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Hallo Welt

Nach einem Tag in Dombas bei solala-Wetter blieben wir weiter in der Gegend und hatten dabei mit dem Wetter einfach nur ein Sauglück. Mit dem Verkehr ... nicht unbedingt.

Diesen Teil des Reiseberichts von Jan findet ihr wieder direkt auf seiner Seite:
[www.blockstelle.de]

Viel Spass!




Mittwoch 13. März 2013

Gestern Abend beging ich ein folgenschwerer Fehler. Ich ging zeitlich nach Jan ins Bett und schlief somit erst nach ihm ein. So begann er das Sägen bevor ich das Sägen beginnen konnte ;). Und er legte ganz gut los, so gut, dass ich mich mit Musik zum einschlafen von der Welt der Sägen und Baumfäller verabschiedete - es funktionierte. Erst als das Mando Diao zu Rocken begann wachte ich wieder auf ... aha - Jan hatte seine Holzfällertätigkeit eingestellt, und so kam auch ich zu meinem Schlaf. Merken für nächste Nacht, vor Jan einschlafen, dann ist alles überhaupt kein Problem ;).
Um 7:15 Uhr wollten wir los heute früh, und erst um 7 Uhr kam ich langsam in die Gänge. Im Zimmer war es immer noch kalt und Jan war gerade dabei der Rest der Hütte zu lüften, bibber! Aber das Wetter motivierte zum aufstehen, blau so weit das Auge reichte, und die ersten Gipfel an den gegenüberliegenden Hängen präsentierten sich schon von den ersten Sonnenstrahlen erfasst im seichten rosa Licht.
Um 7:17 Uhr genau stieg in den Golf ein welcher zum aufwärmen schon lief, Jan sass auch schon drin. Also los! Bjorli war erneut das Ziel, und der Güterzug von Andalsnes. Der Talent der davor kommt wollten wir ebenfalls an der Brücke machen, deshalb die zeitige Abfahrt heute.
Es war mal richtig kalt draussen, Minus 17°C zeigte das Thermometer im Auto bei der Abfahrt. Dieser Wert sank immer weiter und erreichte nach dem ersten Foto seinen Höhepunkt. Es war der Talent, bis zur Brücke schafften wir es aber nicht mehr, oder wir waren uns nicht sicher ob wir es noch schaffen. So schossen wir ihn hinter dem Bahnhof Bjorli mit der Bergkulisse im Hintergrund. Und die 5min die wir da, in der Sonne wohlgemerkt, warten mussten waren hart. Der Grund: Minus 25°C unterstüzt von etwas Wind (natürlich von vorne). Heute dürften sich die dicken Klamotten mal wieder bewähren ... brr.

http://bahnpics.com/nil/13.03%20Norwegen/13.03.10%20Norwegen/13.03.13%20Dombasa/N13_7391b.jpg

Der erste Zug des Morgens wirbelt natürlich wieder ordentlich Schnee auf. Es ist der Talent von Andalsnes nach Lillehammer.

Nach 10min aufwärmen im Auto waren wir am Motiv und stellten anerkennend fest: alles schon in der Sonne. Die wenigen Bedenken die in diese Richtung gingen konnten erfolgreich ausgeladen werden.
Ich selber bin noch nie weiter ins Tal rein gekommen als diese Brücke, Jan hingegen natürlich schon. Und er hatte mit der Kyling Bru weiter unten im Tal noch eine Stelle im Kopf die man sich mal anschauen könnte. Das Verfolgen des Zuges von Brücke zu Brücke sei kein Thema, da die Strasse direkter (und schneller) als die Bahn verläuft. Die einzige Unsicherheit lag im Sonnenstand, ob die Sonne schon bis fast auf den Talboden reicht?
Sie tat es, die Brücke war bei unserer Ankunft um kurz vor 9 Uhr schon voll im Licht und mit jeder Sekunde wurde es besser. Fehlt nur der Zug, wenn er denn hoffentlich kommt. Man hörte ihn heute gar nicht, gestern hat man ihn weit runter ins Tal brummeln hören. Dieser Umstand schrieb ich dem Wind aus der falschen Richtung zu. Und so war es auch, den bevor man den Zug hörte sah man ihn vor der Brücke auf einem kurzen geraden Stück. Und wir senkten den Kopf. Ja konnte es den wahr sein? Schlimm! Schlimmer als ... ein Zugausfall, schlimmer als ein ausserplanmäsiger Steuerwagen am Güterzug, es ist nur grausam: Die ersten beiden Tragwagen hinter der Lok sind leer! So dramatisch ist es natürlich nicht :-). Aber es ist schon schade, zudem der Zug bis auf diese Standplätze fast komplett beladen war.
Wir schossen den Zug auf den beiden Brücken wie geplant und setzten zu einem dritten Versuch an. Der Zug war etwas vor Plan und vielleicht steht er die Zeit ja in Bjorli im Bahnhof ab? Wenn wir ihn überhaupt nochmal überholen können dann da, denn wenn er auf der Ebene erstmal Fahrt aufgenommen hat ist er weg, endgültig. Das liegt an der gut ausgebauten Strecke, den schnellen Güterwagen und an den Strassenbehörden, welche im Winter auf der ganzen Strasse 70km/h als Maximum definiert haben. Und niemand anders als Jan weiss besser wie teuer Geschwindigkeitsübertretungen in die Norwegen sind ;).
Als wir, mit der erlaubten Streckenhöchstgeschwindigkeit, am Bahnhof von Bjorli vorbei zogen war der Zug gerade am rein schleichen und er machte wirklich den Eindruck als ob er noch stehen bleibt. Der BÜ hinter dem Bahnhof war anderer Meinung, er hat seine Schranken bereits gesenkt und wartete geduldig in der Kälte auf die Durchfahrt. Aber weiter wollten wir eh nicht, genau dieser BÜ war unser Ziel! Als das Auto vor der Schranke in Stellung gebracht wurde stapften wir im Tiefschnee an unsere Stelle. Der Zug war dabei erst gerade im Anmarsch.
Und so schlossen wir das Kapitel des frühen Vormittags mit 3 Bildern des Güterzuges und einem Talentbild ab. Erfolgreich ... naja, bis auf das mit den leeren Tragwagen.

http://bahnpics.com/nil/13.03%20Norwegen/13.03.10%20Norwegen/13.03.13%20Dombasa/N13_7400b.jpg

Der Güterzug nach Oslo befindet sich noch im Talkessel und überquert gerade die Kylling bru, die zu unserem Glück bereits von der Sonne erfasst wurde.

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Im Containerbahnhof von Verma wurden die letzten Stellplätze des Zuges gefüllt und nach kurzer Standzeit ging es weiter. Wir erwischten daher den Zug ein zweites mal auf der Stuguflåtenbru kurz vor Bjorli. :).
Nein, leider nicht, die zwei Wagen hinter der Lok blieben frei, digital wurden sie aber gefüllt.


http://bahnpics.com/nil/13.03%20Norwegen/13.03.10%20Norwegen/13.03.13%20Dombasa/N13_7426b.jpg

In Bjorli schlicht der Zug durch den Bahnhof und wir bekamen so ein drittes Bild vom Zug kurz hinter dem Bahnhof.

Wir fuhren dem Güterzug hinterher bis nach Dombas um dann für die lohnenden 10min aufs Fjell zu fahren. CargoLink und der rote standen an. Für beide mussten wir uns im vordersten Teil des Fjells eine Stelle suchen, da es nach hinten nicht mehr reichen würde. Die leise Hoffnung das wir den Güterzug auf der Strecke bis Dombas nochmal überholen wurden nicht erfüllt, wie erwartet. Dafür stand die G4000 mit dem winkenden Lokführer dann in Dombas vor dem Einfahrsignal. Na toll, die Pause hätte er doch auch in Lesja machen können? ;)
Wir eilten aufs Fjell und eine Stelle war ebenfalls bereits im Kopf gespeichert. Der ganz gewöhnliche Blick auf die gerade hinter Fokstua sollte es werden. Aber nicht unten von der Strasse aus, wie immer, sondern oben vom Hügel hinter der Strasse. Das bringt die nötige tiefe ins Motiv und ich frage mich schon die ganze Zeit weshalb ich bisher nie auf die Idee gekommem bin da an Höhe zu gewinnen.
In der Eiseskälte standen wir dann und warteten auf die beiden Züge die im Programm standen. CargoLink kam gestern zu früh, stellte uns heute dafür auf eine Zerreisprobe. Kam er vielleicht schon, denn zu der Zeit von Gestern kam er nicht. Und auch zur Planzeit kam .. doch, da hinten stäubt etwas durch den Wald. Sehr gut, mit nur einem kleinen bisschen Plus rollte die schöne Trax (diesmal mit grosser Werbung auf der Seitenfläche) vor einer stattlichen anzahl Wagen (die meisten beladen) übers Fjell. Genau sooo hatten wir uns das vorgstellt.

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Sprung aus Dovrefjell! Hinter Fokstua stiegen wir durch den Tiefschnee den Hügel hinauf um den CargoLink Zug nach Süden von erhobener Position aus Fotografieren zu können.

Nach dem Anblick dieser Lok war auch klar das wir den gefassten Plan diesem Zug zu folgen umsetzen wollen. Aber erst stand noch der rote an, welcher nun in kaum 5min hinter dem CargoLink Zug auftauchen müsste. Er tat es natürlich nicht, wenig erstaunlich. Erst mit etwa 10min Verspätung zog eine Staubwolke durch die Kurve auf die gerade. Das warten in der kälte hatte sich gelohnt, jeder frierende Zeh. Der rote strahlte uns entgegen und ist ein echter Blickfang in der weissen Landschaft.

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Wegen Verspätung von CargoLink reichte es für den roten nur noch ein paar Meter weiter rüber, er kam gleich dahinter.

Verfolgen, ja, keine leichte Sache. Erst mussten wir zurück zum Auto und dann war da noch Lex Wilderness im weg. Kurz bevor der rote kam fuhr ein Bus vor die Einfahrt zu unserem Parkplatz und spuckte eine ganze Ladung Kinder mit Skiern aus. Nicht genug folgte dem ersten Bus gleich ein zweiter. Die Busse waren zwar weg, aber die ganzen Kinders versperrten den Weg zur Strasse und den Wendeplatz - der natürlich als einziges geräumt war und deshalb zum rumstehen genutzt wurde. Die Lehrer grüssten freundlich und forderten die Horden auf doch bitte Platz zu machen. Das machten die auch, aber nur gemächlich und die Minuten zerronnen in den Fingern.

http://www.blockstelle.de/n32/130313-32.jpg

Bild von Jan: Lex Wilderness, das Gesetz der Wildnis: Du bist nie allein! Plötzlich wimmelte es auf der Alm von skiwütigen Schulkids.

Endlich in Dombas angekommen verliessen wir den Ort zeitgleich mit dem roten und somit war klar, ein zweites Bild von diesem Zug ist definitiv nicht möglich. Dafür dreht er bis Dorvre zu stark auf. So war auch mit jedem mal wo wir den Zug sahen die Distanz grösser. Aber CargoLink müsste eigentlich noch zu holen sein. In der Theorie lässt er sich vor Otta vom roten überholen und steht deshalb fast 20min rum. Da nun aber der rote so viel zu spät war könnte man natürlich die Überholung verlegen oder gleich ganz sein lassen. Wir wussten es nicht und fuhren mal bis zum Planmäsigen Überholbahnhof. Da war aber gar nix zu sehen, und so brachen wir die Aktion ab. Schade, zwei Bilder mehr hätten jetzt sein dürfen. Aber das weitere Verfolgen wäre Blödsinn, wir wussten nicht wo sich CargoLink hingestellt hat, wenn es blöd läuft in Otta, und nochmal 30km hin und 30km zurück erschiehen uns reichlich sinnlos.
So drehten wir um und fuhren wieder an Dombas vorbei aufs FJell. Ja, der aufmerksame Leser merkt schon, dass war eine ziemlich überflüssige Aktion die uns ausser dem Verlust von Zeit und Sprit gar nichts brachte. Aber wir haben von beidem genug in Tasche und Tank, also kein Grund zur Sorge ;).
Nächstens auf dem Fjell zu sehen gab es: Signatüür von hinten und der Güterzug von vorne den wir gestern nicht gesehen haben. Für die beiden Züge schien uns der Abschnitt direkt hinter dem Bahnhof von Kongsvoll als optimal. Ein Blick ins Tal, mit der Sonne von hinten – prima! Wir standen noch nicht lange an der Stelle da kam der blaue auch von hinten. Und dann sollte es lange 20min gehen bis der Güterzug kam, denn zu früh war er heute ganz offensichtlich nicht.

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Nach dem Mittag auf der anderen Seite des Fjells. Bei Kongsvoll legt sich ein blauer Signatüür mit Eilzug nach Trondheim in die Kurve.

Die 20min vergingen schnell dank meinem Hörbuch im Ohr ("er ist wieder da", Super! ;)). Es war aber auch auf der Nordseite des Fjells kein bisschen wärmer, so frohren Füsse, Hände und Kopf im Wind schon nach wenigen Minuten.
Und kam der Güterzug? Natürlich nicht, zur Planzeit nicht und auch darüber hinaus tauchte er nicht auf. Das Studium der CargoNet Hompage über Jans Handy brachte dann die Lösung, der Zug verkehrt nur noch Freitags. Genau so wie der 18 Uhr Zug am Abend nach Norden, auf den wir gestern in der kälte gewartet haben. Blöd, den im Bildblatt war das Zugpaar noch als Montag - Freitag aufgeführt. So wussten wir auch weshalb wir ihn gestern nicht gesehen haben.
Da heute zum Glück Mittwoch ist hatten wir aber einen Zug mehr als gestern, um 15 Uhr ein Güterzug Südwärts. Wow, der erste CargoNet Güterzug auf dem Fjell im Licht, nach zwei Tagen!
Das Wetter, ich darf es wiederholen, war noch immer super, Einfach nur blauer Himmel von Horizont bis Horizont. Keine Wolken, keine Schneestürme, keine Fluseln, perfekt. Dass man so etwas noch erlebt ist höchst erfreulich und im Winter hier überhaupt nicht selbstverständlich.
Für den Güterzug nach Süden, einer der überall ein bisschen spitz im Licht kommt, wählten wir die Militärbasis kurz vor Hjerkinn aus. Da stand heute ein Auto wo gestern keins stand und signalisierte, dass man doch weiter rein kommt als gedacht. Also folgten wir der Spur und stellten uns daneben. Der Blick war bombig, tja, warten auf den Zug und dann fertig.
Es war nicht wärmer und der Wind wurde, auf tiefem Niveau, stärker. Und auf einmal wurde es dunkler und dunkler. Sabberschmodder machte sich vor der Sonne breit und verdunkelte die Szenerie. Leider nicht nur in den Minuten vor dem Zug sondern auch bei dessen durchfahrt. So frohren wir "vergebens" und der Zug war im Schatten vorbei. Jan zweifelte langsam an der Sinnhaftigkeit der ganzen Angelegenheit und zählte Minutiös alle "versauten" Bilder von heute auf. Dabei wurden sogar die fehlenden Container wieder erwähnt ;). Das schlimme daran, ich konnte ihm nicht wiedersprechen. Es war echt ein bisschen ein Fluch heute. Alles passt, und dann fehlen die Container, oder die Sonne scheint in den entscheidenden 5min nicht ... . Aber was man dabei nie vergessen darf, und da einigten wir uns darauf, es ist Urlaub. Geniessen wir das Wetter und das darum herum, für alles andere sorgt dann der Disponent und der Lokführer schon von alleine. An den Wettergott denken wir besser nicht, der ist uns eh nicht positiv gesinnt ;).
Eigentlich war mal der Plan diesen Zug nach Dombas zu verfolgen um ihn bei der Einfahrt zu schiessen. Wir vertrödelten aber wieder zu viel Zeit und kamen auch auf der Strasse nicht vorwärts. Also sein lassen und ab zum See. Der Streiflichtschluss auf den Nordfahrenden Güterzug, wie gestern verhauen, schrieh danach wiederholt zu werden. Wir verwehrten ihm diesen Wunsch nicht. Und da der Güterzug gestern zu früh kam rechneten wir heute einfach auch mal damit.
Also gleich wieder raus aus dem geheizten Auto in die Minus 15°C, raus in den Wind um auf ein Zug zu warten. Mit Musik im Ohr lief ich auf den See und wartete da einfach mal. 15min, 30min .. nichts geschah. Nur am Himmel war gut etwas los. Der kleine Fussel von vorhin war zu einer veritablen Siffschicht heran gewachsen und waberte im Bereich des Sees vor der Sonne umher. Ein Ende war aber zu sehen und das Licht wurde auch immer mal wieder stärker. Wir warteten Geduldig. Der Güterzug hatte weniger Geduld und kam noch zu einem relativ dunklen Zeitpunkt, lange nicht zum dunkelsten, aber hell war es nicht. Und "zu allem Überfluss" war er auch nocht mit einer Railpool CargoNet El19 bespant. Schöööne Loks, und nur wieder ein Bild von so weit weg. Schade.

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Der CargoNet Zug, mit einer von Railpool gemieteten El19, vor dem Vålåsjøn. Während sich der der Zug am sicheren Ufer befindet lief ich auf den gefrorenen See hinaus.

Die Wolkenfront war durch und der blaue Himmel strahlte uns wieder entgegen. So etwas aber auch, da sabbert pünktlich zu den zwei einzigen Güterzuügem am Nachmittag Wolkenzeug vor der Sonne rum um dann zum Signatüür wieder zu verschwinden. Für diesen Signatur stellten wir uns nochmal zum Militär bei Hjerkinn und warteten. Vielleicht kommt ja ein roter? Haha, guter Witz. Wir stellten uns wegen der kälte erst raus als der Zug sicher schon im Anmarsch war. So minimierten wir den Aufenthalt im Wind, es stürmte mitlerweile ein bisschen, auf das nötigste. 10min waren es dann aber doch wieder, und die reichten um die Sitzheizung zum begehrten Objekt zu machen.
Der Signatüür, natürlich ein blauer einfacher, kam pünktlich und rollte am Motiv vorbei. Der nur wenige Sekunden zuvor durchfahrende Tine LKW auf der Strasse war zum Glück schnell genug wieder weg, sonst hätten wir sehr ungehalten reagiert - denn LKWs gibt es auf dem Fjell im Winter wahrlich nicht viele.

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Und der Knaller von diesem Tag: So sieht selbst ein blauer Signatüür klasse aus! Kurz vor Hjerkinn von dem Platz einer Militärbasis.

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Trotz des wunderschönen Wetters war es, wegen dem Wind, saukalt ausserhalb des Autos.

Zurück zur Hütte! Das Programm war vorbei, es war zwar noch nicht mal 17 Uhr, aber es stand nichts mehr an im Licht, zumindest nichts im Bildblatt stehendes. Auf dem Weg nach Dombas änderten wir unseren Plan für den Abend etwa zwei dutzend mal. Essen beim Burger, Essen in der Hütte, Essen in der Pizzeria, alles war dabei. Gleich in die Hütte, oder erst zur Kaffeteria wegen W-Lan ... wie auch immer.
Am Schluss landeten wir in der Kaffeteria und updateten uns in Sachen Wetterbericht (erfreulich) und ich konnte mit dem Zuhause mal wieder in Kontakt treten. Um das Hotel bzw. die Hütten für die letzten beiden Nächte zu Buchen reichte es aber nicht mehr.
Wir sind vor dem Besuch in der Kaffeteria noch am Bahnhof aufgetaucht und Fotografierten den abgestellten Talent wie er auf Anschlussfahrgäste vom roten aus Oslo wartete. Er erstrahlte noch in der Sonne und so gab es ein letztes ungeplantes Sonnenbild. Da am Bahnhof krempelten wir den Plan aber gleich nochmal etwas um. Wir wollten erst den roten in der Dämmerung bei seinem Aufenthalt fotografieren. Es war aber absehbar das zu dieser Zeit der Himmel hell und sonst alles dunkel sein würde, dass mussten wir uns nicht geben.

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Der Talent wartet in Dombas auf Anschlussfahrgäste von Oslo die nach Andalsnes weiter wollen.

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Block vom Bahnhof Dombas, malerische Gegend!

Und was macht man mit dem roten wenn man sonst keine Idee hat? Genau, man macht Kunst! Wie schon im Herbst vor zwei Jahren war es auch diesmal nicht anders - warum auch? Wir fuhren nochmal hoch aufs Fjell und stellten uns bei Fokstua an die Einfahrt zum ... Dingskomplex. Der rote kam im Plan und das Ergebnis schauen wir uns dann zuhause am Computer wieder an. Die Stimmung am Himmel war klasse, ob es das Bild auch so wiedergeben kann weiss ich aber noch nicht. Kunst halt ;).

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Nochmal auf dem Fjell bei Fokstua. Der rote in der Dämmerung bevor die Nacht komplett über das Fjell bricht.

Das letzte Bild war drin und jetzt führte uns der Weg definitiv nach Dombas. Wir mussten noch das Hotel bzw. die Hütte für die kommenden Nächte im W-Lan Buchen (zum Glück hat man im Auto vor der Kaffeteria auch Empfang), wir brauchten Geld und Einkaufen mussten wir auch noch. Alles erledigte sich wunderbar und 20min später schlitterten wir auf den Parkplatz unserer Hütte.
Chefkoch Jan zauberte wieder und ich las den im W-Lan gezogenen Tages Anzeiger auf dem iPad um etwas auf dem laufenden zu sein was den Alltag in der Schweiz betrifft. Nach dem Essen statten wir den Platzbesitzern, einem älteren Ehepärchen, einen Besuch in ihrer Hütte ab. Wir mussten bezahlen und vor allem die gute Seele des Platzes nutze die Gelegenheit mal wieder mit jemandem zu sprechen. Also mit jemandem anderem als ihrem Mann ;). Es war nett und wir merken uns den Platz auf jeden Fall fürs nächste mal vor. Mit dieser Herzlichkeit und dem Angebot gewinnt man Stammkundschaft - hm, damit sage ich eigentlich schon das ich mal wieder zurück kommen will, aber ja, es stimmt. Es ist zwar schon mein vierter Besuch in Dombas (bei Jan ist die Zahl vermutlich schon 2-Stellig), aber trotzdem finde ich immer wieder neue Motive die man mal ausprobieren müsste. Natürlich braucht es auch einige Anläufe bis etwas mal klappt, haben wir heute wieder gesehen. Da kann das Wetter scheinbar perfekt sein, aber gepaart mit wenigen Wolken und noch weniger Verkehr kann auch viel schief gehen. Man kennt es, aber man weiss um diesen Umstand wenn man sich auf den Weg nach Norwegen macht. Es ist Anspruchsvoll ... und das wird es auch immer bleiben.

Nun sitzen wir wieder in der Hytter, mein Bier hat jetzt noch etwas drin und darauf freue ich mich jetzt!




Donnerstag 14. März 2013

Draussen war es heute so wie gestern, nämlich völlig blau und Wolkenlos. Es sah kalt aus und auf dem Auto lagen wieder einige cm Neuschnee. Ein schöner Morgen! Wir räumten die Hütte auf, stellten das Gepäck zusammen und anschliessend ins Auto. Es war der letzte Morgen in Dombas, für heute Abend hatten wir die Hütte nördlich Trondheim wieder reserviert, die von der ersten Nacht. Eigentlich wollten wir unser Zuhause der letzten Nächte ja noch kurz durchfegen, fanden aber keinen Besen nirgends. Dann halt nicht? Aber wir sind ja ordentliche Leute, wirklich schmutzig war es auch nicht.
Um genau 7:30 Uhr wollten wir los und genau zu dieser Minute sassen wir im Auto. Jan erklärte mir auf dem Weg nach Dombas, dass er eigentlich nochmal mit dem Raumabahn Güterzug liebäugeln würde, die Sinnlosigkeit der Aktion aber einsehen würde. Ausserdem, dass sahen wir zu dem Zeitpunkt, hingen da hinten Wolken. Gut, so war gar niemand zu überzeugen und der Tag sollte wie geplant direkt an der Dovrebahn beginnen.
Vor der Kaffeteria holte ich mir noch eben die E-Mails aufs iPad, die erwartete Bestätigung der Hütte war dabei - Hütte 14 sei uns, der Schlüssel stecke und man sei nicht da.

An einem Morgen gibt es auf dem Fjell gleich dreierlei spannende Südfahrer innerhalb von etwa einer Stunde zu sehen. Ganz schön blöd das die drei so dicht aufeinander liegen, die Zeit zum grossräumigen wechseln fehlt komplett. Der Reigen beginnt mit einer CargoNet Leistung, gefolgt nach 45min von CargoLink und dem wiederum sitzt mit 15min Abstand der rote im Nacken. Vor allem die zweite Pause ist wirklich zu kurz um sich gross zu Bewegen.
Die Vorstellungen von mir und Jan gingen heute früh etwas auseinander, so kurvten wir erst nach Drivstua runter um dann wieder aufs Fjell zu fahren. Die Ausblicke auf die Schneefläche lockte uns wieder hinauf, da oben ist "richtig" Winter.
Meine Vorstellungen von der ersten Stelle war nahe dran zu stehen, um die CargoNet Lok etwas grösser im Bild zu haben. Eine El14 (die schwatten Kisten sieht man sonst ja kaum auf dem Bild) oder TRAX hätte ich gerne in "gross". Für CargoLink wäre ich ebenfalls gerne etwas näher gestanden, um die RailPool Lok etwas grösser zu sehen ... den roten könnte man dann wegen mir auch irgendwie quer schiessen. Jan hatte andere Pläne, eigentlich gerade etwa entgegengesetzte ;). So kam es, dass wir unser Heil in getrennten Standpunkten sahen. Das war ganz blöd weil: Draussen war es -24.5°C und ich hatte eigentlich nur wenig Lust in der Kälte zu stehen und auf einen Güterzug zu warten. Normalerweise kommen die zwar immer ganz pünktlich, aber wie "normal" alles ist haben wir in den letzten beiden Tagen Dovrefjell ja zur genüge erlebt.
Aber das wird schon. Und da die von mir bevorzugte Stelle eh nur zu Fuss erreichbar war (direkt an der Strasse, aber ohne Möglichkeit zu Parken) musste ich eh raus stehen. Also tschüss und in 30min müsste der Güterzug ja auch schon kommen.
In der Kälte ging es eigentlich, es ging kein Wind und so kühlte ich deutlich langsamer aus als sonst. Natürlich wurde es nach einiger Zeit trotzdem fröstelig, an den Füssen und im Gesicht. Wäre der Güterzug pünktlich gewesen wäre es wunderbar gegangen. Aber anstatt der Güterzug kam ein Wind auf und das warten wurde unangenehmer. Heute früh war einiges an "gelber Gefahr" unterwegs, Baugerödel. Vielleicht ist es noch im Weg und der Güterzug kommt gleich? Ich harrte aus in der Kälte und vertrieb mir die Zeit mit dem aufwärmen der Füsse, was nur so mehr oder weniger gelang.
Mit der Musik im Ohr vergass ich die Zeit und plötzlich, als die Zeit für CargoLink schon fast vorüber war, hupte ein VW Golf zu mir hin. Jan war am Stellenwechsel, seine Stelle war aus dem Licht und er suchte etwas weiter unten.
Ich blieb da obwohl ich eigentlich auch wechseln wollte, da hatten wir uns falsch verstanden. Aber immerhin hatte er eine Info für mich: CargoNet (seit fast einer Stunde überfällig) habe etwa 90min Verspätung. Zumindest sei der Zug mit soviel Verspätung zur Entladung auf der CargoNet Homepage gemeldet (was man im Internet nicht alles für Informationen findet).
Eine gelbe Gefahr war genau zu dem Zeitpunkt auch noch auf der Strecke, eine Schneefräse profilierte die Einschnitte neu. Das erste Bild, juhu. Doch die Fräse räumte genau bis zum Einschnitt vor mir, machte dann auf einmal kehrt und fuhr schleunigst davon in Richtung Hjerkinn. Hee! So geht das nicht, ich wollte doch ein Foto machen. Es war klar weshalb sich die Gefahr schnell aus dem Staub machte, der rote stand an und den will man nicht mit basteln behindern. Hochwertiger Eilzugverkehr von Nationaler Bedeutung natürlich.
Es war jetzt etwas blöd, weil der rote kam noch vor den beiden Güterzügen. Ich wollte ja CarogNet an meiner Stelle, CargoLink wäre mir auch recht gewesen, aber der rote wollte ich da eigentlich überhaupt gar nicht machen. Die Kiste habe ich da doch schon mal im Herbst. So etwas blödes aber auch ... warum ist der Fahrplan nicht einfach richtig?

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Der Fahrplan an diesem Vormittag war ganz schön durcheinander. Zwei Güterzüge die vor dem roten kommen sollten kamen nicht .. dabei wollte ich den roten an dieser Stelle eigentlich gar nicht machen.

Jan holte mich ab, aber weit kamen wir nicht, wir vermuteten beide Güterzüge im Block hinter dem roten. Also wagten wir es nicht bis Kongsvoll runter zu fahren, die Entscheidung war gar nicht falsch. Den kaum waren wir an den Stellen rumpelte auch schon etwas hinter dem Eck. Ich stand weiter weg von der Strecke an einem Landschaftsblick ... genau da wo ich eigentlich weder für CargoNet noch CargoLink stehen wollte. Aber die Stelle gefällt mir und so "musste" ich da hin. Es kam der CarogNet Zug mit *arrrg* El14 davor. Warum nicht TRAXX, die wäre wenigstens aufgefallen. Oder warum nicht gleich mit El18? Einige Loks sind ja bei CarogNet im Einsatz. Wobei die wohl auf der Bergenbahn verkehren sollen, mit so einer rechneten wir also gar nicht erst bei uns.

http://bahnpics.com/nil/13.03%20Norwegen/13.03.10%20Norwegen/13.03.14%20Trondheim/N13_7512b.jpg

Das wäre meine Stelle für den roten gewesen, aber dann halt mit dem Güterverkehr. Erst mit dem CargoNet Zug mit El14

Ich lief mal in Richtung Parkplatz und dachte, dass Jan jeden Moment angebraust kommt und den Wechsel nach Kongsvoll doch noch zu wagen. Aber er kam nicht, stattdessen rauschte es wieder verdächtig und ich lief zurück zum Fotopunkt. Und im Block hinter der CargoNet kam der CargoLink Zug.

http://bahnpics.com/nil/13.03%20Norwegen/13.03.10%20Norwegen/13.03.14%20Trondheim/N13_7520b.jpg

Und weil es so schön war nach 10min gleich noch CargoLink hinterher ...

http://www.blockstelle.de/n32/130314-11.jpg

Bild von Jan: Bei ihm sah es dann so aus ... auch nicht verkehrt für diese Lok. Nur hätte es für einen Wechsel nicht gereicht, „blöder“ Fahrplan.

Super. Was ist noch blöder als 3 Züge innert einer Stunde? Richtig, 3 Züge innert 30min, dass man auch ganz sicher nicht wechseln kann. Und noch besser daran ist, dass diese drei Südfahrer das ganze Programm für den Vormittag und den Mittag stellen, erst um 13 Uhr kommt ein Signatüür übers Fjell und um 15 Uhr dann ein Güterzug. Die drei Züge könnten doch einfach .... ach, lassen wir das.
Wir fuhren runter vom Fjell in Richtung Trondheim. Da "im Tal" suchten wir uns etwas für den Signatüür und den Güterzug. Wobei unser Hauptaugenmerk auf dem Güterzug lag, der Signatür war die Sättigungsbeilage die wir doch auch noch ganz gerne mitnahmen. Aber wenn sich nichts ergäbe, ergäbe sich nichts. Vorbei an Oppdal ging es immer weiter nach Norden. Wir fanden einige schöne, sehr schöne, Landschaftsblicke denen es aber nach dem Mittag allen an Sonne mangelt. Da müsste man für das 3er Paket am Morgen hin.
Am Schluss, wir waren schon fast in Stören, entschieden wir uns für eine Stelle die wir kurz zuvor angefahren hatten. Eine offene Fläche für den Signatür einfach vom Weg aus umzusetzen, für den Güterzug war ein 300m Fussweg durch den Tiefschnee nötig, dank Schneeschuhen (für mich) aber kein Thema.
Der Signatür kam reichlich früh und war reichlich blau. Aber es war mehr als die befürchtete Notschlachtung, das Foto ist richtig Nett.

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Signatüür nach Norden kurz hinter Berkåk. Wir nahmen ihn als Sättigungsbeilage mit und wollten uns dann für den Südfahrenden Güterzug richtig stellen ... wenn wir gewusst hätten. ARG.

Jan fuhr an eine einfacher zu erreichende Stelle und ich stapfte durch den Schnee auf die andere Seite des freien Abschnitts. Auch dieser Ausblick war herzallerliebst, ich stand endlich mal nah dran und würde auch etwas von der Lok sehen, El14 oder Trax, mir Wurscht.
Ich stand in der Sonne und die Temperaturen waren angenehm, nur noch im einstelligen Minus Bereich, ausserdem wehte kein Lüftchen. Ich wartete und freute mich auf den Güterzug als eine SMS von Jan kam. Ich hätte ja gerne etwas gelesen wie: „PHOA, Güterug mit El18 Doppeltraktion auf dem Weg zu dir“, aber was gab es? Komme zurück, Güterzug fährt nur noch Mi und Fr. SUPER, schon wieder ein (planmässiger) Ausfall. Genau so wie schon der Zug davor. Der fährt anstatt Mo - Fri nur noch am Fri.
Arg, da hat man zwei Tage lang das allerbeste Wetter am Fjell und man reist trotzdem kaum etwas. Was ist den los mit CargoNet? Da fällt viel aus, so kennt man es gar nicht. Auf jeden Fall ist es reichlich doof, so verkehrt an einem normalen Tag, wenn es nicht gleich Freitag ist, gerade mal noch ein Güterzug im Licht nach Süden, der am Anfang des 3er Packets. Und der schneidet sich mit den Andalsneser. Die Situation am Dovrefjell ist diese Saison echt (tschuldigung) besch...eiden!

In der Sonne ging es nach Norden, vorbei an Trondheim. Ja - vorbei an Trondheim, ein Signatür liessen wir dabei noch ziehen, auf eine blaue Wurst im spitzen Licht hatten wir keinen Nerv, ausserdem hatten wir ein Ziel nördlich von Trondheim welches unsere Pünktlichkeit verlangte.
Trondheim meisterten wir gekonnt. Es war zum Glück kein Stau im Baustellenbereich der Umfahrung und so verloren wir aufs Navi kaum Zeit. Positiv fiel in der Gegend als erstes gleich die weisse Landschaft auf. Auch um Trondheim ist in den letzten Tagen Neuschnee gefallen, und er blieb liegen. So präsentierte sich die Landschaft deutlich winterlicher als noch letzten Sonntag. So gefällts mir!
Zu unserem Ziel: Zwei mal die Woche verkehrt ein Kalkzug von Schweden nach Levanger, Nördlich von Trondheim. Der Zug kommt über Storlien rein, macht in Hell Kopf und fährt dann noch hoch bis nach Levanger. Wir erinnern uns, am Montag hatten wir den Zug in Schweden bereits einmal gesehen. Heute Donnerstag ist der zweite Verkehrstag. Der Zug sollte um 17 Uhr in Hell eintreffen, da Kopf machen und 20min später weiter nach Norden fahren. 17 Uhr ist reichlich spät, beim Sonnenuntergang um 18 Uhr sowieso. Aber wenn er pünktlich ist und uns die Sonne bis am Schluss beehrt dürfte es noch zwei Bilder geben.
Wir suchten vor Hell eine schöne Stelle und fanden die auch. Nur der Parkplatz war etwas blöd. Wir wählten den besten der blöden Plätze aus und ersparten uns faulen Säcken dadurch 500m Fussweg ;) Wir standen an der Strasse und blickten runter auf das Panorama mit gefrorenem Fluss, Bahn, Hügel vorne und hinten. Alles perfekt.
Wir schauten uns nach dem platzieren an der Stelle an und lachten beide, keiner von uns glaubte nämlich daran, dass der Zug wirklich kommt. Wir haben heute schon so viel Zeit auf gar nichts gewartet, da darf der Zug eigentlich nicht kommen. Es hätte mich auch nicht mehr gestört ... Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Aber wir wurden eines besseren belehrt, die Schatten waren schon lange als Jan ein regelmässiges tröten zu vernehmen meinte. Bald hörte ich es auch und es war klar, der Zug kommt. Natürlich kam Punktgenau zum Zug auch ein LKW auf der Strasse – dessen Kutscher hatte es aber eiliger als die MZ Besatzung. Es hätte aber auch gepasst ;). So bekamen wir das Bild des schönen Ganzzuges in der Kurve und es entlöhnte doch für die Mühen des Vormittags.

http://bahnpics.com/nil/13.03%20Norwegen/13.03.10%20Norwegen/13.03.14%20Trondheim/N13_7545b.jpg

Wir sind an Trondheim vorbei gegurkt und nun bereit an der Strecke von Norwegen nach Hell. Es stand ein Güterzug an ... aber bevor der kommt waren einige Flugbewegungen am Himmel zu beobachten.

http://bahnpics.com/nil/13.03%20Norwegen/13.03.10%20Norwegen/13.03.14%20Trondheim/N13_7556b.jpg

Wir haben nicht mit dem Zug gerechnet, auch wenn wir uns extra für ihn bestellt hatten – zu häufig hatte uns der Güterverkehr verarscht. Aber auf TX war verlass! Kurz vor Hell, bei Stjørdalselven, rollt die MZ zum Meer.

Und jetzt noch ein zweites Bild? Nördlich von Stjørdal gibt es die Stelle an der wir letzten Samstag schon mal standen. Damals sagten wir beim Blick auf den Fahrplan noch: Wäre Montag oder Donnerstag käme jetzt ein Güterzug. Und heute war es soweit. Aber wird es denn gehen? Am Horizont lag eine Wolkenschicht und ich sah es schon dunkel werden. Ausserdem waren wir an der Stelle auf eine freie E6 angewiesen. Selbst ein Auto würde im Bild stören, ein LKW das ganze Bild verunmöglichen. Nun ist der Wunsch auf eine freie E6 zu dieser Tageszeit ziemlich fromm, da folgt LKW auf Auto auf LKW.
Die Sonne war noch stark und das konstante grummeln kündigte den Zug etwas vor Plan an. Autos, LKW's? Eine Kolonne kam gerade auf uns zu, der erste LKW zog vorbei, der Zug war in Sichtweite. Klackklack und bis auf ein Auto welches bei den letzten Bildern im Weg war, war die Strasse frei von Verkehr. Das konnten wir mal als Glück bezeichnen.

http://bahnpics.com/nil/13.03%20Norwegen/13.03.10%20Norwegen/13.03.14%20Trondheim/N13_7568b.jpg

Der Zug hat in Hell Kopf gemacht und fährt dann der Küste Entlang nach Norden. Beim Hof Hilan gelang ein zweites Foto im allerletzten Büchsenlicht.

Da kein Triebwagen anstand und die Sonne in 5min im Schmodder sein dürfte räumten wir zusammen. Zum Einkaufen ging es nochmal zurück nach Stjørdal. Im Super Hyper Mega Coop besorgten wir uns alles fürs Abendessen. Pölser, diesmal mit gesunder Beilage – Salat mit Tomaten. Alles was wir wollten bekamen wir, sogar das Bier. Und um 240 Kronen erleichtert verliessen wir den Einkaufstempel wieder. Bei den Preisen zucke ich jedes mal zusammen ... bloss nicht zu viele Gedanken darüber machen.
Die Hütte 14 war leer als wir am Platz eintrafen, nur wirklich warm war sie nicht - kennen wir doch vom Samstag, die kleinen Öfen haben kaum die Kraft eine kalte Hütte auf Betriebstemperatur zu bringen. Aber da mussten wir durch! Dafür gab nach der Ankunft gleich mal eine heisse Dusche. Hütte 14 verfügt sogar über eine richtige wahrhaftige Duschkabine im Bad. Wow, ist das auch in Skandinavien angekommen? Da wo das ganze meist aus einem Boden mit Ablauf besteht und je nach Duschkopf alles unter Wasser steht. So bleibt der Boden im Bad nämlich schön sauber und trocken ;).
Nach dem Essen verschwand Jan plötzlich und kehrte 2min später mit einem grossen Elektroofen zurück. Den hat er sich in der leeren Hütte 15 „geborgt“, wir waren schon letzten Samstag froh um ihn (da ja noch in Hütte 15 ;).
Der Abend ist noch jung, das Bier leer, die Bäuche voll und wir sitzen auf dem Sofa und geniessen das Nichtstun. Nur haben wir Internet ... und was gibts da zu lesen: Der Papst ist gewählt, wow, und jetzt?




Der nächste Teil wird dann bereits der letzte. Wir bleiben aber in der Ecke und Fliegen am Schluss zurück nach Hause.

Grüsse aus der Schweiz,
Nil



Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...

Super, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 13.04.13 00:29

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Hallo Nil,
meine Güte, ist das lange her... ;-)
Auch wenn nun endlich der Frühling ausbrechen soll, ist es schön, nochmal in den Erinnerungen an unsere Reise zu schwelgen.
Viele Grüße, Jan

Danke für die schönen Bilder!

Ist der Güterverkehr aus Andalsnes planmäßig?
Wir waren im Sommer dort, da gab's nur Personenverkehr.
Herrliche Bilder!
Vielen Dank fürs zeigen.

Viele Grüße,
Kreuzkopf
Hallo Nil, hallo Jan,

einfach wunderbare Bilder habt Ihr da aus Skandinavien mitgebracht :)

VG Steffen
Nil schrieb:
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> Im Containerbahnhof von Verma wurden die letzten
> Stellplätze des Zuges gefüllt und nach kurzer
> Standzeit ging es weiter. Wir erwischten daher den
> Zug ein zweites mal auf der Stuguflåtenbru kurz
> vor Bjorli. :).

Ein sehr spezieller Zug, von dem es gleichzeitig "aufgenommene" Fotos mit unterschiedlicher Ladung gibt. Der Obercontainerverlader von Verma hat da wohl in der Hektik des ungewohnten Ladungsaufkommens nicht so ganz aufgepaßt ...

Aber ansonsten natürlich eine interessante Tour mit sehenswerten Ergebnissen.

Horst

http://www.bahnen-im-norden.de
auch in der Galerie und bei Flickr
Wieder mal ein klasse Bericht und herrliche Bilder von Euch beiden!

Es ist wie immer: Die Fortsetzung kann ich kaum erwarten...