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Hallo Welt

Der nächste Teil. Wir verlassen Fes bereits wieder in Richtung Osten. Die Nacht verbringen wir in Oujda, den Tag aber noch in bekannten Gefilden zwischen Taza und Toubaa.
Viel Spass!

Teil 1: [www.drehscheibe-foren.de] >> Prolog und bis nach Meknes
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de] >> Zwischen Fes und Meknes
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de] >> Erster Tag am Barrage Idris 1er




Mittwoch 05. Oktober 2011 - Fès > Oujda

Im Vergleich zu gestern war das aufstehen heute irgendwie angenehmer, was daran lag, dass es auch wirklich blau war und nicht nur so pseudo-blau wie auch schon. Vorteil = Tag beginnt Motiviert. Also sind wir um 7 Uhr runter zum Frühstück, viel zu früh, und haben uns durchs Buffet gemampft. Der O-Saft war wieder mal ... ich könnte jeden Tag davon schwärmen.
Es hiess heute nach der zweiten Nacht in Fes schon wieder Abschied nehmen vom Ibis, die nächste Nacht war in Oujda reserviert und somit das Ziel für den Abend auch gleich schon definiert. Wir liessen uns nach dem Essen etwas mehr Zeit als sonst, was vor allem daran lag, dass wir genau wussten viel zu viel Zeit haben bis dann am Barrage Idris 1er auch wirklich etwas passiert. Entschuldigung bitte wie? Güterverkehr? NEEIN ;)
Es war dann sicher halb 9 Uhr bis wir raus kamen und auf dem Parkplatz in Richtung unseres Autos liefen. Da wurden wir dann wieder von zwei Herrschaften empfangen, der eine (der mit dem blauen Kittel) war vom Parkplatz und erzählte mir ganz stolz, dass er die ganze Nacht auf mein Auto aufgepasst hat. Ich gab ihm weil er so lieb und unauffällig gefragt hat wieder mal viel zu viel Trinkgeld und wendete mich dem zweiten Herren zu. Und schon wieder hätten wir die Medina suuuper besichtigen können ... nett, dass immer gefragt wird ;).
Wir beluden unsere schwarze Gurke und brausten dann über den Petit Taxi Parkplatz - Kreisel - Verkehrsfläche davon. An der Ausfallachse hielten wir noch einmal kurz an um ein paar Fotos von der Medina zu schiessen ehe wir langsam aus der Stadt hinaus kamen.

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Blick auf die Medina von Fes. Ein unvorstellbares Gewühl an Gassen und Pfaden, durch einen komplex wo mehrer 100'000 Leute Leben und Arbeiten!

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Ein Grand Taxi, dem Massentransportmittel auf dem Land

Vorbei an der Polizeikontrolle #1 und #2 (ohne Probleme) und schon waren wir in Ouled Ayad. Da ich ziemlich genau wusste wo ich heute hin wollte, Zeit zum überlegen hatte ich gestern ja mehr als genug, fuhren wir das ganze heute von hinten an. Die Strasse dem Stausee entlang kann man so mehrheitlich umfahren und so erfolgreich Nerven und Material schonen ;).

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Der Strassenzustand entlang des Barrage Idris 1er … toll!

In der prallen Sonne erreichten wir den spannenden Abschnitt und ich lief gleich durch ein braunes schönes Feld bis zur einen grossen Bahnbrücke über einen Seitenarm des Barrage Idris 1er (der jetzt im Herbst aber nicht wirklich Wasser führte). Ich setzte mich unter den Brückenkopf in den Schatten und las ein bisschen in meinem Buch - vielleicht eine Stunde wartete ich wie die Uhr voran schritt und irgend eine Zahl mit 11 davor anzeigt. Als das der Fall war stand ich in die Sonne raus zu Pascal und David (die eigentlich woanders hin wollten, war wohl nix) und wir warteten gemeinsam auf die beiden Züge, die nur unweit von uns in Toubaa kreuzten.

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[maps.google.com]
Vor dem Mittag am Barrage Idris 1er nächst Douar Byadate, eine DH mit dem Voyageur 202 / 182 von Oujda nach Tanger röhrt dem See entlang. Gleich wird Toubaa erreicht.

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[maps.google.com]
Der Gegenzug von 105 / 205 von Casablanca Voyageur nach Oujda vom selben Standpunkt bei Douar Byadate aus.

Als das geschehen war blieb uns erstmal noch ein Zug übrig, der Nador Zug in knapp 2h. Obwohl es windete (und der Wind sogar relativ kühl war) wollten wir überhaupt nicht in der Sonne warten, so kam es das wir nach ein wenig hin und her fahren (Stellenguck) etwas bastelten und am Schluss gleich hinter dem Bahnhof von Toubaa im Schatten eines Baumes sassen. Zuvor waren wir am Bahnhof und haben den Chef de la Gare nach Train Marchandise gefragt, weiter auch ob wir in der Umgebung seines Bahnhofs Bilder machen dürfen. Es gab ein „Nein“ und ein „Ja“ als Antwort, in der Reihenfolge - zugegeben, anders rum wäre es mir sogar lieber gewesen.

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Strassenständen entlang der N6.

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Palmen und eine Ruine "im" Barrage Idris 1er. Als wir im Februar am See waren, standen die Palmen im Wasser ...

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[maps.google.com]
So sah es im Februar aus, wie sich die Landschaft doch verändern kann!

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[maps.google.com]
Blick von Toubaa auf den Stausee.

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Blick auf die Staumauer des Barrage Idris 1er.

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[maps.google.com]
Nochmal ein Vergleich, nicht genau dieselbe Perspektive, trotzdem muss man zwei mal schauen!

So warteten wir dann im Schatten, der Wind war irgendwie schlagartig unangenehm warm geworden, auf den Zug aus Nador. Wie bestellt rollte er, kaum hatten wir uns in die Sonne gestellt, an unseren Nasen vorbei. Bespannt wieder mit einer FRET DF, genau der gleichen wie gestern sogar.

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[maps.google.com]
Voyageur 204 von Nador nach Fes an der Einfahrt von Toubaa mit der aus Frankreich immigrierten DF116.

Und dann? Da wir Oujda als Ziel hatten waren wir geneigt gleich etwas Kilometer zu schrubben und dem zweiten Tagzug von Oujda nach Fes irgendwo vor Taza in der Wüste aufzulauern. Wir fuhren also im ZickZack, immer den Schlaglöchern ausweichend, zurück bis nach Ouled Ayad, besorgten uns da noch kühle Getränke, und fuhren dann auf der alten Strasse in Richtung Taza. Die Autobahn kam bald in Sichtweite, nur Ab- und Auffahrten gab es irgendwie keine, über Kilometer und Kilometer, muss ganz schön bitter sein für die Anwohner dieser Gegend (wobei es wohl schlimmeres gibt für die als keine Autobahnausfahrt zu haben).

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Die Autobahn im Blick fährt man etliche Kilometer auf der alten Hauptstrasse …

Als wir dann endlich an einer Abfahrt vorbei kamen wollten wir aber gar nicht mehr auf die Autobahn rauf, Taza war nicht mehr weit und an Taza vorbei sollte es sowieso nicht mehr reichen für den Zug. So fuhren wir auf der alten Strasse weiter über einen kleinen Pass und hielten ganz gespannt nach Fotostellen Ausschau. Gerade an dem Pass hat man die Autobahn sehr positiv bemerkt, früher war die Strasse bums voll mit komischen kleinen LKW's und Schleichverkehr, heute rollten wir ungehindert den Pass hinauf und auch wieder hinunter. Die Eisenbahn unterquert die Hügelkette übrigens mittels eines relativ langen Tunnels.
Auf der Ostseite des Passes liegt Bab Merzoka sowie ein kleiner Bahnhof. Und schon von weitem sahen wir, dass da ein wüsten Franzose mit einem Zug drin stand. Das Spitzenlicht war an und wir waren etwas verwirrt ob der Sichtung, der Toubaa-Mann hatte doch gesagt, No Train Marchandise aujourd’hui? Vielleicht nur Bauverkehr, egal ... Foto machen! Anstatt beim Bahnhof zu Parken, die Zufahrt ist unterirdisch und eher ein Dacia- als ein Peugeot-Weg, parkten wir an der Hauptstrasse und stachen durch eine Olivenbaumplantage zu der abgestellten Lok runter. David holte uns das OK im Bahnhof und wir schossen die Lok beim stehen.

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[maps.google.com]
Im Bahnhof von Bab Merzoka steht mit DF112 eine "echte" Marokkanische DF.

Um 16 Uhr, und noch vor dem Personenzug, soll der Zug den Bahnhof verlassen, war die Info die David dem ONCFler entlocken konnte. Das war für uns, die Uhr zeigte halb 4 Uhr, der Startschuss eine nette Stelle zu finden, mit ein bisschen Seitenlicht - der Bahnhof schied somit bereits aus. Aber etwa einen Kilometer hinter dem Bahnhof passte das Licht ganz gut und man konnte auch vernünftig stehen.
Wir fragten uns die ganze Zeit, warum der Zug auf dem Ausweichgleis steht und auf was er wohl wartet? Die Antwort rollte um kurz vor 16 Uhr in Form eines Bauhobels an unserer Stelle vorbei. Und dann, nur keine Eile, 5min später heulte der Motor des Franzosen auf und der (kurze) Zug beschleunigte aus dem Bahnhof raus auf die Strecke und an unseren Köpfen vorbei.

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[maps.google.com]
Nach einiger Zeit fuhr die Lok mit dem Wagen aus dem Bahnhof raus in Richtung Fes, wir warteten kurz dahinter auf die Durchfahrt.

Zufrieden über dieses "Gratis Bild" bestiegen wir unsere schwatte Blechbüchse und suchten uns etwas für den folgenden Personenzug. Und als er Taza planmässig verlies standen wir. Die Stelle war ... nicht so gut, aber der kurze Abschnitt zwischen Bab Merzoka und Taza ist irgendwie alles andere als optimal, vor allem was der Sonnenstand anbelangte. So blieb es halt bei einem "Notschuss" in der nähe der nächsten Autobahnauffahrt und direkt neben einem riesigen projektierten DINGS. Die Strassenlampen standen schon mal aber die dazu gehörigen Strassen fehlten noch, und auch das Wachhaus an der Einfahrt war unbesetzt (der beste Parkplatz weit und breit war es trotzdem).

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[maps.google.com]
Voyageur 206 / 140 rollt von Oujda nach Casablanca und kommt hinter Taza auch im Oktober noch gerade so im Licht. Er hat Taza um 16:25 verlassen und wird um 22:45 erst in Casablanca eintreffen ...

Der Zug war mit etwas Verspätung durch und war es kurz vor 17 Uhr als wir die Kameras wieder in die Taschen steckten. Uns stand nun der „anstrengende Teil“ des Tages bevor. Die etwas über 200km fahrerei nach Oujda, dafür braucht man über die Landstrasse, wir hatten es letztes Jahr schon "gemerkt" ewig lange, 4 Stunden sicher.
HAHA! Von wegen Anstrengend, dass ganze ist jetzt kinderleicht. Die geschätzten 4h Weg bis Oujda waren einmal, keine 2h braucht man noch über des Königs neuste Autobahn. Da wir gleich an der Auffahrt standen waren wir sehr flott auf der Spur und ab diesem Zeitpunkt zeigte der Tacho recht konstant 120km/h bis Oujda erreicht war - eine Freude diese Autobahn.

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Auf der neuen A2, im Juli eröffnet ... und die Fahrzeuge sind jetzt einfach auf der Autobahn anstatt auf der Hauptstrasse ;).

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Autobahn durch die Hügel hinter Taza

Die Autobahn wurde erst vor 2 Monaten eröffnet und war noch nicht überall so richtig fertig, so fehlen noch zwei Ausfahrten (die auf dem Ticket aber schon vermerkt sind), die Raststätten befinden sich noch im Rohbau und überall wurde noch gewerkelt und geschraubt neben der Bahn - aber zum Glück war sie schon geöffnet!
Die grosse Frage vor dem verlassen der Piste war dann noch: Wieviel kostet uns der Spass? Ich rechnete mal mit Europäischen Tarifen und war mir sicher, dass wir nicht mit weniger als 100DH durchkommen ... ich rechnete mit 150 DH oder so. Das die Anzeige am Häuserl dann „nur“ 64 DH anzeigte überraschte mich dann doch, 7CHF für 2h neuste Autobahn, schön günstig.
Die Einfahrt in die Stadt gelang routiniert, ich wusste zwar nicht mehr genau wo lang, aber irgendwie kann man den Bahnhof gar nicht verfehlen, einfach am grossen Kreisel gerade aus (aufpassen, Petit Taxis von links und rechts) und dann an der nächsten Ampel links (aufpassen, Petit Taxis von links, rechts, von hinten und von vorne). Am Hotel war der allerbeste Parkplatz noch frei, extra für uns (Zufall?) und wir checkten gleich mal ein ;).
Das Ibis in Oudja fällt leider in der Hotelwertung recht weit zurück, der Lift ging nicht (Koffer = Schwer) und das Internet funktionierte nur „selten“. Ausserdem war der Lärmpegel in der Lobby derart hoch, dass es mir nach 30min verleidete gemütlich in der „Lounge“ zu sitzen. Was wir auch noch probierten vorhin war, das Hotel in Nador zu reservieren. Nach einem Tipp sollen wir uns im Hotel Mediterrane einquartieren. Nur: Wir erreichen das Hotel telefonisch nicht und im Internet lässt es sich nicht buchen - phuu. Auch der Mann hinter dem Tresen konnte uns nicht helfen, er hat uns nur eine neue Vorwahl von Nador gegeben, aber die geht irgendwie auch nicht. Früher als sonst liege ich im Zimmer und mache nichts mehr ...




Das wäre dann auch schon wieder dieser Teil. Oujda blieb für uns nur eine einmalige Station, bereits am nächsten Tag kümmerten wir uns fast ausschliesslich um die Nador Strecke.

Grüsse



Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Gemäss diesem Thread hier:
[www.skyscrapercity.com]
scheint es übrigens mit der Elektrifizierung der Strecken Fes - Oujda sowie Taourirt - Nador vorwärts zu gehen. So wie ich das interpretiere enthält das verlinkte Dokument
[www.oncf.ma]
das Beschaffungsprogramm der ONCF für 2012. Darin enthalten sind (Übersetzungsfehler vorbehalten)
* Zeile 160: Elektrifizierung Fes/Oujda und Taourirt/Nador: Materialbeschaffung (?) 2. Quartal
* Zeile 161: Elektrifizierung Fes/Oujda und Taourirt/Nador: Beschaffung Baumaschinen 1. Quartal
* Zeile 162: Elektrifizierung Fes/Oujda und Taourirt/Nador: Ausrüstung der Bauequipen für die Unterwerke 3. Quartal
* Zeile 163: Elektrifizierung Fes/Oujda und Taourirt/Nador: Erstellung Fahrleitung 3. Quartal

Wer hier noch ungestört Dieselverkehr fotografieren will sollte sich besser sehr beeilen...

Wobei mit der Elektrifizierung hoffentlich ein Angebotsausbau einher geht - Was für das Fotografieren natürlich wiederum nett wäre.





3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:04:16:23:01:03.
Hallo!

Sehr schön, besonders das Palmenvergleichsbild taugt mir! :-)

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg