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Hallo Welt,

Auf geht’s in den Kosovo!
Den ersten Tag diesen Berichts verbringen wir mehrheitlich im Auto, die Fahrt in den Kosovo steht an. Dabei ging es wieder mitten durch die Berge. Im Kosovo leben wir uns kurz ein und arbeiten gleich einen Tag an „bekanntem“. Der Teil ist wohl etwas lange geraten …

Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de] >> USA und Start in den Balkan
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de] >> In Bosnien rund um Doboj
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de] >> ein Tag in Bosnien und weiter bis nach Montenegro

Texte innerhalb des Berichts welche in einer [ECKIGEN KLAMMER] stehen sind Kommentare vom Herrn Jordi, die lassen wir einfach mal stehen.




Sonntag 25. März 2012, Podgorica - Pristina

Die Zeitumstellung ist überflüssig. So einfach ist dass! Schafft die Winterzeit doch einfach ab, die braucht sowieso niemand. OK, dieses Jahr hat’s mich auch gleich zweimal erwischt, einmal heute früh und einmal vor zwei Wochen in New York (die Amis stellen die Zeit nämlich bereits dann um - ich armerarmer Bueb ;)). Wir mussten also heute schon um 8 Uhr aufstehen, um um 9 Uhr aufgestanden zu sein, ihr versteht? Ziemlich verzwickt die ganze Angelegenheit. So klingelte der Wecker heute schon wieder viel zu früh (klar warum) und wir hatten unsere liebe Mühe mit dem raus kommen, obwohl wir früh ins Bett sind.
Ziel war heute Abend das schöne Pristina im Kosovo, was dazwischen geschieht wollten wir recht flexibel entscheiden. Wir rechneten zur Sicherheit einfach mal damit, dass alles unter Wolken geschehen wird, um uns gar nicht erst Hoffnungen zu machen die dann nicht erfüllt werden könnten. [Denn der Wetterbericht war mal ziemlich pessimistisch…]
Zuerst schauten wir wie das Wetter tatsächlich draussen ist, wäre es nämlich nicht bewölkt gewesen hätten wir für den IC nochmal den Damm bei Vranja aufgesucht. Aber es war Zu über uns. Nicht komplett mit dicken Regenwolken, dafür mit Schleierwolken die mindestens so dicht waren wie die von gestern Nachmittag als (vielleicht waren es sogar die selben? ;)). Wenn es so sei, wir waren richtig gut vorbereitet, mochten wir den IC und den talfahrenden Regio irgendwo in den Bergen drin Fotografieren, zur Not halt ohne Sonne.
Trotzdem das wir erst um halb 10 Uhr raus wollten (also halb 9) wurde es richtig knapp und wir warten erst um dreiviertel 10 am Auto. Bezahlt hatten wir bereits, dass konnten wir also schon mal sein lassen. Was wir aber noch tun mussten war Tanken - und das wollte ich noch bevor wir in die Berge aufbrechen, den der Weg in den Kosovo ist lange und wenn wir wirklich "hinten rum" über die Schleichwege fahren wüsste ich gar nicht ob wir überhaupt nochmal eine Tanke zu Gesicht bekommen. Tanken kostet auch seine Zeit, der IC drückte also ziemlich (Abfahrt um10 Uhr). Jordi schlug noch vor den Zug im Bahnhof zu schiessen ... neeein.
Ausserhalb der Stadt füllten wir den Tank und eilten als wir keine Stelle in der Ebene fanden in die Berge, auf der kleinen Strasse welche der Bahn in das erste Seitental hinein folgt (kenne ich noch von 2010). An die Einfahrt zu diesem Weg erinnerte ich mich aber irgendwie nicht mehr, und so landeten wir beim ersten Versuch prompt falsch in irgendeinem Ort, und wieder waren 5min weg.
Die Bahn wird von der kleinen Strasse nur an einer Stelle gekreuzt, davor und danach liegt sie spektakulär, aber für lauffaule unerreichbar, in den Bergen. Ich wusste aber dass da an der Schienen - Strassen Kreuzung etwas geht, und wenn keine Sonne ist sowieso. Als wir auf den kleinen Abschnitt zufuhren rollte auf der anderen Talseite bereits der IC bergwärts, pünktlich wie die (nicht Bosnische) Eisenbahn. Aber wir waren ja schon der Stelle, und kriegten in einem Moment sogar etwas Sparsonne ab - leider nicht bei der Zugsdurchfahrt. Die zweite IC Garnitur bestand wieder aus zwei Serben und zwei montenegrinischen Wagen, wobei die Serben bei dieser Garnitur einen blau / weissen Wagen eingereiht hatte, ich kenne die nur von der Verbindung Subotica - Belgrad (Grossraumwagen?).

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[maps.google.com]
Der IC von Bar nach Belgrad an diesem Tag auf dem Weg von der Küste in die Berge. Hier ist er bereits mitten in der Steigung. Der kleine Haltepunkt heisst Potkrs, er wird jedoch vom Regionalverkehr offensichtlich nicht mehr bedient.

Der Zug war durch und wir um ein Dunkelfoto reicher. Folgt noch der Regio, für den war die Stelle zwar nicht ganz so spektakulär, dafür sollte das Licht passen, wenn es den da wäre. Erst kam aber noch ein Bautriebwagen von hinten, was einen leisen Zweifel an dem Fahrplan aufkommen liess, fährt der Regio auch sonntags? Bevor er uns beweisen durfte ob er fährt oder nicht kam die Sonne raus, ein Loch in der Wolkenfront (in den Bergen waren es wenigstens ehrliche Wolken) tat sich auf und warf uns in Sonne. Regio, jetzt bitte keine Dummheiten machen! Und er kam, etwas später als erwartet, aber er kam, im Licht. Ui, damit hatte ich heute mal gar nicht gerechnet, fein.

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[maps.google.com]
Und der Lokbespannte Regio aus den Bergen, praktisch von der selben Stelle aus geschossen wie auch der IC vorhin.

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[maps.google.com]
Und trotz massivem Gewölk ein Sonnenbild!

[Kurz nach Abfahrt an der Fotostelle hatten wir einen perfekten Blick auf den Mala-Rijeka-Viadukt, das der Zug kurz zuvor überquert hatte. Mit 198m Höhe über Talgrund und 137m hohen Pfeilern ist es gemäss Wikipedia die höchste Eisenbahnbrücke Europas]
Dann weiter, Kosovo - wir kommen. Über die kleine Gebirgsstrasse ging es über 2h durch die Berge, dabei legten wir total gerade mal 60km zurück. [Hat sich aber gelohnt, die Landschaft war mal wieder toll…] Wir wollten gleich so weitermachen und auf der nächsten gleich „gut“ klassifizierten Strasse über den nächsten Pass schleichen. Eine Tafel hielt uns davon ab. Der Zustand von Strasse und Umgebung liess ohne Zweifel auf den sehr harten zurückliegenden Winter schliessen, und „Peje“ war auf dem Wegweiser zur anderen Strasse durchgestrichen ... also wird die Strasse wohl nicht durchgehend befahrbar sein? Das war nicht weiter erstaunlich, schon unsere Strasse war mehrmals nur sehr notdürftig von Lawinen geräumt worden, in einem kleinen Ort war gar nur ein "Kanal" durch einen Lawinenkegel geräumt, links von der Strasse stand ein Haus verschüttet und im Lawinenmüll links und rechts der Strasse verteilte sich das Inventar im Dreck und den Baumstämmen - lange liegt dieses Unglück noch nicht zurück.

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[maps.google.com]

In den schwarzen Bergen. Wir wählten nicht die Hauptstrasse sondern windeten uns auf einer kleinen Strasse durch das Gebirge. Wir wurden nicht enttäuscht!

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Die Spuren des Vergangenen Winters waren noch deutlich zu erkennen und wir fuhren mehrmals durch nur notdürftig Geräumte Lawinenkegel. Dieses Haus hat es auch voll erwischt …

So "mussten" wir den Umweg über Kolasin und Mojkovac nehmen und der Hauptstrasse folgen. Das war aber nicht minder schön und dauerte vermutlich auch etwas weniger lange (trotzdem fast 2h). Die Strasse zum Grenzpass in den Kosovo war ebenfalls vom Schnee geräumt. Aber auch da hat der Winter seine Spuren hinterlassen, Meterhohe Schneewände an den Strassenrändern waren die Folge.

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Da wäre sie wieder, die Eisenbahn.

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Auf dem Weg über die nächsten Berge in den Kosovo

Der Grenzübertritt klappte problemlos. Die Montenegriner waren gut drauf und sogar zu Spässchen aufgelegt. Nach der Ausreise, viel los war nicht, fuhren wir über den Pass um auf der anderen Passseite die Einreise zu erledigen (clever gemacht, so müssen die nicht auf den Pass hochfahren). Die Kosovaren erfreuten sich an einem jungen Hund und machten keine Anstalten uns Einreisen zu lassen. Die Versicherung für das Auto kostete diesmal 30 Euro und ist für 15 Tage gültig. Ich habe das ganze teurer in Erinnerung, aber vielleicht mussten auch die mal ihre Tarife anpassen.
Somit war alles geritzt, wir waren drin und Trainkos (wie die Kosovo Railways neuerdings heisst) darf uns beehren die nächsten Tage.
Peje umfuhren wir gekonnt, immer den Schildern Pristina folgend, und über die Hauptstrasse kamen wir zügig der Hauptstadt entgegen. Das Wetter in der Ebene sah erst gar nicht verkehrt aus, weswegen wir mit dem Gedanken spielten den Peje Zug der um 18 Uhr da ist, irgendwo um Kline zu schiessen. Aber irgendwann fanden wir das eine blöde Idee und so fuhren wir ohne Halt direkt bis Drenas. Moment, stimmt nicht ganz, wir wurden unterwegs herzlich von der Polizei Willkommen geheissen, Routinekontrolle, ich war gerade ohne Bullenfänger unterwegs und der Letzte den sie hatten fuhr gerade vor uns raus. Janu, Papierski, sonst nix. Unterwegs kamen wir in den ersten Regenschauer des Urlaubs, es war sogar ein richtiges Gewitter mit Blitz und Donner. [Es sollte auch der letzte Regen bleiben in diesen zwei Wochen!]
Drenas war leer und routiniert fuhr ich weiter zu Ferronikel. Auch da war gar nichts und ich machte mir langsam Sorgen. Keine Züge nirgends nicht? Über die schöne neue Strasse fuhren wir mal der Bahn in Richtung Bardh entlang. Das 100m Stück welches 2010 noch nicht asphaltiert war wurde übrigens ergänzt. Wir schafften es nicht ganz bis nach vorne als der Peje Zug zu drücken begann.
Wir wendeten also und fuhren dem Zug vorweg an eine möglichst helle Stelle, die wir in Dritan fanden. Es hätte auch die Sonne hervorkommen können, stattdessen wurde es aber dunkler und dunkler bis man kaum mehr etwas sah - der Himmel im Bildhintergrund war natürlich schön hell und blau. Das Foto wurde grauslig, aber immerhin, der Zug war spannend!

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[maps.google.com]
Zeitlich ging es auf, das war aber auch schon alles was passte. Trotzdem schauten wir uns den IC von Pristina nach Peje noch an, aufgenommen bei Dritan.

2009 war das eine Triebwagenleistung, 2010 eine Nohab mit zwei oder drei Wagen, und heute? Es blieb bei der Nohab (005), dahinter folgte ein Gepäckwagen und dann drei Personenwagen, zwei Schweden und ein Schlieren. So einen fotogenen Personenzug hatte ich bisher im Kosovo noch nie gesehen, toll, hoffentlich ist das jeden Tag so!
Der Zustand der Garnitur war OK, sie war schmierfrei aber alles andere als sauber, was für Lok und vor allem auch die Wagen gilt (bei der weissen Lackierung sieht man das auch wunderschön). Ein Beweisbild habe ich natürlich trotzdem gemacht, bei meinem Glück sehe ich den Gepäckwagen bestimmt nie wieder. [Sollte sich als falsch herausstellen ;)]
Beim Wegfahren beäugten wir noch den Gleiszustand ... hm, ob über die Geleise noch regelmässig schwere Güterzüge rollen? Die Köpfe waren schon ein wenig ... naja, nicht so blank wie bei uns. Ich kriege es mit der Angst zu tun, ich will doch die neuen Loks sehen! Aber keine Züge bei Ferronikel, komisch aussehende Gleise, Trainkos, was ist passiert?
Wir folgten der Bahn bis Bardh und ich wollte noch kurz zur Mine Golesh fahren und schauen wie es da aussieht. Den wenn der Güterverkehr nach Drenas ruhen würde, würde man das am besten da hinten sehen, verschmutzte unbenutzte Gleise auf den Übergängen wären ein klares Indiz für einen ruhenden Verkehr. Bevor wir da hinter kamen durfte mich der Kosovo aber überraschen. Mit einer Richtungsgetrennten Autobahn! Da war nix mehr mit einfach quer fahren von Bardh zum Flughafen, neein. Rauf auf die Strasse und dann mittels Unterführung wenden, ist ja wie richtig, wow.

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Es Dämmert langsam im Kosovo, Blicke von den letzten Kilometern nach Pristina.

In der Mine gab es dann Entwarnung, die Gleise sahen gut aus und es stand sogar eine Wagengarnitur abgestellt an der Verladung, zwar ohne Lok, aber heute war ja Sonntag.
Nächster Punk: Bahnhof und BW Fushe gucken - was ist los! Beim Besuch wurden nur ein Teil der Fragen beantwortet. Lok 6 stand vor dem BW, Betriebsbereit oder noch immer nicht? Lok 3 und Lok 8 standen ebenfalls davor. Sonst? Die alte Lok 1 stand da (wo sonst? ;)) und im Triebwagenschuppen stand ein Triebwagen und die neue Lok 1. Auch die kleinen Italiener standen unverändert auf ihrem Platz wie vor 2 Jahren, in der Hinsicht hat sich also nichts getan.
Da wir bei der Verwaltung noch nicht vorstellig geworden sind (wie auch, am Sonntagabend) wollte ich den Wachmann nicht mit unseren Wünschen konfrontieren, der Blick in das BW mit den 4 Gleisen scheiterte also. Ich nehme aber einfach mal an, dass da Lok 10, Lok 2, 9 und 4 drin stehen - Lok 7 vermutete ich mal am Hani Zug. Und wo sind eigentlich die ganzen Triebwagen?
Der Bahnhof selber war leer, kein Zug ausser die Schrottwagen waren da, war nicht anders zu erwarten. Positiv überrascht bin ich aber von der Gestaltung des Bahnhofgebäudes. Man hat ihm einen elektronischen Abfahrtsfahrplan spendiert (wo einfach alle Züge der Bahn auf einmal aufgelistet sind), es gibt WLAN im Gebäude und man hat an den Eingängen grosse Bilder hin geklebt, unter anderem zwei Bilder von uns, machen sich toll in dieser Grösse muss ich sagen ;).
Die Klientel welche sich um den Bahnhof bewegte hat sich aber nicht geändert, genau so wie der 1er Bus welcher Fushë mit Pristina verbindet noch immer ein alter Luzerner Stadtbus ist - er hat aber seine KFOR Werbung verloren.
Dann ging’s zum Hotel, das Igmas war reserviert und da zog es uns hin. Das ist einfach nur ein ganz normales Hotel. Keine vergammelten Badezimmer, mit W-Lan, mit normale Betten ... einfach ein Hotel. Grauslich noch die Erinnerungen an das Bali und das andere komische Ding. Ich bin dann auch einer der für so einen Standard gerne etwas tiefer in die Tasche greift, 59 Euro hatte ich im Kopf für das DZ, wobei es auch mehr sein dürfte.
Das Hotel fanden wir auf Anhieb (mein Navigationssinn wieder, achach ;)) und an der Rezeption wartete auch jemand. Französisch, Englisch, Deutsch ... alles wurde uns angeboten als wir uns auf Englisch vorstellten. Dann Deutsch. Der Herr war wirklich nett, er arbeitete 10 Jahre im französischen Teil der Schweiz und lud uns nach dem Beziehen des Zimmers gleich mal zu Kaffee und Tee ein im kleinen hoteleigenen Cafe. Es scheint als wir die einzigen Gäste sind im Hotel - alle Türen der Zimmer sind leicht geöffnet und auch der Parkplatz war leer (war leer, weil jetzt steht da ein kleiner dreckiger Matiz).
Zum Glück ist das Hotel wirklich noch so wie ich es von dem einen Besuch in Jans und Nicos Zimmer @2010 in Erinnerung hatte. Sauber, geräumig, Modern. Und was soll das ganze Kosten? 40 Euro pro Nacht für das Doppelzimmer, nicht 59 oder so etwas .. *phu*, das wird ja immer besser!
Es war 18:40 Uhr als wir den Kaffe getrunken hatten und von dem sehr harten Winter in Pristina erfahren haben. In der Stadt sollen 2 Meter Schnee gelegen haben - alles und wirklich alles sei stehen geblieben an diesen Tagen. Er erzählte das mit einem begeisterten Gesichtsausdruck, es muss ziemlich eindrücklich gewesen sein.
Als letzte Amtshandlung suchten wir nochmals den Bahnhof auf, die üble Gegend, genau. Da sollte ein Zug nach Hani los fahren und den IC aus Skopje wollte ich noch sichten. Der Zug nach Hani bestand aus einen Y1 der komplett eingeschmiert ist, wobei in der Dämmerung nicht genau zu erkennen war ob das Werbung ist (oder zumindest Absicht) oder Graffiti - den es sah nicht schlecht aus und das Logo war z.B über dem "Lack". Bin gespannt wie die Büchse bei Tageslicht aussieht!
Zur Abfahrtszeit des Y1 kam Lok 002 aus dem BW in den Bahnhof gefahren und spielte Personalshuttle für den Y1 Lokführer, hatten die nicht mal so Rangierhobel für das? ;) Der Triebwagen und auch Lok 2 verschwanden dann in die Nacht ... und wir hatten 30min Pause bis zum Skopje IC. Ich las in meinem Buch weiter und Jordi bildete sich derweil mittels meinem Kosovo Buch und informierte sich über den Betrieb "damals".
Und jetzt kommt das grösste Mysterium des Abends. Der Skopje IC bestand aus zwei Y1, was irgendwie ja gar nicht sein kann. Laufen die jetzt durch? Oder ist sonst etwas los? Das der Skopje IC mit Y1 gefahren wir hatten wir zwar ausserplanmässig auch schon erlebt, aber ... sehr merkwürdig. Ich bin ehrlich gespannt was morgen früh zur Spinne um halb 8 alles im Bahnhof zu sehen ist. Übrigens, einer der beiden Y1 hatte ganz offizielle Werbung auf der Seitenwand kleben, wegen der kompletten Dunkelheit (Licht ist in dem Bahnhof ja nicht wirklich) sah ich aber keine Details.
Alles in allem, nach den ersten Sichtungen, ist mehr unklar als klar und ich bin gespannt wie ein Flitzebogen was in den nächsten Tagen alles geschieht. Was ist mit dem Skopje Zug? Wie funktioniert das mit den Umläufen auf der Hani Piste (neue Fahrzeiten)? Wie sehen die Y1 bei Tageslicht aus? Ist der Peje IC immer mit Gepäckwagen unterwegs? Läuft Nohab 6 wieder? Sind Lok Neu 1 und 10 schon im Einsatz? Gibt es noch Güterverkehr im bekannten Umfang? Warum sehen die Gleise nach Drenas so ... unbefahren aus?
Alles Fragen die ich morgen klären will ... erst bei der Personenverkehrspinne wo einiges zusammen kommen dürfte und dann im BW. Aber erst nach einem Besuch in der Verwaltung, schauen ob es die Leute die ich kenne überhaupt noch gibt (hoffen wir’s).
Die Arbeit war erledigt und was folgte war die Fahrt zurück zum Hotel. Wir gingen gar nicht erst zurück aufs Zimmer sondern schlenderten zwecks Nahrungsaufnahme zurück an die Hauptstrasse. Merke: Ein Vorteil hat das Hotel Bali hinterm Bahnhof, man erreicht das Zentrum von Fushë nach 5min Fussmarsch, und da gibt’s alles was man braucht. Das Hotel Igmas ist an der Haupstrasse im Industriequartier, ausser einer Tanke mit Restaurant (soll es haben) gibt es nichts, keine Pizzeria, kein Krämerladen kein gar nichts. Janu, so probierten wir es halt in der Tanke (laut unserem Kollegen vom Hotel soll das Restaurant nicht schlecht sein). Es sah zwar gar nicht nach Restaurant aus aber es wurde Serviert.
Jetzt sitzen wir wieder im Hotel, heizen mit der Klimaanlage die kalte Luft und ich gehe gleich ins Bett, oder erst noch TV schauen? Wer weiss ;)




Montag 26. März 2012, Pristina - Pristina

Viele Fragen standen gestern Abend im Raum. Was geht wie wann und womit hier im Kosovo in diesem März 2012? Diese und weitere unausgesprochene Fragen galt es heute zu klären. Eigentlich nicht gut, weil ... auf alle Fragen hatte ich natürlich schon eine Wunschantwort im Kopf. Das schürt Hoffnungen die nicht alle erfüllt werden können, oder doch? Lassen wir uns überraschen.
Das erste und grösste Fragezeichen war mal das Wetter. Gestern Abend war es ja alles andere als schön, und die ganzen Wolken und der Schmodder soll über Nacht einfach so verschwinden? So war es, um 6 Uhr wurde ich mal wach und es wirkte ziemlich hell draussen. Juhu! Das Aufstehen fiel deswegen aber nicht wirklich leichter, wie auch, ist ja aufstehen ;).
Um 7 Uhr fuhren wir los und die Sonne ging gerade über den Häusern im Dunst des Alten auf. Bis wir Fushë Kosovo erreicht hatten lag die Überquerung der grossen Strasse als erste Aufgabe vor uns, was im Morgenverkehr gar nicht so einfach war. Den Bahnhof erreichten wir etwa zeitgleich wie die Sonne die Gleise, also nicht zu früh und auch nicht zu spät. Die Morgenspinne kam gerade ins Rollen als wir am 1er Bus vorbei durch die Bahnhofhalle auf den Bahnsteig traten.
Zwischen 7 und 8 Uhr kommen und verlassen jeweils Züge Fushë in Richtung Hani und Pejë. Und einige Frage dürften in dieser Stunde schon beantwortet werden. Der Blick auf die 5 Bahnsteigleise war etwas langweilig, weil nichts, gaar nichts da stand.
Der Blick ging nach links, der Blick ging nach rechts und wir liefen zielstrebig nach links zur Südausfahrt. Denn nur da kam das Licht überhaupt schon auf die Gleise. Auf einem Schwellenstapel verbrachten wir die folgende Stunde und erwischten dabei total drei Triebwagen, Lok 3 die als Personalpendel diente und Lok 5, die mit dem Pejependel kam und auch gleich wieder da hin fuhren. Der "IC" nach Skopje bestand erneut aus dem Triebwagendoppel 04 und 02, nix mit durchgehendem Zug von Hauptstadt zu Hauptstadt (was wohl ab der Grenze fährt?).

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Morgens in Fushe, der IC von Peje fährt mit Lok 005 vorne weg in den Bahnhof ein

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[maps.google.com]
Dieses Triebwagendoppel fährt nach Süden bis Hani i Elezit. Eigentlich wäre es ja der einzig Internationale Zug im Land, nach Skopje … aber irgendwie nicht.

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[maps.google.com]
Lok 03 diente heute früh als Personalpendel zwischen dem BW und dem Bahnhof

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Auch noch immer fleissig im Einsatz, die Luzerner Buse auf dem “einser” Fushe - Pristina. Mittlerweile haben sie ihre Werbung verloren und die Herkunft ist wieder klar erkennbar.

Der ganze Spuk war vorbei und wir fielen in das altbekannte Vormittagsloch. Das einzig Spannende was geschah war Lok 3, die nachdem ein letztes Mal Personal vom Bahnhof ins BW gebracht wurde, wieder durch den Bahnhof eilte und in Richtung Pristina davon brauste. Das einzige was ich mir vorstellen konnte war die Bedienung eines Tanklagers irgendwo auf halber Strecke, aber bis die Lok zurück kommt ... wir warteten erfolglos 15min an der Nordeinfahrt und wechselten dann den Programmpunkt. Erst fotografierten wir die zwei Luzerner Busse hintereinander vor dem Bahnhof (ui, die Werbung ist runter) und dann wollte ich in die Verwaltung "Bekannte Gesichter" besuchen. Aber von einer Zyrafete hat man am Empfang irgendwie noch nie etwas gehört und auch die herbeigeeilten Mitarbeiter zuckten nur mit den Achseln. Naja, 2 Jahre sind eine lange Zeit, da kann schon mal jemand die Stelle wechseln.
Schade, ich hätte ihr gerne noch das aktuelle Buch überreicht. Aber wenn sie nicht mehr da ist kann ich das auch nicht ändern. Wie wir warteten rollte übrigens Lok 3 mit zwei Gaskesselwagen durch den Bahnhof, nach Miradi, dem südlich liegenden Güterbahnhof.
Trotz des kleinen "Rückschlags" fuhren wir ins BW und kümmerten uns da erstmal um die herumstehenden Loks - ausserdem ist man nach eine BW Besuch am Morgen immer gleich auf dem Laufenden was alles schon "draussen" ist, also was an Güterverkehr schon rollt und demzufolge auch zu Erwarten ist am Vormittag (der wie gesagt um Pristina komplett ohne P-Züge abläuft).
Zeitgleich mit uns lief der einzeln fahrenden Y1 01 ins BW ein, er hat den Frühumlauf nach Hani i Elezit erledigt und kehrte von der Reinigung (welche Nördlich des Bahnhofs erledigt wird) zurück nach Hause, und er wurde gleich zur Tankstelle gefahren.

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Triebwagen 1 kehrt zurück ins BW. Er hat das Morgenzugpaar von Fushe nach Hani i Elezit und zurück gefahren und macht bis zum Mittag nun Pause. Die eigenwillige Lackierung dürfte beabsichtigt sein.

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Es ist der „Hope Box Train“, an der Tankstelle hinter dem BW

Da an der Tanke fänden wir, so meinte es der Wachmann, auch die Person die uns das Fotografieren erlauben dürfe. Foto? Hm, erst war man skeptisch, aber das legte sich schnell als wir zu Plaudern begannen (einer konnte Deutsch und hat viele Freunde in Deutschland, Österreich, Schweiz usw.). Als der Name Zyrafete fiel war dann alles geritzt und kein Problem mehr. Das wurde dem Sicherheitsmann bestätigt und ab diesem Zeitpunkt genossen wir wieder "Narrenfreiheit".
Was wir dann noch für Informationen zogen war für mich eine sehr grosse Enttäuschung. Lok 10 stehe defekt im BW, da sei irgendetwas am Motor und man warte auf Ersatzteile (er könnte aber aus Lok 9 gemeint haben, wir waren uns da nicht ganz sicher) und auch die neue Lok 1 sei defekt abgestellt. Bedeutet für mich ... keine der beiden neuen Loks, mit DER Grund weswegen ich überhaupt bis in den Kosovo gefahren bin, ist im Einsatz. Im Einsatz sind nur die alten ranzigen ... ach nein, ich will nicht unhöflich werden ;). [Für mich, der zum ersten Mal in den Kosovo reiste, war das Ganze weit weniger schlimm…]
Nebst Lok 3, die nach Süden unterwegs war fehlte auch Lok 2. Ich vermutete sie einfach mal in Drenas, denn da hinten hatte mal etwas gehornt zwischen 7 und 8 Uhr. Sonst, in der Werkstatt stand Lok 4, Lok 7, die 9 und die 10, dazu die beiden Gartenstühle. Ich wurde den Eindruck nicht los, dass alle sich im BW befindlichen Loks in einem weniger fahrtüchtigen Zustand befinden. Selbiges gilt für Lok 6 welcher offensichtlich schon einige Teile entnommen wurden. Sie stand unverändert wie vor 2 Jahren vor dem kleinen Lokschuppen. Lok 8 war ebenfalls anwesend, deren Motor lief aber und ich hoffte doch sehr, dass die Büchse bald ausrückt.

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[maps.google.com]
Unveränderte Aufstellung der Schrottloks

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[maps.google.com]
Auch die zwei hier kennen wir bereits, Lok 6 und 8 Sonnen sich vor der kleinen Lokhalle. Lok 6 ist wohl definitiv dahin ..

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[maps.google.com]
Auch die drei Hübschen stehen unverändert an ihrem Platz. Nur der Lack ist langsam ab.

Es war aber schon etwas beängstigend. An diesem betriebsamen Montagmorgen waren im BW: Lok 1 alt und neu, die 4, 6, 7, 8, 9 und 10, dazu Triebwagen 01 und 03. Zwei neue Loks, und beide kaputt .. ich kann es noch immer nicht glauben. Ich dachte in dem Moment ernsthaft daran das ganze Programm im Kosovo zusammen zu streichen und lieber in Bosnien noch etwas an der Bihac Piste zu unternehmen ... was für ne Enttäuschung, nicht mal der IC fährt mit Lok *pffft*.
Sowohl Lok Neu1 wie auch 10 scheinen auf den ersten Blick schon länger abgestellt, Lok 10 ist schon sehr gut sichtbar mit Taubendreck (die Wohnen im BW) verunreinigt und Lok Neu 1 hat sich vermutlich noch nie bewegt im Kosovo, der Zustand ist 1A und das Gleis zum Schuppen wo die drin steht sieht nun nicht so aus, als ob da die letzten 2 Wochen jemals etwas drüber gerollt ist.
Der Hani Zug war mit den Triebwagen nicht echt interessant, so wählten wir (es war nicht schwer) als nächstes sicheres Ziel mal Drenas aus. Spätestens der Zug mit Lok 5 der aus Peje zurück kommt wäre dann wieder ein verwertbares Fotomotiv - aber Lok 2 musste ja da sein.
Wir fuhren erstmal zur Mine Golesh um da festzustellen, dass die Wagen die gestern noch standen nicht mehr anwesend sind. Lok 2 war also definitiv in Drenas. Der Blick oben von den Bergen auf die Ferronickel ermöglichte die Sichtung von Lok 2 und einem vollen Minenzug welcher gerade in der Entladung war. Man hatte erst begonnen was heisst, dass es noch gut 2h dauern könnte bis man fertig ist.
Wollen wir solange warten um vielleicht die Lok 2 zu sehen? Nein, wie wärs mit Kacanik auf der Hani Strecke? Für den Mittagszug nach Fushe sollte da doch etwas als Nachschuss gehen. Blick auf die Uhr? Wird knapp, könnte aber reichen, sonst fahren wir halt nur nach Ferizaj. Pünktlich auf die Nohab wären wir dann auch wieder zurück um Drenas. Nach 5min fahren, wir waren gerade kurz vor dem Flughafenabzweiger wurde mir klar, wie dumm die Idee eigentlich war. Hin und her und hin und her für die P-Züge, dass man ja alle Güterzüge die heute fahren überfährt (aber sicher noch sieht), wir wären den ganzen Tag im Auto unterwegs von Strecke zu Strecke zu Strecke zu Strecke.
OK, sehr blöde Idee, mein Fehler, zurück nach Drenas, vielleicht ist ja Lok 8 in der Zwischenzeit noch aufgetaucht und hilft Lok 2 im Werk? Der Gedanke gefiel mir und über die Hauptstrasse ging es zurück nach Drenas. Diese Runde hatte am Schluss gute 20min Zeit gekostet, ABER wir konnten noch Einkaufen unterwegs (nicht, dass wir das nicht auch in Drenas hätten erledigen können, neinnein ;)).
Der Bahnhof war leer, erwartungsgemäss. Drenas eignet sich aber immer vorzüglich um nachzufragen was läuft. Irgendwie weiss Drenas immer mehr als alle anderen Bahnhöfe und aus den Informationen kann man immer nützliches ziehen. Das Logbuch des Bahnhofvorstands hielt eine Sichtung um 10:30 bereit (es war 10:35) und auf die Frage, wann etwas geht wurden wir nicht enttäuscht, 11:30 von Ferronickel nach Golesh, Lok 2. Nächster Zug.
Das gibt etwa halb 1 Uhr an der Mine, passt perfekt für den Personenzug danach, einfach nur perfekt. Was aber war das für eine Bewegung um halb 11? Der Blick in die Werke von Ferronickel brachte die Antwort. Es stand ein zweiter Zugteil im Bahnhof den die Lok holte und gerade am entladen war. Dumm, dass hätten wir mal ... aber immer wenn man unüberlegt handelt verdaddelt man etwas anderes, altes Gesetz von Murphy..
Wir warteten oberhalb des Werkes in der Sonne und im Wind (war irgendwie kalt) darauf, dass sich der Zug aus dem Werk bewegt. Es tat sich lange nichts, was ich nicht so toll fand. Das Fotografieren um die Ferronickel Werke finde ich ja immer etwas „gefährlich“. Es ist eigentlich der einzige Platz im ganzen Kosovo wo ich mich nicht so Wohl fühle. Das liegt am grossen Fotoverbotsschild welches am Werkstor hängt (kann es sein, dass das neu ist?). Ich weiss ja nicht welche Umweltsünden die Firma begeht (ich hoffe doch einfach mal, keine), aber schlechte Presse wird man wohl vermeiden wollen - und erklärt mal einem Albanisch (und vielleicht noch Serbisch) sprechenden Wachmann den Unterschied zwischen dir und einem Pressefuzzy - da kann ich lange mein Buch umher zeigen. Ziemlich genau so habe ich es Jordi erklärt warum ich es vorziehe eher etwas abseits vom Werktor zu warten.
Die Lok kam zum Glück bald aus dem Werk und war so genau um 11:30 Uhr am Bahnhof von Drenas, dass war Pünktlich!

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Wie wärs mal mit Verkehr? Guut, da hätten wir Lok 02 die nach dem erledigen der Rangierarbeit im Ferronikelwerk die Garnitur in den Bahnhof von Drenas zieht.

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Umsetzen im Bahnhof von Drenas.

Wir erwischten die Lok noch beim Umsetzen und machten uns auf dem Weg über die neue Strasse der Strecke entlang, in Richtung Mine. Ein Zug um die Mittagszeit zur Mine Golesh, es machte *klick* bei mir im Kopf und mir war klar, was es geschlagen hatte. Schnellstrassenbrücke über das Anschlussgleis! Die neue schöne 4spurige Schnellstrasse aus Pristina raus hat eine tolle Brücke spendiert bekommen unter welcher die Bahn zur Mine Golesh durch führt. Dieses Motiv gab es so 2009 noch nicht und ich hatte es schon vor 2 Jahren gesehen, jetzt kam die Zeit wo ich es umsetzen konnte.
Muss nur der Zug kommen und die Sonne mitspielen. Denn über dem Amselfeld waren ganz schön viele Quellwolken zugange, ich rechnete daher schon mit dem Schlimmsten, würde irgendwie passen. Wir fuhren nach der anfänglichen Idee den Zug zu verfolgen gleich ohne Halt bis zur Brücke, ich wollte die Stelle nicht für ein 50% Bild neben der Strasse aufs Spiel setzen.
Es war vielleicht gar nicht schlecht hatten wir etwas Zeit über, denn das Wenden auf der Richtungsgetrennten Strasse mit viel Verkehr und ohne wirklich Ab- und Auffahrten war gar nicht so einfach. Am Schluss quetschten wir uns durch ein Loch in der Leitplanke welches kaum so breit war wie unser Auto. Wenn man das System übrigens begriffen hätte ginge das Wenden übrigens relativ einfach, vor jeder Brücke über die die Strasse führt gibt es eine U-Turn Möglichkeit (unter der Brücke hindurch) - Clever, wenn man es erstmal weiss, denn angeschrieben ist es nicht ;).
Wir parkten das Auto dann eben auf so einer U-Turn Strasse und liefen auf die Brücke hinauf. Mittagszeit für Südfahrer, eigentlich nicht schlecht, wenn die Strecke denn nicht voll nach Süden zeigen würde. So war das Seitenlicht nur spärlich vorhanden und ich wünschte dem Zug noch etwas Verspätung, das Licht wurde nur besser.
Am Schluss warteten wir vielleicht 15min auf der Brücke und ein Wolkenkrimi bahnte sich an. Als der Zug dann kam war es aber irgendwie viel langweiliger, die Sonne hat es sich in einem blauen Streifen zwischen zwei Wolken gemütlich gemacht und erhellte die ganze Szenerie. Point - Check!

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Die Fahrt ging wie erhofft zurück zur Mine Golesh, wo die Wagen wieder beladen werden. Die Stelle liegt auf der neuen Hauptstrassenrbrücke.

Und nun? Achja stimmt, der Peje Zug kommt ja bald zurück nach Pristina. Eine Stelle hatten wir dafür im Kopf, muss man nur noch da hin. Da ich mich ja auf einer U-Turn Route befand musste ich das ganze wiederholen, aber wir wollten eh noch Tanken und meine favorisierte Tankstelle lag in Richtung Pristina. Wir wendeten noch unbetankt auf einer dafür vorgesehen U-Turn Spur direkt an der BW Brücke und was sahen da meine von Gläsern geschützten Augen beim ums Eck fahren? Eine rot / orange Lok vor der Werkstatt! Das wird doch nicht Lok 10 sein die sich da sonnt in der Mittagssonne? Doch, tatsächlich, was erzählt der uns denn von kaputt usw? (in dem Moment dachte ich an den Vogeldreck - doch kaputt).
Wir liessen das Auto einfach am Strassenrand stehen und liefen kurz übers Feld zum BW rüber, war deutlich schneller als mit dem Auto irgendwelche aufwändigen Stadtfahrten zu erledigen. Je näher wir der Lok kamen desto klarer war, dass der Motor läuft und ... tata, dass das Licht gerade sehrsehr bescheiden war. Es stand aber einfach nur genau in der Achse und die Lok hatte zwar sehr viel Front,aber kein Seitenlicht von gar nirgends.
Von den Eisenbahnern welche gerade Päuschen machten vor dem BW erfuhren wir auf Nachfrage, dass die Lok in etwa 30min wieder in die Halle gefahren wird, aber erst nach dem Mittag. Das die Lok läuft ist ja schon mal kein schlechtes Zeichen, aber warum steht die draussen? Ab und an Anschmeissen um Stillstandschäden zu vermeiden? Und Draussen um die nicht ganze Halle mit Abgasen zu verpesten - die Version macht Sinn und so könnte es auch gewesen sein.
Der Peje Zug drückte noch nicht arg und wir warteten einfach mal 25min vor dem BW bis die Sonne wenigstens ein bisschen Licht auf die Seite warf, von einem schlauen Lokportrait wollte ich mich nämlich nicht abbringen lassen.
Wir warteten in der Sonne vor dem BW. Als der Mittag der „Kosrailer“ vorbei war begann einer davon in der alten Lok 1 herum zu kraxeln. Lok 4 stand mit geöffneten Türen hinter Tor 1 und ich wurde das Gefühl nicht los, dass da ein Ersatzteil gesucht werden. Das Bestätigte sich als der Eisenbahner, ohne im alten 1 etwas gefunden zu haben ziemlich zielstrebig auf die anderen Schrottloks zusteuerte und da auch auf den Loks rumkletterte. Sollte das stimmen zeigt es sich um so mehr, dass die Bahn einfach nur von den Reserven zerrt die sie noch hat ... wie lange wohl noch?
Lok 10 kam immer besser ins Licht und als wir um 10 nach 13 Uhr die tote Linie erreicht hatten fuhren wir, den Nohab Peje Zug wollten wir dann doch nicht verpassen wegen dem Lokportrait.

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Ein neues Gesicht an der Tankstelle, Triebwagen 04.

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Diese kleine Aufstellung vor dem BW. Lok 10 hat sich raus getraut, Lok 1 steht natürlich schon länger da … ;)

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Hier hätten wir Lok 10. Der Taubendreck auf de Lok zeugt davon, dass die Lok in letzter Zeit mehr im BW stand als sich bewegt zu haben. Defekt?!

Die Fahrt zur Strecke hinter dauerte gute 15min (3min davon gehen auf meine Kappe weil ich die Ausfahrt nach Bardh verpasst habe und wir deswegen eine Platzrunde auf der Autobahn drehen durften) und zur Planzeit vom Regio in Dritan fanden wir uns an der Stelle wieder. Aber nicht ohne ein paar Kosovaren den Kopf verdreht zu haben "was machen die da?" Der Schuss quer vom Feld auf die Bahn kam sehr gut, und die Garnitur machte von der Seite ebenso eine gute Figur wie von vorne.

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Vor Badh rollt der Mittagszug von Peje nach Pristina durch die noch karge Landschaft, der Güterwagen versteckt sich dabei vorzüglich.

Alles paletti, und jetzt? Auf dem Weg zur Stelle sahen wir in Bardh gerade noch wie eine leere GM (wohl Lok 2) durch den Bahnhof rangierte, dazu gab es zwei Theorien, entweder die Büchse geht zurück nach Fushë weil Arbeit beendet oder die waren nur zur Mittagspause nach Bardh und fahren für die zweite Runde zurück nach Golesh.
Tja, wie kriegt man das raus? Indem man selber zur Mine fährt, war insofern eh unsere Richtung da wir, sollte die Lok weg sein, nach Lypjan wollten für den 15:30 Uhr Zug nach Süden. Bevor wir die Löcher auf der Strasse zum Flughafen mit unseren Stossdämpfern beehrten stampften wir aber zwecks Nahrungskauf wieder in den kleinen Krämerladen an der Kreuzung, die machen heute mit uns einen bombigen Umsatz, wobei. Die Preise im Kosovo sind einfach nur tief, für 3x 0.5l Cola, zwei Packungen Chips und einer Packung mit so Kuchendingern (für mein Frühstück) bezahlten wir gerade mal 2.55 Euro, wie kann das nur so günstig sein?
In der Verladung der Mine Golesh standen nur leere Wagen rum, keine Lok, kein gar nichts, was wohl bedeutete, dass der eine Umlauf nach Drenas heute gereicht hat … schade eigentlich. Wir zogen aber durch und erreichten etwa eine Stunde vor dem Regio mit Lypian „eine alte bekannte“. Wir schauten uns am Bahnhof um und wollten noch fragen ob vielleicht ein Güterzug im Anmarsch ist. Klappte aber nicht, wir fanden den Capo Stazione nicht, was einer Antwort gleich kommt. Ach, wir fuhren ja eh an eine Stelle.
Auf der langen gerade zwischen Fushlot und Lypian standen wir dann mit dem Auto und warteten auf das pünktliche Erscheinen des Hauptakteurs, dem Nachmittagsregio nach Hani i Elezit. Der Umlauf ist etwas blöd, "früher" fuhr der Zug immer um 13 Uhr ab Fushë und somit überall bombig im Licht, jetzt fährt er erst um 15:30 Uhr, was an vielen Stellen schon eher knapp ist ... aber kommt ja eh ein Triebwagen, kann man Quer-/ und Nachschiessen. Oder kommt vielleicht doch eine Nohab? Sollte man den Skopje-Umlauf wieder auf Wagen umstellen wollen wäre jetzt die Zeit für die Nohab (Wagen hat die Eisenbahn ja eh genug).
Wir liessen uns überraschen und sahen ... gar nichts. Kein Zug, zur Planzeit nicht, mit 5, mit 10, mit 15, mit 25min Verspätung nicht. Länger konnten wir nicht warten, der Peje Regio drückte zu fest, und eine sichere Nohab an den schönsten Stellen vor Drenas mit bestem Licht wollten wir für ein Triebwagendoppel (vermutlich) auf der Plätte hinter Lypian nicht mal Ansatzweise aufs Spiel setzen.
Natürlich ist die Strasse von Lypian in Richtung Drenas meist fast autofrei (schöne Umgehung von Pristina), aber genau als wir da rauf wollten bogen gleich 3 Sattelschlepper mit Armierungseisen auf diese Strasse ein ... was für ein "Zufall", Überholen klappte zum Glück recht bald. Wir kamen in etwa so schnell voran wie vorgerechnet und es reichte vor Bardh sogar noch um einen 10 Euro Schein in Benzin umzusetzen. Denn die Tanklampe war schon auf dem Weg nach Lypian angegangen und ich wollte das Tanken auf dem Weg zurück erledigen - dann haben ja genug Zeit (haha). Um bei der anstehenden Verfolgung des Regios nicht irgendwo am Strassenrand stehen zu bleiben hielt ich es für klüger ein paar Liter rein zu lassen (Kanister ist zwar im Auto, trotzdem wären alle Ambitionen den Zug mehrmals zu erwischen im Eimer).
Eigentlich wollten wir den Regio hinter dem Bahnhof von Dritan ein erstes mal schiessen, aber man ist ja schon ein bisschen schneller als er und gerade über die neue Strasse nimmt man ihm Zeit ab. Es dürft also gefahrlos auch noch ein Bild vor Bardh möglich sein. Am BÜ vor dem Bahnhof wo Strasse und Bahn zusammen treffen warteten wir mal neben einem Haus. Die Stelle war zwar bäh, aber hier oder gar nicht, so einfach war das!
Der Zug kam pünktlich und wieder wie heute früh, mit Nohab 05 vor dem Gepäckwagen, zwei Schweden und einem Schlieren (so eine tolle Garnitur!). Wir stiegen ins Auto und brausten ihm hinterher. An der Einfahrt von Bardh hatten wir ihn schon wieder, er musste aber noch anhalten. Realistischerweise klappt das noch mal, er muss ja vor Dritan noch ein zweite mal halten, also komm. Am BÜ hinter dem Bahnhof gab es ein zweites Bild vom Zug.
Vor dem nächsten Halt (Bahnsteig auf der grünen Wiese) hatten wir den Zug bereits wieder. So wurden wir mutig und als sich die „Alte Frau“ gerade noch so in der Sonne präsentierte parkten wir am Platz des UCK Cafes (welches übrigens nicht aufgebaut war) und liefen hoch. Foto Nr. Drei war im Kasten.
Die letzte Stelle war von der Strasse aus in 10 Sekunden erreichbar, deshalb reichte der Halt in Dritan vom Zug aus, und das letzte Bild, Bild 4, war im Kasten. Diese kleine Zugverfolgung lohnte sich und Jordi war ziemlich zufrieden. Aber wie habe ich es schon am Morgen gesagt?! Egal wie der Tag startet, der Kosovo lohnt sich irgendwie immer - und so war es.

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Der Gegenzug nach Peje in Bardh. Die Garnitur ist zum Glück unverändert.

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Die Strasse ist nun komplett fertig gebaut, auch die letzten Schotterabschnitte wurden bis 2012 beseitigt. So ist eine Zugsverfolgung kein Problem, der IC hält ja immer mal wieder. So gelang ein Bild an der alten Frau .. dem Motiv

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Ja, dieses Foto gab es weiter oben schon zu sehen, heute war das Wetter aber ein bisschen besser - bei Dritan.

Zufrieden fuhren wir zurück nach Pristina. Güterzüge waren keine mehr zu Erwarten und wir wollten noch mal am BW vorbei schauen. Wer weiss, vielleicht steht die Lok 10 ja noch draussen?
Wir waren kurz vor der Schnellstrasse und holperten durch die Schlaglöcher der Kreuzung entgegen. Vor uns fuhr ein Smart (den ersten den ich im Kosovo gesehen habe). Auf einmal laufen wir auf einen grausam schleichenden VW Golf auf, der stand praktisch. Dem Smart war das zu dumm und er überholte kurzerhand im 40er. Naja, ich will mal nicht so sein und fuhr hinterher - aber kaum schneller als 40 (echt nicht ;)). Kaum vorbei sehe ich den Grund für die Schleicherei, die Polizei stand am Rand und wartete nur auf so @#$%& wie uns zwei. Ok, nix Problem, der Smart fährt ja vorweg als Bullenfänger. Aber nix da Bullenfänger, der Smart wird vorgelassen und angehalten werde ich. Der Smart ist doof, ist Schuld daran das ich die Polizei nicht gesehen habe und überhaupt das ich überholt habe.
Aber die Polizei hat nicht gemessen, die Frage nach dem "Sie wissen warum wir sie angehalten haben" kam aber trotzdem. Naja, sag ich, weil wegen ... gerade eben. Ich bin nur dem Smart gefolgt. You must drive carefuly! Und in dem Moment gibt es hinter der Kontrolle fast einen Auffahrunfall und ein alter Opel Kadett hinterlässt eine schwarze Spur auf dem Asphalt. Ich schaue den Polizisten fragend an, zucke mit den Achseln und deute mit dem Kopf in Richtung Opel, "Yes, of course", „wie der da auch“ (denke ich) .. er schaut zum Opel und schüttelt den Kopf - aber trotzdem wurde der Opel durchgewunken und ich angehalten mmh. Aber nix weiter, wir verabschieden uns und ich musste grinsen. Da ist man mal (eigentlich das erste Mal heute) ganz ohne Eile unterwegs und genau dann wartete die Polizei am Strassenrand. Vielleicht ist es auch besser es geschieht nicht "im Stress".
Auf der Brücke vor Fushë, über die Bahn, erkannten wir das BW und die Situation davor. Lok 10 war weg, blöd. Was leider auch nicht klappte war die erhoffte kleine Nohab Aufstellung hinter dem Lokschuppen. Die 8er und die 6er Nohab standen zwar noch brav am Platz, die Sonne drehte auch gerade rein, aber vor die vordere Lok hat sich eine GM gesetzt, welche alles in Schatten wirft, grummel.
Lohnt es sich trotzdem zum BW zu fahren? Eigentlich nicht, aber ... die Alternative wäre Hotel und gar kein Bilde mehr heute, was irgendwie eine sehr schlechte Alternative ist.
Wir fuhren also ins BW und wurden Opfer von zwei kosovarischen Sturköpfen. Auf der kleinen Strasse zum BW kamen sich zwei Autos entgegen die am Schluss wenige cm voneinander entfernt jeweils in der Wegesmitte standen. Es geschah gar nichts. Das Volk kam herbei und glotzte und wir standen, ab und an mal hupend, dahinter. Hallo, kann jetzt nicht einer nachgeben? Irgendwie nicht und ich sah schon die Fäuste fliegen ;) Einer hat dann laut fluchend nachgegeben irgendwann.
Im BW angekommen war der Wachmann ein Altbekannter, nix Problem, Runde guut. Also drehten wir die Runde und Fotografierten ein bisschen das was herumstand im Abendlicht. Was wir dabei nicht entdeckten war der Triebwagen für den Spätzug nach Hani.

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Immer wieder Eindrücklich, der riesige Kohletagebau!

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Was macht man an einem gemütlichen Abend? Natürlich, man schaut noch mal im BW vorbei. Lok 6 und 8 warten noch immer auf …

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Lok 2, die heute Mittag in Drenas war, gesellte sich zu den beiden.

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Lok 3 steht etwas abseits

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Und was sehen wir hier? Ein Y1 und die Schnauze von Lok neu-1.

Wir vermuteten den Triebwagen deswegen auf der anderen Seite des Bahnhofs und da fuhren wir gleich hin um ihn zu suchen. Aber da war er auch nicht, natürlich nicht, er war ja in der Triebwagenhalle, wo sonst *grins*. Janu. Wir warteten am Bahnhof noch ein wenig in der bereits fast am Horizont stehenden Sonne auf den Triebwagen, der für den Hani Zug irgendwann mal bereit gestellt werden musste.
Er kam, wir machten die Fotos (ging zum Glück mit Licht, weil die Sonne unter dem Bahnsteigdach hervor schien) und brachen dann ab, das Hotel wartete.

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Triebwagen 01 am Abend im Bahnhof von Fuhse. Er wartet darauf die Abendleistung nach Hani i Elezit erledigen zu dürfen.

Da angekommen begrüsste uns heute ein anderer Herr an der Rezeption, er konnte weder Deutsch noch Englisch, aber viel wollten wir eh nicht von ihm ;).
Wir machten uns im Zimmer kurz frisch, legten uns 10min hin und fuhren dann noch mal raus. Ich wollte am Bahnhof gucken was aus Hani als Skopje IC hoch kommt. Die Hinfahrt haben wir ja eben nicht gesehen. Ist vielleicht doch eine Nohab mit Wagen runter? Weil ob Lok 7 im Schuppen steht haben wir nicht geschaut, und Wagen waren auch schon mal mehr da (meinte das Gefühl). Wir warteten 10min bis der Zug fast pünktlich kam, aber was? 2 Mal Y1. Öhhh ... langweilig ;).
Also zurück zum Hotel, bevor wir auf den Parkplatz fuhren gab es fürs Auto noch eine ganze Tankfüllung an der Vorgelagerten Tanke. Die 10 Euro Notfüllung reichten leider nicht ganz aus um den Tank voll zu machen.
Nun ist Zimmerzeit, es ist dunkel, ich habe mir eine Pizza geholt und verdrücke die zusammen mit einem Peje Bier. So darf dass!
Die Dusche vor dem Essern war etwas ein Reinfall, entweder hatte ich nicht genügend Geduld bis warmes Wasser kam oder es kommt heute einfach kein warmes Wasser, beide Versionen sind vorstellbar. [Anmerkung Jordi: Es war Variante 1, ich hatte nämlich kurz darauf eine schön heisse Dusche…]




Es folgen noch mal zwei Tage Kosovo im nächsten Teil sowie bereits wieder die Rückfahrt nach Montenegro. Ja, so richtig lange war der Urlaub halt nicht.
Und was erleben wir im Kosovo noch? Werden wir vielleicht sogar noch positiv Überrascht?
Ja, das erfahren wir dann im nächsten Teil ;)

En Gruess


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:09:15:18:23:12.

Wieder sehr schön! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 11.09.12 23:51

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Hallo Nil!

Wieder ein sehr schöner Bericht. Und interessant, die Strecke nach Peje noch einmal aus der Perspektive "von draußen" zu sehen, nachdem ich sie schon vom Zug aus äußerst faszinierend fand. Da könnte man wahrscheinlich einen ganzen Urlaub verbringen und hätte immer noch nicht alles abgehakt...

Viele Grüße
Gunar
Ach, da krieg ich ja Sehnsucht! Klasse Bericht!!!

Der "Hope Box Train" ist ein Projekt unter der Leitung einer holländischen Künstlerin im Jahr 2011. Der Wagen hatte mehrere verschiedene Grafities bekommen. Hierbei entstand übrigens auch der "neue Anstrich" des Bahnhofs Pristina.

bhfpristina.JPG

Dass die 661 den Personalshuttle fahren liegt daran, dass die beiden MDD3 in Obiliq an der Kohleverladung eingesetzt werden. Sie ersetzen dort die beiden Dampfloks der Baureihe 62, die nach Fristablauf abgestellt wurden. Braucht ja auch kaum Sprit so ne Diesellok :-)

Freu mich schon auf den nächsten Teil!!!

Gruß

Raphael

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Schoener Bericht. Ich bin kuerzlich von Pristina nach Skopje mitgefahren, da kam auch ein Schwedentriebwagen-Doppel zum Einsatz (wobei der zweite Triebwagen erst in Fushe K. angehaengt wurde), das bis zum vorletzten kosovarischen Bahnhof fuhr. Dann gab es SEV mit einem Schweizer Postbus wegen Tunnelbauarbeiten bis zum kosovarischen Grenzbahnhof, von wo dann ein mazedonischer GM-Diesel mit einem einzelnen mazedonischen Abteilwagen nach Skopje weiterfuhr. Ein anderer Reisender, der in umgekehrter Richtung von Skopje nach Pristina gefahren ist und den ich in Pristina traf, berichtete allerdings, dass er trotz SEV in einem NOHAB-bespannten Zug auf kosovarischer Seite nach Pristina gefahern ist.