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Hoi Welt

Teil 3 folgt bereits, bevor es wieder zu einer kleinen Pause kommt (das Wochenende in Belgrad steht ja vor der Tür). In diesem Teil fahren wir Nordwärts und erreichen die nächste Eisenbahn und Diego de Almargo – unserem nächsten Ziel für die Nacht.
Obwohl wir an diesem Halbtag, der uns nach der Fahrt noch blieb, nicht sonderlich viel Zeit hatten (und dann noch einen kapitalen Fehler begingen) ist die Ausbeute äusserst sehenswert! Die Landschaft sucht seinesgleichen … ohne Witz!

Teil1 und Prolog: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil2: [www.drehscheibe-foren.de]




Samstag 11. Juni 2011 – Copiapó > Diego de Allargo (Tarantula City)

Der Tag begann wie so oft etwas später als angedacht, was vor allem daran lag, dass Daniel nicht in die Gänge kam und erst um halb 8 Uhr nach einer mehr oder weniger freundlichen Erinnerung meinerseits unter die Dusche stieg ;). Wir sind anschliessend gleich raus und blickten wieder auf einen mit Nebel bedeckten Himmel anstatt direkt ins Weltall. Das mit diesem Nebel ist in diesen Flusstälern, wo auch Copiapó wieder drin liegt, so eine Sache. Das Frühstück war wiedererwarten richtig lecker, die Brötchen zwar wohl nicht von heute aber dank Ofen wieder "frisch" und dazu gab es Marmelade, Butter, Nescafe und ein Gläschen Orangensaft.
Das Zimmer war dann schnell geräumt nachdem wir der Stadt jeweils noch unser Andenken hinterliessen fehlte nur noch das Ziel. Nach Norden soll es gehen, soviel war eh klar. Wir nahmen mal Diego de Almargo als Ziel und schauten uns die Karte an. 2 Möglichkeiten standen zur Wahl: 1) Man kann entweder über die Hauptstrasse der Küste entlang fahren und kommt dann über Chanaral nach Diego de Almargo Das wäre Eisenbahntechnisch interessant, man würde von Chanaral bis nach Diego de Almargo immer der Eisenbahn entlang fahren und so gleich sehen, wie es ausschaut. Die Alternative (2) war aber verlockender, die Strasse führte zwar direkt und ohne Bahnkontakt nach Tarantula City (nur parallel der toten Nord-Südstrecke), ist dafür aber Landschaftlich mit Sicherheit spektakulärer.
Wir vergewisserten uns beim „aus der Stadt fahren“ noch, dass das Navi die richtige Strasse wählt und fuhren dann durch die Atemberaubende Steinwüstige Bergwelt nach Norden. Immer die Sonne im Gesicht.
Der Nebel war kurz hinter dem Flusstal zu Ende und der Blick war ungetrübt. Die Fahrt dauerte knappe 2h und nur in Inca de Oro legten wir einen kurzen Pare ein. Der Bahnhof im Ort tat es uns an. Die Nord-Südstrecke wäre in diesem Abschnitt wieder mal bombastisch, nur erkannten wir einmal mehr das sicher nichts mehr fährt auf den Gleisen - teilweise fehlten die Schienen und die Bahnübergänge waren zugepflastert.

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Blick in die Landschaft auf dem Weg nach Norden - Phantastisch! Auf diesem Bild sogar noch zu sehen, die alten Nord-Südstrecke .. herrlich Trassiert, nur läuft da nichts mehr.

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Geier entlang der Strasse ... ;)

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Inca de Oro, ein kleines Bergbauernest ... mit einem Krämerladen.

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Der Bahnhof von Inca de Oro, verlassene Sache.

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Inca de Oro liegt hinten, genau 18km weit entfernt.

In Tarantula City kamen wir um kurz vor 11 Uhr an und schauten erstmal nach einem Hotel für die kommende Nacht. Im Internet hatten wir heute früh beim kurzen drüberschauen nichts gefunden, wobei das natürlich nicht viel heisst, wir waren eigentlich guter Dinge. Und gerade als wir den Ort erreichten sahen wir schon das erste Hotel. Es sah nicht wahnsinnig aus, aber wir merkten es uns mal vor für den Abend.
Lasst mich die Situation kurz Beschreiben: In Diego de Almargo kreuzen sich zwei Eisenbahnen- es ist die Bahn von Chanaral (am Meer) nach Potrerillos wo eine Miene und verarbeitende Industrie liegt. Diese Bahn bietet Minenverkehr und ist Landschaftlich so atemberaubend wie kaum eine andere Eisenbahn in diesem Land, ja gar dieser Welt. Die Strecke und alles Drumherum soll, nach Infos die Daniel im Internet gefunden hat, 2012 stillgelegt werden, was da dran ist, keine Ahnung. Es gibt auch Quellen die anderes behaupten.
Neben der vorhin genannten Strecke führt auch die Nord-Süd Strecke durch den Ort und bis El Salvador soll es theoretisch noch Verkehr von Diego de Almargo aus geben, wobei die Gleise alles andere als regelmässig befahren aussehen.

Der für uns "wichtigste" Abschnitt war klar Diego - Mine in Potrerillos, der ist Landschaftlich spektakulär. Die Strecke an die Küste dürfte "normal" sein, vom Motiv her wiederholbar auch an einer anderen Eisenbahn irgendwo hier in Nordchile.
Wir hatten aber als wir im Ort ankamen erstmal das "wohin Problem". Fahren wir jetzt in Richtung der Küste und hoffen auf einen Zug aufzulaufen den wir nach oben verfolgen können? Oder fahren wir in Richtung der Mine und hoffen da einen Zug zu kreuzen den wir wiederum in Richtung Hafen verfolgen können? Auch eine Idee war ganz einfach im Ort zu warten und dann den ersten Zug "zu nehmen" – Richtung egal. Da wir überhaupt nicht wussten, was an der Strecke so läuft fand ich die Variante 3 eigentlich am angenehmsten und sichersten.
Daniel aber, und damit hatte er natürlich recht, wollte in den spannenden Streckenabschnitt rein fahren und eher da auf Verkehr hoffen als in der „Fläche“. So fuhren wir nach einem kurzen Tankstop in Richtung Osten - in Richtung der Mine, in Richtung Potrerillos. Unsere Karte erwies sich dabei wieder einmal als wenig nützlich, die Strassen haben mit der Realität nicht viel gemeinsam, eigentlich ist nur die Existenz der Welt klar zu erkennen ;).
Wir fuhren der Strecke entlang, herrlich, und 20km hinter Diego de Almargo tauchte ein Zug in einem Gleis 3-Eck auf. Die schwarze Lok rangierte mit ein paar Kesselwagen und setzte gerade um, von uns durch den Sucher beobachtet.

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[maps.google.com]

Eisenbahn! In Llantas befindet sich die Werkstatt und der Betriebsmittelpunkt der Ferronor Abteilung welche für diese Strecke zuständig ist. Welche Lok hier gerade im Gleisdreieck ist, ist leider nicht ganz klar. Das einzige was man noch schematisch erkennt ist eine grosse 93.

Wir "verfolgten" den Zug dann und waren gleich auch schon am BW und der Werkstatt der Eisenbahn angelangt. Der Ort wo sich das ganze befindet nennt sich Llantas und da ist der Betriebsmittelpunkt der von Ferronor betriebenen Eisenbahnstrecke.
Im BW drin war einiges los, es war einerseits unsere schwarze Lok am Rangieren (die war übrigens nicht schwarz sondern auch grün unter dem Dreck), andererseits stand ein Zug da der so ausschaute, als wollte er in Richtung Hafen (also in die Landschaftlich falsche Richtung) verschwinden.

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[maps.google.com]

Llantas - Blick auf die Westliche Einfahrt in den Bahnhof. Links befindet sich das BW und man erkennt einige Maschinen.

Wir machten dann erst die einzelne Lok beim Rangieren und wollten, als der Zug zum Hafen los fuhr, dem gleich hinterher. Ich war der Meinung: „Mitnehmen was man kriegen kann und Verfolgen bis es langweilig wird“ - wer weiss wann das nächste Zug nach Potrerillos fährt?
Und gerade als wir über den Bahnhofsvorplatz fuhren rangierten zwei Loks aus dem BW raus. Hmmm, also doch noch ein Zug in Richtung Potrerillos? Wir liessen den anderen Zug mal fahren mit der Gewissheit, dass wir ihn eh kriegen würden auch wenn er ein paar Minuten Vorsprung hätte. Wir wollten erst mal sehen, was die beiden Loks genau treiben.

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[maps.google.com]

An Lok 94 erkennt man noch den (aktuellen) Lack der Bahngesellschaft - Ferrnor. Aber nicht mehr lange.

Die beiden Loks rangierten ans andere Ende des Bahnhofs wo auch die einzelne Lok mit den roten Wagen noch fleissig am arbeiten war. Der Sinn hinter der Rangieraktion verstanden wir übrigens wieder mal nicht, ist ja auch nicht unser Business ;). Was wir dann sahen waren nur die beiden Loks die als Lokzug in Richtung Potrerillos aufbrachen. Hmmm ... und wir wollten mal sehen was genau die machen. Einen Lokzug verfolgen erschien uns zwar wenig lässig, aber ein / zwei mal schiessen?.

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[maps.google.com]

Lok 94 und die Schwesterlok verlassen den Bahnhof in Richtung Potrerillos während die andere Lok noch fleissig Rangiert.

Wenige Kilometer hinter dem Bahnhof hatten wir die beiden wieder eingeholt und überquerten die Gleise mittels Bahnübergang. Und da am BÜ stand einer .. ein Fotograf der gerade seine Kamera wegpackte und ins Auto hüpfte. Er brauste davon ehe wir etwas sagen konnten und wir hängten uns einfach hinten ran. Mit der Hoffnung, dass der mehr weiss als wir, und ausserdem suchten wir eh noch jemanden der uns sagt wie viel da wo wie läuft. Wir nahmen mal an, dass er die beiden Loks verfolgen will und blieben dran, je weiter wir fuhren desto mehr wuchs die Befürchtung dass ihm die beiden Loks recht egal sind. Aber eben, möglicherweise weiss er mehr als wir.
Er fuhr und fuhr und fuhr und auf einmal bog er rechts ab in Richtung Berge. Da wir da oben am Strassenende die Mine von Potrerillos (und einige Stellen) vermuteten folgten wir ihm unauffällig ;). Die Strasse führt einem Hang entlang extrem steil den Berg hinauf und endet vor einem riesigen Werk mit ein paar Häusern mitten auf dem Berg - was für ein Wahnsinn, aber das ist Potrerillos!
Vor der Werkseinfahrt stoppte unsere erhoffte Informationsquelle und wir klopften mal an seine Scheibe. Und leider geschah das wovor wir uns immer mehr gefürchtet hatten. Er war nur ein Gelegenheitsfotograf und hat mit der Eisenbahn nicht viel bis gar nichts zu tun, so konnte er uns nicht wirklich weiterhelfen geschweige den unsere Fragen beantworten.
So waren wir also die 50km „umsonst“ gefahren, hätten wir die beiden Loks besser mal auf eigene Faust verfolgt, aber im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber so waren wir immerhin mal oben am Werkstor und wussten, dass man da sicher nichts machen muss. Der Kollege gab uns noch ein paar weitere Tipps was man in der Ecke machen kann und machen sollte und wir verschwanden wieder. Die Fahrt hoch nach Potrerillos hat sich aber in einem Punkt gelohnt: Die Landschat und die Ausblicke sind Atemberaubend!

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[maps.google.com]

Nach einigen Kilometern im Tal des Río Salado öffnet sich das Enge Tal. Die Bahn verläuft hier ganz unten direkt am Fels.

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Potrerillos - eine hässliche Industrieanlage mitten auf dem Berg.

Wieder unten im Talboden schauten wir uns noch den restlichen (erreichbaren) Streckenverlauf an, ehe die Bahn mittels einer 180° Kehre die Talseite wechselt und den Talboden verlässt. Sie führt dann stetig stark ansteigend am Hang entlang in die Höhe, eine absolut beeindruckende Angelegenheit.
Tjaa, nun? Wir entschieden uns mal am Bahnhof an der Kehre zu warten und auf einen Zug zu hoffen der runter kommt. Es wäre das perfekte Taxi gen Meer bzw. Tarantula City. Wir parkten bequem in den Schatten und genossen den "freien Nachmittag“.

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Montandón - bis hier verläuft die Bahn im Talgrund. Gleich hinter dem Bahnhof wird aber über eine 180° Kehre die Talseite gewechselt und dann geht es stetig Bergauf (die Strecke erkennt man noch rechts oben). Wir hatten im Bahnhof Zeit für eine Siesta im Schatten ;)

Irgendwann wurde es uns dann etwas zu_langweilig und wir brachen auf zur Streckenkunde. Vor allem nahm uns wunder ob man vielleicht irgendwie irgendwo mit der Bahn in die Höhe kommt. Da gab es aber keine Chance auf dieser Seite des Berges, da ist nichts ausser der Bahn. Dafür hörten wir, als wir uns eine Stelle anschauten, einen Zug durch das Tal grollen. Wir hofften inständig auf einen Talfahrer! Eine Dieselwolke im Tal vorne machte diese Hoffnungen aber schon bald zunichte. Es kamen die beiden Loks vom Mittag, mit ein paar wenigen Wagen im Schlepp. Wir fuhren dann schleunigst zum Bahnhof zurück und stellten uns an die Ausfahrt, dass war der einzige Platz an dem wir Sonne auf die Nase des Zuges kriegten.
Der Zug kam und wir hofften darauf das er stehen bleib im Bahnhof - was auf eine Kreuzung schliessen liesse. Er kam und blieb auch stehen, aber hinter der Einfahrweiche und damit „unkreuzbar“. Warum der Zug 15min still stand und wartete erschloss sich uns nicht genau. Das einzige was wir uns vorstellen können ist, dass man die Loks abkühlen lassen will vor der grossen Steigung. Wie gesagt kam der Zug dann nach ein paar Minuten zu uns gerollt und er produzierte eine Rauchwolke die einer Dampflok würdig ist – jetzt weiss man auch waurm die Kisten so schön schwarz sind.

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Der Zug mit der Lok 94 hat Montandón erreicht und wartet im Bahnhof auf die Weiterfahrt. In dem gut 15min andauernden Stopp lässt das Personal die Maschine für die anstehende Bergfahrt (wieder erkennt man die Strecke im Hang) etwas abkühlen und durchschnaufen.

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[maps.google.com]

Unter Ohrenbetäubendem Lärm verlässt der Zug Montandón und dreht in die Kehre rein.

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[maps.google.com]

Der Zug kämpft sich langsam die Steigung hoch, vor einer tollen Kulisse.

Die beiden Loks brüllten in die Steigung hinein und wir waren wieder mal vor dem Problem, was jetzt? Bis der Zug oben ist kommt wohl nichts runter, was ewig dauern wird. Ausserdem brachte ein Talfahrer nicht mehr viel in einer Stunde oder mehr, weil dann das ganze Tal schon im Schatten liegen würde. Also, wohin dann? Nach El Salvador fahren und da schauen ob es wirklich noch Eisenbahnbetrieb gibt? Die Idee gefiel uns und so konnten wir den Nachmittag über eine nette Strasse ausklingen lassen, zwar ohne Eisenbahn, aber wir haben ja noch Zeit in diesem Chile.
Ohne Eisenbahn blieb es dann aber nicht. Wir fuhren eine spektakuläre Strasse hoch die dicht an einen Berghang gedrückt über mehrere Ebenen Höhe gewinnt und wählten oben mal einen Dreckweg der Felsnase entlang. Warum? Wir erhofften einen Blick auf die Bahn auf der anderen Talseite erhaschen zu können - welche viel weiter parallel im dem Tal läuft als von uns zu Beginn angenommen.

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Wir befinden uns auf der Strasse nach El Salvador, die ziemlich aufwändig einfach in den Fels geschlagen wurde.

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Das sieht jetzt alles weniger hoch aus als es ist. Unten ist der Talboden mit der Bahn, oben auf dem Berg das Werkt von Potrerillos mit der Strasse dahin.

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Was für eine unwirkliche Szene. Die Feuerwehr löscht einen kleinen Böschungsbrand an der Bahn. Die Frage die wir uns unweigerlich stellten: Wen sollte es stören wenn die paar Büsche da abbrennen? ;)

An einem Flugfeld stachen wir mal rüber an die Klippe und tatsächlich, die Bahn liegt prächtig auf der anderen Talseite zu den Füssen der Besucher. Ein Zugsuchbild zwar, aber das können wir angesichts der sowieso schön spektakulären Landschaft verschmerzen. Wie wir da standen und Minutenlang dem Zug zuschauten kam unten im Tal bereits der nächste Bergfahrer hoch. WAAAS BITTE? Warum nicht einer Runter.

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Viele Worte verlieren wir nicht über diese Bilder. Sie zeigen den Zug von „gerade eben“ wie er sich auf dem Weg zur Mine in der Steigung abmüht.

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Der Talboden ist fern ... und wer genau hinschaut erkennt einen Zug.

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Der Streckenverlauf ist unten und oben gut zu erkennen, einfach nur krass oder?!

Wir fuhren der Kante mal ein bisschen entlang und Fotografierten den Zug an verschiedenen Stellen auf der anderen Talseite. Dieser Zug war eine Lok alleine mit ein paar roten Kesselwagen, sieht giftig aus.

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Der Aufstieg beginnt und die einzelne Lok, die übrigens mal grün war, kämpft sich mit ihren Säurewagen die ersten Meter die Steigung hinauf.



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Lassen wir wieder die Bilder sprechen

Als wir „genug hatten“ und der Zug oben verschwand machten wir uns an den Heimweg mit Umwegen, den Plan über El Salvador zu fahren gaben wir natürlich nicht auf nur weil wir noch einen ungeplanten Programmpunkt "reingewürgt" bekamen. Auch wenn wir von der Eisenbahnstrecke um El Salvador nichts sahen hat sich der Umweg gelohnt, Landschaftlich. Und unterwegs kamen wir an einer grossen Mine vorbei wo eine eine Elektrifizierte Stolleneisenbahn betrieben wird. Just im Moment als wir über das Portal fuhren kam ein Zug aus dem Stollen raus mit zwei E-Loks vorne dran. Wir hielten noch kurz inne, analysierten die Situation und schauten zu. Leider ging Fototechnisch nicht viel bis gar nichts von „draussen“, beim Sonnenstand am frühen Abend sowieso schon mal überhaupt nicht.
So fuhren wir ohne weiteres Bahnhofoto hinunter nach Diego de Almargo und checkten im bereits gesehenen Hotel ein. Ein Zimmer war auf unsere Nachfrage frei – fein! Die etwas mürrisch wirkende Frau vom Empfang führte uns zum Zimmer, aus dem Haus raus, der Strasse entlang in ein zweites Gebäude welches zum Hotel gehört. Wir schauten uns das Zimmer an, es ist sehr sehr rudimentär eingerichtet machte aber einen sauberen Eindruck, und schlugen, auch etwas mangels alternativen, ein. Der Preis für die Nacht war mit 16'000$ sowieso schon Argument genug ;).
Wir sind dann zurück, bezahlten das Zimmer und bezogen es anschliessen. Um noch etwas die Zeit „tot zu kriegen“ bis es komplett dunkel wurde fuhren wir noch etwa 20km der Strecke in Richtung Hafen ab um zu schauen was da so geht. Als einziges Motiv, nebst der Landschaft, fielen uns da ein paar Formsingale (!!) ins Auge, die standen am Abzweigbahnhof wo die Nord / Südstrecke auf die Ost / West Strecke trifft. Dies sind die ersten Signale überhaupt die wir in Chile sehen, es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn wir die nicht mal umsetzen können mit einem Zug!
Zurück in Diego de Almargo kauften wir uns noch etwas für morgen früh ein, Frühstück ist im Hotel nicht erhältlich. Dann kam der zweitwichtigste Punkt des Tages: Abendessen. In einem Restaurant-Pup (Liliys Pup) kehrten wir ein. Es sah recht aufgeräumt auf und es waren ein paar Leute drin, was ja immer etwas gutes heisst. Was es alles gäbe wurde gleich vorgetragen als wir uns gesetzt haben, verstanden haben wir nichts ausser Tagesmenü - das nahmen wir beide. Dazu ein grande cerveza por favor. Gab’s aber nicht, dann halt schwarze Rülpsbrause.
Das Tagesmenü (Menu completo) war bombig. Erst kam ein Salat, gefolgt von einer Suppe mit Hähnchen, Gemüse und Pasta. Und zum Schluss kam noch ein Stück Fleisch mit Reis. Und das alles für, wir staunten beim Bezahlen nicht schlecht, 7'500$, für beide mit Getränk! Das sind ja Kosovarische Preisverhältnisse ...
Das Bier gönnten wir uns dann im dem Hotel angeschlossenen Restaurant, welches von Innen auch einen freundlicheren Eindruck hinterliess als von aussen. Ein Bier zu bekommen war aber auch da nicht einfach, „Bira? Moment, ich muss schauen“, war die Antwort als wir danach fragten. Zum Glück fand sie noch zwei im Kühlfach ;).
Im Zimmer nerven wir uns jetzt etwas an der Wasserpumpe welche direkt vor dem Fenster ist und ständig arbeitet. Auch sonst entpuppt sich das Hotel immer mehr als schäbige Bruchbude ;) Wir sind in der 1. Etage und neben uns ist eine Baustelle. Das Hotel wird noch mal um eine Zimmerreihe erweitert... da ist jetzt aber noch die Baustelle, direkt vor unserem Zimmer.
Gerade eben kam noch etwas Betrieb in den Ort. Ein Zug kam an, Rangierte und fuhr wieder raus. Und was wir dabei sahen brachte uns mal wieder zum grübeln. Der Zug kam ganz offensichtlich von Norden (Nord - Südstrecke), denn er setzte im Bahnhof dieser Strecke um, drückte hinter die Abzweigung und fuhr dann in Richtung Westen – in Richtung Potrerillos. Das entkräftet unsere Theorie, dass in dem Bahnhof (auf der Nord / Süd) seit längerem kein Rad mehr fuhr und bringt uns Verkehrstechnisch etwas in Probleme, „wieder eine Strecke mehr“ ;). Für die Ausfahrt des Zuges nach Potrerillos, direkt vor unserem Hotel, ging ich eben raus und versuchte Kunst, was missglückte.
Jetzt im Hotel schustern wir gleich noch irgendein Plan für morgen zusammen und schauen mal ob es klappt – wird schon schief gehen!




Der dritte Teil endet an diesem Abend in „Tarantula City“ ;).

Grüess
Nil



Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
... nach Luft schnappend .... absolut geile Bilder; gerade die Suchbilder mit dem winzigen Zug auf spektakulärer Trassierung und dem Ziel der Reise als qualmender, umweltverpestender Hintergrund ... wieviel kostet ein Flug nach Chile? ....

Der Höhepunkt schon im dritten Teil, oh je ... ;-)

Grandios!

geschrieben von: Nagercoil

Datum: 09.11.11 23:27

Die Streckenführung erinnert mich ein wenig an eine vor Jahren im Lok-Report beschriebene Strecke an der kirgisisch-tadjikischen Grenze. Vielleicht wollt ihr da ja auch mal hin!? ;-)

Re: Mir klappt die Kinnlade runter

geschrieben von: E 44 051

Datum: 09.11.11 23:34

Hallo Nil,

das ist ja wieder mal der Hammer. Auch wenn ich kritisieren muss, dass auf den letzten Bildern die Loknummer nicht eindeutig erkennbar ist ;-)

Danke für diese atemberaubenden Bilder, ist jetzt eigentlich noch eine Steigerung möglich?

Gespannte und freundliche Grüße aus Leipzig von
Ralf

Sehr spektakulär ! Tolle Strecke !!! (o.w.T)

geschrieben von: Rübezahl

Datum: 10.11.11 01:56

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
Hab zwar jetzt nur kurz die Bilder überflogen (werd mir den Bericht aber sicher nachher noch genau durchlesen) und bin sprachlos, die Gegend dort ist ja echt unglaublich ein Wahnsinn !!!

Danke für die Berichte und auf viele weitere !!!
Geile Gegend!

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)

Re: Grandios!

geschrieben von: danielwipf

Datum: 10.11.11 13:23

hmmm, weisst du noch welche Ausgabe das war? Hin da ;-). Könnte evtl. zu Sprachproblemen führen =(
Ich denke eine Steigerung in Chile ist noch möglich.... ihr werdet sehen...

Achja, einen Flug nach Chile findet man, insofern man genügend Vorlauf hat, zu einigermassen verschmerzbaren Preisen. Aktuell habe ich gelesen mit Swiss Zürich - Santiago für 900€, könnte allerdings mit Iberia oder KLM noch ein wenig günstiger gehen. LAN ist hingegen sehr teuer, da dort zwischen Europäern und Chilenen unterschieden wird (Flüge in Chile gebucht seien um einiges günstiger als in Europa). Wie im Bericht beschrieben sind jedoch Inlandsflüge sehr teuer...und die Distanzen sind nicht zu unterschätzen!



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:11:10:13:25:56.

Korrektur

geschrieben von: danielwipf

Datum: 10.11.11 14:47

Korrektur am Rande: Die Mine in Potrerillos soll aufgrund der gestiegenden Nachfrage nach den Rohstoffen bis auf Weiteres, mind. bis 2018 in Betrieb bleiben....



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:11:10:14:48:05.
Hallo Nil

Vielen Dank für die fantastischen Bilder aus Chile - das ist wirklich eine grandiose Kombination von Bahn und Landschaft; ich kann mich kaum sattsehen daran! In der trüben Jahreszeit weckt das Reisepläne, denn ich musste Potrerillos, Vallenar und La Serena bei meiner letzten Reise nach Chile auslassen.

Ich freue mich jedenfalls auf die Fortsetzung deines Berichtes.

Darf ich doch noch ein paar Anmerkungen einbringen:

Die "Tarantula City" schreibt sich Diego de Almagro in Anlehnung an den gleichnamigen (spanischen) Eroberer von Chile, dessen irdisches Dasein von 1475 bis 1538 dauerte. Während des Baus der Eisenbahn hiess der Ort noch Pueblo Hundido; die Umbenennung erfolgte in den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts.

Zur Mina El Salvador führt keine Bahnstrecke (es gab nie eine). Die Mine wurde ab 1959 ausgebeutet, nachdem die Mine Potrerillos erschöpft war. Ab der Mine El Salvador wird das Kupferkonzentrat verflüssigt und durch eine Pipeline zu einer Filteranlage 5 km östlich von Llanta geführt. Das dann wieder trockene Kupferkonzentrat wird per Bahn über die spektakuläre Strecke zur Schmelze nach Potrerillos hinauf transportiert. Das verarbeitete Kupfer (Kathoden) erlebt die Bahnreise dann bergab von Potrerillos zum Hafen Barquito.

Bergab ist auch die Lastrichtung für die Tankwagen mit Schwefelsäure. Ein Teil davon wird in Llanta auf die Strasse verladen zur Verwendung in anderen, nicht mit der Bahn erschlossenen Kupfer-Raffinerien. Seit 2009 übernimmt die Mina Franke einen Grossteil der Schwefelsäure für die Raffinierung von Kupferoxyd. Zur Erschliessung dieser Mine renovierte Ferronor knapp 80 km der Longitudinal Norte von Diego de Almagro in nördlicher Richtung bis kurz vor der Station Altamira. Die Mina Franke ist dann mit einer 4,5 km langen Stichstrecke angebunden.

Ferronor hat zu Jahresbeginn 2002 den Betrieb der "Ferrocarril de Potrerillos" für 15 Jahre übernommen, Eigentümerin ist aber nach wie vor Codelco (Corporación Nacional del Cobre). Im Rahmen dieses Vertrages erhielt Ferronor auch 9 Dieselloks (GM/EMD, verschiedene Baureihen), die offensichtlich mit den aktuellen Ferronor-Farben bepinselt wurden (ein kurzfristiges Vergnügen, wie man sieht), jedoch die Codelco-Nummern behielten.

Saludos,
Don Pedro
@Pedro
Danke für die Ausführungen. Da meine Reise dorthin schon gebucht ist aber die Informationen eher spärlich sind, bin ich froh um jedes Detail.

Sehe ich es richtig, dass Ferronor zwei "Inselstrecken" betreibt resp. dass die zuvor vorgestellte Linie Huasco-Vallenar und die Potrerillos-Strecke keine benutzbare Verbindung aufweisen? Auf ihren Webseiten präsentiert Ferronor jedenfalls das Netz im Norte Grande mehr oder weniger komplett, wenn auch etwas vereinfacht dargestellt. Einzig die FCAB-Linie scheint nicht ganz dargestellt:
[www.ferronor.cl]


Thomas



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:11:10:19:21:54.
Also irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, Ihr wart auf dem Mond? Bist Du sicher, daß das alles auf der Erde war? - ;-)
Hallo zusammen,

@Pedro
>>Darf ich doch noch ein paar Anmerkungen einbringen:

Ich bitte darum!
Genau deshalb liebe ich das Auslandsforum hier, irgend jemand ist immer da um die offenen Fragen (die ich im nächsten Teil gestellt hätte) zu beantworten. Jetzt macht das ganze mit dem Bahnverkehr auch Sinn! Merci vielmal für die Informationen.

@SD40-2XR
>>bin ich froh um jedes Detail.

Mit den Infos die du jetzt hast kann es ja nur ein Erfolg werden .. wir wären froh gewesen ;)

@All
Eine Steigerung? Hm ... Landschaftlich, schwierig, aber machbar! Wie Daniel schon schrieb, ihr werdet sehen :)
Und Danke für die Kommentare, ehrlich.

Grüess
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Sali SD40-2XR

och gemein, ich will auch wieder =). Nun ja, das Jahr 2012 lässt ja weitere neue Möglichkeiten offen.
Ferronor ist nicht ganz abgenabelt, da ich schon Fotos gesehen habe von Loks aus La Serena auf der Vallenar-Piste. Entweder gab es eine Verbindung oder es gibt sie immer noch. Die Strecke in Potrerillos ist wahrlich komplett einsam, da weder in den Süden (du hast du Fotos von Inca del Oro) noch in den Norden noch was von der Nord-Süd Bahn durchgehend befahrbar ist. In Richtung Norden ist die nächste Eisenbahn die FCAB...

Es ist alerdings auch zu bemerken, dass Ferronor auch dort oben noch Verkehr betreibt, bzw. betrieb. Vor nicht allzulanger Zeit fuhren regelmässig Gaszüge bis nach Argentinien. Angeblich sollte auch heute noch Güter auf der Ferronor-Strecke in Richtung Argentinien (aber nicht mehr über den Pass) und in Richtung Norden auf der alten Nord-Süd-Bahn laufen. Das Büro von Ferronor war auf alle Fälle gut besetzt (3 Leute für angeblich einen Zug pro Woche?!?). Nun ja, die Arbeitsrationalisierung ist in Südamerika noch nicht angekommen ;-)....

Ferronor-Netz

geschrieben von: Don Pedro

Datum: 11.11.11 13:01

Buenos días

Ja, das ist tatsächlich so, dass Ferronor einige Inselbetriebe aufrecht erhält. Diese gliedern sich in:

1. División Vallenar
2. División Diego de Almagro
3. División Baquedano

Verfolgen wir nun die Longitudinal Norte ab La Calera (an der Breitspurstrecke Santiago - Valparaiso).

Im Bereich La Calera gibt es einen Verkehr der Zementfabrik El Melón vom Steinbruch "Mina El Navio" über eine kurze, der Zementfabrik gehörende Stichstrecke zum Bahnhof El Melón und dann über die Longitudinal Norte bis zur Zementfabrik im Ortsbereich von La Calera; eine Transportdistanz von ca. 20 Km. El Melón betreibt den Verkehr mit eigenen Loks und Wagen und benützt die Ferronor-Strecke im Netzzugang.

Nördlich davon bis Coquimbo ruht der Verkehr gänzlich.

Zwischen dem Hafen von Coquimbo (Guayacán) - La Serena - Mina El Romeral verkehren die Züge der CAP, die Nil im ersten Teil seines Berichtes gezeigt hat.

Die Longitudinal Norte ist von Coquimbo/La Serena bis Vallenar befahrbar, wird aber nur für Rollmaterialüberfuhren von bzw. nach der Ferronor-Hauptwerkstätte in Coquimbo benützt. 2010 verkehrte auf diesem Abschnitt der "Tren del Bicentenario" von Vallenar nach Domeyko; auf Youtube gibt es einige Filmchen davon.

Die División Vallenar betreibt Mina El Colorado - Vallenar - Huasco - Guacolda.

Nördlich des Emplame zur Mina El Colorado bis zum "Empalme 2" westlich von Diego de Almagro: kein Verkehr.

Die División Diego de Almagro betreibt den bereits beschriebenen Verkehr für Codelco und Mina Franke. Die Werkstätte in Llanta besorgt den Lokunterhalt für diese División.

Ab Mina Franke bis Palestina: kein Verkehr.

Nun noch die División Baquedano, wo es in der Tat nicht völlig klar ist, was dort läuft. Die Gaszüge von Argentinien stoppten 2006, als ein Zug mit 2 Ferronor-Loks zwischen Salta und Gral. Güemes entgleiste. Nach einem 3 Jahre dauernden Rechtsstreit zwischen Chile und Argentinien wurden die Loks auf argentinische Kosten in der Werkstätte Alta Córdoba repariert und an Ferronor zurückgegeben. Dem Vernehmen nach soll der Flüssiggasverkehr Ende 2010/Anfang 2011 wieder aufgenommen worden sein, noch fehlen mir aber klare Indizien dafür.
Eine Ferronor-Lok ist an den Tren Turístico del Atacama vermietet, der von Iquique nach Pintados verkehrt. Dann gibt es ausserhalb von Iquique ein neues Container-Terminal, das per Bahn bedient werden soll zur Entlastung der Strassen in der Stadt, aber auch da ist die Nachrichtenlage ziemlich vage. Wenn da jemand mehr weiss, wäre ich froh um entsprechende Hinweise.

Von der Strecke Palestina - Socompa gehört der Abschnitt Palestina - Augusta Victoria der FCAB, während der obere Teil von Augusta Victoria bis zur Grenze (Socompa) zur Ferronor gehört. Die beiden Bahnen haben aber gegenseitige Zufahrtsrechte vereinbart.

Saludos,
Don Pedro
@tookkyuu:
"Also irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, Ihr wart auf dem Mond? Bist Du sicher, daß das alles auf der Erde war? - ;-)"

Auch ich kann mir jetzt vorstellen woher die nie ganz ausgerotteten Gerüchte stammen könnten,dass die Ami´s gar nicht auf dem Mond gelandet sind.:-)
Beeindruckend und bedrückend (weil irgendwie so lebensfeindlich wirkend) zugleich!

Gruß WE
Ich weiss ehrlich gesagt auch nicht mehr was ich schreiben soll. Nur soviel: eine unglaubliche Landschaft und eine atemberaubende Trassierung. Spitzenmäßig umgesetzt!

Einfach genial! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 12.11.11 12:44

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Re: [CL] Bienvenido a Chile (3) – Spektakuläre Aussichten in Potrerillos[m.30B.)

geschrieben von: ehemaliger Nutzer

Datum: 18.11.11 16:42

Was soll man dazu noch sagen???
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