… die Gräfin hat mittlerweile ihr goldenes Armband bekommen und trauert nun ihrem Landarzt nach, der einer Ehe ausweichen möchte und als Fortsetzung von hier [
www.drehscheibe-foren.de] lieber in ein Land entschwindet, in dem er sich als Mann noch völlig frei dominierend bewegen kann. Das sehen die Mitreisenden durchaus anders, ohne hier auf das Thema internationale Politik weiter einzugehen. Hinter Ankara suchen wir den bornierten Gutbetuchten und können ihn leider nicht im Speisewagen des Transasia-Express auf dem Weg in den Iran finden. Dafür jede Menge nette iranische Zeitgenossen, wie beispielsweise M.:
Dafür stoßen wir auf völlig unterschiedliche Menschen, die sich auf der weiteren Fahrt zu einer Gemeinschaft zusammen finden und eigentlich alles miteinander teilen: Gastfreundschaft, gute Gespräche, Herzlichkeit, Güte und Respekt. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, woher man kommt und wohin man fährt.
In diesem Sinne, herzlich willkommen an Bord des Trans Asia Express auf der weiteren Fahrt von Ankara bis nach Genc.
Für die Ortsunkundigen unter euch der Routenabschnitt des heutigen Teils. Wir fahren von Ankara weiter nach Kayseri, und erreichen nach einer weiteren Nacht morgens Elazig. Ab da beginnt der schönste Teil der Fahrt, entlang am Fluss Murat Nehri.
Da ich euch nicht nochmal alle Besonderheiten dieses Streckenabschnitts widerkäuen möchte, empfehle ich allen Streckeninteressierten meinen Bericht über die Fahrt auf der Strecke aus dem Jahr 2009 und ebenfalls den Bericht über eine Fahrt mit dem Trans Asia Express aus dem Jahr 2008 von Flachstelli zu lesen. (Siehe Link unten).
Wir erreichen am 20. Juli am frühen Abend Kayseri, die geschäftige Stadt im Osten, in der sehr viele Exil-Iraner leben. Ab hier wird der Zug richtig voll und es gibt auf der weiteren Fahrt in den Iran vielleicht gerade einmal zwei freie Plätze.
Wer sich von euch über Kayseri und das Eisenbahn- und Straßenbahnwesen in dieser Stadt interessiert, dem empfehle ich den Beitrag von Marcus Else, Grüße:
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Die folgenden Bilder zeigen das geschäftige Treiben auf dem Bahnsteig, ebenfalls wird der Gepäckwagen noch richtig voll, denn dieser läuft als einziger den gesamten Weg durch bis nach Teheran.
Im Zug rücken die Menschen immer enger zusammen. Die Kinder sind offen und zutraulich. Überhaupt nicht reizüberflutet, quengelig und erst recht nicht adipös. Sie nehmen die fast 70-stündige Fahrt mit einer erstaunlichen Gelassenheit hin.
Für diese Reise habe ich ein Spiel mitgebracht, das „Shut the Box“ heißt. Ursprünglich hatte ich es immer bei mir, um irgendwelche Grenzbeamte nach einer Partie, welche sie natürlichen gewinnen, zu irgendwelchen Fotozugeständnissen zu bewegen. In diesem Fall wurde dieses Spiel zunehmend populär und machte seine Runde irgendwann durch den Zug.
Sivas erreichen wir im Dunkeln und fahren über Nacht weiter nach Malatya. Yolcati und Elazig verschlafe ich und wache erst hinter Yurt auf. Ob die Formsignale in Yolcati und Elazig auch noch im Jahr 2011 existieren, entzieht sich somit meiner Kenntnis:
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Unser Zug wird zwei Halte in Beyhan und Genc einlegen. Vorweg die Streckenübersicht und zwei Bilder über die grandiose Landschaft, aufgenommen aus dem Van Gölü Express mit alten Wagengarnituren, die noch bis zum Februar/März 2010. fuhren. Der Trans Asia Express ist mit seinen TVS 2000 Garnituren zwar ein feiner Zug, aber denkbar ungeeignet für Streckenaufnahmen.
Strecke nach Tatvan am Muhrat Nehri (rückwärtiger Blick in Richtung Elazig)
Van Gölü Express auf dem Weg nach Tatvan im Jahr 2009
Wir erreichen Beyhan, den nichtssagenden Kaff-Bahnhof, der aber für Zugkreuzungen eine wichtige Betriebsstelle ist. Hier befindet sich ein Militärposten direkt neben dem Bahnhof auf der rechten Seite. Ebenfalls befindet sich weiter links immer noch der kleine Laden, wo man alles für einen netten Reiseverlauf bekommt. Und, in diesen Zug steigen Sicherheitsleute ein, die den Zug bis nach Tatvan begleiten werden. Vor wenigen Jahren wurde der Zug ab hier noch von Militär begleitet.
Auffallend ist an diesem und alle weiteren Bahnhöfen, dass es keine Fahrpläne mehr gibt. Die zwei verkehrenden internationalen Züge (Teheran – Damaskus) und (Haydarpasa – Teheran) tauchen nirgends auf, auch nicht in Tatvan. Der Vangölü verkehrt nicht mehr auf dieser Strecke und der Karma Tatvan – Elazig scheint nicht erwähnenswert zu sein, da die lokale Bevölkerung anscheinend die Verkehrstage und Abfahrtszeiten kennt.
Die folgenden Aufnahmen sind in Beyhan entstanden. Allerdings war der lange Aufenthalt unbegründet, da hier auf der eingleisigen Strecke keine Zugkreuzung stattfand.
Unsere Lok, DE 24 141. Maschinen der Reihe DE 22 verkehren in der Regel auf dieser Strecke nicht.
Ich vertreibe mir mit einigen der Mitreisenden die Zeit, die mich bitten, ein Bild von diesem über hundert Jahre alten Kurden zu machen, der unter diesem Baum mit einer unglaublichen Zufriedenheit die Idylle genießt.
Kurz darauf wird die Strecke frei gegeben und wir fahren weiter zum nächsten Kreuzungsbahnhof nach Genc. Die Wendeschleife existiert noch. Hier legen wir einen längeren Halt ein, da ein Mitreisender im lokalen Krankenhaus behandelt werden muss.
Der Zug wartet, bis alle wieder im Zug sind, auch der behandelte Patient. Respekt!
Ebenfalls findet in Genc keine Zugkreuzung statt. Die erleben wir später an unbedeutenden Kreuzungsbahnhöfen und sogar dort, wo ich nie wieder in meinem Leben damit gerechnet hätte. Dazu im nächsten Teil mehr.
Zurück im Zug fahren wir weiter in Richtung Mus.
Das TCDD-Personal des Zuges wird, wie es in der Türkei üblich ist, auf Kosten des Arbeitgebers (also der Bahn) mit Essen versorgt. Das findet natürlich im Speisewagen statt. Die Herren wurden, nachdem sie satt geworden sind, hier verewigt.
Eine wichtige Rolle spielt im Speisewagen der Chef. Hier sehen wir ihn mit seinem reichhaltigen Angebot an Getränken. Ebenfalls ist wie in allen türkischen Speisewagen das Essen gut und wird frisch zubereitet.
Abschließen möchte ich diesen Bericht mit einen Blick auf die Streckenführung. Egal, wie ihr diese Strecke bereist, ob nun lokal oder international, sie ist eine der schönsten der Türkei.
Aus Zeitgründen habe ich diesen Teil eventuell etwas „hin geschlenzt“, meine Güte was für ein Wort. Aber die Gräfin soll nicht wieder zu lange warten müssen. Falls ich etwas vergessen haben sollte, fragt. Anmerkungen und Ergänzungen sind immer gern gesehen.
Viele Grüße
Alex
Bisherige Berichte:
Prolog: [
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Teil 1: Venedig - Ancona - Durres - Tirana - Burrel - Klos - Koman: [
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Teil 2: Fierze – Shkodra – Tirana – Pristina – Kosovo Polje: [
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Teil 3: Kosovo Polje – Skopje: [
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Teil 4: Skopje – Istanbul: [
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Teil 5: Istanbul (Hayydarpasa) – Ankara mit dem Trans Asya-Ekspresi: [
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Teil 7: Genc – Mus – Rahova – Tatvan mit dem Transasia Express: [
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Teil 8: Tatvan – Tatvan Iskele – Van Gölü – Van Iskele – Van – Kapiköy: [
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Teil 9: Kapiköy – Razi – Tabriz – Teheran: [
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Teil 10: Teheran – Esfahan – Shiraz und leider nicht Zahedan: [
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Zum Vangölü Express, Transasia – Express 2008 siehe hier: [
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2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:12:30:13:36:28.