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Mit etwas Verzug folgt Teil 3 von unserer Marokko Serie. Wenn ich mich recht erninnere, war dies der einzige "Schlechtwettertag", deshalb gibt es heute auch nur sechs Bilder.



Dienstag 4.10.2011 Fès – Fès
(Text: Pascal Zingg, Bilder: Pascal Zingg und David Gubler)
Wie wir dies am Vorabend noch befürchtet hatten, zeigte sich das Wetter an diesem Morgen von der schlechten Seite. Trotzdem fuhren wir gegen acht Uhr raus auf die Strecke in Richtung Taza. Beim kleinen Bahnhof gleich hinter dem Scheiteltunnel an der Rampe zwischen Fès und Idris Premiere wollten wir noch kurz nach Güterzügen fragen, doch hatte sich der Bahnhofvorstand im Bahnhof versteckt und alle Fenster geschlossen. Wir vermuteten, dass er am Schlafen war und trotteten ab. Die Reise führte nun am Idris Premiere Stausee vorbei. Der See hatte sehr wenig Wasser, so dass man das alte Trassee der Bahn im See erkannte. Ja sogar eine Brücke im See war auszumachen.
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Eine Brücke von der ehemaligen Trasse mitten im trockengelegten See.

Vor der Ortschaft von Matmata stellten wir uns dann für den ersten Zug aus Oujda. Zu unserer Freude riss das Wetter nun etwas auf. So hatten wir bei der Planzeit des Zuges praktisch Volllicht. Leider hatte der Zug jedoch Verspätung, was ein Bild mit nur wenig Licht ergab. Ähnlichs galt für den Gegenzug. Auch bei ihm standen wir zur Planzeit in der Sonne, als der Zug kam, wars dann aber dunkel. Nun galt es eine Stelle für den Zug aus Nador zu finden. Die beiden anderen entschieden sich für einen Querschuss auf die Brücke, auf der wir schon den zweiten Zug gemacht hatten. Da mir diese Stelle jedoch nicht gefiel, suchten wir noch einige andere Stellen auf. Der Konsens war, dass die beiden andern an der ursprünglichen Stelle landeten und ich nochmals an die Brücke vom Oujda-Zug fuhr. Da nun ein anderer Loktyp bei mehr Licht kommen sollte, machte es mir nichts aus, dass ich diese Stelle schon hatte. Der Zug sollte dann mit einer grünen DF kommen.
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Der Zug aus Nador auf der Brücke bei Mamata (oben). Ganz anders sah diese Stelle im Februar 2010 aus, wie man auf dem unteren Bild sieht.

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Nochmals der Zug aus Nador an der Stelle wo Nil und David standen.

Ich setzte mich anschliessend ins Auto und fuhr zügig zu den beiden anderen. „Vielleicht schaffen wir den Zug ja nochmals“, war meine Überlegung. Als ich bei den anderen ankam, kamen sie auch schon gerannt. Anscheinend hatte David einem Einheimischen erklärt, was wir hier tun. Der Einheimische meinte, er sei von einer Behörde und was wir hier tun sei verboten. Er begann anschliessend zu telefonieren und bot einen Kollegen auf. Dann fuhr er davon. Aus Angst, dass da noch jemand kommen und etwas von ihnen wollen würde, setzten sich David und Nil deshalb schnell ins Auto. Wir fuhren nun wieder in Richtung Fès. Als wir bei der Kehre von Douar Massdoura wieder auf die Strecke trafen, bemerkten wir, dass es für ein weiteres Foto des Zuges reichen musste.
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Nochmals der gleiche Zug, diesmal am Fusse der Kehren von Douar Massdoura.

Wir schossen ihn mit etwas Frontschatten und legten uns anschliessend in den Schatten. Der nächste Zug nach Nador sollte erst in 90 Minuten kommen. Nach diesen 90 Minuten war auf dem unteren Teil der Kehre dann auch ein Zug auszumachen. Es war jedoch nicht der Zug nach Nador, es war derjenige nach Oujda, Nil hatte sich nämlich im Fahrplan verkuckt. Ob nun Oujda oder Nador war uns allerdings egal. Wir schossen den Zug und fuhren dann wieder rein nach Fès.
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Der Abendzug nach Oujda in den Kehren von Douar Massdoura.

Was nun noch folgen sollte war der Zug nach Nador, der Fès um 17:15 Uhr verlässt. Wir spekulierten, dass dieser Zug ev. noch beim McDonals von Fès im Licht kommt. Das Licht war allerdings schon 45 Minuten vor dem Zug nicht mehr zu gebrauchen. So beendeten wir diesen Tag bereits um 16:30. Was nun noch folgte war ein Essen in der Stadt und ein bisschen rumhängen am Hotelpool.



Das wars auch schon wieder von mir. Teil 4 kriegt ihr (voraussichtlich Morgen) von Nil.

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Hallo, auch von diesem Tag wieder mein Bericht.

Dienstag 04. Oktober 2011 - Fès > Fès

Fes ist bekanntlich der Start der Dieselstrecke nach Osten, nach Oujda und Nador. Diese Strecke ist, so schön alles andere in Marokko ist, das Highlight welches die Eisenbahn zu bieten hat. Das liegt an der Landschaft, den Zügen und dem ganzen drumherum. Nicht unbedingt als Highlight bezeichnen kann man den Fahrplan auf der Strecke, der doch eher als Bescheiden bezeichnet werden darf. Zwei Zugpaare nach Oujda und eins nach Nador gibt es über Tags, wobei man davon eigentlich nur 2/3, also 4 Züge fotografieren kann. Das wär’s dann aber auch schon. Auf Güterverkehr hoffen darf man nicht, das hatten wir uns schon letztes Mal abgewöhnt und wir begannen damit auch diesmal auch gar nicht mehr (ist besser um Enttäuschungen zu vermeiden ;).
Da ich mit Klasse statt Masse aber kein Problem habe, hab ich auch kein Problem damit an der Dieselstrecke gemütliche Tage zu verbringen, nicht bei den Motiven die der Barrage Idris 1er (Stausee) bereit hält!
Die ONCF hat auf dieses Jahr den Frühzug von Taza nach Fes gestrichen, diese Leistung konnten wir letztes Jahr noch Fotografieren, dieser Zug machte aber jeweils eine relativ frühe Abfahrt aus Fes notwendig, da man um 8 Uhr bereits an den Stellen stehen musste. Ich will kein Geheimnis daraus machen, dass mir das fehlen dieser Leistung ziemlich egal ist, denn so ist das erste was auf der Schiene geschieht um etwa 11 Uhr die Kreuzung zweier Oujda Züge in Toubaa (direkt am See). Das man wegen einer Kreuzung um 11 Uhr nicht allzu früh los muss liegt auf der Hand, und so verabredeten wir mal provisorisch eine Abfahrt um 8 Uhr gestern, damit wir um halb 10 Uhr in der Ecke sind ... macht alles Sinn, genau so wie der Frühstückstermin um 7 Uhr.
Geweckt durch Pascals Wecker, mein Handy lag im Bad an der Steckdose, schaute ich mal raus und sah, dass es nicht sonderlich hell war. Als Pascal aber rausschaute und mit den Worten "momol, es ist Sonnig" die Situation auflöste war ich zufrieden. Als ich mich von diesem Umstand selber überzeugen wollte merkte ich, dass da irgendwer geflunkert hatte. Der Himmel war käumlich bläulich, sonder weiss - so ein schei** (was für ein toller Reim ;)).
Tjaa, das war eigentlich nicht geplant, kam aber nicht ganz unvorhergesehen, der Wetterbericht meine gestern Abend schon etwas in die Richtung, auch wenn ich das nicht wirklich geglaubt habe. Also startete der Tag unter hochnebelartiger Bewölkung, was bei mir drin den Schalter von "los!" auf "easy?!" umlegte. Warum eilen wen man es auch gemütlich haben kann? So liessen wir uns beim Frühstück und im Zimmer etwas mehr Zeit als wir es sonst vielleicht getan hätten. Trotzdem verliessen wir um kurz nach 8 Uhr das Hotel und ich lenkte uns aus dem Parkplatz heraus.
Dank unserer neu gewonnen Orientierung fanden wir ohne weiteres auf die Ausfallstrasse in Richtung Osten, und mit dem Verkehr der sich in Grenzen hielt hatten wir vorderhand keine Probleme. Ich hoffte eigentlich darauf, dass mit der Fahrt nach Osten der Himmel eher heller würde, was aber vorerst nicht der Fall war. Es blieb siffig und dunkel, auch nicht als wir hinter der grossen Kehre der Bahn nach vielleicht 30min Fahrzeit die Hauptstrasse verliessen und auf die Nebenstrasse wechselten die uns immer der Bahn entlang bis zum Barrage Idris 1er führt. Wir fuhren die Strasse einfach gleich ganz ab bis wir auf der anderen Seite nach anstrengenden 25min wieder an der Hauptstrasse waren. Anstrengend? JAWOHL! Weil entweder spielt mir meine Erinnerung mal wieder ein Streich, oder die Strasse ist seid dem letzten Besuch wirklich so viel schlechter geworden. An Passagen mit ein paar Schlaglöchern konnte ich mich erinnern, dass man aber permanent Gefahr lief das Auto in irgend einem Loch zu versenken (oder auf einem Hubel aufzusetzen) - das war mir neu. David hatte dann mal die Theorie, dass wir mit dem blöden Dacia einfach über die Löcher geflogen sind ... aber an einen solchen Spass (den es wäre definitiv einer gewesen ;)) könnte ich mich sicher erinnern. So bleibt nur der fade Nachgeschmack der Fahrt, dass wir um die Stellen am See erreichen zu können wieder da "durch" müssen - Danke für Obst.
Was wir dann taten hatte etwas verzweifeltes an sich, wir stellten uns einfach mal ans Ende des Sees und warteten ab was geschieht, der Zug war noch über 1h von uns entfernt. Entschuldigung, ich korrigiere: Wir stellten uns an das theoretische Ende des Sees. Im Februar war der See sehr gut gefüllt und reichte bis an den Ort ran wo wir jetzt standen, dass war heute irgendwie nicht der Fall. Schon etliche Kilometer davor endet der See und das Land darüber liegt bracht. Hie und da wird vor allem die Uferzone Landwirtschaftlich genutzt, aber grösstenteils ist der Boden nur Staub. Was man dafür deutlich sieht beim Niedrigwasser ist der alte Streckenverlauf der Eisenbahn. Sogar eine alte Stahlbrücke liegt "im See", von der hatten wir im Februar gar nichts gesehen!

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Das hatten wir letztes Jahr gar nicht gesehen, eine Brücke der alten Trasse, mitten im heutigen Seebecken.

Wir warteten also an der Stelle und hofften auf Besserung am Himmel. Unser Wunsch wurde erhört und von Norden her zog langsam immer mehr blau in unsere Richtung. Zwischenzeitlich wurde es richtig Hell und wir begannen zu Hoffen, dass es doch noch etwas geben könnte mit Sonne? Wir sassen permanent an der Grenze zwischen einer Schleierschicht im Osten und Wolken im Westen, dazwischen, also bei uns, war es ein bisschen aufgeklart. So konnten wir uns nicht wirklich verschieben und wir mussten hoffen, dass das viele blau von Norden reinzieht bevor der Zug kommt.
Als die Zeit näher rückte stieg ich mit meinem Buch zur Stelle hoch und wartete lesend in der Sonne (!!) auf den Westfahrer aus Oujda. Es hätte ja fast geklappt, als Pascal (er stieg in der Zwischenzeit auch zu mir hoch) den Zug aber erblickte war es gerade ziemlich dunkel. Das war insofern Schade, als das es hätte klappen können. Aber wir liessen uns von dem einen Bild die Laune nicht verderben, dafür war viel zu viel blau zu sehen Himmel, welches in unsere Richtung zu ziehen schien.

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[maps.google.com]
Matmata an einer uns nicht unbekannten Brücke. Der Zug heisst 202/182 und kommt aus Oujda. Beim letzten Besuch war links noch ziemlich viel Wasser im See ...

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So sah die Szene im Januar 2010 aus .. ein bisschen mehr Wasser im See (und nicht so ein blödes Halblicht)

Wir verschoben uns dann alle gemeinsam an eine weitere Stelle in dem Abschnitt, wieder mit Blick auf eine Brücke und warteten auf den Gegenzug der in Toubaa mit dem Westfahrer kreuzen musste. Als wir an der Stelle waren, war es Sonnig, ich fertige schon mal einen Probeschuss an ... und dann kam ein Schleierband. Wir waren schon fast komplett durch nach 20min warten im Schatten, ich erwähnte gerade, dass es heller wird uns sich der Zug noch ein bisschen gedulden müsste, da sah Pascal den Zug kommen (ich weiss gar nicht warum Pascal den Zug immer als erstes sieht). Es war zwar heller als zu den dunkelsten Zeiten, aber von Sonne zu reden wäre falsch. Gemein fällt da mein Probeschuss in der Sonne auf, wenn man die Ausleuchtung der Landschaft vergleicht.

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[maps.google.com]
Zug 105 / 205 rollt mit dem Gegenzug nach Oujda über diese Brücke nächst Matmata. Leider liess uns das Wetter etwas im Stich in diesen Stunden ... blöd wenn der ganze Fotografierbare Zugverkehr um die Zeit kommt.

Was nach diesem Bild anstand war der sehr erfreuliche Teil dieses Jahr. Wir durften uns wieder eine Stelle für Westfahrer suchen. Vor einem Jahr war nach diesem Zug der Tag eigentlich schon fast gelaufen, in diesem Fahrplan gibt es aber einen weiteren Zug nach Fes. Er kommt aus Nador und hat zu allem "Überfluss" auch gleich noch eine DF als Zuglok im Plan - was das ganze natürlich im Faktor X spannender macht (nichts gegen die DH). Für diesen Zug, der etwa in 1h bei uns sein sollte, durften wir uns jetzt eine Stelle suchen.
Erst stellten wir uns auf einem rege genutzten Weg zu einem Dörfchen in die Berge quer zu einer Brücke hin und warteten, als die Planzeit aber auf 20min ranrückte und ein paar Wolkenfetzen meinten das Motiv immer mal wieder zerstören zu müssen verschoben wir uns noch weiter nach Westen, in die Sonne. Nur war da die Stelle nicht ganz so prickelnd, was David und mich am Schluss doch wieder an die Stelle mit dem Blick quer auf die Brücke brachte. Pascal seinerseits fuhr noch mal zur Brücke wo wir den ersten Zug des Tages, den Oujda - Casablanca Schnellzug, im halblicht erwischten.
David und ich warteten im Schatten einiger Olivenbäume auf den Zug, der vielleicht noch 10min entfernt war. Nach wenigen Minuten kam anstatt des Zugs ein Citroen der neben uns stoppte. Aus dem Fenster wurden wir begrüsst und man wollte unbedingt mit uns plappern. Da mein Französisch nicht wirklich sattelfest ist (und ich eigentlich auch keine Lust hatte mit einem im Auto zu quatschen) blieb ich Sitzen und David ging vor. Die Diskussion ging länger und David kam irgendwann zurück um seinen Reisepass zu holen. Der Zug hätte jeden Moment kommen können und David lief ohne Kamera rum um seinen Reisepass zu holen, so richtig wohl war mir bei der Sache nicht und ich dache mir schon meinen Teil dazu.
Der andere Winkte dann irgendwann in meine Richtung und er fuhr los, ich stand mit verschenkten Armen am Strassenrand und schaute kritisch in seine Richtung. Was war den dass? Tja, anscheinend sei er von irgendeiner Behörde und Fotografieren gehe gar nicht ... er hat rumtelefoniert und es komme gleich jemand bei dem wir irgend_etwas unterschreiben sollen. Schlussendlich läuft es wohl auf ein Bakshish heraus. Kurzum: Wir verstanden nicht, was der gute von uns wollte. Zum Glück kam der Nador Zug erst mit 15min Verspätung und kurz nachdem der andere weg war, so konnten wir in aller Ruhe unser Foto machen.
Wir hofften einfach mal darauf, das Pascal bei uns eintrifft bevor dieser Mister X bei uns aufkreuzt. Wir liefen abseits des Weges in der Olivenplantage in Richtung Hauptstrasse als Pascal nach wenigen Bäumen den Weg hochgebraust kam Wir eilten ein bisschen sehr fest und waren flotter wieder weg als wir Pascal erklären konnten was eigentlich los ist ;)
Im Nachhinein betrachtet wollte der andere wohl einfach nur Geld und hat sich etwas ausgedacht. Er konnte gar nicht wissen was wir wollten (Kameras waren in den Taschen), trotzdem hat er uns angequatscht (und das nicht zum Smalltalken). Ein Schelm wer böses denkt, auf jeden Fall waren wir froh, dass das Auto nicht bei uns stand und er es somit nicht kennt, sollte er uns gleich entgegen kommen.

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[maps.google.com]
Aber nicht alles ist "wie damals". Zug 204 ist eine neue Leistung! Der Zug aus Beni Nsar Port (Nador) nach Fès gab es so damals noch nicht. Sehr schön an dem Zug ist die Bespannung und die sehr freundliche Fahrzeit. Entlang des ausgetrockneten Barrage Idris 1er führt hier DF118 den Zug, die Lok noch im alten SNCF FRET Lack.

Was dann noch dran war, war die letzte Zugfahrt auf der Strecke im Licht, Nummer 4. Oder vielleicht gibt es noch eins mehr? Pascal eilte nicht umsonst zu uns, denn wir hegten die berechtigte Hoffnung, den Nadorzug hinter der Kehre noch mal zu erwischen. Natürlich nicht über die oben grauslich beschrieben "Strasse" sondern über die Hauptstrasse. Die führt zwar eher indirekt zu den Kehren, dafür ist da aber deutlich mehr Tempo drin. Ausgebremst sind wir nur durch eine Polizeikontrolle (eine der Zahlreichen) geworden. Als er meinen Schweizer Pass, den ich ihm hinhielt sah, winkte er aber gleich ab und liess uns wieder ziehen.
An den Kehren waren wir uns fast sicher, den Zug verpasst zu haben, als er plötzlich unter uns in der oberen Ebene Talwärts fuhr. Aha, ich legte einen Gang zu und überholte erstmal die blöden Schleicher die mich schon lange nervten (jetzt hatte ich ja einen Grund dazu ;)). Und so gelang uns ein zweites Foto von dem Nador Zug mit der FRET DF davor.

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[maps.google.com]
Das wir den Zug mit der DF118 nochmal Fotografieren war nicht definitiv vorgesehen. Aber es war sowieso unsere Richtung und wir wollten es probieren. Nicht, dass dieses Foto jetzt ein Meisterschuss wäre, aber wir wussten nun, dass Verfolgen auch ohne grossen Aufwand möglich ist - merken wir uns für die Zukunft :-)

Achja, Bild 4, wobei jetzt ja Bild 5, stand an. Um 15:25 verlässt ein Oujda Zug den Bahnhof von Fes und dieser sollte etwa eine halbe Stunde später bei uns sein. Die einzige Stelle wo er im Licht kommt ist die obere Ebene der Kehre - Ostfahrer am späten Nachmittag --> nicht optimal. Aber in dieser obersten Ebene kann man sich wunderbar aufbauen, mehr wollten wir gar nicht. Im Schatten von einem Baum (dem einzigen weit und breit) setzten wir uns in den trockenen Dreck und warteten auf den Zug.
Das Wetter hat sich im laufe des Nachmittags prächtig verwandelt, die Hochnebelschleier waren endlich weit weg im Osten und uns lachte nur noch blauer Himmel entgegen, eine Schande in diesem Moment, dass um 16 Uhr das letzte (Eisenbahn)Bild des Tages entstehen soll. Als der Zug in der unteren Ebene in Richtung der Kehre rollte liefen wir aus dem Schatten raus und bezogen unsere Stelle.

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[maps.google.com]
In der Kehre von Ain Sbit ist der einzige Platz an der (eigentlich nach Osten führenden Strecke) wo Ostfahrer auch am Abend ins Licht fahren. Nicht lange, aber die Stelle ist ja ganz passabel. Im Bild ist 183 / 207 und einer unbekannten (da auf der Front nicht genummerten) DH.

Es gäbe ja noch einen Zug …, der Gegenzug nach Nador. Dieser verlässt Fes aber erst um 17:15 Uhr ... somit noch im Licht? Diese Frage beschäftigte uns nach dem Foto der DH. Bis der Zug bei uns ist, wäre es 17:45 Uhr, also definitiv dunkel, leider, aber zuvor kommt der Zug nicht im Licht, nicht mal „für Kunst“. Und im einzigen Abschnitt in dem er im Licht kommen würde waren die Schatten schon um 16:45 Uhr viel zu lange - wie wir bei der Fahrt nach Fes festgestellt haben. Das wird also nix.
Die Fahrt selber war im ersten Abschnitt gemütlich, einzig eine Radarkontrolle der Polizei stand im Weg, dank der sehr gut funktionierenden Vorwarnkette des Gegenverkehrs war das aber kein Hindernisse und meine Dirham blieben meine Dirham ;). Als wir die Stadtgrenzen erreichten wurde der Verkehr wieder dichter und die zahlreich um uns herum pfeifenden Petit Taxis machten die ganze Sache wieder etwas Spannender. Ich bin jetzt gerade in der Phase wo ich richtig Spass daran habe, durch das Marokkanische Verkehrsgewühl zu fahren. Den die Marokkaner passen mehr auf als man es im ersten Moment vermutet, es wird sehr wohl geschaut, was nicht immer nur gut ist, wenn da eine Lücke gross genug ist für ½ Taxi wird sie genutzt ;). Eigentlich fahren die alle recht vorhersehbar - bis auf die blöden Mopedfahrer, die hin und her schwenkend immer und überall auftauchen können, und sich wenig um das Gesetzt des stärkeren kümmern - da hilft dann immer nur ein kräftiger Griff auf die Hupe *hihi* ... so durch Zürich ;).

Heute waren wir extrem früh fertig, bereits um 18 Uhr waren wir im Ibis, zu dem Zeitpunkt hatten wir schon gegessen und freundlich das Angebot eines selbsternannten Stadtführers abgelehnt, welcher nach seiner Angabe zum Hotel gehört (was er sicher nicht tut) und auf dem Parkplatz "rumgelungert" ist. Jetzt sitze ich „in der Oase“ auf einem Liegestuhl vor dem Pool, trinke ganz begeisterst mein Flag Speciale und schiebe ab und an eine Olive in meinen Suppenschlitz - URLAUB!




Das war dieser Tag. Am nächsten fahren wir bereits weiter nach Osten … Oujda als Ziel vor Augen.

Grüsse
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...

Danke...!

geschrieben von: Rheinlandsachse

Datum: 15.04.12 23:39

... für den tollen (Doppel-)Bericht!

MfG Rheinlandsachse

RoyZieroldPhotography

Wieder sehr schön! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 16.04.12 11:07

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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