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Hallo Welt

Und nun auch noch der letzte Teil dieser Serie.
Ich Danke euch für die vielen Kommentare, Anmerkungen und natürlich auch für die Aufklärung der Lokidentitäten.
Ich hoffe die Serie hat beim Lesen und/oder Bildergucken genau so viel Spass gemacht wie das Reisen vor Ort! Und wer mal nach Südamerika will der schaue ab und an bei Blabla-Tours vorbei ;)

Nun aber noch viel Spass beim letzten Teil!

Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de] --> auf nach Lima!
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de] --> es wird gedreht!
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de] --> rauf auf den Berg
Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de] --> nichts ausser Sonne
Teil 5: [www.drehscheibe-foren.de] --> in die Höchste Stadt der Welt
Teil 6: [www.drehscheibe-foren.de] --> was machen die da bloss so lange?
Teil 7: [www.drehscheibe-foren.de] -->Es reicht, ab in den Süden!
Teil 8: [www.drehscheibe-foren.de] --> die zweite Eisenbahn.
Teil 9: [www.drehscheibe-foren.de] --> wir drehen eine grosse Runde
Teil 10: [www.drehscheibe-foren.de] --> die Bahn im Süden




Freitag 02. November 2012

Früh raus sind wir heute, und das nur auf die Info des Draisinenmannes von gestern - demselben der uns auch gesagt hat Fotografieren sei verboten. Ob die Information also stimmt? Wir gingen mal davon aus oder besser gesagt, wir mussten davon ausgehen. Um 7 Uhr am BÜ oben, es war zu schaffen, die Fahrzeit hatten wir gestern mit der Uhr genommen, 20min sollten wir da hinauf haben. Also um 6 Uhr das Auto holen reicht.
Wir haben Philippe noch gesagt, er solle heute, wenn sich um 6 Uhr in unserem Zimmer nichts regt, lange und bestimmt klopfen, nicht dass uns dasselbe wie in Mollendo passiert ;). Aber es wurde nicht nötig, Daniel und ich waren um 4tel vor 6 Uhr wach und standen von alleine auf.
Philippe kam und wir gingen zum Auto. Das Wetter an der Küste war nichts, wie erwartet war alles unter einer Nebeldecke versteckt. Es war zwar schade aber vorhersehbar. Auf dem Weg zum Parkplatz hatten wir schon wieder Angst das wir 15min verlieren wegen nicht anwesenden Wächtern oder so etwas. Aber die Tante von dem Onkel von dem Hotelbesitzer (oder so) öffnete die Türe nach dem Leuten ziemlich flott. Guuut!
Am Hotel schmissen wir die Koffer einfach so hinten rauf und fuhren gleich los um keine Zeit zu verlieren. Daniel meinte nur: „Heute fahren wir ja nicht mehr grossartig über Sandpisten, die werden sicher nicht staubig. Ausserdem regnet es heute sicher nicht“. Mit letzterem hatte er zum Glück recht, mit dem ersten .. naaaja.
Wir fuhren hinauf und hinter der Peaje Station lichtete sich der Nebel langsam, auf Höhe des ersten BÜs waren wir in der Sonne. Da passte die auch gleich am besten für die Züge und wir wollten für den ersten eigentlich da hin. Aber als wir da waren um 6:45 Uhr war noch nichts zu sehen von den Zügen. Dank Streckeneinsicht auf weiten Teilen der Fahrerei waren wir uns sicher, dass die beiden noch nicht durch sind, oder kamen die so viel zu früh?
Wir folgten einfach mal der Bahn über die Sandpiste (@Koffer, neinnein, wir fahren heute keine Sandpiste) und wollten schauen wie weit wir kommen bis wir auf den ersten Zug auflaufen. Natürlich kam erst die Draisina und die bestätigte, die Züge sind nicht vorbei. Der Draisina Mann erwiderte unseren Gruss aus dem Auto heraus. Er dachte sich wohl nicht mehr viel dabei, ein weisser (mittlerweile eher wieder brauner) Hilux kann jeder haben.
Wir stellten uns für den ersten Zug als wir ihn sahen hin. Es war der Beginn des Abschnittes wo sich Bahn und Weg ständig kreuzen. Daraus merkt man, wir kamen ganz schön weit und das Foto entstand ziemlich genau um 7 Uhr, wie gestern vom anderen vorhergesagt (wenn man seine Worte so auslegt, dass wir die Züge um 7 Uhr sehen werden).

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[maps.google.com]
Am Morgen waren wir zeitig oben auf der Ebene für die beiden angekündigten Züge. Da von denen noch nichts zu sehen war fuhren wir einfach soweit vor wie möglich. Den ersten trafen wir gleich am einstieg ins Tal.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.11.02%20Ilo/N12_6627b.jpg
[maps.google.com]
Lok 31 führt.

Kommt da tatsächlich ein zweiter Zug hinterher wie gestern vorhergesagt? Wir waren uns nicht ganz sicher. Sollten wir darauf hoffen und den ersten fahren lassen? Muss nicht sein, per Handzeichen kann man sich ja mit dem Lokpersonal verständigen. Also deutete ich nach hinten, hob zwei Finger und machte ein fragendes Gesicht? Die Antwort: Daumen hoch und ein Zeichen, da hinten kommt noch ein Zug. Danke lieber Lokführer, diese Art von Information können wir gebrauchen!
Jetzt hatten wir es eilig. Je nach Ort will man dem Zug im folgenden Abschnitt nicht überraschend begegnen. So eilten wir den Weg hinunter und hatten immer genügend Bahn im Blick. Als der Zug dann vielleicht 10min später in einer Kehre auftauchte blieben wir stehen und schossen ihn da. 30min Abstand waren das zwar auch wieder nicht, aber wir hatten eigentlich eine Stelle erreicht die wir uns etwa so Gewünscht hatten.

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[maps.google.com]
Der zweite Zug folgte dem ersten dann mit etwa 20min Abstand. So kamen wir nur etwa zur Hälfte in den Gefällsabschnitt.

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[maps.google.com]
Hier führt Lok 32.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.11.02%20Ilo/N12_6632b.jpg

Blick in den Rücken. Der Nebel vom Meer hält sich auch in der Fläche.

Wir bestiegen Camionetta und hatten es nicht mehr eilig, bis wir den Zug überholen konnten vergingen einige Minuten. Erst als der Weg dauerhaft auf der linken Bahnseite blieb konnten wir vorbei ziehen. Und bis zum zweite BÜ gab es einige wirklich nette Bilder von dem Zug. Mal nah, mal fern von den Gleisen. Alles so wie wir uns das vorgestellt hatten.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.11.02%20Ilo/N12_6647b.jpg
[maps.google.com]
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[maps.google.com]
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[maps.google.com]
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[maps.google.com]
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[maps.google.com]
Den Zug verfolgten wir natürlich weiter zur Küste immer entlang der Dreckstrasse.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.11.02%20Ilo/N12_6686k.jpg

Camionetta, ich liebe dich! ;)

Nach dem Bild am zweiten BÜ waren wir eigentlich "fertig", vor 2 Stunden hatte der Nebel da geendet. Aber in der Zwischenzeit hat da jemand gearbeitet und die Grenze deutlich ins Tal hinab verschoben. Also wagten wir doch noch einen Versuch. Die Hauptstrasse ist da zwar so nah an der Bahn wie sonst kaum, aber die Sonne stand drüben und die 300m zwischen Bahn und Strasse waren unüberwindbar da keine Wege auszumachen sind. Doch der Sand war noch leicht angefeuchtet vom Nebel und sollte unsere Camionetta doch eigentlich halten? Klar, und mit unseren Wüstengummis die im Notfall wie ein Schaufelradbager Sand zur Seite schieben müsste es kein Problem sein. 4WD rein und ab durch die Wüste .. dabei bloss nicht stehen bleiben wenn das Auto schwimmt ;).
Und so kamen wir zu weiteren drei wirklich guten Bildern. Dabei hätten wir fast noch den ersten Zug eingeholt, der heute schon wieder langsamer war als der zweite.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.11.02%20Ilo/N12_6688b.jpg
[maps.google.com]
Wir folgten den Zügen mal bis in den Nebel, hier bereits zu sehen. Im Bild ist wieder der erste Zug den wir bis dahin wieder aufgeholt hatten.

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[maps.google.com]
Hier wieder der zweite Zug auf seiner Talfahrt.

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[maps.google.com]
Und das letzte Bild in einem steinigen Abschnitt.

Wir fuhren mal bis zur Peaje Station und exakt da begann der Nebel. Über den Sand hätten wir nun zur Bahn und an der Peaje Station vorbei fahren können, ob das die Policia die immer an den Stationen herumgeistert aber gerne sieht? Eher nicht, und am letzten Tag wollten wir keinen Ärger. Ein bisschen Schade war es schon, den direkt im Nebel drin stand der erste Zug und kühlte seine Bremsen (oder sowas). Vielleicht wäre er in die Sonne gekommen?
Man weiss es nicht, war aber auch schnurzepipegal, wir haben genug Bilder von der Eisenbahn und können mit der Ausbeute mehr als zufrieden sein, vor allem wenn man den Zeitaufwand bedenkt. Nicht mal einen Tag mussten wir in die Bahn investieren um sagen zu können: we are happy!
Das war sowas von Glück, einfach nur Glück. Aber nach dem Pech welches wir diesen Urlaub einzogen in den Anden (Wetter und Verkehr) sei uns das Glück auch gegönnt! Blablabla Tours halt ;)
Unser nächstes Ziel: Peru Rail von Mellones zur Verladestation. Die Bahn war eh am Weg zu unserem 18 Uhr Termin am Flughafen in Arequipa. Da musste das Auto auf dem Platz stehen damit es National wieder zurück nehmen kann. Von der Verlade zum Flughafen sollten 2h reichen, die 16 Uhr Abfahrt sollte also noch gerade so gehen, wenn die Perurail Züge denn auch nach unserem Fahrplan verkehren. Zeitlich sollte es uns sogar noch auf die 12 Uhr Abfahrt am Meer reichen, so weit sind die beiden Bahnen auch nicht auseinander.
Gemütlich fuhren wir los, am oberen BÜ legten wir schon die erste Pause ein. Das Frühstück fehlte noch in den Bäuchen und wir schlachteten alle übrig gebliebenen Früchte, bis auf eine Orange. Lecker, ein echter Vorteil in einem solchen Land, frische und tropische Früchte sind fast gratis an jeder Ecke zu haben und schmecken besser als die Früchte die man bei uns für teuer Geld beim Fruchtikerhändler kaufen kann. Mango, Ananas, Papaya usw.
Im Pisco Tal um Moquegua planten wir bereits den nächsten Stopp ein. In einer der vielen Bodeagas am Strassenrand wollten wir die ersten Souveniers für Zuhause einkaufen. Pisco, produziert vor Ort und sicher um ein X-faches besser als die Brühe die man in den "schönen" Touristenflaschen mit Logos und diesem und jenem bekommt - und sicher viel günstiger.
So war es auch, die Flasche Pisco aus dem Tal kostete läppische 5 Franken, die dafür direkt an den Bauer gehen, der so sicher mehr davon hat als wenn er seinen Pisco irgend einem Konzern verkauft der die Flaschen dann für 30CHF am Flughafen an den Mann bringt.
5 Flaschen wechselten den Besitzer und wir zapften dafür unseren letzte Währungsreserven an. Die anschliessende Tankfüllung, damit das gleich auch erledigt ist, zerrte weiter an unseren Reserven und wir mussten langsam beginnen haushälterisch mit unseren Devisen umzugehen. Schliesslich gelüstete es uns noch nach einem Mittagessen und Tanken sollten wir auch nochmal vor dem Flughafen.

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[maps.google.com]
Phantastische Landschaft beim wechseln.

Wir zogen durch die Wüste und dann direkt in Richtung Mellones den Tafeln entlang. Die Strasse gibt es zwar auf unserer Karte nur als feinen grauen Strich, aber wenn da Meillones steht? Wir hatten für 60km genau eine Stunde Zeit bis um 12 Uhr (hoffentlich) der Zug den Hafen verlässt. Es könnte klappen, wir könnten aber auch auch Pech haben. Es war nicht so schlimm, den schön war das Wetter an der Küste leider eh nicht, das sahen wir beim erreichen eines Flusstales welches wohl annähernd auf Meereshöhe liegt.
Das grüne Tal zu durchqueren kostete etwa so viel Zeit wie wir gerechnet haben, Abschnittsweise konnte man die 120km/h ausfahren, dann folgten wieder Ortschaften wo man nur durch raten den Ausgang wieder fand. Das Telefonica Auto welches anscheinend auch nach Mellones wollte half uns aber um sicher durch die Orte zu navigieren.
In Melliones hatten wir noch Zeit für ein Mittagessen - am selben Ort wie schon vor ein paar Tagen. In dem kleine Cafe über dem Bahnhof. Das Sandwich war genau so lecker wie letztes mal und mit der "fehlenden" Limette (wie schade) war es sogar noch einen Tick besser ;).
Als wir dann um ziemlich genau 12 Uhr am Tor des Rangierbahnhofs vom Hafen vorbei kamen war es verschlossen und zu. Kann nur bedeuten, dass der Zug bereits raus ist, oder noch lange nicht fährt? Wir fuhren mal in die Berge hinein und am Aussichtspunkt sah Daniel den Zug irgendwo in einer Kehre drin Bergwärts fahren. Als wir ihn suchten sahen wir ihn zwar nicht mehr, aber die Information wird schon passen!
Also raus aus dem Nebel, der endete etwa am selben Ort wie letztes mal und so hatten wir leichtes Spiel eine Stelle zu finden - heute auf der anderen Hangseite um etwas mehr von der grandiosen Mondlandschaft zu sehen. Der Zug liess sich dabei sehr viel Zeit und nach 10min in der Sonne warten fragten wir uns weshalb wir nun genau diese Sanddüne hochgestesst sind und den letzten Atem gegen Sandkörner in der Lunge tauschten.
Tatsächlich dauerte es noch länger bevor sich der Zug durch stetiges brummeln bemerkbar machte und dann auch kam.

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[maps.google.com]
Sprung an die PeruRail, zwei Stunden nördlich gelegen. Der Kübelzug hat um 12 Uhr den Hafen verlassen und fährt pünktlich zur Verladeanlage hoch. Gut zu sehen auch hier der Nebel im Tal.

Die Sanddüne hinunter machte zu Fuss natürlich viel mehr Spass als hinauf, der Nachteil war nur der Teil der Düne den wir ab sofort in den Schuhen mit uns herum tragen, die "kleine Reinigung" vor Ort brachte da kaum Besserung.
Der Zug muss kurz vor 12 am Hafen los sein, so war es Licht technisch etwa gleich suboptimal wie letztes mal, es fiel uns nichts mehr ein. Ausser dem Versuch einer "ungewöhnlichen" Aufnahme am BÜ vor der Verladung. Wir fuhren da hin und hatten ohne zu Stressen schon wieder einige Minuten Vorsprung auf den Zug.
In der Wüste setzte ich mich in den Sand und Schoss den Zug aus einer gewollten Froschperspektive. Ob es wirklich so aussieht wie das was ich mir vorgestellt habe sehen wir dann am Computer.

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[maps.google.com]
Der hilflose Versuch etwas Perspektive ins Motiv zu bringen ... haha.

Wir waren an der Verladung und standen an die Ausfahrt. Da hin wo wir um 16 Uhr die Abfahrt des Kübelzuges zum Meer erhofften oder erwarteten. Gerade so gut könnte er natürlich erst um 18 Uhr fahren, wie letztes mal, aber die Hoffnung machts.
Wir stellten uns in die Sonne und kramten die Postkarten raus die wir in Puno besorgt hatten. Daniel und ich wurden gut fertig, Jordi nicht. Gestört hat uns ein Zug. Nicht etwa der Kübelzug sondern ein gemischter Güterzug mit 3 Loks vorne dran. Er fuhr in Richtung der Küste und wäre so etwa überall im Licht.

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[maps.google.com]
Zu unserer grossen Überraschung kam am Nachmittag noch ein Kesselzug aus Arequipa vorbei. Wir haben an der Ausfahrt der Verladeanlage (sieht man im Hintergrund) eigentlich auf den Kübelzug gewartet. Aber so ...

Der Zug kam wie bestellt, wir verfolgten ihn bis zur Einfahrt ins Nebelmeer und sind so sogar noch vor 16 Uhr fertig, hätten somit auch etwas mehr Zeit um zum Flughafen zu kommen. Wie lange wir brauchten wussten wir natürlich überhaupt nicht, 90min vielleicht?
Der Hauptbild vom Zug gab kurz vor dem Abstieg in einem abgelegenen Bahnhof. Er ist nur über den lockeren Sand zu erreichen und weist keine richtige Zufahrt auf. Und da fuhren wir hinter und sogar noch auf einen Hügel hinauf. "Neinnein, wir fahren nicht durch Sand heute." Es war wohl der Tag wo wir am meisten über Sandpisten rollten, entsprechend staubig waren die Koffer die ohne schützende Plastikplane hinten drin lagen ;).
Der Zug mit seinen 3 Loks hielt im Bahnhof drinnen an und begann das Rangieren. Zwei Wagen aus der Zugmitte wurden ausgesetzt und auf dem (nicht mehr benutzten) Ausweichgleis geparkt. Was auch immer diese Aktion wieder sollte. Peru halt ;).

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... verfolgten wir erfolgreich den längeren Kesselzug.

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[maps.google.com]
Einfahrt in den letzten Bahnhof vor dem Abstieg zum Meer.

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[maps.google.com]
Der Zug blieb stehen und es wurden zwei Wagen ausrangiert.

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[maps.google.com]
Zurück am Zug geht es gleich wieder los ...

Wir standen gerade auf einem Hügel unten am Gleis um zu warten bis die Zugloks wieder am Zug sind als ein Männchen sehr zielstrebig in unsere Richtung lief. Oha, es lat Ärger in der Luft. Unser Gefühl täuschte nicht, der Mann notierte unsere Autonummer und erklärte uns, dass wir uns auf Firmengelände befinden und hier nicht sein dürften. Sein Chef schicke ihn, er sollte die Nummer notieren.
Firmengelände mitten in der Wüste. Hmpf, das wir nicht lachen! Aber vermutlich stimmt es schon und um seine Nerven nicht noch weiter zu Strapazieren (er wurde ziemlich ungehalten als wir ihm unser Tun erklärten) verliessen wir den Ort des Geschehens um im Tal den Zug nochmal quer schiessen zu können von der Strasse aus. Der kann unsere Nummer so lange Notieren wie er will, in wenigen Stunden wären wir das Auto los und im Flieger nach Europa ;).
Der Nebel war aber schon näher dran als wir erhofft hatten, so lagen die weiteren Motive alle im Schatten.

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[maps.google.com]
Kurz bevor der Zug in den Nebel eintaucht dann dieses Bild vom Talboden aus.

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[maps.google.com]
Und hier kommt dann der Nebel, und es war fertig Eisenbahn für diesen Urlaub!

Es war kurz nach 15 Uhr und wir waren soweit fertig. Auf den Kübelzug der vielleicht um 16 Uhr fährt wollten wir gar nicht warten, sähe eh alles gleich aus. Aus diesem Plan wäre auch nichts geworden, den gleich hinter dem verkürzten Mischer kam der Kübelzug hinterher. Mit guten 90min Verführung gegenüber unserem Fahrplan.
Auch bei der Peru Rail gilt heute: alles richtig gemacht. Natürlich hätte man dem Güterzug entgegen fahren können wenn man denn gewusst hätte das er kommt, aber so etwas zu wissen ist schlicht unmöglich. Unnötig war heute nur der meckerer. Was da wohl jetzt passiert? Die Autonummer ist auf jeden Fall ziemlich Wertlos.

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Auf dem Weg nach Arequipa aus dem Auto heraus, der Misti.

Den Flughafen von Arequipa erreichten wir um 17:30 Uhr und somit gar nicht viel zu früh. Schuld daran waren die unzähligen LKWs welche bei dem kleinen aber feinen Schlussanstieg vor Arequipa fast stehen bleiben. Die Stadt selber konnten wir wie erhofft umfahren, ist da drin sicherlich so wuselig wie in allen grossen Städten hier.
Getankt haben wir ein paar Kilometer vor dem Aeroporto und Bargeld haben wir uns auch nochmal besorgt, der Bestand an Soles wäre nämlich alleine mit dem Tanken schon ins Minus gerutscht ;).
Als wir am Flughafen auf den Platz rollten kam gleich einer zu uns hin gelaufen.Das war er wohl, unser Mittelsmann? „Er würde uns erkennen“ sagte man uns, nun ist auch klar weshalb, weil man fast das einzige Auto ist ;).
Das Auto abgeben war kein Problem, der Mann kam zwar nicht von National, genau so wenig wie das Auto selber, aber er machte seinen Job gut und genau. Wegen dem Vulcanizer hat er etwas rumgemäckelt, aber der soll sich mal nicht so anstellen. Er kann froh sein haben wir das Rad überhaupt Vulcanisiert (lang auch in unserem Interesse).
Der Flughafen ist schnell erklärt, kleines Gebäude, ein paar Check-In Schalter, zwei Sicherheitskontrollen und 3 Gates die alle über dieselbe Türe ins freie führen. Draussen gibt es drei Standplätze für kleinere Flieger welche alle zu Fuss erreichbar sind. Es ist also alles übersichtlich. Es hatte sogar ein kleines Cafe wo wir uns mit Sandwichs den kleinen (grossen) Hunger stillen konnten.

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Am Flughafen von Arequipa. Auf der Terasse (gibts echt) gab es vor unserem Taca Flug nur diesen LAN Peru Flieger zu sehen ...

Vor dem Gepäck Check-In wurden die Koffer gleich noch kontrolliert. Nach was gesucht wurde war aber nicht ersichtlich. Der Pisco in den Koffern war zwar interessant, aber mit "ja, in Bodega gekauft", war man zufrieden.
Unser Taca Flieger kam pünktlich von Lima rein und war bald schon zum Boarden bereit. Der A319 der Airline ist extrem geräumig und erstaunlich bequem bestuhlt. So etwas erlebt man selten, wenn man die A319 von Easyjet kennt ist es ein Unterschied wie Tag und Nacht. Zudem war das Personal freundlich und es gab sogar etwas kleines zu Essen auf dem nur 1 Stündigen Flug. Ein Pizzadings mit einem Bier.
Flug und Landung verliefen unspektakulär, wenig später waren wir am Gepäckband und warteten auf unsere Koffer. Alle drei kamen sie unversehrt über das Band gelaufen. Eine erste Hürde hatten die damit schon mal genommen.
Und jetzt noch der spannende Teil des Abends. Über Booking.com hatten wir uns schon vor dem Urlaub das Grand Hotel Bolivar reserviert. Ein Triple für 80 Euro, an bester Lage im (ehemals) besten Hotel der Stadt. Man soll noch den Glanz vergangener Tage spüren im Hotel, wie man liest.
Das Hotel hat eigentlich einen Airportshuttle und diesen forderten wir per Mail auch an, aber es stand niemand da. Wie erwartet. Aber mit den Taxi Green gab es eine Alternative. Es ist mehr ein Limoservice als ein Taxianbieter, die Preise sind fix, die Fahrer in Schale geworfen und die Autos von aussen völlig neutral.
Wir packten uns einen solchen Herren, der der am freundlichsten aussah, und liessen uns zum Hotel Chauffieren. 45min war der Zeitaufwand im zähfliessenden Stadtverkehr von Lima. Und gekostet hat es 50 Soles. Genau nach Tarif wie wir später gesehen haben.
Am Hotel wurde die Türe geöffnet und (mein) Gepäck gleich übernommen. Im Zimmer 427 kamen wir unter. In der 4 Etage weit hinten im Gang und noch rechts rum. Ein riesiges Hotel. Ein wunderschöner Bau der Kolonialzeit, eröffnet 1924. Und seit dieser Zeit hat man nicht wirklich viel verändert, aber es war alles sauber - aber halt alt. Es ist ein Museum, für eine Nacht ein sehr spezielles und empfehlenswertes "Erlebnis" ;).

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Willkommen im Hotel Bolivar – der einst besten Adresse von Lima!

Hunger hatten wir keinen mehr, aber Lust noch etwas durch die Altstadt zu gehen und Lust auf einen Pisco Sour. Wenn wir schon an der Ursprungsstätte des originalen Pisco Sour sind! Nach der Legende (so genau weiss man das anscheinend nicht mehr bzw. die Chilenen haben ihre eigene Version der Geschichte) war es die Bar des Hotel Gran Bolivar welche im Jahre 1933 als erste überhaupt DEN Pisco Sour ausschenkte wie man ihn heute kennt! Das mussten wir natürlich probieren.
Nun, der Pisco Sour war wirklich lecker, die Rezeptur beinhaltete aber derart viel Alkohol, dass wir arg ins wanken gerieten beim Weg zurück aufs Zimmer. Diese Pisco Sour sind nämlich gemein, man spürt sie erst wenn man aufsteht ;).
Wir Duschten uns in der fast 90 Jährigen Wanne und liegen nun im Bett. Bis zur Decke sind es etwa 3 Meter Luft und wir wünschen Lima eine gute Nacht!




Samstag / Sonntag 03/04. November 2012

Und da ist auch schon der letzte Tag angebrochen. Viel konnten wir heute nicht mehr reissen, bereits um 14 Uhr ging unser Flug ab dem Lima Int. Airport. Aber ein Stündchen um durch die Stadt zu laufen sollte noch drin sein. Eigentlich wollten wir um 7:30 Uhr aufstehen, der Pisco Sour von gestern hielt sich aber in den Köpfen und Knochen und so kamen wir erst eine Stunde später raus.
Nachdem alles geduscht und geputzt war ging es zum Frühstück. Auch dieser Raum ist unglaublich altmodisch eingerichtet und das Servicepersonal dürfte auch noch von 1924 stammen. Wie gesagt ist alles für eine Nacht höchst in Ordnung, um länger abzusteigen bevorzuge ich aber ein sog. "Modernes Businesshotel" (gäbe es in Lima natürlich auch).
Das Frühstück war ob der Hotelklasse ehrlich gesagt ein bisschen eine Enttäuschung, O-Saft wurde auch auf nachfragen nicht nachgeschenkt und Brot gab es nur von der übelsten Sorte. Aber immerhin war das Frühstück dabei, da wollen wir mal nicht so sein ;).

Wir bestellten uns an der Rezeption auf 11 Uhr eine Taxe zum Flughafen und liefen noch einmal quer durch die Stadt. Und heute sahen wir erst zum zweiten mal Personen die gebettelt haben. Mit einer Armutsquote von annähernd 50% (sagt die Weltbank) ist Peru ein armes Land, wir hätten mehr Bettler erwartet auf der Reise. Das erste mal haben wir eine Frau in Puno gesehen, dass zweite mal jetzt in Lima welche, in der Fussgängerzone. Diese hier waren dafür umso aufdringlicher, genau so wie die Geldwechsler, die Geldsammler für irgendwelche Aktionen usw. Nein, es war ehrlicherweise kein Vergnügen sich in der Fussgängerzone zu bewegen. Nicht wenn man zuvor 2 Wochen lang völlig unbehelligt herumreisen konnte (nicht inkognito, so richtig Peruanisch sehen wir ja nicht aus ;)).
Der kleine Stadttrip endete daher sogar etwas früher als angedacht, so konnten wir uns nochmal hinlegen und in aller Ruhe die Koffer sauber einräumen für die lange Reise.
Um 11 Uhr waren wir unten, was fehlte war ein Taxi. Der Page war darüber sichtlich verärgert und lief zielstrebig auf den Platz hinaus. Nur 1min später kam er in einem Taxi zurück und lud unser Gepäck in den Kofferraum. Trinkgeld, ja, nein? Wir kennen solche Hotels ja nur aus Filmen und hielten uns mal daran, Dollares!
Das Taxi brachte uns in 30min zum Flughafen (komisch, zur Mittagszeit weniger Verkehr als um 22 Uhr) und verliessen da das Taxi. 40 Soles war diesmal der Preis, die 50 waren dann wohl der Nachttarif.
Da das Web Check-In nicht klappte mussten wir heute mal am regulären Copa Check-In auftauchen. Und da kam eine erste kleine Enttäuschung. Unsere Plätze waren wild verstreut im Flieger. Immerhin hatte alle einen Fensterplatz, aber auf der Linken Seite. Und wir hätten doch lieber die Anden als nur das Meer gesehen. Dafür wurde das Gepäck bis Zürich durchgecheckt und für den KLM Flug von Panama nach Amsterdam gab es schon die Boardkarten. Von Amsterdam nach Zürich bekämen wir die dann in Amsterdam selber.
Mit der üppigen Zeitreserve sassen wir am Schluss noch fast eine Stunde irgendwo im Terminal bis das Boarding begann. Dieses war zwar auf 12:30 gesetzt (Abflug 14:02), aber es begann natürlich erst fast eine Stunde später. Weshalb sollte man die Leute auch schon 90min vor Abflug in den Flieger zwängen, der Flug geht in der kleinen B737 der Copa Airways auch so schon lange genug. Wir hatten genug Zeit um beim Subway noch etwas zu Essen. Ja, wir sind eingeknickt, Subway, ein hässlicher Multi. Aber nach 2 Wochen Pollo / Bifsteak mit Papas Frittas musste mal wieder etwas "vertrautes" her.

Warum fliegen wir über Panama? Das hat mehrere Gründe die alle für sich den Umweg rechtfertigen. 1) war der Flug etwas günstiger als der direkte von Lima nach Amsterdam. 2) war die Ankunftszeit in Zürich so angenehmer, am Sonntag Mittag und nicht erst am Sonntag Abend. Natürlich mit einem entsprechend späteren Abflug, aber das war uns eigentlich egal. Da wir am Montag wieder zur Arbeit müssen war der Mittagsflug viel Attraktiver. Und 3) ist wohl der Hauptgrund (der anderen beiden). Von Panama nach Amsterdam soll eine MD11 der KLM Fliegen. So ein uralter Vogel, mir war das völlig schnuppe, aber wenn es Freude macht. Dummerweise wurde aber beim Wechsel vom Sommer auf den Winterfluglan am 1 November (oder so) der Flieger von MD11 auf B777 umgestellt. So viel dieser Punkt weg, wie gesagt, mir egal ;).

Der Flug mit der Copa nach Panama dauerte 3:50 Stunden, die aber sehr schnell vergingen. Erst schlief ich ein bisschen, dann gab es das (richtige) Mittagessen. Natürlich Meat mit Reis und Gemüse, wie immer und überall. Aber es war lecker für ein Flugzeugessen. Danach machte ich mir mit Laptop, Musik und iPad einen schönen Nachmittag an Board. Rausschauen war eh nicht weil wir seit Lima über einem dicken Schleier flogen der keine Sicht nach unten erlaubte. Erst im Landeanflug von Panama wurde es wieder spannend. Man sah die Stadt und die vielen Schiffe die auf die Einfahrt in den Kanal warteten.

Der Umsteigevorgang war ja mal sowas von einfach. Wir parkten etwa 4 Plätze neben der KLM 777 (KLM Asia) und waren nach 2min Fussweg bereits am Gate. So relativiert sich die knappe Umsteigezeit von einer Stunde.
Panama ist kein Flughafen den man gesehen haben muss, es ist stickig schwül im Gebäude und die Shops nehmen viel zu viel Platz ein, dafür gibt es kaum Sitzgelegenheiten und die paar die es gibt sind nicht die bequemsten. Aber wir hatten ja nicht lange und sassen die Zeit ab. Dabei holte ich mir ein Hot Dog und ein Getränk (schon wieder bin ich der Lust nach etwas bekanntem erlegen ;)). Erstaunlich, Währung in Panama: USD, stimmt!
Als sich die riesige Schlange beim Boarding des KLM Flugs bis zu unseren Sitzplätzen verkürzt hatten stellten wir uns da auch mal rein. Und schon wieder eine völlig überflüssige Kontrolle mehr: Beim Boarding wurde das Hangepäck nach Getränken, Bomben und was weisss ich nicht allem durchsucht. Und wir mussten unsere Wasserfalschen abgeben. So etwas völlig überflüssiges! Wenn die das gemacht hätten weil man im Flieger das Getränk teuer kaufen muss hätten wir es ja verstanden, aber so? ;)
Unsere Plätze bei diesem Flug waren perfekt. Das war kein Zufall, für einen kleinen Aufpreis haben wir uns Plätze an der Türe gesichert, so war vor uns 2m nichts als leerer Raum. Bei einem so langen Nachtflug nichts verkehrtes, ausserdem können wir uns alle drei frei von den Sitzen lösen und zum Klo usw, ohne dass jemand dafür aufstehen muss. Etwas nervig war die fehlende Sitztasche, da hatten wir nur eine auf der Seite.
Mit etwa 30 bis 45min Verspätung ging es los, der Pilot meldete aber eine pünktliche Ankunft in Amsterdam - gute Winde.
Das Abendessen wurde bald nach dem Abflug serviert und bestand aus dem üblichen. Es war grenzwertig, der Kartoffelsalat völlig geschmacklos und das Gemüse matschig. Nein liebe KLM, da hat uns die Airfrance besser gefallen. Der Chilenische Wein zum Essen war aber sehr smakelig! Und das Bier nach dem Essen .. urks, Heineken. Ein Bier welches man auf der ganzen Welt bekommt und dem ich eigentlich immer versuche auszuweichen „haben Sie nicht noch etwas anderes“. Aber bei der KLM muss man das wohl erst gar nicht probieren. Arme Holländer … ;).
Sehr ätzend am Flieger war das Unterhaltungssystem. Die Bedienung war praktisch unmöglich, 15min brauchte ich im ersten Anlauf um einen Film zu starten, aber dann nicht in der Wunschsprache weil das Menü ohne mein Zutun übersprungen wurde (habe wohl vor 5min einmal zu viel gedrückt). Als der Film dann endlich lief wollte Daniel ans Fenster wechseln und ich nahm ohne murren seinen Gangplatz ein. 15min später startete der Film dann erneut ;).
Die Nacht war ruhig aber ich schlief nicht wirklich ein. Ich holte für mich und Jordi irgendwann mal etwas aus der Boardbar und mitten in der Nacht wurde noch ein Eis gereicht.

Nach vielleicht 2h dösen war es bereits Zeit fürs Frühstück. Wir hatte über der Bretagne wieder Land unter den Flügeln und segelten mit 1046km/h Amsterdam entgegen.
Die Landung war sehr langweilig, gerade vom Meer her ging es ohne Kurve auf die Bahn und schon waren wir in Amsterdam, Chudemorche (oder wie auch immer man das schreibt).
Der Tritt ins Fingerdock war unangenehm, es war saukalt da draussen und wir eilten ins Gate. Eile war nicht nur wegen der Kälte angesagt sondern auch wegen der Umsteigezeit. So ganz pünktlich kam unser Vogel nämlich nicht runter und die eh schon knappen 60min bis zum Abflug nach Zürich (zwischen Landung und Boarding lagen 15min) halfen nicht gerade.
Philippe und Daniel waren irgendwie extrem gestresst, mir war es egal … wird schon reichen. Auch wenn der Weg nicht kurz war.
Am Schluss reichte es nicht mal fürs Klo, als wir am Gate ankamen war niemand mehr da und die Leute schauten geduldig. Wir waren auch die letzten die im Flieger ankamen und unsere Plätze einnahmen. Auch hier hat die Sitzplatzbuchung nicht geklappt, Jordi sass weit hinten, Daniel und ich immerhin irgendwo in der Mitte.
Am meisten aufgehalten auf dem Weg zum Gate hat uns eine zusätzliche Sicherheitskontrolle nach der Schengen-Einreise. Die Frau direkt vor uns hatte nämlich nicht nur ein Handgepäck sonder eine Tasche, zwei Bilder und einen Metallkoffer, den sie fast komplett ausräumen musste. Wir machten uns einen Spass und lästerten laut, ich hoffe sie hat uns verstanden! Als wir mal dran waren wurden wir Opfer der peniblen Beamten Kamera raus, extra scannen usw .. ist mir auch noch nie passiert.
Der Flug nach Zürich verging sehr schnell und war unspannend, runter sah man wegen dem Wetter sowieso nicht.

Und dann gegen 14 Uhr setzten wir in Zürich auf der Piste auf und wir waren wieder Zuhause! Und das Gepäck? Ich war noch nicht mal am Gepäckband da kam eine SMS von der KLM welche mir mitteilte: Dein Gepäck ist noch nicht in Zürich, es hängt in Amsterdam, geh zum Lost&Found. Gesagt getan, denn nicht nur ich bekam diese SMS.
Und es ist das erste mal wo mein Gepäck einen Anschluss nicht geschafft hat, erstaunlich bei meinen Reisen. Aber in diesem Moment war es mir soooowas von egal. Im Gegenteil, so musste ich den Koffer nicht selber nach Hause schleppen. Den gegen 21:30 wurde er mit dem Taxi bei mir Zuhause abgeliefert. Die Piscoflaschen sind noch ganz und auch sonst alles drin.




Nochmal Danke für die Aufmerksamkeit!
Und nun sitze ich schon fast auf gepackten Koffern ... ab gehts!

Grüsse aus der Schweiz,
Nil



Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Nil schrieb:
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> Und nun auch noch der letzte Teil dieser Serie.

Danke für die schönen Bilder!

> … Ein wunderschöner Bau der Kolonialzeit, eröffnet 1924. Und seit dieser Zeit
> hat man nicht wirklich viel verändert, aber es war alles sauber - aber halt alt. Es ist ein Museum,
> für eine Nacht ein sehr spezielles und empfehlenswertes "Erlebnis" ;).

Kleines Detail am Rande: Das alte Auto hat offenbar ein mit DIN-Lettern geprägtes Nummernschild. Das klassische eben, bevor die hiesigen Straßen mit der häßlichen FE-Schrift überflutet wurden. :-)

Merci vilmol!

geschrieben von: Meinrad aus Kanada

Datum: 26.04.13 05:09

Hervorragende Fotografie, und wundervoll kommentiert. Ganz herzlichen Dank!
Meinrad aus Kanada
Danke, das war ganz großes Kino die ganze Serie, Bilder und Text.
Um den Zusatzcheck in Amsterdam sind wir rumgekommen, aber die nehmen das schon sehr genau dort bei den Flügen aus Lateinamerika. Bei unserem Direktflug aus Lima sind die mit ihren Drogenhunden bis direkt in den Finger gekommen und haben da an allen gerochen.
Wunderbarer Bericht, gerade mal die Schilderung des Heimflugs war extrem spannend. Die Wüste ist ja nicht unbedingt mein Fall, aber die Tatsache, so oft im Jahr so weit herumzukommen, verursacht natürlich viele Fragezeichen (nach Beruf, Freizeit, Finanzen usw). Aber ich weiß, diese Dinge fragt man nicht in Europa... Sieht oft so aus wie Pressefotografen für Orell Füssli (oder etwas Neueres in der Art).

Jedenfalls: toll wie immer! Vielen Dank! Es gibt schon fast keine Gegenden, über die noch nicht berichtet wurde, oder? Ach ja: es fehlt die Durchquerung des australischen Kontinents... (eigenelich zwei: West-Ost und Süd-Nord). Ob das auch mal drankommt?

Freue mich auf die nächste Reise!

LG Gustav
HIER sind meine Reiseberichte zu finden!
Vielen Dank für die Berichterstattung, es ist wie immer eine Freude eure Bilder und die Texte dazu zu genießen.
Wie wenn man selbst dabei wäre....
Sehr unterhaltsam geschrieben und die Fotos sind wie immer 1A. Da reist man gerne mit.
Hallo Nil,

auch von mir vielen Dank für die Bilder und Eindrücke "neben der Strecke". Diese Reise hat wieder viel Spaß gemacht und eine Menge Fernweh geweckt. ;-)

Viele Grüße
Gunar
Hallo Nil,

wieder einmal vielen Dank für die tolle Berichtsserie!

Schönen Urlaub...!

MfG Rheinlandsachse

RoyZieroldPhotography
Moin Nil,

auch von mir ein großes Dankeschön für deinen interessanten Bericht.

Schöne Grüße, Martin
Wunderbar, ich bin schon gespannt, wo es als nächstes hingeht. Vielleicht südliches Argentinien?

kondensierte Grüße, Stefan

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=190387
Kondenslok.de (temporär offline) + Industrial Railways of Indonesia SIG (fc)
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wer sich über Signaturen aufregt, hat sonst nix zu sagen.

Danke für die wieder tolle Serie! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 28.04.13 20:50

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Muchas gracias - das war toll, eure Reise mitzuverfolgen! Nun seid ihr Wuestenexperten...

Ich bin auch gespannt darauf, wo es als Naechstes hingeht. "Irland/Nordirland" steht da noch auf der Themenliste, das ist fuer mich natuerlich von besonderem Interesse ;)

Don Pedro
52 2006 schrieb:
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> Wunderbar, ich bin schon gespannt, wo es als
> nächstes hingeht. Vielleicht südliches
> Argentinien?

Wäre auch eine interessante Ecke deren Reisebericht meinerseits verschlungen würde.

Aber bestimmt gibt es da wieder viel über das Wetter zu klagen :-)

Gruß, Ralf