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Hallo Welt,

hier gibt es nur einen kleinen 2-Teiler aus Spanien zu sehen. Viel ist es nicht, aber die spontane Tour auf die Halbinsel der Hitze war nicht schlecht.
Hier im ersten Teil erzähl ich euch etwas vom hinkommen und vom da sein die ersten 1 ½ Tagen. Im zweiten Teil dann noch mal 1 ½ Tage (fast nur) NBS. Wer nix für Enten und Velaros übrig hat --> weg klicken.

Ps. Mit GPS Daten zu den Bildern kann ich leider diesmal nicht dienen. Ich bin aktuell nur noch im Besitz von geschätzten 10 defekten Anschlusskabeln GPS Empfänger <--> Nikon. Jetzt warte ich seit geschlagenen 2 Monaten auf Ersatz - oder könnte die Kabel jemand für mich in Berlin abholen? ;)

Viel Spass!




Schweiz - Zaragoza

An diesem schönen Freitag startete unser kleiner Trip nach Spanien. Es sollte etwas ganz einfaches und Gemütliches werden. Die ganze Sache wurde auch sehr spontan aufgegleist nachdem es für uns alle drei gepasst hat.
Der Flieger nach Madrid ging um kurz nach 17 Uhr ab Zürich, entsprechend war eine zeitige Anreise am Flughafen unabdingbar. Geplant war 16:30 am Check-In 3. Aber irgendwie beschlichen mich am Nachmittag gewisse Zweifel, dass das mit dem Gepäck so knapp klappt, den Boarding war schon um 16:50 Uhr. So ging es halt ein bisschen früher los und wir trafen uns schon um 16:15 am Check-In 3. Mit mir reiste Philippe nach Madrid, Daniel war nach einem kleinen Urlaub schon unten (daher kam auch Idee der ganzen Geschichte). Das Check-In war kein Problem wenig später sassen wir im Dock-B und warteten auf das Boarding unseres Swiss Airbus 320.
Es ging gleich schon zu spät los, erst zur Abflugzeit öffneten sich die Tore und die Massen strömten in den Flieger. War mir aber egal, so hatte ich genug Zeit das gekaufte Sandwich zu verputzen. Anschliessend ging es auch für uns rein in den Flieger und zu den uns gebuchten Sitze am Notausgang, was für etwas mehr Beinfreiheit und angenehmeres Fliegen sorgt.
Das Wetter draussen war ziemlich regnerisch und dementsprechend kühl, da war die Nachricht des Piloten vor dem Abflug erheiternd. Madrid: Sonnig und 34°C (uhh, warm). Der Abflug verzögerte sich noch weiter da wir unseren Slot natürlich verpasst hatten und wir auf den nächsten freien warten mussten. So kamen wir erst mit etwas mehr als 30min Verspätung raus aus Zürich. Die Ankunft in Madrid sollte sich trotzdem nicht wahnsinnig verzögern, sagte man.
Der Flug war sehr angenehm, es wurden Sandwichs serviert und um die Französisch - Spanische Grenze mussten wir einige riesengrosse Gewittertürme umfliegen. Das Wetter in Madrid war ebenfalls nicht 100%, sehr dichter Schleier lag am Himmel und die Sonne schien nach unserer Landung um 20 Uhr nicht mehr wirklich. Aber heute war mir das egal, wir hatten nämlich nicht mehr viel vor, nur noch nach Zaragoza zu fahren. Das klingt nun schneller und einfacher als es wirklich ist. Zaragoza liegt doch ganz schön weiter Nord-östlich und auch über die Autobahn braucht man seine Zeit. So konnten wir den Plan gemütlich mit Daniel Abend zu Essen, er war nämlich schon in Zaragoza (mit dem AVE aus Malaga am Nachmittag eingetroffen), schon mal gekonnt begraben.
Von unserem Flieger waren wir mehr oder weniger schnell am Gepäckband, unsere Koffer kamen bald und wir machten uns auf den lange und beschwerlichen Weg zur Autovermietung. Diese ist im Terminal - wir in 2. Der Weg zog sich ewig durch einen alten Verbindungsgang im Flughafen.
Die Übernahme des Autos lief problemlos, man wies uns ein Opel Insigna zu, welcher sich auf dem Parkplatz 91 befinden sollte. Opel Insigna, nicht schlecht Herr Specht. Eigentlich war das nicht unbedingt die gebuchte Kategorie, aber bitteschön, wenn die Kiste ein bisschen Geländetauglich ist sollte uns das nicht weiter stören.

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Unsere Staatskarosse! Wie gebaut für die Wege entlang der Neubaustrecke .. oder auch nicht.

Als wir das erste mal aus dem klimatisierten Flughafen kamen traf uns fast der Schlag, es war immer noch sauheiss draussen und nur sehr bedingt angenehm, ausserdem war ich noch eher Zürich-Wetter mässig angezogen (also nicht unbedingt für 34°C). Unser Opel stand tatsächlich auf dem Platz wo er sollte und wir machten uns mit ihm auf den Weg.
Mit eingeschalteter Klimaanlage versuchten wir vom grossen Parkplatz der Vermieter zu kommen. Und das ist schwieriger als gedacht. Ein Gewirr an Wegen und Schildern meint zu helfen, und zu allem Überfluss wollte auch das Navi einen Weg kennen Ähnliche Probleme hatten wir beim verlassen des Speckgürtels um Madrid. Verkehrstechnisch brauchte ich meine Zeit bis ich mich auf die ganze Umgebung gewöhnt hatte, eine kleine extra Runde von hier nach da und zurück lag deshalb auch noch drin ;).
Zaragoza war unser Ziel und das Navi lenkte uns den Weg in die Nacht. Die Autobahn war, je weiter wir von Madrid weg kamen, immer leerer und es fuhr sich angenehm. Einzig die sehr häufig auftretenden Baustellentafeln die teilweise nicht existente Baustellen ankündigten waren verwirrend und bremsig. Das Auto muss man an dieser Stelle aber loben, genau für solche Strecken ist es gebaut, 6er Gang, 2000 Touren, man hört fast nichts davon und schwebt trotzdem zügig über die Strasse.
Eigentlich wollten wir unterwegs noch etwas Essen. Den Wipf meldete auf unsere Nachfrage, dass im Hotel wohl eher nichts zu holen sei. Also warteten wir auf ein gelbes M oder etwas Ähnliches entlang der Autobahn. Vergebens - das erste gelbe M, oder auch nur etwas in dieser Art, war 2km vor dem Hotel in Zaragoza auszumachen, seeehr praktisch. So liessen wir es gleich bleiben und fuhren hungrig ins Hotel, irgendwo muss es noch etwas geben da.
Es war 23:30 als wir vor dem Hotel vorfuhren und unser Auto hinstellten. Draussen war es noch immer >30°C und wir verliessen unsere Klimakammer nur widerwillig. Einzig in einem kleinen Gewitter unterwegs fielen die Temperaturen kurzzeitig einmal auf unter 20°C, sonst war es heiss und heiss.
Wir pfiffen Daniel vom Zimmer runter, checkten ein und parkten das Auto in der Garage - was für nur 11€ eine ganze Nacht lang möglich ist - WOW, ein Schnäppchen ;). Als Daniel draussen den Wagen sah kam nur der Kommentar: Wo ist der König? Oder wem gehört diese Staatskarosse? ;)
Da wir noch immer Hunger hatten brach Daniel mit uns zu einem zweiten Abendessen auf. Erst schauten wir am Bahnhof von Zaragoza vorbei und dann liefen wir in die Innenstadt.
Am Bahnhof gab es „natürlich“ nichts. Das Teil ist zwar RIESIG, aber zu später Stunde total verlassen. Ein Prunkbau der zur Expo gebaut wurde. Genau so gross (und leer) ist der Platz vor dem Bahnhof ...
Das einzige was wir in der Innenstadt gefunden haben wo offensichtlich noch „serviert“ wurde war ein Griechischer Imbiss. Der Gyros war nicht von schlechten Eltern und das eiskalte Cerveza musste einfach sein - darauf hatte ich mich schon den ganzen Abend gefreut (im Flieger durfte ich ja nicht).
Verschwitzt erreichten wir um 1 Uhr das Hotel wieder und gleich legen wir uns schlafen. Es regnete draussen gerade noch mal ein bisschen ... aber heiss ist es noch immer *schmacht*.




Zaragoza - Zaragoza

Der Wetterbericht für diese Region Spaniens wurde im laufe der letzten Woche immer mal wieder angepasst. Erst hiess es, es regnet das ganze Wochenende, dann wurde der Bericht stetig besser und besser und auch heute früh schien es wieder besser zu sein als am Donnerstag noch angekündigt. Draussen war es strahlend blau! Der Wetterbericht meinte etwas von einem Schlechtwettereinbruch gegen 16 Uhr von Westen zu wissen - bis dahin aber schön. Ich erwachte um 6 Uhr das erste Mal und schlief nicht mehr ein bis wir uns um kurz nach 7 Uhr aus den Betten wälzten. Normalerweise schlafe ich ja wie ein Stein, aber diese Nacht war irgendwie nicht so meine. Das Kissen war auch unbequem - was mir von Daniel (unabhängig) bestätigt wurde ;).
Wir waren uns, bis wir das Zimmer verliessen, noch nicht sicher was wir weiter machen wollen (Planen? Ach, das ist etwas für Weicheier ;)). Wir entschieden uns im Lift auf der Fahrt nach unten einfach mal in Zaragoza zu bleiben bis am Sonntag in der Früh .. also das Hotel um eine Nacht zu verlängern. Nur war das gar nicht so einfach wie angedacht, eine Reisegruppe sollte nämlich so ziemlich das ganze Hotel füllen. Ausser 3 Einzelzimmer konnte man uns nichts anbieten. Aber wir wollen ja nur ein Bett, und Lust etwas zu Suchen hatten wir gerade nicht - also schlugen wir ein.
Das Gepäck folgte uns aber trotzdem unauffällig ins Auto, man weiss ja nie …
Wir hatten für heute einen kleinen Plan und dieser war auch der Grund weshalb wir so verdammt früh raus sind. EIGETNLICH wollen wir uns ja möglichst auf die NBS konzentrieren, aber Zaragoza liegt ja nicht nur an der NBS - es führen noch ein paar andere Linien hin und weg. Eine davon führt im Südosten in Richtung Valencia. Es ist eine Dieselstrecke wo, man vermutet es zumindest, die RENFE Gumminasen noch herumnasen sollen. Ich als bekennender Gumminasenfreund (und Mitglied des G-s-G Clubs) wollte das daher natürlich nicht verpassen. Viel läuft auf der Strecke zwar nicht, aber in der Früh "steppt der Bär". Gleich drei Züge bis 10 Uhr sind auf der eingleisigen Strecke unterwegs, was für ein hübsches kleines Morgenprogramm ausreicht. Wir hatten zwar keine Ahnung wo es schön sein könnte und wo nicht aber in Spanien geht eh immer etwas. Also schlugen wir unser Kartenbuch auf und navigierten mit Hilfe des Navis eine Region an die irgendwie nicht schlecht aussah.
Wir trauten dem Navi und liessen uns aus der Stadt leiten. Wir hinterfragten keine Entscheidung und meinte auch von den Schildern her am richtigen Ort zu sein. Rechts von uns tauchte die NBS nach Barcelona auf und links von uns die Altbaustrecke mit Fahrdraht. Das fanden wir zwar etwas komisch, aber das wird schon!
Die NBS ging dann irgendwann über uns drüber und links weg, die Altbaustrecke blieb ... Das kam uns immer verdächtiger vor, den "unsere" Strecke sollte ja keinen haben. Wir dachten uns aber nichts weiter dabei. Erst als wir immer weiter und weiter kamen und dieser Fahrdraht nicht enden wollte vollzogen wir den ach so nötigen Idiotencheck. Und er war erfolgreich, in einer gewissen Beziehung - wir haben nämlich einen @#$%& gefunden! In meiner Person. Die Strecke war natürlich schon schön, aber es war nicht die richtige! Wir fuhren immerzu der Altbaustrecke nach Barcelona entlang, in Richtung Südosten ... aber nicht unserer Dieselline. Das war natürlich doof jetzt. So schnell kann man sich in einer Strecke irren, alleine die Ahnung einer Himmelsrichtig als Streckendefinition reicht halt nicht. Die Dieselstrecke geht unter Zaragoza nämlich ziemlich direkt nach Süden, wie wir dann herausgefunden haben.
Also war Zug 1 und auch Zug 2 von den 3 Zügen vorbei ... einen sollten wir wenigstens noch erreichen wenn wir quer fahren und etwas eilen - was wir taten. Wir fuhren ziemlich planlos in eine Ecke der Strecke die aber begeistert! Die Strecke führt durch ein Tal und gewinnt mit grossen Bögen an Höhe um dann an einem Bergrücken zu verschwinden. Und das alles kann man Fotografieren. Am besten gefiel uns ein Blick auf den Bahnhof von Encinacobra, einem kleinen Ort in diesem Tal drin.
Wir parkten oben an einer kleinen Strasse und konnten im Auto wunderbar auf den Zug warten. Dabei wurden wir, es war noch nicht mal 10 Uhr, schon gegrillt. Aber wenn man schwitzen muss für die Sonne, dann muss man schwitzen. Nur ausgerüstet für solche Temperaturen waren wir noch nicht, den wir hatten keinen einzigen tropfen Flüssigkeit bei uns, den Einkaufen ging in der Planung irgendwie unter ;).
Der Zug hätte nach dem freien Spanischen Kursbuch vom Juni 2011 um 10:02 am Bahnhof sein müssen, was er aber sehr zu unserem bedauern nicht war. Nun ist das natürlich so eine Sache: Kommt er noch oder nicht? Fährt er zu einer anderen Zeit oder gar nicht mehr? Wir gaben ihm 20min Zeit zu kommen oder sich zumindest akustisch zu melden, er nutzte die Chance nicht. Sehr ergrähmt verliessen wir die Stelle und wollten zum Bahnhof fahren zum sehr nötigen Fahrplanstudium. Der Bahnhof war zwar nah, aber trotzdem nicht leicht zu finden, geschweige den zu erreichen. Im Ort rechts, dann rechts .. nur wo? Auf dem Fussgängerstreifen über den Gehweg und die Holperpiste? Nach zweimaligem daran vorbei fahren und gucken war es klar, die Piste muss es sein ;).
Am Bahnhof angekommen waren wir noch nicht mal zum Parken gekommen da taucht der Zug auf ... na suuuuuper! Bei dem hin und her fahren im Ort hatten wir zuvor aber wenigstens eine passable Stelle gefunden die wir dann ziemlich sehr flott wieder ansteuerten. Der Zug musste ja erst halten und so. Es hat so immerhin gereicht für ein Bild.

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Das erste Bild ist kein NBS Bild. Es zeigt viel mehr einen 599er von Zaragoza nach Valencia in der Kehre von Encinacobra.

Zurück am Bahnhof dann die Gewissheit, der Zug war voll im Plan. Nur stimmt unser altes Kursbuchsdsings nicht mehr, die neue Abfahrt ist halt 10:27, hätte man mal wissen müssen!
Das ganze war etwas unbefriedigend, nach meinem Planungsfiasko zum Start was uns schon zwei Züge kostete fuhren wir zu früh los an der Hauptstelle. Und, dass war ähnlich doof, es kam keine Gumminase sondern ein 599er! Dieser Vormittag war ein Satz mit X. Aber wir haben uns fest vorgenommen, die ganze Sache morgen noch mal zu wiederholen.
Die Dieselstrecke gefiel uns, aber weiter warten lohnte sich nicht, das nächste Rad auf dem Gleis im Ort: 16 Uhr undnochwas. Die NBS zog uns daher an, da läuft wenigstens was und die Chance, dass man sich in der Strecke irrt ist auch eher klein.
Wir fuhren etwas nach Norden um dann zur NBS zu stechen, welche westlich von uns verlief. Dabei enterten wir in La Almunia noch einen Supermarkt und deckten uns mit WASSER ein. Denn wenn es warm ist soll man ja ordentlich trinken (ausserdem kann man Wasser bei diesen Temperaturen auch für anderweitige Abkühlung nutzen). Ganz wichtig an dem Supermercado, der gedeckte Parkplatz, nicht das sich unsere Staatskarosse noch zu fest aufheizt, was soll sonst auch der König denken?!
Dann ging’s endlich auf zur NBS, die „bei uns“ von der Ebene von Zaragoza in fotogene hügelige Landschaft bis Calatayud verschwindet. Da wechseln sich Tunnels und Brücke ab. Aber ein erstes Mal zog es uns noch in die Fläche. Mit den ersten Hügeln im Hintergrund stimmten wir uns ein.
Eine Brücke die zwei Felder verbindet war schnell gefunden und ohne weiteren Strassenverkehr zu erwarten parkten wir auf der kleinen Brücke. Wir warteten weissgott nicht lange, vielleicht 5min, da kam der erste Zug von hinten. Ein Pato von Barcelona nach Malaga (Langläufer). Es folgte ein Velaro von hinten (Barcelona - Madrid) und wenig später ein Velaro von vorne (Madrid - Barceola).

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Entenverkehr! In Calatola rollt diese Enten als AVE von Madrid nach Malaga an uns Fotografen vorbei. Die S102 / S112 kommen nur in diesen Langläufen auf der Strecke zum Einsatz, die „kurzen“ Züge von Madrid nach Barcelona und zurück sind fest in der Hand der Siemens Velaro

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Hier hätten wir gleich einen solchen RENFE Velaro, auf dem Weg nach Barcelona

Der Verkehr auf der Strecke ist übrigens schnell erklärt. Es gibt ein Stundentakt (mit Lücken und Ergänzern) zwischen Madrid und Barcleona - gefahren mit Velaro Triebzügen. Dann gibt es ein paar tägliche Züge die über Madrid hinaus fahren, nach Malaga und Sevilla. Dies sind in der Regel Pato Triebzüge. Dazu gibt es zwischen Madrid und Zaragoza noch "Regionalverkehr" auf der NBS mit Triebwagen - die teilweise weiter z.B nach Pamplona fahren. Alles in allem hat man also einen Stundentakt und immer mal wieder einen ergänzer / zwei dazwischen. Selten gibt es auch Löcher die grösser als 60min sind, aber gerade am frühen Nachmittag kommt das ein paar Mal vor (das längste loch ist je nach Ort knapp 100min).
Wir hatten die ersten Bilder im Kasten und fuhren guten Mutes ab in die Berge. Es war eine kleine gurkerei, denn viele Strassen gibt es in der Gegend nicht, was in erster Linie mal der spärlichen Besiedelung geschuldet ist. Aber, so kenne ich es aus dem Süden; Wenn man erstmal eine Baupiste gefunden hat ... dann kann man sich entlang der Bahn bewegen ;).
So fuhren wir 15km Strasse wo die Bahn gerade mal deren 3 benötigt und stellten uns nach einer Holperstrecke in die Sonne. Fazit von dieser ersten Fahrt: Unsere Staatskarosse hat durchaus aus Offroad Qualitäten.
Es war saumässig heiss an der frischen Luft, aber mit einem Lüftchen welches ab und am um die Nase zog war es ziemlich aushaltbar.
Wir schossen nächst Arandiga ein bisschen Velaro, ein bisschen Pato und auch ein Regio schaute noch vorbei. Der Takt konnte sich mal sehen lassen ... dürfte so weitergehen. Obwohl wir nicht im Besitz eines Fahrplans waren (das Leid mit diesem blöden Kursbuch muss ich nicht noch mal erklären) verdampften wir einfach als wir das Gefühl hatten: es reicht.

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Nebst Enten und Velaros verkehren auf der Strecke auch RENFE 121er. Die Triebwagen sind Umspurbar und verkehren von Madrid kommend z.B. nach Pamplona oder Zaragoza. Dazu bedienen sie die wenigen Bahnhöfe der Neubaustrecke. Hier ist eine solche Einheit bei Arandiga Nordwärts unterwegs.

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Schon wieder eine Ente, diesmal als Langläufer von Sevilla kommend unterwegs nach Barcelona. Bei Arandiga.

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Die Abwechslung auf der Strecke war an diesem Vormittag nicht verkehrt, nach einer weiteren Ente noch mal ein Velaro, immer noch bei Arandiga.

In der Zwischenzeit war etwas schmodder von Westen her rein gezogen, wir rechneten mal mit einem verfrühten ableben des Wetters - schon um 14 Uhr anstatt wie angekündigt um 16 Uhr? Aber was sind schon zwei Stunden bei den Wetterlügis?!
Da wir es also alles andere als eilig hatten fuhren wir über einen dieser Bauwege einfach Bergfeldein der Strecke entlang. Praktisch an der ganzen Sache: Strassentafeln welche zu Tunnelportalen weisen. Wohl nicht unbedingt für Fotografen gedacht (eher für die Rettungsfahrzeuge), aber warum nicht nutzen? Denn, und das erstaunt mich ja doch sehr, es gibt nicht eine einzige Verbotstafel, kein Fahrverbot, nichts.
Am Schluss sind wir über den Berg drüber und ein paar Kilometer weiter vorne an einem unfotografierbaren Tunnelportal angekommen. Die Hauptstrasse war im Tal unter uns aber zu sehen und eigentlich weit - das Tunnelportal ist aber von der Seite her erschlossen wo wir herkamen - hihi. Entsprechend war der Weg runter auch ... nicht unbedingt unserer Staatskarosse würdig - aber wenn der König hinten im Auto seine Infrastruktur so vernachlässigt?! Was haben wir ihm die Meinung gesagt ;).
Und dann waren wir an einer Stelle die ich schon auf der Googlewelt gesehen hatte. Die Altbaustrecke, in diesem Abschnitt eingleisig im Talboden trassiert, unterquert die NBS. Und da ging natürlich etwas! Wir stellten uns so, dass beides miteinander ins Bild passt. Doch zweimal Urlaub in Spanien haben mit gelehrt: Spanische Hauptstrecken --> nix guut. Also erwarteten wir eigentlich nichts und schon gar keinen Güterzug. Einen Backstein vielleicht?.
Aber noch bevor sich oben auf der NBS etwas bewegte rumpelte unten ein Güterzug von HINTEN durchs Bild, mit einer sauberen Trax (Seltenheit) - ärgerlich. Und nach dem Güterzug von hinten kam auf der Hauptstrecke ein Backstein - tata. Also das ganz normale Programm: Güterzüge von hinten und Backsteine von vorne. So muss Spanien!
Und dann, nach 45min warten in der Sonne, drehte sich auch oben wieder etwas. Ein Regio flitze durch und löste unsere Spannung das erste Mal. An unserem Punkt war genau die Brücke einzusehen, die war gerade mal so lange wie ein Velaro. Wenn da also ein Zug mit 300km/h drüber pfeift muss es schnell gehen - denn hören tut man ihn vorher nicht.
Nach 2min legten wir die Kameras wieder in den Anschlag und erwischten kurz darauf einen Velaro auf der Brücke. Das Bild müsste man jetzt zusammensetzen, alleine zu Dokumentationszwecken natürlich ;)

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Bei Purroy überquert die NBS die Altbaustrecke (Madrid - Barcelona). Und wie der Zufall es wollte kreuzte perfekt ein Velaro nach Madrid einen RE nach Zaragoza. Nein, so viel Glück habe nicht mal ich, natürlich, hier habe ich gebastelt ;).

Da die Altbaustrecke äusserst fotogen ist wollten wir uns für diese Ecke noch Fahrzeiten für den Personenverkehr besorgen, was am kleinen Haltepunkt Purroy bestens klappte. Und da sah man, der Backstein war ein RE (ui) und 40min nach ihm folgt ein Regio durch das Tal. 40min waren gar nicht mehr weit weg und wir liessen die NBS für 15min NBS sein.
Das Wetter besserte sich zwischenzeitlich wieder etwas, der Schleier war weg. Aber dafür zogen einzelne ehrliche Wolken heran. Und natürlich genau als der Regio anstand vor die Sonne. So schüttelten wir Plan B aus dem Ärmel, eine zweite Stelle weiter Nördlich war schnell gefunden. Blöd war natürlich nur, dass sich die eine Wolke bis der Zug da war auch bis dahin transportiert hatte. Dunkelbild, von einem sehr merkwürdigen Triebwagengespann.

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Wir blieben gleich kurz auf der Altbaustrecke. Da kam ein ein Regio nach Zaragoza kurz hinter dem RE. Das Zugsangebot ist ansonsten auf der Strecke sehr überschaubar, gegen 14 Uhr folgen sich die Züge aber ziemlich dicht. Der Triebwagen gehört zur (für mich neuen) Reihe 448. Aufgenommen bei Morate de Jalon unter Siffwolken

Dann folgte wieder ein Einschub auf der NBS in der unmittelbaren Umgebung. Der Takt zog wieder ein bisschen an, nachdem wir um 14 Uhr rum das grösste Mittagsloch ausgestanden hatten. Aber noch bevor der erste Zug auf der NBS kam, wir standen direkt über Purroy, rollte ein Güterzug auf der Altbaustrecke gen Barcelona. Argh, 10min hinter dem Regio und in der Sonne. Bei uns kam dann immerhin ein Velaro ..

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Wieder zurück an der Naubaustrecke, ein Velaro nach Süden bei Purroy. In etwa höhe Fahrleitung befindet sich übrigens die Altbaustrecke

Ganze drei weitere Velaros gab es dann direkt um den kleinen Ort Paracuellos de la Ribera. Zweimal mit einer herrlichen Ortskulisse und einmal quer auf die grosse Talbrücke.
Nach Nummer drei wollten wir zum Bahnhof auf der Albaustrecke, der gerade mal 500m weit von unserer letzten Stelle weg war. Warum? Wir waren heute Mittag so schlau und hatten die Fahrzeiten am Haltepunkt nicht abfotografiert, standen also ohne Zeiten für die Regios da - musste nachgeholt werden. Wir hatten etwas mit 16 Uhr nochwas im Kopf für den nächsten Zug, es war 16:45 - der Verdacht einen Zug zu sehen war demzufolge real. Wir waren noch nicht am Bahnhof da erledigte sich die Frage von alleine, der Zug fuhr nämlich gerade ein ;).
Also nichts wie voraus, die Strecke durch das enge Tal hat nämlich Potential ... alleine da könnte man einen ganzen Tag verbringen! Aber es war dunkel und der Regio kam im Schatten. Das war schade für das tolle Felsentor.


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Bei Paracuellos de la Ribera ist dieser Velaro auf dem Weg nach Barcelona. Der Zug hat vor wenigen Metern den 4763 m langen Tunnel "Paracuelos" durchfahren und wird bald Zaragoza erreichen

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Ein Südfahrender Velaro vor der Kulisse des malerischen Spanischen Dörfchens Paracuellos de la Ribera

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Die Altbaustrecke hätte nochmal einen Zug für uns bereit gehalten, nur die Sonne wollte im rechten Moment nicht. Bei Embid de la Ribera rollt dieser 448 von Zaragoza kommend nach Süden. Die Altbaustrecke ist in diesem Tal fantastisch, nur läuft nichts …

Wir durchquerten im Anschluss das ganze Tal auf der kleinen einspurigen Strasse. Fantastisch und ziemlich lange, da müsste einfach mehr laufen, wie wird das erst vor der Eröffnung der NBS gewesen sein? Fernverkehr soweit das Auge reicht?
Am Ende des Tals rollten wir durch den kleinen (typisch Spanischen) Ort Huérmeda und hatten die NBS wieder im Blick. Laut Navi sollte da zwar kein Weg hin führen, aber der Bauweg entlang der Bahn war zu sehen, war also keine Frage ob es sich lohnt oder nicht.
Da „oben“ gab es einen Velaro im Licht und dann zogen wieder Wolken vor die Sonne.

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Auf der anderen Seite des Paracuelos, direkt vor Calatayud der nächste Velaro nach Norden mit Sonnenglück

Das war es wohl mit dem Wetter, da waren wir uns ziemlich sicher. Aber wir konnten uns nicht beklagen, es hat viel länger "gehalten" als angekündigt. Da aber noch lange hell sein dürfte steckten wir den Kopf nicht in den Sand sondern schauten uns die Strecke weiter an. Ein frühes abbrechen hätte zwar den unbestrittenen Vorteil gehabt den langen Abend in Zaragoza in irgend einer Bodega zu versumpfen, aber wir wollten für morgen „vorarbeiten“.
Direkt hinter der nächsten Brücke war auch schon Calatayud, eigentlich die einzige grössere Stadt zwischen Zaragoza und dem Speckgürtel vor Madrid. Dieser Ort hat auch einen NBS Bahnhof wo sogar einige Züge halten - vor allem natürlich die Regios.
In einem Aldi (mit Aldi Nord Logo, hää?) stockten wir unsere Wasservorräte auf (sollte jetzt definitiv reichen für zwei weitere Tage ;)) und fuhren weiter. Es war heiss und tüpig und wir genossen trotz Wolkendecke die Klimaanlage unseres Staatsmobils.
Hinter Calatayud nutzen wir noch die Gelegenheit an einem Bahnhof auf der Altbaustrecke die Fahrpläne endlich zu Fotografieren. Dabei kam, echt ein Zufall, noch ein Backstein vorbei.

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Ein Backstein als Regio, wieder mehr durch Zufall erwischt. Bei Bubierca am Haltepunkt

Wir angelten uns von Brücke zu Brücke auf der NBS und erforschten dabei kaum befahrene Wege auf irgendwelchen Bergen. Am Schluss waren wir etwa 20km weit gekommen und durften einen Bach und dann ein enger Spanischer Ort durchfahren (mit eingeklappten Spiegeln ging das gerade so).
Wir waren am Ende der grössten Berge angelangt, es folgt gen Madrid ein Wüstenartgier Teil, eine ausgetrockneten Landschaft. Aber flach ist es deswegen nicht, eher sanft Hügelig mit schroffen Felsformationen dazwischen. Da kam es dann, das schlechte Wetter, die Front von Westen. Und sie kam mit aller Macht. Es wurde pechschwarz, Orkanartige Böen fegten über das Land. Es gab ein regelrechter Sandsturm der uns Abschnittsweise nicht mehr weit sehen lies. Da wo es keine Fläche sondern Wälder hatte flogen Äste und Blätter durch die Luft. Dann kam der Regen, man hätte nicht Raustehen wollen, neinnein. Und was taten wir? Wir fuhren Stelle um Stelle an und vermalten unsere Karte wieder mit Pfeilen, Punkten und Sternchen ;).
Am Schluss wollten wir noch EINE Stelle anschauen, weiter lohnte es sich zeitlich nicht. Ausserdem meinte Daniel, dass es bis dahin schön sei, dahinter folge Fläche. Wird schon stimmen, er ist die Strecke ja gestern Abend mit dem Zug gefahren.
Und was geschah mit den Wolken? Sie endeten nicht. das wäre zu schön gewesen, aber ein Loch war absehbar. Sehr lokal, aber wir waren gerade da. Nach 5min Umweg über Feldwege erreichten wir wieder die Bahn und kaum waren wir dran drückte die tief stehende Sonne durch die Wolken.
Erst vorsichtig und dann immer stärker. eine spektakuläre Kulisse. Schwarze Wand hinter leuchtend rot/grüner Landschaft. Jetzt ein Zug, bitteschön! Nach dem tollen Takt am Vormittag und dem Loch am Nachmittag dürfte es ja wieder anziehen? Denkste, die Sonne gab sich Mühe, 10min, 15min, am Schluss über 30min schien sie voller Kraft auf die Stelle. Ohne das ein Zug von vorne oder hinten gekommen wäre. Ja nicht mal ein Regio, einfach nichts! Bei jedem nicht stetigen Geräusch hofften wir endlich auf einen Zug der doch bitte die Spannung auflöst.
Das Wolkenloch war fertig, einfach fertig, die Sonne hielt sich aber noch über Minuten, auch wenn ständig schwächer werdend. Und dann, kurz vor Licht aus, kam nach über 45min endlich ein Zug. Ein Velaro nach Madrid. Später hätte er nicht kommen dürfen, aber früher! Moment, er hätte auch gar nicht kommen können - also guuut so ;).

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Weltuntergangsstimmung auf der Suche nach weiteren Stellen. Der Wind trug Sand und Staub mit … bloss nicht raus stehen!

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Und dann zogen wir Glück fürs ganze Jahr ein. Die Sonne war tief und die Wolken dicht, aber punktgenau da wo wir hin fuhren schob sich ein Wolkenloch vor die Sonne. Am Schluss warteten wir geschlagene 35min in der Sonne auf einen Zug, der dann kurz vor „Licht aus“ doch noch kam *phuu*

Wir hatten uns den ganzen Tag hindurch unbemerkt ziemlich weit von Zaragoza entfernt, gute 150km Weg hatten wir noch vor uns bis wir um etwa halb 11 Uhr das Hotel in Zaragoza erreichten.
Da gab es die längst ersehnte Dusche und frisch wie wir waren ging es zum Essen noch mal raus. Ein Steakhouse im American Style hat es uns angetan. Es sei ausserdem das einzige in der Gegend und anständig - meinte man an der Hotel Rezeption. Naa dann.
Das Highlight am Abendessen war das Cerveza, mein Maiskolben (da kann man nicht viel falsch machen) und der gratis Tequilla zum verdauen am Schluss. Sonst? Mmmmh, naja.
Zu allem Überfluss regnete es als wir um kurz nach Mitternacht zum Hotel zurück wollten wie aus Kübeln. Trockenen Fusses klappte das also schon mal nicht. Wenn man rennt geht es schneller, also rannten wird. Es ist nun nicht so, dass man dabei nicht weniger Nass würde, aber das ist nebensächlich.
Wie wir liefen fragten wir uns noch weshalb wir das Essen eigentlich bezahlt haben, wenn man dann eh davon läuft bei dem Wetter?

Gute Nacht Spanien




Zaragoza - Guadalajara

Diese Nacht war herrlich! Draussen regnete es häufig und bei geöffnetem Fenster war alles voll von gewittergeschwängerter Luft im Zimmer. Wer da eine Klimaanlage braucht ist selber schuld!
Heute früh ging es zur selben Zeit raus wie gestern, trotz der unsicheren Wetterlage am Vormittag. Man weiss ja nie wie es wirklich wird und ausserdem hat sich Meteoblue dazu entschieden doch schon ab 9 Uhr etwas von Sonne zu erzählen, statt erst um 14 Uhr wie gestern Abend noch.
Wohin wir heute früh wollten war klar, noch mal an die Stelle an der Dieselstrecke. Da hatten wir heute drei Chancen auf ein Sonnenbild bis 10:27 Uhr, was nach unserer Berechnung reichen müsste. OK, aus 3 Chancen wurden 2 Chancen, denn zwei Züge kreuzen direkt im Bahnhof, Sonne dürfte es trotzdem haben.
So sah es auch aus, je weiter südlich wir kamen desto mehr lichtete sich das
dunkle Grau und häufig war auch blau zwischen den Wolken zu erkennen. Wir rechneten ganz fest damit bereits die Kreuzung im Licht zu kriegen. Aber da waren ja wieder diese Berge und da stauen sich diese Wolken gerne.
Erst schauten wir uns vor Carinena eine Stelle an, verwarfen die aber wieder zugunsten der Kreuzung im Bahnhof, obwohl die Chance auf Sonne wohl „unten“ grösser war. War es eine kluge Entscheidung? Erst sah es so aus, denn der Zug nach Zaragoza fuhr in den Bahnhof ein und kriegte gleich mal Sonne ab. Höchst erfreulich war auch das Fahrzeug, es war eine umgebaute Gumminase und kein 599er! Der Schnellzug von Zaragoza (ja wirklich, der fährt fast ohne Halt bis Valencia) liess sich Zeit und als er kam war es dunkel. Und noch dunkler war es als die Gumminase (oder eben nicht mehr) aus dem Bahnhof raus dieselte. Das war schade, aber bleibt eine Chance auf Sonne. Denn wenn gutes Wetter rein zieht wird es ja eher besser als schlechter, möchte man sagen.

http://bahnpics.com/nil/12.06%20Spanien/12.06.03%20Madrid/DSC_2778kgr.jpg

Wieder in Encinacobra. Diesmal klappte es zwar mit den Züge, aber nicht mit dem Wetter

So war es aber nicht. Es wurde ganz im Gegenteil zur Vermutung noch dunkler und das blaue Loch zog sich weit nach Osten zurück, bis an Sonne nicht mehr zu denken war. Erst dachten wir es alle nur, dann sprachen wir es aus. NÖÖÖ! Nach einer Stunde warten, 30min wären noch fällig gewesen, verliessen wir die Stelle ohne Sonnenbild. Das war doch ein bisschen bitter, wir hätten gestern eben doch .. aber es sollte nicht sein.
Also auf zur Neubaustrecke, bei zu erwartenden Wolkenlücken sind bei mehr Verkehr natürlich mehr Chancen auf Sonnenbilder vorhanden. Denn was läuft wussten wir heute. Daniel hat sich gestern Abend noch die Mühe gemacht den Fahrplan für die Strecke raus zu schreiben. So fuhr uns heute nichts um die Nase und wir wussten wann die Zeit zum wechseln gekommen ist.
Die erste angepeilte Stelle lag ziemlich unter den Wolken, sahen wir schon von der Autobahn aus, dazu musste man nicht durch den Ort fahren. Wir blieben also gleich auf der Autovia. Auf der anderen Seite des Berges lag bereits Calatayud und da entdeckten wir noch einen Pfeil auf der Karte. Und es beehrte uns gerade ein blaues Loch zwischen den Wolken.
Es passte alles, dunkle Wolken, Berge, Stelle ... und das Licht. Nur kam wieder kein Zug, über ewig nicht. Der erste der dran war kam dann auch noch im Schatten.
Dann ging aber alles ganz schnell. Ein Enten-Zug kam in der Sonne, wir wechselten runter und Fotografierten da weiter. Die Wolken lösten sich in einem beachtlichen Tempo auf und nach 2h hatten wir alle erdenklichen Positionen da unten im Kasten. Was fehlte waren schlussendlich nicht die Sonnenstrahlen sondern die Züge. Wir erwischten zwar gerade die Rush-Hour, mit zusätzlichen Zügen von und nach Malaga, aber mehr als ein halbes Dutzend sind es dann halt doch nicht.

http://bahnpics.com/nil/12.06%20Spanien/12.06.03%20Madrid/DSC_2785kgr.jpg

Das war mal eine Gumminase, was hat man ihr bloss angetan!

http://bahnpics.com/nil/12.06%20Spanien/12.06.03%20Madrid/DSC_2800kgr.jpg

http://bahnpics.com/nil/12.06%20Spanien/12.06.03%20Madrid/DSC_2814kgr.jpg

Dieser Entenschnabel fährt von Barcelona nach Malaga einmal quer durch Spanien. Für die 1133 km lange Fahrt benötigt der Zug lediglich 5:30h, was einem durchschnitt von ca. 205 km/h entspricht! Der Zug hat die Nummer AVE3990 und hält auf der Fahrt nach Malaga nur 6 mal, dabei aber nicht in Madrid.
Der Zug hat vor wenigen Metern den 4763 m langen Tunnel "Paracuelos" verlassen und wird gleich den Bahnhof von Calatayud durchfahren.


http://bahnpics.com/nil/12.06%20Spanien/12.06.03%20Madrid/DSC_2828kgr.jpg

Bei Huérmeda kam dieser Velaro nach Süden prima im Licht

http://bahnpics.com/nil/12.06%20Spanien/12.06.03%20Madrid/DSC_2832kgr.jpg

Also mir gefallen die Entenschnäbel vor allem von nahmen … dieser ist auf dem Weg nach Norden

http://bahnpics.com/nil/12.06%20Spanien/12.06.03%20Madrid/DSC_2837kgr.jpg

Auch an diesem Tag war ab und an ein Regio unterwegs.

http://bahnpics.com/nil/12.06%20Spanien/12.06.03%20Madrid/DSC_2847kgr.jpg

Wir befinden uns noch immer and en selben 500m Strecke bei Huérmeda. Bereits der nächste Velaro Nordfahrer.

http://bahnpics.com/nil/12.06%20Spanien/12.06.03%20Madrid/DSC_2855kgr.jpg

Und zum Abschluss nochmal ein Velaro nach Madrid.

Trotz der Sonne war wunderbar kühl draussen, Jordi rannte sogar die ganze Zeit mit seiner Jacke in der Gegend rum. Es war super angenehm!
Bei uns lösten sich die Wolken zwar prima auf, aber irgendwie nur da. In den Bergen, wo die nächsten Stellen liegen würden, nicht. Das brachte uns dazu den Plan komplett umzustellen …




Was stellen wir um? Ich melde mich wieder mit dem zweiten Teil, dann gibt es den Rest zu sehen.

Grüsse
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:07:04:23:34:03.
Großes Kino mal wieder. Besonders die Bastelarbeit und die schwarze Wand...

Einziger Wermutstropfen: <klugscheiss>Patio ist der Innenhof, Pato ist die Ente und daher auch der gebräuchliche Spitzname der Züge.</klugscheiss> Aber wen stört schon das Kleingedruckte bei so schönen Bildern.

Supi! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 04.07.12 22:36

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Uiuiui...!

geschrieben von: Rheinlandsachse

Datum: 04.07.12 23:10

Zwei tolle Berichte an einem Abend - was soll man da noch sagen?!

MfG Rheinlandsachse

RoyZieroldPhotography
Wieder ein wunderbar humorvoller und interessanter Reisebericht. Ich mag die spanischen AVE-Strecken, bin ja auch die meisten schon gefahren.
Beim ersten Enten-Bild müßte die Bildunterschrift vermutlich heißen: Barcelona-Malaga (nicht Madrid-Malaga). Sonst wäre Euch der Zug dort ja nicht untergekommen... ;-)
Hallo Nil,

schöne Bilder! Die Züge sind zwar "furchtbar modern", aber dennoch (bis auf den Entenschnable) ganz ansehnlich.

Nicht ganz verstehe ich den Umstand, den Ihr Euch mit den Fahrplänen macht und der Euch ja letztendlich einiges verhagelt hat. Ist in Spanien die Netzversorgung auf dem Lande so schlecht oder weshalb habt Ihr nicht einfach im Internet nachgeschaut? Der DB-Navigator oder alternativ Hafas werfen innerhalb von 5 sec den Abfahrtsplan von Stationen wie Encinacobra oder Purroy aus.

Viele Grüße,
Jan

Tolle Bilder! Gibt wieder Futter für den nächsten Kalender :)

Die Entenschnäbel sind jetzt zwar nicht das, was ich als "wunderschön" bezeichnen würde, aber irgendwie gefallen mir die Dinger doch ein bisschen...





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:07:05:22:11:02.

Gracias! Toll! (o.w.T)

geschrieben von: KBS635

Datum: 05.07.12 23:58

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Viele Grüße aus Mittelhessen
Jonathan
Vielen Dank, wieder erstklassige Fotos.

Besonders das Foto mit dem rabenschwarzen Himmel gefällt.

Gruß
Fabian
Hallo,

Pato - Patio --> geändert, merci!

Zum Fahrplan: Ehrlicherweise muss ich sagen ... öhm. Ich renne zwar mit Smartphone, Tablet und wasweissichnichtnochfürmehrtechnischenkrimskrams durch das Leben, aber an diese Möglichkeit habe ich im Ausland eigentlich noch nie gedacht. Ist das nicht so richtig teuer? Wobei, selbst wenn die Antwort "Ja, es ist richtig teuer" ist, ist es wurscht. Weil so teuer das man deswegen ein Foto "freiwillig" verpasst kann es gar nicht sein.
Ich kann jetzt nur noch sagen, sooo schlimm war es gar nicht ohne Fahrplan, bis auf das Foto morgens an der Dieselpiste hat uns das nichts gekostet ... oder wir wissen davon nichts.
Aber Danke für den Tipp ;)

En Gruess

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
> Zum Fahrplan: Ehrlicherweise muss ich sagen ...
> öhm. Ich renne zwar mit Smartphone, Tablet und
> wasweissichnichtnochfürmehrtechnischenkrimskrams
> durch das Leben, aber an diese Möglichkeit habe
> ich im Ausland eigentlich noch nie gedacht. Ist
> das nicht so richtig teuer? Wobei, selbst wenn die
> Antwort "Ja, es ist richtig teuer" ist, ist es
> wurscht. Weil so teuer das man deswegen ein Foto
> "freiwillig" verpasst kann es gar nicht sein.

Also, ich kann nur für Deutschland sprechen. Aber insbesondere im EU-Bereich ist es dank diverser Datenroaming-Pakete mittlerweile echt bezahlbar geworden, wenn man nicht das Verlangen hat, massig Fotos und Videos hoch- und runterzuladen.
Fabian Schuler schrieb:
-------------------------------------------------------
> > Zum Fahrplan: Ehrlicherweise muss ich sagen ...
> > öhm. Ich renne zwar mit Smartphone, Tablet und
> >
> wasweissichnichtnochfürmehrtechnischenkrimskrams
> > durch das Leben, aber an diese Möglichkeit habe
> > ich im Ausland eigentlich noch nie gedacht. Ist
> > das nicht so richtig teuer? Wobei, selbst wenn
> die
> > Antwort "Ja, es ist richtig teuer" ist, ist es
> > wurscht. Weil so teuer das man deswegen ein
> Foto
> > "freiwillig" verpasst kann es gar nicht sein.
>
> Also, ich kann nur für Deutschland sprechen. Aber
> insbesondere im EU-Bereich ist es dank diverser
> Datenroaming-Pakete mittlerweile echt bezahlbar
> geworden, wenn man nicht das Verlangen hat, massig
> Fotos und Videos hoch- und runterzuladen.

Jupp.
Auch gut geeignet um in diversen Orten nicht wieder mal 2 Straßen an der "Fressgasse" vorbeizurennen.

Mal ein paar Beispiele.
Die Telekom bietet als Zusatzbuchung zum vorhandenen Mobiltelefonvertrag z. B. einen Daypass für Ländergruppe 1 (passend für z. B. Spanien) zu 1,95 € (bis 10MB) oder 4,95 € (bis 50MB) oder gleich den Wochenpass für 15,- € (Flat, ab 100MB Bandbreitenbeschränkung) an.
Nicht gerade ein Schnäppchen. Aber für den Spass noch nicht überteuert.

Swisscom:
NATEL® Data Travel 50 MB / 7 Tage - EU/Westeuropa: CHF 24.-
NATEL® Data Travel 200 MB / 30 Tage - EU/Westeuropa: CHF 74.-

wobei die RENFE Fahrplanauskunft nicht das tollste ist was es gerade mobil zu bedienen gibt.
Aber gerade für Android Geräte gibt es da ganz nette Apps.

Gruß, Ralf
Moin Nil,

hab' gerade mal nachgeschaut. Einzelne Fahrplan- oder auch Wetterberichtabfragen auf den dafür vorgesehenen Mobil-Seiten (also ohne viele Bilder und Schnickschnack) kosteten jetzt in Großbritannien je einen einstelligen Centbetrag! Eine Investition, die man tätigen kann. Bei meinem Tarif Alditalk *g* kosten in der EU 10 KB 0,0048 Euro. 95% aller Einzelabfragen bewegten sich unter 100 KB, also unter 5 Ct!

Ein Fehler wäre natürlich, wie schon gesagt wurde, ein Besuch auf Bilderseiten. Ein Bild aus der DSO-Galerie käme auf rund 25 Ct, was sich schnell summieren kann. Alditalk bietet dazu zwar eine 60 MB-Flat (für 4,99 Euro) an, aber auch diese umfasst immerhin nur rund 150 Galeriebilder. Aber darum geht es hier ja auch nicht, und für Fahrplanabfragen oder auch Pünktlichkeitsabfragen ist das System topp! Wenn keine ausländische Fahrplanseite bekannt ist, würde ich jederzeit den DB Navigator empfehlen! Der kennt sich meist auch im Ausland topp aus und lädt nur die wirklich benötigten aktuelle Daten; das Grundgerüst hingegen hat man ja offline als App auf dem Phone. Der Navigator speichert Dir auch auf Wunsch Fahrpläne, die Du dann wiederholt offline abrufen kannst.

Viele Grüße,
Jan





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:07:07:10:38:51.

Mobile Bahnauskunft

geschrieben von: Re465

Datum: 07.07.12 10:53

Jan vdBk schrieb:
-------------------------------------------------------
> Moin Nil,
>
> hab' gerade mal nachgeschaut. Einzelne Fahrplan-
> oder auch Wetterberichtabfragen auf den dafür
> vorgesehenen Mobil-Seiten (also ohne viele Bilder
> und Schnickschnack) kosteten jetzt in
> Großbritannien je einen einstelligen Centbetrag!
> Eine Investition, die man tätigen kann. Bei meinem
> Tarif Alditalk *g* kosten in der EU 10 KB 0,0048
> Euro. 95% aller Einzelabfragen bewegten sich unter
> 100 KB, also unter 5 Ct!

Aha, die haben die neuen EU Tarife schon die man bei den Großen der Branche teilweise erst ab Herbst findet.

>
> Ein Fehler wäre natürlich, wie schon gesagt wurde,
> ein Besuch auf Bilderseiten. Ein Bild aus der
> DSO-Galerie käme auf rund 25 Ct, was sich schnell
> summieren kann. Alditalk bietet dazu zwar eine 60
> MB-Flat an, aber auch diese umfasst immerhin nur
> rund 150 Galeriebilder.

Oder DSO Beiträge von Leuten die Sichtungen in Vollauflösung einstellen :-)


> Aber darum geht es hier ja
> auch nicht, und für Fahrplanabfragen oder auch
> Pünktlichkeitsabfragen ist das System topp!

Ohne Frage.

> Wenn
> keine ausländische Fahrplanseite bekannt ist,
> würde ich jederzeit den DB Navigator empfehlen!

Oder man stellt die Frage im Auslandsforum Classic ein.


Für Westeuropa mal eine kleine Mobilseitensammlung:

Spanien:
[renfe.mobi] (ink. Regionalauswahl für Cercanias)
Nicht Mobil angepasst, aber nutzbar: [www.feve.es]


Frankreich:
[voyages-sncf.mobi]
[wap.ratp.fr]

Portugal:
[m.cp.pt]

Schweiz:
[m.sbb.ch]

Luxembourg
[m.cfl.lu]

Niederlande
[m.ns.nl]

Belgien
[mobile.b-rail.be]

Gruß, Ralf
Hi!

Auch von mir ein hetzliches Dank für die schönen Bilder.

Ich fahre nächsten Mittwoch mal wieder von Barcelona nach Madrid und werde wieder, vom Zug aus, diese atemberaubende Landschaft genießen dürfen. Deine Eindrücke aus der Ferne - der Hammer!

Vielleicht finde ich noch einen guten Fotostandort um Madrid (ein Kumpel gab mir den Tipp mit der Strecke bei Parla), von Barcelona aus gesehen muss man leider ein sehr großes Stück herausfahren, um ein ansatzweise fotogenes Motiv zu finden.