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[RS] Urlaub in Serbien (4) - Ein Ende um Belgrad (m26B)

geschrieben von: Nil

Datum: 18.10.12 09:49

Hallo Welt,

es folgt der zweite und bereits auch letzte Teil dieser Serie. Wir waren noch mal zwei Tage um Belgrad unterwegs und haben uns vor allem um die Schienenbusse gekümmert. Dies mit der Angst im Hinterkopf, dass es diesen Büchsen wohl als erstes an den Kragen geht wenn es in Serbien so weitergeht wie in den letzten Jahren.

Viel Spass!

Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de]




Freitag 28 September 2012, Pancevo - Belgrad

Und wieder ein Tag der so früh beginnt wie kaum ein anderer. Um 7 Uhr wollten wir beim Frühstück sein. Dies gab es aber nicht bei uns im "Motel" drin sondern im Restaurant welches (wir erinnern uns) auf der anderen Seite der Stadt lag.
Auf der Fahrt dahin überlegten wir noch, was das Frühstück wohl kosten wird, oder ist es bei den 15 Euro Übernachtungskosten pro Person vielleicht schon dabei? Ich glaube davon war bisher nie die Rede? Vielleicht verdienen die dann mit dem Frühstück ihr richtiges Geld? ;)
Das Motel wurde beim genaueren hinsehen übrigens immer "besser", es ist und bleibt seinen Preis mehr als Wert, aber einige Punkte kamen doch ans Tageslicht. Das auffälligste war der fehlende Duschvorhang, was für nasse Socken sorgte wenn jemand unter der Dusche stand. Auch etwas instabil montiert war der Handtuchhalter. Vorteil: Fallen die Handtücher erstmal auf den Boden kann man sie gleich zum aufwischen des Sees (nach der Dusche) nutzen. Die Betten waren aber super! Tja, und viel mehr gab es in dem Zimmer eigentlich auch gar nicht.
Im Restaurant dann die Überraschung, wir wurden beim Frühstück nicht abgezogen sondern es war im Zimmerpreis bereits enthalten. Das machte die ganze Sache natürlich gleich noch preiswerter, denn das Frühstück auf Bestellung hatte einiges zu bieten. Man hat mein "Brot mit Marmelade" zwar als "Omelett" interpretiert (da muss man viel Fantasie haben), aber auch das Omelett war lecker.
Trotzdem hatten wir für die nächste Nacht ein anderes Hotel gebucht, warum eigentlich? Wir waren hin und her gerissen, eigentlich wäre es ja ganz schön da eine zweite Nacht zu bleiben, sooo toll war es aber nicht, oder doch? Naja, den Ausschlag gab die Lage. Pancevo ist zwar nahe an Belgrad, aber ich hatte nichts dagegen noch einen Abend in Belgrad selber zu verbringen. Da Gunar dass ähnlich sah wurde Jan überstimmt (immer diese Mehrheitsentscheidungen ;)).
Wetter: Hmm, es begann schwierig, es lag ein dichter Siffkegel über dem Land und nur in Richtung Südosten sah es wirklich blau aus. Blöd, wollten wir (noch) nicht da hin. Denn in der Früh standen erstmal wieder Schienenbusse auf dem Programm. Es kommt gegen 9 ein Schienenbus von Zrenjanin runter nach Pancevo, der fährt dann gleich wieder hoch bis Orlovat (da mit der Schienen / Strassenbrücke) und kommt wieder runter. Gerade diese hoch- und runter-zu fahrt wäre ja bestens im Licht und wir hatten gestern beim besichtigen noch einige Motive gefunden mit denen wir uns beschäftigen konnten. Nur eben dieses Wetter ...
Wir starteten im Plan und durchquerten erneut Pancevo. Und wir kamen am schönen Hotel vorbei. Erstaunlicherweise war da sogar die Türe offen und Leute kamen raus. Es würde uns ja nur schon wundernehmen wie die Zimmer da drin aussehen, hätten wir gestern nur aus Spass mal reinschauen sollen?
Unsere Fahrt endete beim Bahnhof von Kacarevo, diesen hatten wir uns gestern nicht mehr angesehen. Wir hatten nicht viel verpasst, trotzdem blieben wir gleich mal vor Ort. Den wir waren so früh dran, dass die Zrenjanin - Pancevo Fahrt vom Sinobus noch gar nicht durch war. Wir sollten ihn also da ein erstes Mal besichtigen können. Den wie uns erzählt wurde sollen auch verschmierte Busse unterwegs sein! Der Sinobus kam und schon von weitem sah man durchs Tele die Serbische Strassenkunst auf der Front. Es war tatsächlich "die verschmierte Garnitur" (keine Ahnung ob es mehrere davon gibt). So musste das natürlich nicht sein, bei dem Sifflicht sowieso nicht.

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[maps.google.com]
So präsentierte sich der Schienenbus beim ersten Bild, kein erfreuter Anblick. Da dieser Bus das Ziel für eine reichhaltige Verfolgung sein würde liessen wir von diesem Plan ab. Aufgenommen an der Einfahrt von Kacarevo

Ein Alternativprogramm hatten wir aber auch schon wieder im Kopf. Von Pancevo führt noch die Strecke nach Vrsac (Nordosten) weg. Da fährt seit "neustem" ein Russentriebwagen viermal hin und her. Und eine solche Fahrt stand bald an, ausserdem war das Wetter da drüben besser.
Um Enttäuschungen vorzubeugen bereiteten wir uns dieses Mal auf die Verfolgung des Zuges vor bzw. schlossen eine solche gleich aus. Auch auf dieser Strecke werden ganz ordentliche Geschwindigkeiten gefahren. Eine Verfolgung durch die ganzen Strassendörfer dürfte kaum möglich sein. Aber wer weiss?
Nur wie kommt man an diese Strecke rüber ohne über Pancevo zu fahren? Die Gegend hat nun nicht gerade das dicht verästelste Strassennetz und "alle Wegen führen nach Pancevo". Aber unsere Karte hatte eine kleine (weisse) Verbindung zwischen zwei Orten nördlich von uns drin. Wir kennen ja weisse Strassen als sehr gut ausgebaute Hauptstrassen und als unfahrbare Feldwege. Es wurde spannend und wir mussten hoffen, hoffen nicht vergebens 10km in den Norden zu fahren.
Es hat sich nicht gelohnt, im Ort war der Weg super, dann wurde es zum Kopfsteinplasterschüttelrüttelweg und dann zu einem Feldweg. Das war der Punkt wo wir wendeten und zurück fuhren.
Bis nach Pancevo mussten wir aber nicht. Eine Tafel nach Vrsac lenkte uns nach Links. Natürlich genau durch Kacarevo, da wo wir die Fahrt "rüber" begonnen haben. Wir hätten es also sehrsehr einfach haben können. Aber mit unvollständigem Kartenmaterial (und wenn man nicht aufpasst und solche Tafeln erst beim dritten vorbeifahren sieht) braucht man halt die Zeit. Wir hatten nun sogar derart viel Zeit vertrödelt, dass der Schienenbus von Pancevo schon fast wieder bei uns war.
War er auf der Nordnase eigentlich auch verschmiert? Wir konnten uns nicht erinnern und warteten doch einfach mal die 5min ab. Die Nase wäre zwar sauber gewesen, das Licht fehlte aber und auch der LKW der Punktgenau durchs Bild rollte war etwas suboptimal.

http://bahnpics.com/nil/12.09%20Serbien/12.09.28%20Pancevo/N12_4331kgr.jpg
[maps.google.com]
Aufgrund einer etwas falschen Karte gab es doch noch mal ein Bild der verkeimten Busgarnitur, auf dem Weg nach Norden bei Skrobara.

Heute wollen uns die Schienenbusse einfach nicht, also zum Russen! Da drüben soll es Sonne geben und saubere (weil wunderbar neue) Fahrzeuge. Gibt es auch Fotogene Stellen? Der erste Anlauf in einem solchen Moment muss immer ein Bahnhof sein. Und wir bekamen in Vladimirovac das erste Bild mit einem richtigen Bahnhofsgebäude hin. Nun, es war zwar nicht schön, aber dass sind die ja eigentlich nie (bis auf wenige Ausnahmen vielleicht).
Bereits 20min vor dem Triebwagen hatten sich einige Leute am Bahnhof eingefunden. Alle warteten wir geduld bis dann die Zeit für den Zug näher rückte. Der Russentriebwagen kam und wir hatten ein zweites Bild von so einer Kiste.

http://bahnpics.com/nil/12.09%20Serbien/12.09.28%20Pancevo/N12_4340kgr.jpg
[maps.google.com]
Was für ein erfreulicher Anblick! Im Bahnhof von Vladimirovac kam der neue Triebwagen 711 004 nach Süden gefahren.

Viel Zeit verloren wir nicht beim Zusammenräumen, wir wollten es ja noch mal probieren mit einer Verfolgung. Aber wie immer in dieser Situation lief einiges schief, Trecker fuhren direkt vor uns auf die Strasse, LKW's kamen im dümmsten Moment entgegen usw. So klappte es mit der Verfolgung erwartungsgemäss nicht, auch wenn wir fest der Meinung waren das es hätte reichen müssen (aber der Triebwagen kam einfach nicht mehr ;)).
Bis der zurück kommt würde es uns zu lange dauern, also wechselten wir die Strecke, das Gebiet, die Ziele. Den Dieselmotoren weichen Fahrleitungsmasten, und zwar südlich der Donau. Einerseits liebäugelten wir noch mal mit der Brücke von vorgestern (bei Ralja), andererseits gibt es da einen Pendelverkehr zwischen Požarevac und Smederevo, der in einem "dichten Takt" angeboten wird. Weshalb es genau da um die 10 Zugpaare gibt wissen wir nicht, aber es scheint als der Region der Nahverkehr ein bisschen etwas wert ist.
Der Wechsel da hin war etwas langwierig, denn wir wechselten die Donauseite nicht in Belgrad sondern über die nächste Brücke im Osten - viele davon gibt es ja sowieso nicht. Wir trödelten nicht und ich musste sogar das Einkaufen von kühlen Getränken auf später verschieben, trotzdem wurde es verdammt Eng auf den nächsten Zug!
Pünktlich wie die Eisenbahn, also fast Zeitgleich mit dem Zug, erreichten wir die Strecke und folgten ihr. Wobei wir nicht weit kamen, schon beim nächsten BÜ erkannten wir von weitem die geschlossenen Schranken. Das ganze entpuppte sich, zu unser aller Überraschung, als eine Strassen / Schienen Brücke. Und da war jetzt halt die Schranke schon mal unten. Da das Licht aber gerade eine Pause machte taten wir es ihm gleich und schauten dem Zug von unserem Auto aus zu. Es war eine 441 mit einem verschmierten Wagen, wie von Gunar vorhergesagt :).
Die Strasse auf der wir waren war mal wieder auf keiner Karte drauf, wohin sie wohl führt? Wir folgten ihr und landeten erwartungsgemäss in der nächsten Hauptstrasse. Der Weg da hin war genau so wie ich mir die Strassen aus dem Balkan gewohnt bin. Es rumpelte und hubelte und löcherte ... so muss das sein ;).
Als wir im nächsten Ort etwas vorgefahren sind "merkten" wir auf einmal, dass der nächste Zug an der Brücke bereits in etwas über einer Stunde wäre. Das ist ja gar nicht weit weg und die Brücke gefiel so gut, dass wir die Zeit gerne aussitzen würden. Ausserdem könnte man in der Pause wunderbar noch kurz am Bahnhof schauen wie es da aussieht, ein stehender Zug kann ja auch entzücken (mit dem richtigen Hintergrund).
Požarevac ist ziemlich klein und der Bahnhof war schnell gefunden. Und was stand da rum? Erstmal natürlich der Regio, mit einem sauberen Wagen! Und dann, viel spannender, zweimal eine 666 - Titoloks. Die sahen nun nicht mehr so aus als ob sie täglich nach Zajecar hochfahren, aber so ewig stehend die beiden noch nicht da.

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[maps.google.com]
In Pozarevac stehen diese beiden ex. Titoloks herum! 666 003 und 004 fristen ihr dasein. Lange stehen die vermutlich noch nicht da.

Wir nahmen die Einladung an und liefen gleich mal rüber. Kaum hatten wir die 666 Fotografiert da kam schon der Chef aus seinem Häuserl und hiess uns mit einem schroffen "Hey" willkommen auf seinem Bahnhof. Oha, ja, da hätte man sich vorher mal anmelden können. Aber nun waren wir zu spät ;). Wir liefen rüber und er begann schon das Reden, da hält ihm Jan unsere Genehmigung vor die Nase. Er las die interessiert und wurde ganz freundlich. Alles in Ordnung, er konnte es ja nicht wissen. Er wirkte fast schon entschuldigend.
Das zweite mal in diesem Urlaub wo wir die Genehmigung gebrauchen konnten, die Quote gegenüber den letzten beiden male ist jetzt schon auf 200% gestiegen! ;)

Das Gewölk war immer noch da als der Regio an den Bahnsteig vorzog, aber es war löchrig. Da der Regio noch nicht gleich fuhr hatten wir ja noch Zeit zu warten. Und so gab es ein Sonnenbild von der Garnitur im Bahnhof.

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[maps.google.com]
441 709 hat sich mit dem Mittagsregio im Bahnhof von Pozarevac zur Abfahrt bereit gestellt. Dabei schaute auch die Sonne kurz vorbei

Schleunigst fuhren wir zur Brücke zurück, denn der BÜ kann sehr früh runter gehen, dass hatten wir vorher gesehen. Wir kamen aber noch rüber und hinter uns senkten sich die Schranken. Nach dem Sonnenbild im Bahnhof gab es nun ein Dunkelbild, viel gefehlt hätte ja nicht.
Noch mal für einen Zug bleiben? Wieder hätten wir 90min Wartezeit vor uns gehabt, was es uns allen aber Wert war. Es würde zwar dann wieder die Garnitur mit dem Schmierwagen kommen, aber sieht man ja kaum bei einem Lokfrontbild.
Es war Mittagszeit und wir hatten alle Hunger, also auf zur OMV am Ortsrand und dann zurück zur Stelle. Und als wir nach dem Einkaufen an die Brücke ran fuhren war der BÜ schon wieder unten. Nanu, der Regio von Süden kann es kaum sein, der hatte erst in knapp 15min Planzeit. Was dann? Güterzug? Wer weiss, vielleicht sogar mit den Tito Loks (und wovon träume ich sonst noch so? ;)) ?
Da wir dem Zug nicht nur zuschauen wollten, ganz egal was es denn wäre, parkte ich am Rand und wir liefen auf dem Fussgängersteg über die Brücke. Uns entgegen kam ein Hochzeitpaar mit zwei Fotografen ... soso. Ob man den BÜ nur geschlossen hat damit die in aller Ruhe ihre Bilder machen können? ;)
Nein, den 15min später kam der Regio von hinten. Und er hielt noch an vor der Brücke. Deshalb war die Schranke jetzt ewig geschlossen? Solche Aktionen dürften der Akzeptanz der Eisenbahn bei der Bevölkerung auch nicht gerade zuträglich sein. Oder ist für alle Auto fahrenden Serben die Bahn sowieso keine Option mehr? Wohl eher …
Wir setzten uns in Auto und begannen unser reichhaltiges Mittagessen auszubreiten. Doch ich hatte noch nicht mal das halbe Sandwich unten da senkten sich die Schranken schon wieder. Gut, dass es diesmal wieder ein Regio ist war ausgeschlossen. Also doch Güterzug. Oder wie wärs mit einem Bauhobel von hinten samt Güterwagen? *tata*, also war nicht mal ein Nachschuss drin. Und auch für dieses Teil waren die Schranken wieder 15min geschlossen.
Wieder im Auto ging es erwartungsgemäss nicht sehr lange bis sich die Schranken wieder senkten, diesmal für den Regio. Gerade als sich die Schranken schlossen rolle auf unserer Seite (Brückenwärter sitzt drüben) ein Kleinwagen Hupend heran. Er teilte wohl dem Schrankenwärter mit, dass man ihn doch bitte noch durch lässt. Der Eisenbahner blieb hat und liess den anderen am BÜ versauern :-)
Dies war nun der dritte Regio an der Brücke nach Süden, dieser müsste ja dann im Licht kommen!? Nun, nein, jein ... 1/2 Licht vielleicht, es war das hellste aller Bilder, von Licht zu sprechen wäre falsch. Schade, denn weiter warten konnten wir nun nicht mehr, dafür fehlte uns auch die Motivation. Und der 15 Uhr Zug ab Belgrad drückte auf der Strecke nach Nis.

http://bahnpics.com/nil/12.09%20Serbien/12.09.28%20Pancevo/N12_4360kgr.jpg
[maps.google.com]
Südlich von Pozarevac gibt es diese kombinierte Schienen/ Strassenbrücke. Der Zug wird gleich den Haltepunkt Ljubičevski Most erreichen, dieser liegt nämlich direkt am Brückenkopf ;)

Die Fahrt führte uns über die Autobahn und wir probierten heute klugerweise eine andere Strasse aus als vorgestern. Die führte uns über eine „riesige“ Autobahnausfahrt *hihi* - da erledigt ein Mensch alle Aufgaben. Sein Häuserl steht dabei aber so blöd, dass er immer raus kommen muss wenn ein Auto vor den Schranken hält. Er hatte die Preise aber ganz gut im Griff und nannte uns nach 2 Sekunden Ticket-Studium einen Preis.
Vorgestern waren wir ja an der südlichen Brücke, heute wollten wir uns die nördliche der beiden anschauen. Diese ist laut Gunar nicht so gut umsetzbar, nach der Erinnerung von Jan aber länger und höher. Gunar hatte recht, Jan vielleicht auch :-) Die Brücke ist irgendwo im Wald, daher konnte Jans Eindruck nicht abschliessend bestätigt oder dementiert werden. Da wir nämlich keine Zeit hatten um grossartig etwas zu suchen blieben wir gleich am ersten BÜ stehen. Da gab es nämlich auch ein ganz schönes Landschaftsmotiv, mit Belgrader TV Turm im Hintergrund. Oder sollte ich für den Regio etwas weiter hinten den Querschuss über ein Feld machen?
Aaaach, Querschuss, sieht besser aus, also lief ich zum Auto zurück während Jan und Gunar der Strecke nach Süden folgen wollten ein paar Meter. Gunar hörte es wohl als erster, dann Jan und dann ich. Es rauschte von Norden, und zwar anders als immer. Güterzug? Da kam ja vorgestern auch einer vor dem Regio (von uns nur an der Einfahrt gesehen). Und er kam auch heute, schön zuverlässig. Als ich heute Nachmittag noch mit dem Güterzug rechnete wurde noch ausgelacht.
Die Stelle unten am BÜ hatte ich nach dem Bild definitiv und der Fahrt hoch stand nichts im Weg.

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[maps.google.com]
Bei Klenje, wieder an der Strecke von Belgrad nach Nis, rollt dieser Güterzug mit 461 157 nach Süden

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[maps.google.com]
Der Regio von Belgrad nach Nis, der vor zwei Tagen noch mit zwei Wagen fuhr, hatte an diesem Tag gleich drei Wagen hinter der Lok.

Jan fragte die JZ per Handy wie es um de Skopje Schnellzug steht, und schon hatten wir unser nächstes Ziel. Er sollte pünktlich sein. Wir hätten natürlich auch einfach wieder zur ersten Brücke fahren können um auf einen Güterzug zu hoffen. Aber wir waren doch der Meinung lieber sichere Personenzüge mitzunehmen als vielleichtige Güterzüge.
Wir hatten 30min Zeit um eine Stelle zu finden und nutzen dieses Fenster voll aus. Denn die Nördlichere verlaufende Strecke ist sehr häufig irgendwo im Wald oder hinter Sträuchern begraben. Aber wir fanden natürlich etwas, was mal gar nicht so schlecht aussah. Dann ging die bibberei los, was für eine Garnitur schicken die beiden Bahngesellschaften für diese hochwertige Verbindung auf die Strecke? Natürlich, viel mehr als 3 Wagen werden es kaum sein, aber die JZ hat ja noch das hochwertige Wagenmaterial und auch die MZ könnte etwas schönes schicken. Der Zug war zu hören und wir waren aufgeregt (hihi ;)) was kommt.
Was dann kam war eine herbe Enttäuschung. Es hätte ein Regio sein können. Zwei graue Wagen der Serben, kein Mazedonier, nichts buntes. Immerhin waren beide Wagen frei von schmiererein. was ein bisschen entschädigte, aber nur ein bisschen!

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[maps.google.com]
Nochmaliger Streckenwechsel. Auf der nördlichen Strecke fährt gegen 17 Uhr der B336 von Skopje nach Belgrad durch. Dieser Zuglauf verspricht ja buntestes Wagenmaterial. Was dann aber hinter 441 316 hing war schon etwas enttäuschend, aber immerhin sauber! Aufgenommen bei Mala Ivanca

Unser Programm war ja mal voll gepackt heute Abend, auch nach diesem Bild hatten wir keine Pause. Nein, der 17:33 Zug ab Ralja war auf der Brücke fällig. Der war ja vor zwei Tagen so viel Verspätet, dass es nicht klappte. Heute vielleicht schon? Es hätte, er kam nämlich mit "nur" etwa 10min Verspätung. Dafür war aber diesmal die Sonne im Schmodder bereits untergegangen.
Und es fehlte noch der Gegenzug, dann wären wir fertig. Mit diesem probierte ich Kuuuunst, dies ging schief weil ich viel zu kurz belichtet habe. Mal sehen wie es am Computer dann aussieht ;).

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[maps.google.com]
Neuerlicher Versuch am Viadukt bei Ralja. Leider war da noch weniger Licht wie letztes mal, auch wenn der Zug diesmal pünktlicher war

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[maps.google.com]
Kunstversuch des Südfahrenden Beovoz

Belgrad: Hotel Rex, ich programmierte Jan auf diese Koordinate und los ging es durch die Dunkelheit. War vor zwei Tagen um diese Zeit nicht noch viel heller? Was so ein bisschen Schmodder am Himmel alles ausmachen kann ...
An diesem Freitag Abend war auf der Autoput deutlich mehr los, in Südrichtung stauten sich die Autos an der Zahlstelle mehrere Kilometer weit, nach Norden lief es erst noch deutlich besser. Erst im Bereich der zweiten Baustelle vor Belgrad klemmte es dann und wir verloren etwa 15min. Da verengen sich auch drei Spuren auf eine, kann ja nicht gut gehen.
Dann war Jan dran, Hotel finden. Wir wussten genau wo es ist, begingen aber gleich zum Beginn einen fatalen Fehler. Wir vertrauten dem Hinweisschild Centar zu früh und landeten eine Querstrasse zu weit östlich. Linksabbiegen um auf die nächste zu kommen konnte man nicht, und um es einfach zu tun war der Verkehr viel zu lebhaft. Stopp & Go durch die Stadt. Wir konnten erst beim Parlament links abbiegen und auf einmal waren wir in Novi Beograd. Ui, da wollten wir doch gar nicht hin ;). Neuer Versuch, neues Glück. Wieder über die Autoput fuhren wir das ganze an - und diesmal klappte es, wenn auch nur gaanz knapp. Wir waren auf der richtigen Strasse. So hatten wir jetzt dafür 30min lange Belgrad gesehen ;). Wobei ich vom Verkehr enttäuscht bin, das war gar kein Chaos, das war alles viel zu zivilisiert für eine Südosteuropäische Metropole, da wurde nicht gedrängelt, nicht gehuupt, es wurde einfach nur gefahren, Platz gelassen usw. Laaangweilig! ;)
Die Parkplätze am Hotel waren bums voll und wir stellten uns draussen auf eine Sperrfläche am Gehweg. Das sei schon ok, versicherte uns der Hotelparkmensch. Die Alternative die er uns eigentlich andrehen wollte war bei ihm drin in Platz in einer Kolonne. Und wenn wir morgen früh raus wollen? Auch das sei kein Problem meinte er ... danke, aber dieser Aussage trauten wir nicht ;).
Die Zimmer im Hotel Rex sind gross, sauber und sehr Preisswert. Sollte jemand bereit sein in Belgrad 50 Euro für eine Nacht ausgeben zu wollen dem sei das Hotel empfohlen. Es ist auch nur knapp 10 Gehminuten vom Bahnhof entfernt, also sehr gut erreichbar.
Es war schon 20 Uhr und wir begannen damit Belgrad an diesem Freitagabend unsicher zu machen. Jan und ich kannten noch ein tolles Lokal vom letzten November und Gunar wusste von einer Strasse zu berichten welche voller Restaurant sei. Wir probierten erst unsere Erinnerung wieder aufzufrischen und uns in Belgrad zu Recht zu finden. Ich gab auf und Jan übernahm die Federführung. Ich kam einfach "nicht rein", keine Ahnung wo wir lang gelaufen sind.
Wir fanden auf jeden Fall das Lokal, oder waren der Meinung es gefunden zu haben, und setzten uns rein. Essen? Neeeein, das gibt’s hier nicht. Also waren wir wieder weg. Merkwürdig, wir haben doch da im November noch Chevapci gegessen? Hm.
Dann war Gunar dran und er lenkte uns zuverlässig in diese besagte Strasse. Das Ausgehviertel von Belgrad. Die Auswahl an Restaurants war gross und alle lockten mit Terrassen, Livemusik und vermutlich ja grossen Portionen. Wir suchten uns ein vermeintlich ruhigeres aus und liessen uns zu einem Tischen führen. Und da war doch nebenan eine Gruppe die gerade von ein paar Musikern unterhalten wurde.
Der Kellner, sehr gut gelaunt, schubste die Musiker zur Seite damit wir zu unserem Tisch kamen. Was ihm dann Jan klar machte half nicht seine Laune zu heben, wir hätten gerne einen ruhigeren Tisch, denn eine Trompete neben dem Kopf beim Essen muss nicht sein. Er wurde darauf nicht freundlicher und setzte uns am anderen Ende an einen Tisch der uns doch besser gefiel.
Zum Glück übernahm dann ein deutlich freundlicherer Kellner und wir bekamen was wir wollten. Für mich Tomatensuppe und anschliessend Hähnchenbrust mit Kartoffeln. Majam, aber wieder viel zu viel. Überfressen traten wir den (langen) Heimweg zum Hotel an. Aber nicht ohne noch am Bahnhof vorbei zu schauen, der war ja praktisch auf dem Weg.
Da war das spannendste aber schon raus, die zahlreichen Nachtzüge in alle Herrenländer und Himmelsrichtungen verlassen Belgrad um 22 Uhr (klingt mächtig übertrieben ;)). Aber ein Regio stand noch da und Gunar und ich testeten ein bisschen mit den neuen Kameras rum.

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[maps.google.com]
Abends im Belgrader Hauptbahnhof

Im Hotel gab es noch eine Dusche und eine kleine Recherche. Die ergab: Der Nachtzug von Bukarest nach Belgrad fährt nicht mehr bis Belgrad. Aktuell soll von Vrsac aus ein Bus bis Belgrad als Anschluss fahren, so besagt es auf jeden Fall die Homepage der Serben, und welche stimmt, wenn nicht die? Die Info, dass da bis zum Fahrplanwechsel noch mal mit Zügen bis Belgrad gefahren wind ist also falsch.
Das ist schade, weil morgen hätte der Zug wunderbar ins Tagesprogramm gepasst ... janu.





Samstag 29 September 2012, Belgrad - Schweiz

Der letzte Tag schon wieder. Eigentlich wäre er ja ziemlich lange, mein Flug geht erst um 20 Uhr. Gebucht habe ich den in der weisen Voraussicht, dass man mit einem ganzen Tag in Serbien einiges anstellen kann. Etwas blöd kam da der Flug von Jan und Gunar, die hatten bereits um 14 Uhr ihren Rückflug ab Belgrad, was mir eine rech lange "Stillstandzeit" bescherte. Dumm wusste ich das nicht früher, denn auch von der Swiss hätte es um 14 Uhr einen Flug nach Zürich gegeben .. aber vielleicht ist man am Flughafen ja flexibel?
Den Vormittag hatten wir aber noch Zeit, und wir probierten uns noch mal an den Schienenbussen. In der Hoffnung auf besseres Wetter und eine saubere Garnitur. Sonst hätten wir wieder den Russen als Alternative genommen.
Der Tag begann, obwohl wir irgendwie gar nicht früh rausgemusst hätten, schon wieder um 7 Uhr. Da ich Jan nicht hörte wie er bei uns herein kommt liess ich mir Zeit im Bad und als ich um 5 nach Treffpunktzeit raus bin sass er gemütlich in einer Ecke. Oh, dass war mir aber peinlich jetzt ;). So werde ich meinen Ruf als "Verspäter am Morgen" nicht los, ich sehe schon.
Das Frühstück im Restaurant unten war als Buffet organisiert. Gunar und Jan bekamen glänzende Augen, ich nicht ... ;). Das Rührei war ganz ordentlich. Butter und Marmelade ging leider nicht, da die Butter so merkwürdig roch, dass ich mit Rücksicht auf meinen Magen mal darauf verzichtete. Die Marmelade wäre aber etwas gewesen, eine "Fruchtmischung": eine Ehrliche Sache. Den Marmelade auf dem Balkan hat die Eigenschaft, ganz egal was drauf steht, immer undefiniert süss zu schmecken - hier wüsste man warum ;).
Unser Auto stand noch brav auf dem Gehweg und zu ihm hin zwängten wir uns durch die geparkten Autos. Ich erinnere mich gerade an die Aussage vom Parkwächter gestern Abend zurück "Neinnein, wenn Sie da hinten parken kommen sie morgen früh raus" - das wäre definitiv nicht gegangen, denn da standen nun etwa 5 Fahrzeuge im Weg. Aber wir mussten ja nur einmal zurücksetzen und waren schon auf der Hauptstrasse.
Der Verkehr war für den frühen Morgen schon ziemlich Lebhaft, da war ich doch erstaunt. Aber richtig viel los war nicht und so konnten wir auf der Hauptstrasse prima einen U-Turn machen als wir mal wieder in die falsche Richtung unterwegs waren ;).
Der Weg führte uns über die Donaubrücke am Nördlichen Stadtrand, welche sich Strasse und Bahn (in der Mitte) teilen. Das Wetter war wie gestern nur so ein bisschen gut. Wieder lagen im Nordwesten die Schleierfetzen während es im Süden relativ gut aussah. Aber wir hatten ja noch Zeit und das da oben "Lebt" ja auch.
Unser erster Punkt den wir anfuhren war der Bahnhof von Pancevo, wobei das leichter gesagt als getan ist. Auf dem grossen Platz vor dem Bahnhof war heute Markt. Und es war um diese Zeit schon ordentlich etwas los. Es war weniger ein Lebensmittelmarkt als ein Markt für allerlei allerhand. Die Leute und auch die Händler reisten Scharenweise in vornehmlich alten und rostigen Bussen an - die man sonst in Serbien eher selten sieht. Und dahinter war der Bahnhof. Zu Fuss kam man aber ran und wir schauten uns am Bahnsteig um. Los war nichts, nur Fahrgäste sassen rum.
Der Schienenbus war nicht mehr weit und wir warteten eben um ihn zu beäugen. Wenn es nämlich wieder dieser verschmierte ... aber wir wollten gar nicht daran denken. Der Schienenbus kam einiges zu spät rein, und wir hatten schon Angst irgendwo am falschen Bahnhof zu stehen ;).
Es kam aber eine saubere Garnitur. Die schwarzen Flecken auf der Seite taxierten wir mal als "offizielles" Flickwerk und nicht als Schmiererei ;). Den Triebwagen konnte man also verfolgen. Die Fahrt führte und natürlich wie gestern nur nach Orlovat und zurück, so lange wollten wir ihm folgen und dann war schon fast der Weg zum Flughafen nötig.
Die Fahrt nach Orlovat fand meist unter Wolken statt, erst bei der Rückfahrt gelangen einige Sonnenbilder. Das erste an der Schienen / Strassenbrücke und weitere dann an den folgenden Bahnübergängen - von denen nicht alle wirklich Funktioniert haben.

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[maps.google.com]
He, die Stelle kennen wir ;). Heute war das Setter etwas besser, und die Schienenbusgarnitur war sauber. So zogen wir die Verfolgung heute durch wie gestern schon geplant. Das erste Bild gab es halt bei Skrobara, dass war halt so ;)

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[maps.google.com]
Bei Kovacica gibt es einen minikleinen Hügelzug. Während die Bahn im Tal bleibt geht die Strasse mitten drüber, was diesen leicht erhöhten Standpunkt erlaubt, wahnsinnig!

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[maps.google.com]
Kurz vor Orlovat dieser BÜ. Wir schiessen den Bus übrigens nur nach, das Spitzenlicht war die ganze Fahrt schon an.

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[maps.google.com]
Der Schienenbus hat in Orlovat eine Kurzwende hingelegt und fährt hier schon wieder zurück nach Pancevo. Als Motiv diente erneut die Schienen / Strassenbrücke hinter dem Ort.

http://bahnpics.com/nil/12.09%20Serbien/12.09.29%20Pancevo/N12_4454kgr.jpg
[maps.google.com]
Südlich von Uzdin hatten wir den Zug bereits wieder … ;)

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[maps.google.com]
Einfahrt von Kovacica

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[maps.google.com]
Das letzte Bild dann in Crepaja Der Bahnübergang hinter uns war übrigens bei der Zugfahrt nicht geschlossen, er schloss sich erst als der Bus drüber war … ob er je wieder auf ging? ;)

Dann waren wir soweit und Jan kriegte auf einmal etwas Stress. Es war doch erst kurz nach 11 Uhr, Abflug um 14 Uhr, also viiiel Zeit. Dass eine Hauptstadt zwischen uns und dem Flughafen liegt ist natürlich schon ein Punkt den man bei der Zeitplanung beachten sollte. Den Belgrad umfahren geht nicht. Es gibt zwischen Novi Sad und Belgrad nicht eine einzige Brücke über die Donau.
Der Verkehr durch die Stadt war zwar vorhanden, aber wirklich ein Problem hatten wir nicht damit, so waren wir um halb 1 Uhr am Flughafen bei den Autovermietungen (welche einfach ein paar Parkplätze vor dem Ausgang besitzen). Es hatte aber wunderbar Platz für uns. Um das Auto abzugeben benötigten einiges an Zeit, das scheint in Belgrad eine unheimlich komplizierte Sache zu sein. Da wird alles seeeehr genau angeschaut. Und der vor uns hatte noch irgendein Problem, was alles verzögerte.
Dann wurde es spannend für mich, Flug umbuchen. Lässt man mich? Dafür suchte ich das Swiss Büro auf, welches gerade durch die Austrian Vertreten wurde, egal, ist ja eh alles Lufthansa. Erst machte man mir leise Hoffnungen, dann zerschlug man die aber ziemlich unsanft. Der Flieger sei eigentlich eh voll, ich könne schon warten bis das Check-In abgeschlossen sei, wenn noch ein Platz frei bleibt wäre es sehr kurzfristig möglich. Es würde jedoch ein relativ teurer Spass, da ich mich in die letzte Verfügbare Buchungsklasse "Hochkaufen" müsste. Da ich natürlich eine sehr gute (für diesen Fall schlechte) günstige Buchungsklasse hatte wäre dieser Aufpreis aber sehr deutlich 3-Stellig geworden. Zu viel, den sooo viel war mir die ganze Sache nicht Wert.
Natürlich habe ich nicht erwartet einfach so mitgenommen zu werden, aber dass man sich doch sehr unflexibel bei dem Ticket zeigte finde ich ein bisschen enttäuschend. Das kann der Swiss doch sehr egal sein ob ich um 14 Uhr oder um 20 Uhr zurück nach Zürich fliege wenn Platz in beiden Fliegern wäre. Sie erhält dadurch keinen Nachteil, im Gegenteil, mit Glück könnten die „meinen“ Platz in der 20 Uhr Maschine vielleicht sogar nochmal verkaufen.
Also hatte ich jetzt viel Zeit, die ich nach einigem hin und her überlegen doch auch in der Stadt verbringen wollte. Das Gepäck dabei stört natürlich nur und ich wollte es am Flughafen loswerden. Das Check-In bereits zu erledigen wäre ja am einfachsten, dass ging aber nicht, für meinen Flug öffnet es erst um 18 Uhr, grr. Schliessfächer oder Gepäckaufbewahrung gibt es auch nicht.
Also mit Sack und Pack zum Flughafenbus in die Innenstadt. Jan und Gunar verabschiedeten sich und ich lief raus zum Parkplatz. Wo fährt der Bus, wer fährt, wie oft? Keine Ahnung, ich wusste nur, er fährt. Da fand ich dann den Parkplatz und ein kleiner Bus stand auch drauf. Abfahrt laut Fahrplan um 13 Uhr (jede Stunde), es war 13:05 ... hm, ist es wirklich der Bus? Jaaa, und auf den letzten Drücker kam ich gerade noch so rein ;).
Der Bus ist auch ein sehr tolles Gefährt. Eigentlich gar nicht sooo alt ist er aber total verbraucht. Er bietet vielleicht 15 Sitzplätze und in der Mitte ein Fach für Gepäck. Der Bus schepperte grauenhaft bei und auf der Autobahn spielte er seine volle Qualität aus. Per GPS habe ich das Tempo gemessen, die Spitze war also kurz unter 50 km/h (auf der Autobahn!). Eilig sollte man es mit dem Bus also nicht haben ...
Der Bus zog während der ganzen Fahrt ziemlich stark nach Links. Wenn der Fahrer nicht immer am Lenkrad rum hebelte fuhren wir Schlangelinien über die Autobahn. Seine Konzentration schien diesbezüglich aber nicht mehr die beste zu sein.
Der Weg in die Stadt kannte ich doch irgendwo her, er wurde exakt so zurückgelegt wie wir vorhin raus gefahren sind. Nur dauerte es gefühlt etwa 30min länger ;).
Ausgestiegen bin ich nicht am Busbahnhof, hätte ich mal tun müssen, sondern an der Endhaltestelle an einem riesigen Kreisverkehr. Eigentlich ist es egal wie alles heisst, den in der Verlängerung war der Bahnhof (in klein) zu sehen. Also zu Fuss wieder runter, mit dem Rollkoffer hinter mir her ;). Reisende mit einem Koffer auf dem Weg zum Belgrader Bahnhof, dieses Bild gibt es anno 2012 noch.
Da unten liess ich mein Gepäck in der Aufbewahrung zurück (da geht es ja noch) und machte dann frei von dem Koffer die Stadt etwas unsicher. Ich lief noch mal hoch zur Fussgängerzone, ass etwas an einem schattigen Platz und setzte mich noch im Bahnhof etwas hin. Foto gab es aber keines mehr, dazu war das Wetter zu schlecht, auch wenn eigentlich viel blau am Himmel war.
Mit dem 17:20 Bus fuhr ich zurück zum Flughafen und da konnte ich gleich schon Einchecken. Die Fahrt fand im selben Bus statt, mit demselben Fahrer, kosteten interessanterweise aber 50 Dinare weniger ;).

Die Sicherheitskontrolle war ziemlich lasch, das Personal war mehr mit sich selber beschäftigt. Dies war bei der ersten Kontrolle vor dem Duty Free der Fall und auch bei der zweiten (identischen) Kontrolle vor dem Gate. Den Sinn und Unsinn dieser zweiten Kontrolle muss man wohl nicht verstehen.
Der Flieger, eine Fokker 100 von OLT Express welche im Auftrag von der Swiss den Abendkurs von Zürich nach Belgrad und zurück fliegt war sehr voll, so war der Platz neben mir natürlich auch belegt. Sonst war der Flug ruhig und ereignislos.
Zürich erreichten wir pünktlich und als ich auf die Treppe tratt gefroren mir die Bartstoppeln im Gesicht. Es war kaaaalt und regnete Leicht. Was für ein Gegensatz.
Aber die Zeit in der kalten Schweiz war kurz, in nicht weniger als 8 Stunden werde ich mich nämlich wieder am Flughafen einfinden und in das nächste warme Land fliegen ... Spanien! Und weil ich schlau bin konnte ich auch gleich noch das Check-In für mich machen, sogar den Gepäckkleber kam schon aus dem Automaten ;)
Um 23:45 war ich Zuhause ...




Dies war es von dieser kleinen Reise.
Was nehmen wir mit aus Serbien? Es ist genau so wie Jan es geschrieben hat! Serbien für sich alleine ist schon toll, und Belgrad sowieso! Die Reisezeit im September erscheint mir übrigens als ideal, die Tage haben angenehme Höchsttemperaturen und die Länge ist auch vernünftig. Meine Bedenken, dass sich das Grünzeug um die Strecke im Herbst überall negativ auf die Fotomöglichkeiten auswirkt haben sich zum Glück überhaupt nicht bestätigt, diesbezüglich war ich sehr positiv überrascht. Ich hätte da mit deutlich mehr Problemen gerechnet.

Danke an dieser Stelle auch an die anderen beiden, Jan und Gunar.!

Für mich ging es bereits am Nächsten Morgen früh wieder weiter, nach Spanien … dazu aber später irgendwann mehr.

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Grüsse
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Vielen Dank auch für den letzten Teil eurer stets hervoragenden Reise und Bildberichte.
Moin

Die Tito Loks sind aber baugleich mit der Ex DB BR 221 das sind zwei andere Loks.

Bf. Zingst

Die Darßbahn lebt

Tito-Loks

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 18.10.12 18:28

Hallo Kai,

das stimmt schon. Es gab zwei Serien, zunächst die "V 300", die Sechsacher auf Basis der DB-V200, die am Regierungszugdepot vor sich hin rosten. Zur zweiten Serie gehören die, die Herr B. uns hier präsentiert. Von GM, wie der LOK Report-Reiseführer sagt, Anno 1978.


@Nil: Besten Dank für die Fortsetzung von Jans Serie. Meine Favoriten waren die Bilder zwischen Szabadka und Horgos im vorigen Teil.


Viele Grüße, Sören

Wieder super! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 18.10.12 18:47

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Hoi Nil,
hallo Jan,

danke an Euch Beide für den tollen Reisebericht. Texte klasse zum lesen und Bilder in Spitzenqualität! Naja, was anderes erwartet man ja auch nicht von Euch *frechgrins*

Serbien ist nach diesen Berichten gaaaaanz weit nach oben gerutscht auf meiner "da will ich auch unbedingt mal hin .... nehmt mich mit - Liste" ;-) Und bei solchen Motiven wie der Straßen-Eisenbahnbrücke an der E-Strecke kann man auch mit Halblicht leben.

Nur eins bringt mich zum Grübeln .... warum kommen mir in Nils Nachspann einige Bilder so bekannt vor :-) it's magic!!! :-D

Grüße (und für Nil auf diesem Weg nochmal eine gute Reise!)

Chris

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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:10:18:20:53:03.

Re: [RS] Urlaub in Serbien (4) - Ein Ende um Belgrad (m26B)

geschrieben von: MP

Datum: 19.10.12 19:56

Schoener Bericht. Die Schmalspurbahn in Mokra Gora wolltet ihr nicht besuchen? Auch die Strecken um Zajecar haben einiges zu bieten...
Feine Sache! Ein paar Anmerkungen meinerseits:

Zitat:
Es gibt zwischen Novi Sad und Belgrad nicht eine einzige Brücke über die Donau.
Stimmt doch gar nicht, die Autobahn von Novi Sad nach Belgrad quert erst bei Beska die Donau (und zwar auf der höchsten Donaubrücke überhaupt, möchte man bei der Landschaft in der Vojvodina kaum glauben ;-)) Nützt euch aber natürlich zwischen Crepaja und Belgrad nichts.

Zitat:
Der Bus ist auch ein sehr tolles Gefährt. Eigentlich gar nicht sooo alt ist er aber total verbraucht. Er bietet vielleicht 15 Sitzplätze und in der Mitte ein Fach für Gepäck. Der Bus schepperte grauenhaft bei und auf der Autobahn spielte er seine volle Qualität aus. Per GPS habe ich das Tempo gemessen, die Spitze war also kurz unter 50 km/h (auf der Autobahn!). Eilig sollte man es mit dem Bus also nicht haben ...
Das ist der JAT-Bus, der direkt zum Hotel Slavija (der große Kreisverkehr heißt auch so) fährt. Eigentlich hält der auch beim Bahnhof, zumindest tat er das noch vor zwei Jahren. Es gibt auch noch einen Stadtbus (Linie 72 wenn ich mich recht erinnere) der von Zeleni Venac (der große Markt direkt unter dem Zentrum) hinausfährt.

Zitat:
das stimmt schon. Es gab zwei Serien, zunächst die "V 300", die Sechsacher auf Basis der DB-V200, die am Regierungszugdepot vor sich hin rosten. Zur zweiten Serie gehören die, die Herr B. uns hier präsentiert.
Von dieser Serie (666) gab es übrigens vier Stück, die zumindest früher klingende partisanisch angehauchte Namen (Kozara, Dinara, Sutjeska und Neretva; nach Schlachten im 2. WK) trugen.

Neretva ist neu

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 20.10.12 10:27

Avala schrieb:
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> Von dieser Serie (666) gab es übrigens vier Stück, die zumindest früher klingende partisanisch
> angehauchte Namen (Kozara, Dinara, Sutjeska und Neretva; nach Schlachten im 2. WK) trugen.


Die Neretva war bei den Vorgängerinnen am Regierungszug nicht dabei, das waren nur drei 761er. Aber jetzt weiß ich, knapp ein Jahr nachdem ich die dre gesehen habe, wonach sie heißen. Danke!

Viele Grüße, Sören

Re: Neretva ist neu

geschrieben von: Avala

Datum: 20.10.12 11:11

Zitat:
Die Neretva war bei den Vorgängerinnen am Regierungszug nicht dabei, das waren nur drei 761er. Aber jetzt weiß ich, knapp ein Jahr nachdem ich die dre gesehen habe, wonach sie heißen. Danke!
Wobei die Schlachten auch wider nach geographischen Begriffen benannt wurden. Dinara und Kozara sind Gebirge, Sutjeska und Neretva Flüsse. Wiki hilft gerne weiter ;-)