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Hallo Welt,

im zweiten Teil fahren wir bis nach Doboj und verbringen da zwei volle Tage im Streckennetz der ZRS und ZFBH. Dabei kam uns die Jahreszeit bei der Fotostellenauswahl entgegen …
Bei uns lief es noch ordentlich! Traurig zu sehen, dass ein Grossteil dieser Züge den kommenden Fahrplanwechsel nicht überleben soll.

Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de] >> USA und Start in den Balkan

Texte innerhalb des Berichts welche in einer [ECKIGEN KLAMMER] stehen sind Kommentare vom Herrn Jordi, die lassen wir einfach mal stehen.




Mittwoch 21. März 2012, Slavonski Brod - Doboj

Der erste Urlaubstag endete gerade bei einem leckeren Essen im Restaurant des Hotels Integra in Doboj, meinem Wunschhotel! Im Vergleich zum Wunschhotel der letzten Nacht hatte es noch Platz für uns. Zwar nur eine Suite (meine Worte beim Betreten des Zimmers: Wir wollten doch ein Zimmer und keine Wohnung), aber Bett ist Bett.

Nun beginnen wir aber da wo es beginnt, am Anfang sozusagen. Die Nacht war toll, ich wachte parallel mit Jordi gegen 6 Uhr in der Früh auf und wunderte mich (wie er sich auch) über die Helligkeit draussen. Aber wir mussten noch gar nicht raus, noch nicht - und wenn ich liegen kann dann bleibe ich liegen - Ehrensache. Der Wecker kam um 4tel nach 7 und Jordi sprang fast aus dem Bett unter die Dusche. Als ich dann eine halbe Stunde später schlaftrunken (wegen dem Wecker) auch wieder aufwachte war er schon fertig und fragte fast reisefertig, ob ich vielleicht auch noch aufstehen wolle. Natürlich wollte ich NICHT, aber man kommt ja nicht drumrum ;).
Zeit hatten wir noch ein bisschen etwas über, unser stählernes Ziel fuhr um kurz nach 9 Uhr ab Slavonski Brod nach Osten, ein Schnellzug von Zagreb nach Belgrad. Mit hoffentlich einer 1142 der HZ davor.
Ich kenne die äusserst "anspruchsvolle" Strecke in den Osten Kroatiens noch vom letzten Urlaub und hatte etwas Sorgen darum, dass wir eine passable Stelle finden, wobei bei dem Zug ist Lok und Garnitur das Motiv (anspruchsvoll ist übrigens in diesem Zusammenhang nicht mehr als eine schönere Beschreibung für „schwierig“). Denn wer weiss was da für Wagen hinter der Lok hängen, die Serben sind ja da äusserst kreativ was die Lackierungen anbelangt.
Wir räumten zusammen, liessen den Schlüssel wie verlangt einfach im Zimmerschloss stecken und fuhren mit dem roten Auto in den Morgen hinein. Das Wetter war prächtig, aber das Licht recht diesig. Die Luft war an diesem Morgen alles andere als sauber, es roch auch entsprechend nach verbranntem Grünzeug mit vielleicht noch ein bisschen Plastik drin. [Meiner Meinung nach eher viel Plastik mit ein wenig Grünzeug zur Tarnung.] Ich fragte mal das Navi wo wir hin wollten und wir folgten ihm guten Mutes in den Osten von Slavonski Brod.
Eigentlich habe ich gestern Abend zu Philippe noch gesagt, dass wir das Navi jetzt lange nicht mehr brauchen und wegräumen können... und 5min nach der Abfahrt wusste ich auch warum ich das genau so gesagt habe. Das Navi wollte man wieder nicht so wie wir und lenkte uns auf einen Feldweg. Das Problem in Kroatien ist altbekannt, die Strassen sind nicht sauber klassifiziert, so weiss der Tom natürlich nicht, was gut und was schlecht ist. Item, wir schmissen das Navi in die Ecke und Philippe spielte mit der Karte auf den Beinen Navigator. [Macht dem Beifahrer eh viel mehr Spass ;-)]

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Die „Strassendörfer“ sind auch in Ostkroatien verbreitet. Dabei befindet man sich immer zwischen Häusern, ist aber eigentlich mitten auf dem Land.

Es ging deutlich flotter voran als das Navi vermutet hat und wir fuhren auf einer Hauptstrasse aus Slavonski Brod hinaus ... durch nicht enden wollende Strassendörfer die ich vor allem aus Rumänien noch in Erinnerung habe. Aber die Orte sind spannend anzuschauen, nur Wohnen möchte ich da nicht. Bei Zadubravlje [Ach ich mag diese Namen ;-)] probierten wir mal einen ersten BÜ an der Eisenbahn aus und landeten gleich einen Treffer. Nicht am BÜ selber, aber weiter hinten sah man die Autobahnbrücke über die Bahn, und die Böschung da schien relativ frei von Kraut zu sein, blöd wer das nicht probiert.
Beim Wenden und Parken hinter dem BÜ verwirrten wir auch gleich den ersten Einheimischen heute - und er sollte nicht der Letzte bleiben. Der Weg zur Brücke den Gleisen entlang war vielleicht 500m und so sassen wir bald schon auf der Böschung und freuten uns darüber, eine (verhältnismäßig) schöne Stelle gefunden zu haben - also doch nicht nur Zug und Lokportrait.
Es war 9 Uhr und um etwa halb 10 erwarteten wir den Schnellzug nach Belgrad. Erwarteten? Nein, eigentlich glaubte ich nicht daran, dass der Zug pünktlich ist, obwohl er nur von Zagreb kommt. Die Eisenbahn überraschte uns aber, viel verspätet war der Zug, wenn überhaupt, nicht! Bevor er kam flutschte von hinten noch ein Schnellzug von Belgrad nach Villach (??) durch. Mit 1142, zwei verkeimten ZS Wagen und eingeklemmt darin einem SZ Speisewagen. Unser Zug hatte ebenfalls eine 1142 vorne dran (juhu), dahinter waren sage und schreibe 6 Wagen - und alle sauber, unglaublich! Liegt vielleicht daran, dass 5 der 6 Wagen der HZ kamen und nur einer von der ZS gestellt wird? Es war das Restoran im Mimara Lack, das weder in der Zugsmitte noch zwischen der 1 und 2 Wagenklasse eingereiht war (wie das mit der Durchsage wohl läuft? ;)).

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[maps.google.com]
Zadubravlje östlich von Slavonski Brod - die Böschung der Autobahn half uns in der sonst platten Landschaft direkt an der Bahn etwas Höhe zu gewinnen. Im Bild ist 1142 004 mit dem D413 von Zagreb nach Belgrad der eine doch sehr beachtliche Zuglänge erreicht! "Wehrte Fahrgäste, in der Mitte des Zuges zwischen der ersten und zweiten Wagenklasse befindet sich unser Bordrestaurant" - ähh, nein ;)

Wir waren sehr zufrieden und schlurften langsam zurück zum Auto, immer mit der leisen Hoffnung noch einen Güterzug vor die Linse zu bekommen. Der Wunsch ging nicht in Erfüllung. Es blieb also bei dem einen Bild aus Kroatien (vorerst) und der nächste Grenzübertritt stand bevor. Dafür rumpelten wir über Land bis zum Grenzübergang von Samac und erreichten ihn gegen halb 11 Uhr. Das war reichlich spät ... viel später als eigentlich mal gedacht. Natürlich dauerte die Kontrolle der Papiere heute länger als sonst *grummel*. Bei der Ausreise stand ein Kroate vor uns ewig in der Passkontrolle und wir kamen nicht weiter, und auch bei der Einreise nach Bosnien nahm es der Zöllner sehr genau. Autopapiere wollte er sehen, dann schaute er sich lange meinen Pass und die verschiedenen bunten Stempel an. Dann drückte er in aller Ruhe einen Stempel in den Pass [lesen kann man ihn trotzdem nicht] und winkte uns weiter. Es war 10:45 Uhr.
Der Zug nach Budapest soll Bosanski Samac um 11 Uhr erreichen, kommt aber da oben in Grenznähe nirgends im Licht. Um so weit nach Süden vorzustossen, dass seine orange Nase Licht abbekommt, hätte man mehr Zeit auf Vorrat haben müssen - oder der Zug müsste verspätet sein. Hahahaha ... müsste - natürlich ist er verspätet, doch die Frage ist, wie viel? Wir rechneten aber einfach mal mit einem pünktlichen Zug und fuhren eiligst den erstbesten Fotopunkt südlich von Samac an, den Bahnhof von Bosanski Milosevac. Den Bahnhof als solchen zu bezeichnen ist schon fast frech, es sind nur mehr Ruinen. Das Bahnhofsgebäude hat mal einen ordentlichen Treffer abbekommen und im Dach ist ein riesiges Loch zu sehen. Gekreuzt wird im Bahnhof auch schon länger nicht mehr und wie wir uns im Gleisbereich bewegen ermahnten wir uns nochmal, uns vor Landminen in Acht zu nehmen. Ein heikles Thema in Bosnien, nach wie vor.
Der Zug hätte bei unserer Ankunft sogar schon durch sein können, was ich mit fortschreitendem Minutenzeiger auf der Uhr immer mehr vermutete. Ein leises Pfeifen aus dem Süden überzeugte uns aber nach bangen Minuten vom Gegenteil und der Budapester kam doch noch, mit etwa 20min Verspätung. Die Garnitur bestand wie vorgesehen aus einem ZRS und einem MAV Wagen, davor eine orange ZRS Lok, was will man mehr? Ahaja, Frontlicht, egal!

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[maps.google.com]
Der Bahnhof von Milosevac hat nicht mehr viel mit Bahnhof zu tun. Die Gebäude sind vom Krieg gezeichnet und es ist nur noch ein einziges Gleis in Betrieb. Der Internationale Fernverkehr von Sarajevo nach Budapest - IC 258. Bespannt mit der 441 801 der ZFBH.

Zurück im Auto schauten wir auf den Plan, denn es gibt da noch so einen Regio der um 12 Uhr Doboj erreicht, und der müsste doch auch noch irgendwann kommen? Aber nein, der ist um 10 Uhr schon raus in Samac und benötigt so etwa 2h Fahrzeit bis Doboj, warum auch immer (der Schnellzug benötigt nämlich planmässig gerade mal 1h).
Wir fassten den Plan mal der Bahn entlang bis nach Doboj zu fahren, möglicherweise holen wir den Regio ein, dann ginge noch etwas, sonst wäre eh Doboj unser Ziel zum Mittag, also nichts verloren.
Schnell gewöhnte ich mich am Steuer von unserem tollen feuerroten Matiz wieder an die Strassen Bosniens, an die nicht vorhandenen Geschwindigkeitsbeschilderung, die verschiedenen Typen der Verkehrsteilnehmer (0.5 = Traktor, 1 = Schleicher, 2= Raser - dazwischen gibt es nichts) und wir kamen gut voran. Wir markierten auf der Karte hie und da schon wieder Fotostellen per Kugelschreiber. Alles für den Ungaren Zug morgen. Und auf einmal, auf etwa halber Strecke nach Doboj, schreckte Jordi hoch. Da schwebte doch tatsächlich ein Güterzug nach Norden über dem Feld vorbei. Ganz neue Töne hier!
Ich wendete und lief gleich mal auf einen Typ 1 auf, Überholen brachte aber nichts weil wir am Schluss hintereinander am geschlossenen BÜ standen und auf die Durchfahrt des Zuges warteten. Das war insofern gemein, als dass nur etwa 1km weiter hinten die letzte (und eine der schönsten) Lichtstellen für Nordfahrer um diese Zeit lag, wir aber nicht hinkamen. Der Güterzug kam und hielt auf dem BÜ erstmal an, der Lokführer streckte den Kopf aus dem Fenster und zog dann ganz laaaangsam wieder an. Aber nicht langsam genug, denn als wir an der Stelle waren war der Zug schon durch. [Warum auch immer der Zug AUF dem BÜ anhalten muss… und wenn schon warum auf dem BÜ und nicht davor. Das war nämlich kein Versehen, sondern hatte, wie wir die nächsten Tage beobachten konnten, System...]
So gab es nur noch einen Schuss ohne Frontlicht an einer Stelle die wir uns für den Budapester morgen "gekringelt" hatten. Der Typ 1 mit seinem Typ 1 Auto (alter VW Golf) kam gerade angefahren als wir von der Fotostelle nach dem Bild wieder weg sind .. was so in etwa die unglaubliche Geschwindigkeit dieser Kategorie beschreibt ;) Achja, ich selber würde mich als (natürlich löbliche Ausnahme) Typ 1.5 beschreiben, immer so schnell wie nötig und so langsam wie sicher.

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[maps.google.com]
Die Nordausfahrt des Bahnhofs Vrnajak präsentiert sich ebenfalls nicht mehr im besten Zustand, immerhin hat der Bahnhof mehr als nur das Durchfahrtsgleis. 441 531 hat einen Güterzug am Hacken den sie bis zur Koratischen Grenze befördern wird.

Wir schauten uns beim vorbeigehen noch eine Stelle an die wir uns für den Abendzüge vormerkten und rollten bis Doboj ohne Halt durch, war nix mehr los und der Regio war auch schon lange über alle Schienenstösse.
In Doboj liessen wir den Bahnhof wortwörtlich links liegen und kümmerten uns ums Hotel. Ich wollte nicht riskieren, dass das Hotel welches im Kopf hatte keinen Platz mehr für uns hatte. Dazu war das Hotel zu gut, zu schön und zu günstig, Ausserdem hatte ich nie Alternativen gesehen im Ort.
Das Hotel fand ich auf Anhieb, wenn auch dafür ziemlich viel Denkarbeit in meinen grauen Zellen nötig war. Die Reaktion auf die Zimmerfrage erschreckte mich erst, aber nach einigem Studieren kam die Info, dass die Suite noch verfügbar sei, sonst leider Nichts. Suite, Preis? Lol, ok, her damit, tut nicht weh. Wir luden gleich mal das Gepäck aus und betrachteten unsere kleine Wohnung. Tolles Ding, weiss zwar nicht was wir da wollen, aber die Abende könnten ja doch ein bisschen länger werden, bei Sonnenuntergang um 18 Uhr.
Wir verliessen dankend und ohne Reisepass das Hotel und kümmerten uns um die Besorgung von Komis****, ääh, Bosnischen Mark ;). Die Suche nach einem ATM war gar nicht sooo einfach und als wir endlich einen sahen stand gleich an jeder Ecke einer rum. Kein Problem, und wenig später waren wir im Besitz von unglaublichen 150 BAM, was genau 75 Euro entspricht, praktischer Umrechnungskurs (DM ;)).
Am Nachmittag wollten wir uns weiter um die Nordstrecke kümmern, denn da verkehrt "neu" (gab es zumindest 2009 noch nicht) das Sarajevo - Belgrad - Sarajevo Zugpaar, am Nachmittag hin und zurück, und dieser Zug muss toll sein, bunte Wagen, bunte Lok, ein richtiger Balkanzug, wenn auch nur planmässig mit 3 Wagen.
Als erstes stand dieser Belgrad Zug an, und zwar von Belgrad nach Sarajevo. Etwa auf 1/2 der Strecke bis Samac, im eher engen Teil des Flusstals, geht sicher etwas, da hatten wir in der Früh noch einen Kringel auf die Karte gezeichnet. Ausgelassen fuhren wir hinter einem Typ2 als Bullenfänger durch die zersiedelte Landschaft nach Norden und erreichten pünktlich etwa 15min vor der Planzeit die Fotostelle.
Allgemein zur Strecke: Im Sommer war ich enttäuscht über die Strecke. Das Problem war der massive Bewuchs mit Grünzeug der ganzen Bahnanlage. Eigentlich ging da deswegen fast gar nichts. Diesem Unkraut ist man diesen Winter aber zu Leibe gerückt, mit der Feuerwalze. Das hat jetzt zwar ab und an eine etwas schwarze Böschung zur Folge, aber dafür sind vieleviele Stellen möglich die so im Sommer nicht umzusetzen sind. Die Stelle wie wir anfuhren gehört definitiv auch zu dieser Kategorie, aber was interessieren mich die Probleme von gestern und morgen? ;)
Wir stellten uns in die Wiese über die Bahn (mit dem Auto im Bild, ischt imfall gewollt hä ;)) und warteten auf den Zug. Zwei Grenzübertritte hat der Zug hinter sich bis er uns erreichen wird, was alleine schon genug Potential birgt für eine nicht näher beschreibbare Verspätung. Kurz gesagt: ich rechnete nicht mit seinem pünktlichen Kommen. Aber wir hatten Zeit, von unten drückte "nur" der Gegenzug. Er war natürlich nicht pünktlich, warum sollte er auch, aber seine Verspätung hielt sich schön in Grenzen, kaum 30min nach Plan rollte der Dreiwagenzug durch das Flusstal. Und der Serbische Wagen in der Zugsmitte war mal so etwas von verkeimt, bährrf, Erinnerungen an den November werden wach. Bi dem Zug hatten wir auch den ersten Graffitischaden zu beklagen, wobei nein .. Österreich war ja noch ;).

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[maps.google.com]
Vor Koprivna dieser Blick auf die Bosna und den IC von Belgrad nach Sarajevo. Die Garnitur besteht aus der ZRS 441 801, einem Wagen der ZRS, der ZS und der ZFBH.

Bosnische Züge sind nicht schnell, ich updatete uns kurz auf Typ2 Level und wir folgten dem Zug unauffällig nach Süden für ein weiteres Bild. Wir wären nicht in Bosnien unterwegs wenn wir nicht, trotz Typ2 Fahrweise, von einem anderen Typ2 aufgeholt worden wären ... es wäre eine Überlegung ob man Typ3 noch ins Programm nehmen sollte.
Die Verfolgung klappte und am Haltepunkt von Vasiljevici hatten wir den Zug erneut eingeholt. Er war eigentlich ganz schön flott unterwegs, und auch weiter im Süden nahmen wir ihm kaum mehr Zeit ab. Der 60er Schnitt den er über die ganze Strecke fährt ist eben nicht linear, im Norden sind es eher 50 und im Süden eher 70km/h im Schnitt .. und das ist schnell, wenn man (als Auto) durch die ganzen Dörfer durch muss.

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[maps.google.com]
Am Haltepunkt Vasiljevic noch ein Bild des Zuges, dank eher gemächlichen Geschwindigkeit ist das Verfolgen in diesem Abschnitt kein Problem.

Nördlich von Doboj in Kotorsko trifft die Nordstrecke von Samac auf die Weststrecke von Banja Luka. Gemeinsam führen die beiden dann als Doppelspur runter bis Doboj, vielleicht 10km. Und da in diese Doppelspur wollten wir nun. Klar warum, da läuft mehr, wenn auch nicht viel mehr. Konkret stand da an: Der Belgrader Schnellzug, dann je ein Regio nach Norden und Westen und dann, ja wer weiss, noch der Ploce - Zagreb Zug. Der hätte eigentlich schon durch sein müssen, aber ein regelmässiger Gast in diesem Zug ist der Verspätungsteufel. Heute irgendwie nicht.
Wir parkten unsere rote Büchse irgendwo in / an der Kreuzung vor der Strassenbrücke am Anfang des Doppelspurabschnitts (wo die Sonne für Nordfahrer passt) und warteten an der Böschung. Bevor etwas nach Norden kam, kam mal der Zagreb - Ploce Zug von hinten, verdammt pünktlich (was war denn heute los?). Es folgte ziemlich dicht, mit etwa 30min Verspätung der Sarajevo - Belgrad Schnellzug ... wieder mit drei Wagen und wieder mit einem verkeimten Serben, zum Glück aber nicht verschmiert. Auch diese Garnitur (sind ja eh nur zwei im Umlauf und die hatten wir nun beide gesehen) war ohne Speisewagen unterwegs, wäre das nicht eigentlich der Serbe? Mh ... wundert’s mich? Nööööö.

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[maps.google.com]
Der Gegenzug nach Belgrad dann hinter Doboj, auch in dieser Garnitur welche 441 806 anführt, befindet sich je ein Wagen der Serbischen, der Bosnisch Föderalen und der Bosnisch / Serbischen Eisenbahn.

Nach dem Schnellzug wechselten wir etwas nach vorne für die beiden noch folgenden Regios. Die konnten und wollten wir beide gleich da an Ort und Stelle erlegen, grossartig zu spät können die ja nicht kommen, beide beginnen in Doboj. Nanu, zur Planzeit des zweiten Zuges war es noch nicht mal grün hinten am Einfahrsignal von Kotorsko. Aber keine Panik, die Züge kamen recht bald, halt mit den obligaten 10min Verspätung (ganz pünktlich zu fahren wäre dann doch Un-Bosnisch). Beide Züge waren mit einer orangen 441 und jeweils einem ex. SJ Wagen auf die Strecke geschickt worden, und wo sind die DDR Büchsen?

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[maps.google.com]
Regionalverkehr gibt es nebst den ganzen Internationalen Schnellzügen ebenfalls. Hier ist ein ZRS Regio mit 441 301 und einem alten Schwedenwagen kurz hinter Doboj unterwegs nach Banja Luka.

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[maps.google.com]
Dem Regio nach Banja Luka folgte gleich der nach Bosanski Samc. Was der andere Regio an erster Klasse zuviel hatte, hat dieser Regio zu wenig ;)

Wir verfolgten den Regio nach Norden und schossen ihn irgendwo (wo genau ist in der Karte ersichtlich) mehr schlecht als recht quer. Dann drehte der Zug aus dem Licht und wir verloren das Interesse an ihm ... aber er soll zurück kommen, 17 Uhr ab Modrica, kurz hinter dem Ungarenschnellzug - und das beschrieb auch gleich unser Programm für die noch folgenden Stunden.

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[maps.google.com]
Bei Kozuhe der Querschuss auf den Regio nach Bosanski Samac.

Das Problem welches unser Programm aber so nicht vorsah war die Sonne. Erstens mal stand sie schon ziemlich tief, und zweitens war der Schmodder im Himmel wieder da. Dieser verdeckte die Sonne die nun im flachen Winkel auf die Erde zündete schon recht stark. Die Belichtungswerte wurden an unserer Stelle, im Bahnhof von Vranjak, immer schlechter und schlechter. Ich sass derweil auf einem Güterwagenwrack und las mein Buch. Der Güterwagen hatte seine letzte Revision 1985 und stand wohl seit nunmehr 20 Jahren in diesem Bahnhof ohne sich bewegt zu haben. Aber immerhin zum Sitzen konnte man ihn noch gebrauchen. [Und für fotographische Detailstudien von komplett verrosteten Metallflächen ;-)]

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Abgestellte Güterwagen in Vranjak, die stehen definitiv schon länger da …

Der Ungarenzug kam dann kurz bevor wir die Segel streichen und gehen wollten. Wäre der Himmel klar gewesen hätten wir bestes Abendlicht gehabt, so sieht man von der Sonneneinstrahlung nicht mehr viel mehr als ein feines oranges Schimmern auf den Fahrzeugen.

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[maps.google.com]
Abendstimmung im Bahnhof von Vranjak. Die kraftlose Sonne geht langsam im Dunst unter - hätte de Zug aus Budapest nicht derart viel Verspätung gehabt wäre das noch etwas geworden.

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[maps.google.com]
Da war er dann doch noch, IC 259 von Budapest nach Sarajevo.

Auf dem Weg nach Doboj ins Hotel machten wir noch den Regio an einem Haltepunkt. Eigentlich wollte ich ja Kunst machen, aber das klappte irgendwie nicht (die Sonne ging als feuerroter Ball zu früh unter). Das einzige was wir von dem Aufenthalt im Haltepunkt hatten, fragende Blicke (das ist etwas was die Bosnier unheimlich gut können, komisch gucken wenn sie nicht verstehen was man da tut).

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Sonnenuntergang im Bosnatal.

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[maps.google.com]
Dem IC folgte auch gleich der Regionalzug zurück nach Doboj, bespannt mit 441 089.

Doboj war nun das nächste und vorerst letzte Ziel. Erst Bahnhof, wo nichts Spannendes zu sehen war, dann Supermarkt für ein paar Einkäufe für morgen, und dann Hotel. Wir spannten im Zimmer aus, ich ging unter die Dusche und Philippe checkte derweil das Wetter. Dann ging es zum Essen *mmmh* und nun sitzen wir im Zimmer wie zu Beginn geschrieben.
Die Tagesabläufe der nächsten Tage sind noch nicht so klar, klar ist nur, dass wir morgen Abend wieder hier nächtigen, das Hotel haben wir gerade noch verlängert.
Das gibt uns morgen einen vollen Tag in der Ecke, den wir, wenn unser perfekter Plan aufgeht, sehr erfolgreich hier im Hotel beenden werden. Aber perfekte Pläne funktionieren meist nur mit perfektem Betrieb, wovon die ZRS leider weit entfernt ist. Davon habe ich mich eben noch mal mit dem Reisebericht von Jan anno 2010 überzeugt …. da hatten ja schon die Regios über eine Stunde Verspätung normalerweise, so etwas darf morgen dann aber bitte nicht sein.




Donnerstag 22. März 2012, Doboj - Doboj

Der Plan war perfekt, schlicht und ergreifend perfekt. Welcher Plan? Na, unser Plan! *muhaha*
Ausgeheckt gestern Abend im Hotel haben wir ihn zu Papier gebracht und er lag heute früh noch auf dem Tisch, genau so wie gestern Abend .. ein wahrlich erbauender Anblick. [So ein Plan war auch nötig, wenn man den wenigen Zugsverkehr so gut wie möglich ausnützen möchte…]
Aber, nein, ein Plan ist immer nur so gut wie seine Bestandteile. Und da hatte der Plan mit der ZRS und der ZFBH einen würdigen Gegner gefunden. Wer wird gewinnen? Wir waren gespannt. Aber erstmal nervte uns unser Plan etwas. Denn er wollte, dass wir um 7 Uhr das Hotel verlassen und aufbrechen in einen Tag voller toller Züge und Fotos.
7 Uhr, eine schwere Zeit, gerade für mich als Langschläfer (Jordi ist auch so einer, haben wir heute herausgefunden). Aber wir schafften es, und um immerhin 10 nach 7 Uhr sassen wir im roten Auto und bauten uns auf. Frühstück hätte es ab 6:30 Uhr gegeben, aber da weder er noch ich "Frühstücker" sind liessen wir es bleiben ... ich sehnte mich dann zwar ziemlich bald nach einem Kaffee, aber unser Plan sah keinen Kaffee vor, ich zweifelte zu diesem Zeitpunkt zum ersten mal an der perfektheit unseres Plan *hmmm*.
Was stand denn da so drauf auf diesem Plan? Als erster Punkt ein Besuch im Bahnhof von Doboj. Das war ja mal ein einfacher Punkt den wir erfolgreich abhaken konnten. Und was wollten wir da? Fahrplan fotografieren und gucken, genau! Fahrplan abfotografieren um endlich mal die Zeiten der ganzen Zwischenhalte der Regios und Schnellzüge zu haben. Beim Studieren dieses Fahrplans stellten wir etwas ernüchtert fest, der Bihac Zug fehlte auf dem Aushang komplett. Aber war es nicht eben diese Eisenbahn, also die ZRS, welche auf ihrer Internetseite von diesem Zug berichtet? Das war jetzt irgendwie schade, denn mit seiner Ankunft gegen 17 Uhr in Doboj war er Bestandteil unseres Plans. Aber wer weiss, vielleicht lügt ja die Abfahrtstafel und nicht das Internet?
Nachdem das Foto vom Plan im Kasten war trotteten wir noch kurz auf den Bahnsteig hinaus und sichteten was da so steht. Da stand eine orange 441 mit einem DDR Wagen und ein Hobel mit einem DDR Wagen. Erfreulich, dachten wir beide, dass die ZRS die DDR Wagen anscheinend in der Nacht wieder gefunden hat und nun auf die Strecke lässt. Nichts gegen die Schwedenwagen, aber das DDR Gedöns gefällt mir irgendwie besser. Der Hobel mit dem einen Wagen musste dann wohl der Zug nach Tuzla sein, denn Triebwagen stand keiner im Bahnhof. Was irgendwie auch nicht im Bahnhof stand war der Regio nach Banja Luka, der war aber wohl schon raus.
Wir liefen auch raus und kamen zum zweiten Punkt auf unserem Plan: Tuzla Regio verfolgen bis 8 Uhr. Dieser Punkt konnte mich bei der Planungnicht vollends begeistern, die Triebwagen sind ein wenig bäh, aber mit der Lok und dem Wagen sieht das ganze wieder ganz anders aus. Also motiviert in Richtung Tuzla bitte. [Der Herr Jordi hätte trotzdem lieber einen Triebwagen gehabt…]
Die Sonne kämpfte zu dieser frühen Stunde noch mit dem Schmodder der in der Luft lag und schien nur diffus aufs Gelände, während wir mit den Strassen in Bosnien kämpften. Aber es gelangen uns in der folgenden halben Stunde drei schöne Bilder vom Zug. Es gelang uns auch wieder einige Bosnier mit unserem Tun zu verwirren. Nur ein Polizist, welcher unterwegs in den Regio stieg, würdigte uns keines Blickes... war vielleicht auch besser so. Aber ist doch toll, ein Polizist fährt mit dem Zug vom Dorf zur Arbeit, mit einem Regio den es 3 mal am Tag gibt und wohl häufiger unpünktlich wie pünktlich fährt, der muss einen netten Chef haben.

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[maps.google.com]
Zwischen Doboj und Tuzla pendelt normalerweise ein alter Slowenischen Triebwagen. Wenn der defekt ist übernimmt eine 643er aus Doboj mit einem Wagen die Leistungen. So auch an diesem Vormittag. Ein erstes Foto gelang bei Bare.

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[maps.google.com]
Hinter Kranovac war der Zug wieder eingeholt und ein zweites Bild entstand.

http://bahnpics.com/nil/12.03%20Balkan/12.03.22%20Doboj/DSC_8403kgr.jpg
[maps.google.com]
In Kakmuz das letzte Bild vom Regio. Der Lichtstand erlaubte auf der ganzen Strecke leider nicht wahnsinnig viel.

Ein viertes Bild vom Zug blieb uns verwehrt weil wir uns in einem Ort drin verzettelten. Links rechts? Hoch, runter? Alles nicht klar, und nach zwei Fehlversuchen [ist ohne schlaue Karte auch nicht so einfach…] war der Zug bestimmt schon über alle Berge, es war Zeit den nächsten Zug ins Auge zu fassen, ein Banja Luka - Doboj Regio.
Er kommt um halb 10 in Doboj rein, ein fotogener Zug den ich auch schon von anderen Urlauben her kenne. Wir schlichen auf der Hauptstrasse (über Land auf den kleinen Strassen geht es meist schneller) zurück nach Doboj und dann an die Strecke von Banja Luka. Wo wir den Zug machen wollten war noch überhaupt nicht klar, wir hatten aber noch etwas Zeit und schauten uns die Situation vor Ort an. Wieder wurden wir, dank der im März sehr zurückhaltenden Vegetation, schnell fündig. Ein Querblick auf ein freies Stück hat es uns angetan, im Hintergrund grüne Wiesen und zwei Bauernhöfe ... ein ländlicher Ausblick der sich mit der 441 und einem Wagen (oder hoffentlich mehr) bestens machen dürfte.
Das warten auf unserem Hügel war eigentlich nicht schlecht, wäre da nicht dieser blöde Hund am nächsten Wohnhaus gewesen, der unablässig bellte, kläffte, heulte und uns ziemlich viele Nerven kostete. Der Hund hatte Ausdauer, mehr als wir. Den als der Regio nach ziemlich genau 1 Stunde Verspätung noch immer nicht kam liefen wir zurück zum Auto, angebellt vom **** Vieh.

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[maps.google.com]
Ja, an dieser Stelle auf der Strecke von Doboj nach Banja Luka warteten wir ewig auf ... nichts. Ein Regio der im Plan stand kam schlicht und ergreifend nicht an diesem Vormittag.

Diese Verspätung, oder der Ausfall (mir egal), war im Plan so nicht vorgesehen und brachte ihn schon zum Start ganz schön durcheinander. Weil wir so lange auf den Regio gewartet haben war auch der Budapester Schnellzug schon weg, sollte er nicht viel zu spät sein. Der Blick für den Regio war aber so nett, dass wir das Opfer mit dem Budapester bringen wollten - vergebens und das war einfach nur schade.
Was wir aber nicht opfern wollten war der Regio von Samac nach Doboj. Um 11 Uhr sollte er Modrica verlassen und wir zielten ziemlich genau auf eine Stelle hinter dem Ort. Dazu brausten wir nach Norden (und hofften immer darauf den Ungaren Schnellzug noch zu erwischen). 11:05 waren wir da wo der Zug 11:13 Uhr sein sollte. Also warten, hätten wir ja noch 7min länger auf den Banja Luka Regio warten können *hr*.
Der Regio kam im Plan und obwohl wir viiiel zur früh waren musste ich am Schluss wieder mal rennen. Warum? Mein geplanter BÜ Blick wurde durch ein Auto welches im letzten Moment kam und viel zu weit nach vorne fuhr zur Gänze kaputt gemacht. So gab es ein Bild mit ohne BÜ, aber mit sauberer orange Kiste und schönem DDR Wagen.

http://bahnpics.com/nil/12.03%20Balkan/12.03.22%20Doboj/DSC_8412kgr.jpg
[maps.google.com]
Bei Vrnajak der morgendliche Regio von Bosanski Samac nach Doboj, mit der sauberen 441 114 und einem ex. DR Wagen.

Da unsere nächsten Ziele heute südlich von Doboj lagen verfolgten wir den Zug einfach mal weiter bis nach Doboj und hatten noch 3 weitere male das Vergnügen ehe der Zug komplett aus der Sonne drehte (und Doboj erreicht war). Das beste Bild entstand dabei vor Koprivna etwas erhöht auf einem Feld, mit Fluss und Stadel im Bild, wieder eine "ich gehe schon im Mai nicht mehr Stelle". [Jordi’s Lieblingsbild hingegen ist der spontane Querschuss auf eine kleine Brücke, als wir genau parallel zum Zug auf der Landstrasse fuhren.] Achja, und zu meinem grossen Erstaunen kreuzten wir und der Regio unterwegs wieder ein Güterzug nordwärts, etwa zur selben Zeit wie gestern ... sollte da etwa ein System dahinter stecken?

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Im weiteren Verlauf vor Koprivna ein zweites Bild, wieder mit der Bosna im Hintergrund. Eine Stelle die so im Sommer undenkbar ist.


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Bei Osjecani ein Querschuss auf den schönen Zug.

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Bei Grapska, nicht mehr weit vor Doboj, ein weiteres Bild vom Regio. Der Lokführer Fotografiert uns da nicht etwa? ;)

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Bei Kostajnica, an der Streckentrennung, ein letztes Bild auf den Zug von der Strassenbrücke hinunter.

In Doboj schauten wir am Bahnhof vorbei und sahen fast nichts, nur die Lok vom Tuzla Zug war am Rangieren im Bahnhof. Dazu bummelte ein Hobel mit einem DDR Wagen umher und stellte gerade einen 2 Wagen Zug zusammen (das wäre ja mal was). Sonst war tote Hose.
Wir fuhren Tanken und Einkaufen und dann an Doboj vorbei nach Süden, auf der Flusseite mit der Bahn. Und da in diesem Abschnitt bis Maglaj geht auch im März nicht viel mehr als im Juli, soviel sahen wir vom Auto aus. Das hiess für uns, die Entscheidung hinter Maglaj zu fahren ist goldrichtig. [Nur dass uns kurz hinter Maglaj ein Güterzug entgegenkam, war ziemlich unnötig… Keine 20min später wären wir an einer tollen Stelle gewesen.]
Der Streckenabschnitt im Bosnatal hinter Maglaj ist super, die Strecke windet sich mit dem Flusslauf etliche male hin und her und ermöglicht es so zu jeder Tageszeit Züge in alle Richtungen zu fotografieren. Also auch Nordfahrer zur Mittagszeit. Das Zugsangebot im Bosnatal ist ziemlich bescheiden, zwischen dem nordfahrenden Ungaren Zug am Vormittag und den Fernzügen am Nachmittag läuft gar überhaupt nichts im Tal, einfach nichts. Da könnte man also von 9 bis 13 Uhr an einer Stelle stehen ohne auch nur einen planmässigen Zug zu sehen, irgendwie Norwegisch.
Aber zu der Zeit wo wir ins Tal trafen stand einiges an, 5 Züge hielt unser perfekte Plan für heute noch Bereit. Erstmal zwei Nordfahrer und dann zwei Südfahrer und noch mal einen, oder vielleicht zwei (wenn Bihac Zug fährt), Nordfahrer. Die ersten vier Züge waren jeweils die Zagreb - Ploce und Sarajevo - Belgrad Zugpaare, also nicht unbedingt die pünktlichsten Züge im System Eisenbahn sondern eher Verspätungsmagnete. Aber man kann ja mal hoffen ...
Hinter dem Ort stachen wir in das Tal hinab und sahen schon im vordersten Bereich wunderschöne Stellen, für Nord und Südfahrer. Das Tal ist mit dem Abschnitt zwischen Maglaj und Doboj überhaupt nicht Vergleichbar, was ein sehr erfreulicher Umstand ist. So hatten wir überhaupt keine Mühe eine Stelle für den ersten Nordfahrer zu finden - den Ploce - Zagreb Zug.
Wir setzten uns an den Waldrand in einen Hang und schauten auf Bahn und Flusstal. Schönes Ding. Und der Zug hatte Erbarmen mit uns, anstatt pünktlich (und bald) zu kommen gönnte man uns eine Pause die ein paar Minütchen länger dauerte als vorgesehen, so etwa 30min zusätzliche Mittagspause lag drin. Dumm war nur, dass das die Utensilien welche für eine wirklich tolle Mittagspause (also das Essen) im Auto lag und nicht erreichbar war, weil der Zug ja bestimmt dann kommt. So ruhten wir uns ohne Essen in der Sonne aus und genossen den Ausblick. [Zwischendurch konnten wir einen kleinen Schulbus beobachten, der am Bahndamm anhielt und etwa 30 Kinder in den freien Nachmittag entliess (das muss ziemlich eng gewesen sein im Bus…). Die meisten Kinder benutzten dabei nicht die Unterführung gleich nebenan, sondern benutzten die doppelspurige Strecke als Pfad für den Heimweg - Alltag in Bosnien, in unseren Breitengraden undenkbar.]

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Maglaj

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Schnellzug 396 von Ploce nach Zagreb verkehrt mehrheitlich durch Bosnien. Nach etlichen Stunden auf dem Netz der ZFBH wird er in Maglaj gleich auf das Netz der ZRS treffen. Die Lok wird dabei jedoch noch nicht gewechselt, dies geschieht erst in Doboj.

Als der Zug mit der bombigen Garnitur und einer weissen Lok vorbei war stiegen wir vom Hügel hinab und wollten zum Auto gehen. Die Bosnier welche uns die ganze Zeit angeschaut haben wollten nun aber doch noch wissen was genau wir da oben getrieben haben. In einem verdammt sauberen Englisch wurden wir danach gefragt ... wer rechnet in der Bosnischen Provinz den mit so etwas?
Zwischen dem Zagreber und dem Belgrader Zug liegen planmäßig gerade mal 50min, da der Zagreber schon zu spät kam wurde das Zeitfenster für den zweiten also relativ klein und wir konnten es uns nicht "leisten" gross weiter zu suchen - auch wenn der Belgrader Zug sicher nicht pünktlich ist. Weit mussten wir nicht, bei Bradici fanden wir einen Blick von der Strasse runter in den Bahnhof. Vorteile: warten im Auto und endlich Mittagessen. Da wir im Auto auf der Strasse unbeobachtet von allen bosnischen Augen waren gibt es von der Warterei nicht viel zu berichten. Nur, dass der Zug natürlich auch wieder zu spät war und anstatt eine "normalen" weissen eine schöne grünblau / blaugrüne Lok davor hatte. Für diese Lackierung war unser Fotopunkt nun nicht optimal, aber immerhin gibt es noch solche Loks, ich hatte da schon Angst.

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Dem Zug nach Zagreb folgt relativ dicht der Schnellzug nach Belgrad. Die ZFBH Lok hat eine mittlerweile selten anzutreffende ältere Lackierung.

Die zwei Züge nach Norden hatten ja mal erstaunlich gut geklappt, fehlen nur noch die beiden nach Süden. Und für die hatten wir reichlich Zeit, etwas über eine Stunde um genau zu sein, dann sollte der Belgrader planmässig (!) etwa bei uns sein. Hahaha ...
Wir liessen uns die Zeit und fuhren zur Streckenkunde bis ganz nach Zepce, dem nächsten grösseren Ort, runter. Da wendeten wir und fuhren den schönsten Streckenabschnitt für Südfahrer wieder an. In der Sonne diese Zeilen tippend setzen wir uns dann ins Gras südlich von Bradici und warteten auf den ersten Schnellzug. Wieder mal dachten wir dann: „man müsste in einer Woche an der Stelle sitzen“. Problem: Sonnenstand. Die Schatten von dem Berg frasen sich langsam aber sicher zur Strecke hin und die Sonne verliert (leider wegen dem Dunst in der Luft) stetig an Kraft. In einer Woche ist Sommerzeit, dann wäre das alles kein Problem ... vielleicht.
Der Zug nach Belgrad kam erstaunlicherweise auch nur mit kaum mehr als 30min Verspätung und das Licht war noch "im grünen" Bereich.

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Dank den Schlaufen der Bosna sind fast über den ganzen Tag Züge von Süden und Norden mit Licht zu erwischen. Sehr zu unserer Freude wurde bei dieser Garnitur ein sauberer ZS Wagen eingereiht, selten genug!

Es folgte der Zug nach Ploce. Pünktlich kam er nicht und unsere Stelle war schon mal raus aus dem Licht. Wir tigerten etwas in der Gegend herum bis das Licht wirklich komplett weg und der Zug schon 45min überfällig war. Ausserdem drückte der Regio von unten schon ein bisschen. [Trotzdem muss man sich den Blick von der kleinen Kirche hinunter ins Tal für ein anderes Mal merken.]
Wir wechselten mit dem Auto an eine etwas weiter südlich gelegene wo das Tal nicht ganz so eng ist. Da war die Sonne noch hoch genug um uns auch in der letzten Stunde tapfer zur Seite zu stehen. Und beide Züge nutzten es aus, das Zeitlimit. Als erstes kam der Regio den wir nur quer schiessen konnten, zu mehr war das Licht nicht zu gebrauchen. Die Lok war aber dermassen siffig und der Wagen so übel schmutzig, dass das Restlicht auf dem Zug wirkt wie gar kein Licht. Ich bedauerte das auftauchen einer solche Garnitur, insgeheim hatte ich auf einen S-Bahn Triebwagen gehofft, denn hätte man auch nachschiessen können.
Der Zug rumpelte vorbei und wurde leiser ... wir dachten ans aufhören wegen dem Licht, da wurde das rumpeln gleich wieder lauter. War das die Nachgeburt vom Regio oder kommt da? Und schon war er da, der Ploce Zug, mit weisser Lok und drei schönen sauberen Wagen. Das war ein versöhnlicher Abschluss eines gemütlichen Nachmittags.

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Mit ordentlich Verspätung und im letzten Licht rollt der Zagreb - Ploce Schnellzug durch das Bosnatal.

Wir hatten nichts mehr zu erwarten, ausser dem Regio um 17 ab Magjaj. Aber die Sonne schien nur noch so diffus durch die Schleier, würde nichts mehr. Trotzdem probierten wir uns kurz vor Maglaj an einem riesigen übel riechenden Werk noch mit einem Streiflichtbild. Das Motiv und das drumherum wäre ganz passabel gewesen [mit einem alten Signal wo man hindurchschauen konnte…], aber so ein dreckiger Zug spiegelt nicht mal die Sonne ... Satz mit X, war wohl nix. Aber die Stimmung passte ganz gut in den März.

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Was für eine triste Stimmung, der ZFBH Regio von Maglaj nach Zenica passt zur Umgebung. Kurz hinter Maglaj.

Achja, der Bihac Zug blieb ungesichtet, was wohl darauf schliessen lässt das er nicht mehr existiert. [Oder gar nie existiert hat.] Nix Bihac Zug - nix Talgo … ja, es ist März 2012 und kein Talgo fährt, was für ein Armutszeugnis. Womit ich nicht die Investition als Ganzes kritisieren will sondern die Art und Weise wie mit bereits vorhandenem Kapital (die Züge stehen ja auf dem Hof) gearbeitet wird .... die Reisenden würden die Züge nämlich sicher sehr zu schätzen wissen.
Der Bahn entlang fuhren wir zurück nach Doboj. Neinneni, nicht über die Hauptstrasse auf der anderen Flusseite, wir lernen ja aus unseren Fehlern (heute früh gemerkt, Hauptstrasse = viele Siedlungen und Typ1 Fahrer, Nebenstrasse also = schneller). Da wir eh Bahnhof von Doboj vorbei kamen schauten wir da auch noch kurz rein (irgendwie kommt man immer an diesem Bahnhof vorbei, egal wohin man fährt und von wo man kommt). Und der Güterverkehr war gerade am rollen, gleich zwei Züge kamen von Norden rein und stellten sich in den Bahnhof. Ich will ja irgendwie nicht meckern, aber hätte nicht einer von den zweien gestern zu dieser Zeit kommen können? ;)
Um auf die ganzen Fensterzüge zu warten die nach 18 Uhr in Doboj einlaufen hatten wir keine Lust mehr. Wir stiegen vom Fussgängersteg, welcher uns als Aussichtsplattform diente, herunter und fuhren ohne Halt zurück ins Hotel. Und da gab es gepflegtes Ausspannen in der Abenddämmerung. Aus dem Ausspannen wurde zwar ein kleines Nickerchen aber wir hatten ja eh nichts mehr grossartig vor, der perfekte Plan war leer und wir sahen uns nur noch beim Abendessen im Hotel Restaurant.
Da gab es heute lecker Steak vom Grill mit Potatis und einer Tomatensuppe vorweg. Dazu Pivo und Brot ... Leben, was willst du mehr?
Beim Weg zum Zimmer probierten wir gleich mal noch das Zimmer und die Essen zu bezahlen mit der Karte, was an der fehlenden Verbindung zwischen Terminal und Bank zu scheitern schien. Wir sollen es morgen früh doch nochmals probieren (kenne ich das Problem mit dem Terminal in diesem Hotel nicht von irgendwo her?). Im Zimmer zurück, es war auch schon wieder 22 Uhr, heckten wir noch einen Plan für morgen aus und (ganz wichtig!) reservierten die Hotels für die kommenden Nächte. Erst zwei in Podgorica und dann mindestens zwei in Pristina. Damit wäre auch der Plan für die folgenden Tage fixfertig definiert, wir fahren morgen Nachmittag nach Montenegro - Nokiamaps sagt 5h Fahrzeit voraus.
Darauf tranken wir eins, die beiden Bier von gestern Abend warten im Kühlschrank noch auf uns, Prost!




Das waren die zwei Tage um Doboj, ein bisschen etwas gibt es noch im nächsten Teil, aber da werden wir dann bereits in Montenegro unsere Zelte aufschlagen.

En Gruess


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Hallo!

Wieder sehr schön! :-)

Bei der ersten bosnischen Lok wird es sich wohl nicht um ZFBH handeln... ;-)

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Re: [HR][BA] Frühlingserwachen auf dem Balkan (2) - um Doboj (m 31B.)

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 07.09.12 00:55

Am lustigsten ist das Foto mit dem fotografierenden Lokführer !!! :-))

Vielleicht ist er ein Trainspotter-Spotter :-)))))
und wo sind die DDR Büchsen?

Brille aufsetzen! In jedem Zug ist mindestens ein Halberstädter Z2 dabei. Sie sind nur meist umlackiert. Ganz typisch sind die bis an die Stirnwände vorgezogenen Dächer ohne Einzug und die Klofenster mit dem schmalen Klappteil oben. Der grün-elfenbeinene Wagen ist ein Y/B70. Nur bei diesen Wagen gibt es die Kombination von hohem Dach und vierter Trittstufe.

Der auf der 441 möglicherweise fotografierende Kollege ist keinesfalls der Lokführer. Der sitzt auf der anderen Seite. Die Maschinen sind doch ziemlich originale Rb-Elchkisten. Hauptunterschied zu den Rc sind letztlich Klotz- statt Scheibenbremsen. Jedenfalls sitzt der Lokführer bei den Balkan-Rb links und er fährt tunlichst mit der rechten Hand. Die Linke ist für die Bremse zuständig.
ganz herzlichen Dank für die tollen Bilder und den spannend zu lesenden Text! Besonders gut gefallen mir die "deklassierten" A-Wagen der ZFBH (oder ZRS?)
Ich fahre Ende Oktober selbst mit dem Zug nach Bosnien-Herzegowina (Abschiedsfahrt?) und konnte mich durch die Zugbilder wunderbar mental einstimmen!
Hallo Nil

Danke wieder für diesen wunderbaren Beitrag. Ich freu mich auf die Fortsetzung.

Viele Grüße.

Das Foto mit dem fotografierenden Lokführer

geschrieben von: MichaelM

Datum: 07.09.12 10:59

hat aber noch ein nettes Detail:

Ein verspäteter Fahrgast folgt dem Zug zu Fuß ... Ob er den Zug wohl noch erreicht hat ? *grins*


Noch ein Tip zur Strecke nach Kroatien:

Wenn ihr mal wieder dort seit, schaut ruhig mal in Bosanski Samac rein, dort steht in der Einfahrt
ein fotogener Wasserturm und das Licht passt einigermaßen für den Zug nach Budapest.

Das freundliche Grenzpersonal hat mir im Mai sogar eine Aufnahme während der Kontrolle ermöglicht,
diese natürlich mit dem Wasserturm im Hintergrund ...



MM
Herrliche Bilder - besonders von den "Kurzzügen" in Bosnien.
Bei der Speisewagenzuordnung am Beginn des beitrags scheint mir allerdings, dass der Zug Beograd-Villach einen ZS-Speisewagen führen müsste (und nicht einen der SZ). Hast Du vielleicht ein Bild von dem Zug? Und der auf dem zweiten Bild sichtbare (Mimara-)Speisewagen scheint mir einer der HZ zu sein, nicht der ZS.
Gruss.
Andreas
Hallo zäme,

danke für die zahlreichen Kommentare!
Also die Bahngesellschaften da unten, beim bearbeiten kam ich ein bisschen ins Grübeln, was auch den Fehler in der einen Bildunterschrift erklährt.
SZ, JZ, HZ, ZFBH, ZRS, ZS ... nimmt ja alles kein Ende. So habe ich auch den Speisewagen falsch beschriftet, es handelt sich tatsächlich um einen HZ Wagen, also eine reine Garnitur!

Merkwürdig: Im Bericht von Jan wurde ja geschrieben, dass die HZ selber keine Speisewagen mehr Betreibt, wie ist es den mit diesem? Das müsste ja ein richtiger Vollspeisewagen sein? Von den Serben Betrieben?

Zum Aufenthalt in Bosanski Samac:
Danke für den Tipp, nächstes mal im Hinterkopf halten die Information. Nach einigen schlechten Erfahrungen an Grenzbahnhöfen in der Region meide ich diese Orte recht konsequent. Aber schön zu hören, dass es auch anders geht (ich kenne da nur "No Foto, Border!" :)

Grüsse

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...

No Foto, Border

geschrieben von: MichaelM

Datum: 10.09.12 17:49

Hi@All,

bezüglich Grenzbahnhöfen habe ich bisher selten schlechte Erfahrungen gemacht und auf dieser Tour gab es
auf freundliche Anfrage weder Probleme in Bosanski Samac noch im weiteren Verlauf in Subotica, Horgos und
Röszke.

In Röszke hatte ich damit nun gar nicht gerechnet, man hat aber offenbar auch nicht mitbekommen, daß ich
ausschließlich das serbische Fahrzeug im Fokus hatte.

Jetzt fällt mir gerade noch ein Erlebnis aus Metlika(SZ) aus 2005 ein, mein auf englisch vorgetragener
Wunsch wurde nämlich zustimmend im breitesten Schwäbisch benatwortet ...


MM
Schoener Bericht. Gestern und heute waren auf der Strecke Doboj - Banja Luka manche (aber nicht alle) Nahverkehrszuege mit GM-Diesel anstatt E-Lok unterwegs. Macht sich gut so ein GM-Diesel vor den Wagen im Reichsbahnlack...

Re: No Foto, Border

geschrieben von: MP

Datum: 12.09.12 21:45

Kein Grenzbahnhof, aber doch in Grenznaehe: In Novi Grad gibt es den Polizisten 3101, der gerne die wartenden Reisenden nach dem Pass fragt und die Daten aufschreibt, wie mir andere Einheimische berichteten (die haben nur gelacht und gemeint, der wuerde hier immer die Leute aufschreiben). Sogar den Namen meines Vaters wollte er wissen und aufschreiben. Meine Anschrift hat er auf dem Personalausweis auch beim dritten Anlauf nicht gefunden, woraufhin er dann sogar ungehalten wurde, aber zeigen lassen wollte er sich die Anschrift auch nicht. Schliesslich wurde mir noch das Lachen verboten, ich solle gefaelligst ernst bei der Kontrolle bleiben. Gluecklicherweise kam dann bald der Zug nach Zagreb, so dass dieses Kaspertheater beendet werden konnte. Seinen Namen oder Dienstausweis wollte mir dieser Polizist nicht nennen, nur auf den Brust war eben die Nummer 3101 zu lesen, was ich mir dann aufgeschrieben habe...

Nö, bei dem Kerlchen

geschrieben von: MichaelM

Datum: 13.09.12 09:45

hat es nicht zu einem (richtigen) Namen gereicht, der heißt einfach 3101 ...

MM

Re: No Foto, Border

geschrieben von: Avala

Datum: 13.09.12 18:39

MP schrieb:
-------------------------------------------------------
> Kein Grenzbahnhof, aber doch in Grenznaehe: In
> Novi Grad gibt es den Polizisten 3101, der gerne
> die wartenden Reisenden nach dem Pass fragt und
> die Daten aufschreibt, wie mir andere Einheimische
> berichteten (die haben nur gelacht und gemeint,
> der wuerde hier immer die Leute aufschreiben).
> Sogar den Namen meines Vaters wollte er wissen und
> aufschreiben. Meine Anschrift hat er auf dem
> Personalausweis auch beim dritten Anlauf nicht
> gefunden, woraufhin er dann sogar ungehalten
> wurde, aber zeigen lassen wollte er sich die
> Anschrift auch nicht. Schliesslich wurde mir noch
> das Lachen verboten, ich solle gefaelligst ernst
> bei der Kontrolle bleiben. Gluecklicherweise kam
> dann bald der Zug nach Zagreb, so dass dieses
> Kaspertheater beendet werden konnte. Seinen Namen
> oder Dienstausweis wollte mir dieser Polizist
> nicht nennen, nur auf den Brust war eben die
> Nummer 3101 zu lesen, was ich mir dann
> aufgeschrieben habe...

Oh, ich glaube mit dem Kerl hatte ich anno 2008 auch zu tun, ich schrieb es damals halt der fortgeschrittenen Zeit zu (Warten auf den Nachtzug nach Sarajevo) und dass Ausländer sich wohl eher selten dorthin verirren.
Zunächst, vielen Dank für die tolle Reportage! Ich habe alle eure Beiträge mit Begeisterung gelesen. Ich bin ja kein "Autoverfolger" sondern lieber Fahrgast und komme daher auch kaum zu solchen Streckenaufnahmen.

Eine Frage drängt sich mir jedoch auf, gerade wenn Ihr mit dem Auto verreist. Ihr wart so nah bei Tuzla, warum habt Ihr nicht zu der 52er geschaut? Die müßte damals noch gefahren sein, vielleicht fährt sie sogar immer noch, ich habe beim "googeln" zumindest nichts gegenteiliges gefunden.

liebe Grüße
Werner