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Und geschwind geht es weiter mit Teil 12. Heute mit 2 Tagen Inhalt aber genausovielen Bildern wie im letzten Teil.
01.05.
Heute wurde das dritte mal genullt. Zur Feier des Tages sollte es raus aus der Stadt ins Grüne gehen. Ein entspannter Tag ohne Hektik und Stress. Allerdings auch ganz ohne Eisenbahn. Meine Mitfahrer im Zug von Podgorica nach Belgrad haben mir die Fahrt zum Avala und seinem Fernsehturm empfohlen. Da heute nichts großartiges anstand, verschlug es mich also dorthin. Von dort soll man eine herrliche Aussicht auf Belgrad haben. Von der Rezeption des Hotels hab ich mir den Weg erklären lassen. Tram 9 bis zur Endstation Banjica und anschließend mit dem Bus 400 bis zur Endstation. Diese liegt auf der Spitze des Berges, ganz in der Nähe des Fernsehturms. Soweit so gut.
Da heute der heißteste Tag der Tour werden sollte, schon um kurz vor 10 wurde die 30 Grad Marke geknackt, tut ein Ausflug, raus aus der Stadt, sicherlich gut. Allerdings hätte mich die Bemerkung der Rezeption, das es heute wohl sehr voll dort oben werden würde, schon stutzig machen können. Erstaunt war ich auch über die Tatsache, das Belgrad an diesem Morgen wie ausgestorben wirkte. Kaum Verkehr auf den Straßen, nur wenige Menschen unterwegs und eine Ruhe, wie sie wohl sonst selten noch einmal vorkommen wird in dieser Stadt. Jeder der schon einmal in Belgrad und am Bahnhof war, wird wissen wie es dort zugeht. Hektik, Lärm und der Gestank von Abgasagen liegt jederzeit in der Luft. Davon war heute mal gar nix zu spüren.
Endstation der Linie 9 erreicht und gegenüber dieser befindet sich eine Bushaltestelle.
Angeblich soll der Bus zum Avala alle 40 Minuten abfahren. Erstaunlich viele Menschen tummelten sich bereits an dieser Haltestelle, und es kamen auch immer wieder Busse die ziemlich überfüllt in die Richtung fuhren. Auf Nachfrage würde der Bus angeblich noch etwas auf sich warten lassen. Aber man könne auch alle anderen Busse, die in diese Richtung verkehren, nehmen und dann am Fusse des Berges aussteigen. Na das hätte man mir doch auch mal früher sagen können.Mittlerweile wartete ich auch schon eine gute Stunde.So wurde dann der nächstbeste Bus bestiegen. Dieser war auch schon so voll das ein umkippen nahezu unmöglich war. Nach gut 30 Minütiger Fahrt und einem ziemlichen Stop and Go Verkehr wurde einem so langsam bewusst, das die Bemerkung der Rezeption nicht wirklich untertrieben war. Schon am Fusse des Berges standen zig geparkte Autos. Überall drumherum feierten Jugendliche und Familien fröhlich und ausgelassen ihre Grillparty´s. An der Bushaltestelle, zur Auffahrt zum Avala, standen ebenfalls schon einige Menschen die ebenso den langen Fussmarsch meiden wollten, und sich mit dem Bus nach oben kutschieren lassen wollten.
Erstaunlicherweise kam dann sogar nach 5 Minuten ein hoffnungsloser überfüllter Bus indem ich mich sogar noch irgendwie reinquetschen konnte. Den 5 Kilometer langen Fussweg hinauf wollte ich nicht bestreiten. Dafür war es mir dann doch einfach zu warm und zu weit. Eigentlich hätte ich es besser wissen müssen, oder einfach umkehren und zurück nach Belgrad fahren sollen. Dann wäre mir die folgende Tortur erspart geblieben. Bei 40 Grad im Bus zwischen alten Männern zu stehen und deren Abdünstungen einzuatmen brachte mir ein wahres Gefühl von Freude in der Nasen - und Magengegend. Selbst mein, am Morgen, eingenommenes Frühstück wollte sich dieses Spektakel anschauen. Glücklicherweise konnte ich es geradenoch verhindern. Ich bin ja sonst wenig empfindlich, und habe schon viel erlebt und gesehen, aber das war dann doch zu viel. 10 Minuten Busfahrt können ganz schön lang sein...
Wirkt nicht wirklich so auf diesem Foto, aber alle anderen sind nur verschwommen...
Völlig durchgeschwitzt musste ersteinmal die Frischluft eingeatmet werden. Viel gesehen hat man auf dem Weg nach oben nicht. Allerdings wurde einem hier oben erstmal deutlich, wievie Menschen hier oben nun feiern würden. Überall, in jeder erdenklichen Position wurde gefeiert, getrunken und gegrillt, dazu waren überall Stände aufgebaut die gegrilltes anboten. Dazu etliche Getränkestände sowie Fahrgeschäfte vom Jahrmarkt. Anscheinend hat sich ganz Belgrad hier versammelt. Es war einfach nur voll, laut und dreckig. Überall Autos, lärm und hektik. Also das was Belgrad jeden Tag bietet(Bitte nicht falsch verstehen. Ich mag Belgrad sehr gerne), nur in der Natur und auf allerengstem Raum. Umkehren wollte ich jetzt auch nicht mehr. Wenn ich schon mal hier oben bin, dann wird das ganze auch durchgezogen. Also auf zum Fernsehturm, dem Avala Tower.
Gehört angeblich zu den Top 10 Sehenswürdigkeiten. Heute und in Zukunft sicherlich nicht...
Nach der Zahlung von 150 Serbischen Dinar (umgerechnet etwa 1,40 €] geht es mit 2 kleinen Aufzügen 205 Meter hinauf ,zur Plattform, die einen tollen Blick auf Belgrad liefern soll. Um es kurz zu machen. Es war der totale Reinfall. Man konnte Belgrad bestensfalls erahnen. Von einem tollen Blick zu sprechen ist der letzte Witz und diesen Fernsehturm zu den 10 Attraktionen Belgrads zu zählen...Naja.
Das einzige was man eventuell erkennen könnte, ist der Sveti Sava Tempel (Na klar, was sonst). Alles andere wirkt so verschwommen oder verschwindet im Dunst der Stadt, das man nicht auch nur den Hauch einer Chance hat irgendwas zu entdecken.
Irgendwo da hinten ist Belgrad zu sehen. Oder auch eben nicht.
Diese ganze Veranstaltung war echt nix für mich. Da hätte ich ja irgendwie gleich in Belgrad bleiben können. Also wieder zurück in die Stadt. Da ist es wenigstens schön ruhig und leer...
Auf dem Weg zum Busparkplatz gönnte man sich an den zahlreichen Ständen noch 2 Pljeskavica. Wenn schon alles @#$%& läuft, dann wenigstens mit gefülltem Magen.Am Busparklatz angekommen stand auch schon ein leerer Bus bereit.Allerdings dauerte es dann letztendlich eine knappe Stunde bis dieser unten angekommen ist. Dank eines Getriebeschadens und zahlreicher Autos, die dicht an dicht parkten, war ein Vorankommen nahezu unmöglich. Nur dank der Hilfe von Passanten die mal eben ein Auto wegschoben konnte der Weg frei gemacht werden. Unten angekommen musste umgestiegen werden. Der Bus war hops. Der nächste Bus kam und brachte mich dann zur Endstation der Trolleybuslinie 40/41 (bietet immerhin eine Klimaanlage). Von dort ging es dann wieder in die Stadt.
Angekommen im Hotel gönnte man sich dann erstmal eine wohlverdiente Dusche. Nach einer kurzen Ruhepause sollte es dann auch schon weitergehen. Es standen für den Nachmittag sowie dem Abend noch Fussball und Basketball auf dem Programm. Das Stadion des Zweitligisten FK Cukaricki befindet sich etwas außerhalb der Stadt auf einer Anhöhe. Bei Temperaturen von über 30 Grad und keinerlei Möglichkeiten der Wasseraufnahme (wurde einem am Eingang abgenommen) machte man sich auch schon wieder auf. Zweites Ziel des Tages war die Hala Pionir, wo die Basketballmannschaft von Roter Stern Belgrad die Mannschaft von Vojvodina Srbijgas empfing. Die Halle selber ist eine richtig geile Hütte. Bei Derby´s gegen den großen Rivalen Partizan dürfte die Hütte richtig brennen. Heute war die Halle nur mäßig gefüllt. Stimmung kam nur selten auf. Vorallem in Halbzeit 2, welches dem sehr spannenden Spiel zu verdanken war, welches die Heimmannschaft mit 86-85 gewinnen konnte. Anschließend ging es direkt zurück ins Hotel. Kein wirklich toller Tag. Aber gut, es könnte schlimmer kommen. Morgen folgt dann die Verabschiedung aus Belgrad.
Brachte leider keinen Regen.
Ganz schön diesig da unten.
02.05.
Weiter geht es auf der Reise. Da ein Frühstück am Morgen nicht drin war (nach einem Lunchpaket hab ich nicht extra gefragt), ging es etwas früher zum Bahnhof um sich für die Reise am heutigen Tage nach Skopje einzudecken. Der Zug stand auch schon bereit.Also erstmal ein Foto geschossen. Kurze Zeit später begann auch das Boarding. Am Tag zuvor wurde noch nach einer Reservierung erkundigt. Braucht man nicht. Angeblich gäbe es für diesen Zug auch keine Möglichkeit zu reservieren. Froh darüber recht früh am Bahnhof zu sein, denn der Zug füllte sich letzten endes recht ordentlich. Zur Abfahrt des Zuges war der Zug sogar so voll, das viele Fahrgäste nur noch auf dem Gang ein Plätzchen finden konnten. In "mein" Abteil hat sich währenddessen eine Familie mit 2 Kindern eingenistet (Roter Stern und Partizan). Entsprechend ging es auch zur Sache. Prima. An Ruhe war also erstmal nicht zu denken.
Unbekannter Zug mit einem Großraumwagen.
Ankunft des Zuges aus Montenegro. Er hat 60 Minuten Verspätung.
Kurz vor Abfahrt sind alle Sitze belegt.
Topcider. Wahrlich ein schöner Bahnhof (Das ich diesen aufgenommen habe, ist reiner Zufall)
Kurz hinter Rakovica ...
Kurz hinter Resnik trennt sich dann die Strecke nach Richtung Pozega und Uzice. Das Gleis zweigt Rechts ab, führt allerdings noch einige Kilometer weiter parallel nach Pinosava, bis die Strecke dann verschwindet. Elendig langsam schleicht der Zug anschließend voran. Richtig Geschwindigkeit nimmt er nicht auf. Teilweise könnte man aus dem ersten Wagen aussteigen, Blumen pflücken und dann in den 2.Wagen wieder einsteigen. Mach ich aber nicht. Bin ja nicht blöd. Sonst wäre mein Sitzplatz ja weg ;)
Unbekannter Zug nach Belgrad. Es könnte IC 512 von Prijepolje Teretna sein.
Paracin (Ankunft +12)
Aleksinac
Kurz vor Nis zweigt ein Gleis von links ein. Laut Google Maps führt diese Strecke ebenfalls nach Presevo ?!
Flughafen Nis
Kurz vor Nis fährt der Zug durch Crveni Krst.
Leider steigt die Familie auch hier nicht aus. Der Zug wird hier auch nicht wirklich leerer. Hier steigen ebensoviele Fahrgäste ein wie ausgestiegen sind. Dabei dachte ich irgendwie nach Nis nichts großartiges mehr ist...Scheinbar täusche ich mich hier.
Hausbahnsteig in Nis.
Weiter geht die Fahrt. Landschaftlich ein wenig Reizvoller, da es ein wenig hügeliger wird. Allerdings lange nicht so reizvoll wie die Strecke nach Montenegro. Hier hält man die Fahrt eher aus, als das man sie genießt. Warum ich nicht Nachts fahre ? Ich will was vom Land sehen. Deswegen ;) Außerdem betreibe ich eine Rechnung was für günstiger kommt. Letztendlich habe ich zwar nichts vom heutigen Tag und auch fast nichts vom nächsten Tag, da auch morgen fast nur ein reiner Reisetag ansteht. Aber da ich eh schon einmal in Skopje war, und die Stadt bereits kenne, ist das kein Problem.
Predejane. Ankunft hier mit 15 Minuten Verspätung.
Unterwegs fallen immer wieder diese Brandflecken auf. Ob Absicht oder nicht kann ich nicht beurteilen. Da sie aber fleckenweise auftreten würde ich eher auf gezielte Rohdung tippen.
Und auch diese Gebäude stehen Zahlreich entlang der Strecke.
Vranje. Nicht mehr ganz so weit bis zur Grenze. Hier sind es dann schon 25 Minuten Verspätung.
Presevo. Serbische Grenze. Blöd natürlich das der Grenzer gesehen hat das ich ein Foto gemacht habe. Er will das Foto sehen. Als er es sieht, nickt er nur kurz, erklärt mir das ich an Grenzen nicht fotografieren darf,und wünscht mir einen schönen Tag. Hä ? Was ist denn hier los ? Bin ich echt noch in Serbien ? Die Passkontrolle läuft zügig von statten. Beim Halt zuvor in Presevo sind die meisten Fahrgäste ausgestiegen. Nun ist der Zug fast leer und jeder Fahrgast kann sich ein Abteil aussuchen.
Nochmal die Straßengrenze.
In Tabanovci kriegen wir für die letzten Kilometer eine neue Lok.
Kumanovo
Hier begenen wir der Nachtzuggarnitur nach Belgrad. Dieser fährt allerdings Richtung Tabanovci.
Die letzten Kilometer nehmen wir noch einmal richtig Fahrt auf. In der ferne sind Berge und Skopje zu erkennen. Dazu ziehen dunkle Wolken auf die im laufe des Abends noch ein Gewitter bringen. Dies ist auch der Grund warum ich nach Ankunft in Skopje direkt das Hotel aufsuche und nichts mehr am Abend machen werde. Es ist zudem sehr sehr schwül und unangenehm. Skopje erreichen wir mit 13 Minuten Verspätung. Der Zug hat nochmal ordentlich aufgeholt. Ich ziehe zunächst etwas Geld für das Hostel und besorge mir dann meine Karte für den Bus zur Weiterfahrt nach Tirana am nächsten Morgen. Bei meinem Besuch vor 2 Jahren war es im Busbahnhof nicht möglich mit Karte zu bezahlen, ebenso fand man hier keinen Geldautomaten. Hier verändert sich was. Hier fahren auch mittlerweile Doppelstockbusse und selbst Fahrplananzeiger gibt es an den Haltestellen. Ich bin doch sehr überrascht wie sich das hier verändert hat. Mein Hostel befindet sich rund 500m vom Bahnhof entfernt. Auf ein teures Hotel für die Nacht verzichte ich bewusst, da mein Bus am nächsten Morgen bereits um 6.00 abfährt. Da genügt dann auch ein Hostel für 10 Euro die Nacht im 6er Zimmer. Ich weiß auch genau warum ich Hostels nicht mag. Stichwort Backpacker. Alles klar ? Für die Nacht schon.
Das markante Kreuz über der Stadt ist schon aus der Ferne gut zu sehen.
Eine Kurve noch nach links...
...über die Vardar fahren ...
...und wir landen in...
...Skopje.
Alles sehr einladend hier. Und das ist schon der schönere Teil des Bahnhofes.
Weiter mit Teil 13
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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:05:28:22:42:23.