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Hoi Welt,

Norwegen die zweite. Alle die sich jetzt so etwas erhoffen wie im letzten Teil, die muss ich leider Enttäuschen. So etwas gibt es kein zweites mal. Das Muster vom letzten Teil halten wir aber gleich mal bei, am ersten Tag gab es ganz veritable Bilder in der Sonne, am zweiten Tag war es dann etwas dunkler. Und wir beantworten die Frage: Woran erkennt man, dass das Wetter für Norwegische Verhältnisse wirklich schlecht ist?

Teil1: [www.drehscheibe-foren.de]
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Samstag 19.03.11 Korkstrand – Rökland

Link zur Karte von diesem Tag: [maps.google.ch]

Heute war definitiv kein Tag zum vergessen, im Gegenteil. Der Reihe nach. Eigentlich rechneten wir mit ähnlichen Verhältnissen wie gestern, also mit Wolken, Wolken und vielleicht etwas Sonne. Der Tag begann auch entsprechend dieser Vorahnung beim Blick aus dem Festern. Es schneite, zeitweise stark und es war Wolkenverhangen. Trotzdem, diese CargoLink Leistung wollten wir heute machen, ausserdem weiss man ja nie was das Wetter macht.
So sind wir um 9 Uhr raus aus den Federn, David ass sein Frühstück vor Ort, ich packte meine Brötchen und das Fleisch ein um es zu unterwegs irgendwann zu verdrücken.

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Blick aus dem Hotelfenster. Obwohl viel Schnee gefallen war war die Strasse offen ... das sahen wir auf den ersten Blick. Was wir auch sahen war eher dunkles Wetter.

Um kurz vor 10 Uhr verliessen wir das Hotel in Richtung Fjell. Wir Parkten auf die geräumte Spur beim Touricenter und montierten die Schneeschuhe. Wir wollten rüber zur Strecke auf Höhe des Polarkreises und einfach mal abwarten. Wir waren absichtlich viel zu früh dran, man weiss ja nicht ob die Cargo Link pünktlich fahren oder nicht. Vor der Cargo Link erwarteten wir aber nichts mehr, die Talente fuhren heute Samstag nicht und auch sonst war nichts im Plan drin für den Samstagmorgen.
Wir liefen dann rüber zur Strecke und dabei begann die Sonne so ein ganz kleines bisschen zu drücken, obwohl es noch Schneite dabei. Wir eigentlich auf einen kleinen Hügel etwas weiter weg vom Gleis entfernt stehen, was jedoch nicht klappte. Die Schneemade vor der Bahn war zu hoch. So stellten wir uns halt direkt ans Glei. Kaum da fuhr ein Robelhobel auf uns zu ... und räumte die ganzen Verwehungen von den Gleisen. Schade, wir hofften eigentlich, dass das der Cargo Link Zug erledigt, mit entsprechendem Schauspiel.

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Auf dem Fjell angekommen ... und leider "räumte" ein blöder Rober gleich mal alle die schönen Schneeverwehungen zur Seite die wir uns eigentlich für einen richtige Zug aufsparen wollten.

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Der Robelhobel am Polarkreis.

Der Robelhobel war durch und die Sonne drückte nicht nur mehr sondern sie kam fast komplett in einem Wolkenloch hervor. Schnell machte ich ein Belegbild mit dem Gedanken: So hätte es aussehen können ... fest im glauben daran, dass der Cargo Link Zug so er denn überhaupt kommt nur im Schneesturm zu erwischen (jaja, immer diese Pessimisten).

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Dann kam die Sonne und es sah nicht so aus als ob sie lange bleiben würde. Deshalb hab ich David meine Kamera in die Hand gedrückt für ein Buidl - um dann sagen zu können: So hätte es ausgesehen.

Es kam aber anders, es tat nach einem kurzen Schneeschauer dann richtig auf am Himmel über uns, die Wolkengrenze war zwar nicht weit weg, aber wir standen immer länger mal in der Sonne. Es kamen dann die unvermeidlichen Gedanken auf, „stehen wir am richtigen Ort“? Hat es vielleicht auf dem Fjell ein paar Kilometer weiter oben sicherer Sonne? Die Gedanken in allen Ehren, aber wir konnten es eh nicht mehr ändern, ein Wechsel war uns viel zu riskant. Als sich dann um kurz vor 12 Uhr der Wolkenvorhang wieder langsam zu schliessen begann sahen wir unsere Vermutungen bestätigt, dass das mit Cargo Link und der Sonne nix wird.
Falsch gedacht, wenig später sah David den Zug vorne ums Eck rollen, der Blick an den Himmel war dann erfreulich, für diese 2min sollte es noch Sonnig bleiben! Der Zug kam im Licht, wow ... was für ein Glück! Vom Zug an sich sieht man aber nicht wahnsinnig viel, die Umrisse des ersten Wagens sind im Schneestaub zu erahnen, mehr nicht ;).

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Und kurz bevor wir die Sonne schon wieder verabschiedet haben kam er ...

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Im Schneefall .. und viel mehr als die Lok sah man nicht, aber was solls!

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Pünktlich gingen die Hände der Lokführer hoch und da hätten wir es also, das ME26 Bild am Polarkreis. Nur die Loknummer weiss ich nicht ...

Wir liefen dann gleich zum Auto zurück, die Wolkendecke schloss sich wirklich gleich und starke Schneefälle setzten ein. Als nächstes war der Güterzug nach Bodö an der Reihe, genau der, der nirgends so richtig im Licht kommt. Am Fjellausgang in Richtung Norden geht es noch am besten, ausserdem musste man da nicht weit zu Stelle laufen von einem Parkplatz aus, das erschien uns nicht unwichtig, da man ja nie weiss mit dem Wetter.
Das Fjell war je weiter Nördlich man kam immer mehr in der Sonne. Sollte es doch mehr geben als der eine "Glückstreffer" am Mittag? Wir hofften mal darauf und stellten unser Auto in die Einfahrt vom halb geräumten Parkplatz. An der Stelle, es war richtig schön warm in der Sonne, vertrieben wir uns gemütlich die Zeit. Ich sass da, spielte etwas auf meinem Handy und David baute irgendwie an einem Hügel um höher zu stehen ... Zeitvertreib eben. Die Zeit verging dabei viel schneller als vermutet (die Übung macht’s) und als ich ins Spiel "vertieft" ein komisches Brummeln hörte blickte ich kurz auf. Da war doch die Euro4000 mit dem Kistenzug schon fast an der Stelle durch! Von mir und auch von David komplett unbemerkt hat sich der Zug angeschlichen. In der nun herrschenden Eile gelang mir gerade noch so ein Bild, David brauchte zu lange um den Rucksack zu öffnen.

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Nördliche Fjellseite: Wir warteten auf den Güterzug im Schnee und komplett überraschend kam er. Auf leisen Sohlen das wir das Bild ziemlich verrissen haben .. eigentlich nicht herzeigbar.

Schon blöd, denn der Blick auf die Uhr nach dem Foto zeigte fast die Planzeit an, wir hätten es ahnen sollen. Irgendwie ist man in solchen Situationen aber nicht Herr über seiner selbst, also wenn es eilt meine ich. Warum ich mein Handy noch fein säuberlich in die Hülle gepackt und in die Hosentasche gesteckt habe anstatt einfach in die Kameratasche zu werfen ... man weiss es nicht genau.
Nun, so etwas muss einem pro Urlaub wohl immer mindestens einmal passieren damit man wieder mehr „auf der hut bleibt“.
Nächster Zug im Plan: Tagzug nach Süden. Für diesen fuhren wir mitten auf das Fjell, da gab es eine Stelle wo man gerade so weg von der Strasse parken konnte, da stellten wir uns rein. Wir liefen dann auf der schwarzen Strasse (vorgestern war das noch eine Eisfläche) weiter in Richtung Süden um den Zug im Ödland der Hochebene zu fotografieren.
Lange mussten wir an der Stelle nicht warten bis der Zug kam. Und wieder, bevor der Zug kam hatten wir das Gefühl, dass sich die Wolkendecke langsam schliesst. Das tat sie auch, aber erst nach dem Zug, und auch nicht so richtig ganz. Der Zug war sehr zu unserer Freude mit einem Di4 Doppel bespannt ... da muss wohl ein Generatorwagen ausgefallen sein?

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Wieder in der Mitte des Fjells. Der Tagzug nach Süden kam pünktlich wie die Eisenbahn und sogar mit einer Doppeltraktion. Die Sonnentage auf dem Saltfjell, ganz klar unsere Glücksmomente!

Für den letzten Zug des Tages (haha ;)) blieben wir gleich an der Stelle stehen. Für den Nordfahrenden Di4 Zug sollte genug Licht auf die Seite fallen für einen Gegenlichtschuss. Wir warteten vielleicht 30min bis sich abzeichnete, dass das nichts wird mit Sonne. Von Süden kam eine Wolkenfront. Als der Zug nach Plan Bolna (Südlichen Bahnhof vor dem Fjell) durchquert hatte liefen wir zum Auto zurück und setzten uns rein. Wir wollten eine in Norwegen bestens bewährte Taktik anwenden, das "vor_dem_Zug_herfahren_und_an_einer Sonnigen_Stelle_anhalten_ing“.
Der Zug tauchte im Plan unter der Strassenbrücke auf, das war unser Startsignal. Wir fuhren los und erwischten das gefühlt letzte Sonnenloch auf dem Fjell überhaupt! Irgendwo unterwegs war noch Licht auf dem Zug und da schossen wir ihn. Und dann fuhren wir gleich ohne noch mal anzuhalten vom Fjell runter.

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Berglemminge. Ich brauchte zuhause zwar 30min und einige Unterstützung bis ich es heraus gefunden habe. Was das Tier im Winter da oben frisst?

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Und noch im allerletzten Licht der Nordfahrende Di4 Zug auf dem Fjell ... diesmal wieder mit Generatorwagen.

In Lönsdal fragten wir beim vorbeifahren noch kurz ob für morgen irgendwelche Züge eingelegt seien, die auf unserem Grafischen Fahrplan nicht drin waren. Da die Informationsquelle für die Antwort aber eben dieser Fahrplan war, war die Antwort abschlägig - alles andere hätte der Bahnhofsvorstand aber wohl eh aus dem Kopf gewusst.

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Löndsal Bahnhof ... ein hübscher kleiner Bahnhof. Und der "Signalständer" steht vor der Hütte.

Dann standen wir vor dem Problem dass sich eine Entscheidung aufzwängte, die wir so lange wie möglich hinausschieben wollten. Die Frage nach dem wohin. Vor allem, und das war eine kurzfristige Sache: Wo übernachten?
Es ist Samstagabend, wir haben noch 6 Tage bis wir das Auto in Kiruna wieder auf den Platz stellen müssen. 6 Tage sind genug, je nach Ziel sogar etwas zu viel? Möglichkeiten und Ideen gab es einige und wir haben alle mal durchgedacht. Es steht das Dovrefjell auf dem Programm, Finnland / Südfinnland, Erzbahn oder sowas ... hm. Wir wollten es vom Wetterbericht abhängig machen und fuhren deshalb nach Rökland zu unserem bekannten Campingplatz, da gibt es gratis W-Lan.
Wir standen dann sicher 30min auf dem Parkplatz. Nur; auch wenn man den Wetterbericht 10x anschaut wird er nicht besser deswegen. Die Situation ist nicht befriedigend.
Meteoblue sagt: Küste schlecht, Landesinnere gut, Finnland schlecht. Dovrefjell, vielleicht gut, so Sonne mit Wolken. Fazit: Erzbahn wie gehabt, im Osten von Abisko mit Glück schön, im Westen dafür kaum. Dovrefjell: eigentlich zu schlecht für 1600km Weg hin und zurück, zudem Tauwetter in Dombas und Umgebung (auch ätzend wenn man dann im Schneematsch steht auf dem Fjell). Da Finnland nicht gut angekündigt war flog das sowieso raus. Zu weit für unsicheres Wetter.
Yr.no, der Norwegische Wetterdienst, sah alles etwas anders, wie immer, Negativer. Das Symbol mit Sonne wird von den Norwegern sehr sparsam angewendet, egal welche Ziele ich probierte, ab Sonntag ÜBERALL Schnee, Regen und Wolken --> diese Seite ist komisch!
Ich war es leid jetzt eine endgültige Entscheidung zu fällen. Wie David genau entschieden hätte weiss ich nicht, vermutlich wären wir ans Dovrefjell gefahren wenn ich mein OK gegeben hätte? So entschieden wir aber die Entscheidung auf morgen früh zu vertagen, was für das Dovrefjell eigentlich das „Aus“ bedeutet - da wir heute Abend noch ein paar Kilometer hätten fahren sollen und die Distanz für einen einzigen Tag doch etwas arg weit wäre.
Da wir schon am Platz waren wollten wir uns wieder unsere Hütte 8 besorgen. War schwieriger als gedacht, da wir erstmal 15min lang nicht beachtet wurden an der Rezeption. Die beiden Herren die am arbeiten waren hatten alle Hände voll zu tun mit zahlreichen Gästen im Kro. Während dem warten begann ich dann über mein Handy im W-Lan Haus 8 Online zu buchen, wenn es schneller geht? ;). Im Internet sah ich dann, dass unser Haus 8 belegt war diese Nacht - so ein Mist. So wollten wir Haus 6, das TEC Haus (was auch immer das bedeutet). Ich kam aber nicht zum Abschluss der Buchung da wir dann auf einmal beachtet wurden.
Neinnein, Haus 6 sei schlecht, weil nicht geheizt. Haus 1 - 5 seien auch schlecht, weil auch nicht geheizt. Aber Haus 10 (ein Wohnwagen mit Anbau) sei besser, sei zwar auch nicht geheizt aber gleich hier, und er zeigte aus dem Fester. WC da drin? Nein? ... also hackten wir noch mal nach, wir möchten gerne etwas mit WC! Ja, Nein, dass sei nicht geheizt, nicht vorbereitet was weiss ich ... und er legte uns den Schlüssel für den blöden Wohnwagen auf den Tisch. Ich schaute dann schnell den Preis vom Wohnwagen 10 nach und dann war alles geritzt, die 350 Kronen, ein Schnäppchen ;) So müssen wir jetzt halt ins "Multifunktionshaus" auf Toilette und auch zum Zähneputzen, weil es kein fliessend Wasser im Wagen gibt (die Pumpe pumpt zwar, es kommt aber nichts). Der Wohnwagen ist schon nicht soooo toll ... kann ich nur bedingt empfehlen. Haus 8 ist besser!
Wir fuhren dann erstmal nach Rökland zum Einkaufen, wir wollten eigentlich Fischstäbchen mit Pasta machen, gescheitert ist es an der nicht vorhandenen Kochgelegenheit im Wagen. Wir merkten es aber erst nach dem Einkauf ;). Wir liefen dann mit Sack und Pack rüber zur Küche im Multifunktionshaus und dachten an eine Situation wie z.B Abisko. Falsch gedacht, da war nichts ausser einer Herdplatte und einem dreckigen Tisch. Also luden wir unser Abendessen wieder ins Auto (da bleibt es kühl) und fuhren nochmal nach Rökland in den Burgerladen beim Coop. Das war lecker und nicht arg Teuer.
Jetzt im Haus haben wir OpenTTD wieder mal angeworfen ... mal schauen was geht ;)




Sonntag 20.03.11 Rökland – Rökland

Link zur Karte von diesem Tag: [maps.google.ch]

Es wurde noch Mitternacht bis wir gestern ins Bett kamen, mein "Couchbett" mussten wir dabei erst noch Zusammensetzen ... super Wohnwagen halt. Ansonsten war die Nacht auf dem Behelfsbett aber ziemlich gemütlich, auch wenn jedes mal wenn sich David drehte der ganzen Wagen wackelte.
Am Sonntag früh läuft auf dem Fjell nicht viel bis gar nichts, ausser dem Nachtzug, der aber zu früh oben ist. So hiess es heute ausschlafen, wobei wir wenn den Wetter gewesen wäre, schon gewillt waren für den Nachtzug raus zu gehen. Wetter war aber keins.. so schliefen wir bis um 9 oder 10 Uhr. Draussen windete es mal wieder stark und unsere ganze Hütte 10 ächzte und stöhnte dabei auf. Ausserdem hatten wir Gäste auf dem Dach des Wagens, irgendwelche Vögel die die ganze Zeit hin und her liefen.
Als wir nicht mehr schlafen konnten stand David mal auf und bemerkte, dass es draussen kalt war (aha ;)), der Ofen im "Wohnzimmer" war zudem aus, schlapp gemacht? Ich liess mir dann von David den Laptop ans Bett bringen (was für ein Service) und stieg nicht unter der Decke hervor. Mit unserem ausschlafen haben wir das Dovrefjell endgültig begraben, ohne es heute überhaupt noch mal erwähnt zu haben. Sowieso hatte sich die wohin Frage irgendwie erledigt, zu dem Zeitpunkt wo wir Haus 8 für die nächste Nacht reservierten.
Nun denn ... was jetzt? Sonntage sind langweilige Tage und wir fuhren einfach mal rauf aufs Fjell, vielleicht kommt ja der Güterzug am Mittag nach Norden doch, obwohl der Lönsdaler Capo Stazione den Zug gestern nicht erwähnte. Es war hässliches Tauwetter im Tal und alle Fahrzeuge die uns entgegen kamen hatten einen Schneeschnauz. Da oben war es also ziemlich hässlich, aber das Wetter … man weiss ja nie.
Wir fuhren gleich hoch und parkten uns in den Parkplatz am Fjelleingang. Die Sicht war gelinde gesagt schlecht, es windete ähnlich wie am letzten Donnerstag, dazu schneite es aber noch ziemlich stark aus der Horizontalen ... ich muss also meine Definition über garstiges Wetter revidieren. DAS war garstiges Wetter. Nicht mal den Hund würde ich da vor die Türe schicken ... wenn ich den einen hätte.
Wir warteten vielleicht 30min bis es uns einleuchtete, so bringt das nichts. Der Bahnhof Löndsdal war das nächste Ziel und wir taten da genau dasselbe wie vorher auf dem Fjell, warten. Mein Buch ist zum Glück spannend. In Lönsdal sollte um etwa 2 Uhr ziemlich „die Post abgehen“. Planmässig kreuzen da Dienstags bis Sonntag der Tagzug nach Süden mit dem Mittagsgüter nach Norden.
Es zeichnete sich dann je länger wir warteten ab, das dieser Güterzug nicht kommt... und so sollte der erste Zug der Tagzug nach Süden sein. Für diese liefen wir als es Zeit war 100m hinter die Einfahrweiche und stellten uns an eine richtig nette Stelle. Die Sonne hätte gepasst, sie hätte sich nur etwas mühe geben müssen. Den beim warten am Bahnhof drückte sie teilweise ziemlich gut durch die Wolken hindurch. Der Zug hätte in Lönsdal 7min Aufenthalt wegen der Kreuzung .. aber was, wenn keine Kreuzung stattfindet? Nun, die 7min steht man dann halt ab, was die Fahrgäste zum Rauchen vor dem Zug nutzten und Zahlreich den Bahnsteig bevölkerten als wir vorbei gingen um den Zug ein zweites mal zu schiessen - auch so ein typisch Norwegisches Phänomen, diese Raucher auf den Bahnsteigen die inbrünstig hoffen, dass der Halt länger als nur ein Zug dauert (haha, 5€ in die schlechte Wortspielkasse).

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Di4.655 kurz vor dem Bahnhof Löndsdal auf dem Weg nach Süden.

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Wegen langem Aufenthalt im Bahnhof reichte es uns sogar noch einmal den ganzen Bahnhof abzulaufen und an der Ausfahrt ein zweites Bild zu schiessen.

Der Zug war wieder weg und wir um zwei Fotos "reicher". Ab zum Auto! Nächstes Rad auf der Schiene: der Tagzug nach Norden um kurz vor 4 Uhr. Da wir eh nix zu tun hatten fuhren wir nach einer Pause wieder aufs Fjell und schauten uns die Wettersituation an. Die präsentierte sich uns unverändert, Schneesturm. Wir kamen kaum voran und sahen immer noch gleich viel, oder wenig. Um mal etwas "Abwechslung" in unsere grauen Motive zu bekommen wollten wir nach Bolna, dem Kreuzungsbahnhof auf der Fjell-Südseite. Der Weg über das Fjell zog sich uns als wir die Einfahrt zum Bahnhof Bolna gekonnt verpassten (die Tafel ist in der Schneemauer eingebaut und unser dummes Navi hatte pünktlich vor dem Abzweiger wieder einen Aussetzer) war auf einmal nicht mehr viel Zeit bis zum Tageszug übrig. Weiter unten wendeten wir und versuchten dann mal zum Bahnhof hoch zu fahren. Es klappte nicht, dafür lag zuviel nasser Schnee auf der Strasse. Irgendwo in der Mitte blieben wir hängen und rollten rückwärts wieder runter.
Um hoch zu laufen war keine Zeit mehr, ausserdem bäh, also fuhren wir zurück und dachten nicht viel dabei. Kurz vor dem Fjell trafen wir auf eine langsam Schleicherin, die kroch annähernd mit Schrittgeschwindigkeit über das Fjell, aber überholen war nicht möglich bei der Sicht. So schlichen wir mal hinterher und ich machte mich "Startklar" mit der Kamera, sollte der Tagzug von hinten auf einmal auftauchen in dem Abschnitt wo die Strasse parallel läuft.

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Fahrt über das Saltfjell, viel gesehen hat man nicht.

Irgendwen überholten wir die Schleichertante und am Parkplatz am Fjellausgang stellten wir uns wieder hin, ein schöner Parkplatz ist das ;). Ich wollte ein Bild versuchen, die Lok im totalen Schneetreiben. Ich stand aber keine 5min an der Stelle, David glaubte eh der Zug sei schon durch, da wurde es mir zu Dumm. Ich bin ja "hart im nehmen“, aber bei diesem Schneesturm, neee!
So fuhren wir zurück nach Lönsdal und stellten uns auf den Bahnhofsvorplatz. Die Planzeit war wie David schon richtig anmerkte seit 10min "über" und der Zug hätte schon durch sein können ohne von uns gesehen worden zu sein. Gerade als wir im Bahnhof fragen wollten ob denn noch etwas kommt kam der Chef aber eh raus.
Frage des Tages: Woran erkennt man, dass sogar für Norwegische Verhältnisse wirklich schlechtes Wetter ist? Antwort: Der Signalfahnensignal Mast kippt mit samt dem grünen "Signal" um und der Capo Statzione nimmt die Fahne wieder mit rein anstatt es noch mal zu probieren.
Das war für uns dann aber das klare Signal, da kommt ein Zug. Wir stellten uns, da der Capo die Fahne nun von Hand schwenken würde, zum Bahnhofsgebäude hin und warteten. Keine 10min später kam der Zug. Der Bahnhofsvorstand mit der grünen Fahne in der Hand war vom Wetter sichtlich begeistert, und wir hatten unser Foto zwei im Kasten. Ui! ;)

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An was erkennt man, dass das Wetter für Norwegische Verhältnisse sehr schlecht ist? Wenn der Signalfahnenständer im Wind umkippt und der Chef die Fahne selber halten muss. Di4 mit dem Tagzug nach Norden wieder in Lönsdal.

Nun, das war es dann auch schon, wir fuhren zurück nach Rökland, bezogen unser Haus 8, schnorrten im Kro des Campingplatzes noch etwas Fett für unsere Fischstäbchen (hatten wir vergessen zu kaufen) und sitzen nun in der Hütte. David hat wie gesagt Fischstäbchen mit Nudeln zubereitet ... gar nicht schlecht ;)
Der Abend ist noch lang und wir sitzen sehr gemütlich hier im warmen .... DAS ist Urlaub!




Und wie geht es weiter? Nochmal mit einem Tag Norwegen und dann fahren wir weiter …

Gruess
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...
Berichte und Bilder sind einfach nur s e n s a t i o n e l l !

ABER Fischstäbchen mit Nudeln ...... das ist irgendwie nur ...... brrrrr :-(

Ich glaub, dass muss ich jetzt erst verdauen! :-) (...wie war das mit den € 5,- in die SchlechteWortspielkasse?)

Gruß
Chris
Alle die sich jetzt so etwas erhoffen wie im letzten Teil, die muss ich leider Enttäuschen.

Ja nee, is' klar!

Man kann zwanzigmal im Winter aufs Saltfjell fahren und bekommt nicht solche genialen Situationen vor die Linse wie Ihr. Schon klasse!

Viele Grüße,
Jan

Der Lemming ist ja herzallerliebst. Ich dachte schon, welcher herzlose Mensch da im norwegischen Winter wohl ein Meerschweinchen ausgesetzt hat... Fellfarbe, -länge und -musterung sehen nämlich fast aus wie bei einem unserer Meerschweinchen!

Auch wenn es keine "Actionbilder" wie im letzten Teil gibt, ist doch auch Schönes dabei, u.a. der "Snowfighter".

Und tschüs!
Torsten aus Stuttgart

"Money ain't got no owners - only spenders." (Omar Little, The Wire)

Genial! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 16.09.11 19:41

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
https://raildata.info/raildatabanner1.jpg
Hallo Nil,

Traumhaft, wie immer!
Jeden Tag öffne ich den Auslandsforum um zu sehen ob es von dir oder deine "Gruppe" schon eine Fortsetzung oder eine neue Reportage gibt.
Und diese Skandinavienreportage ist wirklich ausgezeichnet. Vielleicht liegt das auch ans Land, ich bin nämlich ein Norwegen-Liebhaber. Schade nur, dass ich da bis jetzt noch keine vernünftige Zugbilder bekommen habe. Aber ich kehre bestimmt zurück, deine Reportage macht immer mehr Lust darauf!

MfG aus Belgien,
Steven

zur ME 26

geschrieben von: Railpeter

Datum: 17.09.11 14:20

Moin Nil,

die Fotos sind wirklich oberklasse!!!

Zu deiner nicht identifizierten ME 26: Es dürften derzeit vier Maschinen bei CargoLink sein: DE 2700 - 02, 04, 06 und 09.

Auf Bild 6 kann man recht eindeutig die beiden letzten Zahlen erkennen, welches recht sicher auf die DE 2700-02 schließen lässt. Die große Nummer auf der Klappe unter den Frontfenster könnte jedoch auch 09 heißen - am Besten mal ein bisschen ranzoomen und mal gucken, ob es nicht doch die 02 ist.

Grüße Peter

Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben.

Re: zur ME 26

geschrieben von: Nil

Datum: 17.09.11 18:35

Ciao,

Merci euch.

@Railpeter: Jetzt wo du es sagst, 02, kann man ja lesen unter dem Schnee.
Wie ist das eigentlich mit den ME26, ich dachte die fahren jetzt gar nicht mehr (wegen Unwirtschaftlichkeit)? Oder habe ich da etwas falsch im Kopf?

@Jan: Klar ..., als wenn du nie Glück hättest ;-)


Grüsse
Nil

Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...

ME 26

geschrieben von: Sören Heise

Datum: 18.09.11 09:22

Moin!

Da ich das erst jetzt lese, eine zweite Antwort von mir:

Die ME 26 sind durch 66er abgelöst worden, laut [www.jernbane.net] gehen sie an Vossloh, stehen aber weiterhin in Norwegen. Siehe auch [www.drehscheibe-foren.de].

Viele Grüße und vielen Dank für die Bilder, Sören