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Hoi Welt,

Mit einem Auto das nicht mehr lief sind wir in Erzincan angekommen. Und die erste Frage die uns in der Früh natürlich beschäftigte, nimmt unser Alvis Mietwagen seinen Dienst wieder auf?

Falls es jemanden interessiert kann ich die Routen von den Tagen als GPS Track nachreichen.

Teil1: [www.drehscheibe-foren.de]
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Freitag 12.08.11 Erzincan - Sivas

Heute Nacht bekamen wir Besuch vom Muezzin. Es war 3:30 Uhr als ich durch ein klacken aufgeschreckt bin. Und wenige Sekunden später beginnt der Muezzin mit seinem Gesang, und das in einer Lautstärke, ich dachte der steht neben meinem Kopf. Die Moschee hatten wir gestern Abend nicht mehr gesehen … aber irgendwie gehört so etwas dazu ;). Er wollte zwar einfach nicht mehr aufhören, aber ich schlief irgendwann von alleine wieder ein.
Unsere Beartungen gestern Abend betreffend des Autos hatten ergeben, dass wir es einfach mal probieren wollten heute. Mit anschieben sollte die Karre ja laufen, sollte sich das Problem wiederholen wollten wir noch heute Nachmittag in eine Werkstatt. Aber die Hoffnungen, dass das Auto wieder normal anspringt wenn wir mal 30min gefahren sind waren relativ hoch.
Wir räumten unser Zimmer pünktlich wie gestern Abend beschlossen und fuhren (bzw. schoben uns) um etwa halb 8 Uhr los. Wir schalteten erstmal alle Verbraucher aus, keine Lüftung, kein Licht, kein Navi … . Ein erster Stopp wurde dann an einer Tankstelle ausserhalb des Ortes nötig. Wir füllten den Tank und nach dem bezahlen stellten sich Pascal und ich schon hinters Auto bereit zum schieben. Aber siehe da, das Auto sprang an – und das sollte sich ab jetzt auch nicht mehr ändern! Wir schauten trotzdem immer darauf beim parken, dass ein Schieben zur Not möglich wäre, nicht das man irgendwann auf einem Abschüssigen Wegende steht.
Wir fuhren dann der Strecke Entlang in Richtung Divrigi dem Yolcu entgegen. Er verliess Kemah um 7:30 und wir schätzten um etwa 8 Uhr auf ihn „aufzulaufen“. Das passte auch ziemlich genau. Als wir ihn hatten setzten wir auch gleich zur Verfolgung an und bis Erzincan hatten wir 3 Bilder im Kasten.

http://bahnpics.com/nil/11.08%20Tuerkei/11.08.12%20Erzincan/DSC_4962kgr.jpg

Der Yolcu von Divrigi nach Erzincan erreicht sein Zielbahnhof bereits um halb 9 Uhr in der Früh. So kommt er nur im hinteren Teil der Strecke überhaupt im Licht, wie hier, zwischen Alp und Cebesoy.

http://bahnpics.com/nil/11.08%20Tuerkei/11.08.12%20Erzincan/DSC_4967kgr.jpg

Der Yolcu mit DE24 198 hatte ordentlich Wagen am Hacken, hier kurz vor Cebesoy.

http://bahnpics.com/nil/11.08%20Tuerkei/11.08.12%20Erzincan/DSC_4981kgr.jpg

Kurz hinter Dumanli frass sich der Fluss durch ein kurzes enges Tal. Dahinter folgt die Ebene von Erzincan und der Zug hat da sein Ziel erreicht.

Ein viertes Bild verschenkten wir selber. An einer ersten Strassenbrücke machten wir kein Foto weil der Wachposten eines am Gleis liegenden Militärgeländes uns gesehen hätte, und an der zweiten Strassenbrücke waren wir nicht schnell genug.
Das weitere Programm ist schnell erklärt: Es kam je ein Ekspressi pro Richtung bis zum Mittag und Abends dann wieder der Yolcu. Mit dem Ekspressis ist das so ja so eine Sache mit der Pünktlichkeit, dessen waren wir uns bewusst. Der Westfahrer sollte als erstes bei uns sein, um etwa 10:30 Uhr, der Ostfahrer dann 2h später.
Für den Westfahrer welcher bisher eigentlich immer in etwa pünktlich kam stellten wir uns in den einzigen Abschnitt zwischen Erzincan und Kemah mit Frontlicht hin. Erst warteten wir etwas im Auto und als die Zeit näher rückte kletterte ich auf einen kleinen Berg in der nähe der Strecke. Das warten war in der noch tief stehenden Sonne angenehm, zudem zog uns ein Wind um die Nase.
Unsere Stelle wäre auch für Ostfahrer prima gewesen, nur kam nichts, dafür kam unser Ekspressi im Plan und mit einer GM vorne dran. Eine Wahre Freude!

http://bahnpics.com/nil/11.08%20Tuerkei/11.08.12%20Erzincan/DSC_4990kgr.jpg

Kurz hinter Dumanli rollt der Dogu-Ekspresi mit DE22 034 Westen entgegen.

Nun war der Ostfahrer dran, der war ja bisher eigentlich nie pünktlich und so rechneten wir auch heute nicht damit. Wir fuhren für ihn in den Abschnitt hinter Kemah ohne zu wissen, wie weit wir kommen auf dem Weg. Unsere Karte kannte zwar eine Strasse, die es aber nicht gab .. und über die Luftbilder war nicht wirklich etwas zu eruieren. Also fuhren wir mal, die Strasse blieb auf Kilometern erstaunlich gut fahrbar und brachte uns in eine tolle Gegend die auch unzählige Fotomotive bereithielt – jedoch nicht für Ostfahrer nach dem Mittag.

http://bahnpics.com/nil/11.08%20Tuerkei/11.08.12%20Erzincan/DSC_4993kgr.jpg

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Ein paar Seitenblicke nach links und recht …

Als wir um etwa 12 Uhr die errechnete Planzeit des Ekspressi erreichten stellten wir uns und gaben ihm die Chance pünktlich zu kommen. Er nutzte die Chance natürlich nicht … und wir zogen wenig später wieder ab. Weil wir a) im Schatten warten- und b) die Strecke weiter beäugen wollten. Wir kamen am Schluss bis Eric Stasyonu und ab da führte die Strasse links, weg von der Bahn, in ein Seitental. Wie überall in der Ecke thronte über dem Tal ein Militärstützpunkt mit Wachtürmen. Wir können uns diese Häufung an Kasernen nur mit der nähe zum Kurdengebiet erklären, dabei waren wir davon noch ganz schön weit entfernt …
Wir stellten uns dann, in der Erwartung auf einem mindestens 2h Verspäteten Ekspressi in eine Kurve hinter Eric an der die Sonne noch am längsten auf die Front schien. Da in der Kurve direkt an einer Felswand dran war zwar kein Schatten aber dafür ein Brunnen der lief. So schmissen wir erstmal etwas Getränke rein und „benetzten“ uns mit frischem kühlen Wasser, was das warten angenehm machte. Auch angenehm machte das Warten, zumindest für unsere Körper, die Quellwolken welche auch heute wieder sehr Zahlreich erschienen sind. Ich machte mit meinem Kopf aus, dass das Warten sehr gemütlich ist im Schatten und ich mich deshalb nicht ärgern werde, wenn der Ekspressi auch im Schatten kommt.
Pascal nahm sich dann als Ziel den obersten Punkt der Felswand zu erreichen und investierte einiges an Zeit und Kraft darin, irgendwie hoch zu kommen (diese Motivation in der Mittagshitze, beneidenswert). Dabei „half“ er in paar Felsen das langweilige „rumhangen“ zu beenden und nach unten ins Tal zu donnern. Was der gute dabei nicht beachtete war Christof und ich … Am Schluss stand es dann 0:1 für Pascal und den Fels im Spiel gegen Christof.
Wir warteten und die 2h Verspätung zogen ohne Zug vorbei. Ich war irgendwie „bereit“ zu gehen und den blöden Ekspressi zu vergessen, als um 14 Uhr ein trööten zu hören war. Wir eilten an die Fotopunkte und schossen den Zug mit einer Doppeltraktion … im Schatten. Muhar, somit hat sich das Warten den ganzen verdammten Mittag nun eher wieder weniger gelohnt ;).

http://bahnpics.com/nil/11.08%20Tuerkei/11.08.12%20Erzincan/DSC_5009kgr.jpg

Mit rund drei Stunden Verspätung war der Dogu-Ekspressi nach Kars an der Fotostelle vorbeigezogen. Pünktlich war dagegen die Fotowolke die alles für Augenblicke verschattete. Ob es an der grösseren Last durch die mitgeführte DE22 005 lag oder ob diese einen Schaden hatte und von DE22 054, welche auch nicht mehr ganz gesund klang, abgeschleppt wurde, werden wir wohl nie erfahren.

Wir räumten zusammen und fuhren los, aus dem engen Tal raus. Wir wollten wieder zum Taleingang bei Erzincan. Wir hofften heimlich noch auf den Güterzug, der wenn er wie gestern fahren würde, zur besten Fotozeit in das Tal hinein kommt. Wir kamen an Kemah vorbei und stellten uns hinter Alp (heisst wirklich so) an den Strassenrand. Wir warteten vielleicht 1 Stunde bis langsam klar wurde, dass der Güterzug wohl kaum mehr kommen würde.
So fuhren wir weiter aus dem Tal raus bis 10km an Erzincan ran und lauerten an einer ersten Stelle dem Yolcu auf. Dieser startet täglich um kurz nach 16 Uhr in Erzincan seine Fahrt nach Divrigi. Die Quellwolken waren zwar nach wie vor präsent, aber zumindest an der ersten Stelle war die Chance auf einen Wolkenschaden praktisch inexistent, weiter hinten sah es leider anders aus.
Wir warteten nicht lange und pünktlich wie die Eisenbahn zog der Yolcu mit einer nicht enden wollenden Schlage von Güterwagen an uns vorbei. Wir starteten die Verfolgung und zogen ein zweites Bild bei einer Flussbrücke gleich hinter Dumanlı ein, in der Sonne.

http://bahnpics.com/nil/11.08%20Tuerkei/11.08.12%20Erzincan/DSC_5017kgr.jpg

Mit einer schier endlos langen Schlange Güterwagen hat sich der Yolcu Erzincan - Divrigi an diesem Abend auf den Weg gemacht. Mit DE24 198 an der Spitze strebt er dem ersten Halt Dumanlı entgegen.

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Dumanli liegt hinter dem Zug und er quert ein erstes mal den Fluss ...

Nach einem dritten, nicht wirklich geplanten, Bild standen wir 20km vor Kemah im schönsten Abschnitt des Tals, direkt vor der Wolkenwand. Unsere favorisierte Stelle lag bereits im Schatten während die „Ersatzstelle“ mit viel Zugsicht noch in der Sonne war. Ich wartete an der Sonnigen Stelle und nahm mir die Freiheit heraus nach hinten zu fahren, sollte sich da ein Sonnenloch abzeichnen. Tatsächlich wurde es in den 5min die wir dem Zug abgenommen hatten immer besser und am Schluss eilten wir doch noch nach hinten, als der Zug bereits in Sicht war.
Es war die Richtige Entscheidung, denn hinten auf der Brücke war Sonne als der Zug aus dem Tunnel raus fuhr. Es tat mir zwar etwas Leid für die andere Stelle, die hätte mir auch sehr gepasst, aber alles haben geht halt nicht.

http://bahnpics.com/nil/11.08%20Tuerkei/11.08.12%20Erzincan/DSC_5035kgr.jpg

Der Bahnhof Cebesoy liegt hinter der Kurve und der Yolcu beschleunigt gerade angestrengt wieder hoch.

http://bahnpics.com/nil/11.08%20Tuerkei/11.08.12%20Erzincan/DSC_5045kgr.jpg

Kurz vor Alp unserer Stelle des Abends. Der Fluss hat sich senkrecht in den Fels gegraben, Bahn und Strasse nehmen den direkten Weg.

Ich hätte die Zugsverfolgung an dieser Stelle abgebrochen denn hinter uns kam nur noch Mistwetter, Pascal wollte aber noch weiter, Christof war ebenfalls dieser Meinung.
Also lief ich zum Auto zurück bis ich auf die Rufe von Christof hin einen 180° Bogen machte. Der Zug stand im Motiv … und bewegte sich nicht mehr. Merkwürdig, die Geschwindigkeit in dem der Zug über die Brücke fuhr war gar nicht sooo gering, das musste also schnell und sicher nicht planmässig passiert sein. Wir warteten ein paar Minuten und schauten was passiert ehe wir die Flusseite wechselten und uns mal in Richtung der Zuglok bewegten. Von der Strasse aus sah man nicht viel, ausser das ein Lokführer den Zug abging und irgendetwas suchte.
Wir standen dann auf der Strasse und konnten im letzten Sonnenspot sogar noch ein Sonnenbild vom Zug machen wie er da stand.

http://bahnpics.com/nil/11.08%20Tuerkei/11.08.12%20Erzincan/DSC_5050kgr.jpg

Unvermittelt endete die Fahrt der DE24 198 an diesem Abend auf freier Strecke in der Gegend von Alp. Ein Druckverlust in der langen Wagenschlange hatte eine Zwangsbremsung ausgelöst. Während sich die Eisenbahner auf die Ursachensuche entlang der langen Wagenschlange machten, gruppierten sich einige Reisende an diesem heißen Sommerabend unter den Bäumen neben der Strecke.

Es bewegte sich gar nichts und ein Anfahrversuch scheiterte dann irgendwann. Es musste irgendetwas mit dem Zug gewesen sein denn die Lok selber lief. Wir warteten 20min, die Fahrgäste hatten sich draussen unter Bäume gesetzt, als wir fuhren bevor der Regen kam. Zum Glück warteten wir heute nicht weiter hinten im Tal auf den Zug, ob er überhaupt noch gekommen wäre?
Es stand eine Fahrt an. Wir hatten den Tag über immer mal wieder Diskutiert wo wir übernachten wollen. Es stand ein weiterer Tag im Tal in der Auswahl oder die Fahrt an die Strecke nach Samsun – was eine Fahrt nach Sivas zur Folge gehabt hätte. Da 18 Uhr noch nicht durch war und wir mit dem Tal soweit eigentlich zufrieden waren wählten wir Variante 2 und fuhren los, bis nach Sivas. Die Fahrt durch die Dunkelheit war eher weniger spannend, die einzige Herausforderung war das finden des Hotels in Sivas. Weil wir kamen heute Abend mal von einer anderen Richtung als der Gewohnten in die Stadt hinein. Das Hotel hatten wir nicht reserviert und ich hatte schon wieder eine böse Vorahnung, die sich zum Glück aber als unbegründet heraus stellte – es waren noch Zimmer frei. Diesmal sollte die Suite aber nur 175 TL kosten. Woher dieser Preis kommt (selbst auf dem Preisschild steht 220, und letztes Mal hatten wir 245 bezahlt) wussten wir nicht. Aber wir sind in der Türkei, da muss man ja nicht immer alles verstehen ;).
Nach dem Duschen und einräumen des Zimmers ging es noch mal raus zum Essen. Wir probierten ein bekanntes Lokal hinter dem Hotel und ich entschied mich heute für den Grillteller. Er war nicht schlecht und die Verdauung meldete sich seit dem Essen auch nicht bei mir. Um 23:30 waren wir im Zimmer zurück und schauen noch kurz wegen morgen.
Wir haben an der Samsun Strecke nur ein Yolcu Zugpaar und oben in einem Abschnitt 4 Triebwagenzugpaare … wobei wir nicht wissen was uns da erwartet – auch Landschaftlich nicht.
Für Morgen Abend ist das Ibis ins Kayseri auf jeden Fall schon reserviert, in der letzten Nacht hatten wir keine Lust auf Experimente oder Sucherei.




Passt oder?

Gruess
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Sind ja wirklich super Bilder aus der Türkei... Wenigstens so kann ich mal das Land kennenlernen.
Oh Nil, was für Bilder. Ich bin hin und weg. Auch von mir tausend Dank dafür.

Gruß Mistral

Supi! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 28.09.11 17:00

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Hallo Nil , einfach super das Bericht und die Fotos. Dankeschön und liebe Grüsse aus Fethiye-Mugla/Südwest Türkei.