganz fahren. Das ganze ist viel Touristischer als wir es erwartet hatten. Wir dachten an einen Parkplatz auf einer Strasse und einem Weg runter zu den Steinen. Aber es gibt ein riesiges Infocenter mit Hotel und Restaurant, davor (teure) Parkplätze und zur Bucht muss man etwa 1km gehen (alternativ kann man auch das Busshuttle nehmen, aber das liessen wir bleiben).

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[maps.google.com]
Die nächsten Züge liessen wir fahren, dafür schoben wir ein Touristenprogramm ein. Ein Besuch am nahe gelegenen Giant's Causeway stand an. [de.wikipedia.org]

Über eine Stunde später waren wir wieder am Auto und tratten die "Rückfahrt" nach Castlerock an. Aber erst gab es noch das bisschen Eisenbahn, wie versprochen. Von Portrush nach Colraine gibt es eine Stichstrecke, welche fast im 30min Takt bedient wird, ein Teil der Züge macht so auch Anschluss nach Londonderry und Belfast, aber nicht alle. Janu, wir hofften irgendwie darauf, dass dieser kleine Pendelbetrieb (1 Zug) nicht mit den neuen sondern mit irgendwelchen alten Triebwagen bedient wird. Es passte Zeitlich gerade perfekt auf einen Südfahrer, das Bild ist aber (trotz Sonne) eher zum vergessen. Neues Fahrzeug, grausame Stelle. Die ganze Gegend da ist auch wieder mal typisch, Landschaftlich so richtig toll, Potential ohne Ende, und was macht die Bahn? Sie versteckt sich in einem möglichst tiefen Tal hinter einem möglichst dichten Wald .. unmöglich (ein Problem welches nicht nur die Iren kennen).

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[maps.google.com]
Beim Weg entlang der Küste zurück.

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[maps.google.com]
Und so sieht die Strecke aus wenn sie die Küste verlassen hat ... eher langweilig obwohl die Landschaft drumherum fantastisch ist. Der Zug ist kurz vor Coleraine

Mit einem WOW Bild im Kasten ging es zurück an die wirklich schöne Strecke in Nordirland, zurück nach Castlerock. Der 16 Uhr Takt nahmen wir noch in der Sonne mit. Zuvor durften wir am Strand aber noch etwas ausspannen ;). Ein Bild gab es in den Felsen drin und das zweite eben im Ort selber, mit dem Blick auf die Kirche und den dahinterliegenden Strand. Dazu schleckte ich ein Eis und die Sonne schien noch immer prächtig vom Himmel, es war so richtig schöne Urlaubszeit.

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[maps.google.com]
Wieder bei Castlerock / Downhill. Der Blick am Nachmittag auf einen Zug nach Belfast.

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[maps.google.com]
Auch spektakulär ist der Blick auf die Ortsdurchfahrt von Castlerock. Die alte Kirche steht im krassen Gegensatz zu den neuen (weniger schönen) Häusern drumherum.

Und was taten wir dann? Das blödste was man nur tun kann. Wir verliessen IN DER SONNE diese wunderschöne Gegend und fuhren FREIWILLIG ins Landesinnere. Da wo schon den ganzen Tag diese dunklen Wolken waren und es sicher nur Regnet und Stürmt, und da wollten wir hin? Ja ... eine fürchterliche Vorstellung, ich weiss. So schlimm wie befürchtet wurde es aber dann gar nicht, den nach der ersten Regenwand sah das Wetter gar nicht so schlecht aus, ja sogar ziemlich viel Blau war am Himmel.
Wir wollten nach Poyntzpass an der Belfast - Dublin Strecke, da hatten wir noch diese eine Stelle offen und um 18 Uhr rum kommen da gleich ein paar Züge von hinten und vorne (was die Chance auf Sonnenbild bei hinundherlicht deutlich erhöht. Wir legten eine Punktlandung hin, um genau 18 Uhr waren wir an unserer Stelle, und um 18:02 Uhr fuhr der erste Zug, ein Enterprise nach Belfast, im nächsten Ort unten los. Als wir kamen war das Wetter war noch am überlegen was es machen soll, Regen, Sonne, Wolken? Beim Enterprise entschied es sich für Sonne, perfekt!

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[maps.google.com]
Wir haben die Küste verlassen und sind an der Hauptstrecke von Belfast nach Dublin. Bei Poyntzpass ist dieser Blick mit der Kirche möglich – und dank den Enterprice Services gibt es auf der Strecke sogar richtige Züge.

Nach dem Enterprise war ein Regio von hinten und dann von vorne dran. Für den standen wir etwas weiter unten an die Strasse. Das erste Bild ging im dunklen ab, das zweite sah auch lange danach aus. Eine Regenwand zog rein und der starke Wind hatte immer ein paar Tropfen für uns mit über.

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Beim warten auf einen der wenigen Regionalzüge die auf der Strecke verkehren kam von hinten dieser Regenschauer bedrohlich nahe.

Aber die Sonne gab sich Mühe und drückte zur Planzeit nochmal durch. Dabei erstrahlte der Himmel im Hintergrund in allen möglichen blau tönen, perfekte Bedienungen für eine Regioschüssel. Nur kam die blöde Büchse nicht, derweil kam die Regenwand immer näher und auch der Wolkenrand war immer näher an der Sonne. Und der Zug kam nicht, unglaublich!
Erst 15min nach der errechneten Zeit tauchte der Regio im Gebüsch auf und wir hatten Sonne, und zwar voll, da gehörte mehr als nur ein bisschen Glück dazu, aber wenn man es schon mal hat thematisiert man es besser nicht wieder, also psst etza.

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[maps.google.com]
Irland pur!

Der Regio war bombastisch im Kasten, der Standpunkt war zwar nicht ganz mein Wunschplatz, aber er war mindestens halb so gut. Mein Wunschplatz lag hinter einer mit Dornen bewachsenes Steinmäuerchen und einem dicken Stacheldrahtzaun. Ich weiss ja nicht wen die Iren mit soviel Sicherheit vom Feld halten wollen, da ist ja nix! Auf jeden Fall kamen wir nicht rein.
Am Auto zurück dann noch die negative Überraschung des Tages, kaum war alles verladen donnerte von hinten ein Enterprise vorbei, der so (ja lieber Jordi) eigentlich im Plan stehen würde ;-). Aber war eh nur Steuerwagen vorne, also halb so Schlimm (Sonne war auch, das kann ich also nicht als Gegenargument nutzen.
Wir tüdelten noch etwas an der Strecke rum, probierten mit dem nächsten Regio etwas Kunst, bis wir die Räder unter die Arme nahmen und in Richtung Hotel / Motel / B&B fuhren. Wo genau? Wir hätten gerne noch eine Stunde Kilometer gemacht für morgen, aber es regnete und ausserdem war die nächste Zivilisation in die gewünschte Richtung eher in 2h als in 1h erreicht. So blieb uns eigentlich vor allem noch unser aktueller Standort. Dundalk heisst der Ort und er ist eigentlich gar nicht soo klein, wobei, irgendwie doch.
Ein erstes Hotel welches auch das Navi kannte war nichts, es entpuppte sich als Golf Resort welches von aussen mal wieder so teuer aussah das wir gleich auf dem Parkplatz wieder rechts kehrt machten (nein halt, links kehrt ;)). Am Schluss landeten wir in der Stadt in einem kleinen schmucken B&B bei einer alten gesprächigen Dame. Lovley!
Das Essen gab es in der Stadt im "Roma", welches mit Rom etwa so viel zu tun hat wie Irland mit den Seychellen - also rein gar nichts, in keiner Beziehung ;). Das Essen war nur mittelmässig (ich weiss jetzt, warum Jan in England immer zum Inder geht), aber wie heisst e so schön: Der Hunger treibts rein usw ... ;). Bier gab es leider keins zum Essen, da dem Roma die Lizenz zum Alkoholausschank fehlt (na super).
Die alte Dame war als wir zurück kehrten schon im Bett und so legten wir uns unbemerkt in unsere Betten, gemütlich.




Bien! Gracias, Adios!

Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...

Charming memories...

geschrieben von: D 2027

Datum: 11.08.13 20:47

an meine erste Reise auf die grüne Insel, die mit genau dieser Strecke begann.

Nordirland hat übrigens extrem starke Wachstumsraten im Tourismussektor in den letzten Jahren hingelegt, wozu nicht nur das Ende der "Troubles", sondern auch eine Vielzahl von neuen Tourismusattraktionen (z.B. das neue Titanic Museum) dazu beigetragen haben. Eine negative Seite ist - wie beim südlichen Nachbarn auch - halt, dass überall seltsame "Interpretationszentren" wie am Giant's Causeway entstanden sind, die dem Reisenden gegen Entrichtung einer immensen Summe zzgl. Parkgebühr das zeigen was er sowieso sieht und früher kostenlos sah: nämlich die Landschaft!

Andererseits besser so als wie früher als noch Bürgerkrieg herrschte. Wenn man Belfast heute mit den 80er Jahren vergleicht, kann man nicht nur anhand der intakten Fensterscheiben kaum noch glauben, dass es sich um die gleiche Stadt handelt. Und die Wahrscheinlichkeit beim Verweilen im politisch falschen Pub mit der politisch falschen Ansicht einen Schuss durch die Kniescheibe zu bekommen hat glücklicherweise auch stark abgenommen ;-)

Vielen Dank für's zeigen Deiner Bilder.

Erik

P.S. Noch eine kleine Anekdote: auf meiner ersten Fahrt zwischen Belfast und Derry (so heisst die Stadt übrigens für Katholiken) wurde ich (wir schreiben die 80er Jahre und ausländische Touristen waren damals so selten wie Iain Paisly im katholischen Gottesdienst oder Gerry Adams beim Mitlaufen auf der Unionistenparade) nach Vorzeigen meiner Fahrkarte vom Schaffner sofort in den Führerstand des Triebwagens gebeten.

Dort wurde ich dem Lokführer vorgestellt welcher auch sofort wissen wollte was ich hier mache. Nach meiner Antwort ich sei Eisenbahnfreund und wolle mir hier die Strecken ansehen holte er umgehend drei Dosen Bier aus seiner Tasche, öffnete diese und verteilte sie unter den Anwesenden. Gemeinsam genossen wir hinfort die Fahrt entlang der Küste und eine Fahrkartenkontrolle fand nicht mehr statt.

Edit: ein, zwei Ergänzungen

Wer in Deutschland das öffentliche Eisenbahnwesen benutzt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. (Karl Lagerfeld, 1933 - 2019, ehem. Modeschöpfer)




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:08:11:22:45:49.

Ah, das Kalenderbild!

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 11.08.13 21:28

Guten Abend Nil,

da ist ja das Kalenderbild. Nach dem Sichten des Beitrages vermute ich, die Wahl ist nicht allzu leicht gefallen. ;-)

Vielen Dank und wieder mal schön, auch eisenbahnlose Bilder zu sehen.


Viele Grüße,
Sören

PS: Nordirland ist wohl weder Großbritannien und erst recht nicht England, aber das weiß einer unserer Leser von der Insel bestimmt besser, ohne dabei ein Besserwisser zu sein. :-)

Supi! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 11.08.13 21:30

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Re: Ah, das Kalenderbild!

geschrieben von: SteveB

Datum: 11.08.13 22:48

Die Frage "Ist Nordirland ein Teil von Großbritannien?" ist eine gute Art für die Gründung ein Krawall in der Provinz (und in Teile von Glasgow und Liverpool). Großbritannien besteht aus England, Wales und Schottland. Das Vereinigte Königreich ist Großbritannien + Nordirland - mein Reisepass sagt das auf der Vorderseite.

http://farm8.staticflickr.com/7340/9489687302_c0d2e113d4_n.jpg


ISO 3166 ist nicht hilfreich, es nutzt meist GB, mit UK nur für Web-Domain und einige Bank-Aktivitäten.

Für eine Eisenbahn Forum gibt es 2 einfache Tipps. British Rail nie enthalten NI und der BritRail Pass ist nicht in NI gültig.

Alle dies verwirrt die meisten Menschen in GB - also nicht darum kümmern! Und es wird noch komplizierter:
Schottland und NI hatten schon immer ihre eigenen Rechtssysteme von England.
Schottland, Wales und NI haben ihre eigenen Regierungen, die einige UK Gesetze ändern kann - und die meisten Engländer wissen dass nicht!

Man könnte sagen, dass das UK die Prototyp für die EU werden - jetzt können Sie kümmern!



P.S. - fantastische Bilder!
Toll!

Ich will Urlaub... :-(

Danke fue's Einstellen!

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.
(Merke: Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer)

***** Friends help you move. True friends help you move bodies. *****

Wenn Sie Rechtschreibfehler finden, so beachten Sie bitte, dass diese beabsichtigt sind: Es gibt immer Menschen, die nach Fehlern suchen - und ich versuche, allen Lesern etwas zu bieten. Seit einiger Zeit biete ich sogar (gegen einen kleinen Obolus) auch Patenschaften fuer meine Fehler an.
Ganz toll - und ich hatte schon befürchtet, die Serie wurde vergessen... ;-))

MfG Rheinlandsachse

RoyZieroldPhotography