Hallo,
nach langer Unterbrechung soll es nun doch weiter nach Armenien gehen. Als Fortsetzung der Fahrt
fahren wir von Mardin weiter über Van und Kars nach Batumi in Georgien. Der Beitrag wird etwas off Topic sein, denn die Variante mit dem Zug wäre ein riesiger und zeitlicher Umweg gewesen. Im Endeffekt hätten wir mit dem Karma (mit Glück ab Mardin, vgl. letzten Teil), sonst ab Senyurt zurück nach Gaziantep gefahren, weiter mit dem Bus nach Narli, Anschluss mit dem Firat Express nach Elazig. Hier eine Übernachtung und am nächsten Tag weiter mit dem Vangölü oder Elazig - Tatvan Karma an den Van See. Wir nehmen daher diverse Busse:
Blau: Mit dem Zug
Grün: Mit der Fähre
Rot: Mit dem Bus
In Mardin haben wir diverse Optionen: Mit einem Bus über Sinop und Hakkari praktisch als Südroute nach Van. Allerdings fand kurz zuvor ein verheerender PKK-Anschlag in der irakischen Grenzregion statt, sodass wir von dieser Route Abstand genommen haben. Nicht aus Angst, sondern weil die Busse nur bedingt fahren würden.
Also, daher Version 2: Mit einem Dolmus nach Diyarbakir oder Batman. Wir fahren am 8. August nach Diyarbakir, werden an einem der lokalen Otogars abgesetzt. Weiter geht es inklusive Stadtrundfahrt mit einem weiteren Dolmus zum eigentlichen Busbahnhof der Stadt.
In Diyarbakir haben wir prompten Anschluss nach Van:
Wir fahren zunächst nach Batman und passieren an der Strecke Diyarbakir - Batman - Kurtalan den Bahnhof Cöltepe. In den letzten Jahren wurde auch hier an den abgelegenen Orten der Türkei die Bahninfrastruktur modernisiert, aber hier ist die alte Technik noch vorhanden. Exemplarisch zwei Bilder von dem Bahnhof aus dem Jahr 2008:
Wie vielleicht die meisten von euch wissen, fand im letzten Jahr am Van-See ein verheerendes Erdbeben statt. Unterwegs wird mir im Bus erzählt, dass Tatvan nicht mehr stehen würde. Das entpuppt sich natürlich als Blödsinn. In Tatvan ist alles intakt.
Allerdings sieht es in Van anders aus. Hat die Innenstadt das Erdbeben fast unbeschädigt überstanden, traf es vorwiegend die arme Bevölkerung am Stadtrand. In Van stehen mindestens noch drei Lager mit Notunterkünften.
Auffällig ist in Van, dass der Güterverkehr in den Iran aufgrund des Embargos und der zunehmenden Zahlungsunfähigkeit des Landes in harter Währung rapide abgenommen hat. Sowohl in Tatvan, als auch auf der anderen Seite des Sees stapeln sich auffällig viele Güterwagen.
Wir bleiben die Nacht in Van und fahren am nächsten Morgen weiter nach Kars. Allerdings diesmal eine andere Route, nämlich über Agri und Horosan. Ich hatte die Hoffnung, dass wir Kars rechtzeitig erreichen, um noch um 16.00 Uhr auf der reaktivierten Strecke nach Akyaka fahren zu können.
Das hat natürlich nicht geklappt, denn die Ankunft des Busses ist in Kars erst um 17.25 Uhr. Für alte Bekannte an der Strecke hatte ich diverse Fotos mitgebracht, die ich nun doch nicht verteilen konnte.
Aber vielleicht hätte sich am nächsten Morgen um 6.00 Uhr eine Möglichkeit ergeben, mit dem Triebwagen nach Akyaka und zurück nach Kars zu fahren. Obwohl der alte Charme, als noch der Yolcu Treni fuhr, wahrscheinlich nicht mehr wieder kommen wird. Und, von Akyaka wären es theoretisch nur noch ca. 8 Kilometer zum Grenzbahnhof Dogukapi und dann weiter nach Akhuryan in Armenien, wenn die Grenze nicht geschlossen wäre.
Yolcu Treni Kars - Akyaka im Jahr 2008
10. August 2012: An diesem Tag soll es weiter nach Batumi gehen. Es gibt einen direkten Bus nach Hopa und Trabzon. Ab Kars um 9.45 Uhr, jedoch ist die Abfahrt ab dem Büro in der Nähe des Karabag Hotels bereits früher. Für die Fahrt nach Akyaka und retour wird es zeitlich ziemlich eng. Wenigstens nehme ich mir vor, um 5.00 Uhr aufzustehen, zum Bahnhof zu dackeln und meine Bilder zu verteilen. Aber, der innere Schweinehund hat mich besiegt und nicht umgedreht. Als der Wecker klingelt, habe ich mich nach dem Motto wieder umgedreht: wer länger schläft bleibt auch gesund.
Diese Busfahrt kann ich jedem von euch empfehlen. Auf fast 2000 Meter Höhe geht es über abgelegene Straßen über mehrere Hochplateaus. Die Krönung der angefahrenen Orte ist Gölle, im Winter bestimmt die Hölle. Das Lebendigste hier sind die Gänse, die den Winter wahrscheinlich auch nicht überleben werden:
Auf der weiteren Fahrt nach Artvin ändert sich die Landschaft kolossal. Wir fahren durch eine bizarre Bergwelt. Unterwegs machen wir einen längeren Stopp. Der ankommende Bus ist eine nette Abwechslung für die Kinder:
Bis zum Schwarzen Meer ist es nicht mehr weit. Immer wieder müssen wir halten, da die Straße ausgebaut wird und es daher zeitweilig zu Sprengungen kommt:
In Artvin müssen wir den Bus wechseln und werden schließlich in Sarpi am Schwarzen Meer abgesetzt. Wie schon fast drei Wochen zuvor in Burgas, ist es drückend heiß mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Es ist früher Abend. Wir donnern zur Grenze, passieren diese zu Fuß durch ein neues, modernes Terminal: Willkommen in Georgien.
In Hopa gönnen wir uns ein Taxi, das uns direkt in der Altstadt von Batumi absetzt. Eine Stunde später sitzen wir bereits beim Essen direkt am Meer.
Da ich euch nun kaum Loksche präsentiert habe - dafür sorgt schon unser Meister seines Faches, habe ich wenigstens als Ausgleich noch die Busfahrkarten für euch:
Das Inhaltsverzeichnis zum Reisebericht befindet sich hier: [
www.drehscheibe-foren.de]
Zu Fahrten in dieser Region: [
www.drehscheibe-foren.de]
Fortsetzung folgt.
Grüße
Alex