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Bahnurlaub in Tschechien - Sommer 2012 (Teil 12)

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 20.05.13 20:46

Bahnurlaub in Tschechien - Sommer 2012 (Teil 12)


Teil 12: Mittwoch, 1. August 2012: Tábor und Bechyne


Bisherige Teile:
Teil 1: Von Zwickau über Cheb nach Chomutov
Teil 2: Von Chomutov zur Fichtelbergbahn und zurück
Teil 3: Karlsbad und Brüx
Teil 4: Rundfahrt über Sebnitz/Dolní Poustevna
Teil 5: Zwei Strecken zwischen Böhmen und Zwickau
Teil 6: Über Leitmeritz nach Prag
Teil 7: Karlštejn und Prag
Teil 8: Prag Straßenbahnmuseum Strešovice
Teil 9: Eisenbahnmuseum Lužná
Teil 10: Ausflug nach Pilsen
Teil 11: Prag und Nelahozeves

Fahrplan:
09:21 ab Praha Vršovice (R637)
10:52 an Tábor
15:08 ab Tábor (Os 28412)
15:56 an Bechyne
18:03 ab Bechyne (Os 28417)
18:51 an Tábor
19:06 ab Tábor (R 200)
20:35 an Praha Vršovice
248 Bahnkilometer

Fahrt nach Tábor
Ich bin rechtzeitig draufgekommen, dass der Zug vom Hauptbahnhof Richtung Süden auch in Vršovice hält, das heißt, wir können zu Fuß vom Hotel zum Bahnhof gehen, denn Vršovice liegt nur eine Straßenbahnhaltestelle von Otakárova entfernt, also einfach zu Fuß zu erreichen. Beim Warten auf unseren Zug kommt ein Schnellzug aus Budweis an, außerdem eine Dreifachgarnitur aus City-Elefanten. Vermutlich wird die Garnitur so gar nicht eingesetzt, sondern fährt zu einem Depot.

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Dreiteilige City-Elefant-Garnitur in Vršovice - vermutlich nicht in dieser Zusammenstellung im Fahrgasteinsatz.

Unser Wagen ist ein Abteilwagen mit 8 Sitzen pro Abteil, so ist es bei den Inlandszügen ja meist der Fall. Im BD gibt es wenigstens Stoff-Einzelsitze statt Plastikbänken, so dass wir diesen Wagen auswählen. Die Geschwindigkeit scheint streckenweise recht hoch (obwohl die Durchschnittsgeschwindigkeit lediglich 66 km/h beträgt). Die Strecke scheint wirklich ausgebaut worden zu sein, es gibt aber leider viele Lärmschutzwände.

Besichtigung in Tábor
Die Stadt Tábor erinnert mit diesem Namen natürlich an den biblischen Berg Tabor und das ist auch gar kein Zufall, sondern war tatsächlich so beabsichtigt. Die Stadt wurde nämlich von Hussiten im Jahr 1420 gegründet, nachdem der Reformator Jan Hus 1415 in Konstanz den Feuertod erlitten hatte. Und sie nannten den Ort nach dem biblischen Berg Tabor und errichteten hier als extrem orthodoxe Glaubensrichtung eine Art Gottesstaat mit Verbot von Privateigentum und rigorosen, frauenverachtenden Moralvorschriften. Die Stadt wurde 1437 zu einer freien Königsstadt erhoben, später setzten sich gemäßigte Hussiten durch. Die Extremisten konnten sich nicht halten, sie sind ausgestorben oder zogen wieder weiter, letztendlich sind sie verschwunden. Im 16. Jahrhundert entwickelte sich Tábor zu einer wohlhabenden Handelsstadt auf dem Weg von Linz nach Prag. Während der Rekatholisierung und der Restauration der Habsburger in Böhmen wurde die Stadt im 17. Jahrhundert zweimal belagert und zum Teil niedergebrannt. Die Bewohner wurden durch Einschüchterung in Massentaufen zum röm.kath. Glauben zurückgeführt oder mußten unter Zurücklassung ihres Eigentums die Stadt verlassen. Im 19. Jahrhundert wurde die Stadt ein bedeutendes Zentrum der Nationalen Wiedergeburt der Tschechen. 1862 wurde ein tschechischsprachiges Gymnasium gegründet (zuvor nur in lateinischer Sprache).
Die jüdische Gemeinde wurde während der nationalsozialistischen Zeit (Protektorat Böhmen und Mähren) in Vernichtungslager transportiert oder konnte flüchten, die deutschsprachige Bevölkerung wurde 1945 wie überall in Tschechien vertrieben. Während die Stadt in der kommunistischen Zeit stark verarmte und die Bausubstanz langsam verfiel, begann nach der Wende und der Grenzöffnung eine wirtschaftliche Erholung. Heute ist die Stadt wieder ein Schmuckstück.

Wir spazieren vom Bahnhof über recht nette Straßen und immer enger werdende Gässchen bis zum Zentrum, das ziemlich verschachtelt ist mit den kleinen Gassen. Der Stadtplatz sieht recht hübsch aus, die Kirche ist der Verklärung Christi geweiht, auch ein Hinweis auf den Berg Tabor, auf dem die Verklärung ja geschah. Die heutige Kirche ist Nachfolgerin einer Holzkirche, die eher wie eine Scheune aussah. Die neue Kirche wurde etwa zur gleichen Zeit wie das Rathaus um 1515 fertiggestellt.

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auf dem Weg zum Hauptplatz spazieren wir durch hübsche Gassen ...

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...mit schönen Häusern.

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Noch sind wir nicht auf dem Hauptplatz.

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Kirche der Verklärung Christ aus dem 16. Jahrhundert.

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Dem Rathaus von 1515 sieht man wegen der Renovierung sein Alter nicht gleich an.

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Durch dieses kleine Stadttor spazieren wir aus der Stadt hinaus und gehen außen an Resten der Stadtmauer entlang.

Wir spazieren dann an der Klosterkirche Maria Geburt vorbei (im Zuge der Rekatholisierung entstanden) durch ein kleines Tor aus der Stadt hinaus und gehen entlang der Stadtmauer außen bis zum Bechyne-Tor. Das Tor ist ein Rest der alten Kotnov-Burg und ist noch im Zustand von 1420 erhalten, von der Burg, deren Geschichte noch nicht restlos erforscht ist, blieb lediglich ein Turm unmittelbar neben dem Tor erhalten. Die anderen Teile der Burg beherbergten im 19. Jahrhundert eine Brauerei und wurden immer wieder umgebaut und teilweise abgebrochen. An dieser Stelle sieht man gut, dass die Stadt auf einem Felsvorsprung, also einer Erhebung über den Fluss Lužnice (Lainsitz) erbaut wurde.

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Einige Teile der alten Stadtmauer sind noch erhalten.

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Das Bechyne-Tor.

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Erst ganz nahe (links des Tores) erkennt man die Reste der Burganlage mit dem Turm.

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Blick auf Tábor und das Lainsitz-Tal.

Barockschloß Mešice
Wir spazieren in der Folge am Rand des Felsberges und gelangen immer weiter hinunter ins Flusstal, an dem wir schließlich entlang spazieren bis zur Bahnbrücke über den Fluss. Hier gehen wir dann wieder in die Stadt hinauf und wandern gemäß meines Google-map-Ausdrucks in Richtung Schloss Mešice im gleichnamigen Ortsteil von Tábor. Wir verirren uns dabei aber und müssen ein Stück eine stark befahrene Straße zurückgehen, gelangen aber schließlich doch zum Schloss, sind aber enttäuscht, dass es offenbar privat und nicht zugänglich ist, auch wenn im Internet steht, dass der heutige Besitzer das Schloß der Öffentlichkeit zugänglich gemacht habe. 1699 wurde eine 150 Jahre alte Renaissance-Festung zu einem Schloss umgebaut, von dem wir nun halt nicht allzu viel sehen. Es sieht auch nicht wirklich sehenswert aus, muss man zugeben.
So begnügen wir uns mit einigen Blicken und warten dann an der Bushaltestelle auf einen Linienbus, der uns zum Bahnhof zurückbringen soll. Wir müssen lediglich 15 bis 20 Minuten warten, der Fahrkartenkauf ist kaum ein Problem („nádraží, prosím“) und kurz nach 15 Uhr besteigen wir den Zug nach Bechyne, denn wir wollen ja gerade mit dieser besonderen Bahnlinie fahren und uns auch Bechyne anschauen.

Bahnlinie Tábor-Bechyne
Diese Bahnlinie ist eine 24 km lange elektrische Nebenbahn, die 1903 eröffnet wurde und damals die erste elektrisch betriebene Vollbahn in Österreich-Ungarn war. (Irgendeine „erste“ Bahn kann man ja bei fast jeder Strecke finden) Die elektrische Versorgung wurde durch ein Dreileiter Gleichstromsystem (700 V) hergestellt, 1929 wurde die noch heute bestehende 1500V-Gleichstromfahrleitung errichtet. Diese Bahnlinie und die Hohenfurther Elektrische Lokalbahn (Rybník - Lipno bzw. Zartlesdorf - Lippen, 1500V= von 1955-2003) waren lange Zeit im Netz der C(S)D Fremdkörper und erforderten eigene Baureihen für 1500V Gleichstrom, die aus 3000V-Lokomotiven abgeleitet waren. Die Fahrleitung der Linie Tábor-Bechyne ist zwar noch mit 1500 V Spannung vorhanden, aber es werden seit 2010 Regionova-Dieseltriebwagen (Reihe 814) eingesetzt. 1990 hab ich diese Strecke einmal mit dem Auto erkundet und Bilder von den dort eingesetzten Elektroloks (Reihe 113) gemacht. Vermutlich gibt es hier auch keinen Güterverkehr mehr.

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Vor der Weiterfahrt entdecke ich diese kleine Lok. Die Baureihe war mir zuvor unbekannt.

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Der Regionova-Triebwagen auf dem Stumpfgleis auf dem Bahnhofsvorplatz von Tábor.


Die Abfahrtsstelle befindet sich auf dem Bahnhofsvorplatz, denn das abweichende Stromsystem der Lokalbahn verhinderte wohl die Einbindung in den Bahnhof (spätestens mit der Elektrifizierung der Hauptbahn). Die Anlage lässt aber vermuten, dass die Lokalbahn schon immer vom Bahnhofsvorplatz abfuhr. Der Zug ist ziemlich gut besetzt und wir beobachten die Streckenführung, die über leicht welliges Land führt - nicht besonders spektakulär. Es geht auch sehr langsam dahin und für die 24 Kilometer benötigen wir 48 Minuten! Kurz vor Bechyne befahren wir die berühmte Beton-Bogenbrücke über die Lainsitz, die erst 1929 zusammen mit der Verlängerung der Bahn, die damit näher ans Stadtzentrum rückte, errichtet wurde und seither sowohl der Bahn als auch dem Autoverkehr dient. Die Gleise befinden sich im Straßenplanum. Die Brücke führt in 50 Meter Höhe über das tiefe Flusstal und ist etwa 200 Meter lang.

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Beim Verlassen der Stadt Tábor fahren wir über die Lainsitz und werfen noch einmal einen Blick zurück auf die Stadt.

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Wir entfernen uns von der Stadt, deren Silhouette noch länger sichtbar bleibt.

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Einer der Haltepunkte an der Lokalbahnstrecke.

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Fahrt über die Beton-Bogenbrücke vor dem Endbahnhof Bechyne.

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Dabei gibt es auch einen ersten Blick auf Bechyne.

Bevor wir uns in die Stadt begeben, gehen wir zurück auf die große Brücke, um den nach Tábor zurückfahrenden Zug auf der Brücke zu fotografieren und einen Blick ins Tal zu werfen.

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Der Zug verläßt den Bahnhofsbereich und fährt in den Straßenraum ein - fast im Schritttempo.

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Diesmal gibt es keinen Gegenverkehr.

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Trotzdem ein seltsames Schauspiel: Zug und Straßenverkehr gemeinsam auf der Brücke.

Die Stadt Bechyne (Bechin)
Schon im 9. Jahrhundert gab es hier eine slawische Burganlage. Mit der Gründung einer Burg durch König Premysl Otakar II. auf dem Felsen über dem Fluss Lužnice im 13. Jahrhundert entstand auch die Ortschaft, die bereits 1323 zur Stadt erhoben wurde. 1422 wurde die Stadt von den Hussiten niedergebrannt. Ab dem 15. Jahrhundert blühte das Töpferhandwerk auf, Ende des 16. Jahrhundert wurde die Burg zu einem Schloß umgebaut, im 18. Jahrhundert wurde eine Heilquelle entdeckt und der erste Kurort gegründet. Hauptheilmittel gegen rheumatische Erkrankungen ist auch heute noch Torf aus dem nahen Marschland Sobeslavská blata. Im Laufe der Jahre verlor Bechyne an Bedeutung und auch ihren Status als Bezirksstadt (heute gehört die Stadt zum okres Tábor im Jihočeský kraj). Heute ist Bechyne eine kleine, aber sehenswerte Stadt. Die Kirche St. Matthias wurde Anfang des 16. Jahrhundert an der Stelle eines älteren Baus errichtet.

Spaziergang
Dann spazieren wir in die kleine Altstadt, die hauptsächlich aus einem großen Platz und einem dahinterliegenden Schloss besteht. Zwischen Bahnhof und Altstadt sieht es manchmal nach Kurpark aus, und tatsächlich wird sich der Eindruck bestätigen: Bechyne ist ein Kurort.
Auf dem Hauptplatz bei einem Brunnen fällt mir wieder auf, wieviele Männer mit nacktem Oberkörper sich in der Öffentlichkeit aufhalten. Das dürfte in Tschechien irgendwie normal sein und mir fiel es auch in anderen Orten auf, bei uns würde es eher seltsam wirken. Es ist mancherorts bestimmt sogar verboten (Rom?). Wir machen einen Rundgang um den Hauptplatz, entdecken einige sehr hübsche, alte Häuser, teilweise in Barock, auch zwei oder drei kleine, verwinkelte Gassen rund um den Hauptplatz.

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Blick auf den Hauptplatz mit Kirche Richtung Bahnhof.

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Die Häuser sind alle renoviert.

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Abseits des Hauptplatzes gibt es einige kleine Gassen.

Wir kommen zum Schloss, gehen auch hinein, werden aber nach etwa hundert Metern zurückgewiesen: zavreno! Tatsächlich kamen wir zu spät, um 16.30 Uhr wird die Anlage nämlich geschlossen. Nun gut, gehen wir also zurück und außen herum, um zu sehen, wie das Schloss von außen aussieht. Wir entdecken einige ungepflegte Abschnitte des Schloßgartens, da gibt es auch Gittertore und weitere Zugänge, die aber unbenützt sind. Teile des Gebäudes wirken restauriert, andere Teile scheinen noch einer Erneuerung zu harren. Eine Fassadenseite (Eingangstor mit Brücke) hat eine gemalte Ziegelmusterung, während die Mauern Richtung außen früher wohl auch eine Ziegel- oder Steinmusterung trugen, die aber eher weiß wirkt und stark verblasst ist. Hier ein Turm, dort ein Turm, scheint also ganz interessant zu sein. Wir gehen den gleichen Weg auf der Straße wieder zurück zum Hauptplatz, denn sonst wären wir zum Ufer des Flusses hinuntergekommen, wo es auch einen Ortsteil gibt.

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Ein Teil des Schlosskomplexes mit renovierter Fassade und Eingangstor.

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Dieser Teil scheint älter zu sein.

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Dieser Teil sieht aus, als ob er noch renoviert werden sollte.

Nun wollen wir auch zur Kirche schauen und entdecken, dass man den Turm besteigen könnte, aber leider sind wir auch hier zu spät dran: Um 17 Uhr ist Schluss. Schade, der Ausblick wäre interessant gewesen. Wir gehen also zum Bahnhof zurück, gehen durch eine Seitengasse und einen Garten neben einer kleinen alten Kirche, von da hat man einen schönen Ausblick auf das Flusstal und die Brücke sowie die darunterliegenden Ortsteile.

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Vom Rand der Altstadt, die auf einem Felsen erbaut ist, kann man ins Flusstal hinunterschauen, auch dort gibt es Stadtteile.

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Von Ferne ist die Größe der Beton-Brücke erst so richtig erkennbar.

Rückfahrt ohne Abendessen
Wir müssen eine Weile auf unseren Zug warten. Als der Zug kommt (wieder ein Regionova), staune ich wieder über die vielen Fahrgäste, die aus- und einsteigen. In Tábor angekommen, möchten wir essen gehen, aber das Restaurant im Bahnhof, das laut Anschrift „celý den teplá jídla“ anbietet, hat nicht einmal ordentliche „chladná jídla“. Zwei weitere Restaurants in der Nähe des Bahnhofs sehen auch nicht einladend aus bzw. haben nicht wirklich was im Angebot. Und da unser Zug „Anton Bruckner“ Verspätung hat, erwischen wir ihn noch, obwohl wir ursprünglich ja einen späteren Zug wählen wollten. Der Zug kommt von Linz und hat daher internationale Wagen, unser Wagen ist ein deklassierter 1. Klass-Wagen mit 6 Plätzen im Abteil. Als ein Mann durch den Zug geht, der Getränke usw. anbietet, hat er leider kein „neperlivou vodu“, sodass ich mir eben ein Bier genehmige. Naja, 70 Kronen ist ein stolzer Preis für Tschechien, aber sei’s drum. Es wird das teuerste Bier im gesamten Tschechienurlaub bleiben. Unterwegs gibt es viele (neue) Tunnels und viele Lärmschutzwände, und man sieht, dass große Teile der Strecke auch neu trassiert werden. Bis Benešov ist die Strecke schon ausgebaut, danach geht es teilweise recht langsam dahin. Vom Bahnhof Vršovice geht es wieder zu Fuß zum Hotel zurück, das Essen fällt heute aus.

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Abfahrt von Bechyne: Es ist starker Fahrgastwechsel! Die Bahnverbindung wird also rege in Anspruch genommen!

Fortsetzung: Teil 13: Police, Adršpach, Broumov
(Wir verlassen Prag und fahren nach Politz - im Braunauer Ländchen - sowie zur Adersbacher Felsenwelt und nach Braunau).

LG Gustav
HIER sind meine Reiseberichte zu finden!




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:05:26:21:23:18.
Danke für den netten Bericht!

Gruß Herwig



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:05:20:21:24:38.

Wieder sehr interessant, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 20.05.13 22:14

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen: [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Die Abfahrtsstelle befindet sich auf dem Bahnhofsvorplatz, denn das abweichende Stromsystem der Lokalbahn verhinderte wohl die Einbindung in den Bahnhof (spätestens mit der Elektrifizierung der Hauptbahn). Die Anlage lässt aber vermuten, dass die Lokalbahn schon immer vom Bahnhofsvorplatz abfuhr.

Das ist korrekt. Als ich 1966 die Strecke befuhr (noch mit einer der Elloks aus den 1920er Jahren, E 436 glaube ich hieß das Ding), war die Abfahrtsstelle ebenfalls auf dem Bahnhofsvorplatz, allerdings etwas umfangreicher.

Schöner Bericht. Danke dafür.

Gruß aus Wien

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)