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Hallo Welt

Bevor es wieder weiter weg geht schiebe ich noch einen "kleinen Urlaub" dazwischen. In diesem, und den folgenden Teilen, zeige ich euch eine Reise nach Irland. Obwohl die Reise schon über ein Jahr lang zurück liegt dürfte sich in Irland aber nicht viel verändert haben ;).




Sonntag 22. April 2012

Oh diese Nacht war kurz, zu kurz. Die Party gestern Abend (der Dank geht an Herrn Wipf ;)) ging lange, ich kam kaum ins Bett ... und nicht ganz nüchtern. Entsprechend müde und unausgeschlafen war ich heute früh als der Wecker um 7 Uhr das erste mal klingelte. Welcher @#$%& wollte eigentlich heute früh unbedingt in den Urlaub fliegen? Ich dachte an Jordi, wobei es ihm wohl kaum besser ginge als mir ... er verliess die Party ebenfalls relativ spät. Geteiltes Leid ist halbes Leid ;).
Zum Glück hatte ich gestern irgendwann spätabends noch gepackt, aber ob es wirklich alles war? Ich bin schon soweit das ich nicht mal mehr mir selber vertraue und kontrollierte das wichtigste noch bevor ich um kurz vor 8 Uhr das Haus verliess. Es war alles da .. auch nicht schlecht für einen alten Herren wie ich einer bin.
Der Weg zur S-Bahn legte ich trockenen Fusses zurück, war auch besser so, denn der Schirm lag verpackt irgendwo im Koffer – tja, wir fahren schliesslich nach Irland! Und wer da ohne Schirm hinfährt ist wohl selber schuld. Wäre ja wie wenn man ohne Handschuhe im Winter nach Skandinavien fährt und sich dann über die Kälte ärgert ... also ein bisschen immerhin ;).
Die S-Bahn steht immerzu am Anfang eines Urlaubs und immer ist es die S3 - S2 Verbindung über Effretikon. Über die Fahrt darf ich gar nichts mehr schreiben, sonst kennt ihr die Strecke irgendwann auswendig. Nur soviel: Heute alles im Plan, die Garnitur war sogar mit NDW unterwegs, für mich und meinen schweren Koffer aber unerreichbar da ich zu knapp am Bahnhof angekommen bin und der NDW auf der falschen Seite steht ;).
Und wer wartete am Flughafen auf mich? Der Jordi natürlich, wobei wir uns (ziemlich Blind) erst spät gesehen haben, muss daran liegen das ich meinem Bartwuchs gestern Abend mal wieder den garaus gemacht habe (fahren ja nicht nach Marokko).
Erstmal am Flughafen angekommen war das aufgeben des Gepäcks die leichteste aller Übungen. Check-In 3 mit Web Checkin --> 2min später waren wir unser Koffer los und auf dem Weg zur Apotheke im Flughafen. Da deckte sich Philippe mit Pillen und Pülverchen ein und über den Check-In 1 erreichten wir den Abflugbereich. LX400, unser Flug nach Dublin, ging von D31 welches in wenigen Gehminuten zu erreichen ist. Die Sicherheitskontrolle war kein Problem und zeitlich reichte es sogar noch um an einem Kiosk irgend ein Bestseller von einem mir unbekannten Autor zu kaufen, für alle fälle, ich habe gehört in diesem Irland müsse man teilweise etwas länger warten.
Der Flieger, ein A321 der Swiss stand, als wir am Gate ankamen, schon bereit wie auch genau so viele andere Passagiere die es braucht um ihn voll zu machen. Wir setzten- und stellten uns später dazu und enterten den Flieger praktisch als letzte. Mein Platz, gestern Abend im Internet ausgewählt, zeigte sich als hervorragende Wahl. 26F, in der Reihe hinter dem Notausgang. Vor mir war nichts, der eine Stuhl fehlte, das gibt eine Beinfreiheit wie im Büro, so das man die Flossen ganz strecken kann und noch immer nirgends anschlägt. Der Platz wurde, als ich die Flugbegleiterin sah welche sich mir gegenüber auf dem Crew Sitz Platzierte, gleich noch ein bisschen besser :).
Beim Abflug in Zürich bekamen wir schon mal einen Vorgeschmack auf das Irische Wetter, es regnete nicht zu knapp und unsere Heimat zeigte sich von der schlechtesten Seite. Etwas blöd weil der Pilot noch meinte, dass das Wetter in Dublin so sei wie in Zürich. Er liess somit nur wenig Hoffnungen aufkommen.
Das beste am Swiss Frühflug ist das Frühstück. Mit Jogurth einer Lokalen Molkerei aus der Nachbargemeinde (Oberdürnten) und mit frischen Schokobrötchen, lecker. Zu meinem "Glück" mochte Jordi das alles nicht und ich konnte es ohne schlechtes gewissen "erben". Beim Mampfen des zweiten Ganges tauchte unten London auf ... danach wurden die Wolken aber schlagartig wieder dichter.
Beim Landendlug auf Dublin wurde die Aussicht dann in alle möglichen Richtungen wieder besser. Nach vorne *psst* und nach unten natürlich auch, für das, dass es so richtig schlecht sein sollte hatte es also erstaunlich viele blaue Löcher am Himmel, über dem Meer war es sogar Wolkenlos.
Die Landung war etwas unsanft, genau so wie das Bremsen, der A321 muss ziemlich schwer gewesen sein. Dann fuhren wir an einer Menge Air Lingus und Ryanair Fliegern vorbei an unser Gate. Hallo, Tschüss, und wir waren aus dem Flieger raus. Der Flughafen wirkt etwas abgewirtschaftet, hat aber deswegen irgendwie Flair, was jetzt positiv gemeint ist.
Unser Gepäck kam schnell und wenig später standen wir vor der ganzen Reihe mit Autovermietern und suchten unseren Anbieter, Dan Dooley, eine Irische Leihe die im Internet nach einem kurzen Vergleich am besten abgeschnitten hat. Die Herren waren nett, freundlich, speditiv und bald hatten wir den Schlüssel zu unserem Matitzroten ... äääh Fiat. Ein Punto stand auf unserem Parkfeld und intuitiv wollte ich gleich mal auf der Beifahrerseite mein Zeug verstauen. Ahh, Moment, Insel --> hier fährt man links.
Wir beluden unseren Wagen und überlegten uns mit der Karte in den Fingern mal wo wir eigentlich hin wollen heute Nachmittag. Es war gerade mal 11 Uhr durch und der Tag hatte kaum begonnen .. es blieb also noch einiges an Zeit für Fotografieren übrig, und wenn das Wetter schon mitspielt.
Wir einigten uns schnell mal auf die Strecke von Dublin nach Südwesten, der Rennstrecke der Irishrail. Landschaftlich überzeugt die Ecke zwar nicht gänzlich, aber bei hindundher-Wetter könnte bei dichtem Verkehr immerhin das ein oder andere Sonnenfoto rausspringen. Das Navi hatte die ehrenvolle Aufgabe uns in die Richtung zu lotsen und den Weg vorzugeben.
So, nun zu meinem Hauptanliegen heute liebe Inselbewohner: Weshalb fährt ihr genau Links? Das ist doch nicht nötig! Alle sagen immer man gewöhnt sich schnell daran, was im Kern stimmt. ABER trotzdem greife ich regelmässig beim Anschnallen links von mir in den luftleeren Raum, trotzdem muss ich beim Schalten mit Links überlegen wo jetzt welcher Gang genau ist und TROTZDEM bin ich an den Vorfahrtstrassen immer irritiert. Den wenn ihr konsequent wärt, liebe Insulaner, dann wäre der Rechtsvortritt bei euch ein Linksvortritt - was er aber nicht ist. Das einzige was also sicher ist, ich bin verwirrt ... aber das wolltet ihr wohl erreichen. ;)
Im Ernst, links fahren ist ein bisschen merkwürdig, geht aber schnell, bis auf die kleinen Details, ins Blut über. Denn dafür, dass die Lenkung bei dem kleinen Italiener sehr indirekt und schwammig ist, können selbst die Ir(r)en nichts.
Wir fuhren über den Autobahnring auf die für uns passende Autobahn und steuerten in der Nähe von Newbridge eine erste Brücke über die Bahn an. Streetview von Google meinte, da geht immer irgendwo ein bisschen was, was an Dieselstrecken ja praktisch ist. Halt! diese Aussage nehme ich zurück. Der Name "Grüne Insel" kommt für Irland wohl nicht von ungefähr, denn bei der Bahn stimmt es auch. Die Gleisen sind eigentlich immer dicht im Buschwerk versorgt, eine Brücke über die Bahn bringt da nicht so wahnsinnig viel, weil man den Zügen gerade mal auf die Nase knallen kann ... wobei uns das heute noch nicht stören soll, es ging mal darum etwas zu bekommen.
Wie soll ich die nächsten 4 Stunden beschreiben? Ganz einfach: Very Irish. 1) Wetter war sehrsehrsehr wechselhaft. Da steht man in der Sonne und die Wolken sind weit weg, 3min später steht man im Schatten und ärgert sich darüber das der Schirm im Auto liegt, und denkt nicht im Traum mehr an Sonne. Diese Situation erlebten wir heute Mehrfach. Am eindrücklichsten wohl am Bahnhof von Portarlington. Wir standen nach ein paar erfolgreichen Sonnenfotos voll im Regen und warteten im Auto. Die schwarze Wand sah endlos aus und ich schloss innerlich mit dem Tag schon ab. Starkregen ging nieder und kurz darauf standen wir wieder in der Sonne. Pünktlich zur Eisenbahn übrigens, selbst wenn es nur so Triebwagen sind, die nehmen wir auch mit.
Unterwegs legten wir uns in einem Supermarkt einen kleinen Lebensmittelvorrat an im Auto, der sollte fürs gröbste die nächsten paar Tage mal reichen. Und ich durfte Bekanntschaft schliessen mit der Irischen Sandwich Kultur - die mir ausserordentlich gut gefällt. Das "fertig Sandwich" aus dem Supermarkt war ehrlich einsame Spitze, einfach nur lecker, mit Eiermajo, Zwiebeln usw. . Mmmh!

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Vor Newbridge rollt unser erste Zug in Irland nach Süden. Es ist gerade nicht Sonnig. Es wäre sogar eine Lok auf dem Bild ... auch wenn es die Front nicht vermuten lässt.

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Newbrdige liegt nun vor uns und wir haben auf einer Strassenbrücke einen passablen Standpunkt gefunden. Das ist in der Fläche gar nicht so einfach. Hier sehen wir einen der allgegenwärtigen Triebwagen, Asiatisches Modell, ziemlich schnittig!

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Die Lokbespannten Züge verbinden Dublin Stündlich mit dem Süden der Insel. Die Loks sind keine Schönheiten, aber irgendwie „anders“ ;).

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Dieser Triebzug hat den modernen Bahnhof Kildare gerade durchquert und braust im Regenschauer nach Süden.

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Bei Monasterevin rollt bereits wieder der nächste Expresszug nach Süden.

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Etwas Glück gehörte hier auch wieder dazu um ein Sonnenbild vom Triebwagendoppel zu bekommen. Diese Strassenrbrücke ist kurz hinter Monasterevin

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Weltuntergang in Portarlington. Nachdem es über 15min wie aus Eimern gegossen hat kam doch die Sonne wieder raus. Und die Ausfahrt aus dem Bahnhof bot sich an.

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[maps.google.com]
Die Modernen Bahnsteiganlagen vertragen sich irgendwie nicht mit der Umgebung. Aber dafür mit dem Triebzug, den wir hier mal grösser sehen.

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Gleich hinter Portarlington liegt diese Brücke. Auch für dieses Bild war viel Glück nötig. Der Zug kam im Licht während die neue Strassenbrücke hinten im Schatten liegt.

Es war 16:30 Uhr, wir hatten gerade einen Schnellzug mit Licht und einen Triebwagen im Schatten erwischt, da schloss sich das letzte blaue Loch über uns und wir legten eine Pause ein. Der dichte Verkehr hatte uns gut beschäftigt und es schauten einige Sonnenfotos raus dabei. Aber nun am späteren Nachmittag sah es ganz und gar nicht mehr so aus als ob wir nochmal Sonne bekommen würden. Diese Chance nutzten wir und starteten durch zur nächsten Strecke bzw. in Richtung eines Bettes. Dazu brummten wir auf dem Highway wieder in Richtung Dublin, um dann links daran vorbei zu ziehen und in Richtung Norden zu verdampfen. Dabei passierten wir ein zweites mal die Kontaktlose Mautstelle auf dem Autobahnring von Dublin. Cleveres System: Man muss seine Schuld (3 Euro pro durchfahrt) einfach bis am nächsten Tag um 8p.m. bezahlt haben. Per Kreditkarte, Telefon oder in einem autorisierten Shop. So einen fanden wir auf der Autobahnraststätte am Kiosk. Da bezahlten wir 2x3 Euro um dem blanken Irischen Staat immerhin ein positives Signal zu senden.
Mit einem Beleg für zwei Mautdurchfahrten und etwas Süssigkeiten verliessen wir im Regen die Raststätte ... ob sich das jetzt gelohnt hat? ;)
Da es immer noch sehr hell war (und sogar auf eine kleine Chance auf Sonne bestand) steckten wir den Kopf noch nicht in den Sand sondern machten weiter, auch wenn nur mit zweifelhaftem Erfolg. Wir guckten uns an der Nordstrecke die Dublin mit Belfast verbindet noch eine Stelle raus und standen da auf eine Brücke nächst des Meeres unterhalb von Drogehda. Die Brücke eignet sich optimal als Standpunkt, eigentlich zu jeder Tageszeit, auch Abends ohne Sonne? Ja, sogar dann. Wir warteten im Schatten einen Enterprise Service ab und verschwanden dann wieder.
Enterprise, so nennen die Bahngesellschaften beider Irlands die Verbindung zwischen den beiden Hauptstädten, zwischen Dublin und Belfast. Was für ein blöder Name, warum nicht gleich Voyager (oder ist der bereits durch eine Britische Bahn belegt?).
Mit dem Restlicht welches noch auf der Landschaft lag, es war erst gerade 18 Uhr, fuhren wir noch etwas der Strecke entlang nach Süden und schauten uns nach Stellen um, nicht wirklich erfolgreich. Aber ein paar Notizen für den morgigen Tag konnten wir uns schomal machen.
Wo wollten wir eigentlich übernachten? Am besten irgendwo in der Gegend natürlich. Zu diesem Zweck hatte sich Jordi einen Reiseführer angeschafft, der die Gegend in der wir uns befinden (abgesehen von Dublin) netterweise vornehm ausklammert. Ausser in Drogehda, wo irgend ein Herrenhaus mit Preisen kurz vor dem Mond als Geheimtipp verzeichnet ist, existiert die ganze Region einfach gar nicht. So waren unsere Künste und unsere Intuition gefragt ... wie ich das hasse, diese tote Zeit ist so etwas unnötiges ;).
Aber wir waren sehr erfolgreich, erfolgreicher als vermutet und befürchtet. Natürlich fuhren wir erst ein bisschen hin und her und folgten mal einem Hotelschild ohne etwas zu sehen, aber noch bevor wir nach Drogehda rein sind sahen wir linkerhand ein Hotel welches vom äusseren her perfekt in unser Budget passte. Mit 60 Euro für das DZ war es gebongt.
Was schreibt Jan jeweils in seinen Berichten von der Insel? Die Sanitären Anlagen sind nicht so modern wie der Rest des Landes? Nun, auf Irland trifft das wohl auch zu ;). Aber das ganze war Sauber ..., wir überzeugten uns in insgesamt 3verschiedenen Zimmer davon. Den im ersten DZ wollte die Klospülung nicht. Trotz unserer Handwerklichen Fähigkeiten (angeeignet in Chile) brachten wir kein Wasser aus dem Spülkasten. So gab es neue Zimmer, und da kein DZ mehr frei war halt zwei EZ, zum selben Preis natürlich ... uns war es recht ;).
Das Essen im Hotel eigenen Restaurant war guuut, und das Guinness dazu musste einfach sein, auch wenn ich nicht unbedingt der Schwarzbierfan bin. Gute Nacht!




Montag 23. April 2012

Heute lag unsere Aufmerksamkeit ganz auf der Strecke Nördlich von Dublin - zwischen Dublin und Drogehda, ganz grob umrissen. Was hält die Irishrail da für uns bereit? Nicht wenig, es gibt mal die Enterprise Züge, weiter einen mehr oder weniger dichten Regiotakt und so Schnellzüge in den Norden gibt es auch noch ein paar wenige. Dazu, und das macht die ganze Sache spannend, gibt es Güterverkehr auf der Strecke. Westlich von Drogehda liegt eine Mine die drei mal Täglich bedient wird. Das ist zwar nicht viel, aber mehr auf einmal kriegt man in ganz Irland nicht, also! Die Fahrzeiten der Minenzüge hatten wir in der Vorbereitung erhalten und so konnten wir heute früh gleich etwas Zielen.
Geschlafen habe ich wie ein Stein, von 22 Uhr weg bis um 7 Uhr als der Wecker meinte mich aus dem Schlaf holen zu müssen. Die letzte Nacht wurde so teilweise nachgeholt.
Draussen war es Hell, ich machte mich auf die vereinbarte Zeit fertig und lief dann zum Jordi rüber. Der Sass schon im Sessel und schaute mit einer Tasse Tee in den Fingern aus dem grossen Fenster. Ich schloss mich ihm an und gemeinsam überlegten wir uns einen Schlachtplan für den Tag. Wir blickten raus und dachten erstmal nicht an die Eisenbahn, es war richtig bewölkt und ein blaues Loch oder dergleichen war nicht auszumachen ... aber wir hatten gestern ja erlebt das man niemals nie sagen kann. Aber mit der Meinung mehrheitlich im Schatten zu sitzen heute buchten wir uns ein Hotel ganz im Norden von Nordirland, in Coleraine - mutig?
Wir vertrödelten so viel Zeit beim überlegen und gemütlich herumsitzen, dass das Frühstück einfach mal ausfallen musste, der Güterzug drückte. Und den einen wollten wir einfach mal, gutes Wetter hin oder her.
Die Brücke von gestern Abend lag kaum 5 Fahrminuten vom Hotel entfernt und entsprechend schnell waren wir da. Doch was wehte da vor der Brücke? Die rote Fahne, die Signalisiert das man es lassen soll da hin zu fahren, wegen Militärübung. Davor stand auch ein Auto mit einer Soldatin (hübsch) die den Weg wie ein Wachhund beäugte. Die Irische Armee zeigte sich aber kompromissbereit und so wurden wir unter scharfen Auflagen auf die Brücke vor gelassen, aber nur auf die Brücke! Und kaum waren wir da standen wir in der Sonne. Ich hätte es nicht für möglich gehalten aber mitten im schlechten Wetter bildete sich ein blaues Loch. Und das genau bei uns, höchst erfreulich.

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Hinter Gormanston beziehen wir unsere Position auf der Feldwegbrücke. Der Blick entlang des Wegs führt direkt ins Meer.

Auch Züge kamen in der Zeit, ein Enterprise (Foto nur auf den Südstehenden Steuerwagen möglich, urhässlich das Teil) eine S-Bahn und so ein Asiatendings. Das blaue Loch schloss sich zeitweise wieder um dann erneut auf zu gehen ... merkwürdig. Der Güterzug kam aber leider nicht mit Sonne, wobei nicht viel gefehlt hätte.

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[maps.google.com]
Der Lokalverkehr um Dublin wird mit diesen „Formschönen“ Fahrzeugen bestritten. Eine Einheit fährt nach Dublin nach Drogheda an unserer Brücke hinter Gormanston vorbei.

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[maps.google.com]
Es geht auch Modern, die Kiste au Fernost ist mit einem Berufsverkehrsverstärker (oder leerzug) unterwegs nach Norden.

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[maps.google.com]
Hm, ein Eilzug von Belfast rollt nach Dublin, weit ist es nicht mehr. Und diese Steuerwagen sind einfach nur .... äääähts. Pfui!

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[maps.google.com]
Ah, das gefällt mir schon besser. Eine Class71 nach Süden.

Wir hatten dann ja alles was möglich ist auf der Brücke und verdampften wieder. Stellensuchen noch weiter im Süden im Bereich von zwei grossen Dämmen. Und dabei gerieten wir in einen nicht enden wollenden Regenschauer der die Strassen unter Wasser setzte und uns am vorhaben Fotografieren zweifeln liess. Aber jeden Regen hat ein Ende und darauf folgt in Irland, wir kennen das Spielchen bereits, die Sonne. Nur nutzte die uns herzlich wenig, den obwohl wir 2h in die Stellensucherei und das abfahren von kleinen hässlichen Wegen investierten blieben wir erfolglos. Einzig EIN Blick auf den Damm notierten wir im Stellenkatalog - da nutzte uns aber das grösste blaue Loch nichts, den die Sonne war noch auf der falschen Dammseite und da kam man wegen eines Golfclubs und einem privaten Jachthafen nicht hin (scheint immer noch Geld vorhanden zu sein in Irland ;)).
So brachen wir die Stellensucherei um die Mittagszeit herum ab und besorgten uns gleich ein Mittagessen in einem Spar unterwegs. Da konnte man eigenen Sandwichs machen lassen, paradiesisch, nur mit dem Essen dieser tollen Errungenschaft musste ich noch warten, erst wollten wir an eine Stelle - wenigsten wussten wir schon welche. Entgegen jeder Logik verliessen wir das riesige blaue Loch und fuhren in den Siff hinein bis nach Balbriggan auf eine Strassenbrücke mit einer verhältnismässig schönen Ortskulisse im Hintergrund. Erst warteten wir im Schatten und zwischenzeitlich überlegte ich mir zum Auto zurück zu gehen um den Schirm zu holen, dann wurde es aber auch bei uns besser und es bildete sich ein blaues Loch .. nur bei uns, rundherum sah es dunkel aus.
In diesem blauen Loch kam dann, wir hatten Schwein, eine S-Bahn und auch der zweite Güterzug des Tages. Ein Enterprise Zugen kam im Schatten, was angesichts des Steuerwagens ziemlich egal ist, da gefallen mir die S-Bahn Triebzüge deutlich besser. War das nun Glück oder können? Egal, Eigenlob stinkt.

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[maps.google.com]
Nach einigen Stunden unter Wolken riss es das nächste mal bei Balbriggan wieder auf, und wir standen pünktlich für den Lokalverkehr hinter dem Ort.

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[maps.google.com]
Und nach dem Lokalverkehr kam auch der nächste Güterzug nach Süden.

Es ging weiter nach Norden als der nächste Enterprise von Dublin her drückte, da oben sollte man wenigstens vernünftiges Seitenlicht auf die am nordende stehende Lok bekommen. Und wo trieb es uns hin? In den Abschnitt von heute früh, da mit der roten Fahne und dem Militärbüsi. In diesem Abschnitt gibt es verschiedene potentielle Möglichkeiten und, glaubt mir, wir haben sie alle ausprobiert am Nachmittag. Den wir hatten Zeit, viel Zeit. Das blaue Loch welches sich bildete verwandelte sich nämlich in schönes Wetter welches die Wolken grossräumig von der Küste vertrieben hat.
Als wir uns bei der Fahnenbrücke ein letztes mal aufstellen wollten kamen uns gerade alle Militärs, inkl. Büsi, entgegen (schon Feierabend?), so waren wir beim zweiten stint auf der Brücke unbeobachtet und ungestört. Am Schluss waren die beiden 17 Uhr Enterprises vorbei und wir waren eigentlich zufrieden. Güterzug kam nur einer von hinten und dem hatten wir dummerweise gerade bei einem Wechsel aus dem Auto hinaus zugeschaut - sonst war keiner mehr angekündigt.

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Der Haltepunkt von Gormanston ist Herzallerliebst, viel ist es nicht und einige Lokalzüge ziehen sogar ohne Halt vorbei.

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Und kaum 50m hinter dem Haltepunkt liegt die Küste!

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[maps.google.com]
Auf der Suche nach weiteren Fotostellen.

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Wir verschoben uns dann wieder auf die Feldwegbrücke hinter Gormanston. Die Sonne gab sich Mühe und bestrahlte wieder einen .. ääächts Steuerwagen.

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[maps.google.com]
Die Gegenrichtung gefiel mir da schon besser, die Class 2900 ist gegenüber dem Steuerwagen eine Augenweide!

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[maps.google.com]
Was hängt eigentlich auf der anderen Seite der Steuerwagenzüge? Loks, zwar auch nicht gerade die schönsten, aber es sind richtige Loks! Da die Loks am Nordende der Züge hängen kommen die aber erst in Tagesrandlagen ins Licht.

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[maps.google.com]
Wieder im Haltepunkt von Gormanston dann dieses Bild vom Lokalverkehr zur HVZ.

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[maps.google.com]
Und ein Enterprice Service von hinten stand auch noch auf dem Plan.

Aber es wäre falsch das blaue Loch zu verlassen also probierten wir am Haltepunk Laytown noch etwas weiteres aus und verdaddelten dabei gerade so einen weiteren Nordfahrenden Güterzug der viel früher als erwartet erschien und bei uns leider wegen 2 Sekunden nicht in der Sonne kam.

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[maps.google.com]
Bevor die Wolken die Sonne erreichten noch ein letztes Bild vom Haltepunkt in Laytown. Und wenig später kam ein Güterzug mit Class 071 von Süden ... im Schatten.

Dann waren wir irgendwie fertig, selbst wenn sich die Sonne noch hielt, aber wir mussten los wenn wir unser Hotel noch zu einer Christlichen Zeit erreichen wollten. Nordirland hiess uns willkommen und wir waren, kaum eingereist, schon wieder bereit für die ersten Eisenbahnbilder. Gleich südlich bei Newry entdeckten wir eine grosse Steinbogenbrücke der Eisenbahn. Und auch Zug kam gleich einer, wenn auch nur ein Regio ... aber Philippe schienen die Büchsen zu gefallen (ich bin mir da noch nicht sicher, die Lackierung ist Toll, das Fahrzeug an sich aber gar nicht ;)).
Um auf die Brücke schiessen zu können fuhren wir ein kleines Strässchen hoch und mitten in einer 30er Zone hinein ... aha, 30 Meilen ph, nicht Kilometer, macht Sinn, jetzt sind wir ja im Einflussbereich der Königin – also Meilen anstatt Kilometer und Pfund anstatt Euro.
Der Regio nach Belfast passte wegen etwa 5min nicht mehr in Sonnenloch und so gab es ein Dunkelbild von Triebwagen. Der kurze und spontan geplante Einschub mit Eisenbahn war durch und die Fahrt zum Etappenziel bei Coleraine war angenehm, viel los war nicht auf der Strassen. Nur die Verkehrsführung in einigen Nordirischen Dörfern ist verwirrend verschachtelt. Noch in der Dämmerung waren wir um kurz vor 22 Uhr in Coleraine und nach einer Extrarunde auf einem riesigen Kreisel fanden wir den Eingang zum Hotel.
Zum Glück hatten wir Reserviert dachte ich mir, den andere Leute die aufs blaue hinaus kamen konnten nicht mehr untergebracht werden. Ätsch ;). In diesem Hotel war alles prima, keine defekte Toilette, alles sauber, alles perfekt. Nur das mit dem Internet dürfte anders sein. Grosszügig wie die Ir(r)en sind spendiert man mal 30min gratis Internet für jedermann, danach sollte es kosten. War aber nicht weiter schlimm, so hab ich Handy, Laptop und iPad halt rationiert und so sind es total 90min ;).
In der Hotel eigenen Bar gab es noch ein Bier nach dem Abendessen ... welches wir Zähneknirschend mangels alternativen im Burgerbrater zur goldenen Möven einnehmen mussten. Sonst war einfach gar nichts zu wollen.




Dies war der erste Teil auf der Insel. Das Wetter bleibt entsprechend und im nächsten Teil vertreiben wir uns dann in Nordirland die Zeit!

Grüsse aus der Schweiz
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Hi Nil,

einfach nur schick! Macht Spaß auf weitere Teile! :)

LG
Yannick

10564-mal bearbeitet. Zuletzt am 24.10.15 18:29

Dank für die schönen Bilder. Macht Lust auf Irland.
Gruß Yannis
Hallo!

Sehr schön! :-)

Kildare ist aber echt kein "moderner Bahnhof", vielleicht modernisierte Bahnsteige, aber sonst das urigste Ding... ;-)

siehe: [www.drehscheibe-foren.de]
(seitdem wurde glaube ich die eine alte Fussgängerbrücke ersetzt)


In Drogheda gibt es auch eine große Brücke:
[www.fotocommunity.de]

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Einfach klasse! (o.w.T)

geschrieben von: Steffen O.

Datum: 14.06.13 23:20

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
und in der Schweiz ist alles besser oder schoener ???????
Klarer Fall von »zu spät«. 1994 war ich stolz wie ein spanischer Grande, in Mallow einen der ersten Steuerwagen vor die Nase und auf den Film zu bekommen.

Eigentlich zum Kotzen, dass es praktisch keine günstigen Angebote gibt, ohne die Luftfahrtgeier nach Irland zu kommen. Rein technisch funktioniert es, aber die ungünstigen Tarife schrecken wirklich ab. Ich bin trotzdem noch nie dorthin geflogen (und ich werde es auch weiterhin nicht tun).

Falk
Hoi,

logisch, ich schwärme ja bei jeder Gelegenheit über die Schweiz. Kanst du meine Loblieder auf das BESTE LAND DER WELT noch nicht auswendig?

Quatsch mit (sehr heisser) Sauce! Habe ich das irgendwo erwähnt? Nein!
Was meinst du weshalb beschränke ich mein Fototätigkeit auf das (für mich) Ausland? Zähle 1+1 zusammen und du wirst zu einer spannenden Lösung kommen ...

Grüsse

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Hallo!

Wieso, per Zug nach Holyhead und mit der Fähre ging es eigentlich problemlos, mit Frühbuchen im Internet gab es zumindest 2007 sehr günstige Tarife für die Fähre. Für die Züge in UK sowieso. Mit London-Spezial verbunden sollte es also eigentlich möglich sein, recht schnell und günstig rüberzukommen.

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
> Mit London-Spezial verbunden sollte es also
> eigentlich möglich sein, recht schnell und günstig
> rüberzukommen.

Genau das habe ich jetzt auch so gebucht. Das einzig ärgerliche war bislang die Frage, ob die Abendfähre ab Holyhead Fußpassagiere mitnimmt oder nicht. Hierzu gibt es allerlei unterschiedliche Aussagen. Auf der deutschen Stena-Seite ist die Fähre nicht buchbar. Dumm, daß ich zu diesem Zeitpunkt schon mein Hotel in Dublin gebucht hatte, da ich die Suche mit der englischen bzw. irischen Stena-Seite durchgeführt hatte. Dort wiederum ist die 20.30 Uhr Fähre für das Fußvolk zur Buchung freigegeben. Nach Rückfrage bei Stena nimmt die Fähre Fußpassagiere mit. Und abgesehen davon habe ich die Verbindung auch als Rail&Sail-Angebot bekommen.
Also habe ich jetzt einmal Sparpreis Darmstadt-London für 54 EUR und einmal Rail&Sail von London nach Dublin für 38 Pfund. Das alles an einem Tag durchgehend, ist OK. Wäre der dämliche Check-In beim Eurostar nicht und gäbe es einen direkten Anschluß in Brüssel, wäre man vtml. sogar so zeitig in Holyhead, daß man die 17.15 Uhr-Fähre von Irish Ferries erreichen könnte. Das wäre dann 19.15 in Dublin und nicht 23.45 Uhr.
Hallo Nil

Vielen Dank fuer die Bilder. Orte und Fahrzeuge kommen mir irgendwie bekannt vor...

Der Markenname "Enterprise" fuer die Zuege zwischen Belfast und Dublin ist keine Schoepfung des neuzeitlichen Marketings. Der Name wurde 1948 noch von der Great Northern Railway of Ireland eingefuehrt und hat sich ueber die Jahrzehnte hinweg erhalten. Bis die einheitliche DeDietrich-Flotte in Betrieb genommen wurde (1997), setzten die beiden Bahngesellschaften jeweils eigene Kompositionen ein.

Und wenn du wuesstest, was in den Enterprise-Zuegen nebst der aeusseren Form noch alles "Aechz" ist ;)

Slán,
Don Pedro
Hallo Nil,

sehr schöne Bilder....

Es gibt südlich von Dublin noch Stellen wo die Distanz zum Meer sogar nur ein paar Meter ist :-)


Zum Beispiel in Newcastle
[www.drehscheibe-online.de]


Viele Grüße

René

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