Hallo,
in diesem vorletzten Teil soll es nun weiter nach Armenien gehen. Als Fortsetzung der Fahrt
fahren wir mit dem Zug 201 „Armenia“ weiter von Batumi über Tiflis nach Yerevan.
Da wir schon in Kars waren, wäre es natürlich nur ein Sprung rüber nach Armenien gewesen, aber aufgrund der geschlossenen Grenze ist nur der Weg über Georgien oder den Iran möglich.
In den letzten Monaten und Jahren hatten wir schon sehr interessante diverse Reiseoptionen:
Unterwegs zwischen Istanbul und Jerewan von Jürgen, Sommer 2011: [
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Reise nach Armenien und zurück von Ludger im Juli 2011: [
www.drehscheibe-foren.de]
Bericht von Bernhard über Armenien und Georgien und die Rückreise mit Hindernissen: [
www.drehscheibe-foren.de]
Zur Erinnerung unser bisheriger Reiseweg:
Blau: Mit dem Zug
Grün: Mit der Fähre
Rot: Mit dem Bus
Für unsere Fahrt nehmen wir den nur in den Sommermonaten verkehrenden Schnellzug "Armenia", der um 15.25 Uhr den ca. fünf Kilometer außerhalb Batumis gelegenen Bahnhof in Markhinjauri verlässt, Tiflis um 21.40 Uhr und dann Yerevan am nächsten Morgen um 7.35 Uhr erreicht. Der Zug fuhr täglich vom 15. Juni bis zum 30. September 2012:
Armenia Zug: [
ukzhd.am]
Zum Fahrkartenkauf. Es ist nicht nötig, extra nach Markhinjauri raus zu fahren, denn die Georgische Staatsbahn unterhält in Batumi ein Stadtbüro. Wir sind im Hotel "Rcheuli Villa" in der Mazniashvili Straße untergebracht. Vom Balkon aus sieht man im Hintergrund das Hochhaus, das Büro befindet sich ca. 50 Meter davor auf der rechten Seite.
Stadtbüro der Georgischen Bahn
Bezahlt werden kann nur in Georgischen Lari, eine Kartenzahlung ist nicht möglich. Das Büro ist bis ca. 17.00 Uhr besetzt. Wir entscheiden uns für ein Zweier-Coupé, dafür ist eine Fahrkarte erster Klasse notwendig. Die Fahrkarten werden in doppelter Ausstellung ausgefertigt, ein Exemplar behält die Provotnika:
Wir haben an dem Vormittag des 11.8.12 noch reichlich Zeit für Batumi, bevor unser Zug abfährt. Das neue und alte Batumi mit seinen neuen Protzbauten, vom Opernplatz aus aufgenommen.
Unschlagbar sind die kleinen Bars an der Strandpromenade, vergleichbar mit unseren Beachclubs im Sommer in den Städten:
Wir gehen in der Stadt bevor unser Zug fährt noch etwas Essen. Ein Stiernacken wird von der Polizei vehement zum Wegfahren seines Schlittens aus dem Halteverbot aufgefordert, seine vermeintlichen Privilegien als kleiner Oligarch fruchten nichts. Respekt. Schon lange nicht mehr eine so beleidigte Fratze gesehen.
Aber, nun drängt auch unsere Zeit. Zum Bahnhof selbst fahren vom Zentrum selbst einige Matruschkas (beispielsweise Linie 31). Am Bahnhof selbst gibt es diverse Supermärkte, wo man sich mit dem nötigen Reiseproviant eindecken kann. Als ich aus dem Supermarkt heraus komme, steht unser Zug schon bereit:
Und unser Zug führt einen Buffet-Wagen:
Unser Abteil ist im Wagen Nr. 15. Dieser Ammendorfer aus der DDR, Baujahr 1982 hat nur Zweibettcoupés. Wir schauen uns den Wagen etwas näher an:
Obwohl unser Wagen zu öffnende Fenster hat, sind die meisten verschlossen. In den Wagen ist es bullig heiß und aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit muffelt es in den Wagen sehr heftig. Deshalb warten wir auch vor der Abfahrt lieber draußen:
Batumi verlassen wir pünktlich und lassen die Stadt, immer am Meer entlang fahrend, hinter uns:
Unser 14-Wagen-Zug wird ab Tiflis zu ca. 90 Prozent gefüllt sein. Wir werfen derweil einen Blick in den Buffet-Wagen, der neben dem Gastraum auch noch vier Schlafwagenabteile aufweist:
Heftig schaukelnd fahren wir durch Georgien. Alle Zwischenräume hat der georgische Zoll versiegeln lassen, das erspart natürlich an der Grenze erheblich Zeit. Ein paar Impressionen von der Fahrt und dem Inneren unseres Wagens gibt es hier zu sehen:
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www.youtube.com]
Wir sind wieder zurück in unserem Wagen. Gehen armenische Frauen zur Toilette, dackeln ihre Ehemänner hinterher und schieben Wache vor der Tür, damit drinnen nichts Unanständiges passiert. Abort unseres Wagens ohne Ehefrau, Ehemann und Schweinereien:
Unser Zug ist in jeder Hinsicht pünktlich. Ureki und die folgenden Stationen passieren wir pünktlich:
Unterwegs begegnen uns immer wieder Kesselwagenzüge aus Baku nach Poti und Batumi. Und wie hieß der Witz noch: Fischer trifft Schroeder und sagt, er habe jetzt auch eine Pipeline in der Pipeline:
Unsere Provodnika verteilt Bettwäsche, Getränke und Snacks. No English! aber in jeder Hinsicht wirklich sehr nett. Es läuft armenische Musik über die Lautsprecher und solange der Zug fährt, funktioniert auch die Klimaanlage.
Tiflis erreichen wir pünktlich und vertreten uns die Beine, bis der Zug weiter in Richtung Grenze fährt.
In Ayrum, an der armenischen Grenze, müssen alle aussteigen, die kein Visum haben. Über lange Zeit hielt sich hartnäckig das Gerücht, dass es für Bahnreisende kein Visum an der Grenze gibt, was eindeutig nicht stimmt.
Am nächsten Morgen fahren wir pünktlich in Yerevan ein, neben uns ein Metrokurzzug der U-Bahn der Hauptstadt:
Wir bekommen den Tipp für ein Hostel, das sich nur wenige Gehminuten von der Innenstadt entfernt befindet. Wir warten noch einige Minuten auf dem Bahnsteig, die angekommenen Reisenden entfernen sich schnell, dann machen wir uns auch auf den Weg:
Die Unterkunft kann ich euch wirklich empfehlen. Hier der Gemeinschaftsraum. Die anderen Gäste sind natürlich alle mit dem Flugzeug gekommen, ungläubig wird unsere Alternativroute verfolgt.
Als Fazit: Die Fahrt mit dem Armenia sollte jeder von euch einmal gemacht haben. Wem die Fahrt mit dem Zug zu lange dauert, hat natürlich auch die Möglichkeit, den Bus oder Minibus zu nehmen:
Das Inhaltsverzeichnis zum Reisebericht befindet sich hier: [
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Es wird abschließend noch Einiges aus Armenien geben, natürlich auch mit Grenzwertigem. Das nehmt bitte wörtlich!
Viele Grüße
Alex