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Hallo Welt

Die Urlaubsaison ist noch nicht ganz zu Ende, auch nicht für mich, trotzdem kommt jetzt "schon" der zweite Bericht von einem 2012er Urlaub.
Es geht um einen 2-Wöchigen Trip auf dem Balkan, im März diesen Jahres. Der Schwerpunkt lag klar auf Bosnien, Montenegro, aber auch der Kosovo wurde von uns (schon wieder) Besucht.
Wir hatten mit dem Wetter saumässiges Glück … und es lief eigentlich fast alles nach Plan.

Texte innerhalb des Berichts welche in einer [ECKIGEN KLAMMER] stehen sind Kommentare vom Herrn Jordi, die lassen wir einfach mal stehen ;).




Vor diesen zwei Wochen, von denen ich in den kommenden Wochen etwas erzählen will, waren wir (also anderes wir) für 10 Tage in New York. Ein klassischer ausgedehnter Städtetrip welcher aber auch ein kleines bisschen Eisenbahn beinhaltete.
Die Swiss hatte um die Weihnachten derart gute Angebote über den grossen Teich im Angebot da konnten wir gar nicht anders. Für nur etwas über 600 CHF ging es von Genf nach New York und zurück nach Zürich. Der Gabelflug wurde nötig da von Zürich aus die Hinflüge nicht mehr zum Spartarif angeboten wurden … aber für was hat man den ein GA?
So blicke ich auf erlebnisreiche 10 Tage zurück, erst wohnten wir direkt am Times Square und anschliessend in einer kleinen Wohnung mitten in Brooklyn. Einem Ort wo man Abends aus Down Town raus das einzige weisse Gesicht in der Subway ist.

Von der Subway gab es nur ein einziges Bild, nämlich an der Halsey Street, „unserer“ Subwaystation in Brooklyn. An der wir täglich auf die Fahrt in die Stadt mit einem „half of dozent“ Donout’s auf unseren „Manhatten bound J local train“ warteten ;). Ansonsten ist die Subway leider derart unfotogen .. wir liessen es dabei und nutzten die Subway in all den Tagen nur fleissig als Transportmittel.

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An der Halsey Street, unserer Subwaystation für eine Woche. Mitten in Brooklyn, bedient durch die J-Line

Das Wetter die Tage war meist prächtig, und so machten wir uns vor unserem ersten Eisenbahnausflug auch gar keine Gedanken darüber. Das war ein Fehler, den als es langsam Hell wurde draussen, wir sassen da bereits in einem NJT Zug vor Newark, sah man nichts von Sonne, eine graue Suppe. Und diese Suppe verflüchtigte sich nicht bis am Mittag. Und so lange wollten wir nicht warten, wir hatten am Nachmittag noch andere Programmpunkte. So gab es an diesem Morgen nur zwei Dunkelbilder an unserem Motiv.

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In Perth Amoby führt die NJT (New Jersey Transit) über eine bereite Flussmündung. Die Linie nach Long Branch (und teilweise weiter) wird Tagsüber relativ dicht mit Zügen von und nach der New York Pen Station bedient. Hier ein solcher Zug mit einer ALP-46 vorne weg auf dem Weg nach New York. Leider war das Wetter an diesem Vormittag nicht so wie vermutet

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Die Züge auf der Strecke sind abwechselnd mit Dostos oder älteren Wagen gebildet, auch die Lok steht nicht immer am selben Ende

Am Samstag darauf probierten wir es erneut. Während die einen in der Stadt verblieben zog es Daniel und mich noch mal raus, raus aus der Stadt. Aber so weit wie letztes mal wollten wir nicht, da Samstag war würde sich das an der Commuter Strecke auch nicht lohnen. Am North-East Korridor war aber auch am Samstag etwas los.
Ab der Pen Station fuhren wir erstmal bis zum Flughafen von Newark, dem Fotogensten Bahnhof auf der Strecke.

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An einem anderen Tag probierten wir es noch einmal, diesmal aber am North-East Korridor von New York nach Washington. Hier am Flughafen Bahnhof vom Newar International Airport. Ein North-East Regional fährt mit einer Lok des Typs AEM-7 von New York kommend bis nach Washington. Die Loks sind von EMD in den USA gebaute E-Loks die von den Schwedischen Rc4 abstammen.

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Ebenfalls keine US Eigenentwicklung sind die HHP8, die auch auf der Strecke verkehren. Die Loks haben Alstom und Bombardier Bauteile unter der Verkleidung - richtig funktioniert haben sie deswegen aber trotzdem nicht. Das ist auch ein Grund weshalb die nur 15 Loks umfassende Serie (gebaut 1999 bis 2001) gegen 2015 ausgemustert werden soll.

Der nächste Halt war Elizabeth, nur eine einzige Station weiter. Dank relativ dichtem Regio Takt auf der Hauptstrecke konnten wir den Zeitpunkt zum wechseln flexibel wählen. Nur hatten wir noch ein Problem mit der Fahrkarte … unser Fall ist nämlich im System nicht vorgesehen.
Der Bahnsteig des Bahnhofs ist einzig mit der Flughafenbahn verbunden. Die kostet ein paar $ welche man direkt an einer Bahnsteigsperre auf der Überführung löhnen muss. Soweit kein Problem, da wollen wir ja nicht rein, also gehen wir auch nicht rein. Nun gibt es aber in diesem Bahnhof keinen einzigen NJT Automaten (zumindest nicht ausserhalb der Sperren). Logisch, weil da kommt ja niemand an der nicht zum Flughafen will. Und wenn er vom Flugafen kommt kauft er ein NJT Ticket gleich zusammen mit dem Ticket für die komische Monorail.
So bestiegen wir den Zug ohne Ticket und erklärtem dem Schaffner unser maleur (ja, wir seien eine Station zu früh ausgestiegen ;)), easy, no problem, Elizabeth is our next stop!
In Elizabeth gibt es ein Parkhaus direkt hinter dem Haltepunkt. Dies ist die einzige Stelle die wir überhaupt gefunden haben im Internet an der Strecke (die auch mit dem Zug aus New York mit vertretbarem Aufwand erreichbar ist).
Das Parkhaus ist natürlich bewacht und um unangenehme Begegnungen zu vermeiden wurden wir beim Wachmann kurz vorstellig. Yesyey, habe euch nicht gesehen.
In zwei Stunden kam da oben allerhand …

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In Elizabeth fährt die nächste AEM-7 mit einem Amtrak Zug Südwärts

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Normalerweise verkehren die Acela Express, welche den TGV Zügen sehr ähnlich sind, regelmässig zwischen New York und Washington. Aber nicht am Samstag … so blieb dieser Zug der einzige den wir sahen

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Viel los in Elizabeth. Gleich zwei Amtrak Züge auf einmal rollen heran, einmal ein North-East Regional und einmal der Amtrak langläufer nach New Orleans

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Die Strecke ist auf längere Strecken extrem Fotografenfeindlich. Dieses Parkhaus bei Elizabeth war der einzige Standpunkt der von New York aus einigermassen erreichbar war den wir kannten. Die Fahrleitungsmasten sind so hoch wie Wolkenkratzer und stehen so dicht wie die Abwehr von Dortmund, alles nicht optimal.

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Das “beste Bahnbild” des Trips zum Schluss. Ein NJT Zug nach New York Pen Station in Elizabeth - einen ach so typischen Vorort in den USA

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Stuff … byebye USA




Prolog’chen

Balkan, schon wieder? Richtig, schon wieder! Warum? Darum ... weil Balkan geht immer, keine Gegend in Europa verändert sich so schnell wie die Ex-Jugo-Staaten. Man denke nur mal an die neuen serbischen Triebwagen (oder an den Zustand der ZS allgemein), man denke an die Talgos in Bosnien, an die Refitprogramme der HZ und natürlich auch an die neuen Loks im Kosovo. Und damit ist eigentlich auch schon fast alles gesagt was mich im Grossen und Ganzen immer wieder in den Balkan zieht - nichts ist so wie beim letzten mal, nur die tolle Landschaft und die urlaubsfreundliche Gegend bleibt. [Und weil der Herr Jordi noch nie da war und unbedingt auch mal da hinwollte ;-)]

Da wir auch in den Kosovo wollten blieb uns fast nichts anderes übrig als bereits in der Schweiz ein Auto zu Mieten. Denn da unten bekommt man kein Auto mit dem man da rein kommt, ausgeschlossen. Ausserdem war das ganze eine derart kurzfristige Geschichte, dass wir überhaupt nichts vorbereiten konnten.
Ich kam am Montagvormittag in Zürich an, Telefonierte auf dem Weg nach Hause mit Jordi und nach 2h Zuhause ging es los - Auto abholen. Wir sind halt ganz schön Spontan … ;)




Dienstag 20. März 2012, Schweiz - Slavonski Brod

Unser Automobil für die nächsten Tage stand die ganze Nacht draußen in der Kälte vor der Wohnung. Wir hatten es gestern Nachmittag noch geholt beim Ilg in Frauenfeld, dem tollsten Vermieter von roten kleinen Autos in der ganzen Schweiz. Die Tarife sind zwar im Vergleich zu den letzten Jahren gestiegen (mag vielleicht auch nur ein subjektiver Eindruck sein, aber ich will mich da nicht festlegen ;)), aber immer noch unschlagbar günstig. Vor allem wenn man die Bedingungen vergleicht.. die sind nämlich "Ja ja" - also eigentlich frei". So steht auf dem Vertrag auch nur "Fahrten nach Europa frei", und der Kosovo ist ja bekanntermaßen seit einiger Zeit ganz offiziell "Europa".
Das Auto stand also da und wartet auf die Abfahrt in den Urlaub. Da der Jordi von mir aus in der "falschen" Richtung wohnt bot es sich an das er mit dem Zug bis nach Wetzikon fährt und wir ab da in den Osten aufbrechen. Meine bahnhofsnahe Wohnung erlaubte es sogar, dass er zu mir laufen durfte, was mir wiederum ein frühes Aufstehen und Fertigpacken ersparte. [Dafür musste Herr Jordi umso früher aufstehen und sich mit dem Gepäck in den Berufsverkehr quetschen - es pendeln erstaunlich viele Leute aus Zürich hinaus ins Oberland…]

Ich erwachte in der Nacht um ziemlich genau 4 Uhr einmal und war hellwach. Der Gedanke, nochmal 3h im Bett bleiben zu können erbaute mich aber (wie immer) und so drehte ich die innere Uhr einfach um diese Stunden vor (ja, so ganz ohne Jetlag geht’s halt doch nicht, auch wenn man immer gerne das Gegenteil behauptet). Um 7 Uhr kam dann der richtige Wecker und nun war ich leider nicht mehr ganz so fit wie noch um 4 Uhr, aber da mir die Sonne ins Gesicht schien und sonst in der Wohnung schon etwas Leben herrschte stand ich auf. Bis zu Jordis Ankunft blieben 45min, die ich mit Packen und Frühstücken verbrachte.
Pünktlich kam der Jordi und wir beluden den feuerroten Matiz für die Fahrt in den wilden Osten. Im Keller holten wir noch eben einen Kanister, ein paar Getränke und dann ging es auch schon los. Die Vorbereitungen waren ja einfach (fanden nämlich nicht statt) ... mag auch daran liegen, dass zwischen Abfahrt und Ankunft gestern aus den USA gerade mal 20 Stunden gelegen haben.
Unser Tagesziel war Slavonski Brod im äußersten Zipfel von Kroatiens Osten, direkt an der Bosnischen und nahe der Serbischen Grenze. Eigentlich hatten wir mal an Doboj in Bosnien als Etappenziel angedacht, aber das war dann doch ein bisschen weit und die Zeitersparnis bis Slawonski Brod wollten wir am Nachmittag irgendwo zum "Einfotografieren" nutzen. Das Pustertal stand da als Idee im Raum ... war ja nahe liegend und ziemlich auf dem Weg. Den Plan im Pustertal noch etwas zu machen kenne ich zwar sehr gut; wir hatten das schon 2008 und 2009 angedacht, aber gemacht hatte ich da trotzdem noch gar nie etwas. Somit war auch ich dafür zu begeistern, die FLIRT gefallen mir.
Um 8 Uhr kamen wir los, nach einem ersten Stopp an einem Geldautomaten (ich hatte weder CHF noch Euronen, nur noch ein paar USD) rollten wir bereits der Liechtensteinischen Grenze entgegen, der Ersten von insgesamt deren 6 Heute. In Nendeln in Fürsten’s Ländle besorgten wir uns ein Pickerl, ein bisschen Benzin für Auto und Kanister sowie Wurscht und etwas gegen den Durscht und weiter ging’s - An den unzähligen Blitzern in Vorarlberg vorbei auf die Arlberg-Schnellstrasse. Der Verkehr lief wunderprächtig und gestört wurde unser Plan erst von den Verkehrsnews im Ö3 um 9:30 Uhr. Da hörten wir nur Brennerautobahn, Unglück, dann machte es *rausch* und der Sender flog raus. Blöder Tunnel! Was war da los? Blöd, weil unsere Route führt natürlich schön über die Brennerroute in Richtung Pustertal, anders unerreichbar.
Vor Innsbruck warteten wir auf einer Raststätte beim Pinkeln noch kurz auf die 10 Uhr Verkehrsnews, um zu erfahren ob das ganze Pustertal gestorben ist oder nicht. Es klang böse, ein LKW wurde von einer Stützmauer erdrückt und die Autobahn sei nur beschränkt befahrbar, Stau = 3km. Wir schauten in der großen Europakarte mal nach Umleitungen, über Tauernautobahn oder so. Am Schluss fanden wir alles ganz schön überflüssig und entschieden uns für 3km Stau, soooo lange wird das schon nicht dauern, außerdem rollt der Verkehr ja und steht nicht nur Gänze still - hiess es.
Am Schluss standen den 10min die wir an der Raststätte standen um Alternativen zu Planen etwa 5min Zeitverlust auf der Autobahn gegenüber, welchen wir wegen diesem "Stau" zu beklagen hatten - die Suppe wird also auch in Österreich nicht so heiss gekocht wie sie gegessen wird .. zum Glück liessen wir uns nicht zu sehr beängstigen und von dem Verkehrsfunk umleiten, das schöne Pustertal. [Der Unfall sah allerdings übel aus, da lagen die Überreste eines LKW’s unter einem riesigen Stein- und Dreckhaufen und die Retter waren gerade daran, mit grossem Gerät den Schutt wegzuräumen und die Mauer irgendwie zu sichern…]
Der Brenner wurde um ein paar € Ärmer erreicht und bis zum Abzweiger in Franzenfeste rollten wir leere Brennerautobahn hinab. Unterwegs sahen wir auf der Brennerstrecke einzig einen RTC Kistenzug nach Süden rollen, mit zwei grün/weissen 185ern mit grossen RTC Logos auf der Seite ... was es nicht schon alles gibt.
Das Pustertal war fast wolkenlos und zum Glück auch ziemlich Verkehrslos, entsprechen flott kamen wir auf der Superstrada vorwärts. Wir merken: Ende März ist toll um nicht mit allen Anderen Urlaub zu machen. Das Pustertal erinnerte mich dann aber an die Rijekabahn --> unheimlich schöne Landschaft und daher eigentlich viel Potential, aber so wirklich die superobermegamässige Stellen gibt es nicht, das Potential ist häufig hinter Wäldern, Bäumen und Sträuchern begraben. Aber gar nichts geht auch nicht und so entstanden um 15 Uhr immerhin ein paar Bilder von FLIRTs und einem TI Regio, welche abwechselnd mit den SAD Büchsen durch das Tal fahren (macht das Ganze nicht unspannender). Der angebotene 30min-Takt erlaubt es auch ohne riesigen Zeitaufwand mit den Bildern den Weg an Innichen vorbei nach Österreich unter die Räder zu nehmen.

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[maps.google.com]
Im Pustertal im Südtirol gibt es neben den Zügen der FS Trenitalia auch die FLIRTs der Südtirolbahn im gefälligen silber / grau zu sehen. Hier ist ein 4-Teiler auf dem Weg von Fortezza nach San Cadino

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[maps.google.com]
Diesel Flirt dann an den Gleisen dran, wir befinden uns gleich am Ortseingang von Valdora di Sotto


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[maps.google.com]
Kurz hinter San Cadino rollt diesel FLIRT Talabwärts. Der Winter hat Ende März im oberen Teil des Pustertals noch leichte Spuren hinterlassen.

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[maps.google.com]
Bei der Eisenbahn sind nebst den 4-Teiligen FLIRTs auch 6-Teiler unterwegs, hier ein Zug der in wenigen Minuten seinen Zielbahnhof San Cadino erreichen wird

Wir blieben so lange im Pustertal bis das Navi eine Ankunft um 21 Uhr in Slavonski Brod vorhersagte, diese Zeit fand ich irgendwie toll, auch wenn die Navizeiten nur ungefähr stimmen, aber so hatten wir immerhin einen Zeitplan an den wir uns halten konnten.
Irgendwo in Österreich zwischen Lienz und Spittal strahlte die Sonne aber so schön duch das Tal auf die Landschaft, da konnten wir gar nicht anders als an einem Bahnhof kurz nach den Zeiten zu schauen, auf die 15min kommt es dann auch nicht mehr drauf an. Und wirklich, um 16 Uhr waren wir am Bahnhof von Dellach im Drautal und um 16:08 sollte ein Westfahrer durch diesen Bahnhof fahren. Hatten wir das nicht toll gemacht?!
So fotografierten wir sogar noch einen ÖBB Zug in diesem Urlaub. Bevor der Regio kam überraschte uns von hinten aber der / ein IC von Lienz nach Wien welcher just in diesem Bahnhof mit dem Regio kreuzte, mehr als ein Kunstbild war vom IC aber nicht drin, die Sonne war für den Regio zu perfekt.

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[maps.google.com]
Dellach im Drautal heisst der Ort und er liegt bereits wieder in Österreich. Und im Bild ist ein OIC (oder so) von Lienz nach Wien.

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[maps.google.com]
Und hier noch der eigentliche Grund für die kleine Pause, der R von Villach nach Lienz. Der Zug hat Symbolcharakter - wohin fahren wir? In die Region der Graffiti verseuchten Eisenbahn, und nun erwischt uns bereits in Österreich - ein kleiner Vorgeschmack

Der Regio, der dann kam, stimmte uns schon mal ganz gut auf die kommenden Tage ein. Der Steuerwagen welcher führte war total verkeimt und so etwas in Österreich. Aber es kann ja nur besser werden *böhm* - und ich hatte mit Lok oder mindestens einem Talent gerechnet - aber nicht mit einem Steuerwagen, und schon gar keinem verschmierten.

Durch Österreich ging es ganz ohne Halt weiter bis zum Karawankentunnel, da gab es wieder Maut und das Slowenische 7-Tages-Pickerl (für 15 Euro) wurde gekauft. Hinter dem Tunnel folgte ein Tankstopp, bereits in Slowenien, und dann folgten 400km bis in den Osten Kroatiens. Aufgehalten nur von Maustellen, dem Zoll und dem Druck in der Blase. Bis wir in Slawonski Brod ankamen war es natürlich schon stockdunkel und bei einem erneuten Tankstopp (was man heute kann besorgen verschieben wir natürlich nicht auf morgen) suchte ich ungefähr die Position eines bekannten Hotels auf dem Navi.
Ich habe die Position also ziemlich genau getroffen (darauf bin ich stolz, nach fast 3 Jahren einfach so), nur war das Hotel voll. Ob Ivan, der überfreundliche Receptionist, mich wirklich wieder erkannte (ich tat es, der Kerl bleibt mir immer in Erinnerung -- „junge Cherren“) bin ich mir nicht so sicher, auf jeden Fall konnte er konnte an der Situation nichts ändern. Er rief für uns aber beim Hotel DingsbumsYXZ an und fragte an ob ein Zimmer frei wäre für die Nacht. Das war es und huschhusch erklärte er uns wo das Hotel liegt. Merkwürdig, nach seiner Beschreibung lag es genau da wo wir vorhin hinter der Autobahn getankt haben, aber da war doch gar nichts?
Egal, die Beschreibung im Kopf verliessen wir die Stadt wieder und fuhren raus. Dummerweise hatten wir beide den Namen des Hotels bereits wieder vergessen bis wir an die Kreuzung mit den ganzen Schildern kamen ... es war irgendetwas mit O, oder doch A? Weil eine Pension mit A im Namen war direkt an der Kreuzung, das hätte von der Beschreibung her passen können. Aber der herbeigeeilte Motelbesitzer (welcher Englisch sprach) hatte von einer Reservierung keine Ahnung. War also wohl das falsche Hotel, was mir aber ziemlich sehr egal war, Preis und Zimmer entsprachen genau den Erwartungen (nur W-Lan fehlt) und wir schlugen zu.
Das Motel liegt über einer Opel Garage und im Vorraum zum Restaurant waren Mitarbeiter des Betriebs und anderen Kroaten (kaum Gäste) am Rauchen und Bier trinken. Was uns auf eine Idee brachte! Als die Koffer im Zimmer waren holte ich uns noch zwei grosse Karlovacko aufs Zimmer. Da wir noch immer nicht im Besitz von Kroatischen Kuna sind (woher auch? Achja stimmt, Zuhause würden noch ca. 200 liegen - müsste man nur mitnehmen) musste ich das Bier halt in Euro bezahlen .. und wie viel macht das? Grosses Bier, kleines Bier? Das Budget war 4 Euro und das gab natürlich zwei grosse Bier. Und LECKERE Bier ... in den USA (ich vergleiche mal) gab es für 4 Euro nicht mal ein seit 4 Jahren abgelaufenes Belgisches Bier in einer Bolivianischen Kneipe, soviel dazu ;)
Im Zimmer folgte noch die Tagesplanung für morgen und die Erkenntnis, dass die Züge auf dem Balken zu gerne in Tagesrandlage fahren oder aber die Zeitumstellung blöd ist, aber das wird schon hinhauen.




Das war der erste Teil. Im nächsten erreichen wir Bosnien und verbringen um Doboj zwei wunderbare Tage.

En Gruess



Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Tolle Bilder im gewohnten Nil-Stil aus den USA! So richtig schön! Kann man sich gar nicht vorstellen!

Zu den Pustertal-Bildern (Flirts): Diesel?? Oder war da eine Ironie dabei? Die haben doch alle einen Stromabnehmer!
Und kleine Korrektur am Rande: Es heißt nicht San Cadino sondern San Candido. Aber wir Ösis sagen natürlich alle Innichen dazu. Und auch die Südtiroler, klar. Und Fortezza heißt Franzensfeste auf Deutsch. Gerade im Pustertal gibt es wirklich wenig italienischsprachige Bevölkerung.

Schöner Beginn! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 03.09.12 23:06

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Die windschief abgespannte Fahrleitung gibt es doch auch und gerade in der Schweiz. Von daher lohnt sich der Weg nach New York wirklich nicht...

Falk
(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:09:07:00:57:45.