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Interrail 2011: EU-Mitte-Nord – Teil 11 (Helsingør)

Alle bisherigen Teile:
Teil 1: Wien-Prag
Teil 2: Prag
Teil 3: Prag-Berlin
Teil 4: Berlin
Teil 5: Berlin
Teil 6: Berlin
Teil 7: Dresden
Teil 8: Stettin
Teil 9: Berlin-Malmö
Teil 10: Malmö-Køge



Sonntag, 17. Juli 2011: Ausflug nach Helsingør


Heute werden wir insgesamt 174 km mit der Bahn unterwegs sein.

Unser heutiger Fahrplan:
10:06 ab Køge (S-tog A)
10:50 an Dybbelsbro
10:53 ab Dybbelsbro (S-tog A)
10:55 an København H
11:09 ab København H (Øresundstog)
11:54 an Helsingør
17:42 ab Helsingør (Øresundstog)
18:31 an København H
19:18 ab København H (S-tog B)
19:20 an Dybbelsbro
19:41 ab Dybbelsbro (S-tog A)
20:24 an Køge

Zu Beginn der Dänemark-Erkundung ein Plan, auf dem ersichtlich ist, welche Routen ich gefahren bin. Die Ziffern bezeichnen das Datum (Juli).

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/IR2011/U11_1200a.jpg
Hier ist der ganze Plan der Fahrten in Dänemark eingezeichnet.



Køge: St. Nikolai-Kirche
Es regnet! Na super! Aber das kann eben vorkommen. Da heute Sonntag ist, haben wir natürlich auch Glück, denn die wuchtige Kirche gegenüber von unserem Quartier ist heute offen. Wir können sie also auch innen besichtigen. Ich bin wirklich sehr überrascht. Der wuchtige Turm der Kirche, dessen Bauart so völlig anders als alles für unsere Augen Gewohnte ist, stammt von 1324, der Rest wurde auch im 14. Jahrhundert fertiggestellt. Die Innenausstattung stammt allerdings aus der Zeit nach der Reformation, die Kirche wirkt trotzdem nicht so leer, wie man es von südlichen evangelischen Kirchen kennt. Vor allem erkennt man, daß die Einrichtungsgegenstände (Bilder und Grabplatten) schon recht alt sind. Die Kanzel ist zum Beispiel von 1624. Das Gestühl gilt als eines der ältesten in ganz Dänemark.


http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/IR2011/U11_1178a.JPG
Noch einmal ein Blick auf den wuchtigen Kirchturm von Køge.


http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/IR2011/U11_1177.JPG
Das Innere wirkt auf uns gar nicht wie eine evangelische Kirche.


Ein Museumszug in Køge
Auf dem Bahnhof sehen wir zufällig einen Museumszug mit ziemlich alten (zwei- und dreiachsigen) Dieseltriebwagen. Der eine gehörte zur NPMB (Næstved-Præstø-Mern Banen), die 1961 eingestellt wurde. Es ist ein dreiachsiger Triangel-Triebwagen Baujahr 1932 mit der Nummer 7. Es ist dies der einzige verbliebene Zweirichtungs-Triangelwagen mit hydraulischer Getriebeschaltung. Das dreiachsige Fahrzeug wird vom ØSJK betrieben. Auf der anderen Seite der Garnitur befindet sich der zweiachsige DSB-Triebwagen Mc ex MF Baujahr 1928, ab 1950 mit Dieselmotor und daher als Reihe Mc bezeichnet. Die Achsfolge ist 1A. Na, da könnte man sagen: Glück gehabt! Da an Sonntagen die S-Bahn nur alle 20 Minuten verkehrt, hab ich also noch Zeit, den Zug ausgiebig zu fotografieren.


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NPMB Nr. 7 (Triangel-Triebwagen Baujahr 1932) mit einigen alten Wagen.


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Auf der anderen Seite der Garnitur: DSB Mc 651.


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Fahrt mit dem S-tog nach København. Das Innere wird von vielen Glastüren (bei den Türbereichen) dominiert. Die Anzeige der Stationen ist sehr hilfreich für uns.


http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/IR2011/U11_1190.JPG
Die Sitze sind sehr modern gestaltet, in Stoßzeiten sitzt man hier zu dritt auf einer Bank.


Wie man sieht, ist an Sonntagen in der Früh der Zug noch recht leer, zumindest ab Køge. Es regnet ziemlich stark, was beim Umsteigen in Dybbelsbro natürlich nicht so angenehm ist. Aber immerhin ist in Fahrtrichtung Kopenhagen das Umsteigen am gleichen Bahnsteig gegenüber möglich und es gibt Unterstände zum Warten. In Richtung Køge hingegen muß man über die Brücke ziemlich lang zum anderen Bahnsteig wandern. Außerdem fällt mir auf, daß auch der Anschlußzug Richtung Kopenhagen ein Zug der Linie A ist. In der Gegenrichtung gibt es derzeit nur die Linien B oder C bis Dybbelsbro.

In Kopenhagen fahren wir mit dem nächsten Øresundstog weiter. Auf dieser Strecke ist es schon ein rechter Bummelzug. Es gibt viele Fahrgäste, und erstmals seit dem Verlassen Deutschlands kommt wieder mal eine Fahrkartenkontrolle. Im Zug gibt es diese rote LED-Anzeige-Laufschrift, die anzeigt, ob wir pünktlich oder verspätet unterwegs sind (wir haben Verspätung und werden 9 Minuten später in Helsingør ankommen. Bei den Verspätungsangaben werden auch die voraussichtlichen Ankunftszeiten in den nächsten Stationen korrekt angegeben (also mit Verspätung). Sowas hab ich auch noch nirgends gesehen. Die Schaffnerin meldet sich auch persönlich im Lautsprecher zu Wort und erklärt auf Dänisch und Englisch, daß unser Zug leider 9 Minuten Verspätung hat. Sie erwähnt auch, daß wir durch rasches Aussteigen helfen können, die Verspätung zu verkürzen, weil es einige Fahrgäste des Zuges eilig haben, nach Helsingør zu kommen (vermutlich wegen der Fähre).


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Das Innere unseres Öresundzuges.


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Im kleinen Kopfbahnhof von Helsingør. Unser Zug hat bereits die Rücklichter eingeschaltet. Øresundstog 4580 war früher eine SJ-Garnitur (Y31), seit 2009 gehört sie zu DSBFirst.


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Stiegenaufgang im Bahnhofsgebäude von Helsingør: wie in einem Schloß. So ähnlich nobel könnte es auch im alten Wiener Nordbahnhof ausgesehen haben (allerdings in einem anderen Stil).


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Luster und Decke sind besonders schön gestaltet.


Schloß Kronborg in Helsingør
Es ist sehr dunkel draußen, windig und es regnet stark. Das ist auch in Helsingør nicht anders. Wir können und wollen daher auch gar nicht den Fährbetrieb näher beobachten (es gibt einen direkten überdachten Steg zur Fähre – nur mit Ticket zu betreten), sondern verlassen das äußerst schöne Bahnhofsgebäude, um zu Fuß zum nahen Schloß Kronborg zu gehen. Viel länger als 15 Minuten dauert das nicht. Immerhin ist eine Schloßbesichtigung ein gutes Regenprogramm.


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Eingang zum Schloß Kronborg.


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Blick durch den Regen Richtung Schweden: ununterbrochen fahren Fähren - trotz Öresundbrücke!


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Wassergraben rund ums eigentliche Schloß.


Das Schloß wurde eigentlich durch Shakespeare so richtig berühmt, weil die Handlung des Hamlet hier spielt. Ich als Shakespeare-Banause hätte das zum Beispiel nicht gewußt. Die erste Festung namens Kogen wurde 1420 hier errichtet, neun Jahre später wurde von hier aus bereits Zoll für die Durchfahrt der Schiffe hier eingehoben. Als Nicht-Fachmann hab ich natürlich keine Ahnung, wie man das so einfach bei 4 km Durchfahrtsbreite bewerkstelligen kann. Außerdem denke ich mir, daß man ja auch durch den Großen Belt die Ostsee errreichen kann. Dort ist es sicher noch einfacher gewesen, unbehelligt die Ostsee zu erreichen. Oder wurde dort auch Zoll einkassiert? Keine Ahnung!
Ab 1577 durfte der Name Kogen nicht mehr verwendet werden, das inzwischen bedeutend erweiterte Schloß hieß nun Kronborg. 1629 brannte das Schloß fast vollständig nieder, der Wiederaufbau dauerte 10 Jahre. Seit 1739 diente das Schloß als Gefängnis und später als Kaserne. Danach wurde das Schloß renoviert und ab 1938 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Der Eintritt kostet 70 DKK (9,40 Euro). Der Regen ist lästig, weil der Wind weht und den Regenschirm oft umdreht. Zwischendurch hört er aber auch mal für einige Minuten auf. Wir gehen zunächst außen herum, also außen um die Schloßmauer bzw. den Wallgraben, und auch direkt am Meer entlang. Hier ist vor allem der Blick nach Helsingborg (Schweden) interessant. Man sieht ununterbrochen Fähren hin und her fahren. Sodann betreten wir den Innenhof des Schlosses, dessen Stil nicht unbedingt mein Geschmack ist. Ehrlich gesagt, bin ich auch vom Innenleben des Schlosses nicht besonders angetan. Ich habe schon viele schönere Schlösser gesehen. Was nicht heißt, daß es nicht interessant war. Vermutlich ist an meiner geringen Begeisterung die Tatsache maßgeblich, daß das Schloß bereits seit über 200 Jahren nicht mehr als Königsschloß in Verwendung war. Nach dem Rundgang im Schloß und dem Besuch der Schloßkapelle schauen wir noch in die Kasematten, aber diese Kellergewölbe sind auch nicht wirklich interessant.


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Innenhof des Schlosses.


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Und wieder Regen, nachdem wir das Schloß verlassen haben.


Kurze Geschichte Dänemarks
Hier ist Gelegenheit, sich mit der bisher unbekannten Geschichte Dänemarks zu beschäftigen. Angeblich gab es bereits im achten Jahrhundert dänische Könige. Im zehnten Jahrhundert wurden verschiedene kleinere Königreiche erstmals vereint und in der Folge eroberte Dänemark weite Teile der Britischen Inseln, sowie Teile Schwedens und Norwegens, aber diese Ausdehnung währte nur wenige Jahrzehnte. Ab dem 11. Jahrhundert kann man jedenfalls von einem richtigen Königreich sprechen. Ab 1397 waren auch Schweden und Norwegen unter dänischer Krone vereinigt. 1523 wurde Schweden eigenständig, 1814 dann auch Norwegen. 1918 wurde Island von Dänemark unabhängig, wenngleich der König noch bis 1944 Staatsoberhaupt blieb. Grönland gehört seit 1814 noch immer zu Dänemark, genießt aber weitgehende Autonomie. Die letzte Grenzveränderung erfolgte 1920, als Nordschleswig, das seit 1866 zu Preußen gehört hatte, nach einer Volksabstimmung Dänemark zugeschlagen wurde. Die dänische Grenze wanderte damals ein Stück nach Süden. Die gemischtsprachige Bevölkerung im heutigen Grenzgebiet führte dazu, daß heute sowohl in Dänemark als auch in Deutschland Minderheiten der jeweils anderen Sprache leben, die besondere Rechte haben und ihre jeweilige Kultur auch besonders eifrig pflegen.


Spaziergang in der Stadt Helsingør
Nach der Schloßbesichtigung spazieren wir wieder zurück und in die Stadt hinein. Der Regen hört endlich auf und es kommt sogar die Sonne hervor. Wir kommen an einem ehemaligen Franziskanerkloster vorbei, neben dem ein hübscher Garten mit vielen Blumen angelegt ist.


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Beeindruckend in seiner Schlichtheit: ehemaliges Franziskanerkloster.


Da wir auch schon Hunger haben, beschließen wir, in eines der Gasthäuser zu gehen und erstmals (und das einzige Mal!) die berühmteste dänische Mahlzeit zu probieren: Smørrebrød (übersetzt: Butterbrot). Das Aussuchen einer bestimmten Variante ist nicht einfach und ich nehme eines mit Lachs und Rührei. Der Preis ist geschmalzen: 50 bis 80 DKK kosten die hier angebotenen „Butterbrote“, das sind immerhin etwa 7 bis 11 Euro. Wie teuer meines war, weiß ich nicht mehr. Aber für das, was geboten wurde, ist es jedenfalls viel zu teuer. Das Gericht bestand aus einem winzigen harten Brötchen, also etwa eine Art Knäckebrot. Die Auflagen bedeckten nicht nur das kleine Brötchen, sondern den ganzen Teller: ein Salatblatt, ein paar dünne Lachsscheiben, drei Gurkenstücke, eine Zitronenspalte, eine Tomatenspalte, etwa ein Eßlöffel Eierspeise, etwas Dille. Das wars. Es war mein letztes Smørrebrød! Übrigens ist das Wort angeblich nicht so einfach auszusprechen. Der berühmte dänische Knacklaut kommt hier natürlich auch vor. Es klingt etwa wie Schmör’brö’ oder Smör’brö’. Jedenfalls hab ich mir unter diesem Gericht etwas ganz anderes vorgestellt. Zwei österreichische „Belegte Brötchen“ um jeweils etwa 1 Euro sind jedenfalls mehr sättigend! Das Bier „Classic“ dazu war recht gut, es schmeckte allerdings irgendwie „unüblich“. Aber das ist ja das Interessante am Reisen.


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Ein kleines Gasthaus, in das wir einkehren, um das berühmte „Smørrebrød“ zu kosten.


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Überteuertes dänisches Essen: Smørrebrød.


Wir haben also etwas Wichtiges ausprobiert und setzen unseren Spaziergang durch die Stadt fort. Es gibt einige sehr schmale, alte Gassen, die sehr hübsch sind, und als wir wieder in die Nähe des Bahnhofs kommen, entdecken wir, daß auf dem vermuteten Hafengleis ein richtiger Personenverkehr besteht, nämlich nach Gilleleje und Hillerød. Allerdings ist das eine Privatbahn („Lokalbanen“), eingesetzt sind LINT 41-Triebwagen.


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Es gibt einige enge, alte Gassen in der Stadt.


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Im letzten Moment noch erwischt: LINT41-Triebwagen der „Lokalbanen“ nach Hillerød fährt außen am Bahnhof vorbei. Das Auto ließ sich nicht vermeiden.


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Das Bahnhofsgebäude ist nicht nur innen sehenswert, es macht auch von außen einen guten Eindruck.


Wir spazieren Richtung Hafen und beobachten nun einige Fährschiffe, außerdem können wir von dieser Seite nun auch das Schloß Kronborg fotografieren (im Sonnenlicht und nicht im Regen).


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Eigentlich erstaunlich, daß die Fähren noch so viel Geschäft hier machen. Gefühlte alle fünf Minuten fährt eine Fähre ab.


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Kaum zu glauben: die Sonne scheint wieder und läßt Kronborg von der schönen Seite erscheinen.


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Noch einmal kommt ein Zug der „Lokalbanen“ vorbei, wieder gelingt kein wirklich gutes Bild, aber man erkennt gut die schmale Gleistrasse neben der Straße an dieser Stelle.


Dann geht es wieder in die Stadt zurück, wo wir nun auch erstmals alte Gassen mit Blumen (Hibiscus) an den Hauswänden, die aus dem Straßenpflaster zu wachsen scheinen, entdecken. In so einer Gasse werden wir in Aarhus wohnen. Noch wissen wir nicht, daß es nur mehr wenige solcher Gassen in Dänemark gibt. Auch das alte Rathaus sieht sehr hübsch aus, und durch kleine Gassen kommen wir nun wieder zum Bahnhof und entdecken auch das Gleis der Lokalbahn, das außen am Bahnhofsgebäude vorbeiführt. Es gibt auch eine Fußgängerbrücke, von der man die Bahnhofsgleise gut fotografieren kann.


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Eine typische alte „Blumen“-Gasse, wie es früher mehr gegeben hat - so hat uns eine Vermieterin jedenfalls erzählt.


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Eine weitere hübsche Gasse.


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Blick vom Fußgängersteg auf den Bahnhof Helsingør.


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Blick Richtung Fähre. Das Gleis, auf dem ein Elektrotriebwagen Reihe ER (IR4) abgestellt ist, könnte früher ein Zufahrtsgleis zur Fähre gewesen sein.


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Öresund-Zug Triebwagen 4593 der Reihe ER kurz vor der Abfahrt von Helsingør.


Wir nehmen dann den nächsten Zug nach Kopenhagen zurück, der schon bei der Abfahrt einige Minuten Verspätung hat, die im Wagen auf dem LED-Balken auch genau angezeigt wird. Mit drei Minuten Verspätung kommen wir an. Ich habe noch nirgends vorher erlebt, daß 3 Minuten Verspätung überhaupt erwähnt werden. In Kopenhagen steht gerade ein X2000 der SJ am Bahnsteig, den ich mehr schlecht als recht fotografieren kann.


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X2000 nach Stockholm steht in Kopenhagen zur Abfahrt bereit.


Dann schaue ich noch bei der Fahrplanauskunft nach, wie wir in einigen Tagen unter Umgehung von Kopenhagen (nämlich von Køge nach Roskilde und von dort weiter) nach Aarhus fahren können. Sprich: ich bediene einen der hier aufgestellten PCs und schaue selbst bei [www.dsb.dk] nach.
Natürlich geht es dank Taktfahrplan auch direkt über Roskilde, allerdings können wir dann den schnelleren Zug (Lyntog) nicht nehmen, sondern den normalen IC-tog, der viel öfter hält. Die Garnituren sind aber ohnedies die gleichen. Die Gesamtreisezeit ab Køge ist allerdings kürzer. Auf diese Idee war ich bei der Planung vor der Reise gar nicht gekommen.
Wir fahren also wieder mit dem S-tog (Linie B und ab Dybbelsbro dann Linie A) zurück nach Køge. Und damit uns nicht fad wird, regnet es wieder genau beim Umsteigen in Dybbelsbro, sodaß ich den Schirm wieder naß machen muß. In Køge scheint dann aber wieder die Sonne.


http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/IR2011/U11_1275.JPG
In Dybbelsbro kann ich während der Wartezeit immerhin ein annehmbares Bild eines IR4 machen (ER 2114).


Morgen stehen Roskilde und Kopenhagen auf dem Besuchsprogramm.

Fortsetzung hier: Teil 12: Roskilde/København

EDIT: Fortsetzungs-Link eingefügt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:02:01:09:19:31.

Sehr interessant, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 30.01.12 23:04

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Kirchen und Sundzoll

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 31.01.12 10:59

Hej Gustav,

wieder wunderbar, um Roni zu zitieren.
Es ist auch sehr schön, daß Du etwas von den Städten zeigst.

Zwischen Helsingør und Helsingborg verkehren zwei Gesellschaften, HH-Ferries und Scandlines, Du hast ja beide "erlegt". Was mir neu war, ist, daß sie zusammenarbeiten und Fahrscheine bei beiden Gesellschaften gelten.



> http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/IR2011/U11_1177.JPG
> Das Innere wirkt auf uns gar nicht wie eine evangelische Kirche.

Das Innere wirkt auf mich wie eine ganz normale backsteingotische evangelische Kirche, wie man sie zwischen Lüneburg und Reval zahlreich findet. Mit Barockkanzel und Barockaltar vor gut 300 Jahren behutsam modernisiert. Schönes Kirchengestühl, alte Grabplatten auf dem Fußboden - dazu eine erfrischende Kühle, völlig normal halt. ;-)
Du hast vermutlich reformierte Kirchen in Erinnerung, die in in der Tat schmuckloser sind. Aber die großen gotischen Stadtkirchen Nordeuropas sehen alle etwa so aus wie St. Nikolai in Køge.


Zitat:
Die erste Festung namens Kogen wurde 1420 hier errichtet, neun Jahre später wurde von hier aus bereits Zoll für die Durchfahrt der Schiffe hier eingehoben. Als Nicht-Fachmann hab ich natürlich keine Ahnung, wie man das so einfach bei 4 km Durchfahrtsbreite bewerkstelligen kann. Außerdem denke ich mir, daß man ja auch durch den Großen Belt die Ostsee errreichen kann. Dort ist es sicher noch einfacher gewesen, unbehelligt die Ostsee zu erreichen. Oder wurde dort auch Zoll einkassiert? Keine Ahnung!

Der Öresund ist der einfachste Zugang und kürzeste zur Ostsee. Und zu gewissen Zeiten der einzige Zugang Schwedens zu den Weltmeeren. Zum Sundzoll siehe [de.wikipedia.org] - wenn man betrachtet, daß Dänemark und Schweden lange Zeit Feinde waren oder immer noch sind - vor ein paar Jahren schrieb eine dänische Gratiszeitung zum Thema Wie Schweden und erobern kann (oder ähnlich), kann man sich die Bedeutung für Dänemark ausmalen. Im Link steht, man habe den Zoll mit Kanonen durchgesetzt, auch konnte man im Zweifelsfall ein Boot von Kronborg losschicken, ein unwilliges Schiff kapern und in den hafen bringen. Aber man kaperte durchaus auch Schiffe, bei denen alles in Ordnung war und ließ sie nur für teures Geld wieder los, wenn überhaupt.
Auch die Passage durch Großen und Kleinen Belt war zollpflichtig.

Viele Grüße, Sören

Re: Kirchen und Sundzoll

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 31.01.12 11:12

Hallo Sören,
Zitat:
Das Innere wirkt auf mich wie eine ganz normale backsteingotische evangelische Kirche, wie man sie zwischen Lüneburg und Reval zahlreich findet. Mit Barockkanzel und Barockaltar vor gut 300 Jahren behutsam modernisiert. Schönes Kirchengestühl, alte Grabplatten auf dem Fußboden - dazu eine erfrischende Kühle, völlig normal halt. ;-)

Ja, das muß man natürlich mit den Augen eines Österreichers sehen. Wir hier im Süden haben, wenn wir an "evangelische Kirchen" denken, lediglich die durchwegs neueren im Kopf, denn andere sieht man hier ja kaum. Und die sind relativ leer. Im Vergleich zu diesen leeren Kirchen wirken die nördlichen fast wie normale katholische Kirchen.

Danke für Deine sonstigen Erklärungen und Kommentare!
tokkyuu schrieb:
-------------------------------------------------------
> ...
> [share.bahnforum.info]
> da14241baa237c7d58d12b33f68/IR2011/U11_1266.JPG
> Blick Richtung Fähre. Das Gleis, auf dem ein
> Elektrotriebwagen Reihe ER (IR4) abgestellt ist,
> könnte früher ein Zufahrtsgleis zur Fähre gewesen
> sein.
> ...


Ja, das war tatsächlich das Fährgleis in neuer Lage, als es die Öresundbrücke noch nicht gab.

Re: Kirchen

geschrieben von: kentishman

Datum: 31.01.12 23:26

Als evangelischer (anglikanischer) Englaender stimme ich mit Soeren's Beitrag einfach zu. Eine ev.-reformierte Kirche mittelalterlichen Ursprungs waere typischerweise mehr umgestaltet.

Freundliche gruesse aus Lancashire - und danke fuer die Berichte (auch aus 80er)



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:01:31:23:27:54.

Nachtrag: Bilder der Fähre DAN von 1972

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 01.02.12 08:56

ANHANG

Ich habe vergessen, auch ein paar Bilder vom 24. Juli 1972 anzuhängen. Damals war ich von Narvik über Helsinki nach Stockholm gekommen und fuhr von dort nach Kopenhagen (und dann weiter nach Amsterdam). Und damals mußte man bei den meisten Verbindungen umsteigen, es wurden außerdem nur wenige Wagen übergesetzt.
die Bilder zeigen also die Übersetzfahrt von Hälsingborg (wie es damals noch hieß) nach Helsingør. Wie man auf den Bildern sieht, war die Fähre DAN sehr klein.
Es war meine erste Interrail-Reise und ich habe versucht, möglichst viel zu sehen, um dorthin zurückzukommen, wo es mir am besten gefallen hat. Geschlafen hab ich damals fast nur im Zug bzw. Schiff (z.B. Kopenhagen-Stockholm, Stockholm-Narvik, Tornio-Helsinki, Turku-Stockholm, Kopenhagen-Amsterdam usw.)
Hier einfach die vier Dias von damals ohne weitere Kommentare:

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/IR2011/U11_DAN1.jpg

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/IR2011/U11_DAN2.jpg

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/IR2011/U11_DAN3.jpg

http://share.bahnforum.info/transfer/4b34bb10c170dda14241baa237c7d58d12b33f68/IR2011/U11_DAN4.jpg

"Dan" - eine Kleine-Belt-Fähre

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 01.02.12 09:12

Moin!

Das sind interessante Bilder und eine interessante Fähre - Näheres zu ihr unter [www.faktaomfartyg.nu] (mit Bildern), ich übersetze mal.

1921 gebaut, Ørlogsværft, København. Fabriknummer 137.
Größe 68,76 x 13,38 x 3,00 m.
BRT/NRT 798/309, nach Umbau 807/225.
Zwei Dampfmaschinen, 850 PS.
Maximal 10,5 Knoten.
Nach Umbau zwei Siebenzylinder-Dieselmotoren von B&W, 1044 kW, 12,5 Knoten.
1000 Passagiere, ein Gleis mit 66 m Länge.
IMO 5085859 - [de.wikipedia.org] und [de.wikipedia.org].

Stapellauf 25.1.1921
30.8.1921 an die DSB geliefert, zunächst zwischen Fredericia und Strib eingesetzt (Kleine Belt!).
Nach Eröffnung der Kleinen-Belt-Brücke [de.wikipedia.org] kam die Fähre auf die HH-Verbindung, im Mai 1935 war das. Einsatz dort bis 1973.
09.10.1942 auf Mine aufgelaufen.
1952 fand der erwähnte Totalumbau (Nakskov Skibsværft) statt. Nach der Probefahrt am 19.5. wieder auf der HH-Verbindung.
Im Herbst 1973 wurde die Fähre nach einem Motorschaden außer Betrieb genommen (nach 52 Jahren für die Eisenbahn). Verkauft an eine Firma in Ystad, die die Aufbauten abbrach, der Rest wurde als Prahm [de.wikipedia.org] eingesetzt und 1984 in Finnland verschrottet.

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Auf den beiden mittleren Bildern sieht es so aus, als ob man die Puffer mit irgendeinem Schutz versehen hätte - Du wirst Dich wohl nicht mehr erinnern. Kann da jemand etwas zu sagen?

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Vielen Dank für die Dokumente aus einer vergangenen Zeit!

Viele Grüße, Sören

Re: "Dan" - eine Kleine-Belt-Fähre

geschrieben von: djvanny

Datum: 09.02.12 23:29

Zu den Glastüren im S-Tog eine interessante Geschichte:

Ein Professor erzählte mir, dass die DSB akribisch darauf achtet, dass die Glastüren schließen. Das mag man als Außenstehender erstmal nicht nachvollziehen, aber:
Die Glastüren sind in den Zügen teilweise Brandschutztüren und teilen den Zug in einzelne Brandabschnitte. Die Vorschriften in Dänemark sollen da laut seiner Aussage deutlich krasser sein als in Deutschland. Und wenn ich mir dieses Konzept anschaue so sind die Dänen meiner Meinung nach auch mit der Sicherheit der Züge da einen ganzen Schritt weiter als die Deutschen.