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Auf Schienen vom Kapitalismus in den Sozialismus und zurück - 13.000km mit dem Zug durch Asien und ein bisschen Europa

Teil 53a: Einschub Teil 1 – Traumhafte Impressionen aus meinem Eisenbahnparadies Myanmar/Burma


Das Rätsel im letzten Bericht wurde ja erfolgreich gelöst, jetzt gibt es wie versprochen einen kleinen, vierteiligen Einschub mit Impressionen aus meinem letzten Eisenbahnurlaub 2011 in Myanmar (Burma). Nach dem Einschub folgen dann ausführliche Berichte aus meinem Myanmaraufenthalt 2009 im Rahmen meiner 13.000km langen Eisenbahntour durch Asien, über die ich hier ja schon seit fast zwei Jahren berichte.

Ein kleiner Hinweis noch vorab: im Jahre 1989 änderte die Militärjunta den Namen des Landes von Burma nach Myanmar sowie die Namen zahlreicher Städte und anderer geographischer Objekte. Aus Rangun/Rangoon wurde Yangon, aus Pegu wurde Bago und aus Irrawaddy wurde Ayeryawaddy usw. . Begründet wurde dies damit, dass die Bezeichnungen durch die britischen Kolonialherren vergeben wurden und nicht der tatsächlichen burmesischen Aussprache entsprechen. Vor allem im Angelsächsischen werden aber noch immer die alten Bezeichnungen benutzt mit der Begründung, dass die Militärjunta dem geknechteten Volk die neuen Bezeichnungen aufgezwungen hat. Das ist sicherlich richtig, aber als die Engländer ihre neue Kolonie „Burma“ nannten, ließen sie die einheimische Bevölkerung sicher auch nicht darüber abstimmen. Der Name „Myanmar“ ist keine neue Erfindung der Militärjunta, sondern eine sehr alte Bezeichnung des Landes, die übrigens auch schon Marco Polo verwendet hat. Daher verwende ich die neuen Bezeichnungen und schreibe ab und an die alten Bezeichnungen dahinter. Bitte akzeptiert diese Darstellung, ich möchte hier keine Diskussion lostreten, wie es sie hier im Forum schon einmal bezüglich polnischer Ortsbezeichnungen gab.

Warum ist Myanmar mein persönliches Eisenbahnparadies? Ganz einfach, hier begann meine innige Liebe zu den Eisenbahnen Asiens, als ich 2007 dort auf die letzten planmäßigen Dampfeinsätze der burmesischen Staatsbahn traf. (Planmäßigen) Dampf gibt es auf der Staatsbahn seit April 2008 leider nicht mehr, dennoch ist Myanmar für mich noch immer das mit Abstand schönste Eisenbahnland der Welt: eine (größtenteils noch komplett aus der Kolonialzeit stammende) Infrastruktur ohne störende Modernisierungsmaßnahmen, röhrende Diesel-Fossile aus Frankreich, Deutschland und Japan, dichter Verkehr auf zweigleisigen Meterspurstrecken, idyllische Nebenbahnen mit teilweise atemberaubenden Streckenführungen, abenteuerliche Fahrten auf Schienen-LKWs Marke Eigenbau im Schritttempo über holprige Nebenbahnschienen,… Ich könnte jetzt noch ewig weiter schwärmen, aber lassen wir die Bilder sprechen. Wer übrigens Infos zu den Eisenbahnen in Myanmar sucht, kann ein paar davon in älteren Berichten finden, die ich hier vor längerer Zeit im Auslandsforum veröffentlicht hatte:

Dampf, Elefanten, Opium - Die Burma/Myanma Railways (16 B.)
Streckenübersicht & Bahnhöfe in Myanmar/Burma (15 B.)
Dampflokgattungen in Myanmar/Burma (17 B.)
Rollendes Material in Myanmar/Burma (13 B.)

Mittlerweile habe ich weitaus mehr Informationen über die Eisenbahn Myanmars und ihre Geschichte, leider fehlt mir die Zeit für eine adäquate Aufbereitung hier im Forum.


Beginnen möchte ich den Bilderreigen in der ehemaligen Hauptstadt Yangon (Rangoon). Rund um den Hauptbahnhof finden sich bereits eine Fülle von Fotomotiven und die zahlreichen Vorortzüge der Circle-Line sowie ein- und ausfahrende Fernzüge Richtung Bago/Mandalay und Pyay sorgen für kurzweilige Unterhaltung:


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Bild 1: Ein GmP, gezogen von der dieselelektrischen Lok DF1205 (Alsthom, 1957), kurz vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof Yangon. Diese, meist nur in lokalen Streckenabschnitten, aber manchmal auch als „Mail Train“ über größere Distanzen verkehrenden Züge bestehen meist aus zwei bis vier Personenwaggons dritter Klasse sowie einigen Güterwaggons. In den offenen und geschlossenen Waggons kann Stückgut (meist landwirtschaftliche Erzeugnisse) transportiert werden, was insbesondere in den ländlichen Gebieten zu längeren Aufenthalten an den Bahnhöfen führt. Zudem werden einzelne Güterwaggons (wie z.B. der Tankwagen) zugestellt oder leere Güterwaggons wieder eingesammelt. Eine Zuggattung wie diese findet man nur noch in wenigen Ländern dieser Welt.

Die östliche Ausfahrt des Hauptbahnhofes von Yangon hat übrigens sechs Gleise. Das ganz linke Gleis ist das Ausfahrtsgleis für Züge Richtung Bago (in Myanmar herrscht auf der Schiene Linksverkehr), das zweite Gleis ist folglich das Einfahrtsgleis aus Richtung Bago. Die beiden daneben liegenden Gleise sind das Einfahrts- bzw. Ausfahrtsgleis der „Circle Line“, die rund um Yangon führt. Die beiden Gleise rechts dienen u.a. als Ausziehgleise und verbinden den Hauptbahnhof mit dem Depot und dem Güterbahnhof in Mahlwagon. Zudem erkennt man ganz im Hintergrund auch den Abzweig der Hafenbahn, die einst bis Kemmendine an der Strecke Richtung Pyay führte. Heute endet sie in der Nähe der Botahtaung-Pagode. Das Foto entstand übrigens auf einem Fußgängersteg und wenn man sich um ca. 90° Richtung Westen dreht….


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Bild 2: … hat man diesen Blick auf die östliche Bahnhofsausfahrt mit einer Moschee als Fotomotiv, das gerade von einem „Circle Line“-Zug passiert wird. Gezogen wird der Zug von der dieselelektrischen Lokomotive DF 1213 (Alsthom 1964), die mit den angehängten sechs Waggons wohl keine Probleme haben wird. Meist sind die Züge auf dieser Line länger. Typisch sind aber die braun-orangenen Waggons mit längs angeordneten Sitzbänken. Einen ausführlichen Bericht über eine herrliche Fahrt auf der Circle-Line werde ich demnächst auch hier im Forum veröffentlichen.


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Bild 3: Ein Nachtexpresszug aus Mandalay hat soeben die Einfahrtsweiche des Hauptbahnhofes von Yangon passiert. Das relativ neue Farbschema der Myanma Railways (sowohl Waggons wie auch Lok) ist noch etwas gewöhnungsbedürftig. Mir persönlich gefällt die alte Farbgebung weitaus besser. Die Zuglok DF2066 ist übrigens recht neu, sie entstammt wie die meisten neuen Loks in Myanmar aus chinesischer Produktion (Dalian). Das Wetter war an diesem Morgen zunächst relativ gut…


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Bild 4: ... später kam dann (für die Jahreszeit eher ungewöhnlich) dichte Bewölkung auf. Das hinderte mich aber nicht daran, auf den Auslöser zu drücken, als dieser Gemüsehändler über den Bahnsteig der Station „Pha Yar Lan“ marschiert. Die Station befindet sich direkt am großen „Bogoyke Aung San Market“, der nur wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt liegt. Folglich halten hier auch nur Züge der „Circle Line“. Im Hintergrund steht Lok DF 1248 (Alsthom, 1970). Sie fuhr aus dem Hauptbahnhof aus und wartet jetzt wieder auf die Einfahrt in ein anderes Bahnhofsgleis.


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Bild 5: Am nächsten Morgen schien dann wieder die Sonne, da aber vormittags der Flug Richtung Mandalay anstand, blieb mir nur noch ein bisschen Zeit für einen Ausflug nach Botahtaung, einem Stadtviertel am Ufer des Yangon-Flusses, wo die Briten einst den Hafen Yangons angelegt hatten. Auch heute befinden sich hier noch Hafenanlagen, mittlerweile gibt es aber südlich von Yangon den Tiefseehafen Thilawa. In Botahtaung befand sich einst ein Güterbahnhof und das Eisenbahnministerium, das Eisenbahnministerium ist längst samt Denkmallokomotiven in die neue Hauptstadt Naypidaw umgezogen und der Güterbahnhof war längere Zeit stillgelegt, den Teil der Hafenbahn von Botahtaung nach Kemmendine hat man sogar abgebaut. Seit kurzem scheint der Güterbahnhof jedoch wieder reaktiviert zu sein, zumindest wurden Waggons be- und entladen und die Schienen wiesen frische Abriebspuren auf. Gerne hätte ich das Gelände näher erkundet, aber die Zeit rannte mir davon. So schnappte ich mir ein Taxi und fuhr zum Flughafen.


Aus Zeitgründen (eine schwangere Frau lässt man eben nicht so gerne längere Zeit alleine zu Hause) ging es stilwidrig mit dem Flugzeug von Yangon nach Mandalay. In früheren Berichten hatte ich ja schon des Öfteren von Problemen beim Fotografieren der Eisenbahn berichtet. Die atemberaubenden politischen Reformen im Land haben aber auch hier schon zu einer teilweisen Lockerung des „Fotoverbots“ geführt. Während ich in Yangon am Bahnhof nach höflicher Nachfrage geradezu zum Fotografieren und Filmen genötigt wurde, war die Lage in Mandalay doch etwas schwieriger. Im „Tourist Office“ des Hauptbahnhofs fragte ich meine alte Bekannte, wie es denn mit dem Fotografieren im Hauptbahnhof aussehen würde. Sie wusste es nicht und fragte vorsichtshalber beim Bahnhofsvorsteher nach, der wohl auch nicht so recht wusste, was er sagen sollte. Schließlich war der Tenor, es doch lieber nicht zu versuchen. Ich hatte schon damit gerechnet, zumal wenige Tage zuvor auf der Strecke von Mandalay nach Myitkyina Kachin-Rebellen einen schweren Bombenanschlag auf einen Militärzug verübt hatten. Da im Bahnhof recht viel Polizei und Militär unterwegs war, verzichtete ich auf Fotos. Ganz ohne Fotos wollte ich dann aber nicht von dannen ziehen und so ging es zu Fuß zum ersten Bahnübergang und von dort entlang der Strecke durchs dichte Gestrüpp Richtung Bahnhof. Anfangs fotografierten und filmten wir aus dem Gestrüpp heraus, nachdem aber niemand an unserem Verhalten Anstoß nahm, wurden wir immer mutiger. Im Licht der späten Nachmittagssonne entstanden dann noch ein paar schöne Aufnahmen dieselbetriebener Eisenbahnfahrzeuge aus insbesondere deutscher und japanischer Produktion:

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Bild 6: Als erstes fuhr uns die Lokomotive DD 901 vor die Linse. Sie erblickte 1969 bei Krupp das Licht der Welt. Zum Exemplar DD 901 gibt es noch eine ganz besondere Geschichte zu erzählen. Um die Lok vor der Auslieferung ausgiebig testen, suchte man nach einer geeigneten Teststrecke in Deutschland und fand sie in der mittlerweile längst stillgelegten (OK, ein Teilstück wurde wieder aufgebaut) Härtsfeldbahn. So wurde das Exemplar DD 901 nach Aalen verfrachtet und fuhr von dort in Richtung Neresheim. Allerdings entgleiste das gute Stück gleich bei der ersten Testfahrt an einem Bahnübergang am Albaufstieg. Die ganze Geschichte, garniert mit Fotos und einer Tonaufnahme der Entgleisung hatte Martin Welzel vor längerer Zeit im HiFo veröffentlicht. Die Entgleisung scheint der Lok nicht geschadet zu haben, denn fast 50 Jahre später verkehrt sie frisch lackiert noch immer zuverlässig über burmesische Gleise.


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Bild 7: Nach nicht allzu langer Zeit ließ sich dann auch die jüngere Schwester blicken. DD 968 erblickte 1987 bei Krupp das Licht der Welt, sie gehört damit zu den jüngsten Exemplaren, die von Krupp geliefert wurden. Links neben ihr zieht gerade die Rangierlok DD 516 einen leeren Personenzug aus dem Sackbahnhof. Neben der Anzahl der Achsen und dem groben Äußeren haben die beiden Loks eine weitere Gemeinsamkeit: sie sind gleich alt, Lokomotive DD 516 wurde aber 1987 bei Kawasaki gebaut.


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Bild 8: Am späten Nachmittag verlässt der Expresszug nach Myitkyina den Bahnhof von Mandalay. Gezogen wird der Zug von DF1342. Von einer Reise mit genau diesem Expresszug nach Myitkyina hatte ich hier ja auch schon berichtet (Mit Krupp von Mandalay nach Myitkyina, Teil 3 (18 Bilder)). Warum der Lokführer wohl so kritisch aus dem Fenster schaut? Sind es die Müllsäcke zwischen den Gleisen oder das hohe Gras, das man mal dringend mähen müsste?


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Bild 9: Im letzten Sonnenlicht zeigte sich dann noch der Schienenbus RBE 2575, der wohl erst vor kurzem gebraucht in Japan erstanden wurden. Die Lackierung mit dem Kürzel JR sowie die Zugzielanzeige zeigen noch deutlich sein ursprüngliches Einsatzland. Leider kenne ich mich mit japanischen Dieseltriebwagen überhaupt nicht aus, aber vielleicht gibt es ja Experten hier im Forum, die Näheres zu diesem Triebwagen sagen können und vielleicht auch die Zugzielanzeige entziffern können. Meine Frau kann leider nur Chinesisch und meint, dass das zweite Zeichen „chuan“ (=Berg) bedeuten würde.



Von Mandalay ging es weiter zur Minenbahn von Namtu, zunächst aber noch drei Eindrücke vom Gokteik-Viadukt und aus dem Bahnhof Lashio, wo (momentan noch) die spektakuläre Linie aus Mandalay endet. Ein Weiterbau nach China (wie ihn einst schon die Briten vor über 100 Jahren geplant hatten) ist aktuell angeblich in der Vorbereitung. Über die Reise auf dem spektakulären Teilabschnitt von Mandalay nach Hsipaw mit vier Spitzkehren und dem berühmten Gokteik Viadukt hatte ich ja schon mal hier im DSO berichtet:

  • Spione, Spitzkehren und Stahlviadukte: Mandalay - Lashio, Teil 1 (10 B.)
  • Spione, Spitzkehren und Stahlviadukte: Mandalay - Lashio, Teil 2 (10 B.)


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    Bild 10: Wir fuhren mit dem Bus nach Namtu und so entstand bei einer (gezielt gewählten) Pinkelpause diese Aufnahme des Gokteik Viadukts. Die klassische „Trestle“-Brücke ist 689m lang und bis zu 102m hoch, der Fluss liegt sogar 250 tiefer, da das Viadukt auf einer natürlichen Brücke errichtet wurde. Der Bau begann am 28.4.1899, bereits am 1.1.1901 erfolgte die Eröffnung. Historische Bilder vom Bau, der übrigens durch die amerikanische Pennsylvania and Maryland Bridge Construction Company erfolgte (britische Firmen trauten sich damals angeblich den Bau einer solchen Brücke nicht zu), findet ihr in dem oben verlinkten Bericht. Links neben dem doppelten Pfeiler sieht man unten auch das Behelfsviadukt, das über mehrere Spitzkehren erreichbar war. Angelegt wurde es zu Zeiten, als hier noch heftiger Bürgerkrieg tobte und die Regierung eine Sprengung des Viadukts befürchtete.


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    Bild 11: Zu einem Kurzabstecher zum Endbahnhof in Lashio reichte es auch noch. Von Zugverkehr war allerdings weit und breit nichts zu sehen, so musste dieser alte Wasserkran als Fotomotiv herhalten. Dampfloks gibt’s in der Gegend nur noch in Namtu, der große Dampfkran ist aber immer noch im Depot von Lashio abgestellt. Fotos davon stelle ich vielleicht später mal ein.


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    Bild 12: Statt Fahrgästen konnte man am Bahnsteig von Lashio nur diese Gänse ablichten.



    Eigentliches Ziel der Reise war ja die Minenbahn von Namtu, für mich die mit Abstand schönste Eisenbahn der Welt. Ich habe sowieso ein Faible für Schmalspurbahnen, aber diese ist eben eine ganz Besondere. Nicht nur, das sie sich noch immer praktisch fast im unveränderten Zustand seit dem Bau vor über 100 Jahren befindet, sie führt auch durch eine atemberaubende Landschaft. Nachdem ich bereits Anfang 2009 alleine dort war, folgten Ende 2009 und 2011 jeweils Besuche mit einer Reisegruppe. Infos bezüglich der „Namtu Mines Railways“ finden sich in meinen alten Berichten hier im DSO:

  • Teil 12: Namtu Mines Railways - Einführung & Appetitanreger (21 Bilder)
  • Teil 13: Namtu Mines Railways - Rundgang Teil 1 (27 Bilder)
  • Teil 14: Namtu Mines Railways - Rundgang Teil 2 (24 Bilder)
  • Teil 15: Namtu Mines Railways - Rollendes Material (22 Bilder)
  • Teil 16: Namtu Mines Railways - Die teuerste Zugfahrt meines Lebens (24 Bilder)
  • Teil 17: Namtu Mines Railways - Dieselloks (u.a. von O&K und Diema, 20 Bilder)
  • Teil 18: Namtu Mines Railways - Rangierverkehr (25 Bilder)
  • Teil 19: Namtu Mines Railways - Dampflokomotiven (18 Bilder)
  • Teil 20: Namtu Mines Railways - Zugverkehr im Morgennebel (17 Bilder)
  • Teil 21: Namtu Mines Railways - Werkstatt (11 Bilder)
  • Teil 22: Namtu Mines Railways - Stimmungsbilder (29 Bilder)


  • Jetzt aber erst einmal ein paar Eindrücke aus Namtu, die ich in den nächsten beiden Berichten noch vertiefen werde:


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    Bild 13: Zunächst ein Blick in das alte Hüttenwerk von Namtu. Es erinnert einen an die Anfangszeiten der Industrialisierung, seit dem Bau durch die Briten hat sich hier praktisch nichts verändert, bis vor zwei Jahren war das Hüttenwerk sogar noch im Betrieb! Nachdem ein privater Investor die Mine jetzt gepachtet hat, soll das Hüttenwerk sogar wieder angefahren werden!


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    Bild 14: Ein Blick auf das weitläufige Hüttengelände, auf dem scheinbar seit Jahrzehnten die Zeit still zu stehen scheint. Links oben befinden sich die eigentlichen Hüttenanlagen, rechts unten befindet sich die ehemalige Kokerei nebst Kraftwerk. Diese wurden allerdings vor längerer Zeit stillgelegt und in einen Kinosaal umgewandelt, lediglich die Kokerei erlebte noch eine kurze Wiederauferstehung, als dort während des wirtschaftlichen Mangels Holz zu Kohle verarbeitet wurde. Den Strom beziehen Hüttenwerk und Mine schon lange aus einem Wasserkraftwerk, zudem stehen mehrere antike Diesel-Notstromgeneratoren zur Verfügung.



    Jetzt ist aber Zeit, die beiden Stars von Namtu vorzustellen. Es sind schon etwas ältere Damen und einen Schönheitspreis hätten sie wohl auch in jungen Jahren nicht gewonnen, für die Spurweite von 610mm sind sie auch ein bisschen zu füllig geraten. Aber zusammen mit der atemberaubenden Landschaft und dem passenden Drumherum muss man ihrem Charme einfach erliegen. Noch kurz ein paar Angaben zu den Maßen der beiden Damen:

    
    No.	Achsfolge	Hersteller				Fab.Nr.		Baujahr
    13	0-4-2T		Kerr, Stuart & Co. Ltd., London&Stoke	2383		1914
    42	2-6-2		W.G. Bagnall Ltd. Engineers, Stafford	2338		1927

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    Bild 15: No. 13 dampft in Namtu auf dem Streckenabschnitt Richtung Namyao. Hier ist allerdings nur noch ein kurzes Gleisstummel für Rangierfahrten vorhanden, die weitere Strecke bis Namsah wurde 2009 das letzte Mal von einem Zug befahren, die weitere Strecke nach Namyao ist noch früher stillgelegt worden und mittlerweile größtenteils vom Dschungel zugewuchert. In den Kesselwaggons wurden einst Säure für die Erzaufbereitung sowie Benzin von Namyao an der Staatsbahnstrecke nach Namtu transportiert.


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    Bild 16: Zwischen Namtu und Wallah Gorge führt die Strecke anfangs durch eine Schlucht, später dann durch ein Tal. Hier zieht No. 13 drei leere Erzwaggons Richtung Wallah Gorge. Vorne auf der Lok sitzen die beiden Sandstreuer, die dafür sorgen sollen, dass die Lok nicht liegen bleibt, was aber aufgrund der steilen und kurvigen Strecke aber nicht immer gelingt. Der Gebirgsbach sieht harmlos aus, welche Gewalt während der Regenzeit er aber imstande zu verrichten ist, zeigt das letzte Bild dieses Berichts.


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    Bild 17: In herrlicher Landschaft kurz vor Wallah Gorge dampft No. 13 mit ihren Erzwaggons zwischen Gemüsegärten, Wäscheleinen und Gebirgsbächchen der Hauptattraktion der Strecke entgegen, einem weltweit einmaligen Eisenbahnbau…


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    Bild 18: … der Spirale von Wallah Gorge! Einen Modelleisenbahner würde man für einen offenen 540°-Kreisel auslachen, aber so etwas gibt es tatsächlich auch in der Realität. Einst hatten die Briten hier beim Bau der Bahn zwei Spitzkehren angelegt. Nachdem der Verkehr aufgrund neu entdeckter Erzvorkommen aber immer stärker zunahm, baute man bereits wenige Jahre später diese unglaubliche Konstruktion, wobei den Ingenieuren die Spurweite von 610mm sicherlich zu Gute kam. Nicht nur aus der Vogelperspektive ergeben sich schöne Fotomotive…


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    Bild 19: … auch im Kreisel selbst lohnt sich das Fotografieren. Noch interessanter wird es natürlich, wenn man mit gleich zwei Dampfloks in der Spirale hantiert. Die Bilder gibt’s dann aber erst im nächsten Bericht. Jetzt wird es aber auch mal Zeit, die zweite Dame zu präsentieren…


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    Bild 20: No. 42 hat soeben die Spirale von Wallah Gorge, die bereits im Schatten liegt, verlassen und dampft jetzt mit ihrem gemischten Güterzug in den Bahnhof von Wallah Gorge ein. Das Gleis im Vordergrund ist ein Schutz- und Rangiergleis des umfangreichen Bahnhofes…


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    Bild 21: … der über sieben Abstellgleise, ein Gleisdreieck und eine große Verladeanlage verfügt, die sich im Hintergrund des Bildes erstreckt. In der morgendlichen Sonne dampft No. 13 in eines der Abstellgleise, die beiden Sandstreuer im Vordergrund sind aufgrund der schlechten Gleislage kräftig im Einsatz. Ganz rechts führt die Strecke zum Gleisdreieck sowie weiter hinauf bis zum Endbahnhof in Bawdwin.


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    Bild 22: Die Verladeanlage in Wallah Gorge wird gespeist aus Stollen, die hier in den Berg getrieben wurden. Eine herrliche, alte Grubenbahn mit Oberleitung rumpelt hier durch die Gegend und schlägt sowohl an der Oberleitung wie an den Schienen kräftig Funken (meine Videos werde ich auch irgendwann mal hochladen). Nachdem der Untertagebau 2009 eingestellt wurde und die Grube abgesoffen ist, bereitet man momentan eine Wiederaufnahme des Untertageabbaus vor. Dazu wurde extra neues Material aus den USA geordert, Ende 2011 war es aber noch nicht eingetroffen und so schafften ein paar Kumpel nur ein bisschen Abraum aus dem Stollen. Der Wachturm aus Wellblech im Hintergrund zeigt übrigens, dass man sich in einem Gebiet bewegt, in dem es seit Jahrzehnten immer wieder bewaffnete Konflikte zwischen Rebellen und Regierungstruppen gibt. Daher kommt man auch nur mit Ausnahmegenehmigung in dieses Gebiet, zudem bewachte uns eine bewaffnete Polizeitruppe. Bei diesem Foto stand einer der Paramilitärs mit seiner alten Flinte direkt in meinem Rücken.


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    Bild 23: Von Wallah Gorge führt die Strecke über zwei Spitzkehren und eine 180°-Kehre weiter den Berg hinauf, bis man in einer völlig anderen Landschaft angekommen ist, wo nur noch Gras die Hügel bedeckt. Und hier sieht man nun auch, was der Monsun anrichten kann. Nicht nur in Thailand, auch in Myanmar hat es mehr als sonst geregnet, was dazu führte, dass in ER Valley statt des Bahndammes nun eine über zehn Meter Tiefe Schlucht klafft, die Schienen hängen darüber. Eine Weiterfahrt nach Bawdwin ist also per Zug nicht mehr möglich. Auf dem Teilstück ist nur noch ein Schienen-LKW verblieben, Erztransporte wird es wohl längere Zeit, vielleicht auch gar nicht mehr geben. Ein Wiederaufbau ist aktuell aus Geldgründen nicht vorgesehen, wollen wir hoffen, dass dies nicht der Sargnagel für die Namtu Mines Railway ist.



    Ich hoffe, dass euch die ersten Eindrücke aus Myanmar ein bisschen gefallen haben und ihr nachvollziehen könnt, warum Myanmar mein persönliches Eisenbahnparadies ist. Wer nach diesem Bericht nun selbst Lust auf eine Eisenbahntour durch Myanmar hat, dem kann ich wärmstens meinen einheimischen Guide empfehlen, der mich bereits mehrfach begleitet hat. Er weiß genau, was Eisenbahnfreunde wollen, ist sehr engagiert, spricht perfekt Englisch, hat sehr gute Beziehungen ins Eisenbahnministerium und kann einem so zahlreiche Möglichkeiten und Tore öffnen, die einem sonst verschlossen bleiben (mehr zu den sonst verschlossenen Toren im vierten Teil). Bei Interesse einfach kurze PN an mich, ich schicke dann gerne die Kontaktdaten.

    In den nächsten beiden Berichten vertiefen wir dann noch ein wenig die Eindrücke aus Namtu, bevor es dann im vierten und letzten Teil des Einschubs nochmals herrliche Nebenbahnatmosphäre rund um Bago zu sehen gibt. Ich hoffe, dass ihr dann alle wieder reinschaut.



    Weitere Bildimpressionen von mir aus Myanmar auf Flickr. Zum Anschauen auf eines der Bilder oder den Link klicken:


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    Myanmar
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    Inhaltsverzeichnis


    Prolog
  • Teil 0: 13.000km mit dem Zug durch 10 Länder, aber wo? BÜ-Bilderrätsel mit 10 Bildern
  • Teil 1: Prolog - Warum ich mit dem Zug 13.000km durch die Gegend gereist bin

  • Schweiz
  • Teil 2: Ein Kurzabstecher in das kapitalistische Musterland - Bilder von der Albulabahn
  • Teil 3: Über den Bernina zurück nach Deutschland

  • Nordkorea
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil A)
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil B)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil A)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil B)
  • Teil 6: Zugimpressionen aus Nordkorea und ein schweres Verbrechen
  • Teil 7: Mit O-Bussen durch den Alltag in Pyongyang
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil A)
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil B)
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil A: Die Vertreibung aus dem "sozialistischen Paradies"
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil B: Verwirrung an der Grenze

  • China
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil C: Zurück im Kapitalismus?!
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil D: Im Morgenlicht nach Beijing
  • Teil 10: Eine kurze Einführung in die chinesische Eisenbahn
  • Teil 11: Mit dem Zug von Beijing nach Datong
  • Teil 12: Mit dem Zug von Datong nach Xi'an
  • Teil 13: Mit dem Zug von Xi'an nach Suzhou
  • Teil 14: Suzhou nach Huangshan (Tunxi)
  • Teil 15: Von Huangshan (Tunxi) nach Guilin
  • Teil 16: Von Guilin nach Kunming
  • Teil 17a: Schmalspurbahnen in Yunnan - Die Geschichte der Yunnan-Bahn
  • Teil 17b: Schmalspurbahnen in Yunnan - Weitere Schmalspurbahnen und Eisenbahnprojekte in Yunnan
  • Teil 17c: Schmalspurbahnen in Yunnan - Historische Schmalspurfahrzeuge im „Yunnan Railway Museum“
  • Teil 17d: Schmalspurbahnen in Yunnan - Historische Dampflokomotiven im „Yunnan Railway Museum“

  • Vietnam
  • Teil 18 (Rätsel): Wie hängen diese Bilder zusammen?
  • Teil 19: Viele verschiedene V-Loktypen - Eine kurze Einführung in die vietnamesische Eisenbahn
  • Teil 20: Ein Abend im „Bia Hoi“-Garten mit Bahnhofsblick in Lao Cai
  • Teil 21a: Mit Baguette und Zug, aber leider ohne Rotwein von Lao Cai nach Hanoi
  • Teil 21b: Mit Baguette und Zug, aber leider ohne Rotwein von Lao Cai nach Hanoi
  • Teil 22a: Auf Schienen durch Häuserschluchten und über Bahnübergänge in Hà Nôi – Teil A
  • Teil 22b: Auf Schienen durch Häuserschluchten und über Bahnübergänge in Hà Nôi – Teil B
  • Teil 23a: Mit Millionticket, verstopften Toiletten, Siemens-Lok und Regen im Wiedervereinigungsexpress von Hà Nôi nach Sài Gòn – Teil A
  • Teil 23b: Mit Millionticket, verstopften Toiletten, Siemens-Lok und Regen im Wiedervereinigungsexpress von Hà Nôi nach Sài Gòn – Teil B
  • Teil 24: Die Geschichte der Zahnradbahn von Thap Cham nach Da Lat
  • Teil 25: Hochzeit auf einer Dampflok in Da Lat

  • Kambodscha
  • Teil 26: Um welches Eisenbahngefährt handelt es sich hier? - Rätsel
  • Teil 27: Eine kurze Einführung in die kambodschanische Eisenbahn
  • Teil 28: (Ein)Stimmungsbilder vom Bahnhof Phnom Penh
  • Teil 29: Art-Déco und Güterwagenschlangen – Ein Rundgang im Bahnhof von Phnom Penh
  • Teil 30: Diesellokomotiven und Dampflok(reste) der kambodschanischen Eisenbahn
  • Teil 31: Deutsche Wasserkräne und Bahnidylle im verwaisten Betriebswerk von Phnom Penh
  • Teil 32: Personen- und Güterwagen der kambodschanischen Eisenbahn
  • Teil 33: Verfall, Müll und Kinderprostitution –Szenen am Bahndamm in Phnom Penh
  • Teil 34: Das (Bahn)Städtchen Battambang - Asiatische Provinz, wie ich sie liebe
  • Teil 35: Hessische Wasserkräne und Rheinländische Güterwagen – Der „deutsche“ Bahnhof von Battambang
  • Teil 36: Abenteuer auf Schienen – Eine Fahrt mit der Bambuseisenbahn von Battambang

  • Thailand
  • Teil 37: Zum 50. ein Rätsel
  • Teil 38: Eine kurze Einführung in die „deutsche“ Eisenbahn in Thailand
  • Teil 39a: Thailändische Nebenromantik par excellence – Mit dem Triebwagen von Aranyaprathet nach Bangkok
  • Teil 39b: Thailändische Nebenromantik par excellence – Mit dem Triebwagen von Aranyaprathet nach Bangkok
  • Teil 40a: Sonne, blauer Himmel und Eisenbahn – Zwischen Slums und Gleisen auf Bahntour in Bangkok
  • Teil 40b: Sonne, blauer Himmel und Eisenbahn – Zwischen Slums und Gleisen auf Bahntour in Bangkok
  • Teil 41: Eastern Oriental Express für Arme – Mit dem Zug von Bangkok in Richtung Butterworth

  • Malaysia
  • Teil 42: Filmset-Rätsel mit Eisenbahnbezug
  • Teil 43a: Zwischen verfallender kolonialer Vergangenheit und eher trister Gegenwart – Eine kurze Einführung in die Eisenbahn Malaysias
  • Teil 43b: Zwischen verfallender kolonialer Vergangenheit und eher trister Gegenwart – Eine kurze Einführung in die Eisenbahn Malaysias
  • Teil 44: Eastern Oriental Express für Arme (Teil 2) – Mit dem Zug von Padang Besar nach Butterworth
  • Teil 45: Auf schiefen Gleisen hinauf zum „Strawberry Hill“ - Die Schrägseilbahn von Penang
  • Teil 46: Eastern Oriental Express für Arme (Teil 3) – Mit dem Zug von Butterworth nach Ipoh
  • Teil 47: Pittoreskes Alt trifft auf hässliches Neu – Kontraste rund um den Bahnhof von Ipoh
  • Teil 48: Eastern Oriental Express für Arme (Teil 4) – Mit dem Zug von Ipoh nach Kuala Lumpur
  • Teil 49: Ein „indischer“ Prachtbahnhof in Malaysia – Impressionen rund um den alten Hauptbahnhof Kuala Lumpur
  • Teil 50: Eastern Oriental Express für Arme (Teil 5a) – Mit dem Zug von Kuala Lumpur nach Singapore, Teil A
  • Teil 50: Eastern Oriental Express für Arme (Teil 5b) – Mit dem Zug von Kuala Lumpur nach Singapore, Teil B

  • Singapur
  • Teil 51: Mit dem Zug in das Herz der Löwenstadt – Ankunft am Ziel der 13.000km langen Zugreise

  • Myanmar
  • Teil 52: Warum bildet dieses Bild eine perfekte Überleitung vom letzten Bericht? - Dampflok-Überleitungs-Rätsel



  • 1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:02:11:09:41:02.
    Du hast nach dem japanischen Triebwagen gefragt. Mein Verdacht, daß es sich um die Lackierung der Insel Shikoku handeln könnte, hat sich bestätigt. Das Zielschild lautet auf "Kubokawa" (das zweite Zeichen heißt kawa, also Fluß, das erste "Kubo" kann man mit Senke, Vertiefung, übersetzen).
    Die Stadt Kubokawa liegt etwa 70 km westlich der Stadt Kochi, also im Südwesten der Insel. Es ist ein Abzweigbahnhof: von hier geht eine Privatbahn nach Sukumo (Westen) und eine Hauptbahn nach Uwajima (Yodo-Linie, nordwestlich).

    Beim Triebwagen handelt sich um einen zweiteiligen Triebwagen der Reihe kiha47 (einteilige heißen kiha40). Sie wurden ab 1977 (bis etwa 1983) in großenStückzahlen gebaut und schauen typisch so aus, wie japanische Dieseltriebwagen Jahrzehnte lang ausgesehen haben. Auf Englisch gibts auch ein paar Infos:
    [en.wikipedia.org]

    Ach ja, und danke für den interessanten Bericht aus einem exotischen Land!!!!
    Hallo tokkyuu

    vielen Dank für die ausführlichen Infos zum japanischen Triebwagen, ich hatte schon auf eine Antwort von dir gewartet ;-) Meine Vermutung ging nach kurzer Internet-Recherche auch in Richtung kiha. Interessant, dass das chinesische Zeichen für Berg in Japan für Fluss steht.

    Viele Grüße

    Florian
    Flo1979 schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Hallo tokkyuu
    >
    > vielen Dank für die ausführlichen Infos zum
    > japanischen Triebwagen, ich hatte schon auf eine
    > Antwort von dir gewartet ;-) Meine Vermutung ging
    > nach kurzer Internet-Recherche auch in Richtung
    > kiha. Interessant, dass das chinesische Zeichen
    > für Berg in Japan für Fluss steht.
    >
    > Viele Grüße
    >
    > Florian

    Nein, nein, ganz so ist es nicht. Deine Frau hat wohl nicht genau geguckt! Kawa (oder sen) heißt Fluß und Yama (oder san) heißt Berg. Die Zeichen sind in Japan und China die gleichen. Die möglichen Aussprachen sind hier auf dem Bild angegeben. Du erkennst die Ähnlichkeit, wenn man den unteren Strich nicht sieht.

    Jap1.jpg

    Beim Wort Fuji-san wird das Zeichen wie san ausgesprochen. Wenn man von einem Berg an sich spricht, heißt es yama. Oder auch in Städtenamen wie Yamagata.

    Und zum Namen "kiha". Kiha ist die Bezeichnung für "Dieseltriebwagen". Setzt sich aus ki für kidôsha (Dieseltriebwagen) und ha für 2. Klasse zusammen. Ein 1.Klasse-Wagen würde kiro heißen. Die Dieselwagen heißen aber alle grundsätzlich kiha, weil es nur wenige kiro gibt. Andere Zusätze hinter ki könnten sein: "ni" (Gepäckabteil), "yu" (Postabteil), also durchaus auch mal "kihayuni" oder "kiroha". Natürlich alles in japanischen Silbenzeichen geschrieben (Katakana).
    Ende der Lehrstunde. ;-)



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:02:04:17:52:34.
    Das macht Sinn, denn Berg heißt auf Chinesisch "shan". Vielen Dank für diese interessante Lehrstunde, da kann ich heute auf die Chinesisch-Lernstunde mit meiner Frau verzichten ;-)
    Und fuer die viele politisch interessierten: neben Nord-Korea, wo mann woh gar nicht auf eigene Faust rundreisen kann oder darf, ist Birma=Myanmar heuer die letzte noch verbliebene Staat die Auslaender -jeder der kein Burmeser sei, gross abknuepft mit Fahrpreise und Zahlung in US$. Lokalpreis Ringbahn Rangun=Yangon: um die 8-9 cent, fuer uns: 1 US$, also um die 70-75 cents.
    Die JR Wagen sind wie damals die Ikarusbusse im Osten oder Blechbuechse in CZ; allueber und Jahrzentelang gabaut-auch in elektr Ausfuerung in etwa gleicher Baustil (dann meist 4-Wagen).
    Auch hier in TH gibt es aus 2er hand Einfuhr jener Wagen-die dann heute meist lose als Wagons geschleppt werden.
    Als Ausländer zahlt man in Myanmar bei den Fahrkarten meist westliches Niveau, aber damit habe ich kein Problem, irgendwie muss die Bahn auch an Devisen kommen, um Ersatzteile und (gebrauchtes) neues Rollmaterial zu kaufen. Ich bin in Myanmar übrigens aber auch schon kostenlos mit der Bahn gefahren. Im Bahnhof Madauk, an den sich kaum Ausländer verirren, konnte man mir gar keine Fahrkarte für Ausländer verkaufen. Ein einheimisches Ticket wollte man mir auch nicht verkaufen, so bin ich dann Schwarz gefahren.
    Moin Florian,

    ich bin begeistert über Deine schönen Bilder. Das hätte ich mir damals nie träumen lassen, dereinst einmal Bilder von unseren Krupp-Lokomotiven im Heimatland Birma (Myanmar / Burma) zu sehen, als wir die Loks in Essen bauten. Siehe hierzu auch die folgenden Links:

    [www.drehscheibe-foren.de]

    Hier ist der Beitrag mit der Entgleisung: [www.drehscheibe-foren.de]

    Viele Grüße,
    Martin

    Das Bild 2

    geschrieben von: MichaelM

    Datum: 06.02.12 14:26

    weckt Reise-Erinnerungen an 1998.

    Allerdings stand ich damals auf Gleisniveau und wurde beim Fotografieren beinahe von einem Sack Bretter erschlagen,
    den ein Fahrgast nicht vom Bahnhof zurücktragen wollte und stattdessen einfach aus der offenen Tür geworfen hat.

    Insofern war Dein leicht erhöhte Standpunkt ein Sicherheitsgewinn ...;-)


    MM
    Hallo!

    Ganz toll! :-)

    Von mir kommt bald etwas aus ähnlicher Richtung... ;-)

    lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de] - Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de]
    http://raildata.info/raildatabanner1.jpg