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Hallo Welt

Zweiter Teil der kleinen Peru Serie. Wir bleiben in den Anden und wir haben uns langsam eingelebt. Wir erlebten erste Highlights, merkten aber je länger je mehr auch wo die „Probleme“ für den geneigten Fotografen bei dieser Eisenbahn liegen.

Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de] --> auf nach Lima!

@Jan Olaf Heiland
Da kommt noch mehr, auch von dir angesprochene Eisenbahnen.
Was für ältere Loks meinst du? Bewusst haben wir nie andere Typen als diese gesehen ... oder ich habe es mal wieder nicht gemerkt ;)

@Don Pedro
Merci, schön das du auch diesmal wieder zur Stelle bist und uns unwissende über die Details informieren kannst.

@Patrick
Das mit den Lynetter beantwortet sich bereits weiter unten .. :)

@All
Merci für die Kommentare!





Sonntag 21. Oktober 2012

Wir wollten früh raus heute, früh raus um gleich in die Berge zu fahren um zu sehen ob etwas unterwegs ist, nach oben oder unten - egal. Ein Kontrollblick am Bahnhof war dabei natürlich auch noch drin, man(n) weiss ja nie. Es gab heute Nacht wieder die ein oder andere „Höhrung“ Ein Bergfahrer wäre am Vormittag optimal zum Verfolgen! Am liebsten hätten wir ihn im Bahnhof stehen sehen ...
Aber erst mussten wir raus, es wurde doch 7 Uhr bis wir uns aus den Betten gewälzt haben. Dies just zu dem Zeitpunkt als ein Zug vor dem Fenster das tröten Begann. Leider war es ein Küstenfahrer und kein Bergfahrer, mit dem konnten wir nichts anfangen. So legte sich die kurzzeitig aufgekommene Eile und wir räumten gemütlich zusammen.
Ob wir das Hotel verlängern wollten oder nicht war bis zum letzten Moment nicht klar, wir machten es mal von der Reaktion an der Rezeption abhängig wenn wir fragen: „Wären heute Abend noch Zimmer frei?". Das „Si“ kam schnell und ohne ein Zögern, was auf viele freie Zimmer schliessen lässt. Also, nix reservieren für heute Abend. Den oben in den Bergen zu schlafen wäre sehr viel praktischer (auch wenn wir gestern nicht wirklich etwas gesehen haben).
Ein ganzer Tag mit dem blöden Gepäck in der Cabina musste nicht sein, also bastelten wir 10min lang auf der Ladefläche herum bis wir zufrieden waren. Am Schluss lagen die beiden Rollkoffer in der blauen Plane fix verschnürt und mit Spannset befestigt hinten drauf. Bombenfest, Staubfest, Klaufest. Dass die Tasche von Daniel nicht noch mit rein passte ist ein kleiner Schönheitsfehler den wir vielleicht mit einer weiteren Optimierungsaktion ausbügeln können. Mehr Zeit wollten wir auf dem Parkplatz nicht mehr verbringen, der Sicherheitsmann beobachtete uns auch schon argwöhnisch und das Philippe einmal die Alarmanlage des Nachbarautos auslöste gefiel ihm ganz und gar nicht ;).
Es war am Schluss doch wieder 7:30 Uhr bis wir uns in Bewegung setzten und ich unser Schiff auf die Hauptstrasse lenkte. Die Kiste fährt sich irgendwie nicht wie ein Auto und ist so was von unübersichtlich. Man sieht auf keine Seite wirklich viel. Dieser Typ Auto wird von den Peruanern auch nicht umsonst "Camionetta" genannt und nicht mehr Auto.
Den Bahnhof fanden wir dank Daniels Navigationskünsten beim zweiten Anlauf fast wie von alleine und wieder nutzen wir die Überführung für den Blick auf die Gleise. Ich sass derweil im Auto am Strassenrand und amüsierte mich über die Einheimischen die an diesem Sonntag Morgen reichlich mit Ware beladen auf den Strassen unterwegs waren, mit kunterbunten Karren und Tuctucs.
Beim Weg aus Chosica hinaus suchten wir noch kurz ein Hotel welches Google kannte, man könnte ja mal fragen für die Nacht?! Es war aber genau dasselbe „Hotel“ welches wir gestern Abend schon gesichtet haben. Doch da war niemand "erreichbar" am Tor, gestern nicht und heute auch nicht. Scheint nicht ganz geöffnet, der Bunker. Die am Schild angeschlagene Telefonnummer probierten wir zwar, aber irgend eine blöde Vorwahl fehlte noch. Egal, wir würden sowieso lieber in Matucana übernachten.
Wir fuhren weiter und hinter der Bezahlstelle, tschau 5 Soles, stand am ersten BÜ rechts eine Draisina still vor dem BÜ. Wir reagierten schnell genug, fuhren ran wollten schon aussteigen um die Piloten zu fragen, was an Zugsverkehr zu erwarten ist. Die Frage beantwortete sich beim Blick links aus dem Fenster aber von alleine, da stand ein Zugschluss direkt am BÜ. Weiter vorne stand auch die Lok dazu, sie lief und die Lokführer waren auf dem Bock. Was auch immer der Zug da tut, er muss irgendwann weiterfahren. Also stellten wir uns nur wenige 100m vor dem Zug an eine nette Stelle. So lange der da steht kommt nichts anderes und seine Anwesenheit bestätigte er uns immer mal wieder durch ein Tröten (wir sahen ihn nicht).

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5328b.jpg

So sehen die Dörfer entlang der Carretera Central normalerweise aus, ziemlich unspektakulär und nicht gerade schön. Hier rechst stand der Zug und stand und stand und stand und stand ...

Es war vielleicht 8:30 Uhr als wir uns für den Zug positioniert haben und mit das warten begannen. Das Licht kam relativ tief rein und wir freuten uns auf eine ergiebige Verfolgung des Zuges durch den ganzen Tag hindurch (Glück muss man haben!). Aber der Zug kam nicht, er kam nicht und kam nicht. Am Schluss war es nach Mittag bis es soweit war. Dazwischen waren wir einmal bei den Loks haben uns bei dem immer noch anwesenden Lokführer erkundigt was genau los ist. „In 30min gehe es weiter“, hinten schien man mit dem Zug irgendwelche Probleme zu haben. Das man den Zug (mit einer Automatischen Kupplung) auseinander reisst glauben wir nicht, aber irgend etwas beschäftigte das Personal Ewigkeiten.
30min bis es weiter geht? Soso, natürlich. Wir fuhren zurück und warteten. Das ehemals sehr gute Wetter hat sich verändert, Wolken und Schleier zogen rein und verdunkelten die Aussicht auf die Berge immer mal wieder. Auch weiter oben sah es dunkel aus, na super, heute früh wäre es perfekt gewesen! Doch der Zug liess sich derart viel Zeit, dass die Wolken einmal komplett durchziehen konnten und wir wieder in der Sonne standen. Und dann eeeendlich setzte sich der Zug hörbar in Bewegung. Wir standen wieder raus, bestiegen gerade die Ladefläche unseres Camionetta um die nötige Höhe zu gewinnen, als Daniel bemerkte: Sonne --> komplett falsch.
Das konnte doch gar nicht sein, den vor 3h war an der Stelle das Seitenlicht noch knapp, die Sonne hätte eigentlich in den 3h wunderbar nach Norden drehen müssen. War irgendwie nicht so. Das Licht war auf der falschen Seite, mal wieder komplett. Das ist auch eine Krux hier mit der Sonne, aber ehrlich! Die Sonne steht zum Mittag verdammt hoch am Himmel. Sie zieht eigentlich einmal oben von Ost nach West. Daran habe ich mich noch nicht gewohnt ...
Wir hätten diesen Umstand ja nicht früher merken können *neinei, und auf einmal hatten wir es wieder eilig. Weiter hinten könnte, sollte es aber gehen. Man hätte wieder mal ein Fischauge gebraucht, aber das erste Bild des Zuges war drin. Phuu, was für eine Schwerstarbeit ;)!

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5337g.jpg
[maps.google.com]
Nach ewiger Wartezeit kam dann um 12:40Uhr ENDLICH der Zug gefahren, nachdem wir ihn über 4h zuvor knapp 500m weiter vorne überholt hatten. Es geht halt nicht immer speditiv ...

Wir "verfolgten" den Zug weiter bis nach San Bartalome, dem nächsten Bahnhof und zugleich der ersten Spitzkehre. Die Loks müssen den Zug umfahren um ihn weiter ziehen zu können. Natürlich fahren die Peruaner mit ihren Hobeln nicht "falsch" herum auf die Strecke, deshalb wird die Lok mittels eine Drehscheibe auf dem Bahnhofsareal gewendet. In San Bartalome ist es sogar eine ganz spezielle Drehscheibe, es ist "die mit dem See" ;).
Wir waren gut vor dem Zug im Bahnhof, obwohl wir ziemlich geschlichen sind. Und wo war das Licht? Natürlich wieder mal genau falsch herum, für die Einfahrt. Als die Lok erst mal gedreht war passte es dann ganz gut.
Im Bahnhof standen neben ein paar rostigen Wagen auch zwei Lynetter Triebwagen, sowie eine ex NS Lok und eine riesige schrottige Dampflok. Igitt!

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5341b.jpg
[maps.google.com]
Da wären sie, die ersten Lynetter! Abgestellt im Bahnhof von San Bartalome. Der Grund weshalb die da stehen? Ich kenne ja nur ein „Schauermärchen“, bezweifle aber, dass es der Wahrheit entspricht ;)

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5342b.jpg

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5343b.jpg
[maps.google.com]
Weiteres Abgestelltes Metall in San Bartalome. Die ex NS Loks finde ich spannend, ob die jemals in Betrieb waren oder nur als Ersatzteillager dienen?

Der Zug kam und dann begann eine ziemlich aufwändige Angelegenheit. Der Zug war zu lange um ihn einfach zu umfahren. So musste man ihn noch trennen und auf den beiden freien Gleisen verteilen. Somit war der Bahnhof voll und eine Kreuzung war nicht mehr möglich .. phu, ermöglicht einen ungemein flexiblen Betriebsablauf, vor allem weil es ja überall Kreuzungsstellen gibt (Achtung Ironie) :).
Als die beiden Zugteile im Bahnhof standen kam die Lok auf die Drehscheibe und wir postierten uns davor. Einer der Lokführer hat uns das OK zum Fotografieren gegeben, es sei kein Problem. Die Lok zu drehen war Schwerstarbeit, für die beiden Lokführer alleine praktisch unmöglich. Als wir ihnen dann zu Hilfe eilten ging es schnell weiter. Und dieses drehen soll pro Schicht bis zu 9 mal vorkommen. Viel Spass wünsche ich ...
Als die Lok gedreht war ging es auf einmal "schnell". Es wurde heran gesetzt und als wir standen dauerte es keine 5min bis das bekannte Bimmelbimmel einsetze. Wir standen weit weg am Bergrücken und schossen mitten ins Tal hinein. Foto Nummer zwei von dem Zug ;).

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5344b.jpg
[maps.google.com]
Ankunft unseres Zuges in San Bartalome.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5352b.jpg

San Bartalome ist ein Sackbahnhof. Die Loks müssen die Züge immer umfahren. Und da, wie bereits erwähnt, nie Rückwärts gefahren wird wenn es nicht nötig ist, werden die Loks mittels Drehscheibe gewendet.
Da dieser Zug zu lange war und er am Stück die Weichen blockiert hätte wurde er geteilt und in zwei teilen in den Bahnhof gestellt. Damit war auch gleich der ganze Bahnhof vollgestellt, ein Westfahrer war also nicht auch noch zu erwarten.


http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5353b.jpg
[maps.google.com]
An der Drehscheibe ist Hochbetrieb. Die Draisina welche dem Güterzug gefolgt ist wird zuerst gewendet.

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[maps.google.com]
Draisina gedreht, jetzt folgt dann gleich die Lok ...

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5360b.jpg
[maps.google.com]
Da müssen ein paar Tonnen mit Muskelkraft gedreht werden ...

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5362b.jpg
[maps.google.com]
Dieses Foto ist nicht nur gestellt sondern wir haben wirklich geholfen ... ;). Es war aber auch eine verdammte Knochenarbeit, ohne alle anwesenden Eisenbahnern geht das nicht mit dem Drehen, dafür läuft die Sache nicht rund genug (was beim Blick in den Tümpel nicht wundert)

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5365b.jpg
[maps.google.com]
Gleich ist es geschafft ... noch ein Stück ... ;)

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5367b.jpg
[maps.google.com]
Das war geschafft, die Lok hat 180° auf der Stelle zurückgelegt und macht sich nun daran, die beiden Zugteile wieder zu vereinen.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5370b.jpg
[maps.google.com]
An der einzigen Bahnhofsausfahrt wird gerade rangiert ...

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5375b.jpg
[maps.google.com]
Noch immer beim Rangieren. Das untere Gleis kommt von Lima und das obere geht weiter in den Anden.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5381b.jpg

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5385b.jpg
[maps.google.com]
Das ganze umfahren und drehen in San Bartalome hat ziemlich genau eine Stunde gedauert. Hier macht sich der Zug im Schrittempo wieder aus dem Staub. Mit dem Zug dürfte auch das Personal aus dem Bahnhof verschwunden sein. Der Bahnhof ist nicht besetzt und alle Personen die da rumliefen kamen vom Zug oder der Draisina.

Der Versuch den Zug gleich ein weiteres mal zu fotografieren misslang in den Kehren, da wir zu lange brauchten um über den schmalen Inkapfad in die Höhe zu kommen (mit dem Auto).
Ein Bild Nummer drei gab es relativ weit oben, hinter San Jeronimo de Surco. Da dreht die Bahn noch einmal in die Berge rein, das man auch am Nachmittag noch Bilder von Ostfahrer mit Sonne im Rücken machen kann. Das war aber mit etwas Laufarbeit verbunden. Auf dem mitgebrachten Luftbild sah der Weg hoch zur Kehre zwar „ordentlich“ aus, aber befahrbar war er nicht, oder doch? Tjaa, man hätte es versuchen können, auch wenn man einige Spitzkehren rückwärts durchfahren müsste. Wir liessen es aber bleiben und regten etwas die Produktion der roten Blutkörperchen an.
Der Zug fuhr unten im Kreuzungsbahnhof ohne Halt vorbei und rollte weiter an uns vorbei. Schade, ein an der Ausweichstelle anwesender Eisenbahn liess die Vermutung aufkommen, dass vielleicht gekreuzt wird.
Wir waren daher nach dieser Zugfahrt wieder weg. Ziel war der Bahnhof von Matucana um zu sichten was sich so bewegt.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5394b.jpg

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5400b.jpg
[maps.google.com]
Zwischen San Jeronimo de Surco und Matucana die bereits im ersten Teil erwähnte 180° Kehre. Über dem Zug ist die obere Ebene zu erkennen.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5406b.jpg
[maps.google.com]
Bis Matucana mussten wir den Zug dann nicht verfolgen ... so zogen wir vorweg und bekamen dafür noch ein Sonnenbild der abgestellten Lok 1009.

Heute waren die da alle ziemlich speditiv, im Vergleich zu gestern. Die Lok wurde vom Zug weg gesetzt, eine neue kam drauf und kaum 5min später setzte sich die Wagenschlange wieder in Bewegung. Und wir vorweg, vielleicht geht ja noch etwas? Das Wetter und der tiefe Sonnenstand machten uns einen Strich durch die Rechnung, es blieb beim beäugen der Strecke. Diese wird im oberen Teil natürlich noch spektakulärer, wie erwartet. Die Täler werden Enger, die Felswände werden Höher und die Brückenkonstruktionen abenteuerlicher. Eine Strecke die das Prädikat spektakulär verdient! Ob sich diese ganze Herrlichkeit auch so gut umsetzen lässt? Es sieht nicht so aus. Aber das müssen wir dann sehen wenn wir stehen ;).
In Matucana sichteten wir noch ein Hostal welches ganz passabel aussah von aussen, wir merkten es uns vor. So konnten wir uns „sicher“ sein nicht mehr bis nach Chosica zurück fahren zu müssen heute Abend. Zum Glück haben wir da unten nichts fix reserviert heute Früh.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.21%20Matucana/N12_5410b.jpg
[maps.google.com]
Auf der weiteren Fahrt hoch zum Berg kam uns wieder so ein Spezialist entgegen. Er meinte den Bus (welcher uns kurz zuvor auch auf unserer Spur entgegen kam) auch noch überholen zu müssen ...

Am Schluss landeten wir in San Mateo vor einem Motel mit einem riesigen Parkplatz. Es war das einzige welches wir in der Gegend entdeckt haben und zum Glück sah es von aussen ganz nett aus. Auch das besichtigen des Zimmers verlief zu unserer Zufriedenheit. Soweit sauber und aufgeräumt. Eine Höhle ist etwas anderes ;). Etwas unschön die fehlende Heizung und die grossen Fenster welche am Rand überall die kalte Luft rein lassen (normal in Peru ;)). Den auf 3200 Meter über Meer, so hoch liegt San Mateo, ist es doch ziemlich frostig in den Nachtstunden. Immerhin ist die Decke dick genug und die Wolldecke tut ihr übriges dazu. So sollte die Nacht auch für kleine Touristen ohne Erfrierungen durchzuhalten sein, ansonsten liegt noch der Schlafsack im Koffer ;).
Das Zimmer kostete 65 Soles, ergibt ein sehr gesundes Preis / Leistungsverhältniss. Für ein Durchgangshotel war es schon ganz schön voll als wir gegen 18 Uhr unsere Zimmer bezogen, unter anderem war ein Kanadier mit einer Gruppe Peruaner zu Gast. Es dürfte am Schluss wohl voll gewesen sein ...
Das Abendessen gab es direkt im Restaurant unter unserem Zimmer. Es gab wieder ein Paniertes etwas mit (matschigen ;)) Beilagen. Ordentlich, für den kleinen Preis sowieso. Der Abend endete im Bett, wir alle drei sind auf dem Zimmer eingedöst nach dem Essen, geweckt erst durch die Kälte die durch die Klamotten zog bevor wir die Decke über die Köpfe zogen.

Was bleibt zu sagen: Verkehrsdichte auf der Strecke = Bescheiden. Den Zug haben wir um 8 Uhr gesichtet, er war gegen 16:30 Uhr in Matucana. Dazwischen ist kein einziger Zug zur Küste gefahren und auch in Matucana stand nichts bereit. Man muss an der Bahn also nicht mit viel mehr als einem Zug pro Tag rechnen. Das wird sicherlich noch heiter hier ...




Eigentlich wollte ich ja zwei Tage machen, aber es wird immer später und später ;).
Danke für die Aufmerksamkeit. Wir bleiben im nächsten Teil in den Anden

Grüsse aus der Schweiz,
Nil

Ps. wer diese Tour mit dem ÖV macht verdient meinen Respekt :-)


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
432 - Kopie.jpg

Hallo,

ich meine diese Loks mit den niedrigen Aufbauten, wie sie von ALCO und in ähnlicher Form von General Eletric auch für das europ. Lichtraumprofil geliefert wurden, z.B. an die RENFE und OZE. Dieser ALCO-Typ stellt für mich so etwas wie die typische ENAFER Maschine dar. ALCO war lange Zeit der Hauslieferant für die ENAFER bzw. die Peruvian Corporation. Auch an die FC del Santa in Chimbote gelangten zwei ALCOS, obwohl sie nicht zur Peruvian Corporation gehörte. Die Maschinen gingen später nach Cuzco.

Die abgebildete Lok (vermutlich bereits schon eingeschmolzen) war auf 914 mm unterwegs bei der FCHH. Es gab diesen Typ aber auch zahlreich als Normalspurmaschinen. Urahn für die peruanischen Roadswitcher ist die No 300, die immer noch mit einem Defekt im Schuppen Tacana steht. Die Loks gab es mit unterschiedlicher "Nasenlänge" und als low- und high-nose.

Hast Du auch die vier kleinen Ruhrthaler Diesel in Pto. Malabrigo und die schöne Hafenmole besucht? [www.youtube.com] Das Jahr 2013 könnte das letzte Jahr dieses Restbetriebes sein, der sein Ursprung in der Bahn der Hacienda Gildemeister hatte (Valle Chicama). Denn die Mole ist nun absolut baufällig. Es handelte sich aber nicht um eine kleine Feldbahn: Dort verkehrten sogar ALCO-Schlepptenderloks Bauart Mikado.Neben den Ruhrthalern gab es auch noch einen Plymouth-Diesel. Ansonsten ist wenig überliefert. Bestimmt gab es aber noch mehr Diesel.

Viele Grüße von Jan Olaf

[www.gruene-wueste-peru.de]



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:01:07:01:13:44.
n/t
435 - Kopie.jpg

Das Schmalspur-BW in Huancayo im Jahr 1997.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:01:07:01:25:32.
Jan Olaf Heiland schrieb:
-------------------------------------------------------
>
> Im Bahnhof standen neben ein paar rostigen Wagen auch zwei Lynetter Triebwagen, sowie eine ex NS Lok und eine riesige schrottige Dampflok. Igitt!
>

Die Dampflok sieht eigentlich ganz gut aus. Ich kenne betriebsfähige Dampfloks in Europa, die schlechter aussehen.


Dieter Zoubek
Hallo Nil!

Die Lok die ihr verfolgt habt ist eine General Electric C39-8 und stammt, wie die abgestellten Exemplare von der Norfolk Southern.
Unter den nach Peru gelangten Exemplaren war auch mindestens eine, die die NS bei der teilweisen Conrail Übernahme übernommen hatt.
Die C39-8 wurden ausschließlich an Norfolk Southern und Conrail geliefert.

Interssant: Das gelbe Seitenlogo ist eine Kopie des Conrailogos. Hier ein Link zum Vergleich [thecrhs.org]

Grüße
Michael

Loknummern

geschrieben von: danielwipf

Datum: 07.01.13 13:48

Anbei noch was für Nummernjunkies:

Im Bahnhof von Chosica waren folgende Loks abgestellt:
ex NS 1027
FCCA 1029
FCCA 539

beide FCCA Loks sahen arg mitgenommen aus bzw. haben schon arg Staub und Dreck angesetzt und werden wohl in nächster Zeit nicht auf der Strecke zu sehen sein. Die NS Lok entsprach dem Zustand der anderen NS-Loks auf der Strecke.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:01:07:13:49:20.
Wie schon weiter oben erwähnt, die ex-NS Dieselloks fahren auf der FCCA, ihr habt sie ja sogar fotografiert. Ob die abgestellten und nicht umgestrichenen Loks auch schon gefahren sind glaube ich jedoch nicht, ausser vom Hafen zum Abstellplatz (und wahrscheinlich nicht unter eigener Kraft).

bedstadt schrieb:
-------------------------------------------------------
>
> Interssant: Das gelbe Seitenlogo ist eine Kopie
> des Conrailogos. Hier ein Link zum Vergleich
> [thecrhs.org]

FCCA wird durch die Railroad Development Corp. (RDC) aus Pittsburgh, USA, betrieben. RDC Chairman Henry Posner III, sowie andere Mitglieder seines Management Teams waren jahrelang bei Conrail beschäftigt. Ein Conrail-ähnliches Logo gab es auch bei der seit 2007 nicht mehr aktiven Ferrovías Guatemala (siehe [www.rrdc.com], sowie bei der 2008 verkauften Central East African Railways in Malawi (http://www.rrdc.com/op_malawi_cear.html).

FCC Dampflok 206 (eigentlich 203, Beyer Peacock 6830/1937) war, mit Ausnahme der beiden Feldbahnloks der Surco Parkbahn bei Lima, die letzte aktive Dampflok in Peru. Sie war bis zur Jahrtausendwende von der Guadalupe Werkstatt in Callao aus vor Charterzügen eingesetzt, bis sie neue Kesselrohre brauchte. Ende 2004 sollte die Lok wieder für Charterzüge zwischen San Bartolome und Surco zu Verfügung stehen, aber bei einem Preis von U$15,000 pro Charter (20 Personen) haben sich wohl nicht viele angemeldet. Im Oktober 2010 war die Lok im Bahnhof La Oroya ausgestellt.

Dia Dampflok ist übrigens genauso wie Diesellok 701 FVCA anstatt von FCCA markiert, gehört also immer noch ENAFER.

Thomas Kautzor.



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:01:07:17:05:59.
Uii, klasse. Da werden ja Erinnerungen an meine eigene Reise 2008 mit dem Zug auf dieser Strecke wach. Die handbediente Drehscheibe in S. Bartolome war auch bei mir ein begehrtes Motiv. Die ex NS-Lok und die Dampflok sind mir 2008 aber nicht dort aufgefallen.

Gruß
fg
Hallo Nil

Wiederum ein "spot on!" fuer dieses Kapitel - man spuert foermlich, wie zaehfluessig der Betrieb der FCCA ist. Die Drehscheibe in San Bartolome wurde bestimmt nicht fuer solche Kolosse wie die C-39 gebaut...

Nun die Frage: Was ist die Schauergeschichte zu den Lynetter? Kuerzlich wurde in Huancayo die "Metro Wanka" (des Englischen maechtige Zeitgenossen moegen bitte das Grinsen unterdruecken) eroeffnet, ein Kurzstreckenverkehr auf FCCA-Gleisen. Dort ist mindestens eine Lynette mit neuem Anstrich unterwegs.

Cheers,
Don Pedro
Vielleicht hat das peeruanische EBA ermittelt, dass die VT nicht den Crashtestnormen entsprechen und auch nicht ausreichend barrierefrei sind.

Wie wäre es mit einer Tunnelstrecke für die Metro in Huancayo: H 21? ;-) ;-)

Wieder sehr interessant, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 08.01.13 02:03

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Hallo Nil,

das sind wieder sehr interessante Bilder aus einer so völlig anderen Bahnwelt. (Wann wurde wohl bei uns das letzte Mal eine Lok per Hand gedreht?)

Ich freue mich schon auf mehr!

Viele Grüße
Gunar
Die Borgwards 1970 auf Sylt? Das fällt mir spontan bei Handdrehscheiben ein.
Hallo,

Bei der Perurail haben wir eine solche Lok gesehen (möglich?). Im Norden aber gar nicht ...


>>Hast Du auch die vier kleinen Ruhrthaler Diesel in Pto. Malabrigo und die schöne Hafenmole besucht?
Da waren wir leider nicht.

Grüsse

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Hoi,

von dieser "Metro Huancayo" haben wir im TV vor Ort etwas gesehen. Da wurde gerade ein roter Triebwagen aus einem Schiffbsbauch geholt. Der / die Triebwagen die um Huancayo laufen scheinen aus einen aderen "Lieferung" zu stammen wie der uns gesehene der Östbanen.

Jetzt kommt das Schauermärchen: Diese Triebwagen waren nicht für die FCCA gedacht sondern auch für Huancayo - Huancavelica (oder auch nur Huancayo). Was wollte auch die FCCA damit. Die Triebwagen haben es aber noch nicht "weiter geschafft" und sind hängen geblieben. Einer soll sogar bei der FCCA als Personalshuttle für irgendwelche Mienen um La Oroya im Einsatz stehen (von diesem TW haben wir aber nie etwas gesehen, so er denn überhaupt da ist).

Grüsse

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Nil schrieb:
-------------------------------------------------------
> Hoi,
>
> von dieser "Metro Huancayo" haben wir im TV vor
> Ort etwas gesehen. Da wurde gerade ein roter
> Triebwagen aus einem Schiffbsbauch geholt. Der /
> die Triebwagen die um Huancayo laufen scheinen aus
> einen aderen "Lieferung" zu stammen wie der uns
> gesehene der Östbanen.
>
> Jetzt kommt das Schauermärchen: Diese Triebwagen
> waren nicht für die FCCA gedacht sondern auch für
> Huancayo - Huancavelica (oder auch nur Huancayo).
> Was wollte auch die FCCA damit. Die Triebwagen
> haben es aber noch nicht "weiter geschafft" und
> sind hängen geblieben. Einer soll sogar bei der
> FCCA als Personalshuttle für irgendwelche Mienen
> um La Oroya im Einsatz stehen (von diesem TW haben
> wir aber nie etwas gesehen, so er denn überhaupt
> da ist).
>
> Grüsse

Ja, urspruenglich war das so kommuniziert worden, dass die Lynetter fuer den "Tren Macho" bestimmt seien. Das mit dem "Minero-Shuttle" habe ich auch gehoert, kann aber zur Zeit nicht bestaetigen, ob das nun wirklich der Fall ist. Die Betriebsaufnahme der "Metro Wanka" sowie von Regionalverkehr im Raum Huancayo (nach Jauja - La Oroya und La Oroya - Cerro de Pasco) mit den Lynetter soll im Maerz 2013 stattfinden. Anderseits wurde vermeldet, dass einer der umgespurten japanischen Triebwagen vom Tren Macho an die Ferrocarril Tacna - Arica abgetreten werden soll. Wunderliche Dinge in der Tat, aber warten wir ab, was geschieht.

Die Lynetter sehen zum ersten Mal in ihrem Leben so hohe Berge...

Don Pedro
Hallo zusammen,

wie viele von den vier Kinki Shayro-VT wurden denn umgespurt und wieviele sind noch betriebsfähig?

Die FC Tacna - Arica braucht dringend neue Fahrzeuge, da zurzeit nur noch der VT 261 (Sentinel/Wickham) betriebsfähig ist. Einer der vier Kinkis (er stand jahrelang als Wrack neben der Werkstatt in Huancayo)stammt noch von der FC del Santa in Chimbote. Die anderen wurden an die Bahn nach Cuzco geliefert.

So präsentierten sich zwei der Kinkis im Jahr 1997:

kinki2.jpg

kinki1.jpg

Es hat wohl in den 50er und 60er Jahren bereits Planungen gegeben, zwischen Huancayo und La Oroya Triebwagenverkehr anzubieten. Angedacht war die auf Dieselmotoren umgebauten VT (Sentinel/Wickham) sowie die VT von Wickham mit dem eigenartig hochgelegenen Führerstand hierfür zu verwenden. Ob diese dort jeweils verkehrten ist nicht bekannt. Dafür fuhren bedienten sie den Nahverkehr zwischen Lima - Chosica und Lima - Ancon.

Gruß Jan Olaf Heiland



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:01:09:18:39:18.

Re: [PE] In den Peruanischen Anden (2) – Es wird gedreht ... (m21B.)

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 10.01.13 12:16

(Wann wurde wohl bei
> uns das letzte Mal eine Lok per Hand gedreht?)
>

Bei uns in Wien West im Jahr 1987! Da wurden die Altbau Verschubloks (1062 wenn sie verkehrt waren) mit einer Handdrehscheibe (mit Kurbel) gedreht!

Lg
Chris
1018002 schrieb:
-------------------------------------------------------
> (Wann wurde wohl bei
> > uns das letzte Mal eine Lok per Hand gedreht?)
> >
>
> Bei uns in Wien West im Jahr 1987! Da wurden die
> Altbau Verschubloks (1062 wenn sie verkehrt waren)
> mit einer Handdrehscheibe (mit Kurbel) gedreht!
>

Pfff, Handkurbel. Geh weg mit dem neumodischen Teufelszeug :-)

Gruß, Ralf
Gunar Kaune schrieb:
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>... (Wann wurde wohl bei
> uns das letzte Mal eine Lok per Hand gedreht?)

Im RhB Netz gibt es noch diverse "Handdrehscheiben" auf denen ab und an mal eine Dampflok oder Dampfschneeschleuder "abgedreht" wird.

Gruß, Ralf