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Interrail 2011: EU-Mitte-Nord – Teil 7 (Dresden)

Alle bisherigen Teile:
Teil 1: Wien-Prag
Teil 2: Prag
Teil 3: Prag-Berlin
Teil 4: Berlin
Teil 5: Berlin
Teil 6: Berlin


Mittwoch, 13. Juli 2011: Ausflug nach Dresden

Heute besuchen wir Dresden. Grund ist hauptsächlich mein Wunsch, die fertiggestellte Frauenkirche zu sehen. Natürlich sind auch die Straßenbahnen bzw. der Renovierungsstand am Schloß interessante Aspekte eines Dresden-Besuchs. Aber ich kenne ja noch die Bombenruine der Frauenkirche (1990) und hab 1998 die im Bau befindliche Kirche im Baugerüst gesehen. Nun möchte ich sie mir eben auch fertiggestellt anschauen.

Unser Zug geht kurz vor 9 vom Südkreuz. Dorthin fahren wir mit U7 und S2.
Unser Zug: EC173
ab 08:55 Berlin Südkreuz
an 10:52 Dresden Hbf


Bahnfahrt Berlin-Dresden

Der Zug ist total voll! Aber vorne im ersten (DB-)Wagen finden wir Platz (61 80 20-91 536-8 Bpmz), die übrigen Wagen sind ÖBB-Wagen. Nur: Bequem ist anders! Die Sitze sind nicht sehr angenehm, es ist laut hier (Musik dröhnt von irgendeiner unbekannten Quelle). Die Ansage am Bahnsteig Berlin-Südkreuz ist eklatant doof: Bei den Haltebahnhöfen heißt es u.a. so ähnlich wie „Decín holešovice nadordži“. Also jedenfalls nicht hlavní nádraži, das hätte ich zweifelsohne genau verstanden. Wieso die Tonbandstimme so einen Schwachsinn aufgenommen hat, müßte man eigens untersuchen. Gibt es niemanden, der denen wenigstens ein wenig Tschechisch beibringt? Oder findet sich kein Muttersprachler? Vermutlich glauben irgendwelche „Obergescheiten“, daß hl.n. eben was mit Holešovice zu tun hat, nur weil es in Prag einen Bahnhof Holešovice gibt? Es ist geradezu lächerlich! Eigentlich eine Ignoranz und Frechheit. Auch andere Hauptbahnhöfe (=hlavní nádraží) in Tschechien werden genauso falsch angesagt (nämlich mit demselben Unwort!). Lustig ist übrigens auch, daß im Zug der Endbahnhof unseres Zuges (Villach) wie „Willach“ ausgesprochen wird. (Vielleicht würde ein Wiener ja „Pankoff“ statt Pankow sagen? - hihi - das wäre eine feine Rache.) Und noch doofer ist, daß bei der Aufzählung der Haltebahnhöfe im Zug „Wien“ ebenso fehlt wie schon auf den Aushangfahrplänen in Berlin. Also mit Bahnreisen wie früher hat das alles nichts mehr zu tun. Übrigens hat unser Zug nur zwei Abteilwagen, der Rest ist Großraum (Marke Sardinenbüchse)! In Dresden warte ich nach dem Aussteigen noch auf den Lokwechsel, denn unsere 101 003 wird durch die CD 371 001 ersetzt und das möchte ich fotografieren. Warum man eigentlich zwischen Prag und Berlin nicht auch eine 1216 einsetzt? Den Fahrtrichtungswechsel in Prag könnte man sich ersparen, wenn man von Süden in den Hauptbahnhof einfährt (wie es manche andere Züge aus Richtung Kolín tun), aber man würde sich auf jeden Fall den Lokwechsel in Dresden ersparen!


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Unsere Zuglok war die 101 003, hier bereits abgebügelt nach der Ankunft in Dresden.


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Die 371 001 sieht noch immer so „entblättert“ aus wie schon vor Jahren.


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EC173 nach Prag und Villach, daß man damit auch nach Wien kommt, steht leider nicht angeschrieben.


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Etwas überrascht bin ich, daß es in Dresden auch 145er zu sehen gibt.


Besichtigung Dresden

In Dresden kaufen wir uns eine Tageskarte um 5 Euro. Mit der Linie 8 fahren wir sodann zum Postplatz, wo ich am liebsten gleich länger geblieben wäre, um ausreichend gute Fotos zu machen. Aber zu dritt muß man sich eben auch ein wenig anpassen, sodaß ich nur einige Notschüsse machen kann. Dafür hab ich das Glück, den Schienenschleifwagen 201 002 zu erwischen. Den sehe ich heute immerhin vier Mal an unterschiedlichen Orten! Der Postplatz hat sich natürlich total verändert. Wir gehen aber weiter zum Zwinger, allerdings bleibe ich draußen, um Straßenbahnbilder zu machen. Ich möchte außerdem einen Überblick über die Typen bekommen.


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Schöne Formen, schöne Farben: die neuen Straßenbahnen in Dresden. Von den Alten ist nichts mehr zu sehen. Wagen 2611 (3-teilig) in Linie 9 auf dem Postplatz.


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Eine 5-teilige Wagenbauart: 2515 in Linie 2.


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Und eine weitere 5-teilige Serie, allerdings etwas länger: 2843 in Linie 11. Leider von der türlosen Seite.


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Wagen 2620 (leider mit Vollwerbung) fährt am Zwinger vorbei, im Hintergrund ein Turm des Schlosses.


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Und zur Abrundung eine Innenaufnahme (Wagen 2715): die Farben und die Raumaufteilung empfinde ich als angenehm.


Mein erster Dresdenbesuch fand 1990 statt, damals noch DDR. Am 26. Juni dieses Jahres entstanden die folgenden Aufnahmen, die einen kleinen Rückblick bieten. Den Aufnahmeort hab ich nicht notiert, es wird wohl in der Nähe des Postplatzes gewesen sein:


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Auf Linie 1 waren noch Gotha-Dreiwagenzüge im Einsatz. 213 108 führt den Zug an.


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Auch Glück hatte ich damals schon: Ein Fahrschulzug mit 201 205 an der Spitze.


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Der Großteil der Züge bestand allerdings aus solchen Tatra-Dreiwagenzügen, viele noch im alten Orange-Lack: 222 958 führt einen Zug der Linie 8.


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Überrascht war ich auch von diesem blauen Stadtrundfahrts-Zug: 222 243 in Blau.


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Und es gab schon gelbe Züge: Bei diesem waren nur mehr die letzten drei Ziffern angeschrieben: 553 auf LInie 17.


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Auch dieses interessante Arbeitswagengespann (201 016 führend) konnte ich damals erwischen. Der Beiwagen hieß vermutlich 154 014 (schwer zu lesen).


1998 war ich wieder in Dresden,

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Am 28.8.1998 fand ich dieses interessante Straßenstück: der modernisierte 224 234 ist hier in Linie 13 nach Prohlis unterwegs.


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Auf Linie 13 fand ich am 28.8.1998 auch einen der wenigen T6-Züge: 226 003.


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Und weil ich bei meinem heurigen Dresden-Besuch kaum Zweirichtungs-Wagen gesehen habe, hier ein Beispielbild vom 25.8.1998: Wagen 2585 in Linie 42 - das war vermutlich eine Umleitungslinie wegen Bauarbeiten.


Zurück zur Gegenwart: Nach dem ich mich also fotografisch ausgetobt habe, gehe ich auch in den Zwinger hinein und meine Begleiter wieder zu finden. Hier paßt nun ganz gut meine Schilderung vom besuch des Zwingers am 25. August 1998 herein. Damals hab ich in mein Urlaubstagebuch folgendes notiert:
„Der ‚Zwinger‘ ist natürlich kein Löwenzwinger oder ein Raubtierzwinger, sondern ein barockes Bauwerk, erbaut seinerzeit zum Lustwandeln. Er besteht im Wesentlichen aus einer schönen Parkanlage mit barockem Schnörkselwerk, welches als umgebende Mauer dient, und ist teilweise aufgelockert durch Stiegenaufgänge auf Terrassen sowie Gebäude, die in das Mauerwerk integriert sind und heute als Kunsträume oder Museum verwendet werden. Durch Tore kann man jeweils eintreten oder durchschreiten und zum nächsten Garten oder zu einem der Ausgänge gelangen. Kunstfanatiker mögen mir die profane Schilderung dieses mich ehrlich gesagt wenig begeisternden Komplexes verzeihen. Abgesehen davon, daß er außer schwarz nur schwarz ist (von Ruß, Autoabgasen und dem Zahn der Zeit) und damit auch nicht sehr augenfreundlich, erinnert er mich auch nicht an Juwele wie Schönbrunn, Belvedere oder Versailles. Er gehört also für mich nicht zu den architektonischen oder sonstwie bedeutenden Highlights der europäischen Landkarte.“ (soweit meine Eindrücke von 1998).


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Wenigstens einen Blick in den großen Hof des Zwingers muß man schon zeigen!


Weiter geht es nun Richtung Schloß und Semperoper. Mir fällt natürlich gleich auf, daß sich inzwischen sehr viel getan hat: viele Häuser sind neu verputzt, unfertige Teile des Schlosses wurden rekonstruiert, wenngleich die Bauarbeiten noch nicht ganz fertig sind. Ich habe ja alte Bilder zum Vergleich mitgenommen, aber in der Zwischenzeit sind neue Gebäude entstanden – nach alten Plänen übrigens. Ich gehe um das Schloß herum, um die früheren Fotostellen zu finden. Ich kann aber leider nicht alle Stellen ausfindig machen, zu viel hat sich verändert. Ich vermute, daß es manche Gebäude 1990 und 1998 noch gar nicht gegeben hat.


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So sieht diese Seite (vom Zwinger aus) des Schlosses heute aus (der abgeschnittene Turm hat seinen Grund im folgenden Vergleichsbild - gleiche Perspektive!


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Und der gleiche Standpunkt am 25.6.1990. Nicht nur die Wartburgs sind seit damals verschwunden...


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Diesen Fotostandpunkt von 1990 konnte ich leider nicht mehr finden. Vielleicht sind da neue Bauten dazugekommen.


Die Hofkirche schauen wir uns auch von innen an und ich muß zugeben, daß ich mich nicht mehr daran erinnere. Vor zwanzig Jahren sah sie vermutlich auch etwas anders aus als heute! Ich liebe ja Barock, und in dieser Kirche finde ich den Stil recht dezent, es dominiert weiß mit relativ wenig Gold. Ich fühle mich also sehr wohl und ich lasse mir etwas Zeit mit dem Betrachten. Außerdem ist gerade jetzt – zu Mittag – Orgelspiel zu hören, was auch sehr schön ist und zum Verweilen einlädt.


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Ein paar OT-Bilder sind sicher erlaubt: Das Innere der Hofkirche: dezent und trotzdem schönster Barock!


Nun folgt das eigentliche Hauptziel unserer Dresden-Fahrt: die Frauenkirche. Sie ist innen gerade geschlossen wegen einer Andacht, sodaß wir beschließen, zuerst in die Kuppel hinaufzusteigen. Der Eintritt beträgt 8 Euro, das erste Stück wird mit einem Fahrstuhl zurückgelegt, dann geht man ähnlich wie im römischen Petersdom durch die Kuppel hinauf zur obersten Galerie – teilweise auf einem Rampenweg mit schönen und interessanten Ausblicken auf Teile des Innenraums und der oberen Innenkuppel. Von der Aussichtsplattform (Laternenhals in 67 Metern Höhe) hat man einen schönen Rundblick, aber vor allem ist auch die Leistung bemerkenswert, nämlich aus der Ruine wieder diese Kirche auferstehen zu lassen – unter Verwendung vieler alter Steine, die noch vorhanden waren im Schutthaufen oder als Ruine (und die schwarz sind und daher unter den neuen weißen Steinen erkennbar bleiben). Irgendwie seltsam muten die völlig neuen Häuserblocks an, die im alten barocken Stil wiedererrichtet wurden – sieht irgendwie aus wie Lego. Die neuen Dächer – ob das in der Barockzeit kurz nach dem Bau auch so ausgesehen hat? Jedenfalls wird schnell klar, daß die Durchblicke von früher heute einfach nicht mehr möglich sind.
Ich möchte gerne die Stelle finden, von der ich 1990 die Bombenruine der Frauenkirche fotografiert habe, aber diese Stelle gibt es nicht mehr. An der Stelle stehen jetzt neue Häuser, die nach alten Plänen gebaut wurden – an jenen Stellen, an denen vor dem Krieg schon die Häuser standen – und überdies ist auch der freie Blick von der damaligen Fotostelle nicht mehr gegeben. Immerhin erkennt man, welche Gebäude damals nur teilweise vorhanden waren. Auch der Vergleich aus der Bauzeit der Kirche ist interessant. Es sind in der Zwischenzeit ganz einfach neue Straßen und Gassen entstanden!


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So sieht heute die fertiggestellte Frauenkirche aus.


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Und so sah sie am 25. Juni 1990 aus. Von diesem Blickwinkel kann man heute nicht mehr fotografieren.


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Natürlich versuche ich, annähernd einen gleichen Blickwinkel zu erwischen. Es geht nur bedingt. Trotzdem erkennt man gut, was sich in der Zwischenzeit getan hat.


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Beim Aufstieg bieten sich interessante Blicke ins Innere.


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Ein Großteil dieser Häuserblocks wurde völlig neu errichtet - nach 1990!


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Auch diesen Blickwinkel versuchte ich erneut einzufangen. Das rechte Bild stammt vom 25.8.1998.


Ich bin also durchaus begeistert, und als wir danach das Innere der Kirche betreten, finde ich die Kritiken, die ich im Vorfeld schon gehört habe, nicht alle berechtigt. So schlimm, wie es mir geschildert wurde, ist es nicht. Die Farben sind vielleicht ungewohnt, aber ich bin sicher, man hat eben die Farben gewählt, die früher bestanden haben. Mir fällt auf, daß es nirgendwo ein Marienbild gibt, obwohl doch die Kirche „Frauenkirche“ heißt. Der Name stammt natürlich aus der katholischen Zeit, die Barockkirche ersetzte den Vorgängerbau aber schon nach der Reformation, und sie hat also nur den Namen übernommen, die Gestaltung wurde aber nach protestantischen Ideen vorgenommen.

Mittagessen: billig und gut!

Nun bekommen wir Hunger und überlegen, wo wir etwas essen könnten. Natürlich möchten wir nicht in die diversen Touristenfallen gelockt werden, also fahren wir mit der Linie 9 etwas weiter vom Zentrum weg, über die Elbe in Richtung Mickten. In Altpieschen steigen wir aus und suchen in der Umgebung ein Restaurant, finden aber nichts. Auf dem Weg entlang der Straßenbahnlinie 13 spazieren wir durch die Bürgerstraße und finden schließlich in der Oschatzer Straße eine kleine Fleischerei, in der man auch essen kann. Auf der Straße sind zwei oder drei Tische aufgestellt, jemand bedeutet uns, daß wir uns gleich hier niedersetzen können, weil der Tisch gleich frei wird. Sehr freundlich! Aus den angeschriebenen Angeboten wählen wir Bouletten mit Pürree und Gemüse um 3,60 Euro. Wirklich sehr gut, schmeckt nach Hausmannskost. Und das Bier kostet auch nur 1,40 Euro. Nach dieser angenehmen Unterbrechung wollen wir zum Großen Garten fahren, denn dort gibt es eine Parkeisenbahn, die wir noch nicht kennen. Die Linie 13 führt uns direkt dorthin, zur Haltestelle Großer Garten bei der Hauptallee. Da es recht warm geworden ist, wollen wir uns hier ein wenig erholen und natürlich auch mit der Parkeisenbahn (vormals Pioniereisenbahn) fahren.


Parkeisenbahn im Großen Garten

Die Parkeisenbahn entstand hier als Liliputbahn wie im Wiener Prater, und zwar im Jahr 1930 anläßlich einer Ausstellung, wobei zu bemerken ist, daß die drei Dampfloks bereits 1925 gebaut wurden und schon vorher bei verschiedenen Veranstaltungen im In- und Ausland eingesetzt waren. Wie in Wien beträgt die Spurweite 381 Millimeter. Die Loks waren im Krieg gut versteckt und überstanden ihn relativ unbeschädigt. 1950 wurde sodann mit dem vorhandenen Material und einigen Reparaturen eine Kindereisenbahn errichtet. 1951 wurde aus der Kindereisenbahn die erste „Pioniereisenbahn“ in der DDR eröffnet, deren Strecke in der Folge vergrößert wurde. 1990 wurde aus der Pioniereisenbahn die „Parkeisenbahn“, nach wie vor können aber Kinder hier das Eisenbahnwesen lernen und mitarbeiten, allerdings sind die ideologischen Hintergedanken verschwunden.
Wir spazieren also zunächst in den Park, machen ein paar erste Fotos und besteigen sodann einen Zug, mit dem wir bis zur Karcherallee fahren (Fahrpreis 3 Euro). Von dort wollen wir dann durch den Park spazieren und evtl. Streckenaufnahmen machen. Dampflokomotiven sehen wir keine, es sind zwei Akku-Loks unterwegs (EA 01 in Rot und 02 in Blau). Das Ganze erinnert sehr an die Wiener Liliputbahn, aber es ist recht lustig und wir fühlen uns daher auch „wie im Urlaub“. Das Personal besteht großteils aus Kindern. Da gerade ein Austausch stattfindet, sind auch Kinder der Budapester Kindereisenbahn zu Gast, die die Ansagen auch auf Ungarisch machen. Nach dem Aussteigen bei der Haltestelle Karcherallee spazieren wir ein wenig entlang der Strecke, aber gute Fotogelegenheiten sehen wir nicht. Der Bewuchs und die Sonneneinstrahlung verhindern besonders gefällige Bilder. Wir machen auf unserem Spaziergang Richtung Palais eine Rast auf einer Wiese, denn wir sind doch ein wenig müde und die Rast tut uns gut.


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Bei der Ankunft steht ein Zug mit der blauen EA02 auf dem Bahnsteig. Die Wagen erinnern an die Wiener Liliputbahn.


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Wenig später kommt der Zug mit der roten EA01 an, aufgenommen kurz vor dem Endbahnhof. Der Lokführer ist recht entspannt.


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Der Zug wird gleich die hinten beginnende Schleife durchfahren, um auf dem Abfahrtsbahnsteig auf Fahrgäste zu warten.


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Rechts im Hintergrund ist das Empfangsgebäude links hinter den Fenstern eine Art Steuerungszentrale zu sehen. Signale wie hier findet man meines Wissens bei der Liliputbahn in Wien nicht - aber hier dient der Bahnbetrieb ja auch zum Lernen.


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Auf dem Streckenplan (weiße Linien) kann man auch Näheres zur Bahn erfahren (links unten).


Zum Ausklang wollten wir eigentlich noch einen Kaffee trinken, aber im Park-Café finden wir nichts Passendes, sodaß wir am Palais vorbei zur Haltestelle Comeniusplatz (Richtung Norden) spazieren, wo wir mit einem Zug der Linie 2 zum Altmarkt zurückfahren. Hier kann ich noch ein Vergleichsbild mit 1990 machen:


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Der Platz ist mit Blumen verschönt, im Schloß wird noch gebaut.


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Heute sind die Blumen verschwunden (warum?), das Schloß scheint fertig, ein neues Gebäude ist entstanden und fast fertig.


Ein Café finden wir leider erst nach einigem Suchen. Nun wird uns aber die Zeit fast zu knapp für die Rückfahrt nach Berlin. Seltsamerweise gibt es keinen späteren Zug nach Berlin als jenen um 19:04 Uhr (EC170 von Budapest nach Berlin). Das ist wirklich sehr seltsam! Gerade geht es sich noch aus, daß wir uns Kaffee und Kirschkuchen genehmigen und eilen dann zur Straßenbahn Linie 9, mit der wir zum Hauptbahnhof fahren – und gerade noch rechtzeitig ankommen. Aber: Unser Zug hat eine Verspätung von 60 Minuten, diese wird sich noch auf 86 Minuten vergrößern. Na bravo! Da hätten wir nicht so eilen müssen…
Also verzögert sich die Rückfahrt. Was machen wir nun mit der zur Verfügung stehenden Zeit? Straßenbahnen fotografieren!, was sonst? Zuvor aber gibt es im Bahnhof noch einige interessante Züge, zum Beispiel die „Städtebahn Sachsen“, eine Privatbahn, die mit Desiros z.B. nach Kamenz fährt, aber auch die Strecke Bad Schandau – Sebnitz – Neustadt – Pirna gehört zu ihren Strecken. Wagennummer: 95 80 0 642 345-2 D-STS. Auch Regio-Swinger der Reihe 612 sieht man in Dresden. Sie fahren zum Beispiel als IRE „Franken-Sachsen-Express“ nach Nürnberg, aber auch nach Liberec (Reichenberg).


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Der Desiro 642 345 der Städtebahn als SB34 nach Kamenz.


Nach diesem Rundblick staune ich eigentlich noch immer ziemlich enttäuscht über die DB, denn nur alle zwei Stunden ein Zug Dresden-Berlin ist schon schwach für die Verbindung zweier so wichtiger Städte. Und dann sind es nicht einmal innerdeutsche Züge, sondern nur internationale Verbindungen, die ohnedies schon vollbesetzt sind. Also keine sehr angenehme Reisemöglichkeit! Und daß der letzte Zug so früh verkehrt, hab ich ja schon erwähnt. Und nicht zuletzt muß ein Umweg von mindestens 10 Kilometern gefahren werden über die Anhalter Bahn und den Berliner Außenring: Die Dresdner Bahn innerhalb Berlins (Südkreuz-Blankenfelde) ist noch immer nicht für den Fernverkehr wiederhergestellt. Auch das verursacht natürlich eine längere Fahrzeit! Die Streckenhöchstgeschwindigkeit ist relativ niedrig, auch wenn es schon Abschnitte mit einer v/max von 160 km/h gibt.
Ich begebe mich nun nach draußen und mache diverse Straßenbahnbilder. Ich zeige nun nur die zwei Typen, die ich noch nicht gesehen habe:


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Die vierte Bauart sehe ich erst jetzt am Hauptbahnhof: Wagen 2587 (Zweirichtungswagen) als Dienstfahrt.


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Und die letzte - fünfte Bauart - entdecke ich auch erst jetzt am Ende meines Dresden-Tages: Reihe 2700 (siebenteilig): 2718 auf Linie 7, leider nur von hinten, aber er sieht von vorne gleich aus.


Als ich schließlich wieder auf dem Bahnsteig bin, sehe ich gerade noch eine CD-Cargo-Lok der Reihe 372 in den neuen Cargo-Farben vorbeifahren. Außerdem auch den ICE 415 022 mit einem Sonderanstrich „175 Jahre Eisenbahn in Deutschland“. Noch mehr überrascht bin ich über eine SNCF-Fret-Lokomotive, vermutlich 437 023. Leider gelingt nur ein Notschuß! Ich hatte nicht geahnt, daß französische Loks so weit nach Osten dringen!


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Das Bild vom 415 022 ist halbwegs gelungen, daher kann ich es hier auch zeigen: Ob die ÖBB 2012 auch eine Jubiläumslok oder -garnitur gestalten wird?


Bahnfahrt Dresden-Berlin


Nach langem Warten kommt also dann der stark verspätete EC170, in den nun die Massen stürmen. Wir suchen natürlich einen Abteilwagen und finden den MÁV 61 55 21-91 325-6 (der letzte Wagen). Wir genießen nun die angenehme Kühle (Klimaanlage), denn den ganzen Tag über war es schwül, wenn auch nicht allzu heiß. Trotzdem: die Kleidung klebt am Körper! Das Abteil sieht freundlich aus, aber die Sitze sind unbequem und nicht verstellbar.

Unser Zug: EC170
ab 19:04 (Plan) 20:30 (+86 min.) Dresden Hbf
an 21:07 (Plan) 22:21 (+74 min.) Berlin Südkreuz

Bei der Ankunft in Südkreuz tröpfelt es ein wenig (wir haben 12 Minuten eingeholt), als wir dann am Südstern ankommen (mit SEV-Bus natürlich) beginnt es auch hier zu regnen, wir erreichen das Haustor, als es gerade zu schütten beginnt. Wir sind wegen der Verspätung erst um 23 Uhr daheim. Alles in allem war es aber ein schöner Tag! Vom angekündigten Regen merkten wir in Dresden nichts, der mitgebrachte Schirm hat ihn wohl vertrieben.

Summe der heutigen Bahnkilometer: 374 km.

Fortsetzung: Teil 8: Stettin

EDIT: Fortsetzung eingefügt.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2012:01:12:19:45:09.
Hallo,

die Bilder vom Besuch 1990 sind am Postplatz aufgenommen - das war die alte Streckenführung an der Schweriner Straße.

Der Arbeitswagen fährt von der Albertbrücke in Richtung Theaterplatz.

Das Bild der Linie 13 Ri Prohlis an der Mügelner Str/Gamingstraße ist so auch nicht mehr möglich, da die Strecke verlegt wurde.

Nach 19 Uhr hättest Du mit einmal Umsteigen in Elsterwerda (mit Nahverkehr) oder später mit dem Amsterdamer Nachtzug fahren können.

Zum Mittagessen in die Vorstadt zu fahren, ist keine ganz so gute Idee - besser wäre es gewesen, ihr hättet einen Ausflug in
die innere Neustadt (Albertplatz -> Alaunstraße -> Görlitzer Straße) gemacht. Dort ist die Auswahl riesig.
In Altpieschen wären allerdings ein Burger King, "Olga" (russisches Restaurant) oder auch "Watzkes Ballhaus" in der Nähe der Haltestelle gewesen.

Blechelse und 145

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 31.12.11 08:42

Hallo Gustav,

vielen Dank auch für diesen Teil.

Jetzt die für gestern Abend vorgesehene Antwort:

Holešovice statt hlavni nadraži, das ist doch fein. :-( Die Blechelse hier vor Ort redet teilweise auch Blech. Mit Zugnummernwechsel kommt sie nicht klar, auch eine Zugteilung unterwegs behagt ihr nicht.
Willach, ja, fein. Zwei Stationen weiter von "meinem" Bahnhof lief mal (sehr kurz) als Winnhorst, schreibt sich auch mit Vogel-Vau. Es war dann aber sehr schnell korrekt (Hannover-Vinnhorst).

Wien ist vielleicht auf den Fallblättern nicht als Zwischenstation enthalten, die haben ja nur eine begrenzte Kapazität (wie viele eigentlich, weiß das jemand? ;-). Daher kann es nicht angezeigt werden, angesagt werden, ich glaube, nur drei Zwischenhalte. Mal die nächsten drei, mal eine willkürliche Auswahl.
Die deutsche Blechelse hat definitiv Verbesserungspotential!

Die 145er waren (oder sind es immer noch) seit dem kleinen Fahrplanwechsel im Juni Ersatzloks für die eigentlich vorgesehenen Talent2-Triebwagen, die noch nicht einsatzfähig sind. Da der Fahrplan für höhere Geschwindigkeiten ausgelegt war, hat man die 143er durch 145er ersetzt, die mit den bisherigen Doppelstockwagen unterwegs sind.

Vielen Dank auch für die Vergleichsbilder aus Dresden, es ist schon bewundernswert, wie sehr die Stadt sich verändert hat. Die Frauenkirche habe ich nur einmal besucht, damals war erst die Unterkirche fertig und der Rest eine Baustelle.


Viele Grüße, Sören





1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:12:31:08:42:20.
tokkyuu schrieb:
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> Ein Café finden wir leider erst nach einigem
> Suchen. Nun wird uns aber die Zeit fast zu knapp
> für die Rückfahrt nach Berlin. Seltsamerweise gibt
> es keinen späteren Zug nach Berlin als jenen um
> 19:04 Uhr (EC170 von Budapest nach Berlin).

Wie schon geschrieben - abends um kurz vor 9 gibt es noch eine Möglichkeit mit dem Amsterdamer Nachtzug, der ein paar Wagen mit der Bezeichnung "D" bis Berlin dabei hat.

Ansonsten ist es aber durchaus so, dass die DB kein Interesse an dieser EC-Verbindung nach Tschechien hat. Stattdessen rollen - ebenfalls unter DB-Flagge - täglich acht (!) Busse zwischen Dresden und Berlin und zurück.

danke!

geschrieben von: Fabian Schuler

Datum: 31.12.11 11:12

Hallo,

danke für den klasse Bericht und auch die vergangenen sechs Teile.

Insbeosondere die Rückblenden gefallen mir sehr gut, da natürlich auch besonders aus Berlin.

Gruß
Fabian

Re: danke!

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 31.12.11 12:40

Fabian Schuler schrieb:
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> Insbeosondere die Rückblenden gefallen mir sehr
> gut, da natürlich auch besonders aus Berlin.


Nun, aus Berlin wird es im Teil 9 noch viele Straßenbahnbilder - und Rückblenden - geben. Danach verabschieden wir uns von Deutschland und werden in Schweden und Dänemark fast zwei Wochen verbringen...


Zum Thema Spätzug nach Berlin: ich frage mich, wieso ich auf diesen Zug nicht gestoßen bin? Vermutlich habe ich beim Ziel "Amsterdam" nicht daran gedacht, daß man damit auch nach Berlin kommt, denn die Abfahrtspläne auf dem Bahnhof hab ich sehr wohl studiert.

Kein Wien auf Zugzielanzeige...

geschrieben von: Hubert G. Königer

Datum: 31.12.11 15:18

Lieber Kollege tokkyuu,

warum regst Du Dich als Steirer auf, dass auf dem Zugzielanzeiger Wien nicht draufsteht? Mir hat mal vor ewigen Zeiten ein Mitreisender im 4010-Speisewagen zwischen Südbahnhof und Graz nach etlichen Bieren erklärt, das Schönste an Wien sei der nächste Zug nach Graz. Ich denke, dass Kärntner dies sinngemäss (also mit Villach oder Klagenfurt) ähnlich sehen, oder?

Viele gute Neujahrswünsche - nicht nur in die Steiermark!
Hubert.

Re: danke!

geschrieben von: westring

Datum: 31.12.11 15:39

tokkyuu schrieb:
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> Zum Thema Spätzug nach Berlin: ich frage mich,
> wieso ich auf diesen Zug nicht gestoßen bin?
> Vermutlich habe ich beim Ziel "Amsterdam" nicht
> daran gedacht, daß man damit auch nach Berlin
> kommt, denn die Abfahrtspläne auf dem Bahnhof hab
> ich sehr wohl studiert.

Vielleicht hast du auch nur nach Berlin-Südkreuz oder Berlin Hbf gesucht. Der D40456 (so "heißen" die Sitzwagen) halten in Berlin nur am Ostbahnhof und enden dann dort.

Danke für diesen und die vorhergehenden Berichte. Ich lese sie sehr gerne und ich freue mich schon sehr auf Skandinavien.

Grüße
westring

Re: Kein Wien auf Zugzielanzeige...

geschrieben von: tokkyuu

Datum: 31.12.11 15:52

Hubert G. Königer schrieb:
-------------------------------------------------------
> Lieber Kollege tokkyuu,
>
> warum regst Du Dich als Steirer auf, dass auf dem
> Zugzielanzeiger Wien nicht draufsteht? Mir hat mal
> vor ewigen Zeiten ein Mitreisender im
> 4010-Speisewagen zwischen Südbahnhof und Graz nach
> etlichen Bieren erklärt, das Schönste an Wien sei
> der nächste Zug nach Graz. Ich denke, dass
> Kärntner dies sinngemäss (also mit Villach oder
> Klagenfurt) ähnlich sehen, oder?
>
> Viele gute Neujahrswünsche - nicht nur in die
> Steiermark!
> Hubert.

Lieber Hubert,
erstens bin ich in Wien geboren und habe 31 Jahre dort gelebt. Wien ist nun mal unsere Hauptstadt.
Auch wenn ich nie mehr in Wien wohnen möchte, kann ich solche Sätze wie "das schönste an Wien ist das Wegfahren..." u.ä. nur scherzhaft sehen, aber ich würde sowas nie ernstlich sagen. Und ich denke natürlich nicht nur an meine Reiseziele, sondern auch an andere Fahrgäste ;-)
Wien ist nun mal wichtiger als Knittelfeld (auf den Abfahrtsplänen scheint Knittelfeld auf, Wien-Simmering oder Wien-Meidling jedoch nicht).

Wieder sehr interessant, danke! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 05.01.12 00:19

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen: [www.drehscheibe-online.de]
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Man kommt übrigens auch nach 19 Uhr noch von Dresden nach Berlin.
Kurz vor 21 Uhr fährt der D 60456 (2 Abteilwagen -mit zu öffnenden Fenstern- der CD am EN 456).
Zur Hofkirche: Auch 1990 sah sie innen schon so aus.

Sie ist die größte Kirche im Stil des italienischen Barock nördlich der Alpen. Der Baumeister ist Chiaveri.

Dass sie innen so schlicht ist, liegt daran, dass das Königreich Sachsen den 7jährigen Krieg verloren hat und deshalb kein Geld mehr da war, die Kirche im klassischen Barock auszustatten.

Für mich ist es die schönste Barockkirche der Welt - grade weil sie so schlicht ist (aber nicht nur, es gab auch diverse Erlebnisse, die mit dieser Kirche zu tun haben).