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Dicke Luft bei den Schwiegereltern

Teil 4: Dicke Luft im letzten Dampfparadies der Welt



Was bisher geschah:

Teil 1: Dicke Luft in Peking?!
Teil 2: Die verrückteste (Nacht)zugfahrt meines Lebens – Dicke Luft im Nachtzug oder 28h mit Stehplatzfahrkarte von Peking nach Hami
Teil 3: Mit dem Zug entlang der Seidenstraße




Nein, im Titel liegt kein Tippfehler vor, es folgt kein weiterer Bericht zur Lage in Wolsztyn, wir bleiben stattdessen in China. Nachdem ich euch die letzten drei Berichte auf die Folter gespannt habe, folgt nun in den nächsten Berichten der Grund, warum ich eine 28-stündige Zugfahrt ohne Sitz- oder Liegeplatzgarantie von Peking nach Hami unternahm: das letzte Dampfparadies der Welt. Viel Spaß damit:

Der zweite Teil dieser Berichtsreihe endete auf dem Bahnhofsvorplatz von Hami Süd. Von dort ging es mit dem Taxi in Richtung Innenstadt von Hami. Wir bogen in eine Seitenstraße ein, wo am Straßenrand eine junge Frau mit sehr hochhackigen Lederstiefeln, Miniröckchen, weißer Daunenjacke mit Pelzimitat und (gefälschtem) Louis-Vutton-Handtäschchen stand. Zunächst dachte ich mir, jetzt hast du das Rotlichtviertel von Hami auch endlich Mal gesehen. Als unser Taxi dann aber direkt neben dem Mädchen hielt und sie auch noch zu uns ins Taxi stieg, war ich dann doch leicht überrascht. Die Führerin, die mich am Bahnhof abgeholt hatte, eröffnete mir, dass das Mädchen meine Führerin für die nächsten Tage sein sollte. Sie stellte sich als 24-jährige Uigurin vor, die soeben ihr Jura-Studium abgeschlossen hätte. Da die Han-Chinesen aber alle Uiguren für islamistische Terroristen halten, findet sie keine Arbeit und verdingt sich stattdessen jetzt als Reiseleiterin. Vier Tage zuvor hatte ich (nochmals) geheiratet, jetzt sollte ich die nächsten vier Tage mit einer hübschen, aufreizend gekleideten, 24 Jahre alten Uigurin mitten im Nirgendwo der Wüste Xinjiangs verbringen. Egal, sie sprach ganz passabel Englisch und da sie außer ihrer Handtasche keinerlei Gepäck bei sich hatte, ergab sich der folgende (sinngemäß wiedergegebene) Dialog:

Ich: „Do you know where we are going?“

Sie: “Yes, we go to Sandaoling.”

Ich: “Have you been there before?”

Sie: “No”


Leichtes Stirnrunzeln auf meiner Seite.

Ich: „Do you know what Sandaoling is?“

Sie: “No”

Ich “It’s an open cast coal mine”

Sie “Sorry, I don’t understand.”

Ich: “It’s a coal mine. It’s very dirty and dusty.”

Sie: “OK”

Ich: “Do you want to change your clothes and shoes before we leave.”

Sie: “You don’t like my clothes?”


Und schon bin ich ins Fettnäpfchen getreten. Das kann ja noch heiter werden.

Ich: „No, no. I like your clothes [das war eine Notlüge]. But in Sandaoling it’s very dirty. So maybe it’s problem for your clothes and shoes.”

Sie: “Sorry, I don’t understand.”

Ich: “Sandaoling is very dirty. Your clothes will be very dirty. Roads are not paved. It’s difficult to walk with your shoes. Look at my shoes [10 Jahre alte Trekking-Stiefel] and my clothes [Fleece-Jacke und alte Jeans mit Brandlöchern]. This is perfect for Sandaoling.”

Sie: “No problem. I clean my clothes every day.”

Ich: “OK, then let’s go.”



Die alte Führerin, die schon unzählige Eisenbahnfreunde in Xinjiang begleitet hatte, gab meiner jungen Führerin noch Anweisungen auf Uigurisch. Ich kann zwar kein Uigurisch, da die Sprache aber dem Türkischen sehr ähnlich ist, konnte ich ein paar Wortfetzen verstehen. So sollte sie immer für ausreichenden Biervorrat sorgen. Das relativierte ich dann später wieder, ein junges muslimisches Mädchen muss ja nicht für alte Langnasen Bier kaufen, das mache ich dann schon selbst. Wir brachten die alte Führerin noch schnell nach Hause und dann ging es auch schon auf die Autobahn. Das letzte Mal ging es noch über die Landstraße nach Sandaoling, jetzt führt eine Autobahn deutscher Prägung quer durch die Wüste. Nach knapp einer Stunde Fahrtzeit tauchten dann am Horizont die ersten Rauch- und Dampfwolken auf. Nächste Ausfahrt: Sandaoling.

Am Stadtrand von Sandaoling dann die nächste Überraschung. Auf einer Großbaustelle entstehen mehrere Reihen sechsstöckiger Wohnhäuser. Der Bau-Boom Chinas hat mittlerweile auch die entlegensten Wüstenregionen erfasst. Und der Architekt scheint der genau gleiche wie sonst überall auch in China zu sein. Im Sauna-Hotel von Sandaoling checkte ich schnell in der Hochzeits-Suite ein, und begab mich wieder vor das Hotel, wo meine Reiseleiterin mit dem Fahrer wartete. Das Fahrzeug passte wunderbar zu meiner Reiseleiterin: eine neue, weiße VW Passat-Limousine. Farblich abgestimmt auf ihre weiße Daunenjacke und einer Frau mit hochhackigen Stiefeln angemessen. Für die unbefestigten Straßen rund um die Mine wäre ein grauer Jeep wohl besser geeignet gewesen. Egal, Hauptsache es geht schnell zu meinem ersten Ziel: der Bahnhof Xibolizhan.

Bevor es mit dem Bericht weitergeht ein kleiner Einschub. Was ist eigentlich Sandaoling? Sandaoling ist ein Steinkohletagebau mitten in der Wüste Xinjiangs knapp 100km nordwestlich von Hami. Soweit erst einmal nicht sonderlich spektakulär. Sowohl Deckgestein als auch Kohle werden größtenteils mittels Zügen aus der Grube abgefahren, die aber ausschließlich von Dampfloks gezogen werden. Dabei kommen Dampfloks der Baureihe JS zum Einsatz. Hier eine kleine Übersichtskarte des recht ausgedehnten Streckennetzes:

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Bild 0: Die Kohle wir mittlerweile per Förderband zwischen die Bahnhöfe Xikeng und Dongkuang auf halber Höhe der Grube transportiert. Dort erfolgt die Umladung in die Züge, die dann in Form eines umgekehrten S über Kengkongzhan und Dongbolizhan („Ostbahnhof“) nach Xuanmeichang und Nanzhan („Südbahnhof“) fahren. Dort erfolgen die Kohlenwäsche und in Nanzhan die Umladung in Waggons der Staatsbahn, die selbige dann mit Dieselloks abholt. Die Abraumzüge fahren nach Xibolizhan („Westbahnhof“), von wo aus sich mehrere Gleise hinauf zu den Abraumhalden verzweigen. Auf der Verbindung zwischen Dongbolizhan und Xibolizhan verkehren nur Arbeits- und Arbeiterzüge. In Jichangzhan befindet sich das Depot samt Werkstätte. In Yijing („erste Mine“) und Erjing („zweite Mine“) gibt es noch Untertageminen, die ebenfalls an das Schienennetz angeschlossen sind.



Auf dem Weg nach Xibolizhan verdüsterte sich die Stimmung dann leider abrupt. Am Horizont zog ein heftiger Sandsturm auf und der Fahrer der Minengesellschaft sorgte bei mir für eine weitere Eintrübung: er wies mich gleich darauf hin, dass man nicht mehr runter in die Grube dürfe (das wusste ich bereits vorab), dass man nicht mehr zu den Abraumladegleisen und den Abraumhalden gehen dürfe (das war mir neu), dass die nächsten Tage eine Abordnung des Bergbauministeriums aus Peking zu einem Kontrollbesuch anrücken würde und wir uns immer möglichst weit weg vom aktuellen Aufenthaltsort der Delegation bewegen müssten. Ob es denn aktuell Züge nach Yijing und Erjing geben würde, wollte ich dann wissen. Nein, war die bittere Antwort. Ein letzter Hoffnungsanker, könnte ich irgendwann in den nächsten Tagen die Werkstatt besuchen? Nein war auch hier die ernüchternde Antwort. Vor ein paar Monaten habe eine ausländische Gruppe die Werkstatt besucht und die Arbeiter dabei so massiv gestört, dass die Werkstatt für Besucher mittlerweile off-limits ist. Das schränkte mich dann doch recht stark ein und ich musste meine gesamte Planung für die nächsten Tage über den Haufen werfen. Aber mittlerweile hatten wir den Bahnhof von Xibolizhan erreicht, ich erblickte die ersten Dampfloks und alle Enttäuschung war zunächst einmal vergessen.

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Bild 1: Im Bahnhof von Xibolizhan erblickte ich die ersten beiden Dampfloks. Während JS 8078 im Vordergrund auf neue Aufgaben wartet,
zieht JS 8035 im Hintergrund einen Zug mit leeren Waggons wieder hinunter in Richtung Grube, um dort die nächste Fuhre Abraum zu holen.



Neben den bereits beschriebenen Einschränkungen hatte ich mit weiteren Problemen zu kämpfen. Der Sandsturm vom ersten Tag hatte sich nach ein paar Stunden zwar wieder verzogen, hinterließ aber viel feinen Staub in der Luft, der in den darauffolgenden Tagen trotz meist wolkenlosem Himmels für sehr diffuses Licht sorgte (dicke Luft eben). Konnte man sich früher noch darauf verlassen, dass die Züge in relativ regelmäßigen Abständen verkehrten und vor allem, dass sie immer Schornstein voraus aus der Grube dampften (gezogen nach Kengkongzhan, geschoben nach Xibolizhan), ist mittlerweile alles dem puren Chaos gewichen. Manchmal verkehrten die Züge im Blockabstand, oft herrschte an der Strecke aber auch für mehr als eine Stunde Betriebsruhe. In den Bahnhöfen von Xibolizhan und Dongbolizhan stauten sich teilweise nicht nur zum Schichtwechsel die Züge, bis zu neun (Xibolizhan) bzw. sieben Dampfloks (Dongbolizhan) standen sich dort ebenfalls oft für längere Zeit die Räder platt. Und wenn die Züge fuhren, dann mal geschoben, mal gezogen, mal Schornstein voran, mal Tender voran. Zudem lag bei mir diesmal der Fokus auf Videoaufnahmen, die in den folgenden Berichten gezeigten Bilder sind daher nur „Abfallbilder“, zu deren Nachbearbeitung mir aktuell leider auch noch die Zeit fehlt. Trotzdem will ich euch in den nächsten Berichten mit den Bildern „belästigen“, viel Spaß damit:

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Bild 2: JS 8027 schiebt eine Fuhre Abraum in den Bahnhof von Xibolizhan. Im Hintergrund dampft der Gegenzug wieder hinab in den Tagebau.
Der Dampf und das auslaufende Wasser der Loks reicht hier sogar für spärlichen Bewuchs entlang des Bahndammes inmitten der Wüste.


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Bild 3: JS 8040 rangiert am westlichen Bahnhofsende von Xibolizhan. Während der nahende Sandsturm die Szenerie bereits verdunkelt, leuchtet die Sonne noch
auf die schneebedeckte Bergkette im Hintergrund. Irgendwo hinter diesen teilweise über 4.000m hohen Bergen liegen die sattgrünen Weiden der Mongolei.


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Bild 4: Eine unbekannte Lok schiebt die mit Abraum gefüllten Wagen auf die Abraumhalde südlich des Bahnhofes von Xibolizhan ...


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Bild 5: … und kehrt nach dem Abladevorgang wieder Richtung Bahnhof Xibolizhan zurück. Dazu muss sie erst noch eine U-förmige Kurve befahren,
bevor sie den Bahnübergang im Vordergrund passiert, wo die staubige Piste von Dongbolizhan nach Xibolizhan die Gleise kreuzt.


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Bild 6: Von der anderen Seite sehen die Schilder des Bahnübergangs übrigens so aus. Hier hat die Dampflok auf dem Schild noch durchaus ihre Berechtigung. Der Zug aus den beiden
vorherigen Bildern hat den Bahnübergang bereits passiert und dampft die letzten Meter Richtung Bahnhof Xibolizhan. Noch scheint die Sonne über der Bergkette, das wird sich aber in Kürze ändern …


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Bild 7: … denn von Süden nähert sich bereits der Sandsturm in Form von dicken, grauen Wolken. JS 8027 scheint vor
dem nahenden Sandsturm zu fliehen und kehrt mit einem Leerzug von den Abraumhalden zurück. Dabei passiert sie …


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Bild 8: … den Bahnübergang im Vordergrund. Die Berge im Hintergrund liegen mittlerweile auch größtenteils im Schatten. Kurze Zeit später …


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Bild 9: … ist der Sandsturm dann da und schränkt die Sichtverhältnisse massiv ein. Schemenhaft kann man erkennen, wie eine unerkannt gebliebene Dampflok einen mit Abraum
beladenen Zug wieder die Abraumhalden hinaufschiebt. Die schlechte Sicht resultiert übrigens nicht aus Regen (es fielen nur ein paar Tröpfchen), sondern aus feinem Sand in der Luft.


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Bild 10: In Gegenrichtung ist die Sicht noch einigermaßen klar, als JS 8078 einen weiteren Zug mit Abraum auf die Abraumhalden hinaufschiebt.
Danach wurde der Sandsturm zu stark und ich musste meine fotografischen und filmischen Tätigkeiten für den heutigen Tag leider beenden.



Neuer Tag, neues Glück? Leider nicht. Noch vor Sonnenaufgang stand ich auf und ließ mich zum Bahnhof Dongbolizhan fahren. Geplant war die Aufnahme des morgendlichen Arbeiterzuges von Dongbolizhan nach Xibolizhan, wie er im Licht der gerade aufgehenden Sonne unter Volldampf den Bahnhof verlässt. Allerdings versteckte sich die Sonne hinter einem dichten Grauschleier, die Lok fuhr unerwartet Tender voraus und der starke Wind blies den Dampf direkt vor den Zug. Daher müsst ihr mit anderen Fotomotiven aus Dongbolizhan Vorlieb nehmen:

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Bild 11: Das Morgenlicht reicht nicht einmal für gute Seitenlichtaufnahmen. Im lauen Licht passiert JS 8194 meinen Standpunkt an der Ausfahrt
des Bahnhofes von Dongbolizhan. Im Hintergrund dampfen weitere Loks vor sich hin und warten auf die Freigabe zur Ausfahrt aus dem Bahnhof.


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Bild 12: Szenerie am Bahnhof von Dongbolizhan. Im Hintergrund frischt JS 8194 Ihre Wasser- und Kohlevorräte auf, im Vordergrund macht sich ein
Bahnhofsangestellter mit zwei leeren Blecheimern hinauf zum Bahnsteig, um die Ankunft des Arbeiterzuges aus Xibolizhan abzuwarten. Zunächst …


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Bild 13: … schiebt aber JS 8801? einen Leerzug durch den Bahnhof von Dongbolizhan. Zuvor hatte sie ihre Kohleladung
in Nanzhan entladen und macht sich jetzt wieder hinab in den Tagebau, um die nächste Fuhre Kohlen zu holen.


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Bild 14: Der morgendliche Arbeiterzug, geschoben von JS 8195 kommt aus Xibolizhan zurück und bringt die Arbeiter der Nachtschicht nach Schichtende zurück nach Dongbolizhan.
Als Personenwaggons müssen geschlossene Güterwaggons herhalten. In dem gelben Aufbau sitzt der „Triebfahrzeugführer“, der Aufbau mit den Fähnchen signalisiert dem
Lokführer in der Dampflok die Anweisungen des „Triebfahrzeugführers“. Die Fähnchen signalisieren Reduzierung der Geschwindigkeit, da der Zug in Kürze den Bahnsteig erreicht hat und …


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Bild 15: … seine Fracht aussteigen lässt. Nach einer langen Schicht machen sich die Arbeiter zu Fuß oder per Moped auf den Weg nach Hause in Dongbolizhan oder Sandaoling. Die Waggons
bleiben bis zum nächsten Morgen am Bahnsteig stehen, um die Arbeiter dann wieder zur Morgenschicht nach Xibolizhan zu bringen bzw. die Arbeiter der Nachtschicht in Xibolizhan abzuholen.


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Bild 16: Nun erfahrt ihr auch, warum der Bahnhofsangestellte auf den Arbeiterzug gewartet hat. Er holte sich vom Tender der Lok JS 8195 mit seinen Eimern Kohle,
damit es im Fahrdienstleiterbüro von Dongbolizhan schön warm bleibt. Was dabei neben die Eimer auf den Bahnsteig gefallen ist, wird von zwei Kohlensammlern aufgeklaubt.
Lokführer und Heizer freuen sich dagegen auf ihr Frühstück. Es gibt typisch chinesisch „Baozhe“, das sind mit Hackfleisch gefüllte Hefeteigtaschen. Ihre Ehefrauen
haben die Teigtaschen wohl roh mitgegeben, denn der Lokführer platziert die Teigtaschen auf dem Kessel der Lok. Leckere „Baozhe“ und dann auch noch auf dem
Kessel einer Dampflok gedämpft, es kann für einen Eisenbahnfreund nichts Leckeres geben. Nur zu gerne wäre ich beim Frühstück dabei gewesen.


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Bild 17: Aber die Pflicht rief und so machte ich mich weiter ans Fotografieren und Filmen: JS 8851 dampft mit ihrem Zug in den Bahnhof von Dongbolizhan,
im Vordergrund steht der „Triebfahrzeugführer“-Wagen des morgendlichen Arbeiterzuges. Auf diesem Bild erkennt man auch sehr gut die Signalinstallationen
für den Dampflokführer. Auch an den Kohle- und Abraumzügen ist am Zugende eine solche Kabine samt Signalen zu finden, da die Züge in eine Richtung ja geschoben werden.



Damit erst einmal genug Impressionen aus Dongbolizhan. Nächstes Ziel war die Strecke zwischen Kengkongzhan und Dongkuang. Hier fahren die Kohlenzüge durch eine wildromantische Wüstenlandschaft, die sich aus dem ältesten, mittlerweile größtenteils wieder aufgefüllten Teil des Tagebaus entwickelt hat. Ich war darauf gefasst, dass ich hier nicht hinunter an die Strecke kann. Aber der Fahrer der Minengesellschaft hatte nichts einzuwenden, zumal ich ihn und meine Führerin zum Mittagessen zurück nach Sandaoling schickte und ihm sagte, dass er mich erst wieder am Nachmittag abholen müsste. Ich verzichtete stattdessen auf ein Mittagessen und machte mich ausgestattet mit Keksen und viel Getränken hinab in die Grube, um mich die nächsten Stunden mit den Kohlezügen zu vergnügen:

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Bild 18: JS 6209 zieht einen Kohlenzug in Richtung Kengkongzhan. Im Hintergrund die Abbruchkante des Tagebaus, im Vordergrund die aufgefüllte Fläche des
ehemaligen Tagebaulochs. Einzelne Schwellen und Schwellenabdrücke im Boden zeugen davon, das sich hier einst die Gleise für die Abraumhalden befanden.


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Bild 19: Vom Winde verweht. Der nächste Kohlenzug verlässt den Tagebau. Die weißen Stellen im Vordergrund sind Salzausblühungen,
die gelben Stellen sind Schwefelansammlungen. Der Abraum enthält auch Kohle, die fleißig vor sich hinschwelt und für die Schwefelansammlungen
sowie stellenweise bestialischen Gestank sorgt. An solchen Stellen muss man vorsichtig sein, denn neben den giftigen Gasen ist der
Untergrund hier auch sehr brüchig und schwupps ist man auf Nimmerwiedersehen in einem stinkenden Höllenloch verschwunden.


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Bild 20: Nach längerer Wanderung entlang der Gleise habe ich die Ausfahrt des Bahnhofes Dongkuang erreicht. Dort rangiert JS 8076 einen
Leerzug unter die die Kohleverladestation. Früher verkehrten die Kohlenzüge ausschließlich Schornstein voraus, jetzt herrscht ein wildes Durcheinander.


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Bild 21: Aus entgegengesetzter Richtung fährt gezogen von JS 8195 ein Arbeitszug mit einer bunten Mischung an Waggons in den Bahnhof Dongkuang ein.


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Bild 22: Da man eine solche Wagenreihung in Sandaoling eher selten findet, war mir der Zug auch noch ein zweites Foto wert.


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Bild 23: Kurz danach dampft JS 6209 mit einem voll beladenen Kohlenzug aus dem Tagebau. Im Hintergrund erkennt man noch die Verladeanlagen für die Kohle.
Um aus dem Stand den schweren Zug die Steigung hochzuziehen, muss die Lok Volldampf geben. So nimmt der Zug langsam Fahrt auf …


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Bild 24: … und dampft an meinem Fotostandpunkt vorbei. Der Fotostandpunkt wäre eigentlich ideal gewesen, wenn er sich nicht
auf einer stark schwelenden Abraumhalde befunden hätte. Mehr als eine Stunde hatte ich es trotz reichlich Wasser und feuchtem
Taschentuch vor der Nase in den schwefeligen Dämpfen nicht ausgehalten. In den folgenden Bildern daher die restliche Ausbeute.


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Bild 25: JS 8194 schiebt einen Leerzug unter die Kohleverladeanlage. Die unterschiedlichen Farben der Dampf- und Rauchfahnen
waren mir noch ein gesondertes Foto wert. Die Lok scheint eine Ladung Kohlen bekommen zu haben, die nicht gerade beste Qualität hat.


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Bild 26: Während JS 8194 ihren Zug noch mit Kohle beladen lässt, zieht JS 8076 ihren beladenen Zug bereits
wieder aus dem Tagebau heraus, leider mit Tender voraus und nicht wie eigentlich üblich mit Schornstein voraus.


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Bild 27: Jetzt hat JS 8194 ihren Zug auch voll beladen lassen und der Heizer scheint nun bessere Kohle erwischt zu haben, jedenfalls wabert keine
braun-grüne Qualmwolke mehr aus dem Kamin. Hinter den Verladeanlagen kann man schemenhaft noch das Loch des aktuellen Tagebaus erkennen.


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Bild 28: Auf dem Weg hinab von der schwelenden Abraumhalde fuhr mich noch JS 8081 mit einem Leerzug vor die Linse.
Sie wird gleich auf einem der beiden vorderen Gleise den Leerzug zur Beladung unter die Verladeanlage schieben.


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Bild 29: Auf dem Weg zurück zum Bahnhof Kengkongzhan dampft JS 8076 an der Einfahrt zum Bahnhof Dongkuang an mir vorbei.
Die Abbruchkante des Tagebaus sowie die gelbgrünen Grasbüschel geben dabei nochmals ein schönes Fotomotiv ab.


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Bild 30: Auch der Nachschuss lohnt sich noch trotz rückwärtsfahrender Lok und Tender voraus, geben die
Barracken an der Einfahrt des Bahnhofs Dongkuang zusammen mit der bunten Abbruchkante ein herrliches Bild ab.


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Bild 31: Kurz vor dem Bahnhof Kengkongzhan passierte JS 8194 meinen Fotostandpunkt in der Kurve mit einem
Leerzug zurück in Richtung Verladeanlage. Die drei kleinen Dampffähnchen mussten einfach auf Chip gebannt werden.


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Bild 32: Ich wartete noch den nächsten bergwärts fahrenden Zug ab, leider kam JS 8076 nur Tender voran an meinem Standpunkt vorbei.



Ab dem späten Nachmittag ist das Licht für Aufnahmen in der Kurve von Kengkongzhan eher ungeeignet, daher war wieder ein Standortwechsel nach Xibolizhan angesagt, schließlich gab es ja außer Dongbolizhan und Xibolizhan keine weiteren Alternativen, alle anderen Orte waren für mich ja leider off-limits.

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Bild 33: JS 8089 dampft mit einem voll beladenen Abraumzug in den Bahnhof von Xibolizhan ein.


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Bild 34: JS 8167 zieht einen Leerzug aus dem Bahnhof Xibolizhan in Richtung Tagebau. Im Hintergrund
erkennt man noch den Bahnhof Xibolizhan, das Gleis im Vordergrund führt direkt nach Dongbolizhan.


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Bild 35: Der nächste mit Abraum beladene Zug fährt in den Bahnhof von Xibolizhan ein. Der Wasserlauf im Vordergrund speist sich aus
den Wasserkränen im Bahnhof, die weißen Flächen sind Salzausblühungen. Rechts sammelt sich das Wasser sogar in einem kleinen See.


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Bild 36: JS 8080 schiebt einen Abraumzug am Bahnhofsgebäude von Xibolizhan vorbei. Sowohl das Gebäude wie auch
die Lok haben schon mal bessere Zeiten erlebt, die roten Zeichen der Parole im Hintergrund sind ebenfalls verblasst.


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Bild 37: Unter der Scheinwerferbrücke an der westlichen Bahnhofsausfahrt von Xibolizhan hindurch dampft JS 8080 in Richtung Abraumhalden.


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Bild 38: Von den Abraumhalden zurück kommt dagegen JS 6224. Dort hat sie mit ihrem vorgespannten Planiergerät dafür gesorgt,
dass die Gleise frei bleiben und sich der Abraum nicht links und rechts der Gleise auftürmt, sondern sich gleichmäßig verteilt.


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Bild 39: Am Bahnübergang Richtung Abraumhalden steht ein Backsteingebäude samt vorgelagertem Telefon.
Dass die Fenster undicht sind, spielt keine Rolle. Es ist ja genügend Kohle da, um den Heizofen im Inneren zu befeuern.


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Bild 40: JS 8040 kehrt nach getaner Arbeit am Tagesende mit ihrem Gleisbauzug von einem der Gleise auf die Abraumhalde zurück.
Mit Hilfe des dampfbetriebenen Krans am Zugende werden neue Gleise verlegt, was auf den Abraumhalden natürlich ständig notwendig ist.


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Bild 41: Zum Abschluss des Tages dampft JS 8167 am Bahnübergang vorbei in Richtung Abraumhalde. Das Wetter hatte zugezogen,
das Licht war spärlich und damit war auch für mich nach über 10 Stunden schwerer Arbeit und langer Fußmärsche Feierabend.



Das war also die Ausbeute der ersten eineinhalb Tage in Sandaoling. Trotz der Einschränkungen waren die gewonnenen Eindrücke die 28-stündige Zugfahrt mit Stehplatzfahrkarte von Peking nach Hami wert, oder seht ihr das vielleicht anders? Auch wenn die richtig guten Zeiten in Sandaoling schon vorbei sind, wo sonst kann man auf der Welt ein rundes Dutzend Dampfloks im täglichen, schweren Arbeitseinsatz erleben? Im nächsten Bericht geht es dann weiter mit den Impressionen aus Sandaoling, schließlich verbrachte ich fast vier Tage im letzten Dampfparadies der Welt. Ich hoffe, dass Ihr dann bei den nächsten Tagen und Berichten wieder mit dabei seid.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2014:08:18:11:31:55.

Super, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 28.06.13 22:54

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Hallo Florian,

ich hatte ja mal kommentiert, dass sich für so eine Anreise mindestens zwei QJ vor einem Gz auf Bergfahrt finden müssten...
Aber Sandaoling ist durchaus (trotz der Einschränkungen) gleichwertig.
Die JS gefällt mir genauso gut.

Vielen Dank für die stimmungsvollen Aufnahmen und die sehr angenehm zu lesenden Berichte.

Grüße aus GL
Jörg, der sich auf die Fortsetzung freut
Hallo Jörg,

ich wollte im November 2010 die letzte QJ unter Dampf sehen. Leider kam ich ein paar Wochen zu spät. Jetzt muss man halt Kompromisse machen. Aber wenn eine JS eine vollen Kohlenzug aus der Grube zieht, dann ist das noch immer ein ordentliches SPektakel.

Viele Grüße

Florian

Zechenbahn mal anders

geschrieben von: Joachim Leitsch

Datum: 29.06.13 22:34

ganz großes Kino! Danke für diesen interessanen Bericht.

RUHRKOHLE - Sichere Energie

das war einmal :(

Re: Zechenbahn mal anders

geschrieben von: Flo1979

Datum: 29.06.13 22:59

Joachim Leitsch schrieb:
-------------------------------------------------------
> ganz großes Kino! Danke für diesen interessanen
> Bericht.

Bitteschön ;-) Es folgen noch zwei Berichte, dann setze ich auch einen Link im HiFo. Und für meine nächste Berichtsreihe plane ich noch viel mehr Zechenbahnen unter Dampf in China, u.a. auch Schmalspuriges.

Viele Grüße

Florian
Sehr schön, und ich bin schon gespannt, wie es weiter geht. Und irgendwie würde mich auch mal interessieren, wie deine Führerin in dem Dreck aussah.

Aber es ist definitiv nicht das letzte Dampflokparadies auf diesem Planeten. Höchstens das letzte normalspurige Dampflokparadies auf dieser Welt. Java ist auch noch ein Dampflokparadies, auch wenn es nur noch ein Schatten seiner selbst ist, aber 6-8 Feldbahndampfloks auf einem Quadratkilometer sind in der PG Sragi immer noch Alltag. Und es gibt immer noch andere magische Orte auf Java.

kondensierte Grüße, Stefan

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=190387
Kondenslok.de + Industrial Railways of Indonesia SIG (fc)
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wer sich über Signaturen aufregt, hat sonst nix zu sagen.

Re: [CN] QJ und JS

geschrieben von: jackman

Datum: 30.06.13 00:40

Hallo Florian,

da stimme ich Dir zu. 2005 durfte ich eine JS vor einem rund 1500 t-Kohlezug in der Nähe von Yuanbaoshan erleben...
Die QJ kenne ich "nur" in recht zügiger Fahrt auf der Strecke von Daban in Richtung Chabuga (11/2005) sowie mit einem "Express-Gz" über den Paß (40X, leer, Vorspann, 12/2009).
Letzteres war zwar auch nett anzuschauen, doch Leistung wurde von den, besser der Lok, nicht gefordert.
Für die Ohren war das nicht so ergiebig :-(( Das Personal kann ich sogar verstehen. Warum sollten alle Heizer schuften, wenn die Zugkraft einer Maschine mehr als ausreichend ist :-)).
Auch die SY (optisch nicht ganz so mein Fall) gewinnt beim Ingangsetzen schwerer Züge ungemein.

Vermutlich schon bekannt:

[www.youtube.com]

(SY in Trouble, Chengzie)

Noch ein schönes Video:

[www.youtube.com]

(Sandaoling Stall)


Grüße
Jörg

Link hinzugefügt



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:06:30:00:47:16.
52 2006 schrieb:
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> Sehr schön, und ich bin schon gespannt, wie es
> weiter geht. Und irgendwie würde mich auch mal
> interessieren, wie deine Führerin in dem Dreck
> aussah.
>

Im Dreck war sie ja nie. Sie hatte immer schön in der klimatisierten Passat-Limousine auf mich gewartet, während ich stundenlang durch den Dreck gestampft bin. Ein Foto habe ich nicht von ihr gemacht, aber auf einem Videoabschnitt ist sie kurz zu sehen. Am Ende des letzten Berichts zeige ich mal den Bildausschnitt.

> Aber es ist definitiv nicht das letzte
> Dampflokparadies auf diesem Planeten. Höchstens
> das letzte normalspurige Dampflokparadies auf
> dieser Welt. Java ist auch noch ein
> Dampflokparadies, auch wenn es nur noch ein
> Schatten seiner selbst ist, aber 6-8
> Feldbahndampfloks auf einem Quadratkilometer sind
> in der PG Sragi immer noch Alltag. Und es gibt
> immer noch andere magische Orte auf Java.

Jeder hat natürlich seine Vorlieben, für manchen ist vielleicht auch der Harz noch ein Dampfparadies. Aber mit Dampf bespannte, schwere Güterzüge im Halbstundentakt gibt's eben nur noch in Sandaoling.

Viele Grüße

Florian
Hallo Flo,

die Geschichte mit dem wahnsinnig wichtigen VIP-Besuch haben wir auf unserer Tanago-Tour nach Sandaoling im Februar auch gehört. Es ist halt immer das Gleiche: entweder es gibt eine wichtige Konferenz, der Big Boss kommt zu Besuch, oder, besonders in Stahlwerken sehr beliebt, gerade letzte Woche sei ein japanischer Fotograf (es sind immer Japaner) in die Schlackegrube gefallen ... daher dürfte man jetzt gerade nicht dahin, wohin man eigentlich möchte...

Nichtsdestotrotz konnten wir mit Genehmigung ganz bis in die Grube zum Abraumverfüllen vorlaufen und Bilder machen. Schon imposant, wenn Du direkt neben einem Bagger stehst und siehst, welche Brocken in den Zug geladen werden!

Auch die Bespannung der Kohlezüge war noch "einfacher": bis auf den letzten Tag fuhren alle Züge Rauchkammer voraus aus dem Loch. Lediglich der Personenzug ärgerte uns: hatten wir uns entschlossen, ihn zu fotografieren, fuhr er tv...! Machten wir ihn nicht, sahen wir ihn aus der Ferne Rauchkammer voraus fahrend. Na ja, etwas Schwund ist immer!

Die Sache mit den Sandstürmen ist wirklich eklig: der Sand kriecht Dir in alle Poren! Das habe ich vor einigen Jahren dort auch mal erleben müssen. Ich hoffe, bei meinem nächsten Besuch im Januar 2014 liegt wenigstens etwas Schnee, dann staubts nicht ganz so doll.

Bin auf die Fortsetzung gespannt!

So sah´s bei uns im Februar im Loch aus (Zuglok für die Statistiker: JS 8173):
http://s14.directupload.net/images/130702/6hqctxur.jpg

Grüße,
Peter

Mein Traum von der perfekten DSO:
gutes Deutsch & gute Bilder!

Fernreisen für Eisenbahnfreunde bei: [www.tanago.de]

Moin!

Der helle Wahnsinn!
Konnte ich bisher mit China (und ueberhaupt "dem Osten") so rein gar nichts anfangen, hat sich das durch die regelmaessige Lektuere Deiner Berichte deutlich geaendert: Sie haben durchaus Interesse geweckt.
Sicher, es ist unwahrscheinlich, dass ich dort hinfahre, solange noch so viele unerledigte Reiseziele in GB, NL und F auf der Agenda stehen, doch immerhin lese ich jetzt interssiert mit (frueher haette ich's vermutlich einfach uebersprungen).

Danke fuer diese Horizont-Erweiterung.

Gruss

Peter

Ich will gar nicht, dass mich jeder mag - im Gegenteil: Die Sympathie oder Zuneigung gewisser Menschen waere mir hochgradig peinlich.

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Fuer manche Menschen gehe ich bis ans Ende der Welt, fuer manche nicht mal bis zur Tuer.