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Moin!

Auch wenn die erste DSO-Auslandsforum Tour hier schon mehrfach Thema war, kommt hier nun auch noch mein Reisebericht. Der Vollständigkeit halber bringe ich den Freitag, der sich für mich größtenteils in Österreich abgespielt hat, auch hier in diesem Forum.

Viel Spaß beim Lesen und nochmal herzliche Grüße an alle Teilnehmer!
Jan




Passport zack zack! - Über die Grenzen des Balkan Nov 2011

Freitag, 11.11.2011: Hamburg - Nachtzug ab Wien

Zugegeben - eine stilvolle Anreise zur ersten DSO-Auslandsforum-Ausfahrt war das nicht, was ich da vorhatte. Aber ich fand den Gedanken ganz verlockend, statt eines ganzen Tages im Zug einen halben Tag in Wien verbringen zu können. Und da ich noch paar "Meilen" auf meiner miles&more Karte übrig hatte, bekam ich den Flug zum Nulltarif.

OS 176 Hamburg 10.10 > Wien 11.45-10

Mein erster Flug mit den Österreichern. Der Austrian Flieger machte einen sehr guten Eindruck. Lustiges Detail: Im Filmchen mit den Erklärungen der Sicherheitsbestimmungen waren paar nette Gags eingebaut. Die Beinfreiheit war ok. Aber: Ob das Personal wohl Schmerzzulage bekommt? Während der gesamten Boardingzeit und auch nach der Landung ertönte nämlich ununterbrochen Wiener Walzer aus den Bordlautsprechern. Wie mag das Personal das wohl aushalten, wenn das auf jedem Flug so geht? Der Flieger war zu 100% ausgelastet. Dennoch hatte ich einen angenehmen Flug. Der Hochnebel zwischen uns und dem Boden hielt sich hartnäckig. Durch paar Wolkenlücken konnte man unten Bogatynia, Zittau und das Zittauer Gebirge erkennen. Ansonsten sagte mir das da unten nicht gar so viel. Ist halt nicht so meine Ecke. Bei unserem Flugkurs wurde deutlich, wie weit östlich Wien überhaupt liegt.

Nach der Landung ging es direkt zum Bahnhof, der blitzeblank war und einen sehr neuen Eindruck machte. Die einfahrende S-Bahn war allerdings alt. Ich war etwas verwundert, dass dieser Weltflughafen nur je halbstündliche S-Bahn- und Expressverbindungen hatte. Der City Airport Train, kurz CAT, reizte mich ja nun doch mal für ein Foto. Auf DSO hatte ich zwar schon gelernt, dass dessen Strecke gänzlich unfotogen sei, aber vor der ersten S-Bahnstation Mannswörth glaubte ich Möglichkeiten zu erkennen und stieg einfach mal aus.

http://www.blockstelle.de/hr13/111111-02.jpg
Der S-Bahnzug am Flughafenbahnhof von Wien.

Nun ja, die Offenbarung wars nicht und ich kam mir auch etwas blöde vor, mit meinem Koffer in der Hand an der benachbarten Schnellstraße langzulaufen. Fußgänger gab es hier weit und breit nicht. Der Hp liegt zwischen weiten Äckern und einem großen Chemiewerk. Immerhin sorgte ich mit meiner umgehängten Kamera für Verkehrsentschleunigung auf der Hauptstraße, auf der paar Arbeiter eine Schutz La 30kmh eingerichtet hatten, die nun erstaunlich gesittet befolgt wurde. Nun ja, ein-zwei brauchbare CAT Bilder kamen zustande, das reichte.

http://www.blockstelle.de/hr13/111111-05.jpg
Eine S-Bahn bei Mannswörth...

http://www.blockstelle.de/hr13/111111-07.jpg
... und der City Airport Train in seiner schmucken Farbgebung.

Mit der nächsten S-Bahn ging es weiter nach Wien Mitte. Eine S-Bahn mit weit zu öffnenden Übersetzfenstern gibt es ja sonst auch nicht so häufig. Dieser Umstand wurde von einigen Schülern genutzt, Plastikflaschen auf Personen auf den Bahnsteigen zu werfen.

So richtig die direkte S-Bahnanbindung hat der Westbahnhof ja nicht. Deshalb löste ich mir ein Shoppingticket, eine Art Tageskarte, und begab mich zur U3. Der blöde Entwerter stempelte nicht wie erhofft "11.11.11", sondern "Wo45 Fr". Blöd gelaufen! Der Plan war jetzt, meinen Koffer im Westbahnhof im Schließfach zu versenken und dann etwas die Stadt unsicher zu machen. Dumm war nur, dass eine Ebene des Bahnhofs im Umbau begriffen war. Das war natürlich die mit den Schließfächern. Zwar gab es an Bahnsteig 1 nun provisorische Lockers, aber da war nichts mehr frei. Und es warteten schon welche darauf, dass was frei würde. Wurde es aber nicht. Tja, also musste der zum Glück kleine Koffer mit in die Stadt...

Mit der U3 ging es zunächst bis zum Volkstheater. Hier wollte ich in die Strab umsteugen, denn was gibt es schöneres, als eine Stadt per Strab zu erkunden?

Doch das musste erstmal warten, denn als ich an die Oberfläche kam, entdeckte ich sogleich schöne Fotomöglichkeiten. Und zu meiner Freude fuhren auch noch viele alte, klassisch aussehende Züge durch die Gegend. Ich stellte mich direkt vors Parlament und konnte gerade noch paar Bilder machen, bevor Hochnebel und Hausschatten die Oberhand gewannen.

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Eine Straßenbahn vor dem Parlamentsgebäude, das links außerhalb des Fotos liegt.

Dann mit Linie 1 nach Prater Hauptallee gefahren, eine Kehre inmtten des riesigen Praterparks. Die Hauptallee war wirklich megalang. Das Riesenrad gab es nur aus der Ferne zu sehen. Unterwegs kam die Bahn auch am Hundertwasserhaus vorbei. Das wirkte in der einsetzenden Dämmerung allerdings etwas finster.

Zurück hatte ich mir noch nen Umweg überlegt. Am Radetzkyplatz wechselte ich in die O und fuhr mit dieser recht voll werdenden Tram südwärts bis zum Umsteigepunkt zur D.

Als wir uns besagter Umstiegsstation näherten, erfuhr ich erst, dass dies der Südbahnhof wäre. Das hatte ich auf meinem Stadtplan gar nicht erkennen können. Und mich empfing eine vollkommen unwirkliche Stimmung. Hinter der kreuzenden Straße kam ein Bauzaun und dahinter begann das Nichts. Eine Riesenbaustelle und ganz weit dahinter Bahnanlagen, die aber auch schon irgendwie angeknabbert wirkten. Doch das war nicht alles. Über dieser ganzen Szenerie saß die Sonne als glutroter Ball zwischen Hochnebeldecke und Horizont. Absolut krass, die Leute blieben andächtig stehen und ich war nicht der einzige, der die Kamera auspackte. Ach ja, die Großbaustelle soll der neue Wiener Hauptbahnhof werden. Wien21 sozusagen...

http://www.blockstelle.de/hr13/111111-26.jpg
Sonnenuntergang am Südbahnhof.

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Die etwas weiträumigere Perspektive.

Entlang des Schlossgartens, der leider meist hinter einer Mauer verborgen blieb, gelangte ich mit der D zurück zum Volkstheater, dem Beginn meiner Runde. Etwas Zeit war ja noch, so dass ich doch nochmal ins Herz der nicht von Straßenbahnen erschlossenen Stadtmitte vordringen wollte. Mit der U-Bahn gelangte ich zum Stephansplatz. Nach einer kurzen Umschau entdeckte ich von draußen, dass im Cafe de l’ Europe im ersten Stock paar schöne Fensterplätze frei waren. Das musste genutzt werden. Es gab bei Topp-Ausblick auf das Menschengewusel auf Graben und Stephansplatz einen herrlich leckeren Kaiserschmarrn mit Pflaumenkompott. Das war genau die richtige Stärkung.

Anschließend stopfte ich meinen Koffer und mich in die U3 zum Westbahnhof. Dort würde bald die Zeit zum Treffen mit der Reisegruppe in der ÖBB Lounge sein. Eigentlich wollte ich noch Empfangskommitee am ÖIC aus Bregenz spielen, doch habe ich wohl die Kollegen im dichten Gewühl übersehen. Na ja, in der Lounge, die wir als Schlafwagengäste nutzen durften, trafen wir dann aber alle zusammen. Eine nette Zeit mit einer netten Gruppe begann. Gegen 19.30 liefen wir zum Zug, dem zwar der Schlafwagen nach Sofia fehlte, der für uns nach Belgrad aber einen Wellblechschlafwagen bereithielt. Schön, dass ich kurz vor Dienstende dieser Wagen, die mir schon vor 15 Jahren im „Hans Albers“ in Hamburg auffielen, einmal mitfahren konnte. Die Abteile erstreckten sich über je zwei Fenster und waren luxuriös breit. Gegenüber den Betten war sogar Platz für einen vollwertigen Sessel.

D 341 Wien Westbahnhof 19.54 > Beograd 06.49+20

Kurz nach Abfahrt ging es zum Abendessen in den rumänischen Speisewagen des Stammzuges. Es gab im wesentlichen die Auswahl zwischen Snitzel und Pork. Aber das Essen und das Bier dazu waren gut. Im Handumdrehen waren wir in Budapest, wo wir zur Seite gestellt wurden und zusammen mit zwei MAV-Sitzwagen als eigener Zug nach Belgrad aufbrachen. Leider vibrierte der Wagen auf den abgefahrenen Gleisen doch sehr laut und das Fußende der oberen Liege bestand aus einer sehr harten Platte, so dass ich nicht gut geschlafen habe.

Samstag, 12.11.2011: Belgrad

Es klapperte und vibrierte ziemlich im Wagen. Und die nächtliche Passkontrolle war auch nicht gerade der Ruhe dienlich. Im Nachbarabteil musste unser "Tourchef" Erik mehrere Minuten von den Kontrollorganen mit "Passport zack zack, Passport, sonst nicht weiter!" bearbeitet werden, bis er wach war. Klar, dass angesichts von sechs weiteren Grenzkontrollen im Laufe der gesamten Reise das "Passportkontroll zack zack" zum geflügelten Wort der Tour wurde... Bei der Einfahrt nach Belgrad kam uns um kurz nach 7 Uhr hinter der Savebrücke der "Avala", der Tagesschnellzug nach Budapest, entgegen. Das war insofern ungewöhnlich, dass dieser Zug laut Abfahrtsplan in Belgrad erst um 7.20 hätte abfahren sollen. Die Reisenden aus dem Zug aus Skopje, der nach uns ankam, konnten den Zug nicht mehr erreichen. Na ja, kein Problem, der Balkan ist ja dicht vertaktet...
Nachtrag: Lt DB Internet ist die Abfahrtszeit des Avala 6.46. Der Zug aus Skopje hätte aber auch schon 6.02 dasein sollen.

Wir brachten unseren Kram zu einer ziemlich übel aussehenden Baracke, an der was von Gepäckaufbewahrung stand. Na ja, lieber solch eine Baracke als zu wenig Schließfächer, wie es ja gelegentlich in anderen europäischen Hauptstädten vorkommen soll... Danach gab es im Bahnhofsbistro lecker Kaffee und Ham and Eggs (lt Speisekarte lautet die serbische Bezeichnung "Hemandekks" oder so ähnlich). Die Bedienung zeigte sich dem plötzlichen Ansturm einer 22köpfigen Gruppe durchaus gewachsen und nahm freundlich unsere Bestellungen auf. Ansonsten saßen hier nur paar schräge Typen. Die Eier waren aber gut.

Bald wurde es Zeit, mit der Tram zum Burgberg Kalemegdan zu fahren. Dort waren wir mit einem einheimischen Eisenbahnfreund, Chris, verabredet, der für uns ein schönes Besuchsprogramm vorbereitet hatte. Auf dem Bahnhofsvorplatz bekam jeder vier Straßenbahnfahrscheine in die Hand gedrückt, die bei jeder Fahrt zu entwerten seien. Kurz bevor die Strab den Burgberg in die Altstadt hoch erklomm, verschwand der Fahrer erstmal an einer Station mit Kehre aus seinem Fahrzeug zum Klo o.ä.

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Modernerer Straßenbahnzug in Belgrad kurz vorm Hbf.

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Der allgegenwärtige Tatra-Wagen darf natürlich auch nicht fehlen.

Chris nahm uns in Empfang und führte uns zunächst in den Park rund um die alte Befestigungsanlage, von deren Rand man schön auf die Mündung der Sava in die Donau schauen konnte. Diese Parkanlage war ein erfreulicher Anblick und ließ die Stadt gleich wesentlich sympatischer erscheinen, nachdem der Blick aus dem Zug insbesondere auf Novi Beograd eher ernüchternd war. Belgrad hat rund 1,7 Mio Einwohner, von denen allein 700 000 "drüben" in Novi Beograd wohnen, einer gigantischen Beton-Hochhausstadt, die zum Vorzeigebauprojekt werden sollte, deren dunkel angelaufener Beton auf mich aber eher einen sehr deprimierenden Eindruck macht. Einige Häuser besaßen eine interessante Architektur. Immerhin sind hier auch wichtige Institutionen von Regierung und Wirtschaft untergebracht. Doch schon allein der völlig überdimensionierte Bahnhof Novi Beograd zeigt sich heute sehr erneuerungsbedürftig.

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Festungsanlage auf dem Kalemegdan.

Kommen wir zurück zum Burgberg. Unten am Flussufer konnte man die Uferbahnstrecke erkennen, über die der Nachtzug von Rumänien nach Belgrad hineinfährt. Nach Genuss dieses Ausblicks auf die einstmals wichtige Grenze zwischen Osmanischem Reich und K&K-Land liefen wir in die Innenstadt zurück. Zum Glück entdeckte ich bald einen Buchladen mit Schreibwarenabteilung, wo ich einen dringend benötigten wasserfesten Stift bekommen konnte, der heute noch für die Unterschriften auf zwei Urkunden benötigt würde. Der mitgebrachte Stift war leider leer gewesen, schlechte Vorbereitung...

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Blick vom Kalemegdan auf die Savemündung in die Donau. Ganz im Hintergrund ist die Betonstadt Novi Beograd zu erkennen.

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Die "Kneza Mihaila" ist die zentrale Fußgängerzone in der Belgrader Altstadt.

Nach einem Gang einmal durch die ganze Stadt und Erläuterung der merkwürdigen Geschichte mancher Gebäude, stiegen wir in einen Linienbus zum nächsten Programmpunkt, dem Betriebswerk Topcider, wo der Titozug beheimatet ist. Auf der Busfahrt sah man viele Parks, in denen noch einiges Herbstlaub glänzte. Belgrad scheint eine recht grüne Stadt zu sein und liegt nett zwischen der Donauebene und den Bergen. Der alte Ikarus-Schlenki quälte sich über einen Hügel hinüber durch Wohngebiete, die einen wohlhabenderen Eindruck machten. Leider war die Tram nach Topcider zur Zeit außer Betrieb.

In Topcider standen die drei ex V300er mal wieder anderswo als vor zwei Jahren. Von vorn: 761 002, 001, 003. Offenbar sind sie durchaus noch bewegungsfähig, auch wenn sie nicht unbedingt danach aussehen. Wir wurden vom Leiter der serbischen Bahn-Aufsichtsbehörde und dem Leiter des ZS-Personenverkehrs, der leger mit Jogginghose und buntem "Danger"-Sweatshirt bekleidet war, in Empfang genommen. In zwei Gruppen konnten nun Fotos draußen gemacht werden oder ein Spaziergang durch den zwischen 1959 und 1962 (ein Wagen 1964) gebauten Zug unternommen werden. Es gab drei Züge, die dann auch immer alle drei auf Reisen geschickt wurden. In welchem sich Tito befand, blieb für die Allgemeinheit aus Sicherheitsgründen unbekannt.

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Vertraute Front: Die drei V300er stehen vor der Halle des Titozuges abgestellt. Daneben einer der Wagen.

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Die seitlichere Perspektive mit Kozara, Dinara und Sutjeska hintereinander.

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In dieser schmucklosen Halle steht einer der nobelsten Züge Europas.

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Der Speisesalong des Titozuges.

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Titos Büroabteil. Wie man sieht, werden gerade neue Strategien ausgebrütet und zu Papier gebracht.

Die Sonne hatte sich nun mehr und mehr durch den Hochnebel gekämpft. Nil und ich hofften, mal einen Zug auf der vorüberführenden Hauptstrecke umsetzen zu können, doch nichts kam - auch die Rampe aus dem Belgrader S-Bahn-Tunnel rollte nichts hinab. Mit dem Tram-Ersatzbus, der aber auch abseits der Tram-Strecke Fahrgäste mitnahm, gelangten wir nun wieder in die Innenstadt und konnten uns unter Führung von Chris in einer alten Brauereigaststätte mit Cevapcici stärken, während die Hälfte der Truppe noch Titos Grab gehuldigt hat. Nach einem Besuch im Eisenbahnmuseum im Trutzbau der Hauptverwaltung ging es zum Bahnhof zurück. Ein weiterer interessanter Programmpunkt stand an: Eine Fahrt mit dem "Schnellzug" Belgrad - Bukarest, bei dem die Zuglok, eine 661 mit niedriger Nase, prellbockseitig am Zug stand.

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Der "Schnell"zug nach Rumänien wird gleich erstmal zurückdrücken, bevor er seine Fahrt in Richtung Norden aufnimmt.

Wir setzten uns in einen der völlig heruntergekommenen Rumänenwagen. In den Abteilen hingen Vorhangstangen halb herunter, Fenster ließen sich nicht öffnen oder nicht schließen, die Polster waren vollkommen siffig, und weshalb an den Wänden u.a. DB-Spiegel hingen, konnten wir uns auch nicht erklären, denn diese Wagen waren nie bei der DB gelaufen. Um Punkt 15.50 kam das Abfahrtssignal, und die 661 drückte uns aus dem Bahnsteig in das Gleisvorfeld hinaus. Nach dem Passieren einer Weiche, die vom Wärter sofort per Stellgewicht umgelegt wurde, ging es auf Hauptsignal schräg nach links. Die Bahnsteige rechts liegen lassend polterten wir über die krumm verlegten Gleise an das Saveufer, dem wir nun zu Füßen des Burgberges folgten.

Der Plan sah vor, bis zur ersten gemeinsamen Station mit der Belgrader S-Bahn "Beovoz" Pancevo zu fahren und mit dieser durch den Innenstadttunnel zurück. Doch im Bahnhof Dunav endete die Fahrt und es ging ewig nicht weiter. An dieser Strecke liegen übrigens mehrere besetzte Bahnhöfe und auch Schrankenposten. Nach einiger Zeit brachte Martin in Erfahrung, dass es eine Streckensperrung gäbe und wir noch mindestens 40 Minuten hier ständen. Dazu hatten wir nun aber auch keine Lust und stiegen nach einiger Zeit aus.

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Im Bahnhof Beograd Dunav war schon wieder (einstweilige) Endstation. In Dunav enden einzelne von Norden kommende Nahverkehrszüge; ansonsten ist hier kein Pv.

Vor dem Bahnhof führte eine Hauptstraße entlang, wo wir einfach mal einen Bus in Fahrtrichtung des Zuges enterten. Wir wussten ja nicht, wie weit es noch bis an die Beovoz-Strecke ist. Nun ja, der Bus hatte gerade beschleunigt, da kamen die ersten Fahrleitungsmasten in Sicht. Und schon bog der Bus nach links in eine Buskehre ab, wo er vor der Beovoz-Station Pancevacki Most endete. Der Fahrer mag wohl gedacht haben, wie bekloppt wir denn sind, für paar hundert Meter in den Bus zu steigen...

Nun ist ja S-Bahn nicht gleich S-Bahn. So erfuhren wir, dass die S-Bahn in dieser 1,7 Mio-Stadt auf ihrer Stammstrecke durch die Innenstadt zwar im Prinzip samstags alle Stunde führe. Aber gerade war ein Taktwechsel, und zwischen 17.02 und 18.17 sollte nichts fahren. Es war jetzt 17.17... Es wurde empfindlich kalt, und der unter den Pfeilern der Straßenbrücke über die Donau gelegene Bahnhof machte nicht gerade den anheimelndsten Eindruck. Martin brachte in Erfahrung, dass man mit dem Bus 37 bis in die Nähe des Hbf gelangen konnte, so dass wir diesen Bus also enterten. Während wir am Bahnhof Dunav vorbeikamen, konnten wir den Schnellzug nach Rumänien immer noch dort stehen sehen...

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Gepäckaufnahme an der entsprechenden Luke am Hauptbahnhof.

Am Bahnhof nahmen wir erstmal Gepäck auf, dann waren für uns im Restaurant "Romantika" Plätze reserviert. Dabei handelt es sich um die Betriebskantine des Bahnhofs für den Bw-Bereich, die jetzt allerdings offen für alle und ganz nett eingerichtet ist. Vorteil: Sie ist vom Bahnsteigende des Hbf einmal quer über die Gleise schnell erreichbar (hin waren wir allerdings an der Straße lang gegangen). Zwischen leckerer Suppe und großer Fleischplatte gab es im Restaurant, das übrigens Bier aus einer Brauerei der staatlichen Schlafwagengesellschaft ausschenkt, einige Ehrungen: Carl erhielt die Urkunde "Held der Reisekultur" für 17-maliges Nachtzugfahren in Folge (siehe seinen Reisebericht: [www.drehscheibe-foren.de]) und ich hatte Urkunden zum "Meister der Reiseplanung" mit den Unterschriften aller Teilnehmer für Erik und Martin vorbereitet. Dazu gab es einen kleinen Buchgutschein von der Drehscheibe.

Während der verschiedenen Aufenthalte am Bahnhof hatten wir ja den einen oder anderen Fernzug beobachten können. Ich glaube, nirgends wird der Untergang der großen europäischen Fernzüge so deutlich wie hier in Belgrad. Züge aus der Türkei, Skopje oder Sarajevo rollen mit zwei Wagen daher. Lediglich nach Montenegro sah der Zug selbst jetzt in der Nichtsaison noch ganz ansehnlich aus. Um den serbischen Nahverkehr steht es wohl kaum besser: Chris hatte erzählt, dass zum Planwechsel möglicherweise über die Hälfte aller Zugleistungen gestrichen werden solle. Fahrzeuge und Anlagen sind völlig abgewirtschaftet. In Brüssel träumt man von großen europäischen Güterkorridoren, doch in Serbien kämpft die Bahn ums Überleben…

Unser Zug stand schon bereit, und so konnte nun das Elend seinen Lauf nehmen. Hinter drei slowenischen Sitzwagen und einem serbischen Liegewagen hing unser serbischer Schlafwagen. Äußerlich machte der Wagen bis auf die üblichen Graffiti erstmal keinen schlechten Eindruck. Das sollte sich aber beim Reinkommen schnell ändern. Wobei wir mit unserem Abteil noch Glück hatten. Es funktionierte lediglich das große Licht nicht. Das über dem Waschbecken funz(el)te aber noch. Später ging dann auch plötzlich das große Licht. Die Heizung blieb allerdings aus. Immerhin waren die Betten nicht klamm...

Andere Reiseteilnehmer hatten nicht ganz so viel Glück. Einige Abteiltüren ließen sich nicht abschließen und in einigen Bereichen fehlten weite Teile der Deckenverkleidung bzw waren nur lose in die entsprechenden Löcher hineingesteckt. Von dem fehlenden Klopapier waren hingegen alle betroffen. Bis auf Nil, der hatte welches dabei... Allerdings wollte man auch gar kein Klopapier nutzen angesichts des Anblicks, der sich beim Öffnen des Leibstuhldeckels ergab. Zunächst sah das so aus, als ob dort eine Riesenmenge nasses Klopapier drin läge. Aber die Metallschüssel war hier wohl nur irgendwie angeätzt. Na ja, wer unbedingt musste, konnte ja in die slowenischen Sitzwagen gehen; die waren voll ausgestattet. Pech war allerdings auch, dass die Handtücher nicht für alle reichten, und die Bettlaken musste man sich erstmal in anderen Abteilen "zusammenklauen", weil einige T2er drei Laken hatten und wir im T3 nur ein Laken vorfanden. Es roch im Wagen nach Klostein. Beim Zubettgehen stellte ich allerdings fest, dass dieser Geruch von den Bettlaken ausging. Wohl ein neuartiges Waschmittel...

D 314 Beograd 21.40+5 > Ljubljana 7.22+15

Beim Zubettgehen sind wir allerdings noch nicht. Die Zuglok kam immerhin 5 Minuten vor planmäßiger Abfahrtszeit, und 5 Min nach planmäßiger Abfahrtszeit setzten wir uns auch schon in Bewegung. Wir hatten mit den meisten Gruppenteilnehmern noch ein gemütliches Beisammensein auf dem Gang. Der Schlafwagenschaffner traute sich nicht durch, die Fahrkarten mussten wir zu ihm bringen und die obligaten Päckchen mit Mineralwasser und Seife brachte Martin rum (reichten aber nicht für alle). Dennoch war es ein netter Tagesausklang mit interessanten Gesprächen.

Aber das Programm war ja noch nicht beendet. Wir hatten beschlossen, bis nach der Grenzkontrolle (rund um 1 Uhr) auf zu bleiben, und das war auch ganz gut so. Die serbische Grenzabfertigung in Sid lief ereignislos. Doch in Tovarnik stieg eine Hundertschaft (na ja, paar weniger waren's schon) der kroatischen Grenzpolizei und des Zolls ein. Der Zug fuhr sogleich weiter, denn das Programm konnte man auch im fahrenden Zug durchführen. Man begann, den Zug auseinanderzunehmen. Sie schleppten Bohrer, Stemmeisen, Stablampen und Spiegel an langen Stäben an und begannen die Wand- und Deckenverkleidungen aufzubohren, dass es nur so herausrieselte und -pieselte, die Wandverkleidungen abzunehmen und in jeden Hohlraum zu schauen, den man sich denken konnte. Die oberen Betten rieselten voller Staub. Wenn man sich das Baujahr des Wagens vergegenwärtigt, mag da auch durchaus Asbest mit von der Partie gewesen sein, aber das weiß ich natürlich nicht genau. Als man fertig war, wutschte man paarmal mit der Hand übers Bett, schraubte auch das eine oder andere Teil der Wandverkleidung wieder an und verschwand. Zurück blieben Bohrlöcher in den Wänden und einige nicht wieder angeschraubte Verkleidungen. Tja, nun wussten wir also, wie ein Teil des Wagenzustandes erklärbar war.

Unser Nachtzug hielt während der Zollvorstellung (bei der übrigens unser Gepäck unangetastet blieb) an einem Dorfhaltepunkt nach dem anderen. Der Tf setzte das allerdings nur soweit um, dass er den Zug bis zum Stillstand abbremste und sofort wieder beschleunigte. Keine Ahnung, was das sollte. Planmäßiger Nahverkehr für etwaige Besucher einer etwaigen Spätvorstellung eines etwaigen Theaters im Maisfeld war das jedenfalls nicht.

Trotz der widrigen Umstände schlief ich nach dem Schlafdefizit der vergangenen Nacht ganz passabel. Es wurde natürlich recht frisch. Aber Wolldecken waren genug da. Ich mummelte mich mit dem Laken darin ein und hoffte, dass gerade diese Decken frei von lebenden Gästen wären.

Für Nil und mich folgten noch vier sonnige Tage für Fotos im nördlichen Istrien. Davon wird Nil demnächst anfangen zu berichten.






3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:11:20:17:02:24.

Besten Dank

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 19.11.11 15:04

Moin!

Danke für Deine Bilder, teilweise sehr bekannt vorkommend, teilweise völlig unbekannt. In der Fortsetzung wird das Pendel eindeutig zum Unbekannten ausschlagen.


Jan vdBk schrieb:
-------------------------------------------------------
> Der "Schnell"zug nach Rumänien wird gleich erstmal zurückdrücken, bevor er seine Fahrt in Richtung
> Norden aufnimmt.
>
> Wir setzten uns in einen der völlig heruntergekommenen Rumänenwagen. In den Abteilen
> hingen Vorhangstangen halb herunter, Fenster ließen sich nicht öffnen oder nicht schließen, die
> Polster waren vollkommen siffig, und weshalb an den Wänden u.a. DB-Spiegel hingen, konnten wir uns
> auch nicht erklären, denn diese Wagen waren nie bei der DB gelaufen.


http://i961.photobucket.com/albums/ae94/SorenHeise/Belgrad/4887.jpg

Im Gegensatz zum Mitreisenden rechts scheint ihr beide es aber recht locker zu nehmen.
[PS: Falls gewünscht, nehme ich das Bild natürlich wieder raus.]


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Anstatt meine beiden fertigen Teile hier bei DSO einzustellen, verlinke ich einfach mal ins Osteuropaforum:

Teil 1 (vor der Titozug-Besichtigung): [forum.mysnip.de]

Teil 3 (nach der Titozug-Besichtigung): [forum.mysnip.de]

Die Bilder vom Titozug brauchen noch etwas.


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Allen, die den Ausflug nicht so gut bestanden haben: Gute Besserung!
Bei mir ist es glücklicherweise noch gerade gutgegangen.

Viele Grüße, Sören

Re: Beograd Dunav

geschrieben von: Markus Rabanser

Datum: 19.11.11 16:20

Hallo zusammen,
den WL Villach - Beograd habe ich in beide Richtungen schon mehrfach benutzt. In so schlechtem Zustand wie bei eurer Fahrt war er bei mir glücklicherweise nie.
Noch eine Bemerkung zum Bf. Beograd Dunav: Seit dem letzten Fahrplanwechsel (Dezember 2010) findet hier wieder planmäßiger Personenverkehr statt. Es endet
der Pu 2501 aus Kikinda - Zrenjanin um 9.09 Uhr und fährt um 11.30 als Pu 2514 wieder nach Zrenjanin zurück (Modernisierter Sinobus 812-300).
Ob diese Leistung den kommenden Planwechsel überlebt, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
Herzliche Grüße
Markus

Gegendarstellung

geschrieben von: D 2027

Datum: 19.11.11 16:35

Hallo Jan,

angesichts meines Bildes in Titos Salonwagen stelle ich hiermit richtig: Ich habe nicht wie auf der Bildunterschrift fälschlich behauptet über neuen Strategien gebrütet. Richtig ist stattdessen, dass ich Titos Amsgeschäfte übernommen habe.

Mit grössenwahnsinnigen Grüssen ;-)

Erik

Anm. Die Administration von DSO ist verpflichtet diese Gegendarstellung - unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt - zu veröffentlichen.
Moin, moin aus Wien!

Danke für den Bericht. Er klingt vielversprechend, ich werde die Fortsetzungen sicher alle lesen. Noch dazu wo ich vorhabe evtl. noch vor Weihnachten den Zug Bukarest-Belgrad oder umgekehrt zu benutzen.

Eine Anmerkung:
Es gab bei Topp-Ausblick auf das Menschengewusel auf Graben und Stephansplatz einen herrlich leckeren Kaiserschmarrn mit Pflaumenkompott.

Das glaube ich nicht! Zum Kaiserschmarren wird in ganz Wien sicher kein "Pflaumenkompott", sondern ganz sicher "Zwetschkenröster" serviert. Der Unterschied ist fundamental! ;-)))

Gruß aus Wien

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)

Re: Gegendarstellung

geschrieben von: Jan vdBk

Datum: 19.11.11 18:44

Hallo Größenwahnsinniger! ;-)

Dann bring' gefälligst erstmal Deine Eisenbahn wieder in Ordnung!
Oder ist es etwa in Deinem Interesse, dass serbische Bahnunternehmen erfolgreicher Bier brauen als Schlafwagen instand zu setzen? ;-)

Viele Grüße,
Jan

Re: Gegendarstellung

geschrieben von: D 2027

Datum: 19.11.11 19:27

Jan vdBk schrieb:
-------------------------------------------------------
> Oder ist es etwa in Deinem Interesse, dass
> serbische Bahnunternehmen erfolgreicher Bier
> brauen als Schlafwagen instand zu setzen? ;-)

Na ja, man muss halt Prioritäten setzen ;-)

Erik
Jan vdBk schrieb:
-------------------------------------------------------
> ...
> Es klapperte und vibrierte ziemlich im Wagen. Und
> die nächtliche Passkontrolle war auch nicht gerade
> der Ruhe dienlich. Im Nachbarabteil musste unser
> "Tourchef" Erik mehrere Minuten von den
> Kontrollorganen mit "Passport zack zack, Passport,
> sonst nicht weiter!" bearbeitet werden, bis er
> wach war.

Hallo,

ein weiterer sehr schöner Bericht der Tour!

Wobei ich zur oben zitierten Aussage von Dir nicht zustimmen mag,
denn Cheffe war nicht wach, bzw. nicht im Besitz der geistigen Kräfte bei Übergabe der ordnungsgemäß verlangten Dokumente ;-)
Erst nachdem er nach einer weiteren Kontrolle auf serbischem Gebiet sich nochmals die Geschenke der Mitreisenden durch den Kopf gingen ließ besserte sich sein Wachkomma ;-)

Als "Double" dachte ich die ganze Zeit er spielt mit den Ungarn, war jedenfalls das Highlight dieser Tour

Gruß aus dem Süden
Alex
Vielen Dank für die Fotos!

Jan vdBk schrieb:
-------------------------------------------------------
> Zurück hatte ich mir noch nen Umweg überlegt. Am
> Radetzkyplatz wechselte ich in die O und fuhr mit
> dieser recht voll werdenden Tram südwärts bis zum
> Umsteigepunkt zur D.

In Wien sind Straßenbahnlinien üblicherweise männlichen Geschlechts, also "der O" oder "der O-Wagen". Wenn du "die O" sagst, erkennt man sofort, dass du Tourist bist ;-)

> Im Bahnhof Beograd Dunav, der nicht mehr dem
> Personenverkehr dient, war schon wieder
> (einstweilige) Endstation.

Laut Homepage der ZS gibt es täglich immerhin noch einen Zug Kikinda - Beograd Dunav und einen anderen Zug Beograd Dunav - Zrenjanin.
Hallo Alex

D2027 sollte man wirklich in Passport umbenennen. Wenn ich gewusst hätte, was in dieser Nacht so alles passiert, hätte ich Tonaufnahmen von diesem sehr interessanten Hörspiel gemacht. Wir haben im Abteil nebenan selten so gegrinst wie diese Nacht.

Bei der nächsten Reise muss ich unbedingt wieder das Abteil neben D2027 haben... :-))

Aber so Transnistrischer Kongnak (oder war er der liebliche rumänische Rotwein???) muss schon lecker sein.

Gruss in Ländle
Eisbär
In Wien sind Straßenbahnlinien üblicherweise männlichen Geschlechts, also "der O" oder "der O-Wagen". Wenn du "die O" sagst, erkennt man sofort, dass du Tourist bist ;-)

Dazu stehe ich gern :-)

Und wie ist das bei den mit Nummern versehenen Linien. Kommt dann nicht "die 2", sondern "der 2"? ;-)

Viele Grüße,
Jan

Jan vdBk schrieb:
-------------------------------------------------------
> Und wie ist das bei den mit Nummern versehenen Linien. Kommt dann nicht "die 2", sondern "der 2"?

Jein. Da kommt dann der "2er".

mfg
MS
Michael Sieß schrieb:
-------------------------------------------------------
> Jan vdBk schrieb:
> --------------------------------------------------
> -----
> > Und wie ist das bei den mit Nummern versehenen
> Linien. Kommt dann nicht "die 2", sondern "der
> 2"?
>
> Jein. Da kommt dann der "2er".

Aber auf alle Fälle heißt es "die Tramway" (bitte deutsch auszusprechen, nicht englisch!)

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)
[tramvai] ;-) Wie auch in den slawischen Sprachen.
Hallo,

das sind ja sehr schöne Aufnahmen aus dem ehemaligen Reiche Tito`s.
Nun meine Frage, da stehen wo im Museum in Ljubljana gar keine Wagen aus dem Regierungszug von Tito mehr?
Benötigt man einen Termin oder eine Genehmigung zur Besichtigung? Reicht die Fotogenehmigung von der Bahnverwaltung?


Grüße

Frank Thomas
Jörg Schwabel schrieb:
-------------------------------------------------------
> Michael Sieß schrieb:
> --------------------------------------------------
> > Jan vdBk schrieb:
> --------------------------------------------------
> > > Und wie ist das bei den mit Nummern versehenen
> > > Linien. Kommt dann nicht "die 2", sondern "der
> > > 2"?
> >
> > Jein. Da kommt dann der "2er".
>
> Aber auf alle Fälle heißt es "die Tramway" (bitte
> deutsch auszusprechen, nicht englisch!)

Wobei man in Wien (zumindest im heutigen Sprachgebrauch, bei den älteren Semerstern ist das vielleicht anders) eher nicht mit der "Tramway" und schon gar nicht mit der "Tram" fährt. Da nimmt man die "Straßenbahn", oder (nachdem dies für den Wiener ein viel zu langes Wort ist) die "Bim".

Markus
Sehr interessant und spannend zu lesen Dein Bericht.
Vor allem, da ich in Wien geboren und aufgewachsen bin, ist es sehr schön, die Eindrücke eines Deutschen (?) aus dem Norden (?) zu lesen. Daß Du "die D" statt "der D" sagst, fällt natürlich auf, ist aber auch verständlich und macht den Bericht erst so richtig glaubwürdig. Interessant was Du über die Flughafen-S-Bahn schreibst. Immerhin klug, daß Du nicht auf den CAT reingefallen bist, sondern die billigere Variante gewählt hast. Leider fahren dort meist noch die "alten" 4020er. Obwohl: als ich jung war, waren sie gerade "neuest" ...

Ist doch immer nett, wenn man die Heimatstadt mal mit fremden Augen kommentiert nachlesen kann und was gefällt oder auffällt und was fotografiert wird. Und daß Du die Düwag-Lizenz-Wagen als "alte" wagen ansprichst, zeigt mir auch nur wieder, wie alt ich schon bin.

Auch Belgrad sowie diese ganze Schlafwagengeschichte mit den Zöllnern ist spannend zu lesen. Ich war ja auch vor einem Jahr erstmals in Belgrad und habe auch viel davon gesehen (Pancevo nur aus dem Zugfenster).

Deine Eindrücke vom Südbahnhof bzw. künftigen Hauptbahnhof sind auch interessant. Und vor allem die Bilder sind ein Hammer!

Vielen Dank!
Und falls Martin das liest: schönen Gruß nach Berlin!! (Mein Reisebericht DK-SE braucht noch, ich habe zu viel zu tun)
Hallo Thomas,

uns wurde gesagt, dass die Hallen normalerweise gar nicht für Besucher geöffnet werden. Da hatten wir großes Glück, dass Martin bzw Chris die richtigen Beziehungen hatten. Da das ganze Staatseigentum ist, gilt dort normal auch absolutes Fotoverbot. Die Fotoerlaubnis der Bahn hat da leider keine aufhebende Wirkung.

Tut mir leid, dass ich nichts positiveres sagen konnte,
Jan

Keine Sorge, Deine Geburtsstadt hat einen durchaus positiven Eindruck bei mir hinterlassen. Natürlich müsste man sich mal viel länger in Wien aufhalten.
Die "alten" 4020er finde ich übrigens sehr bequem. Ich hatte bloß erwartet, dass in der Hauptstadt schon mehr Talente unterwegs wären.

Viele Grüße,
Jan

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