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Hoi Welt,

Danke Christof für die ersten drei sehr kurzweiligen Teile. Ich habe das Vergnügen diesen Bericht an dieser Stelle zu übernehmen und zu Ende zu führen, ich hoffe, ihr habt genau so viel Spass wie bei den ersten drei Teilen.
In diesem Teil arbeiten wir uns nach Osten vor bis nach Erzincan.

Falls es jemanden interessiert kann ich die Routen von den Tagen als GPS Track nachreichen.

Teil1: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 2: [www.drehscheibe-foren.de]
Teil 3: [www.drehscheibe-foren.de]




Donnerstag 11.08.11 Sivas - Erzincan

Der halbe Urlaub ist ja schon wieder vorbei, und es wurde Zeit das wir uns mal etwas verschieben. Sivas ist zwar toll, aber der Drang noch etwas anderes sehen zu wollen war grösser. Ein Hauptziel in der Gegend soll die Euphratschlucht sein. Diese führt von Divrigi (kennen wir ja bereits) bis nach Erzincan. Der „Spass“ ist etwa 200km lang und die Bahn führt eigentlich immer direkt am Fluss entlang.
Vom Verkehr her erwarteten wir nachdem was wir die letzten Tage gesehen hatten schon ein bisschen etwas. Da wir am Pass hinter Sivas ziemlich viele Züge hatten, auf der Elektropiste aber gar keine rechneten wir mal, dass mindestens ein Teil der Züge durch das Tal fährt. Falls gar kein Güterverkehr wäre gäbe es immerhin ein Yolcu Zugpaar und am Mittag ein Ekspressi Zugpaar (wenn sie den kommen). Das gibt sicher schonmal 4 Bilder geben, an 4 (hoffentlich) tollen Stellen.
Da wir heute den Yolcu nach Sivas in den Kehren von Karacaören schiessen wollten, gestern hatten wir es ja zu eilig an die Elektropiste zu kommen und wir durften nicht, mussten wir wieder „früh“ raus. Um 7 Uhr planten wir die Abfahrt und wir schafften es auch fast. Der einzige Punkt der etwas Zeit kostete war das Bezahlen, da kam etwas Verwirrung auf. Weil der Betrag auf dem Post-It welches mir hingehalten wurde stimmte irgendwie nicht mit der der einfachen Rechnung überein, die wir mit der Preisliste die an der Wand hing gemacht haben. Das klärte sich dann aber, leider zu unseren ungunsten. Der höhere Preis kam irgendwie über einen Umrechnungskurs zu Stande ... weil wir ja in $ gebucht hätten.
Heute sahen wir bei der Fahrt nach Westen zu den Stellen deutlich weniger Züge wie gestern, einzig die Leerfahrende Lok war wie schon gestern unterwegs. Bis zu unserer Stelle bei Eskiköy holten wir gleich mal 20min auf unseren aufgestellten Zeitplan auf und hatten so mehr als genug Zeit zur exakten Positionierung. Wir erwarteten um 8:30 den Yolcu "runter" (der wieder nur um den Bahnhof von Eskiköy im Licht kam). Als wir um kurz nach 8 Uhr an der Stelle waren dröhnte es irgendwie von unten und nicht von oben. Kommt da etwas? Wir kämpften uns durch eine ganze Reihe fiesen Stachelkrauts welches sich auf unserem Berg gemütlich gemacht hat und stellten uns mal für Bergfahrer. Es kam, Christof hat es gewünscht, eine solo fahrende weisse GM.

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Der Morgen in Eskiköy begann mit der solo fahrenden DE33 067. Ich bin zwar kein freund von Lokzügen, aber sie passte ganz gut ins Motiv.

Kaum war die durch dröhnte wieder etwas im Tal. Und dann von oben und ... phu, was für ein Verkehr. Die weisse GM stellte sich dann oben im Bahnhof auf der dritten Ebene in die Kreuzung und wir sahen bald schon kreuzenden Yolcu einfahren. Von unten dröhnte es derweil lauter und der Ekspressi kam, wie gestern schon mit um die 2h Verspätung.

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Wenn etwas verlässlich ist bei den Fernzügen, dann ihre Verspätung. Zum Glück für uns hatte der Dogu-Ekspresi aus Istanbul auch an diesem Tag rund 2 Stunden Verspätung. So konnte er im besten Morgenlicht verewigt werden, als er hinter der laut brüllenden DE22 056 die Rampe herauf kam.

Wir schlossen schon Wetten ab welcher der beiden Züge (Ekspressi oder Yolcu) zuerst am Bahnhof war und ob der Ekspressi wohl anhalten muss. Am Schluss ging es ziemlich gut auf, die Züge fuhren fast parallel in den kleinen Bahnhof ein und der Ekspressi zog durch ohne anzuhalten – fein geplant.

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Gerade hat DE24 279 mit dem Yolcu Divrigi - Sivas die Kreuzung mit dem verspäteten Dogu-Ekspresi hinter sich gebracht. Nun rollt sie die Rampe hinab Richtung Tecer.

Wir liefen, nachdem der Yolcu mit einer schön sauberen Lok bei uns auch noch durch war zufrieden zum Auto zurück. Beim Blick in den Bahnhof der obersten Ebene sahen wir dann aber schon den nächsten Güterzug. Er ist dem Yolcu gefolgt und stand nun da zur Kreuzung mit dem Ekspressi still. Wir verschoben uns für diesen Zug dann direkt zum Bahnhof und knallten dem Franzosen auf die Nase.

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In Eskiköy warteten wir auf den folgenden Güterzug nach Sivas, mit DE24 208 vorne und einer weiteren DE24 hinten.

Da der Zug eine Schublok, richtig rum, dran hatte bot sich natürlich eine kleine Verfolgung an, denn der Schieber war überall ein bisschen im Licht – und es war eh unsere Richtung. Bis wir das merkten brauchten wir aber ein bisschen, die Idee kam relativ kurzfristig und entsprechend hektisch ging es auf einmal zu und her. Wir fuhren zum Bahnhof von Kadiraga Mz, das war aus der Erinnerung von vorgestern das erste was sicher gut aussieht. Wir nahmen dem Zug ein bisschen Zeit ab, das war sicher, aber als nach 10min immer noch kein Zug kam machten wir uns langsam unsere Gedanken.
Als wir ankamen war das E-Sig grün, beim warten wechselte es irgendwann auf orange, Kreuzung? Christof schaute nach den Pferden und auf einmal, es dröhnte irgendwie nur unterschwellig, kam ER. ER war aber nicht mehr so wie vorhin, es kam der Yolcu und dahinter gehängt der Güterzug. Die Lok vom Yolcu war zwar schön sauber, aber wohl kaputt? Auf jeden Fall gab sie keinen Mucks von sich als sie bei uns durchfuhr. Der Zug hielt dann im Bahnhof drin an.

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Kurz vor dem Bahnhof Kadiraga Mz warteten wir eigentlich auf den Güterzug mit dem DE24 Sandwich. Er kam aber lange nicht ... doch dann auf einmal, was war das? Der Yolcu und dahinter der Güterzug. Die Lok vom Yolcu ist verreckt vom Güterzug bis hierhin geschoben.

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Nachschuss auf das Gespann und DE24 169.

Wir stellten uns dann auf der Westseite des Bahnhofs wieder auf und warteten mal auf die beiden Züge. Es dauerte nicht lange da hornte es im Bahnhof und um die Kurve kam, wie vermutet, der Yolcu der nun vor der schön sauberen Lok die Schublok vom Güterzug dran hatte.

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Der defekten DE24 vom Yolcu wurde die Schublok vom Güterzug vorgehängt. Mit mehr als 30min Verspätung machte sich dann das Gespann auf den Weg nach Sivas. Ach ja ... wir glauben, dass die Farbgebung der Loks eigentlich gleich wäre ;)

Nur wenige Minuten später kam dann auch der Güterzug raus. Trotz der fehlenden Schublok war das für die Zuglok aber eine machbare Aufgabe.

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Im Block dahinter rollte dann auch der Güterzug gleich weiter.

Dieser Teil vom Vormittag war ja schon mal nicht schlecht, innert knapp 2h sind mehr Bilder entstanden als gestern den ganzen Tag. Und dann wir waren alle der Meinung, die Strecke auf dieser Seite des Passes nun gut beackert zu haben – also wollten wir los, nach Divrigi. Bis wir das nächste mal an dieser Entscheidung zweifelten vergingen gerade mal 10min. Hinter Tecer am Verladegleis stand ein Zug und ein mächtiger Radlader war daran die Schüttgutwagen zu beladen. Erst dachten wir, er sei gerade am letzten Wagen dran und der Zug fahre gleich los ... als dann aber der Radlader am nächsten Wagen "ansetzte" und der ziemlich leer klang war klar, dass mit der Arbeit erst gerade begonnen wurde. Da standen noch ein paar leere Wagen und bis der fertig beladen wäre ... Stunden! Stunden die wir nicht hatten bzw. nicht haben wollten - auch wenn der Gedanke den Zug an der Stelle zu Fotografieren die wir vor zwei Tagen "versaut" hatten sehr sympathisch war.
Weiter, wieder einmal hiess das Ziel Cetinkaya, der Abzweigbahnhof der Elektrobahn. Wir fuhren direkt da hin und waren gegen 11 Uhr da. Wir fuhren auch wieder an der Polizeikontrolle vorbei die heute wieder am selben Ort war wie gestern (wir sind Schlau). Und was stand im Bahnhof von Cetinkaya? Ich hatte noch gewitzelt darüber, aber da stand tatsächlich eine Japaner E-Lok vor einem Zug. Die Lok war bei genauerer Betrachtung aufgebügelt und hätte ja jeden Moment losfahren können. So postierten wir uns im Auto an der Ausfahrt zur Elektrobahn nach Süden und warteten mal.
Wir warteten nicht lange de begann der BÜ zum bimmeln, aha! Wir liefen zur Stelle rauf und erfreuten uns über den tollen Ausblick. Nur müsste die Blechbüchse nur noch kommen. Falsch gedacht, stattdessen kam ein Zug von Divrigi her, bespannt mit zwei DE33. Wir schauten zu wie der Zug einfuhr und sich der BÜ wieder hob. Ich wollte nach 5min warten schon runter gehen um im Auto zu warten da senkte sich der BÜ erneut. JUHU! Aber auch diesmal nein, es kam zwar ein Zug aus dem Bahnhof raus, es war aber ein GM Zug und der fuhr nach Divrigi und damit für uns unerreichbar weit drüben.
Hm, zurück im Auto warteten wir noch etwa 30min bis es uns zu blöd wurde. Ein zweites mal haben wir uns von der Elektroeisenbahn jetzt @#$%& lassen, dass kann doch eigentlich gar nicht sein. Christof lief dann noch zum Bahnhof vor und schoss ein Belegsbild der Lok, ich verzichtete darauf, ich hatte keine Lust in der Mittagssonne Rumzulaufen.
Als er wieder da war wollten wir unbedingt kühle Getränke einkaufen, die Temperaturen waren nicht zum aushalten. 37°C zeigte das Thermometer im Ort drin an als wir mit einem ganzen Sack kühler Getränke in den Finger den kleinen Krämerladen verliessen.
Das nächste Ziel war nun Divrigi, wobei wir unterwegs ausnahmsweise mal auf Streckenkunde verzichteten, jaja, die liebe Zeit. Die Fahrt war sehr kurzweilig und führte uns über einen über 2000 Meter hohen Pass – das war Landschaftlich der schönste Teil der ganzen Reise bisher. Divrigi erreichten wir, Achtung jetzt kommst, unter Wolken! Ja genau, in den Bergen drin quoll es ziemlich auf und eine riesige Wolke hing über Divirig. So durchfuhren wir den Ort ohne Halt. Erst am Ortsausgang stoppten wir am Strassenrand und fragten uns, wo wohl die Strasse weg ging die wir nehmen wollten – die Strasse weiter nach Osten. Ansonsten ist Divrigi irgendwie nicht sonderlich schmuck, es hat zwar eine alte Festung auf einem Hügel, aber die Industriestadt wirkte auf uns wenig einladend.
Die Strasse die wir nehmen wollten war auf unserer Karte nicht drauf (haben wir nur bei Google Maps gestern Abend gesehen), aber Erzincan war irgendwann ausgeschildert, was ja nicht falsch sein konnte. Also fuhren wir eine weitere Stunde durch das Hinterland und über einen nächsten Pass.
Die Quellwolken hatten den Bereich fest im Griff und ein starker Regenschauer da draus kühlte uns und die Landschaft ab. Da hätte man sich rausstellen müssen … Ich wünschte mir ich hätte es getan, als ich das nächste mal aus dem Auto raus bin. Wir erreichten in Pingen das erste mal wieder die Eisenbahn die dem Verlauf des Euphrat folgt und meist nicht zugänglich ist.
Pingen ist ein Ort an der Bahn mit einer kleinen Brücke über den Euphrat, die erste seit Divrigi. Als wir beim Haltepunkt von Pingen das erste mal unser Auto verliessen traf mich fast der Schlag. Im Tal drin ging kaum ein Windchen, die Sonne brannte sicherlich schon seit 8 Uhr ins Tal hinein und es war unbeschreiblich heiss. Ich fühlte mich wie in der Mojave Wüste … und das bisschen Wind welches die heisse Luft um die Köpfe blies erinnerte eher an einen Umluftbackofen.
Das war definitiv kein Platz um lange zu warten und das teilte ich den anderen beiden so auch mit. Wir kamen beim zurückfahren aber nicht ganz bis zur Flussbrücke, als der BÜ beim Haltepunkt runter ging. OK, das war ein sehr netter Zufall. Wir eilten zurück zum Haltepunkt, zu Fuss, und stellten uns auf den Bahnhofsplatz um ein Foto mit der Schlucht im Hintergrund machen zu können. Irgendwie kam aber nichts und auch ein Dieselgrummeln oder Rollgeräusche blieben aus. Nach vielleicht 10min schmachten kam eine Draisine daher mit freundlich winkenden Leuten drauf. Was war das den?

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Blick ins Tal ... die Bahn verläuft ebenfalls hier drin. Fotografiert von einer der wenigen Brücken im Tal, bei Pingen.

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Nanu.....haben die Schoschonen den Klappstuhl ausgegraben und sind nun mit ihrem "voll krassem Pferd" auf der Jagd nach Apahachi und Ranger? :-) Nein, ein Trupp von türkischen Gleisarbeitern durchfährt auf einer urigen Draisine die wildromantische Schlucht des Oberlaufes des Euphrats. Christof hat für uns draufgehalten.

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Die Draisine hat im Schatten vorne noch angehalten und einer alten Frau die da hin gelaufen ist irgend etwas übergeben ... es scheint also eine "Planmässige" Leistung zu sein? ;)

Problem, wenn die Draisine auf der Strecke ist wird wohl so schnell nichts „richtiges“ kommen.
Zurück im Auto zog ich dann meine schwachen 30min ein, ich Kochte förmlich und musste raus aus diesem Talkessen, raus an die frische Luft. Wir suchten dann im folgenden Abschnitt noch etwas die Strecke nach Stellen ab, aber irgendwie fehlt noch der Oberhammer. Den fanden wir erst nach Iljic. Es war die letzte Möglichkeit in dem Abschnitt. Direkt hinter unserer Stelle biegt die Strasse wieder weg und verläuft in einem anderen Tal nach Osten als die Bahn – welche unzugänglich dem Flussverlauf folgt.

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In der Nachmittäglichen Langeweile bei der Streckenkunde - festgehalten von Christof.

Wir hatten bis zur Durchfahrt des Yolcu, dem letzten sicheren Zug des Tages, fast 2h Zeit. Pascal wollte weiter vor fahren in den nächsten Ort, den Zug da schissen und dann zurückverfolgen. Bis zu diesem Ort hätten wir eine Stunde Zeit, meinte der Fahrplan. Die Strasse war kaum 50km lang, trotzdem votierten Christof und ich aus Unsicherheit über den Strassenzustand dagegen – weil einen 50er Schnitt hatten auf diesen Strassen eigentlich nie erreicht.
Also blieben wir an der Stelle sitzen und warteten, vielleicht kommt ja noch ein Güterzug? Er kam, etwas unerwartet und überraschend, aber wir hatten sogar etwas Licht, in der ansonsten eher dunklen Stunde des Wartens.

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Kurz vor Ilic rollt am Nachmittag ein Güterzug nach Westen. Angesichts der Wetterlage hinter uns war das bisschen Licht fast Glück.

Das Warten war übrigens mal sehr angenehm, die Wolken spendeten immer wieder Schatten und es ging ein erfrischender Wind … es liess sich aushalten.
Wir mampften im Auto erst Brot und Käse und spielten dann eine nächste Runde Stadt / Land / Fluss. So verging die Zeit wie im Fluge und wir erschraken fast als uns der Yolcu ins Motiv fuhr. Dieser Zug bestand aus 3 Personenwagen, einem alten Güterzugbegleitwagen und einem Güterwagen am Schluss, eine nette Kombination.

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Zu sehen ist Yolcu 42821 welcher einmal Täglich Erzincan mit Divrigi verbindet.
An diesem Tag hatte der Zug, welcher sich kurz vor Ilic befindet, nur einen einzigen Güterwagen hinter den Personenwagen und die DE24 hatte somit einend entspannten Abend.
Dafür war der Abend für unsere Nerven wenig entspannender, kommt die Sonne noch vor dem Zug auf die Strecke oder nicht? Es hat haarscharf geklappt und das 2h "Ausharren" an der Stelle hatte sich gelohnt. Wobei Ausblick auf das Tal des "Firat Nehri" (also einen Teil des Euphrat) irgendwie auch schon gereicht hat.


Wir liessen es uns angesichts der sehr Fotogenen Komposition nicht nehmen den Zug noch zurück bis nach Pingen zu verfolgen. Ob da die Sonne scheint oder nicht sahen wir zwar nicht, aber wer nicht wagt der nicht gewinnt. Und die Sonne war da, zwar erst nach etwa 5min und nur kurz vor dem Zug, aber sie war da. Die gewünschte Stelle war leider im Schatten, hinter dem Bahnhof auf der anderen Flusseite stand es sich aber ebenfalls ausgezeichnet. Und so hatten wir dann doch noch zwei Bilder vom Yolcu bekommen, der Tag endete somit sehr ordentlich was die Ausbeute anbelangt.

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Blick auf den Yolcu einige Kilometer weiter nach Diviri, aufgenommen hinter dem Haltepunkt von Pingen.

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Nachschuss ins Tal auf den entschwindenden Yolcu.

Was dann noch anstand war die Fahrt nach Erzincan. Die Strecke war zwar nur etwas mehr als 100km lang, nahm aber sehr viel Zeit in Anspruch. Geschuldet war das vor allem der nicht enden wollenden Baustelle im vorderen Abschnitt wo man kaum einen 40er Schnitt erreichte. Im hinteren Bereich des Tals, wo Bahn und Strasse wieder Parallel verlaufen ging es zwar etwas flotter voran, aber die angeschriebene Distanz auf den Strassentafeln bis nach Erzincan wurde gefühlt nie weniger.
Erzincan erreichten wir um kurz nach 9 Uhr Abends. Der Verkehr in der Stadt war Lebhaft und wir steuerten die Hotels an die ich gestern noch rausgeschrieben habe. Reserviert habe ich vorsorglich mal nichts, weil wir nicht 100% sicher waren ob wir wirklich in Erzincan übernachten wollen. Aber ich hatte 3 Hotels auf dem Zettel die alle auf den normalen Portalen noch Verfügbare Zimmer ausgeschrieben hatten.
Wir parkten am ersten Hotel und liefen gleich mal rein. So schnell wie wir rein sind kamen wir auch wieder raus, das Hotel war voll. Wir probierten dann gleich das nächste Hotel aus, es lag auf der anderen Strassenseite drüben. Da liefen wir leider ebenfalls in den „Hammer“, nix mehr frei. Beim zurück laufen zum Auto bemerkte ich zu Christof noch, dass ich diese Abende Hasse und es ja irgendwie immer solche gibt mindestens 1x pro Urlaub.
Wir setzten uns ins Auto und wollten Hotel Nr. 3,4,5,6 … ausprobieren. Wir hatten wir an der Hauptstrasse genug gesehen, die Gefahr kein Bett für die Nacht zu finden war also nicht wirklich existent. Wir setzten uns ins Auto und Christof drehte den Schlüssel, anstatt anzuspringen hustete unser Auto aber nur einmal und tat dann gar nichts mehr. DAS KONNTE JA NICHT WAHR SEIN! Wir probierten etwas rum und machten dann das, was man in solchen Situationen immer tut – wir schoben. Zum Glück sprang das Auto wieder an nach ein paar Metern „Fremdantrieb“.
Beim Hotel mit dem vielversprechenden Namen Berlin parkten wir als nächstes, Christof liess den Motor gleich laufen, und ich ging rein zu Rezeption. Das Angebot war ein 3er Zimmer (mit 5 Betten) für 90 TL, das passte. Ich schlug ein und lief raus um mitzuteilen, dass man das Auto ausschalten kann. Fürs Protokoll: Beim Versuch das Auto erneut zu starten tat sich dann wieder nichts, war ja irgendwie klar.
Wir bezogen unser Zimmer in der noch immer drückenden Hitze die über der Stadt lag und das erste was ich dann machte, ich nahm eine kalte Dusche. Die Temperaturen in der Stadt waren alles andere als Angenehm, trotz der fortgeschrittenen Stunde drückte die Hitze und sie schlug aufs Gemüt. Nach der Dusche war ich zwar erfrischt, es dauerte es aber nicht lange bis ich wieder verschwitzt im Zimmer sass.
Tja, Auto, wir überlegten was es sein könnte und ob wir etwas an gelassen haben könnten was die Batterie leer zog. Uns kam aber nichts in den Sinn, sonst Sprang der Fiat ja immer wunderbar an, und nach 3h Fahrt kann die Batterie eigentlich ja gar nicht leer sein, ausser … wir wollten gar nicht daran denken.
Wir hatten zwar alle nicht wirklich Hunger, aber kalte Getränke wollte ich noch kurz holen, so gingen wir noch mal raus. Die Temperaturanzeige neben dem Hotel zeigte übrigens noch immer 31°C an als wir mit den kalten Getränken unter dem Arm wieder ins Zimmer verschwanden, es war 23:30 und zu Essen haben wir gar nichts mehr gekriegt.




Und wie geht es weiter? Na logisch, im Flusstal …

Gruess
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum: [www.drehscheibe-foren.de]

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Leben und Leben lassen ...

Im Tal des Euphrat (1993)

geschrieben von: bremerbahn

Datum: 19.09.11 08:58

Bei den herrlichen Bildern fühle ich mich gleich wieder an unsere Fahrt 1993 erinnert...

http://img59.imageshack.us/img59/2176/comprampe1.jpg

http://img15.imageshack.us/img15/9089/comprampe.jpg

Wie ich sehe sind die Lichtverhältnisse immer noch abend so schlecht und recht früh ist das Licht im Tal raus.



1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:09:19:09:07:30.
Hallo Nil,

das letzte Bild mit dem entschwindenden Karma yolcu ist grandios.

Die TCDD ist offensichtlich am Nachrüsten bei den DE 24xxx. Einige eurer Bilder zeigen die Maschine ohne andere (bereits) mit "Dachaufbau". Ich denke, dass hier eine nachträgliche Klimatisierung der Fahrerkabine durchgeführt wurde.

Gruß Mistral
Hallo!

Traumhaft, besonders die Tal-Bilder! :-)

lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
http://raildata.info/raildatabanner1.jpg

Re: [TR] Karma-Fahrpläne für das Jahr 2011

geschrieben von: BrakerBahn

Datum: 19.09.11 15:17

Hallo,

vielen Dank für den ganz hervorragenden Bericht.

Falls eines Tages auch diese Karma-Züge nicht mehr existiere sollten, haben wir neben den hervorragenden Bildern auch die aktuellen Fahrpläne für das Jahr 2011:

http://img687.imageshack.us/img687/6402/divrigikarma2011.jpg

http://img84.imageshack.us/img84/4957/sivaskarma2011.jpg

Wer weiß, woran man sich in einigen Jahren gern erinnern wird.

Beste Grüße
Alex
Hallo,
also dieser Bericht ist meiner Meinung nach einer der Besten eurer, vielen hier eingestellten, netten Berichte,
das letzte Bild ist wirklich große Klasse.
Übrigens:
Bei uns völlig undenkbar, dass ein Zug nach Lokschaden auf dem platten Land mit nur einer halben Stunde Verspätung wieder los kommt, hier hätte man einen Bus geholt und die Hilfslok wäre (im glücklichen Fall) irgendwann abends oder nachts dagewesen um die Garnitur abzuschleppen...

Viele Grüße

Benjamin