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Hoi Welt

Nach einem ersten kleinen Urlaub dieses Jahr, Spanien, kommt mit etwas Verspätung der nächste Bericht.

An dem Sonntag hatten wir einen Termin im Observatiorio Paranal etwas südlich von Antofagasta – demzufolge verliessen wir Calama wieder und fuhren durch die Wüste zurück – raus aus den Anden. Dabei entstanden auf der Fahrt noch ein paar Bilder.
Da der Tag nicht wirklich viel bietet, für euch, hänge ich gleich den nächsten noch mit dran.

Teil 1 und Prolog: [www.drehscheibe-foren.de] >> wir erreichen Chile
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de] >> an der Ferronor um Vallenar und Huasco
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de] >> Ein Tag an der spektakulären Eisenbahn nach Potrerillos
Teil 4: [www.drehscheibe-foren.de] >> Einen zweiten Tag an der Eisenbahn nach Potrerillos
Teil 5: [www.drehscheibe-foren.de] >> bis nach Calama mit einem Besuch am Cumbrepass
Teil 6: [www.drehscheibe-foren.de] >> an die Bolivianische Grenze
Teil 7: [www.drehscheibe-foren.de] >> in der Atacama Wüste
Teil 8: [www.drehscheibe-foren.de] >> noch mal in den Anden
Teil 9: [www.drehscheibe-foren.de] >> an der SQM Tocopilla
Teil 10: [www.drehscheibe-foren.de] >> Kummerwetter in den Anden – eine Spritztour zu den Geysieren von Taito




Sonntag 19. Juni 2011 – Calama > Antofagasta

Die Nacht war echt bescheiden, ich wurde die ganze Zeit wach und draussen im Flur war die ganze Nacht ein riesen Krach. Irgend wer feierte eine Party und auch das motzen von anderen Hotelgästen brachte nur kurzzeitig Ruhe .. dafür wäre ich um 5 Uhr wach gewesen, wenn wir etwas hätten machen wollen ;)
Aufgestanden sind wir dann erst um 8 Uhr (wie immer war die letzte Stunde im Bett die angenehmste), wir gingen zum Frühstück und räumten dann zusammen. Während dem Zusammenräumen ging draussen ein Platzregen nieder, was das Wetter recht schön beschreibt, es war zu und wechselhaft. In Richtung Berge müsste man heute auch nicht fahren, dafür sah es in Richtung der Küste recht gut aus. Wir bezahlten dann das Hotel, eine richtige Rechnung lag bereits bereit und die Dame am Empfang konnte das Terminal heute früh nun bedienen ;).
Dann ging es zu unserer Stammtanke zum letztmaligen auffüllen, die Angestellten sahen dabei aus wie ein Boxenstopteam in der Formel 1, alle waren dick eingepackt und standen nichts tuend herum ... Calama schläft.
Im Navi programmierten wir mal die Koordinaten des Observatoriums als Ziel und fuhren los, um 13:27 sollten wir da sein, meinte das Navi. Passt ja, um 13:30 startet die Führung. Angesichts der Distanz glaubten wir dem Navi aber nicht und wir nahmen ihm auf den Flächen zwischen Calama und Antofagasta auch ein paar Minuten ab. Diese Investierten wir aber immer erfolgreich ein Eisenbahnbilder ;). Wir kreuzten total 2 Züge welche wir jeweils 3x Fotografierten. So ist auch in sachen Eisenbahn etwas gelaufen. Einen dritten Zug, mit Pfui-Spinnenlok vorweg liessen wir dann sogar noch fahren.

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[maps.google.com]
2401 in der Atacama Wüste auf dem Weg nach Calama. Aufgenommen hinter Baquedano

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[maps.google.com]

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[maps.google.com]

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[maps.google.com]
Kaum vorbei an Baquedano kam schon der nächste Zug. Mit 2405 vorne weg

Unterwegs dann nur ein nennenswertes Ereignis: Ich fahre auf der Schnurgeraden leicht abschüssigen Strasse die normalen, etwas über den erlaubten 100km/h, Geschwindigkeiten. Da erkenne ich auf einer Kuppel ein Carabinieros Auto stehen. Ich ging mal auf 100km/h zurück. Als ich näher kam liefen die beiden Carabinieros in Richtung der Strasse. Für mich war der Fall schon klar und ein Adrenalinstoss ging durch den Kopf. Das wird teuer, vielleicht? Keine Ahnung was Verkehrsbusen von Chile kosten. Ich dachte in dem Moment nur an Jan welcher im letzten Urlaub in Norwegen eine ziemlich saftige Busse kassierte ... und ich war schneller zu schnell als er :-) Ich sagte zu Daniel nur: Mist, keine Ahnung wie schnell ich war, aber ich wars. Die beiden haben aber zum Glück den LKW der weit vor uns fuhr rausgenommen, haben also nicht gemessen ... was fiel mir ein Stein vom Herzen.
Wir kamen sehr gut durch den Verkehrstechnisch dichtesten Abschnitt um La Negra und bogen bald schon auf die Strasse nach Taltal ein. Und da schmolz die Ankunftszeit des Navis wie Eis in der Wüste. Schlussendlich waren wir um 12:55 am Platz und jetzt warten wir hier. Angemeldet haben wir uns schon, wir warten nur noch darauf, dass es los geht.
Neben uns stehen noch zwei andere Autos da (wir dachten schon, wir seien die einzigen), ein Mietwagen mit zwei Nasen drin und ein Van mit ein paar Chilenen ... und wir können mit Stolz behaupten, unser Auto ist mit Abstand das dreckigste der dreien, das hat gestern mit dem Schnee nämlich recht "gelitten".

Um 14 Uhr ging es dann los, wir wurden abgeholt und ins Gelände gebeten und parkten gleich hinter dem Tor wieder am "Visitor Center" - wichtig dabei: Rückwärts Einparken, auf einem riesigen Platz ... warum auch immer.
Die Führung war sehr spannend und wir beide hatten unseren Privatführer, da wir die einzigen zwei nicht Spanisch sprechenden waren. Wir zogen zu Beginn gleich einen Helm, den wir drinnen immer und draussen nie tragen mussten/durften - warum draussen nicht? Fallen keine Steine vom Himmel so wie an der Tocopilla Eisenbahn? Achja, die Astronomen sehen die Steine natürlich, die Eisenbahner nicht :)
Die Führung dauerte am Schluss knapp 3h und überall wo wir hinfuhren (immer mit dem eigenen Auto) mussten wir Rückwärts parken, völlig gaga. Wir konnten es dann nicht lassen unseren Führer (darf man das sagen, oder wäre Guide besser? ;)) zu fragen, woher diese leidige Rückwärtsparkerei kommt. Er wisse nicht was es bringt und fände es auch unnötig, aber es sei mal irgendein Deutscher Sicherheitsexperte gekommen, seit da sei Rückwärtsparken Pflicht.
Ein spannender Fakt zu der Anlage: An 360 Tagen (oder besser Nächten) im Jahr ist der Himmel Wolkenlos - es versteht sich von selbst, dass es in der letzten Nacht Bewölkt war und auch in der kommenden Nacht ein paar Wolken erwartet werden. Ich war da! EIGENTLICH hätten sie es ja wissen können, dass das Wetter schlecht wird, ich bin seit Monaten im Besitz meines Flugtickets :-).
Es ist aber ziemlich gemein, um Bilder mit dem Teleskop machen zu können muss der interessierte Wissenschaftler einen Antrag stellen (an die Zentrale in München). Dieser wird dann angeschaut und möglicherweise gutgeheissen. Dann wird ein Termin fixiert, der normalerweise über 1 Jahr in der Zukunft liegt. Es wird auch festgelegt wie lange man welches Teleskop zur Verfügung hat. Wenn nun schlechtes Wetter ist, dann "verfällt" der Termin und man wird einfach an den Schluss der Liste gesetzt, darf also wieder über ein Jahr warten. So seien letzte Nacht einige ziemlich unglücklich gewesen.

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Observatorio Paranal. An 360 Tagen im Jahr ist der Himmel wolkenlos … logisch nicht wenn wir da sind.

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Und sowas in einer der trockensten Gegenden der Welt ..

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Das Gebäude dürfte bekannt sein .. es ist das „Besuchergebäude“ des Observatioriums.

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Nach der Führung auf dem Weg zurück nach Antofagasta

Als wir unseren Helm wieder abgegeben und ein paar Unterlagen (nur in Spanisch) gefasst haben ging es wieder raus. Antofagasta war unser Ziel. Erst folgte aber noch die kurzweilige Fahrt durch die Wüste bist zur Ruta 5. Bei La Negra tankten wir und fuhren dann der Bahn bis Antofagasta entlang. Was da genau läuft ist nicht so klar. Wir sahen unterwegs zwei Züge jeweils mit Kesselwagen .. hm. Die Strecke wäre eigentlich gar nicht übel, das Problem ist nur die Strasse im engen Tal und der Müll der zwischen Strasse und Bahn liegt, ein ziemlich unschöner Anblick. Das ist umso erstaunlicher da Chile ansonsten im Norden sehr aufgeräumt ist, es liegt sehr wenig bis gar kein Müll an den Strassenrändern.
Antofagasta erreichten wir noch vor Sonneuntergang, wir fuhren der Küste entlang (schön!) und suchten uns ein Hotel. Mit Hilfe vom Lonley Planet fanden wir unsere Höhle hier. Ist für den Preis echt nett ... nur die Dusche ist etwas klein geraten, genau so wie der Parkplatz ;). Wir stehen jetzt in der zweiten Reihe, da wir morgen gegen 8 los wollen ... es werde geschichtet auf dem Parkplatz, wer früh geht steht hinten, wer später geht, steht zugeparkt vorne - da kann man nur hoffen, dass man nicht früher gehen muss als geplant ;)
Wir haben uns kurz frisch gemacht und sind dann in die nahe Fussgängerzone der Stadt gelaufen um etwas zu Essen. Ans Meer wollten wir eigentlich auch noch, den Plan verschoben wir aber auf morgen, da es bereits dunkel war - sieht man ja nichts mehr. Zurück im Hotel haben wir uns gerade nebenbei das Fussballländerspiel Chile - Estland im TV angeschaut, was für ein Kommentator! Da kann sich der Schweizer "ich sage nichts ausser das zu Kommentieren was man sowieso sieht" eine Scheibe von Abschneiden. Chile gewann übrigens 4:0, entsprechend ausgelassen hört sich die Stimmung jetzt an ;)




Montag 20. Juni 2011 – Antofagasta > Antofagasta

Der erste richtige Tag am Cumbre Pass war das heute. Wir waren gespannt was die Eisenbahn für uns bereit hält und hatten damit auch gleich schon ein „Problem“, wo stellt man sich hin? Ausgehen davon, dass in beide Richtungen etwa gleich viel läuft und beide Seiten etwa ähnlich Fotogen sind, konnten wir uns nicht entscheiden am Morgen, wohin?. Aber der Reihe nach.
Irgendwie habe ich nicht ganz so Toll geschlafen, in der Nacht ist mal die Alarmanlage eines unter unserem Fenster geparkten Autos losgegangen und in der Früh ist Yeti einmal die Treppe neben der Zimmertüre hoch und runter gestampft – aber gaaanz langsam bitteschön. Aufgestanden sind wir trotzdem etwas später als geplant, nämlich erst um kurz vor 8 Uhr. Da es draussen "wie vermutet" noch Neblig war, hatten wir damit keine inneren Konflikte.
Das Frühstück in der vierten Etage war nicht schlecht, ein warmes Brötchen mit Schinken, mehr nicht ... bei uns nicht, bei den anderen gab es noch Marmeladenbrötchen, vielleicht hätten wir danach fragen müssen? Vor dem losfahren verlängerten wir noch kurz unser Zimmer und packten das Auto.
Den Cumbrepass wollten wir heute früh mal von Mejillones her Anfahren, um zu sehen wie der Streckenabschnitt da so ist. Bis man aber an die Strecke kommt fährt man erst ewig durch Industriequartiere, verriegelte Wohnsiedlungen (mit Tor und Sicherheitspersonal davor) und am Flughafen vorbei. Das ganze garniert mit etwas Baustelle ... wir kamen nicht vom Fleck. Wir hatten es aber auch nicht eilig, der Nebel war weg und hinterliess eine Siffschicht am Himmel, die sich zwar zusehends auflöste, aber noch immer da war.
Als wir auf die Eisenbahn trafen war die Frage "noch bis Mejillones fahren" oder nicht im Raum. Es sah an der Abzweigung der Strassen aber dermassen flach und langweilig aus in die Richtung das wir dieses Projekt mal sein liessen - da interessierte uns der darauf folgende Abschnitt mit vielen Kurven auf der Karte schon eher.
Um da hin zu kommen quälten wir unser Auto wieder mal über kaum existente Pisten, eher Fahruspuren im Dreck und Sand und Steinboden. Auf einmal fanden wir eine ziemlich gute Piste in der Wüste (ist immer so) und nutzten fortan diese - und sie führte uns genau da hin wo wir hinwollten, in eine 180° Kehre. Die Kehre an sich war nicht im Licht und noch bevor wir uns entschieden was folgt, sahen wir ein Spitzenlicht in der Ebene auf uns zu kommen - runter fahrend. Wir warteten am BÜ und schossen ein Spinnendoppel mit ein paar mit Kupferplatten beladenen Falchwagen.

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[maps.google.com]
Auf der Westseite des Cumbrepasses rollt dieses Spinnendoppel, führend Lok 1416, zum Hafen vom Mejillones. Auf dem Zug befinden sich Kupferplatten, die Produkte der Minen im Hinterland.

Hm, das nächste kommt dann von unten? Wir gingen davon aus und stellten uns nach kurzer Suche für einen Zug vom Hafen in die Berge - den wollten wir dann auch gleich verfolgen bis auf den Pass hinauf. Das geht, es ist zwar nur einmal kurz eine richtige Strasse dabei, aber die Züge sind so hässlich langsam ... kein Problem ;). Wir stellten uns hin, richteten das Auto in der Sonnenachse aus und freuten uns auf eine gemütliche Pause. Aber wir warteten nicht lange da tauchte ein Zug auf ein paar Kurven weiter hinten.
Diesen, mit 4 Keinnasenloks bespannten Zug schnappten wir uns und schossen ihn ein paar mal. Auf dem Pass blieb er stehen und die Schubloks gingen vom Zug weg, macht Sinn. Wir fuhren also runter auf der anderen Passeite für ein letztes Bild und da sahen wir erstmal nur: Baustelle! Da waren ein paar orange Männchen weiter entfernt am Basteln auf den Gleisen. Mit Werkzeugen und ordentlich Material. Oha! Aber die Züge fahren ja, wird also so schlimm nicht sein. Wir stellten uns in eine Kurve und 15min später kam unser Zug ein letztes mal, natürlich ohne Schubloks den Berg runter.

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[maps.google.com]
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[maps.google.com]
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[maps.google.com]
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[maps.google.com]

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Wir warteten auf der Westseite des Passes so lange bis ein Zug aus Mejillones auftauchte und den Pass in Angriff nahm. Lange warten mussten wir zum Glück nicht. Den Zug, bestehend aus Kesselwagen, verfolgten wir dann über den Summit hinweg.

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Und da hat der Zug den Summit erreicht. Die beiden Schubloks gehen vom Zug weg und dürfen verschnaufen, genau so wie unser Auto :-).

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Mit den beiden Zuglosk, 1400 und 1405, rollt der Zug den Pass runter.

Dabei entdeckten wir auch gleich eine sehrsehr nette Stelle für die Gegenrichtung, für Bergfahrer ... da wollten wir wieder hin! Der Zug war durch und wir sind wieder hoch zum Summit gefahren, warum? Keine Ahnung. Schauen ob die Schubloks noch da sind. Das waren sie, sie standen aber nicht wie erwartet bereit zur Fahrt in Richtung Mejillones sondern in die Richtung, in die sie den Zug geschoben haben. Was in unseren Köpfen nur bedeuten konnte, man braucht da unten Schubloks um Züge in Richtung Hafen den Cumbrepass hoch zu schubsen (warum man sie aber nicht gleich am Zug glassen hat ..).
Trotz dieser Vermutung horchte ich noch in die Stille und vernahm auf der anderen Seite des Passes ein grummeln. Das müsste eigentlich ein Zug sein, das grummeln war Konstant und deutlich zu hören.
Also runter zu der grossen Kehre - unserem Hauptziel von heute. Die paar Kilometer Schotterpiste gehen natürlich schnell und als wir da waren, war der Zug sehr deutlich zu hören. Das war wichtig, den man hört teilweise Züge die es gar nicht gibt .. ;).
Wir bestiegen den Berg und stellten etwas konsterniert fest, als wir den Zug sahen, massig Spinnenloks vorne und KEINE Schubloks hinten. Das war schade, weil unser Motiv wäre eigentlich eher auf die Schbloks ausgerichtet. Wir stellten uns dann halt entsprechend hin und 20min später war der Zug dann bei uns und der Stelle durch. Ist aber schon toll wenn man es sich überlegt, das man Züge über eine Stunde vor dem eintreffen horchen kann!

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[maps.google.com]
Wir fuhren wieder rauf zum Summit und schauten den beiden Schubloks, 1409 + 1440, gerade noch bei der Ausfahrt zu. Sie fuhren anstatt nach Mejillones zurück aber auch auf der Westseite des Passes runter.

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[maps.google.com]
Ein zweiter Zug kommt von Mejillones kommend den Pass hoch gefahren. Und genau deshalb sind die Spinnen so urhässlich, in dieser Perspektive wird das nach nichts halbem und nichts ganzem.

Wieder um eine Entscheidung ringend und mit dem klaren Verdacht, alles falsch zu machen, folgten wir dem Zug mal über den Pass und schossen ihn ein zweites mal mehr schlecht als recht an einer ähnlichen Stelle wie den anderen bereits zuvor. Jetzt waren wir uns sicher folgt dann irgendwann ein Zug zum Hafen, in unsere Richtung - wir hatten uns 3 Stellen zur Verfolgung bereit gelegt und stellten uns mit dem Auto ans erste Motiv und warteten.

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Auch diesen Zug verfolgten wir nochmal über den Pass.

Ich begann da mein mitgebrachtes und bisher unangetastetes Buch zu lesen, und ich war am Schluss wie wir die Stelle verliessen fast schon bei Seite 200. Was war in den Stunden dazwischen geschehen? Nicht viel. Die Bauarbeiter werkelten am Gleis rum und die nächste Zugbewegung zauberte uns (nur) für en paar Sekunden ein lächeln aufs Gesicht - ein Zug von unten! Doch es fehlten die Wagen, ein Lokzug. Merkwürdigerweise waren es eben die beiden Loks die vorhin als Lokzug in diese Richtung runter sind ... was auch immer das bedeuten soll - vielleicht fuhr mal zum Tanken oder so.

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[maps.google.com]
... und an dieser Stelle warteten wir ewig auf einen Zug. Das einzige was aber kam waren die beiden Loks 1440 + 1409 wieder zurück *hm*.

Wir warteten auf jeden Fall mal weiter, man weiss ja nie. Anstatt von unten kam dann aber ein Zug von oben runter. Um ihn nicht ganz ziehen zu lassen gab es wieder ein Bild an unserem bekannten Motiv. Das spezielle an der Bespannung war die altlack Spinne an dritter Stelle. Schon erstaunlich, da sind wir seit Tagen an dieser Eisenbahn und immer wieder werden wir überrascht - Danke FCAB für den spannenden Betrieb (achja, die altlack Spinne ist trotzdem zum würgen hässlich ;)).

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[maps.google.com]
Anstatt ein Zug zum Meer kam kurz vor dem Sonnenuntergang nochmal einer ins Landesinnere. Hinter Lok 1438 und 1421 folgt Lok 1418 im Altlack. Spannend das die Eisenbahn nach so vielen Tagen noch Neuheiten präsentieren konnte.

Die Sonne näherte sich langsam den Bergen und die Bauarbeiter waren am fertig machen, es wurde zusammengeräumt und die Werkzeuge auf die Fahrzeuge geladen. Nur zwei Mann waren noch auf dem Gleis und liefen mit einem gelben Stock (oder so etwas) den Gleisen entlang und kontrollierten irgendetwas. An einer Stelle blieben die dann ewig stehen. Die Konsequenz für alle anderen war: Gerätschaften wieder abladen und hoch aufs Gleis damit. Hat da Hombre etwas falsch gemacht? ;) 1h später war dann aber alles repariert, vielleicht, und die Baumanschaft fuhr.
Wir selber durften dann wieder mal eine negative Punktladung miterleben. Als die Sonne vielleicht noch 20min weg vom Berg war grummelte es am Berg hinter uns. Es wurde lauter und lauter und es war klar, da kommt ein Zug in die Richtung wie wir ihn gerne hätten. Er dröhnte die Steigung hoch und kam punktgenau als die Sonne die ganze Strecke und alles Drumherum in Schatten gehüllt hat. Hätte der nicht 1h früher kommen können?
„Vielleicht ist auf dem Pass noch Licht“ dachten wir und fuhren mal hoch, war ja eh unsere Richtung. Es war auch noch Licht, und einen vom Hafen her einfahrenden Zug konnten wir prima "Verkunsten" mit der untergehenden Sonne - für "unseren" Zug der richtig im Licht gewesen wäre, reichte es aber wieder nicht. So blieb es auch da bei einem Versuch ein schönes Kunstbild anzufertigen, was misslang.

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[maps.google.com]
Unser liebstes Auto

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Nach Sonnenuntergang an der Stelle fuhren wir zum Summit und im allerletzten Licht kam wieder ein Zug vom Meer her.

Wir sind dann gefahren, mit dem Antofagasta Shoppingcenter als Ziel. Unterwegs kreuzten wir übrigens noch mal einen Zug den Berg hoch, nur zu erkennen am blauen Drehlicht auf dem Dach. Für was die auch immer da sind.
Die Fahrt nach Antofagasta rein war mühsam, der Verkehr lief zähflüssig, bis zum Schluss auf der Küstenstrasse wo wir immer wieder vor roten Ampeln im kleinen Stau stecken geblieben sind. Etwas entnervt trafen wir so im Lider Einkaufscenter ein und versorgten uns wieder mit den wichtigen Dingen des Lebens, wie Chips, Getränken, Kecksen und solchen Sachen ;). Der Parkplatz in diesem Lider war im Vergleich zum dem in Calama angenehm "leer" und wir fanden auf Anhieb einen Parkplatz, jaa, machnmal erfreut man sich an den einfachen Dingen des Lebens ;).
Auf dem Weg nach Hause hörten wir im Radio dann noch, wir verstanden zwar mal wieder nur die hälfte und sonst viel blabla, dass es ein Erdbeben gegeben hat in Antofagasta, mit 5.1 auf der Skala gemessen wurde und KEINE Tsunami Warnung heraus gegeben wurde (phuu, das Lider Parkhaus lag auf der Höhe des Meeresspiegels und unser Hotel nur unwesentlich darüber ;)).
Das Hotel fanden wir ebenfalls wieder, danke Navi, und ich war wieder mal dran mit Schlüssel holen und Garagentor öffnen lassen. Wieder einmal wurde ich NICHT verstanden und man sagte mir: kein Zimmer mehr frei, Nada. Ich habe ein Zimmer, sag ich noch ... welche Nummer? Öhh .. 311 vielleicht? Erstes Zimmer in der 3Etage. Name? Ja ... DAAAAAAA und ich tippte in ihr Buch, das sind wir. Sie lachte und meinte nur: i remeber. Was, wieso das denn? Mit der hatten wir noch gar nichts zu schaffen bisher ;). Sie öffnete das Tor und wir stellten uns an den gleichen Platz wie gestern mit dem Auto. Sie kam dann hinterher und wollte den Autoschlüssel haben. Ja, neinein, nix da, den Schlüssel kriegst du nicht, warum auch? Sie konnte dann auf einmal gar kein Englisch mehr, freute sich aber über das Spanisch vom Wipf, und holte die Kollegin. Schlüssel? Nöö ..., warum? Mietauto! Irgendwie erwartete man wohl noch mehr Gäste mit Auto und wollte flexibel selber Umparken können, oderaber sie suchte noch ein Auto zum Einkaufen und probierte es bei den dummen Touristen mal aus, wie auch immer, unseren Schlüssel bekam sie nicht ;). Im Falle von umparken soll sie uns doch bitte einfach rufen, wir seien ja da (ausser beim Abendessen).
Im Zimmer machten wir uns nur eben Frisch und dabei bemerkten wir (mal wieder): Unser Klo ist defekt, der Spülkasten füllt sich nicht. Hallo Chile?! Das ist das dritte Klo in diesem Urlaub das irgendwelche Probleme macht mit dem Spülkasten – sonst kann ich mich nicht aktiv an Probleme in irgend einem Urlaub erinnern, egal wo auf der Welt. Kauft euch mal anständige Ware anstatt solchen Schund, dass ist ja Grauenhaft - wie machen die das bloss alle zuhause, spülen die mit einem Eimer, oder wird der Eimer gar ... ach, lassen wir das Scheissthema! :)
Die Strassen von Antofagasta waren an diesem Montag mit Autos genau so verstopft wie mit Fussgängern, da waren wir nicht unfroh ein Lokal zu kennen wo wir heute Essen konnten. Es ist eher etwas feineres mit stolzen Preisen, das Essen war dafür ein TRAUM. Tolles Fleisch, in rauen Mengen, reichlich Beilagen, Bier ... was war das für eine Wohltat! Wir waren uns dann wieder mal nicht so sicher, ob wir auf den Tag anstossen sollen oder ob wir das Essen zu einem Frustessen machen wollten. Die Bilder sind ja nicht schlecht, aber der lange Nachmittag ohne Verkehr war schon nicht ganz so dass, was wir uns erhofft hatten. Da sind wir doch froh haben wir mit dem morgigen Dienstag noch mal ein Tag am Pass wo hoffentlich etwas mehr geht - auch wenn wir da wegen den Bauarbeiten eher skeptisch sind.
Den Weg zurück zum Hotel fanden wir routiniert um 23 Uhr und da wollte ich gerade noch mein GPS Tracker an den Strom hängen, doch jetzt finde ich das blöde Teil nicht mehr. Ich bin mir sicher es nirgends anders hingetan zu haben als die Kameratasche, aber das blöde Teil ist nicht da drin. Ich suchte überall, auch noch kurz im Auto - unauffindbar. Was für ein Ärger, nicht um den Tracker, aber um die Routen die drauf sind, unsere ganzen Gammelwege durch die Anden, weg. Aber das Teil finden wir morgen sicher irgendwo im Auto.
Achja ... neben unserem Auto ist KEIN EINZIGES auf dem Parkplatz, was die Vermutung mit dem Einkaufen in den Vordergrund rückt .. stellen wir gerade erheitert fest .. ja, dann!




Im nächsten Teil sind wir nochmal am Cumbrepass … bevor es dann langsam (oder schneller) wieder weiter in Richtung Süden geht. Dieser Teil kommt dann aber wieder in einem vernünftigen Abstand.

Grüess
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Hallo,
Anden und Alpen sind eben doch unterschiedlich, sehr schön. Danke.

Grüße

FANTOMAS
danke für den wundervollen Bericht aus einer tollen Gegend!

Grüße
Martin

http://www.steamphone.de
steamphone.de - Eisenbahn, Reisen und Tech-Stuff
Ah, der "Railways on Mars" Urlaubsbericht geht weiter. Wie immer super!

kondensierte Grüße, Stefan

https://www.drehscheibe-online.de/foren/file.php?099,file=190387
Kondenslok.de (temporär offline) + Industrial Railways of Indonesia SIG (fc)
Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. Wer sich über Signaturen aufregt, hat sonst nix zu sagen.

Wieder super! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 30.01.12 23:15

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Ich bewerte mit AAA+
Und die letzten beiden Bilder am Schluss bekommen ein AAAA!

Das soll "Fitsch und Gedönshausden" erst mal als Rating toppen.

Danke für die Berichte.

Gruß, Ralf