Setzen wir nun heute unsere Fotoreise einmal rund um die Sierra del Escambray über Trinidad und Cienfuegos nach St. Clara fort.
Zunächst erst einmal wieder ein Blick auf die Eisenbahnkarte.
Trinidad liegt am Endpunkt der Strecke von Placetas an der Hauptbahn Havanna - Santiago de Cuba. Nur noch im Abschnitt Trinidad - Meyer wird ein planmäßiger Personenverkehr mit zwei Zugpaaren täglich durchgeführt. Zusätzlich verkehrt in der Saison ein Dampf geführter Touristikzug auf dem Abschnitt durch das Valle de los Ingenios. In Vorbereitung der Reise hatte ich in den einschlägigen Eisenbahnforen mehrere Diskussionen darüber gefunden, ob dieser Touristikzug überhaupt noch verkehrt oder nicht. Zu mindest wir hatten Glück. Laut Plan fährt dieser Zug in der Saison täglich um 9:30 ab Trinidad und kehrt um 15:00 zurück. Es empfiehlt sich also vorher zu erfragen, ob dieser Zug verkehrt.
Bevor wir mit diesem Zug starten, ein kurzer Blick ins Depot. Ein Sammelsurium von Triebwagen ist dort abgestellt.
Während der Zug, bespannt mit einer bei der American Lokomotiv Company (Baujahr 1925) gebauten Dampflok, bereit gestellt wird,
bereitet sich das Personal im Barwagen auf den Ansturm der Touristen vor. Und Coca Cola ist auch schon da, oder hat Fidel nach dem verlorenem Rumkrieg mit „Barcadi“ 1999 um den Markennamen „Havanna Club“ nun seine Drohung doch wahr gemacht, auch ein Coca Cola Plagiat zu produzieren? Uns schmeckte aber die kubanische „tuKola“ sowieso besser.
Während der Fahrt ins Valle de los Ingenios werden immer wieder kurze Fotostopps eingelegt. Zum Glück für uns interessierte das aber nur die wenigsten Fahrgäste.
Am Bahnhof Iznaga warten schon die Kokosnusshändler auf die Fahrgäste, während ein „Verkehrsmittel“ für den normalen Personenverkehr den BÜ überquert.
Der Zug hat dann in Iznaga ca. eine Stunde Aufenthalt. Fast alle Fahrgäste nutzen die Zeit, um den 45 m hohen Turm „Torre Vigia“ zu besteigen und die Aussicht über das Tal und zu den umliegenden Bergen zu genießen. Dieser Turm hat aber eigentlich einen Menschen verachtenden Hintergrund, da er doch einstmals zur Beaufsichtigung der Sklaven auf den Zuckerrohrfeldern diente.
Während dann der Zug nach diesem Aufenthalt weiterdampft,
fahren wir zurück nach Trinidad, um noch Zeit zu haben, durch die unter dem Status des Weltkulturerbes stehende Altstadt einen Rundgang zu unternehmen. Und danach wollen wir auf dieser imposanten Brücke den zurückkehren Zug wieder fotographisch in Empfang nehmen.
Doch in der Kürze der Zeit finden wir keinen geeigneten Fotostandpunkt, so dass wir uns für ein Motiv an der langen Steigung hinauf zum Bf. Trinidad entscheiden.
Wir lassen Trinidad hinter uns und reisen auf der Küstenstrasse weiter nach Cienfuegos. In der Bahnhofshalle ist bei unserer Ankunft nicht viel los und das Schalterpersonal langweilt sich.
Wie ein Blick auf den handgeschriebenen Fahrplan (noch mit a.m und p.m) vom 08.03. zeigt, sollen heute 5 Züge abfahren bzw. ankommen, wobei das Verkehren des Zug Nr. 331 noch „pendente“ (offen) ist.
Eine freundliche Bahnangestellte öffnet uns den Weg zu den leeren Bahnsteigen und zum Depot.
Auch hier haben die chinesischen DF 7 Einzug gehalten. Bei mir machte sich Resignation breit, hatte ich doch zumindest hier gehofft, Reste der Tropen - Wumme M62K (DR BR 120) zu finden. Bis Ende der 90er Jahre war ein Großteil der ab 1974 gelieferten 20 Maschinen hier im Einsatz. Nichts mehr da, alles weg. Ein Hinweis von Joachim auf Havanna machte mir wieder Hoffnung, die Insel doch nicht ohne Sichtung verlassen zu müssen. Es sei aber noch darauf verwiesen, dass in Cienfuegos am westlichen Stadtrand noch ein Gbf. mit Hafenanschluss existiert. Was dort evtl. noch steht, überlassen wir nachfolgenden Erforschungen.
Dafür finden wir aber auf dem Bahnhofsgelände andere Bekannte. In der hiesigen Werkstatt werden die ex deutschen Bn-Wagen für weitere Einsatzjahre fit gemacht. An das Blau müsste man sich aber gewöhnen.
Dazu werden sie total entkernt,
und danach vielleicht mit solch stilvollen Revisionsdaten versehen.
Sollte man vielleicht nicht auch noch eine Packung Papierhandtücher spendieren?
Wir reisen weiter zu unserem heutigem Ziel. Kurz vor Paradero de Camarones gibt es einen Fotostopp für uns. Ein Kesselzug von Cienfuegos kommend, bespannt mit einer DF 7, ist in Richtung St. Clara unterwegs. Vor 15-20 Jahren waren diese Züge bestimmt Leistungen mit der M62K?
Am Ende läuft wie bei allen Güterzügen in Kuba der obligatorische Wagen des Schlussschaffners.
Wir sind für heut in St. Clara angekommen. Ich denke, dass es auch in eurem Sinne ist, bei soviel DF 7 - Einerlei auf Bahnhofsbilder zu verzichten. Daher zum Abschluss dieses Teils meines Reiseberichtes mal ein Bild vom Mausoleum für Ernesto (Che) Guevara aus der jüngeren Geschichte von Kuba.
So das war es für heute. Im Teil 4 geht es dann weiter im Geiste des Zuckers über Caibarien nach Hershey.