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Hallo Welt

Erstmal frohes Neujahr! Auf ein weiteres spannendes Jahr hier im Auslandsforum! Vielen Dank an alle die sich daran Beteiligen und die Berichte einstellen!

Lasst uns starten mit einem Bericht. Wie wärs mit Südamerika? Das war im letzten Herbst ein Thema bei mir. Alles davor, dazwischen und danach (gibts fast alles ;)) folgt dann irgendwann.
Viel Spass beim ersten, etwas textlastigen, Teil!

Ps. Die „rundherum Bilder“ sind teilweise mit dem Handy oder einer kleinen Kamera aufgenommen, ich bitte um Nachsicht.
Ps2. Wie ihr wisst ist die Eisenbahn ein Fotoobjekt für mich, eine Lok ist in erster Linie eine Lok, ob die nun EMD GM jöweAHGLFE85468 oder GM EMD HIéFEAéI6484163 heisst und der Punk hinter dem Komma steht weiss ich nicht ;) Falls also jemand mit Technischen Inforamtionen zu den Blechkisten kommt - sehr gerne! Mangels interesse setze ich mich damit nur am Rande auseinander - die sehen doch eh alle gleich aus! ;)




Prolog in klein

Peru? Warum nicht? Das Südamerika an sich Potential hat ist mir spätestens seit Chile bekannt. Also probieren wir doch mal dieses Peru! Da lockt schliesslich eine Eisenbahn mitten durch die Anden und der Pisco Sour (der in Peru ja besser sein soll als in Chile, und ich bin schon vom Chilenischen ein grosser Fan ;)).
Wie kommt man nach Peru? Schwimmen geht schlecht, also mit dem Flieger. Aus Europa gibt es eigentlich nur Lima als Einfallstor in die Andenrepublik. Das kam uns nicht Ungelegen, in Lima startet schliesslich DIE Andenbahn, die sich auf über 4800m durch die Berge windet.
Wer fliegt nach Lima? Air France / KLM zum Beispiel, und die tun das (auch kurzfristig) zu den besten Konditionen. Wir haben für den Hinflug über Paris und den Rückflug über Panama und Amsterdam knapp 1100 CHF pro Person bezahlt. Das ist, wenn man die Flugpreise nach Südamerika sonst anschaut, ein Spottpreis!
Wie wir uns vor Ort bewegen ist klar: Mit einem Mietwagen. Zahlreiche Firmen bieten ihre Dienste an. Aber der genaue Vergleich lohnt sich, den es sind einige Stolpersteine zu beachten. So ist die Kilometerbeschränkung eine gängige Art und Weise den gewonnen Kunden davon abzuhalten, dass Auto zu fest zu nützen und den Wertverlust zu beschleunigen. Daniel gab sich daher alle Mühe und verglich so etwa alle Angebote miteinander. Erfreulich daran: Die Angebotenen Fahrzeuge taugen etwas! Natürlich ist es nicht günstig ... aber das wäre auch zu schön.

Am Schluss hatten wir zwei Angebote auf dem Tisch zwischen denen wir uns kurzfristig entscheiden konnten. Unser Favorit (irgend ein Lokaler) hatte aber auch wieder ein Hacken (logisch): Bei ihm war der Selbstbehalt im Schadenfall nicht gedeckelt sondern auf 20% fixiert. Wenn man die Karre nun zerlegt ... schlecht. Für die Vermietung sprachen aber die Bilder von den Autos die wir bekommen haben (die wurden extra für uns auf dem (Dreck)Platz geschossen). Die gesehenen Autos hatten Wüstengummis drauf .. bombig! Aber der „open end“ Selbstbehalt war ein Killerkriterum. Der Versuch sich diesen über eine Versicherung Zuhause "weg zu kaufen" scheiterte an den Kosten. Die einzige die so etwas anbietet kostet im Jahr 300 CHF und beinhaltet beinahe alles andere Vorstellbare - was ich nicht brauche ;).
So haben wir bei dem Angebot von National eingeschlagen. Da passen die Bedingungen und hoffentlich auch die Fahrzeuge. Das werden wir dann sehen wen wir bei denen auf dem Hof aufschlagen. Wenn man dem Mailverkehr glaubt ist aber alles prima ... naja, ist ja nicht Europcar.
Was braucht man noch? Ja eigentlich nichts, ein Hotel für die erste Nacht und eins für die letzte, kein Problem!

Ein kleines organisatorisches Problem gibt es in Peru. Es gibt "im Norden" die Bahn und 1000km weiter Südlich noch zwei weitere. Wir wollen an alle drei, logisch. Auto in Lima übernehmen und wieder abgeben ergibt eine ewige Fahrerei, denn Autobahn gibt es in Peru natürlich nicht. Einwegmiete? Von Süd nach Nord oder von Nord nach Süd?
Nachdem alles fünfmal hin und her und quer und kreuz gedacht war haben wir unser Auto nun als Einwegmiete von Lima nach Arequipa gebucht. So können wir im Norden so lange es uns gefällt bleiben und dann nach Süden ziehen. Wenn nun aber das Wetter im Norden derart schlecht ist (soll in den Anden drin vorkommen) könnten wir nach Süden ziehen und dann nach einer Woche mit dem Auto wieder rauffahren. So hätten wir die Strecke zwar zwei mal zurück gelegt, sind dafür aber dem richtig schlechten Wetter ausgewichen (oder probierten es wenigstens). Eine Einwegmiete zu stornieren dürfte ja kein Problem sein und wenn der Flug von Arequipa nach Lima den wir gebucht haben dann verfällt tut das niemandem weh - denn der kostete bei der Lokalen Taca kaum 50$ pro Person ;)

Auto, Ideen, Karte, alles dabei ... los geht!




Freitag 19. Oktober 2012

Und wieder ein Urlaub der um 5 Uhr in der Früh beginnt - oder beginnen soll! Der Wecker war zwar richtig gestellt und auch meinem Radio habe ich den Auftrag erteilt dann das spielen zu beginnen, aber irgendwie kam ich nicht raus. Es könnte daran liegen, dass es gestern Abend relativ spät geworden ist? Daniel rettete mich und holte mich mit einem energischen Klopfen aus dem Bett - ich wartete in diesem Moment noch dösend darauf, dass der Wecker noch mal kommt. Huch, es war schon 5:34! Das Frühstück fiel somit komplett aus, dass war gar keine Frag mehr. Zum Glück hatte ich gestern Abend alles fertig gemacht und bereit gelegt, so reichten die 5min die ich hatte aus um die letzten Dinge zu erledigen die zu erledigen waren. Ok, dass ich alles vorbereitet habe war natürlich mein Grund weshalb es gestern Später wurde ;).
Das Netzteil von iPad und Handy wurde noch in den Koffer verfrachtet und dann war es schon 6:40 Uhr. Um 6:49 Uhr sassen wir entspannt in der S3 die pünktlich von Wetzikon in Richtung Rübenland aufbrach. Was für ein Stress am frühen morgen!

In Kempten, Pfäffikon, Fehraltdorf, mit jedem halt füllte sich die S-Bahn mehr und ich schaute amüsiert und etwas mitleidig in die Gesichter der (armen) Menschen, die jeden Tag so früh aufstehen müssen um zur Arbeit zu fahren. Nein, ein solcher Rhythmus wäre definitiv nichts für mich.
Der Anschluss an die S2 in Effretikon klappte prima und in der schon sehr gut gefüllten Siemens DTZ Einfachtraktion ging es das letzte Stück bis zum Flughafen. Die Uhr zeigte bei der Ankunft 6:19! Bei einem Abluft um 7:50 Uhr und dem Boarding um 7:20 war dies reichlich früh. Die nötige Sicherheitsmarge und der fehlende 15min Takt zwangen uns aber dazu. Und eine Verbindung später zu riskieren könnte auch schief laufen.
Philippe kam 10min nach uns mit der S16 aus Oerlikon am Flughafen an und gemeinsam trampelten wir zum Check-In 2 in Richtung des Air France Schalters. Viel los war da nicht, weder im Flughafen noch bei den Franzosen, wir waren die einzigen Kunden weit und breit.
Dank Web-Check In musste nur das Gepäck abgegeben werden und dann hatten wir diesen Punkt auch schon erledigt. Die Gepäcketikette zeigt Lima als Ziel meines Koffers an, das Gewicht ist 17.1 Kilo (also genug Marge für original Peruanischen Pisco beim Rückflug ;)).
Beim Bäcker gab es ein Sandwich und beim Kiosk am Gate etwa zu Trinken. Dazwischen lag die Sicherheitskontrolle welche heute so unspektakulär wie selten ablief. An meiner Tasche mit exakt demselben Inhalt hatten die auch schon deutlich mehr Interesse.
Das Sandwich war fertig, Philippe kam vom Klo und schon startete das Boarding, sooo viel zu früh waren wir also gar nicht dran.

Per Bus ging es zu unserem Flugzeug, welches auf einem Aussenstandplatz vor den B (B wie Bus) Gates stand. Die CR100 der AirFrance by Regional (immer diese Untergesellschaften) stand im dichten Nebel und wir nahmen in Reihe 6, direkt hinter dem Business Vorhang, Platz. Im Flieger war es bitterkalt, entsprechend war die Crew noch in den dicken aber äusserst adretten schwarzen Mänteln unterwegs. Tjaa, die Crew kommt aus Paris, da kann man eine Stillvolle Uniform erwarten ;).
Die Heizung beim Flieger ging an und als alle brav platz genommen haben wurde es langsam wohlig warm. Nur standen wir etwas lange, auch als die Uhr 8 Uhr zeigte bewegten wir uns noch nicht. Alles im grünen Bereich, meinte Philippe. Er sieht den Flieger anscheinend öfters auf dem Weg zur Arbeit um 8 Uhr noch am Platz stehen ;).
Gegen 8:10 Uhr war es dann soweit, wir bekamen die Startfreigabe und der 100 Plätzer in der äusserst komfortablen 2+2 Bestuhlung schoss über die Startbahn. Kaum hatte der Pilot die Nase hoch gezogen drangen wir aus dem Nebel und schauten auf das Nebelmeer um Kloten, welches sanft von den ersten Sonnenstrahlen erfasst wurde. Der Hönggerberg, das Seebecken in Zürich und der Prime Tower schauten aus dem Nebel.
Die spektakuläre Aussicht auf die Schweiz unter Bodennebel blieb uns erhalten bis wir irgendwo über dem Jura in die Wolken flogen welche auf Reiseflughöhe über Frankreich hingen. Dabei wurde gerade das Frühstück serviert. Vor dem Vorhang gab es etwas ordentliches, bei uns hinten ein Croissant und ein Tee. Für den kaum 60min Flug natürlich ausreichend. Positiv aufgefallen, der Tee der frisch mit Beutel serviert wird.

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Abflug in Zürich und Blick auf die Alpen.

Kaum waren wir auf Reiseflughöhe begannen die Piloten auch schon wieder mit dem Sinkflug und mit abnehmender Höhe erkannte man auch Land unter uns. Frankreich lag an diesem Morgen unter einer dicken aber nicht ganz dichten Siffschicht. So bekamen wir vom Anflug welcher uns über Paris führte immerhin etwas mit. Hinter der Stadt flogen wir einen 180 Bogen ehe wir von Westen her auf einer der beiden Parallelen Pisten des Flughafen Charles de Gaule landeten. Schon extrem, vermutlich legt man bei einem derart kurzen Flug 30% mehr Strecke zurück als eigentlich nötig, nur um irgendwie in das System zu passen.
Der Flug war sehr ruhig, nur bei der Landung zerrte der Wind etwas am Rumpf unseres Minijets.
Man hört von Paris CDG ja nicht viel gutes was das Umsteigen anbelangt. Unsere Erwartungen waren dementsprechend gering. Wir hatten Respekt vor unserer Umsteigezeit, um 9:20 Uhr waren wir aus dem Flieger draussen und um 9:50 Uhr war bereits Boarding Time für unseren Anschlussflug nach Lima. Meine Worte: Wenn das so verkauft wird, muss die Verbindung normalerweise auch klappen. Hoffentlich auch für das Gepäck ;)

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Umsteigen in Paris CDG. Zwar nicht unser Flieger, wir sassen aber in einem baugleichen Exemplar

Anschlussreisende zu den K Gates, wo wir hin mussten, nutzen von den Aussenstandplätzen der kleinen Regional Flugzeuge den „Navette Jaune“, den gelben Busshuttle. Dieser Transportiert Transferpassagiere zwischen drei Terminals in diesem Bereich des Flughafen hin und her. Der Flughafen ist riesig, es gibt noch mehr Gates, die dann aber per Pneu Metro erschlossen werden.
Der Anfang war schon mal ganz einfach und bis wir, nach der Ausreise aus dem Schengenraum (fand in Zürich ja nicht statt), im bereits da stehenden Bus sassen hatten wir kaum 300m Weg zurückgelegt.
Trotz einiger Schwierigkeiten an einem der Haltestellen war unser Anschlussflug für uns nie gefährdet. Paris ist halt Paris, da stand doch einmal tatsächlich irgendein Transporter auf der "Bushaltestelle" des Navette Jaune, und ausser der Hupe zu betätigen wusste der Busfahrer nichts anzufangen.
Als wir bei den K-Gates waren und unsere Türe 38 fanden war es 9:47 Uhr. Effizient! Und alle die Angst vor dem Umsteigen in CDG haben, alles halb so wild! Sage ich jetzt noch, ob ich immer noch so begeistert bin wenn wir am Gepäckband in Lima stehen und erfolglos unsere Koffer suchen sehen wir dann ;).
Wobei man genügend Zeit hatte für unser Gepäck. Das Boarding startete wohl Pünktlich, denn als wir von der Toilette zurück kamen war die Schlange der Reisenden welche die B777-200 der Air France besteigen wollten schon zur Gänze verschwunden. Als wir an unserem Platz im Flieger sassen, in Reihe 38 auf der Nordseite, tröpfelten bis 10:30 Uhr immer wieder Reisende rein. Das wäre dann eigentlich fast schon unsere Abflugzeit gewesen ;)
Zu diesem Zeitpunkt wurde nebst Passagieren auch noch Fracht geladen, in einer Gemütlichkeit ... aber mir soll das egal sein, so hat unser Gepäck noch etwas Galgenfrist. Am Schluss kamen wir mit fast einer Stunde Verspätung erst raus. Schuld waren 7 Passagieren welche nicht auftauchten, und sucht mal 7 Gepäckstücke in Containern.. das dauert!
Der Start ging nach Osten und wenn das Siff nicht dichter geworden wäre hätten wir wohl nochmal Paris gesehen. Warum auch immer die Flugrouten mitten über die Stadt gehen, es ist ja nicht so, dass rund um Paris nicht wahnsinnig viel ist.
Die äusserst freundliche und aufmerksame Besatzung informierte uns nach dem Start über dies und das und bald schon wurde die Menükarte gereicht. Ja, richtig gehört! Natürlich hat man in der Eco nicht viel Auswahl, aber beim Mittagessen gibt es immerhin Muh oder Hoppelhase. Und was man darauf noch sonst alles findet!
Die 777 der Franzosen ist sowieso ein ziemlich geräumiger Flieger. Vom Platz her befinden wir uns in Sitzen die gar nicht weit weg von den Swiss Eco Stühlen sind. Und, der Service ist mindestens genau so gut wie bei unserer Heim-Airline, wenn nicht sogar besser.
Es beginnt mit einem Aperitif, da wird sogar Champagner aus einer offenen Flasche gereicht. Und dann nicht irgend ein billiger Fusel und nicht nur ein Fingerhut voll, nein, 2dl, knallhart ;). Dazu leckeres Gebäck. Und die erste Filmrolle lief sich gerade warm im persönlichen Unterhaltungssystem.
Das Essen wurde etwa 1h nach dem Start gereicht, es gab Fleischbällchen mit Sauce, Kartoffelstock und Broccoli. Und das alles in einer wirklich feinen Qualität - für Flugzeugessen. Dazu ein Pesto Pasta Salat und das beste, ein Apfelkuchen mit Vanille. Flüssignahrung in Form von Rotwein und zum Schluss noch ein Erdbeer- Smoothie.

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Menüplan auf dem Flug nach Lima – Air France überzeugt!

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Zeit fürs Mittagessen ...

Das alles hat mein Bild von der Französischen Nationalairline sehr positiv beeinflusst, dazu das problemlose Umsteigen in Paris. Doch, Air France würde ich empfehlen! Ob das mit der KLM beim Rückflug über Amsterdam auch alles so läuft? Wir sind gespannt.
Es ist 17 Uhr unsere Zeit und wir sind irgendwo mittig zwischen den Kontinenten. In vielleicht 2h sind wir über der Karibik, wie wäre es mit einer kleinen Zwischenlandung? ;)
Distanz bis zum Ziel: 5550km, Speed, 963km/h, Höhe: 10304 Meter - verbleibende Flugzeit (ich will es gar nicht wissen) knapp 6 Stunden.
Es ist heiss hier im Fliger, der links von mir schaut sich irgend eine US Schrott an und alle haben die Rollos unten, warum eigentlich? Ist doch Nachmittag ... *tsts*

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Wir kommen voran ...

Phu, irgendwann so ab 2/3 Flug begann langsam der Hintern zu schmerzen und die schlauen Filme haben wir auch schon gesehen. Das einzige was etwas Spannung brachte waren die Turbulenzen welche ab und an den Flieger hin und her schüttelten, und der Snack welcher wir uns irgendwann aus der Küche holten. Sandwich, Knabbereien und ein Eis! ;)

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Blick in die Karibik

Etwa eine Stunde vor der Landung wurde noch mal Serviert, einen Tomatensalat mit Käse und Kartoffelscheiben mit Pouletbrüstchen. Äusserst vorzüglich war das alles, wirklich äusserst vorzüglich! Auf das Bier zum Essen verzichteten wir, denn wir hatten ja noch das Vergnügen unseren Mietwagen im Empfang zu nehmen heute Abend.
Über Südamerika war das Wetter mehrheitlich schlecht, die Wolkentürme ragten über unsere Flughöhe und nur selten ermöglichte ein Loch den Blick nach unten. Da sah man dann Urwald und Flussläufe, eine Menschenleere Gegend. Und immer wenn man wieder in einen Wolkenturm hinein flog rüttelte es ordentlich.
Erst als wir über die Anden drüber und bereits im Endanflug auf Lima waren lichteten sich die Wolken und man sah durch den Dunst auf den Boden und das Meer. Um die Stadt zu sehen sassen wir leider auf der falschen Seite.
Unser Pilot setzte die Maschine um 16:35 Uhr, mit fast einer Stunde Verspätung, auf die einzige Landebahn von Lima auf. Da waren wir, ganz ohne Komplikationen, einfach nur normal. Bis wir dann aber vom Flugzeug am Ausgang waren brauchten wir fast 90min. Zu Beginn war alles ganz einfach, die Einreise nach Peru ging schnell von statten, die Wartezeit war nur moderat, vielleicht 10min standen wir in der Schlange. Was dann sehr lange dauerte war die Warterei auf das Gepäck. Da bewegte sich am Anfang nur sehr wenig und dann 15min gar nichts mehr. Fast eine ganze 777 stand am Gepäckband und wartete, dazwischen liefen die Guardias mit Hunden durch die Masse und pflückten diesen und jenen heraus.
In dieser Zeit besorgten wir uns an einer Wechselstube die ersten Soles (Umrechnung 1:3) um ein bisschen Flüssig zu sein heute Abend. Und irgendwann begann es wieder zu rollen und wir bekamen unsere drei Gepäckstücke. Gutgutgutgut!
Aber wir waren noch nicht fertig, neeein! Mit dem Gepäck wurden wir noch durch eine weitere Kontrolle gejagt. Da vertrödelten wir die nächsten 10min. Wer sein Gepäck durchleuchten lassen musste war Zufall, ein Automat entschied nach Knopfdruck ob man zu den auserwählten gehört oder nicht. Natürlich war das Licht bei mir rot und ich musste mich links einreihen - wie alle vor mir auch. Hinter mir kamen dann irgendwie gleich alle durch.
Die letzte Türe war durchschritten und dann waren wir richtig drin, in Peru. Und kaum 5 Meter weit "taxitaxitaxitaxi?". Nein Danke, denn heute wurden wir mal abgeholt! Gleich zwei Personen müssten mit Schilder auf uns warten. Einmal die Autovermietung und einmal eine Bekannte eines Bekannten welche zum Warentausch zum Flughafen gefahren ist. Der Typ von National war schnell gefunden, sein Schild war gross und Auffällig. Nur die andere war nicht da. Mit dem Telefono gelang aber auch das. Dabei war der Herr von National völlig entspannt, er hat ja nicht schon etwa 1h auf uns gewartet *phr ;).
Auf dem Parkplatz stand ein kleiner Transporter und damit ging es zur Vermietung. Als wir gelandet sind war es noch relativ hell, wie wir los fuhren war die Dämmerung schon sehr weit fortgeschritten und als wir 20min später bei der Vermietung ankamen schon Stockdunkel.
Wir "fühlten" als Beifahrer mal den Verkehr von Lima. Er ist Lebhaft und erinnert mich doch stark an Almaty, Casablanca usw. Es wir halt gedrängelt und gehupt (letzteres gerne und oft) und meist ist irgend etwas im Weg. Die Strassen sind voll mit Taxis und Colectivos, den Kleinbussen welche das Rückgrat des ÖVPN Netzes der Stadt bilden. Die Busse halten immer und überall an den unmöglichsten Orten um Leute rein und raus zulassen ... und immer kommt der "Schaffner" raus und brüllt lauthals mit einer Tafel in der Hand in Richtung Passanten, Werbung für seinen Kleinbus … ;)
Mit eingeschaltetem Open Street Map und GPS auf dem Handy folgte ich unserer Route und dann waren wir schon da. Die Vermietung liegt direkt am Meer im Südwesten der Stadt. Schlecht daran ist: Wir müssen Lima im Nordosten verlassen, uns stand zu müder Stunde noch eine komplette Stadtdurchquerung bevor.
Die Formalitäten in dem Innenhof bei National / Europcar (hä?) zogen sich etwas hin. Dies ausfüllen, da unterschreiben, und wo war eigentlich unser Auto? Das wurde nach kurzem piepend Rückwärts durch die Enge einfahrt herein gefahren. Ein Pickup, ein Toyoto Hilux. Ein Camionetta! Mit Überrollbügel, mit Scheinwerfern auf dem Dach, mit angekettetem Reserverad auf der Ladefläche, mit neuer Bereifung (mit Wüstenprofil ;)) und mit Drehlicht! Was fehlt, und dass ist eine Enttäuschung: der Minenwimpel!
Im Ernst, etwas schmerzlich vermissen wir die Abdeckung der Ladefläche, denn darunter wollten wir eigentlich unser Gepäck transportieren. Aber das geht auch in der Kabine (muss), und für längere Distanzen kann man die hinten rein schmeissen (vielleicht). Eine Plane ist nämlich vorhanden.
Bei National war man etwas unbeholfen, der letzte anwesende Mitarbeiter wusste eigentlich nichts. Nicht was man bei dem Auto tanken muss, nicht wo man die ganzen extra Lichter einschaltet, nicht was sonst noch alles im Auto liegt.
Wir schmissen das Gepäck behelfsmässig hinten in die Cabina rein und platzierten Jordi daneben. Das geht! Das Tor wurde geöffnet und wir in die Nacht entlassen. Lima, wir kommen! Dank Karte war die Navigation durch die Stadt ein Kinderspiel, nur einmal war ich zu langsam oder wurde verarscht, da befuhren wir statt der Ausfahrt eine Bushaltestelle voller Colectivos, kostete uns gute 5min ;).
Wir brauchten bis zum Hotel ausserhalb der Stadt fast 2 Stunden (Luftlinie etwa 30km), um 19 Uhr sind wir etwa los und kurz nach 21 Uhr waren wir am Hotel. Wir fanden es erstaunlich schnell, obwohl die unscheinbare Einfahrt in der 3m Hohen Mauer kaum zu sehen war.
90US$ für das Zimmer war der Preis. Das war uns bekannt da bereits abgemacht. Das mag für Peruanische Verhältnisse sehr viel sein, wir können es uns leisten, auch wenn wir geplant mal nur eine Nacht hier bleiben wollen. Weil: Die gebotene Leistung bekommt man an einem für uns besser gelegenen Ort (weiter in den Bergen) sicher günstiger (vielleicht ;)).
Wir liessen unser Gepäck aufs Zimmer bringen und trotteten hinterher. Diesen Service mag ich nicht, ich kann meinen Koffer gerne selber tragen, so alt bin ich nun auch noch nicht. Ausserdem stellt sich nach so einer Aktion immer die Frage, muss man Trinkgeld geben oder nicht?
Obwohl wir ganz offensichtlich die einzigen Gäste waren hatte das Restaurant noch geöffnet. Also gleich rein da, bevor wir im Zimmer einschlafen. Die Bedienung war äusserst höflich aber nicht wahnsinnig aufmerksam. Wir mussten uns immer melden wenn wir etwas wollten, so sind wir am Schluss fast auf den Stühlen eingeschlafen als es nach dem Essen mit der Bedienung nicht von alleine weiter ging ;).
Ich suchte mir aus den Hausspezialitäten die BBQ Ribbs aus. Darauf hatte ich mal richtig Lust! „Neeein“, gibt es leider nicht, hiess es beim Bestellen. Schade! Frage zurück: „was gibt es alles NICHT was da in der Karte steht? „Es gibt alles“, meinte er, ausser die Ribs, *nein*. So gab es 1/4 Pollo mit Salat, dazu ein Crystal Bier (nicht dasselbe wie in Chile) und zum Schluss ein Pisco Sour. Zu diesem Pisco Sour noch einige Worte: Chile und Peru behaupten beide die "Erfinder" des echten und einzig wahren Pisco Sour zu sein. Was nun stimmt ist mir egal, man hört aber immer, dass die in Peru besser schmecken sollen. Das kann ich nach dem Pisco Sour heute Abend definitiv nicht unterschreiben. Der Schaum war zu fest, der Zuckerrand fehlte (ok, nicht schlimm) und auch das Eis war irgendwie sehr knapp bemessen (nämlich gar nicht auffindbar). Neinnein, da besteht noch Potential. Und Philippe meinte zu Recht, er verstehe nicht was daran nun so toll sein soll. Das kommt hoffentlich noch besser …
Bett --> Fertig --> schnarch!




Samstag 20. Oktober 2012

In dieser Nacht wurde ich zweimal wach, einmal weil Bier und Pisco raus mussten und einmal um 4 Uhr, als ich einfach wach wurde. Zuhause war es 10 Uhr und meine innere Uhr hat die Zeitverschiebung noch nicht mitbekommen. Ich besonnte mich nach 5min wachliegen aber darauf, wie gerne ich doch eigentlich Schlafe, drehte mich einmal und schlief weiter bis mich der Wecker um kurz nach 7 Uhr aus den Träumen holte.
Die Erkenntnis der Nacht: Auch Philippe schlief unruhig und er hat, wie ich, einmal einen Zug per Ohr gesichtet. Im Gegensatz zu mir wusste er auch in welche Richtung der Zug fuhr, nämlich an die Küste. Aber seine durchfahrt muss gegen 3 Uhr gewesen sein, also sehr früh, zu früh. Erklährend dazu: Unser Hotel lag direkt neben der Bahn, nur getrennt durch eine Mauer (mit Stacheldraht oben drauf) und etwas Grünzeug.
Pünktlich um halb 8 Uhr waren wir soweit, auf zum Frühstück welches oben im Restaurant serviert wurde. Was gab es da leckeres? Brot mit Marmelade (Balkan Problem), Omeletten mit Dulce de leche drauf. Dazu frisch gepressten Naranja- und Maracuja Saft. So liess es sich leben, dass Frühstück war etwas Wert! Wieviele Omeletten wir wollen, fragte die Bedienung noch. Daniel erwiderte gleich „6 Stück“ und erntete etwas ungläubige Blicke. „Ja ... dann 3“? Nein, 6, und die brachte er auch. Wenn wir gewusst hätten ... Wir liessen uns beim Essen ganz viel Zeit und nach fast einer Stunde waren wir fertig.
Zusammenräumen und Geschäfte erledigen, dann los. Daniel und Philippe fragten noch kurz nach ob wir wohl eine zweite Nacht im Hotel buchen könnten. Das erschien uns als kein Problem, wir waren diese Nacht die einzigen Gäste. Die Antwort war umso erstaunlicher, „nein leider nicht“, das Hotel sei voll. Öhm, bitte? ;) Wegen dem Wochenende seien alle Zimmer belegt. Na danke, war aber kein Problem, den gleich an der Strasse vorne war nochmal so ein Teil von Hotel. Also luden wir unsere Koffer behelfsmässig ins Auto und fuhren vor.
Bevor wir das Hotel verlassen durften wollte man aber noch (mal) Geld von uns. Nicht fürs Zimmer, das hatten wir ja bereits bezahlt. Nein, für die Omeletten und den O-Saft, „70 Soles bitte“. Wie? 70 Soles, dass ist verdammt viel Geld für ein bisschen Omeletten und Saft. Nun, das war unser Lehrgeld! Bevor man blind bestellt was einem freundlich angeboten wird immer fragen was es kostet. Ich will den Peruaner ja keine Boshaftigkeit unterstellen, aber als Tourist ist man vielleicht doch ein beliebtes "Opfer" für solche kleinen Tricks.
Ein Zimmer im "neuen Hotel" war frei, zwar nicht günstiger, aber das war uns egal. Was für einen Peruaner teuer ist, ist für einen Mitteleuropäer erschwinglich. So konnten wir die Koffer gleich im Zimmer deponieren lassen (schon wieder diese Kofferträger).
Der Grund, dass wir nun doch nochmal in so einem Hotel übernachten wollten lag in der Einfachheit der ganzen Sache. Heute Abend in den Käfern der Anden nochmal ein Hotel suchen erschien uns als relativ blöd ... wenn es dann nichts schlaues gibt.
Die Koffer waren wir wieder los und dann begann der Tag richtig. Es war Sonnig aber diesig, der Nebel welcher immer im Tal liegen soll zu dieser Jahreszeit lag als Dunst im Tal und schraubte an der Fernsicht. Unsere erste Aufgabe, das durchqueren von Chosica. Wir alle erwarteten ein kleines Dorf mit ein paar Häusern links und rechts der Strasse. Es war mehr, wir brauchten alleine 30min bis wir durch das Stadtzentrum durch waren. Geschuldet ist das der Länge des Ortes aber auch den LKW's, der Colectivos und den TucTuc Taxis welche überall und immer im Weg herum stehen.
Ein so grosser Ort hat aber den Vorteil eines richtigen Supermarktes. Das kam zum Anlegen der ersten Vorräte gelegen und ausserdem schaue ich mir immer gerne Supermärkte in fremden Ländern an ;).
Mit Wasser, Früchten (eine Ananas für 3 Soles), einer Budel Inca Cola (= Party Brus ;)) und etwas zu knabbern im Wagen verliessen wir den Supermercado wieder. Den Zettel den wir beim Parkplatz bekommen haben gaben wir wieder ab und wir meisterten das letzte Stück des Ortes.
Hinter Chosica trafen wir wieder auf die Eisenbahn und folgten ihr auf den nächsten Kilometern Sie ist mal Links, mal Rechts der Strasse und die Fotostellen währen zahlreich, wenn auch gleich die obermegasuperduper Stelle nicht dabei ist.
Sollten wir zuerst nochmal zum Bahnhof zurück um nach einem Zug zu schauen? Die Frage drehte sich in den Köpfen hin und her, entschieden haben wir uns aber immer dagegen, bis wir dann eh zu weit weg waren und es sich sicher nicht mehr lohnen würde.
Wirklich schneller Vorwärts als im Ort kam man dahinter auch nicht. Die Strasse gewinnt stetig an Höhe und führt durch Käfer. 35km/h Begrenzung und viele LKW's verschiedenster Bauarten (USA / Europa / China) die noch langsamer fahren verhindern ein schnelles vorwärtskommen. Dazu ist das ganze mit etlichen Polizeikontrollen gespickt die einem immer wieder zur Beachtung der Verkehrsregeln ermahnen. Daniel fuhr doch gleich prompt ohne Licht (was vorgeschrieben wäre) und wurde durch einen Carabinieri durch Handzeichen darauf aufmerksam gemacht.
In solchen Situationen ist unser Auto vermutlich einiges Wert! Es ist ein Miñeroauto wie es die normalen Mienenarbeitern nutzen. Wir sind keine Touristen und keine Peruanische Familie die mit einem rostigen alten VW irgendwas zu einem Markt fährt. Bei uns will man gar nichts holen, wir sind ja schliesslich am Arbeiten und holen „das Gold“ aus dem Berg ... gut so!
4.8 Soles wurden wir an einer Bezahlstelle auf der Hauptstrasse los. Diese Maut muss in beide Richtungen bezahlt werden. Egal wohin, woher, warum.
Auf unserer ganzen Fahrt sahen wir zwar die Bahn immer wieder, aber keinen einzigen Zug. Die machten sich rar, wobei die Frage war: Ist der Zug den wir vor dem Frühstück gesehen haben schon durch oder nicht?
Am Schluss landeten wir in Matucana, dem "Betriebsmittelpunkt" der Strecke auf der Westseite der Anden. Da werden die Züge dem vernehmen nach Umgespannt und vielleicht auch Rangiert. Im Bahnhof war deshalb auch ein Zug zu sehen und Loks die nebenan „im BW“ standen. Wir durchquerten den auf 2300m.ü.m liegende Ort einmal auf nicht näher definierten Strassen (könnten auch Einbahnen gewesen sein ;)) und landeten am Schluss bei den Loks. Was für ein Zufall!
Ein behelmter Eisenbahner lief rum und gab uns einerseits die Erlaubnis ein Foto zu machen und auch eine Information was den Zugverkehr anbelangt. Da soll so um 2 oder 3 Uhr ein Zug von der Küste her kommen und von oben runter 3-4 Züge. Die Kreuzen dann da und hängen sich zusammen. Bitte? 3-4 Züge? So richtig glaubten wir ihm nicht ... eine gesunde Portion misstrauen bei diesen Infos schadet nicht ;).
Da aber im Bahnhof kein Zug bespannt war ging in naher Zukunft sicher nichts raus. Wir Fotografierten darum mal die Lok die im Licht stand.
Ja im Licht, wo steht die Sonne eigentlich? Die Antwort war einfach ... jaaanzjaaanz weit oben. Sind wir so nah am Äquator? Tatsache, Ecuador ist ja auch gleich ums Eck, und warum heisst Ecuador wohl Ecuador? ;). Der Sonnenstand zwischen 10 und 14 Uhr ist also äusserst ungeschickt. Oder auch nicht, denn eine flach drehende Sonne wäre in den Bergen drin ein ziemliches hindernis-. Den die Berge sind hoch, verdammt hoch! Juhu, unser erstes Peruanisches Eisenbahnbild ist im Kasten!

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Lok 1007 steht in Matucana und gehört zur Gattung der „Bergloks“. Diese werden von Matucana in die Berge eingesetzt.

Nach etwas hin und her überlegen reifte der Entschluss als nächstes wieder in Richtung Küste zu fahren um da dem Zug aufzulauern - wenn er denn kommt. Wir nutzen zur Fahrt nach Westen eine alte Strasse im Talboden anstatt der Hauptstrasse, welche kaum Abfahrten bietet. Und da waren wir doch schon das erste mal froh um unser Auto. Mit einem RAV4, dass wäre die alternative gewesen die wir uns am längsten anschauten, wäre bereits da fertig gewesen.
Am Schluss landeten wir an einer grossen Brücke am Brückenkopf und wunderten uns über das Licht. Das Auto stand weit unten an der Strasse und wir schafften uns keuchend in die Höhe. Anstrengend, da pfiff ich doch schon aus dem letzten Loch ;). Der Sonnenstand war irgendwie falsch, entgegen allen Berechn... blöd, wir sind ja auf der Südhalbkugel! Sollte man beachten beim Berechnen des Sonnenstands.
Die Sonne kam wirklich genau von vorne, aber die dreht ja am Mittag bestimmt sehr flott und bis da der Zug dann auch kommt, no problemo! Seitenlicht reicht uns, ausserdem hatte ich keine Lust vergebens da hoch gelaufen zu sein.
Wir setzten uns auf einem Inkatrampelpfad in einem Kakteenfeld hin und warteten. Das sitzen wurde irgendwann zum liegen und ich döste langsam ein. Den Zug wird man dann wohl hören wenn es soweit ist.

http://bahnpics.com/nil/12.11%20Peru/12.10.20%20Matucana/N12_5253k.jpg
[maps.google.com]
Ahja, unser Auto! Ein Hilux D3.0 mit allem was das Herz begehrt!

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Mittagspause unterhalb von Matucana, dazu mussten wir gleich mal unsere erste typisch Peruanische Errungenschaft ausprobieren, Atombrause aka Inca Cola ;)

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Auf gut Glück postierten wir uns auf einen Berg und warteten auf einen Zug. In der Zwischenzeit kam ein Peruaner mit seinen zwei Lasteseln des Wegs. Wohin auch immer er geht ...

Über den Bergen zog irgendwann ein Wolkenband zu uns und machte alles dunkel. Das war schade, aber so angekündigt - aber dann wäre die falsch stehende Sonne immerhin kein Problem mehr *haha. Doch vielleicht 30min später endete die Front genau so abrupt wie sie begonnen hat, und der Sonnenschein war nicht mehr weit. Und der Zug auch nicht, ein konstantes grummeln kündigte ihn an. Er kam gerade so im Licht, 2min vorher wäre schlechter gewesen, 2min danach besser.

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[maps.google.com]
Lok 1017 zieht diesen Zug von Lima bis Matucana. Hier ist er bereits auf dem letzten Abschnitt in auf etwa 200 M.ü.M. In Matucana wird dann die Lok des Zuges gewechselt und diese hier kehrt irgendwann zurück an die Küste zum Hafen von Lima. Aufgenommen ist das Bild hinter San Bartalome.

Schnell sind die Züge ja nicht und eine Verfolgung ist überhaupt kein Problem. Wir stampfen also runter zum Auto und folgten dem Zug. Bereits im nächsten Ort, San Jeronimo de Surco, stand die Büchse wieder und kühlte aus oder machte sonst eine Pause. Hinter dem Ort, weiter vor einem Kehrtunnel und gleich hinter dem Kehrtunnel standen wir noch drei mal für den Zug. Immer auf der anderen Talseite. Mal mit mehr, mal mit weniger Licht.

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[maps.google.com]
In San Jeronimo de Surco durchquert die Eisenbahnlinie den Ort, während die Hauptstrasse auf der anderen Talseite im Berg klebt. So sind diese Blicke auf Eisenbahn möglich. Dank der sehr gemächlichen Geschwindigkeit des Zuges wäre eine Verfolgung fast zu Fuss möglich ...

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[maps.google.com]
Zwischen San Jeronimo de Surco und Matucana windet sich die Bahn mittels zweier grossen 180° Kurven den Berghang hinauf um genug Höhe zu gewinnen. Hier befindet sich der Zug auf de mittleren Ebene (auf dem Luftbild gut zu erkennen). Wie man sieht war das Wetter zu diesem Zeitpunkt in den Bergen drin besser als im Tal.

Nach dem dritten Bild ging das rumpeln wieder los. Wieder über die Dreckstrasse fuhren wir weiter in Richtung Matucana. Ein letztes Bild sollte es bei einer kleinen Brücke geben, wobei da das Licht madig war. Besser war es direkt an der Bahnhofseinfahrt. Da stellten wir das Auto an den BÜ und stellten uns auf die Ladefläche. Die ist schön praktisch und gibt gleich mal 1.5m mehr Höhe. Für kleine Leute wie mich optimal ;).

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[maps.google.com]
Kurz vor Matucana überquert die Bahn ein kleines Seitental, wir hatten da gerade etwas Pech mit der Sonne.

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[maps.google.com]
Matucana ist erreicht. Der Zug rollt die letzten Meter bis zum Bahnhof nur noch aus.

Der Zug stellte sich in den Bahnhof und wir uns auf der anderen Seite. Auf dem Weg dahin kamen wir wieder am "BW" vorbei. Und was stand da? Lok 701, El Titolcomotora! Die sollte, müsste, hätte nach unseren Informationen nicht fahren dürfen. Aber die lief. Sehr merkwürdig! Die Lok sieht ziemlich frisch Lackiert aus, vielleicht hat man die "unbemerkt" wieder Revidiert? Uns war es recht, den die Lok stand gar nicht schlecht im Licht vor der Drehscheibe. Auf die Drehscheibe kam sie leider nie, darauf haben wir vergebens gewartet.

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Matucana: Ein kleines verschlafenes Eisenbahnernest in den Anden. Es gibt einige Krämerläden und Öffentliche Einrichtungen, eine Perle ist der Ort aber sich nicht – auch wenn man sich im „alten Zentrum“ viel Mühe gegeben hat. Vor uns fuhr da ein allgegenwärtiges Verkehrsmitteln in den Städten – ein Minitaxi – von uns nur Tuctuc genannt.

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[maps.google.com]
Bei der FCCA verkehren die Loks niemals falsch herum! Deshalb gibt es in Matucana natürlich eine Drehscheibe mit deren Hilfe die Berg- und Talloks gedreht werden.
Diesen Aufwand kann man sich bei Lok 701 natürlich sparen! Es ist die letzte Lok in Peru dieses Typs und sie war nach unseren Informationen eigentlich nicht mehr in Betrieb. An diesem Nachmittag wurden wir vom Gegenteil überzeugt – eine sehr positive Überraschung!


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[maps.google.com]
Eine Draisina wird gedreht, sie folgte dem Güterzug vom Meer her.

Auch an der Ausfahrt standen wir dann vergebens, fast eine Stunde lang. Zwar mit dem Licht von vorne, aber die Situation mit dem Ort daneben war klasse. Ein Tuctuc Teil nach dem anderen zogen durch die Strassen, sonst geschah nicht viel. Eine Draisina kam rein und eine Lok rangierte mal herum.

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In der Hoffnung auf eine Rangierfahrt in der Sonne platzierten wir uns an der Ostausfahrt des Bahnhofs und warteten geduldig Orangen mampfend auf Verkehr. Eine Draisina aus den Anden kam als erstes Gefährt.

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[maps.google.com]?
Das Daffy Duck TucTuc, was für ein liebenswertes Gefährt ;)

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Die Sonne war zwar etwa 100% falsch dank der HDR Funktion der neuen Kameras ist so etwas aber „kein Problem“. Naja, wems gefällt ... naja, sonst wäre einfach gar kein Foto möglich gewesen. Lok 1007 kam von den Abstellplätzen und Rangierte an ein paar alte Wagen heran.

Irgendwie war in dieser Stunde die Eisenbahn grausam ineffizient, den ausser einer Lok zu drehen und an einen Zug gen Küste zu hängen brachte man nichts fertig. Drei Loks liefen zwar ständig und bewegten sich auch mal, aber bespannt wurde nichts.
Als die Sonne an der bergseitigen Ausfahrt hinter dem hohen Berg verschwand wechselten wir die Bahnhofsseite und kamen noch zu einem Bild vom zur Ausfahrt bereitstehenden Zug

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Lok 1012, eine Tallok, steht an der Westausfahrt von Matucana bereit den Zug an die Küste zu ziehen / bremsen.

Dieser machte wie er da stand arg den Eindruck bald losfahren zu wollen. Die Sonne geht teilweise genau im Tal unter, etwas Licht dürften wir also noch haben. Natürlich ist dann der Sonnenstand nicht soooo optimal, aber wählerisch zu sein wäre in dieser Situation äusserst unhöflich.
Der Zug kam tatsächlich "bald" und wir bekamen noch ein Foto davon hin.

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In den letzten Sonnenstrahlen des Tages machte sich der Zug zur Küste auf den Weg. Wir platzierten uns für diese Zugfahrt im letzten Abschnitt mit Sonnenlicht.

Ein zweites Foto in San Jeronimo de Surco blieb uns verwehrt, da der Zug nicht kam bis die Sonne komplett verschwand. Das er während unserer Warterei nicht kommt hätten wir nicht gedacht, die Geschwindigkeiten, wir gaben ihm viel Zeit. Aber der stand vielleicht irgendwo rum ...
Dann führte uns die Fahrt wieder runter, weit runter zum Hotel und zum Bahnhof in Chosica, den wollten wir uns auch noch anschauen.

Der Verkehr war sehr lebhaft und irgendwie waren alle ein bisschen gaga drauf heute Abed. Die Überholmanöver der Peruaner sind sowieso ziemlich Halsbrecherisch, da wird häufig nach System Hoffnung überholt. Einmal mussten wir komplett anhalten damit der Bus, der LKW und das Auto dahinter (welche uns unmöglich sehen konnten) wieder auf ihre Strassenseite fahren können. Aufpassen!

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“Ist das Autofahren in Peru nicht gefährlich?“ Eine Frage die ich ein paar mal beantworten musste nach (und vor) dem Urlaub. Die Antwort ist: Jein ;). Mit einer solchen Situation hinter der nächsten Kurve muss man rechnen. Der Busfahrer überholte die ganze Kolonne LKW's doch sehr nach dem Prinzip Hoffnung und rechnete nicht mit uns. Wenn man da mit den erlaubten 80km/h angeflogen kommt ... keine Chance. Am Schluss standen wir alle Still bis sich der Bus wieder reindrücken konnte. Und man hofft einfach inständig darauf, dass von hinten kein LKW oder Bus um die Kurve zieht!

Um zum Bahnhof zu kommen wählten wir die Strasse hinter dem Ort durch. Die war ziemlich spannend, gut asphaltierte Abschnitte wechselten sich mit grausamen Dreckabschnitten ab. Die Idee morgen früh auf diesem Weg schneller als auf der Hauptstrasse durch die Stadt zu kommen fiel somit aus.
Der Bahnhof wird von einer Fussgängerüberführung überspannt. Als wir die sahen stellten wir das Auto auf den Tuctuc Parkplatz vor der Brücke (und ernteten dafür Huperei von den Tuctuc Fahrern ;)) und schauten uns die Situation mal an. Irgendwie ist der Bahnhof nicht viel bis nichts, nur murks. Wir sichteten aber eine ex NS Lok unter der Brücke, ganz offensichtlich schon länger nicht mehr benutzt (weil staubig).
Das war alles nichts, zurück zum Hotel. Da legten wir uns erstmal hin und machten uns frisch. Zeit hatten wir reichlich, den der gemeine Peruaner geht vor 21 Uhr nicht zum Abendessen, wir passen uns da an.
Was gab es zum Abendessen? Ein Crystal Bier aus der 0.625l Flasche (cool) und ein Muh-Schnitzel. Das war auf der Karte drauf und die Bedienung meinte auf die Frage, was es den alles gibt: „claro, alles“. Nach 5min kam die Bedienung wieder und WAS GAB ES NICHT? Natürlich mein Schnitzel *grummel. Dann halt ein Solomillo de Pollo, dass gab es dann.
Mit Kindergeschrei und irgend einem Fussballspiel im TV endete der Abend gemütlich im Hotel.
Der Tag war jetzt war nicht der erfolgreichste, aber fürs "mal schauen" doch ganz ordentlich. Ob man nun von dem heute gesichteten auf den morgigen Tag schliessen kann? Vermutlich ja nicht.




Danke für die Aufmerksamkeit, wenn ihr durchgehalten habt gibt es bald einen weiteren Teil aus den Anden!

Grüsse aus der Schweiz,
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:01:02:19:39:58.

Juhuuu - endlich! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 02.01.13 16:19

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Hallo Nil

Unglaublich, dass Du zum Jahresanfang so einen Knaller auspackst. Danke dafür. :-)

Viele Grüße.

Immer dieses Gejammer,...

geschrieben von: Re465

Datum: 02.01.13 18:38

... über das Wetter und die Sonne.

Es geht doch auch so.
Bombige Bilder!

Danke dafür!

Gruß, Ralf
So erfährt auch der Südsteirer, wie es in Südamerika aussieht (abseits von Rio). Und der Text vervielfacht die Eindrücke noch. Sehr amüsant zu lesen - wie üblich eben! Vielen Dank!!!!

Re: [PE] In den Peruanischen Anden (1) – auf nach Lima! (m25B.)

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 02.01.13 21:43

War schon lange gespannt auf den Start dieses Berichts! Macht grosse Lust auf mehr....
Zum Foto der Lok 1017 auf der grossen Brücke. Bei der Höhenangabe dürfte es sich um einen Tipfehler handeln, euch war sicher klar, dass ihr schon weit mehr als 200 m ü.M. wart ;-) Die 218 m lange Carrion-Brücke, die grösste der Strecke, liegt auf etwa 1780 m ü.M.
Die andere Brücke, von unten aufgenommen, ist die Challape-Brücke und liegt bereits ca. 2200 m ü.M. [www.railpictures.net]

Georg
Hallo Nil,

klasse Bilder. Es gibt in Peru aber noch mehr Bahnen, als die von Dir geannten. Insgesamt gibt es folgende Systeme:

- Centralnetz mit Strecke nach Huancayo und verschiedenen Anschlußerzbahnen

- Südbahnnetz mit Strecke nach Machu Picchu

- Tacna - Arica (zur Zeit wohl ohne Betrieb)

- Erzbahn bei Illo

- Hafenbahn in Pto Malabrigo (bald endgültig stillgelegt)

Was ist denn mit den älteren ALCOs geschehen (jene mit den niedrigeren Aufbauten). Ein Teil davon ist wohl zum Südbahnnetz überstellt. Ist der Rest schon verschrottet?

Erstaunlich ist, dass die Verandas schon ausgemustert sind, denn so alt waren die noch nicht, wohl aber durch die Topografie der Strecke schon ziemlich ausgenudelt.

Ob die SERENAZGO (Polizeieinheit) mit dem Tuc-Tuc als zivil getarnte Einsätze fährt? ;-)

Viele Grüße von Jan Olaf



2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2013:01:02:21:49:41.
Danke für den tollen Bericht. Bin schon gespannt auf die Fortsetzung.

Grüße
Martin

http://www.steamphone.de
steamphone.de - Eisenbahn, Reisen und Tech-Stuff
Spitzenmäßig!

kondensierte Grüße, Stefan

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=190387
Kondenslok.de (temporär offline) + Industrial Railways of Indonesia SIG (fc)
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wer sich über Signaturen aufregt, hat sonst nix zu sagen.
Die Andenbahn, eine der beeindruckendsten Eisenbahnen der Welt. Da will ich auch noch unbedingt mal hin. Geniale Bilder! Bin schon sehr gespannt auf die Fortzetzungen.

https://i.ibb.co/fM6Zwzj/20210626-161808-1.jpg
Nur echt mit Hang zu sarkastischen und zynischen Kommentaren!

Das ist sehr erfreulich fuer mich, gleich zum Jahresbeginn Bahnbilder aus Suedamerika vorgesetzt zu bekommen!

Die Ouverture moechte ich in drei Punkten kommentieren (Bahn, Sprache und Flug):

Bahn:
Die "Balkon"-Lok 701, deren Design mir von Irland her natuerlich bekannt vorkommt, duerfte fuer Infrastrukturdienste eingesetzt werden. Die Initialen lauten FVCA, also Ferrovias Central Andino, waehrend die Streckenloks mit FCCA (Ferrocarril Central Andino) bezeichnet sind. Grund ist eine Eigenart der peruanischen Bahnprivatisierung. Gemaess den damaligen Vorgaben der Regierung mussten Infrastruktur und Betrieb getrennt werden, worauf interessierte Konsortien einfach zwei Firmen gruendeten. Im Falle der peruanischen Zentralbahn entstanden FVCA (Infrastruktur) und FCCA (Verkehrsbetreiber), die jedoch in der Praxis als integrierter Betrieb gefuehrt werden. Das von ENAFER uebernommene Traktions- und Rollmaterial ging an FVCA, und FCCA mietet dieses bei der Schwestergesellschaft...

Sprache:
Der ehrenwerte Berufsstand der Bergleute schreibt sich in Spanisch "minero", also ohne das "Wuermchen" auf dem n.

Flug:
Ich empfehle, diesen Film sich zu Gemuete zu fuehren (ist auf Franzoesisch):
[www.youtube.com]
Wenn's hinten in der Kabine gut geht, ist das ja schoen, aber entscheidend ist, was vorne im Cockpit laeuft.

Ich freue mich auf weitere Peru-Rationen!

Saludos,
Don Pedro
Auch von mir ein Danke für den interessanten Jahres-Einstand! Jetzt muss ich dann wirklich mal dort hin... (ich frage nicht jetzt schon, ob Ihr einem Dänischen Lynetter begegnet seid;) ).

Nur beim Abschnitt zum Flug lief es mir eiskalt den Rücken hinunter. Weder habe ich es bislang je selber erlebt, noch von anderen Airlines gehört, dass in die Wolkentürme geflogen wurde, und ich fliege ja ab und an über den Äquator (kenne ZRH-JNB auch aus der Cockpitperspektive inkl. Blick auf den Wetterradar). Jeder, der mit AF in den Süden fliegt, berichtet irgendwie von Turbulenzen. Deren Piloten haben da wohl ein anderes Verständnis, was "inntertropische Konvergenzzone" bedeutet... AF bietet ja auch sonst immer wieder was: In New York mit dem A380 einen Canadair Jet um seine Vertikalachse gedreht, einen Ausweichflughafen für Beirut im Bürgerkriegsland Syrien (=Damaskus) gewählt und dort die Passagiere befragt, ob sie Bargeld für Sprit hätten, in Sofia auf der Taxiway starten wollen - und das alles seit AF447. Zwei Nächte nach dem besagten Absturz war auf der Strecke von Südeamerika nach Europa das einzige was bei uns an Bord (LH Boeing 747-400) gezittert hat, übrigens ich. Der Flug selber war ruhig ;)
Patrick Rudin schrieb:
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> ... Zwei Nächte
> nach dem besagten Absturz war auf der Strecke von
> Südeamerika nach Europa das einzige was bei uns an
> Bord (LH Boeing 747-400) gezittert hat, übrigens
> ich. Der Flug selber war ruhig ;)

Warum hast du gezittert?
Statistisch gesehen war die Chance das auf der gleichen Route sofort wieder ein Flieger abstürzt recht gering.

Oder andersherum:

Warum hat ein Mathematiker einen Bombengürtel im Flugzeug dabei?
Weil die statistische Wahrscheinlichkeit dass noch ein Bombengürtelträger an Bord ist damit erheblich sinkt


:-)

Gruß, Ralf
Oh Peru ! Schön, die Serie muß ich unbedingt verfolgen. Jaa, Inca-Cola, ich hab' das Zeugs verdammt süß in Erinnerung. Ich habe mich 2008 mehr an Pisco Sour und Mate Tee gehalten.
fg
Hallo,

Danke fürs Zeigen dieses sehr interessanten Berichtes !

Gruß, DB-Keks
Hab schon sehnsüchtig auf neue Abenteuer von euch gewartet....