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 08/01 - Auslandsforum "classic" 

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Guten Abend zusammen,

In Teil 1 sind wir von Budapest bis an die serbische Grenze in Röszke gefahren. In Teil 2 ging es über Subotica, Sombor und Novi Sad weiter nach Beograd.

Jetzt sind wir also da, am gemütlichen Hauptbahnhof von Beograd, das in einigen Jahren wohl aufgelassen werden soll. Bei Wasteels lagen unsere vorbestellten Tickets schon bereit. Zeit für einen Kaffee und eine kleine Stadtbesichtigung!

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Da es in Subotica mit der Sinobus-Mitfahrt nicht so richtig geklappt hat, wollten wir es am Nachmittag nochmal versuchen. Es sollte ja möglich sein, vom Bahnhof Beograd-Dunav nach Pancevo zu fahren und dann mit einem Sinobus zurück. Also rein ins Taxi zum Dunav-Bahnhof, das von außen fast nicht als solches zu erkennen ist. Der neue Triebwagen 711 001 ist vollbesetzt und fährt um 15:55 Uhr pünktlich nach Vrsac ab. In Pancevo haben wir 7 Minuten Umsteigezeit. Kann doch nicht schiefgehen.. Kurz vor Pancevo geht es dann doch wohl sehr langsam voran. Aber der Sinobus wird doch nach der langen Fahrt aus Zrenjanin bestimmt nicht auf die Minute pünktlich abfahren, oder? Bisher hatten wir den Eindruck, dass man an den Bahnhöfen eher entspannt vorgeht und dass die Züge immer auf einander warten. Um 16:32 sind wir dann da, und sehen noch gerade den dunkelblauen 812 304 abfahren. Mist! Wären wir doch nur eine Haltestelle früher ausgestiegen!! Hier fährt uns der Sinobus gerade vor der Nase weg:

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Der nächste Zug fährt erst in 2 Stunden und das Bahnhofsumfeld in Pancevo ist nicht gerade einladend. Taxis und Busse gibt es hier wohl auch nicht.. Also laufen wir ein kleines Stück und treffen irgendwo dann doch auf ein einsames Taxi, das uns für 15 Euro nach Belgrad zurückbringt.

Kurz vor der Pancevacki Most in Belgrad überholen wir unseren Sinobus bereits wieder. Der Taxifahrer bemerkt unsere interessierten Blicke und beruhigt uns mit den Worten: Old train! for museum! Schön wär's..

Also sind wir wieder zurück am Hauptbahnhof. Als nächstes fahren wir mit dem wohlbekannten Nachtzug "Lovcen" nach Bar in Montenegro. Im vorlezten Wagen (einer der beiden ZPCG-Schlafwagen) bekommen wir zwei Einzelabteile mit Zwischentür. Luxus pur :-)

Die Abfahrt des langen Nachtzuges aus Beograd ist ein echtes Ereignis. Es sind viele Leute auf dem Bahnsteig, um Familienmitglieder zu verabschieden, um noch ein paar Kleinigkeiten für die Fahrt zu verkaufen oder um sich einfach nur den längsten Zug auf dem Balkan anzuschauen. Pünktlich um 20:10 Uhr fahren wir langsam los in die Nacht. Echt schön, Beograd abends beim offenen Fenster zu genießen. Die Langsamfahrstellen zeigen schon wieder ihre Vorteile.

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Das waren meine ersten zwei Tage in Serbien. Ein beeindruckendes Land, abwechslungsreich, mit freundlichen Leuten und einer Eisenbahn, die doch einigermaßen gut funktioniert.. Schlafen kann man dann später auch ein bisschen. Einziger Nachteil ist, dass es in unserem Wagen kein Wasser gibt.

Nach zwei schnellen, nächtlichen Grenzkontrollen sind wir dann morgens mit einer Stunde Verspätung in Montenegro. Erfreulicherweise gibt es hier im Forum in der letzten Zeit viele Bilder aus dem Land der schwarzen Berge. Ich versuche mich deshalb fotomäßig ein wenig zu beschränken, aber bin so begeistert, dass ich einige Highlights aus dem kleinen Land doch einstellen möchte.

Beim Aufstehen sind wir wohl ungefähr auf dem höchsten Punkt der Strecke. Die Talfahrt nach Podgorica ist richtig spektakulär, mit qualmenden Bremsen kommen wir dem winzigen Fluss in der Tiefe immer näher. Die Mala Rijeka-Brücke ist natürlich ein Höhepunkt. Und auch nach Podgorica sind wir wieder auf einer besonders schönen Strecke, am Skutari-See entlang und dann letztendlich bis an die Adria.

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Bar erreichen wir mit 65 Minuten Verspätung. Genau rechtzeitig um mit der Tageszug nach Belgrad schnell wieder zurück nach Sutomore zu fahren. Denn es muss ja noch gefrühstückt und gebadet werden! Hier der Nachtzug nach der Ankunft in Bar, der lange Zug wird direkt wegrangiert:

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Gut, dass wir nicht die ganze Strecke mit dem Tageszug nach Belgrad gefahren sind. In Sutomore wurde es richtig voll:

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Die Treppe vom Bahnhof in Sutomore runter zum Meer hatten wir auf der Hinfahrt schon gesehen. Das ist schon sehr praktisch.. Am Strand von Sutomore kann man sich bei sommerlichen 25 Grad nach so einer langen Nacht im Nachtzug ganz gut mal eben ausruhen..

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Blumen und Meerjungfrauen gibt es hier auch. Elegant :-)

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In Podgorica hatten wir ein Zimmer im Hotel Nikic reserviert. Ein gerade eröffnetes Hotel mit viel Luxus (bisschen übertrieben sogar) aber zum fairen Preis. Nach einer Dusche und einem Mittagsschläfchen im Hotel geht's am Nachmittag dann noch nach Niksic. Der neue Fahrplan hängt in Podgorica schon am Bahnhof und gilt ab dem 03.07. Von dem neuen CAF-Triebwagen übrigens noch keine Spur, der steht bestimmt irgendwo in der Halle. Noch fahren nach Niksic lokbespannte 2-Wagenzüge, wobei wir zum Glück einen Abteilwagen mit zu öffnenden Fenstern erwischen.

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Es fährt noch ein Güterzug ein:

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Die Strecke von Podgorica nach Niksic ist wirklich ein Traum! Alles frisch, neu und renoviert, aber nichts weggespart. Es gibt wieder besetzte Bahnhöfe mit stolzen Mitarbeitern, richtigen Empfangsgebäuden und viele Kreuzungsmöglichkeiten. Der Zug ist längst nicht voll aber wird doch von mindestens 20-30 Reisenden benutzt. Unser Lokführer gibt alles auf den neuen Gleisen und wir erreichen die Endstation nach einer tollen Fahrt respektable 10 Minuten vor Plan!

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In Niksic haben wir eine Stunde Zeit für einen Spaziergang durch die Stadt und für ein Niksico Pivo. Die Rückfahrt ist danach wieder genau so schön. Der Zugbegleiter ist von unserem Hobby begeistert und möchte gern mit aufs Foto. Irgendwie sind Eisenbahnfans in Montenegro doch noch kein bekanntes Phänomen. Als wir einem Hotelmitarbeiter später voller Begeisterung über die schöne neue Eisenbahnstrecke nach Niksic erzählten, meinte er: "Aber ich konnte euch doch auch eben mit dem Auto hinbringen?". Er hat's nicht verstanden.

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Die Rückfahrt:

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Podgorica erreichen wir um 19:40. So, das war's dann! Das gesamte (planmäßig im Personenverkehr bedienten) Eisenbahnnetz von Montenegro haben wir bereist und nach vier Tagen Zugfahren sind wir am Ziel. Dieses niederländische Qualitätsflugzeug (Fokker 100) bringt uns nach Frankfurt zurück, und dann geht es mit dem ICE weiter nach Hause:

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Fazit: Es war sehr schön! Ich habe mich nirgendwo unsicher gefühlt, die Leute sind alle sehr freundlich, das Essen gut und günstig. Für die Flugreise haben wir ca. 180 Euro p.p. hin und zurück bezahlt. Die Bahntickets haben wir (außer dem Nachtzug) vor Ort gekauft und das hat überall problemlos geklappt. Eine solche Reise würde ich also jedem empfehlen!!


Also, danke fürs mitfahren (Papa auch ;-)) und viele Grüße,

Martijn


Teil 1 (Ungarn): Budapest - Szolnok - Oroshaza - Szeged - Röszke
Teil 2 (Serbien): Röszke - Subotica - Sombor - Vrbas - Novi Sad - Beograd
Teil 3 (Serbien & Montenegro): Beograd - Bar - Podgorica - Niksic - Podgorica


Edit: Navigation hinzugefügt




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:05:25:13:55:48.
Guten Morgen Martijn,


sehr schön, danke für die Mitnahme auf die Reise und die Fotos sind ja auch sehr sehenswert!
Sehr gute Arbeit gemacht!

Schöne Grüße
D461
Sehr schöne Fotos. Und gerne noch ein paar weitere Fotos von dieser schönen Strecke posten. Davon kann man schließlich nie genug bekommen. Jeder hat einen anderen Blick. Und gerade die Fotos aus diesem Langen Zug machen erst recht was her. Aber was muß ich eigentlich auf Bild 8 erkennen ? Welche Sorte an Minicroissants von 7Days habt ihr euch denn da geholt (sieht nach Vanille/Kirsch aus)? Ich konnte die Dinger nach meiner Tour irgendwie gar nicht mehr sehen ;)

Gruß
Jan

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:05:24:08:56:57.
:-) nee, vanille-schoko! aber ich war schon zufrieden als ich beim kiosk irgendwas bekommen hatte, was nach frühstück im nachtzug aussieht...
Dafür kannst du am besten zum Busbahnhof nebenan gehen. Dort gibt es viele Bäckereien die was für den nächsten Morgen anbieten. Der Belgrader Bahnhof ist diesbezüglich leider schlecht ausgestattet.

Gruß
Jan

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Re: [RS] Von Pancevo nach Belgrad

geschrieben von: Ulf Kutzner

Datum: 24.05.13 10:14

Moin,

ms85 schrieb:

> Der nächste Zug fährt erst in 2 Stunden und das
> Bahnhofsumfeld in Pancevo ist nicht gerade
> einladend. Taxis und Busse gibt es hier wohl auch
> nicht.. Also laufen wir ein kleines Stück und
> treffen irgendwo dann doch auf ein einsames Taxi,
> das uns für 15 Euro nach Belgrad zurückbringt.




> Das waren meine ersten zwei Tage in Serbien. Ein
> beeindruckendes Land, abwechslungsreich, mit
> freundlichen Leuten und einer Eisenbahn, die doch
> einigermaßen gut funktioniert..

Die freundlichen Leute hätten aber schon darauf hinweisen können, daß es funktionierende und brauchbare Busverbindungen von Pancevo nach Belgrad gibt:

[redvoznje.net]

Sehr schön, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 24.05.13 11:14

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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@Ulf K.: Keine Panik

geschrieben von: MichaelM

Datum: 24.05.13 14:44

"Die freundlichen Leute hätten aber schon darauf hinweisen können, daß es funktionierende und brauchbare Busverbindungen von Pancevo nach Belgrad gibt"

Das Hinweisen auf funktionierende Busverbindungen nimmt in Belgrad manchmal schon "skurille" Züge an, so wurde ich vor einigen Jahren von einem der anwesenden Fahrkartenverkäufer persönlich zum Busbahnhof gebracht ... ;-)


MM