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Wer etwas verpasst hat, findet hier die ersten Teile:
Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de]



Donnerstag 6.10.2011 Oujda – Nador
Als wir am Morgen aus dem Fenster blickten, wurde unser Blick durch etwas Hochnebel getrübt. Trotz des Schleiers am Himmel stellten wir uns aber für den Nachtzug aus Fès an die Strecke. Da mein Objektiv jedoch streikte, gab es für mich nicht einmal schlechtes Bild des Zugs. Nach dem Nichtbild ging es gleich hinter der Stelle wieder auf die Autobahn nach Taourirt. Dort angekommen, suchten wir uns eine Stelle für den Zug aus Nador. In der hügligen Landschaft unmittelbar bei der Autobahnausfahrt war die Stelle schnell gefunden. Wieder kam der Zug mit einer DF ex SNCF.
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Der Tagzug von Nador nach Fès auf dem Weg nach Taourirt.

Da der Zug in Taourirt Kopf macht, reichte es uns locker den Zug hinter Taourirt noch einmal zu fotografieren.
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Der gleiche Zug hinter Taourirt. Obwohl es eine Verbindungskurve gibt, machen die Züge in Taourirt kopf.

Was nun folgte war eine kleine Streckenkunde. David und Nil kümmerten sich bei ihrem letzten Besuch nämlich nicht um die Strecke hoch ans Mittelmeer. Unsere Erkundungsführte uns bis kurz hinter Hasi Berkane. Im Bahnhof von Hasi Berkane fragten wir beim Chef de la Gare nach Güterzügen. Er erzählte uns von einem Nordfahrer kurz nach Mittag. Dies war lichttechnisch leider etwas ungünstig. Vor dem Güterzug sollte jedoch noch der Personenzug nach Nador kommen. Wir standen für diesen vor und nach dem Bahnhof von Hasi Berkane.
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Der Mittagszug nach Taourirt in der weiten Ebene vor und nach Hasi Berkane.

Anschliessend fuhren wir zum Stausee Mohamed V, wo wir den Güterzug ohne Front- und mit wenig Seitenlicht erlegten. Weiter ging es in Taourirt selber. Nil kannte dort eine Stelle wo er beim letzten Mal eine DF erlegt hatte. Diesmal standen wir für den Zug aus Oujda, der mit einer DH kommen sollte. Zu unserer Verwunderung tat er dies sogar pünktlich.
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Eine DH 350 mit dem Schnellzug nach Fès am Ortsausgang von Taourirt.

Nach kurzem Aufenthalt in Taourirt ging es dehalb wieder in Richtung Nador bis kurz vor Melga el Ouidane. Dort stellten wir uns für den Regio nach Nador. Bei immer tieferem Sonnenstand folgte der Zug schliesslich mit 30 Minuten Verspätung.
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Der abendliche Schnellzug nach Nador zwischen Taourirt und Melga el Ouidane.

Als er durch war ging es weiter in Richtung Nador. In Melga el Ouidane fragten wir noch einmal nach Güterzügen. Wir wurden jedoch enttäuscht, denn der Nachmittagsgüterzug aus Selouane hatte Ausfall. So ging es ohne weiteres Foto rein nach Nador. Bei unserer Fahrt kamen uns dabei immer wieder Polizeifahrzeuge entgegen. Wir fragten uns was wohl los sei oben in Nador. In Nador selber war dann alles mit marokkanischen Fahnen geschmückt. Dies brachte uns auf die Idee, dass ev. der König in der Stadt sein könnte. Die Tatsache, dass der König am Abend im Fernsehen auf irgendeinem Flughafen gezeigt wurde, lasse ich hier mal als Indiz für diese Theorie gelten.

In der Stadt fanden wir ohne grosse Probleme das Hotel de Méditeranée. Dieses wurde Nil empfohlen. Wir fragten an der Reception nach einem Dreierzimmer, bekamen aber nur ein Vierer. Dies war uns jedoch auch egal. Wir checkten ein und gingen dann ins hoteleigene Restaurant, dieses war uns ebenfalls empfohlen worden. Während ich Crevetten bestellten, versuchten es die beiden anderen mit Fleisch. Nil und David waren ob ihrem Menu mässig begeistert und auch ich hatte schon bessere Crevetten gegessen. Immerhin hielt aber das Zimmer sein Versprechen. Es war zwar einfach und auch nicht mehr das neuste. Da es jedoch sauber und die Better bequem waren, schauten wir über diese Mängel gerne hinweg.



Das wars wieder von meiner Seite. Es folgt ein weiterer Tag an der Nadorpiste, dieser Tag präsentiert euch dann aber wieder der Nil.

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1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:04:18:00:22:54.
Hallo Welt


Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de] >> Prolog und bis nach Meknes
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de] >> Zwischen Fes und Meknes
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de] >> Am Barrage Irdirs 1er
Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de] >> … bis nach Oujda

Donnerstag 06. Oktober 2011 - Oujda > Nador

Nador Strecke, ein neues Thema, „endlich“ ;). Ich muss gestehen, mir hat es gefehlt. Dieses "ins gemachte Nest sitzen" und "schon mal gesehen" ist zwar nett, liess meine Motivation aber in den letzten Tagen teilweise auf (hohem) Niveau etwas verflachen. Ich will neues erleben, der Drang dazu fehlt bei mir natürlich nicht, und so war ich wie gesagt gar nicht unfroh, wieder mal etwas zu entdecken - und das war jetzt eben die Nador Strecke.
Doch der Tag begann auch heute wieder mit etwas bekanntem, dem Ibis Frühstück in der gewohnten Qualität, nur der Toast war derart hart das man damit die verhassten Tunesier aus dem Land jagen könnte wenn sie von Osten in Oujda einfallen. Taktisches Kriegsgerät ... vermutlich schon. Unser erstes Ziel nach dem zusammenräumen und losfahren, es war halb 8 Uhr, war der zweite Nachtzug nach Oujda, er soll die Hauptstadt der Ostprovinz um 4tel nach 8 Uhr erreichen (und wurde von uns unpünktlich erwartet). Nachdem wir beim rausfahren den Tank noch kurz gefüllt hatten stellten wir uns an die erstbeste Stelle für den Zug - auf die Brücke der alten Strasse, die man nach dem Bau der neuen 4-spurigen Einfallstrasse einfach seinem Schicksal überlassen hat.
Wir standen erst im Schatten einer Nebelschwade, dann mal in der Sonne und dann wechselten sich die beiden Zustände ab, auch dazwischen wurden einigen Helligkeitsstufen geboten. Als der Zug dann, verspätet, wirklich kam, war der Helligkeitsfaktor leider eher bei „dunkel als bei hell“.

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Zug 145 / 203 hat Casablanca am Vorabend um 22:45 Uhr verlassen und hat sein Ziel Oujda in kürze erreicht. Für die Bespannung war DH 367 zuständig.

Der Vorteil an der Stelle war mal wieder, dass wir in 0,nix auf der Autobahn waren und die 100km nach Taourirt unter die Räder nahmen. Nach nicht mal einer Stunde waren wir da, der Verkehr auf der Autobahn war freundlich gesagt „spärlich“, in der Realität hatten wir vielleicht 5 Autos überholt (davon zwei Pannendienste, die auf der Autobahn immer zu hin und her fahren) und sind einem dutzend entgegen gekommen. Die Stunde beste Autobahn kostete übrigens genau 30DH und damit wieder, vergleichsweise, wenig.
Es war kurz nach 9 Uhr als wir den 2 Spurigen Kreisel an der Hauptstrasse erreichten (die Strassen die rein gehen sind alle nur 1-Spurig, aber was solls) und gleich mal in Richtung Nador abbogen um die ersten Streckenkilometer zu beäugen. Es stand sogar schon ein Zug an, der erste am Morgen von Nador runter, der weiter fährt nach Fes. Für ihn suchten wir uns eine Stelle und wir wurden fündig, bis David merkte, dass das Licht nicht passt und wir weitersuchen mussten. Am Schluss standen wir kurz vor der Durchfahrt des Zuges an einer, naja Stelle, hätte schlimmer sein können.

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[maps.google.com]
An der Neubaustrecke nach Nador. DF 119 kommt aus Beni Nsar Port und wird den Zug bis Fes bringen. Der Zug heisst 501 und befindet sich zwischen Melga el Ouidane‎ und Taourirt.

Wir nahmen nach der Durchfahrt sofort die Verfolgung auf, denn der Zug schleicht um Taourirt. Das liegt natürlich nicht an der Neubaustrecke (und auch nicht an der Alten Strecke) sondern daran, dass der Zug nach Taourirt rein fährt, da Kopf macht, und dann wieder raus kommt - das schöne neue Gleisdreieck nutzt der Zug nicht. Und so blieb uns aber mehr als genug Zeit um etwas weiter an der alten Strecke erneut Position zu beziehen und Flagge zu zeigen.
Aber noch bevor wir die Hauptstrasse erreichten erinnerten wir uns wieder an die best bewachte Kreuzung im Land. An der Kreuzung der Ost-West Strasse mit der Strasse von Nador steht IMMER die Polizei. Die Achtung und Stop Schilder sind fest montiert und egal von wo man kommt oder wo hin man will, man fährt immer an einem Uniformierten vorbei. Etwas muss man den Gesellen aber lassen, auch wenn sie sehr präsent sind, als Tourist wird man eigentlich immer in Ruhe gelassen, so war es auch heute, nicht einmal wurden wir heraus gewunken (dafür zwei mal die direkt hinter uns, hihi). Aber was diese allgemeine Verkehrskontrolle soll (die gibt’s ja überall) verstehen wir nicht, vielleicht muss man dem Marokkaner alle paar Kilometer das Gefühl geben, überwacht zu werden (was sie aber trotzdem nicht daran hinter, zwischen den Kontrollen zu fahren wie Schumi in seinen besten Jahren).
An der Hauptstrasse ging es rechts weg und wir folgten auf ein paar Kilometern der alten Strecke nach (Süd)Westen. Eine erste Stelle die wir sahen liessen wir mal aus weil sich gerade ein Laster voller Feldarbeiter (Feld, Moment, das gibt’s da nicht) da hingestellt hat und wir frech auf deren Gesellschaft verzichten konnten. So liessen wir uns etwas weiter vorne nieder und warteten da auf den Zug nach Fes. Ich hegte noch die Hoffnung, dass die Lok in Taourirt gewechselt wird, wurde aber enttäuscht, den es kam wie beim Bild davor die qualmende ex. FRET DF.

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[maps.google.com]
Da der Zug Taourirt anfährt und nicht die Verbindungskurve nutzt hat man gemütlich die Möglichkeit, den Zug ein zweites mal zu Fotografieren. Nach dem Kopfmachen in Taourirt donnert DF 119 nun in Richtung Fes.

Und dann hatten wir Zeit, viel Zeit, soviel Zeit das wir eigentlich nach Nador wollten um da das Hotel mal klar zu machen. Der Gedanke hielt sich eigentlich so lange, bis wir merkten, wie weit das noch nicht. Die 90km fährt man nicht eben mal in 1 1/2h hin und zurück, selbst wenn die Strasse recht häufig mit der zulässigen Streckenhöchstgeschwindigkeit von 100km/h befahrbar ist (und irgendwie habe ich das Gefühl, die KM Angaben sind Luftlinie ;)). So liessen wir das mit dem Hotel, wendeten an einer guten Stelle und fuhren etwas zurück. Was entdeckten wir auf der Fahrt bis 40km vor Nador alles? Wir merkten, dass keine der uns vorliegenden Karten stimmt was Strasse und was Bahn anbelangt. Wir merkten, dass die Landschaft eigentlich auf einem grossen Abschnitt sehr schön ist (man hat an verschiedenen Stellen freien Blick auf den Barrage Mohamed V). Und wir merkten, dass das mit dem Zug verfolgen sehr schwierig wird ... ausser um die Bahnhöfe rum könnte etwas gehen.
Die Bahnhöfe sind übrigens sehr nett, den sie sind sicher nicht da wo der Namensgebende Ort liegt, das liegt natürlich zu einen Teil daran, dass die Strecke nicht durch die Orte führt, aber .... komisch ist's trotzdem. Die Bahnhofsgebäude sind neu (logisch), der Architekt und der Baumeister, beide haben ihre Arbeit erledigt. Nur danach kam niemand mehr. Die Bahnhöfe haben zwar grosse Glasfronten hinten und vorne, es gibt einen Schalter und eine Schalterhalle ... aber das alles ist leer und dreckig, obwohl neu. Der Landschaftsgärtner hat seine Arbeit ziemlich schlampig erledigt, also eigentlich gar nicht, ob das jemals mehr wird? ABER, die Bahnhöfe sind besetzt und so nervten wir gleich mal den Chef de la Gare mit der Frage nach Güterzügen. Es sollte einer kommen, Richtung Nador, um halb 2 Uhr - also erst nach dem nächsten Südfahrenden Personenzug.
Wir fuhren also zurück und bauten uns um den Bahnhof von Oulad Atman auf, wir hatten eine Stelle kurz davor und eine kurz dahinter gesehen und wenn der Zug hält sollte man ihn eigentlich überholen können. Der Plan war perfekt, nur war die Zugfahrt noch über 1h weit entfernt. Die Stunde mochten wir eigentlich nicht in der prallen Sonne warten, etwas Schatten wäre nicht schlecht. Jetzt ist das in der Wüste naturgemäss nicht immer einfach, Schatten zu finden. So blieb dann "nur" (wobei uns das sehr recht war) eine Unterführung unter der Bahn durch wo wir uns rein stellten, da kommt schon nichts. Kaum gesagt rollte von hinten ein kleiner LKW die Rampe hinab...
Die Stunde im Schatten warten war aber äusserst angenehm, während "draussen" die Sonne die Wüste aufheizte sassen wir im Schatten und genossen den Mittag - wir hatten alles was wir dazu benötigten, Chips und kühle Getränke die wir uns beim Ausflug bis 40km vor Nador unterwegs noch besorgt hatten. Als die Planzeit des Zuges näher rückte stellten wir uns an die Sonne und warteten an der ersten Stelle. Kaum da kam der Zug auch schon ums Eck, obwohl das eigentlich sehr früh war. Nun, die Zeit die er zu früh war stand er dann in Oulad Atman ab (fast 5min) und wir zogen ohne Probleme mit der zulässigen Strecken Höchstgeschwindigkeit an ihm vorbei. Das zweite Foto gleich hinter dem Bahnhof war dann sogar noch besser als wie das erste.

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[maps.google.com]
Der nächste Zug nach Süden, auch er kommt aus Beni Nsar Port und hat Taourirt als Ziel. Er heisst 503 und die Lok DF118. Die Position ist kurz vor dem Bahnhof Oulad Rahou‎ (wo sonst nicht viel ist).

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[maps.google.com]
Der Bahnhof Oulad Rahou‎ ist rechts am Bildrand noch zu sehen (weisser Komplex). Der Zug hat ihn aber bereits wieder verlassen und schnauft die Rampe hinauf.

Wir setzten uns wieder ins Auto und versuchten den Zug ein weiteres mal einzuholen, was aber nicht klappte, im Gegenteil, als wir ihn das nächste mal sahen war er schon weeeeit vorne weg - zu schnell. Aber wirklich Pause hatten wir deswegen nicht, eigentlich begann erst jetzt die stressige Zeit (klingt mächtig übertrieben). Bereits im nächsten Bahnhof kreuzte der Personenzug den erwarteten Güterzug und wir schossen ihn so gut es ging (Nordfahrer kurz nach Mittag - schlecht) mit dem See im Hintergrund. Zu unserer negativen Überraschung war dem Zug eine Wüsten GM und kein Wüsten Franzose vorgespannt ... schaade.

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[maps.google.com]
Güterverkehr auf Marokkanischen Dieselpisten, eine seltene Geschichte. Eine DH kommt mit einem Zug (wir vermuten ob der Wagen aus Oujda) die Nador Strecke hinauf gefahren. Der See im Hintergrund heisst Barrage Mohammed V - also auch ein Stausee benannt nach einem König. Im Dunst noch zu sehen, die "Rigi" von Taourirt!

Als wir von dem Zug das eine Foto hatten, weiter Verfolgen lohnte sich nicht, fuhren wir schleunigst nach Süden bis nach Taourirt. Da steppt der Bär, um 14:47 kreuzen zwei Oujda - Casablanca Züge und der Nador Zug macht jeweils Anschluss an daran (ist 14:30 da und fährt um 15:20 wieder). Den Oujda Zug nach Casa wollten wir eigentlich noch erwischen, es blieben uns 30min um die Strecke zu erreichen und es reichte uns dicke. Es reichte sogar noch nach Taourirt rein zu fahren und da eine Stelle aufzusuchen an der ich vor einem Jahr bereits den Nador Zug erlegt habe.
Die Stadtplaner von Taourirt hatten sich einiges überlegt und ein wildes Strassennetz im Westen der Stadt in die Wüste bauen lassen. Vor 1 1/2 Jahren war das Netzt bereits fertig, aber kaum ein Häuslebauer hat sich verwirklicht, dieser Zustand hat sich geändert, einige Häuser waren bereits fertig und andere im Rohbau, es geht also etwas ... und das hat auch Einfluss auf das Motiv, es ist jetzt alles etwas verbauter (nicht lebendiger, die toten nicht verputzten Betonrohbauten sind nicht wahnsinnig läbig). Wir waren um 40 da und warteten mal im Auto auf die Planzeit. Irritiert waren wir ab dem Umstand, dass der Zug nach Oujda nicht kam (Verspätungen soll es ja geben) - was dann aber vollends irritierend war, war der Zug nach Casa der Pünktlich auf die Minute vor uns durch die Kurve gerollt kam.

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[maps.google.com]
Ein "bekanntes" Motiv am Ortsausgang von Taourirt. Was heute fehlte waren die Kinder. Dafür kam Zug 204 / 104 gut im Licht.

Also entweder war der Ostfahrer schon da oder so viel zu spät, dass man die Kreuzung verlegt hat. Wir glaubten zwar nicht an letzteres, wurden aber eines besseren belehrt. Wir standen nämlich für den Zug nach Nador bereit an der Strecke (nette Stelle). Doch er kam nicht, einfach nicht ... also würde er wohl, so unsere Vermutung, auf den Anschluss aus Casa warten und erst fahren, sobald die Leute umgestiegen sind. Da er Taourirt eigentlich erst 30min nach der Ankunft des Casa Zuges verlässt dürfte der Casa Zug also ordentlich Verspätung haben, es war am Schluss dann wohl mehr als eine Stunde, denn der Nador Zug kam bei uns mit etwas über 30min Verspätung.

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[maps.google.com]
DF118 kehrt mit dem Gegenzug aus Taourirt zurück, der Zug hat drei (relations) Nummern und der Ort heisst Melga el Ouidane‎.

Den Zug aufzuholen probierten wir gar nicht erst, war sowieso aussichtslos. Trotzdem folgten wir ihm in seine Richtung, den Nador war das erklärte Ziel des Abends. In Oulad Atman belästigten wir noch mal den Bahnhofsvorstand und entlockten ihm, dass um 19 Uhr ein Güterzug nach Süden fährt, leider etwas spät. Ein weiterer Güterzug, der etwa jetzt kommen sollte (die Sonne strahlte perfekt vom Himmel und eine unzählbare Anzahl Stellen für Südfahrer wäre im Licht) habe heute leider Ausfall. Morgen fahre der aber vielleicht, ähä!

Bis wir Nador erreichten war es fast schon dunkel, wobei uns vor allem das letzte Stück ab Selouane recht viel Zeit kostete. Da war ein Unfall, ab und an eine Polizeikontrolle und alles zusammen liess den Verkehr ins stocken geraten. Ein Umstand machte uns etwas sorgen, die Stadt hat sich heraus geputzt, kein Lampenmast ohne Marokko Flagge weit und breit, überall hingen Bilder vom König, was war den da los? Eine fiese Vorahnung beschlich mich was die Hotelfrage anbelangte, aber nein, darauf hatte ich keine Lust!
Mit meinem Handy und der unvollständigen OpenStreetMap Karte fanden wir das Hotel auf Anhieb und als ich am Strassenrand daneben stoppe schaute ich zweimal, ob wir wirklich an dem Hotel „ Mediterane“ sind. Vorstellung: Ein Hotelkomplet mit Restaurant, Blumengarten, mit Pool und Liegestühlen, dazu ein Page der die Tür öffnet wenn man sich nähert und ein anderer der das Gepäck aufs Zimmer trägt. Preis? Keine Ahnung, darf etwas Kosten. Aber, Realität: Ein kleines Hotel in einem siffigen mehrgeschossigem Gebäue direkt neben einer riesigen Baustelle (für das Hotel Ritz). Das beschrieben Restaurant sah verdammt geschlossen aus und das Hotel hatte weder Parkplätze noch Pagen. Aber dafür ein 4er Zimmer für uns, zu einem relativ günstigen Preis. Ich muss aber noch sagen, nachdem wir geparkt hatten vor dem Hotel und unser Zimmer bezogen bin ich positiv überrascht. Eigentlich kenne ich es ja vor allem in die andere Richtung (aussen Hui, innen Pfui) hier war es aber super. Preis / Leistung: Daumen hoch. Das Restaurant sollte erst um 20 Uhr öffnen, so lange vertrieben wir uns im Zimmer und auf dem Balkon die Zeit mit Duschen und Leute gucken.
Im Restaurant gab es dann das Abendessen und Pascal machte sich mit einer schier unbegrenzten Begeisterung hinter einen riesigen Berg von Crevetten welcher er vorgesetzt bekam. David und ich wir backten kleinere Brötchen.
Um 22 Uhr waren wir zurück auf dem Zimmer, Internetz und (verständliches) TV gibt es nicht und so beschäftigen wir uns mit allerlei und diesem und jenem, gn8!




Nächster Teil dann in Bälde, wir bleiben an der Strecke.

Gruess


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...

Wieder wunderbar! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 18.04.12 13:45

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
da gibt es ein schönes Video von [www.laregordane.fr] l` Integrale des CC 72000 u.a. ein Film in Marroko mit der DF pour Tanger...
Gibt es eigentlich von Oujda die Strecke nach Bou Afra(?) noch? Bin die mit einem etwa einen Kilometer langen Zug 1989 gefahren. Damals führte der Güterzug von der Mine(?) noch einen Personenwagen mit. Ich war der einzige Passagier und durfte ein Stück auf der Lok mitfahren. Der Zug verkehrte einmal in der Woche Sonntags um 9.20 Uhr. Er startete außerhalb des Ortes an der Mine. Musste mit einem Eselskarren zu der kleinen Station. In Bou Afra lagen noch die Schienen der Streckre nach Algerien nach Colomb Bechar, die später in die Strecke einfädelten. Eine atemberaubende Fahrt durch die Wüste.
Ja die Strecke gibts noch, befahren lässt sie sich 1-2 mal im Jahr mit einem Touristenzug.

[www.trainmaroc.com]

Angeblich soll es noch gewissen Güterverkehr geben, effektiv davon was gesehen haben wir aber nie. Regulären Personenverkehr gibt es keinen mehr.

Mr._Hockey schrieb:
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...
> http://www.bahnbilder.ch/pictures/large/10020.jpg
> Eine DH 350 mit dem Schnellzug nach Fès am
> Ortsausgang von Taourirt.

Ist das der Lackierung geschuldet und sieht nur so aus oder stehen da am 2. bis 4. Wagen die Türen offen?

Danke für die tollen Bilder!

Gruß, Ralf
Die Türen sind offen ja, aber das ist ja keine Besonderheit, zumindest nicht in gewissen Ländern ;)

http://bahnbilder.ch/graphics/banner.png
Mr._Hockey schrieb:
-------------------------------------------------------
> Die Türen sind offen ja, aber das ist ja keine
> Besonderheit, zumindest nicht in gewissen Ländern
> ;)

Schon klar und bei den Klimabedingungen verständlich.

Mich hat es nur doch etwas verwundert da die Züge und Anlagen auf euren Bildern sonst einen geradezu "schweizer" Zustand zeigen. :-)

Gruß, Ralf