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Hoi Welt

Ja, jetzt kommt er ... ;)

Chile! An was denkt man wenn man das hört als erstes? An Minenunglücke, an die Osterinseln, an Vulkanasche, an Rucksacktouristen die mit alten lottrigen Bussen durch Südamerika touren? Sicher auch an Feuerland und wer sich etwas mit Südamerika beschäftigt auch an die Desierto de Atacama – die als trockenste Wüste der Welt gilt. An was denkt man nicht, wenn man an Chile herum studiert: An die Eisenbahn?
Trotzdem fuhren wir nach Chile wegen den Blechbüchsen auf Schienen … und wir lernten einen wundervollen Flecken Erde kennen.Und an dieser Tour darf, wer mag, teilnehmen.
In den folgenden Teilen beschäftigen wir uns mit mehreren Eisenbahnen im Norden Chiles.
Wir werden Elektroloks aus den 20er Jahren, jede Menge moderne, alte, hässliche und schöne Dieselloks und fantastische Landschaft von Meereshöhe bis knapp auf 4000 Meter über Meer sehen!
Willkommen im Land des Pisco Souer, der roten Minen Pick-Up’s, der „tollen“ Strassen und der Eisenbahn die mehr ist als sie zu sein scheint.
Ich erlaube mir übrigens die Aussage zu treffen das dieser Urlaub mein Favorit ist in diesem Jahr 2011!

Noch etwas in eigener Sache: Im Bahnpics Kalender 2012 (den wir zum Selbstkostenpreis verkaufen) hat es ebenfalls Bilder von dieser Reise dabei ...


Viel Spass im (Textlastigen – ihr überlebt es?) ersten Teil, der für uns ziemlich spannend war.




Prolog

Viel gibt es nicht zu erzählen. Die Idee mit Chile kam relativ spontan an einem Winterabend um den Jahreswechsel 2010 / 2011. Daniel wollte sowieso durch Südamerika touren und ich hing mich in den ersten 3 Wochen einfach mal ran.
Es sollte ein Urlaub „wie immer“ werden, also mit Mietwagen vor Ort und einem Flug. Wir verbrachten einige Abende damit den perfekten Start- und Endpunkt heraus zu finden bevor wir Flug und Auto buchten. Es standen dabei verschiedenste Ideen im Raum, und am Schluss kamen wir darauf, dass ein Flug ab / bis Santiago das beste ist. Anschlussflüge in den Norden waren einerseits etwas mühsam zum Buchen und andererseits wollten wir vom Land auch etwas sehen.
Um sich im Land zu bewegen wollten wir möglichst unser eigenes Auto nutzen (aber nicht gleich ab Santiago). So kamen wir am Schluss auf La Serena, etwa 600km Nördlich von Santiago gelegen, da gab es alles und vor allem auch vernünftige Busverbindungen nach Santiago.

Das Buchen des Flugs war kein Problem und die Wahl fiel auf einen Flug mit der Swiss ab Zürich direkt auf den Südamerikanischen Kontinent. Normalerweise mag diese Variante teurer sein als Alternativen über Spanien oder Portugal, aber zum Buchungszeitpunkt war es mit Abstand die günstigste, Glück muss man haben.

Den Mietwagen besorgten wir uns bei einem Lokalen Anbieter der es nur in Chile zu geben scheint: Econorent. Man muss zwar des Spanischen mächtig sein um ein Auto zu buchen bei ihm, aber preislich war es günstiger als die bekannten Vermieter. Und Econorent hat überall im Land Mietwagenstationen verteilt – auch nicht unwichtig im Falle der Fälle.
Den Mietwagen wählten wir vor allem mal nach dem Kriterium der Geländetauchglichkeit aus. Und so gab es am Schluss einen Suzuki Gran Vitara 4x4.

http://bahnpics.ch/Chile/DSC_0805kgr.jpg

Unser Mietwagen, da war er noch sauber

Die Route im Land legten wir wie immer sehr flexibel. Einzig einen Fixpunkt am zweiten Sonntag legten wir mit der Buchung einer Führung in einem Observatorium fest.
Ansonsten hatten wir unser Auto und alle Zeit der Welt! Also alle Voraussetzungen für einen Urlaub wie er sich gehört. Strecken wir also die Nase in den kalten Wüstenwind und geniessen es!

http://bahnpics.ch/Chile/Map.jpg

Und zum Schluss noch eine kleine Übersichtskarte mit unserer Route sowie den besuchten Eisenbahnen




Dienstag / Mittwoch 07+08. Juni 2011

Heute ging es schon wieder los, in den nächsten Urlaub. Warum auch nicht? Hab ja schliesslich 3 Wochen gearbeitet (den kleinen Ausflug nach Italien lassen wir mal weg).
Es geht mit der Swiss bis Sao Paulo und dann weiter mit einem Codeshare-Flug der TAM bis Santiago de Chile. Die Flugzeiten sind äusserst angenehm. Der Abflug in Zürich ist spät abends gegen 23 Uhr, die Ankunft in Santiago um 11:30 Uhr am nächsten Tag. Dank Zeitverschiebung geht es also recht schnell.
Da der Flug so spät ging konnte ich an diesem Dienstag sogar noch Arbeiten, was sich auf mein Urlaubskonto positiv ausgewirkt hat ;). Um 17:30 Uhr war ich Zuhause, Packte meinen Krempel und um 19:20 Uhr waren wir auf der S3 nach Effretikon. Mit dabei natürlich Daniel, und seine bessere Hälfte.
Der Umstieg auf die S2 klappte und wenig später waren wir am Flughafen. Es folgte: Check-In. Den hätten wir zwar von Zuhause aus schon machen können, wollten das aber wegen unklar verteilten Sitzplätzen beim Anschlussflug noch nicht. Das Swiss Online Check-In meinte, dass wir nicht zusammen sitzen, obwohl Daniel extra mal Plätze im Swiss Büro hat reservieren lassen. Da das Online Tool uns nicht umbuchen liess wollten wir es am Personenbedienten Check-In vor Ort erledigen lassen.
Da Daniel mit einem Rucksack unterwegs war und das immer mal gerne als Sperrgut behandelt wird wollte er ihn einpacken lassen, was aber nur am Check-In 2 oben geht, bei den ganzen nicht Swiss und Touristenbombern Flügen. Das mit dem Einpacken macht Sinn, davon haben wir uns noch mal überzeugen lassen, denn die Antwort auf die Frage, was mit dem Rucksack unverpackt geschieht war: Kommt in eine Box bis zum Flugzeug ... und dann? ;) Also sind wir kurz da hoch und haben dem Packmeister je 12 Franken für eine Schweissfolie in die Hände gedrückt. Mit Plaste auf dem Rücken liefen wir dann in Richtung Check-In 1 (Zürich ist schon kompliziert ;)).
Der Check-In 1 ist übersichtlich, und die Anzahl der geöffneten Schalter war es ebenso. So versuchten wir uns mal am Automaten. Die sind etwas ... dumm, wir sahen jetzt zwar wieder unsere Sitzplätze auf dem TAM Flug, konnten die aber nicht ändern, eine Fehlermeldung im System hinderte uns daran. Also doch zum Personalbedienten Check-In.
Wie der Zufall es wollte war an diesem Abend der Kollege Jordi am Flughafen am arbeiten und auf einmal tauchte er hinter uns auf. So hatten wir etwas Unterhaltung für ein paar Minuten, ehe er wieder arbeiten durfte.
Der Personenbediente Check-In konnte leider auch nicht mehr als die Automaten, auch da kam eine Fehlermeldung beim ändern des Sitzplatzes - wir sollen es aber beim Boarding noch mal probieren, meinte die Dame am Schalter. So, wir waren unser Gepäck los, hatten je 2 Boardingkarten in den Fingern und das Gepäck war durchgecheckt bis nach Santiago, Urlaub ... jetzt war soweit!
Um Tschüss zu sagen kam ein Kollege noch kurz zum Flughafen und wir trafen ihn wie vereinbart an der Food Mall beim Check-In 3. Wir machten uns gemeinsam auf den Weg in Richtung der Passkontrolle um da irgendwo auf dem Weg ein Bier zu kippen, bis zum Boarden hatten wir noch etwas über 1h Zeit.
Wir waren gerade an der Rolltreppe hinter der Überführung zum Check-In 2 als mein Handy bimmelte und ein SMS meldete. Ein Tschüss von jemandem? Nein, von der Swiss .. hm, wünschen die mir einen guten Flug? Nein: Blablabla ... Connecting Flight - Cancled, Vulkan Ash. Bitte?! Von diesem Vulkan im Süden Chiles haben wir natürlich gelesen und ich hatte bevor wir zum Flughafen sind noch kurz geschaut wie es aussieht. Damit dass er uns jetzt in die Quere kam, rechneten wir aber nicht!
Ok, das war jetzt natürlich ganz schlecht. Noch die Berichte von vor einem Jahr im Kopf als der Isländische Vulkan Europas Flughäfen lahm legte liefen wir wieder zum Swiss Büro am Check In-1. Die gute Frau am Business Schalter hatte nichts zu tun und winkte uns zu sich als wir vor den Schaltern Stellung bezogen. Wir erklärten ihr ganz schnell was los ist, doch sie schaute nur ungläubig. Also ihr System sage, der Flieger fliegt. Das SMS überzeugte sie dann und sie Telefonierte herum. „Stimmt, dieser Flug ist gestrichen ...“ war dann die Antwort (aha). Und jetzt? Das Umbuchen auf einen anderen Flug wurde uns angeboten. Sie betonte gleich, dass das die Swiss aus Goodwill macht und schaute im System nach alternativen von Sao Paulo nach Santiago. Sie runzelte die Stirn und sah nur, dass die Flüge die noch nicht gestrichen sind überbucht waren. Da sie sich selber etwas auskannte „da unten“, wie auch der Kollege, spielten wir dann einige Alternativmöglichkeiten durch wie wir so nah an Chile heran kommen wie möglich - den eine alternative die Wolke grossräumig zu umfliegen gab es nicht.
Es schien als seien alle die mit der Sache zu tun hatten etwas überrascht worden zu sein, den es gab schlicht keine Informationen über die Aschewolke, wo liegt sie, wie lange, was? Uns wurden nach 20min die alternativen „auf den Tisch geknallt“ und wir standen vor der Entscheidung: Heute fliegen, oder verschieben und hoffen, dass es besser kommt. Verschieben? Verspricht uns jemand, dass es morgen klappt? Nein, also flog diese Option raus. Da die gute Frau uns auf die Warteliste der nächsten Flüge (3 Flüge innert 48h) setzen konnte, nickten wir, wir wollten fliegen. So waren wir dann sicher schon mal auf dem Südamerikanischen Kontinent.
Während ich mit meiner Reiseversicherung telefonieren wollte, was uns alles bezahlt wird im Falle der Fälle, versuchte man die Zieldestination von unserem Gepäck (welches ja durchgebucht war bis Santiago) zu streichen. Logisch, wenn 1000 Leute in Sao Paulo stranden sind ebensoviele Gepäckstücke verteilt, und das wollte sie uns ersparen - auch in Erinnerung an die Vorkommnisse vor einem Jahr in Europa.
Unsere Reiseversicherung, ja, die sind lustig. Nachgefragt habe ich vor allem weil uns ganz klar gesagt wurde: wenn ihr in Sao Paulo strandet wird sich die TAM keinen Deut um euch scheren. Kein Hotel, kein Essen, kein gar nichts! Das sind ja aussichten ... insofern wollte ich wissen was die Versicherung alles bezahlt, vielleicht einen Flug über Neuseeland? Hotels? Busfahrten? Über die Antwort war ich dann ziemlich erstaunt. Die Bürozeiten seien schon rum und um 22 Uhr sei im Büro nur noch der Notfall sei besetzt, und die kennen sich mit Flügen nicht aus. Ich solle morgen wieder Anrufen. JA SUPER! Was war das den bitteschön wenn kein „Notfall“?
Völlig konsterniert sind wir dann in Richtung Sicherheitskontrolle getrottet, mit dem Zettel der Wartelisten in den Fingern und mit dem Vorhaben ein Handyladegerät zu kaufen. Mein Akku war schon fast platt und das Ladegerät lag im Gepäck - und wie Kommuniziert man ohne Handy? Richtig, gar nicht, und wen das Gepäck dann doch irgendwo liegt? Wir wollten auf diesen Versuch verzichten. Die ganzen Shops am Eingang waren schon zu und da wir nur mehr 30min hatten bis zum Boarding verabschiedeten wir uns ohne Bier vom Kollegen und liefen in den Zollbereich. Da drin gab es dann ein Ladegerät, so bin ich immerhin schon mal nicht ganz stromlos.
Mit dem Tramtram fuhren wir ins Dock E und ich schloss innerlich schon ein bisschen mit dem Urlaub ab. Nicht das ich etwas dagegen hätte mit dem Bus durch Südamerika zu touren, aber das war jetzt irgendwie nicht das Ziel des Urlaubs ;).
Am Gate E23 stellten wir uns gleich mal an den Schalter und wollten nachfragen, ob es etwas Neues gibt zu den Anschlussflügen. Erst wurden aber „echte“ Probleme gelöst, Business Passagiere umplatziert, Kindermenüs Bestellt und solche Sachen. Als wir dran waren klang es ähnlich wie unten am Infoschalter, einfach nur eine Spur deutlicher. Die Nachricht kam bei uns durch: „Wenn ihr in diesen Flieger steigt, dann kümmert sich die Swiss bis zum aussteigen um euch, danach ist die TAM für euch verantwortlich, und die werden sich nicht um euch kümmern und euch NICHTS bezahlen. Angebot: 1x Flug Umbuchen, jetzt gleich, sonst nichts ... Tipp: Urlaub verschieben. Geht davon aus, dass in Sao Paulo die Hölle los ist und rechnet nicht damit schnell von da weg zu kommen, ihr werdet nicht alleine sein.“ Wirklich neues erfahren haben wir aber nicht, man wusste nicht mehr.
Jordi hat sich zwischenzeitlich wieder bei uns eingefunden und mit ihm kauten wir die Möglichkeiten wieder durch. Wir waren verdammt nah dran es hinzuschmeissen und nach Hause zu fahren, den Flug um zwei Tage zu verschieben und zu hoffen, dass es irgendwie klappt. Die Wartelisten und die noch nicht gestrichenen Flüge (wobei uns das niemand bestätigen konnte) hielten aber ein bisschen Hoffnung oben und wir bestiegen den Flieger mit flauem Magen. Wir setzten uns in unsere Reihe, schauten uns an, und schüttelten nur den Kopf. WARUM? Fertig.. wenn das was Grosses ist (und der Vulkan ist verdammt gross), dann war’s das. Sao Paulo schluckt uns und lässt uns nie wieder raus ;).
Der Flug selber war angenehm, das Boardunterhaltungssystem der Swiss ist toll, genau so wie das Essen - und das beste daran, Alkoholische Getränke sind Kostenlos. Nach Bier, Wein und Schnaps (wir prosteten auf die Brasilianischen Überlandbusse und Litauen) waren wir Müde und legten uns in den Eco Sessel, der jetzt gerade immer unbequemer wird. Wir fragten noch bevor die Lichter gelöscht wurden bei einer Flugbegleiterin nach, ob es Neuigkeiten gäbe ... die Antwort war wenig erfreulich. Sie wusste nicht mal etwas von der Aschewolke. Gute Nacht!
Ich schlief fast durch bis die Uhr 9 Uhr anzeigte und die Landung kaum mehr eine Stunde vor uns lag. Mit der Zeitverschiebung war es erst 4 Uhr in der Nacht in Sao Paulo. Es wurde Frühstück serviert und ich schaute mir noch eine Doku über Lamborghini. Als 30min vor der Landung das Frühstück zusammengeräumt wurde packten wir uns noch mal unsere Flugbegleiterin. Wieder die Frage, gibt es Neuigkeiten? Leider Nein, war die Antwort, sie wollte aber noch schauen. Vorsorglich füllten wir schon mal die Einreiseforumulare für Brasilien aus ... die würden wir dann ja wohl brauchen *uff*.
Wir wollten aus diesem Flieger eigentlich gar nicht mehr raus, da waren wir uns einig. Raus ins Chaos, zur TAM die sich nicht um uns kümmern wird ... raus in den Abenteuerurlaub.

Und dann kamen die üblichen Durchsagen. Nach den Wettervorhersagen für Sao Paulo sprach der Kapitän ins Mirkofon: Der Anschlussflug nach Santiago und Monte Video finden planmässig statt! Die 10 Nasen die mit uns in Sao Paulo umsteigen wollten (die Zahl haben wir mal irgendwo aufgeschnappt) und wir klatschten innerlich in die Hände! Was für ein erlösendes Gefühl, die ganze Spannung war weg .. wenngleich auch ein bisschen davon wieder zurück kam, weil die in Zürich in diesem Moment dann zu viel für uns gemacht hat.
Die Landung in der Dunkelheit war sanft und als wir aus dem Flieger raus waren standen sie schon da und ruften die Anschlussreisenden nach Santiago und Monte Video aus. Wir stellten uns ran und waren gespannt. Der Schweizerdeutschsprechende Swiss Mitarbeiter meinte als er uns im System fand nur: Was haben die in Zürich mit euch gemacht? Probleme: 1) Gepäck nicht durchgebucht, wobei man das Lösen könne. Problem 2) die in Zürich hat uns vom Anschlussflug gestrichen und auf die Warteliste anderer gesetzt. Diese Plätze seien jetzt ... vielleicht weg.
Uns wurde dann jemand mit auf den Weg zum TAM Schalter gegeben, wir müssten das da klären. Wir kürzten ab und waren direkt an den Abfluggattes. Auf halbem Weg kam uns jemand entgegen welcher vorausgeschickt wurde und der hatte eine Boardingkarte in der Hand. Jedoch nur eine, nämlich meine. An der für Mister Wipf sei man noch dran, da könne man noch gar nichts sagen. Sicher war zu diesem Zeitpunkt nur, der Flieger fliegt, und mindestens mal mit mir. Wobei ich nicht fliege wenn der Wipf nicht im selber Flieger ist, da war ich mich sicher.
Wir wurden dann an einem Gate "geparkt" und man wollte wieder kommen sobald das mit dem Wipf geklärt sei. Wir setzten uns und die Erleichterung war etwas verflogen. Wären wir in Zürich einfach so eingestiegen ohne etwas zu tun, wir hätten noch unseren alten Boardingkarten und wir hätten das Gepäck auf sicher. Naja, ganz egal was jetzt geschieht, jetzt sahen wir die Swiss in der Verantwortung und nicht die TAM, weil die fliegen ja ;)
Da mein Handy in der Nacht irgendwie angegangen sein muss war es komplett Stromlos, ich schnappte eine Steckdose unter einem Münztelefon in Sichtweite und deponierte das Handy zum laden. Draussen wurde es langsam Hell und in unserer Umgebung kam Betrieb auf als ein Lufthansa Airbus andockte und die Leute raussupckte.

http://bahnpics.com/nil/11.06%20Chile/DSC_0269kkl.jpg

Gratisstrom aus der Steckdose – irgendwo am Flughafen von Sao Paulo

Um etwa 5:45 Uhr waren wir abgesetzt worden, fast 2h später kamen die anderen beiden dann zurück und hatten die Boardingkarte für Wipf in den Händen. Wieder fiel uns ein Stein vom Herzen. Die Frage nach dem Gepäck konnte man uns aber nicht abschliessend beantworten, es sei durchgecheckt und man wisse nicht, was in Zürich genau damit gemacht wurde. Auf unseren Gepäckcodes stand aber nach wie vor SLC als Ziel. Zwei andere Schweizer die uns noch angesprochen hatten, hatten da mit etwas mehr Unsicherheit zu kämpfen - die hatten eingecheckt nachdem der Flug gestrichen wurde, sie hatten zwar eine Boardingkarte nach Santiago in der Hand, der Barcode vom Gepäck sagte aber, dass dieses nur bis Sao Paulo gebucht wurde ...
Und das mit dem Gepäck ist auch noch unsere grösste Sorge, hat man es gemerkt? Selbst wenn es seine Runden drehte auf dem Band hätte man beim wegräumen merken müssen, was los ist ... und Zeit war mehr als genug. Wir hoffen einfach, dass uns die beiden Stücke in Santiago auf dem Band entgegen kommen.
Jetzt sitzen wir in einer TAM 777 ("The Magic Red Carpet") und sind irgendwo über den Anden, runtersehen können wir aber nicht. Wir sitzen nebeneinander, ein Gang dazwischen, der Rest bis dahin hatte gut geklappt. Wir haben jetzt zwar über 1h Verspätung weil wir auf Anschlussreisende warten mussten, aber es stört uns nicht mehr. Wir kommen da hin wo wir wollen und Busse nach La Serena gibt es jede Nase lang! Die Einreiseforumlare für Chile haben wir auch schon ausgefüllt (die zweiten Heute ;)). Das Essen war nicht so toll und im Boardsystem hab ich mir gerade Unknow fertig angeschaut. Chile, wir kommen ... wenn auch mit Schwierigkeiten!

Der Rest des Fluges war sehr kurzweilig, ich hab mich mit meinem Sitznachbarn prima unterhalten und er hat mir ein paar Tipps und Infos für Chile mit auf den Weg gegeben. An Essen und Getränken wurde während des ganzen Fluges nichts mehr gereicht, entsprechend ausgetrocknet waren wir dann bei der Landung. Der Blick aus dem Fenster im Anflug auf Santiago ist schon spektakulär. Der Flughafen liegt wie die Stadt im Talkessel und der Anflug ist entsprechend Steil - die Berge rundherum sind schnell höher als man selber, obwohl der Boden noch ziemlich weit weg ist. Vor der Landung ging noch eine Flugbegleiterin mit Spraydosen durch den Flieger und nebelte alles ein, um böse Keime zu töten, meinte die Durchsage.
Die Landung war wieder sanft und wenig später waren wir am Dock. Wir verabschiedeten uns von meinen Sitznachbarn mit den Worten, "bis gleich am Lost&Found Schalter" - er selber kam mit seiner Frau von Frankfurt und hatte ähnliche Probleme wie wir in Sao Paulo. Wir sahen ihn zwar wieder, nach der Immigration am Gepäckband, aber unser Gepäck kam. Erst mein Koffer und irgendwann auch Wipfs Rucksack - beschnuppert von einem der Drogenhunde welcher in der Halle umher lief. Wir liefen durch die Zollkontrolle und da wurde das ganze Gepäck noch mal durchleuchtet, auf Esswaren, wie dem Schild zu entnehmen war. Vor was genau haben die Chilenen Angst? Wir gingen weiter und vergassen fast noch unseren Zollzettel abzugeben.
Es folgte der Weg in die Stadt zum Busbahnhof an der Universidad de Santiago - dem zentralen Bahnhof der Busse in den Norden. Wir hätten um dahin zu kommen entweder eines der Zahlreich angebotenen Taxis nehmen können, was uns aber zu teuer war. So blieben wir beim Plan den Bus zu benutzen, welcher direkt zum Busbahnhof fahren sollte. Ein Bus stand da und nach der Nachfrage wohin er fährt konnten wir rein - es war der richtige. Der Bus war älteren Baujahrs und etwas in die Jahre gekommen, aber er fuhr. Als Flughafenbus war das Gefährt aber eher weniger geeignet, die Plastiksitzlandschaft war nur durch eine nicht wahnsinnig breite Türe über vier steile Stufen zu erreichen– was mich wieder daran erinnerte warum Rollkoffer unpraktisch sind ;).Das Ticket in die Stadt kostete 1400$, was etwa 2.5 CHF entspricht.
Wir setzten uns und die Fahrt ging gleich auch los. Der erste Eindruck von Chile und Santiago. WOW! Wo ist das Chaos? Der Müll? Wo ist all das, was man im Süden und Osten vermehrt sieht, wenn man eine Grosstadt entert? Nichts war da, es war aufgeräumt, die Verkehrsregeln wurden penibel genau beachtet.... wo sind jetzt genau die Millionen die in dieser Stadt leben? Den Busbahnhof erreichten wir nur über Umwege. Unser Bus fuhr da irgendwie daran vorbei, obwohl der halbe Bus da aussteigen wollte. Ob er keine Lust hatte oder einfach zu weit links auf der mehrspurigen Strassen war, wir werden es nie heraus erfahren. An der Endhaltestelle, kaum 3km weiter hinten im Stadtzentrum erklärte uns der Busfahrer, dass wir jetzt in den Bus vorne einsteigen müssen und der dann da anhalten wird.
Den Busbahnhof erreichten wir über eine siffige Unterführung und oben angekommen ging es gleich ans Ticket kaufen. Busse in Chile (Südamerika) sind ja DAS Fortbewegungsmittel überhaupt, entsprechend gross ist das Angebot an Anbietern und Fahrten. In unsere Richtung (La Serna) fährt Turbus und Pulman sehr regelmässig, und einer dieser beiden Anbieten soll man nutzen, sagen immer alle. Turbus sei sogar noch ein bisschen besser und so stellten wir uns da in die Reihe.
Natürlich hätten wir gerne den Zug nach La Serena genommen, aber Nördlich von Santiago gibt es keinen einzigen Personenzug mehr …
„Zwei Plätze nach La Serena bitte, mit dem nächsten Bus“. Um 14:30 Uhr? „Ja, bestens!“ Wohin setzen? Wir sahen auf dem Monitor das Platz 3 und 4 in der ersten Reihe noch frei waren und wählten natürlich die, wenn man schon mal vorne raus schauen kann. Es war 14:10 und wir besorgten uns vor der Fahrt noch etwas zu Trinken, man weiss ja nicht ob man versorgt wird im Bus. Angesichts des Preises von 7000$ pro Kopf (12 CHF für 6h Busfahrt) eher nicht. Nach dem kaufen des Tickets habe ich mir noch kurz Bargeld am Automaten besorgt, locker gleich mal 150'000$ - ui, was bin ich mir schon wieder wohlhabend vorgekommen, angesichts des kleinen Vermögens bei mir in der Geldbörse.
Als wir zum Bussteig sind stand unser citrusgelbes Gefährt schon da und wir gaben unser Gepäck ab, im Tauschgeschäft dazu gab es dafür eine Gepäcknummer von Turbus. Unsere Sitze waren natürlich ganz vorne, nur war da anstatt die Freie sicht nach Vorne nur der Sicht an eine Wand mit Türe, welche den Fahrgastraum vom Rest trennt – merken fürs nächste mal! So schauten wir halt auf der Seite raus, so gut es ging.

http://bahnpics.com/nil/11.06%20Chile/IMAG0401kkl.jpg

Unser Bus, Nummer 1770, von Santiago de Chile nach La Serena. Semi Cama und nur bedingt bequem … hier irgendwo bei einer kleinen Pause in einem staubigen Turbus Terminal

Unser Bus hatte die Semi Cama Ausstattung. Das ist so was wie 2. Klasse, wobei es bei Turbus auch eine 3. Klasse (Classico), eine 1 ½. Klasse (Cama) und eine 1. Klasse (Luxus) gibt. Da aber unser Bus nur Semi Cama hatte war die Auswahl sowieso nicht gegeben. Wir hätten ja gerne Cama oder gar Luxus genommen, nur fuhr kein Bus in den nächsten Stunden mit diesem Angebot - schade ;) Schade fanden wir auch die Stunden der Fahrt in der Dunkelheit die sich extrem in die Länge zogen, wir hatten das Gefühl nicht anzukommen. Da hätten wir uns die Luxus Sitze (die man komplett zu einem Bett verwandeln kann nach der Werbung) gewünscht.
Es war knapp 21 Uhr als wir in den Busbahnhof von La Serena einbogen - und damit waren wir am Ziel! Die Reise vom heimischen Wetzikon bis La Serena hat gut 30h gedauert, was waren wir Müde! So erstaunte es auch nicht dass wir unser gebuchtes Hostal erst im zweiten Anlauf fanden, Schuld daran war eine Karte in der der Busbahnhof am falschen Ort eingezeichnet war.
Das Hostal das wir bereits im Internet gebucht hatten, kaum 500m vom Busbahnhof entfernt, war wirklich nett. Wir wurden freundlich begrüsst (auf Deutsch), es wurde alles gezeigt und sogar ein Tipp fürs Abendessen gab es noch oben drauf - und den nahmen wir gleich dankend mit. Essen, ja, dass musste dann sein! Die Bäuche waren leer und wir haben vor der Busfahrt und während der Pause extra nichts gekauft um uns den Hunger nicht zu verderben. Das beste Lokal in der Nähe sei „Kaiser Otto“, Karaokebar und Restaurant. Da liefen wir mal hin, war kaum 10min vom Hostal entfernt. Die Bar war gut gefüllt und wir bestellten Bier (Kunstmann) und etwas zu Essen. Vom Angebot uns die Liste für das Karaoke Angebot zu bringen distanzierten wir uns mit der nötigen Freundlichkeit.
Und wir tranken auf Chile! Gestern um die Zeit hätten wir niemals gedacht, dass wir am nächsten Abend wirklich da sitzen würden. Es war die Zeit wo wir am Flughafen in Zürich bei der Tante sassen und uns ernsthaft überlegten, alles umzuplanen über den Haufen zu werfen.
Das Essen fein, trotzdem haben wir nur vom Bier noch einen Nachschlag bestellt. Nachdem alles weg war bezahlten wir und verliessen das Lokal mit dem Ziel BETT. Kaum draussen stürmte uns unsere Serviertochter hinterher auf die Strasse und sagte etwas ... bis sie 5 Sekunden später laut zu lachen Begann. Sie hat einen 5000$er zuwenig auf unserem Haufen gesehen und gedacht wir wollen Sie um ihre Einkünfte bringen. Den „fehlenden“ Schein fand sie erst als sie uns schon aufgehalten hatte. Das war ihr dann ziemlich peinlich ;)
Im Hostal zurück hab ich noch kurz Geduscht und bin jetzt im Bett kurz davor die Augen zu schliessen. Mitternacht ist auch schon durch ... was war das ein langer und anstrengender Trip.




Donnerstag 09. Juni 2011

Der erste Tag begann für mich um 6 Uhr, das Bier musste raus und ich schlüpfte unter der Decke hervor. Erster Gedanke, PHUAR, ist das kalt im Zimmer ... und feucht war’s auch. Das zweite mal raus sind wir beide dann Gleichzeitig um kurz vor 8 Uhr, die Sonne schien gerade das erste mal durchs Fenster (Sonnenaufgang ist auch erst um etwa halb 8) und das Frühstück wartete auf uns. Das war gar nicht übel, das einzige was irritierte waren die „vielen“ Deutschen im Frühstücksraum - Kunststück in einem Hostal welches von Deutschen geführt wird und das auch in jedem Reiseführer so erwähnt wird. War für uns natürlich auch mit ein Grund, weswegen wir da abgestiegen sind ;).
Beim Essen schauten wir im Internet noch kurz die Autovermieter durch, nach Angaben der Rezeption gäbe es noch günstigere als unser Econorent - das wollten wir überprüfen. Die Überprüfung verlief aber negativ, 40'000$ wollte die Alternative pro Tag für einen 4x4, unser kostet knappe 30'000$ ... ist zwar sicherlich kleiner, aber reicht eh.
Auto holen war dann auch das nächste das wir vorhatten. Dabei war das grösste Problem zu klären, wie wir in den Innenhof des Hostals kommen. Wir scheiterten an der Rezeption beim Hombre, welcher nur sehr schlecht Englisch sprach ;) Die Econorent Vermietungsstation lag gleich ausserhalb des Stadtzentrums von La Serena, kaum 1km zu Fuss und ohne Gepäck natürlich ein Spatziergang.

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Blick auf die Hauptkreuzung in La Serena wo die "Ruta 5" den Ort durchkreutzt.

Wir waren noch nicht mal im Büro drin da sahen wir schon unser Auto hinten in der Garage stehen ... ein Suzuki Gran Vitara 4x4, in weiss. Der Papierkram war schnell erledigt und das Auto übernommen. Nicht schlecht in Schuss die Karre. Er hat bis jetzt zwei kleine Macken welche wir irgendwie noch zu lösen versuchen, sonst fährt er aber prima. Er ist etwas klein geraten mit seinen 3 Türen, aber wir haben uns Arrangiert mit dem Gepäck. Und dank der Grösse bzw. dem Achsabstand ist das Auto gleich noch mal etwas Geländetauglicher bei der Bodenfreiheit … passt!
Mit dem Auto fuhren wir dann zurück zum Hostal und pufften uns mit unserem Gepäck ein ehe wir den Zimmerschlüssel abgaben und weg waren. Es war kurz vor 11 Uhr und das Wetter war natürlich prächtig (Theoretisch dürfte ich die nächsten Tage nie etwas anderes schreiben, die Gegend ist Trocken ;)). Die Fahrt führte erst mal in die Einkaufsgegend des Ortes, gleich auf unserem Weg nach Norden.
Im Baumarkt besorgten wir uns einen Kanister für Reservesprit und wählten den kleinsten den wir fanden – 25 Liter ;) Im Iper nebenan deckten wir uns mit Lebensmitteln ein - vor allem Getränken, für die nächsten paar Tage. Wir kriegten mit Ach und Krach gerade so alles ins Auto und dann ging’s „richtig“ los nach Norden, immer der Sonne entgegen (jaaaa, Südlich des Äquators funktioniert das alles etwas anders). Aus der Stadt raus kam gleich ein Gleis parallel zur Strasse in Sicht. Es sah nicht unbenutzt aus, aber mit Verkehr rechneten wir eigentlich nicht ... bis uns etwa 5km hinter dem Ort ein Zug entgegen kam. Dann war das trööten heute früh im Ort doch keine Fatahmorgana und das Bimmeln kam tatsächlich vom Bahnübergang im Ort.
Den Zug fotografieren? Neeein, der kam aus dem Licht, ausserdem hatten wir noch was vor heute. Kaum 1km weiter bat ich Daniel kurz anzuhalten. Irgendwie war ich beim herumstudieren mit meinen Gedanken auf meinen Laptop gekommen und fragte mich gerade, wo ich den hingeschmissen habe. Das letzte mal das ich ihn in der Erinnerung gesehen habe auf dem Bett im Hostal. Hmmm. Und ich hatte mich nicht getäuscht, der Laptop war nirgends auf zu finden im Auto.


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Lok 6 der CAP Nördlich von La Serena auf dem Weg zur Mine.

Duuuu, Daniel, wir müssen noch mal zurück ... zum Glück waren wir kaum 10min vom Hostal entfernt. Hätte ich es erst heute Abend gemerkt .. *schluck*. Kurz nachdem wir gedreht hatten und bei der fest eingerichteten Polizeikontrolle vorbeigefahren sind kam uns ein Zug entgegen. Aaaahso. Der kam jetzt aber gut im Licht und mein Laptop wird im Hotel ein paar Minuten später noch am selben Ort liegen. Wir wendeten schon wieder und Fotografierten den Zug an einem Bahnübergang.

http://bahnpics.com/nil/11.06%20Chile/11.06.09%20La%20Serena/DSC_0284kgr.jpg

Auf dem Weg in Richtung der Mine bekamen wir schonmal einen Vorgeschmack auf einen im Norden sehr verbreiteter Strassentyp.

Wir sahen zwar nicht ob sich ein Verfolgen lohnt und ob der Dreckweg den wir nahmen überhaupt der Bahn entlang führt, aber wir hatten Zeit. Es gelangen dann im weiteren Verlauf noch 2 Bilder von dem kurzen Zug.

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Kurz vor der Mine und etwa 10km weiter Nördlich rollt Lok 6 die starke, kaum sichtbare, Steigung hinauf.

Die Züge sehen sehr nach Minenzügen aus, die irgendein Bodenschatz von einer Mine an den Hafen transportieren, vermutlich ja auch häufiger als 1x pro Tag. Spannend, vor allem weil wir von dieser Eisenbahn bisher nie etwas gehört haben.
Dann ging es aber zum Hostal zurück. Der Laptop wartete an der Rezeption schon auf mich und dann waren wir auch schon wieder weg. Am Kiosk neben dem Hostal besorgten wir uns noch ein Eis und dann fuhren wir wieder aus der Stadt raus. Und kaum draussen überholten wir schon den nächsten Zug nach Norden. Wir eilten ein bisschen um genug Vorsprung zu haben um eine andere Stellen anzufahren. So richtig gefunden haben wir aber nichts ... es blieb dann bei einem Notschuss mit etwas knappem Seitenlicht.

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Nördlich von La Serena rollt bereits der nächste Zug in Richtung der Mine.

Was dann anstand war die Fahrt nach Norden bis Vallenar. Die Fahrt war ein absoluter Höhepunkt! Die Strasse ist gut ausgebaut und führt erst an den Klippen über dem Pazifik entlang ehe es in die Berge geht und die Strasse über Serpentinen an Höhe gewinnt. Anschliessend geht es über eine Hochebene (bis 1300M.ü.M.) mit Blick auf die Anden mit Schneebedeckten Gipfeln. Alles mit 100k/h und viel Platz und Übersicht, um die lahmen Busse und LKWs überholen zu können - macht also auch zum Fahren richtig Spass!
Und während der Fahrt sieht man immer mal wieder die alte Nord – Süd Eisenbahnstrecke, die spektakulär wäre ... nur Verkehr gibt es schon lange keinen mehr. Es wachsen Kakteen zwischen den Gleisen.

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Blick entlang der Ruta 5 auf den Pazifischen Ozean

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Nach einigen Kilometern verlässt die Ruta 5 den Ozean und verläuft mehr durchs Landes Innere.

Vallenar erreichten wir um 16 Uhr, da wir da unterwegs immer mal wieder Zeit „vertrödelt“ haben mit Fotografieren und geniessen. Als erstes suchten wir uns gleich mal ein Hotel im Ort und wurden am grossen Platz nach zweimaligem dran vorbei fahren auch fündig. Das Hotel war im Lonley Planet empfohlen worden, und an diese Empfehlung wollten wir uns halten.
Zimmer? Jaja, aber jetzt noch nicht, aber so in 2h sollen wir wieder kommen, meinte die gute Seele des Hauses. Wir wollten zurückkommen und gingen wieder. Es war eh noch nicht Zeit fürs Hotel, wir hatten noch etwas Sonne und Streckenkunde wollte auch erledigt werden. Wir entschlossen uns gleich mal die Strecke in Richtung Hafen "in Angriff" zu nehmen und fuhren auf der Strasse in Richtung Huasco, der Hafenstadt.
Gleich schon am Ortsausgang sieht man von der Strasse aus ein kleines BW mit ein paar abgestellten Loks. Dazu sahen wir dann etwas weiter vorne ein Zug Bergwärts stehen, der ganz offensichtlich im Ausweichgleis stand und auf Kreuzung wartete? Bestens für uns, so liessen wir ihn sein und konzentrierten uns auf den Zug von "hinten", der kam nämlich schön in der Sonne.
Als wir dann nach etwa 20km eine Stelle gefunden hatten welche uns sehr zusagte ging die Warterei ein erstes mal los. Und in der Stunde bis die Sonne hinter dem Horizont versank kam kein Zug, weder von hinten noch von vorne. Das war Schade ... aber wir haben noch mindestens zwei Möglichkeiten noch mal an die Stelle zu stehen in den zwei Wochen. Ja zwei Wochen, genau dann müssen wir wieder da sein wo wir standen beim Sonnenuntergang. Denn das Auto müssen wir in 15 Tagen morgens um 9:30 Uhr wieder abgeben in La Serena ;)

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Abendstimmung an der Ferronord Strecke kurz vor Vallenar.

Eigentlich hatten wir ja in Vellnar unser Hostal schon fast bestätigt, da wir aber die Strecke noch bis zum Ende anschauen wollten und im Reiseführer etwas von einem netten Hostal in Huasco stand fuhren wir noch bis da hin. Das Hostal fanden wir auf Anhieb, wenn auch mehr durch Zufall auf dem Weg zum wenden um die Strasse noch mal abzufahren ;). An der Rezeption war noch jemand und man gab uns das oberste Zimmer im ganzen Komplex - mit herrlichem Blick auf den Pazifik (O-Ton Lonley Planet), davon sah man leider nichts mehr, da bereits dunkel.
Gleich nach dem einräumen gingen wir raus um was zu Essen, unsere Mägen knurrten schon den ganzen Abend. Die Dame des Hauses gab uns eine Visitenkarte von einem Muy Bien Restaurant gleich in der Nähe ... gefunden haben wir das Lokal aber nicht. So landeten wir am Schluss im einzigen geöffneten Restaurant der ganzen Hauptstrasse (Huasco ist nicht gross). Eine Suppenküche die mich doch sehr an Larache in Marokko erinnerte ;). Wir bestellen einfach mal etwas was uns vorgelesen wurde (Karte gab’s nicht) und warteten gespannt.
Zum Trinken gab es, das gefiel uns besonders, das Bier in der 1 Liter Flasche. Crystal, das Natoinalbier.
Das Essen, ein Stück Fleisch mit Beilagen war ... naja, ziemlich Mongolian Style leider (also Schuhsohlig). Schade, denn das Fleisch war sicher frisch (die Bedienung ging auf jeden Fall nach der Bestellung raus und kam wenig später mit einer Plastiktüte wieder zurück worauf es zu klopfen begann in der Küche ;)).
Die Pommes mit Ketchup wären gut gewesen, wenn denn etwas mehr als zwei feuchte Tropfen Ketchup aus der Flasche gekommen wären. Nachschub war aber nicht vorhanden im Hause und einkaufen wollte man das anscheinend nicht. Dieses Abendessen war ein bizeli für die Tonne. Wobei wir mit dieser Mahlzeit etwas ziemlich Landestypisch bestellt haben …
Im Hotel liegen wir jetzt auf den Betten und horchen dem Rauschen des Meeres .... und wundern uns a) über die Feuchtigkeit in der Luft und b) über die Chilenischen Heizungen im Winter. Die gibt es nämlich gar nicht, stattdessen liegen auf den Betten einfach drei Wolldecken neben der normalen dünnen Decke. Dieser Umstand ist vor allem wenn man aus der Dusche ins kalte Zimmer kommt ziemlich fies ;). Wir taten dann nicht mehr viel, Daniel las noch etwas aus dem Reiseführer, ehe wir in die Betten sind.




Das war es „auch schon“ mit dem ersten Teil. Ich hoffe ich habe ich damit etwas Lust auf die folgenden gemacht!

Grüsse aus der Schweiz
Nil



Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Danke für den Bericht, freue mich auf alles folgende.

Viele Grüße aus old Europe,

schoki41
Hola

Die "blauen" Züge um La Serena bringen Eisenerz von der Mine "El Romeral" zum Hafen Guayacan, unmittelbar südlich von Coquimbo. Die Züge verkehren auf einer 21,6 km langen und der CAP (Compañía de Acero del Pacífico) gehörenden Strecke nach La Serena, benützen dann die Ferronor-"Hauptstrecke" über 16 km bis Coquimbo und erreichen den Hafen Guayacan über eine kurze, wiederum der CAP gehörenden Anschlussstrecke.

Über 24 Stunden verteilt sollen so 6 bis 7 Züge verkehren (ein verlängertes Förderband also...); die Loks sind GM/EMD GR12CU, und eine GE U9C soll es dort auch noch geben.

In Coquimbo befindet sich übrigens die Hauptwerkstätte von Ferronor.

Saludos,
Don Pedro
Wie immer: Klasse! 1) Welche Gegenden Ihr Euch einfallen lässt, und 2) die Qualität der Fotos. Danke!

Gruß aus Wien

"Ohne Skepsis und Zweifel würden wir heute noch glauben, die Erde wäre eine Scheibe".
"Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen."

(Immanuel Kant)
Wieder mal phantastisch! Aber was Ihr da beim Hinflug alles erlebt habt - da braucht man schon gute Nerven!!!

Re: Juhu...

geschrieben von: E 44 051

Datum: 06.11.11 17:01

...es gibt endlich wieder eine Nil-Serie ;-)

Hallo Nil,

schöner und spannender Einstieg in eine neue Serie, auf die ich mich schon lange gefreut habe. An Deinem Bericht werde ich mich, wie immer, fest lesen.

Freundliche Grüße aus Leipzig von
Ralf

Fantastischer Beginn! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 06.11.11 19:59

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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