DREHSCHEIBE-Online 

Anzeige

HIER KLICKEN!

 08/01 - Auslandsforum "classic" 

  Neu bei Drehscheibe Online? Hier registrieren! Zum Ausprobieren und Üben bitte das Test-Forum aufsuchen!
Bitte unbedingt vor Benutzung des Forums die Ausführungsbestimmungen durchlesen!
Ein separates Forum gibt es für die Alpenländer Österreich und Schweiz - das Alpenlandforum
Zur besseren Übersicht und für die Suche: Bitte Länderkennzeichen nach ISO 3166 Alpha-2 in [eckigen Klammern] verwenden!

Auf Schienen vom Kapitalismus in den Sozialismus und zurück - 13.000km mit dem Zug durch Asien und ein bisschen Europa

Teil 44: Eastern Oriental Express für Arme (Teil 2) – Mit dem Zug von Padang Besar nach Butterworth



Nach den beiden Einschüben in Form eines Rätsels und einer Einführung in die malaiische Eisenbahn setzen wir unsere Fahrt im Eastern Oriental Express für Arme fort. Wir waren im letzten thailändischen Bericht ja am Grenzbahnhof Padang Besar angekommen. Jetzt geht die Reise auf malaiischer Seite weiter, leider wurden die Zugfenster immer dreckiger, worunter die Fotoqualität erheblich litt.

Die 169,3km lange Strecke vom Grenzbahnhof Padang Besar nach Butterworth führt durch pottebene Landschaft ohne landschaftliche Besonderheiten. Die Strecke wurde am 01.07.1918 eröffnet und ist durchgehend eingleisig. Kurz vor Butterworth zweigt in Bukit Mertajam die eigentliche Hauptstrecke nach Kuala Lumpur und weiter bis nach Singapur ab. Momentan ist man dabei, neben der alten Strecke eine neue, zweigleisige und elektrifizierte Strecke zu bauen. So verschwindet leider auch hier der alte Charme mit Holzbahnhöfen und britischen Formsignalen. Täglich fahren nur wenige Personenzüge auf der Strecke, grenzüberschreitende Züge gibt es gerade mal zwei Stück pro Richtung und Tag.

http://farm6.static.flickr.com/5039/5873565859_d056f7b013_o.jpg
Bild 1: Zum Einstieg nochmals die Übersichtskarte der Eisenbahnstrecke von Bangkok über Padang Besar nach Butterworth.



Es ist 8:30 thailändischer Zeit bzw. 9:30 malaiischer Zeit und ich sitze im Zug am Grenzbahnhof „Padang Besar“. Die Grenzformalitäten habe ich bereits hinter mich gebracht, jetzt warte ich auf die Weiterfahrt Richtung heutigem Endbahnhof „Butterworth“.

Die Grenzabfertigung verlief ziemlich chaotisch, die Formalitäten hielten sich aber ansonsten im Rahmen. Noch bevor wir den Grenzbahnhof erreicht hatten, herrschte Unklarheit, ob man das Gepäck für die Zollabfertigung außerhalb des Zuges mitnehmen müsse oder ob man das Gepäck im Zug lassen könnte. Der thailändische Schaffner wusste es nicht bzw. hatte wohl nicht verstanden, worum es geht. Irgendjemand hatte dann wohl verbreitet, dass man das Gepäck im Zug lassen kann, was ich aber nicht so recht glauben wollte. Kaum war der Zug im Grenzbahnhof eingelaufen, stürmte fast der ganze Zug nur mit Ausweisen bewaffnet das Zollgebäude am Bahnsteig. Ich behielt die Ruhe und wartete, bis alle Fahrgäste den Zug verlassen hatten. Dann holte ich in Ruhe mein Gepäck unter den Sitzen hervor, schulterte meine Rucksäcke und machte mich ebenfalls auf zum Zollgebäude. Gerade als ich den Zug verlassen wollte, kam mir der ganze Pulk entgegen. Natürlich musste man sein Gepäck mit zur Kontrolle nehmen. So verließ ich als letzter den Zug und war trotzdem unter den ersten in der Schlange vor der Passkontrolle auf thailändischer Seite. Nur ein Teil der Sikh-Großfamilie hatte sich vorgedrängelt.

Auf thailändischer Seite beschränkte sich die Kontrolle darauf, das Visum im Pass zu entstempeln. Die Einreiseformulare für Malaysia hatte ich noch im Zug ausgefüllt. Die verschleierte malaiische Grenzbeamtin stempelte demnach auch anstandslos das malaiische Visum in meinen Pass, wobei sie einige Zeit in meinem Pass blättern musste, um eine leere Seite zu finden. Mein Reisepass ist zwar noch fast sieben Jahre gültig, aber ich muss mir wohl bald wieder einen neuen Pass besorgen, in dem dann wieder genügend Platz für neue Visa ist.

Der malaiische Zollbeamte war dann etwas genauer mit der Kontrolle und fragte mich freundlich, was in meinem Rucksack wäre (meine Antwort: jede Menge dreckiger, stinkender Wäsche), wie oft ich schon in Malaysia war (einmal) und wo ich in Malaysia das erste Mal übernachten würde (Georgetown). Meine Antworten stellten ihn wohl zufrieden, denn er ließ mich laufen, ohne das Gepäck weiter zu kontrollieren. So konnte ich mein Gepäck wieder in den Zugwaggon wuchten und mich auf dem Bahnsteig ein bisschen umsehen.

Laut Fahrplan hätte der Zug schon längst abfahren sollen, die malaiische Lok ist auch schon angekoppelt, aber vielleicht gibt es bei irgendwelchen Fahrgästen noch Probleme mit den Grenzformalitäten.


http://farm3.static.flickr.com/2583/5829579045_3730bc6aaa_o.jpg
Bild 2: Die Abfahrt des Zuges verzögerte sich, also blieb noch ein bisschen Zeit zum Fotografieren. Da es sich um eine Grenzanlage handelte,
beließ ich es aber bei ein paar Fotos. Die malaiische Zuglok hat sich schon vor den thailändischen Schlafwagen gesetzt, der Blick geht Richtung Malaysia.


http://farm3.static.flickr.com/2494/5829579365_32b7b7cdb0_o.jpg
Bild 3: Der Blick zurück in Richtung Thailand zeigt, dass nur die beiden thailändischen Schlafwagen den kompletten Zug bilden.


http://farm3.static.flickr.com/2691/5830129762_4aa9f00e4a_o.jpg
Bild 4: Noch ein Detailblick auf die malaiische Zuglok. Es handelt sich um Lok 6657, ein indisches Exemplar der Klasse YDM-4.


http://farm6.static.flickr.com/5070/5830130012_a8b516d9e4_o.jpg
Bild 5: Auf dem gegenüberliegenden Gleis rangierte die thailändische Lok 4022 (General Electric, 1964).
Leider gelang mir nur diese Gegenlichtaufnahme durch das Zugfenster.


http://farm6.static.flickr.com/5157/5830130252_cc1225cd14_o.jpg
Bild 6: Unser Zug setzt sich mit einiger Verspätung in Bewegung und passiert noch das
Bahnhofsschild von Padang Besar. Im Hintergrund stapeln sich im Güterbahnhof die Container.


http://farm4.static.flickr.com/3149/5830130848_47e9562c13_o.jpg
Bild 7: Im Bahnhof Padang Besar war noch Lok 25201 abgestellt (General Motors 2002).



Mittlerweile hat sich der Zug endlich in Bewegung gesetzt und schaukelt jetzt in Richtung „Butterworth“. Die Gleislage war noch schlechter wie in Thailand und der Zug war entsprechend langsam unterwegs. Teilweise schwankte der Zug so stark wie in Myanmar, wo man beim Zugfahren manchmal den Eindruck hat, man würde eher in der Achterbahn sitzen. Aber für die schlechte Gleislage wird gerade Abhilfe geschaffen. Neben der bestehenden Linie wird gerade der Damm für eine neue, zweigleisige Strecke aufgeschüttet, die die alte Strecke ablösen soll. Keine Ahnung, was das für einen Sinn hat, wahrscheinlich ist es wieder eines dieser sinnlosen Bauprojekte, die man in Malaysia an jeder Ecke findet. Der Norden Malaysias ist nicht so dicht besiedelt und der Grenzverkehr nach Thailand scheint nicht so stark frequentiert sein, andernfalls würde pro Tag mehr als nur ein Zug mit zwei Waggons auf der Strecke zwischen Bangkok und „Butterworth“ fahren.


http://farm6.static.flickr.com/5152/5830131114_5c4d4b1b30_o.jpg
Bild 8: Da die Strecke zwischen Butterworth und Padang Besar noch nicht ausgebaut ist,
finden sich noch jede Menge manuell bedienter Bahnübergänge, wie dieses Foto zeigt.


http://farm3.static.flickr.com/2429/5830131608_6be54659fa_o.jpg
Bild 9: Die Ausbauarbeiten für die Strecke laufen aber bereits. An vielen Stellen wird direkt
neben der alten Trasse bereits der Damm für die neue, zweigleisige Strecke aufgeschüttet.


http://farm4.static.flickr.com/3600/5829581899_5434dc87d1_o.jpg
Bild 10: Mit dem Streckenausbau werden dann leider auch kleine Provinzbahnhöfe,
deren Holzgebäude meist noch aus der Kolonialzeit stammen, verschwinden.


http://farm4.static.flickr.com/3017/5830132440_eccab9f114_o.jpg
Bild 11: Unser Zug passiert den Bahnhof Tunjang. Im Hintergrund sieht man schon den aufgeschütteten Bahndamm für die Neubaustrecke.


http://farm6.static.flickr.com/5313/5830132700_e660ec1d42_o.jpg
Bild 12: Im weiteren Verlauf passieren wir immer wieder ausgedehnte Ölpalmenplantagen (siehe links) und die Baustelle für die Neubaustrecke begleitet uns.


http://farm4.static.flickr.com/3248/5829582723_13a1962b78_o.jpg
Bild 13: Im Bereich von Städten und Dörfern wurden Häuser, die neben der alten Eisenbahntrasse stehen, bereits abgerissen, um Platz für die Neubaustrecke zu schaffen.



Neben den Gleisen sind auch die Bahnhöfe viel heruntergekommener und dreckiger wie in Thailand. Das erinnert fast schon an die Deutsche Bahn, die die gesamte Infrastruktur samt Bahnhöfen auch komplett vergammeln lässt. Eigentlich schade, denn die Bahnhöfe, größtenteils Gebäude aus Holz, stammen noch aus der englischen Kolonialzeit. Der Zug schaukelte durch endlose Ebenen voller Ölbaum- und Kautschukplantagen, unterbrochen nur durch frisch angepflanzte Reisfelder in saftigem Grün. Durch die Dauerbaustelle entlang der Strecke wurde unser Fenster immer mehr von einer dicken, rostbraunen Staubschicht überzogen und bald sah man aus dem Fenster heraus fast gar nichts mehr.


http://farm6.static.flickr.com/5031/5830133246_af361f7657_o.jpg
Bild 14: Im Bahnhof Sungai Petani mussten wir einen Güterzug passieren lassen. Der Güterbahnhof im
Hintergrund hat seinen Gleisanschluss schon verloren, die Trasse für die Neubaustrecke ist schon aufgeschüttet.


http://farm6.static.flickr.com/5152/5830133808_9ea72be972_o.jpg
Bild 15: Im Bahnhof Sungai Petani sind bereits die Gleisbaumaschinen von Plasser & Theurer für den Bau der
neuen Strecke eingetroffen. Scheinbar hat Malaysia eine Großbestellung bei Plasser & Theurer in Auftrag gegeben,
denn auf meiner gesamten Reise durch Malaysia habe ich mehr Gleisbaumaschinen wie Lokomotiven gesehen!


http://farm6.static.flickr.com/5077/5829584029_33d22ce18a_o.jpg
Bild 16: Der Bahnhof Sungai Petani bildet mit seinen betagten Bahnsteigen und den alten Bäumen im Hintergrund
noch einen idyllischen Anblick, der mit dem Bau der neuen Strecke allerdings Geschichte sein wird.


http://farm3.static.flickr.com/2803/5830134398_2e19d7600a_o.jpg
Bild 17: Für den Bau sind auch schon jede Menge kleiner Schienenbusse und Motordraisinen eingetroffen, die Betonschwellen für den Gleisbau liegen ebenfalls bereit.


http://farm4.static.flickr.com/3409/5829633625_00ea7cc9ac_o.jpg
Bild 18: Im Bahnhof Sungai Petani mussten wir auch wiederum einen entgegenkommenden
Güterzug auf dem durchgehenden Hauptgleis passieren lassen. Da unser Zug ebenfalls auf
dem Hauptgleis hielt, war ein kompliziertes Umsetzmanöver notwendig. Unser Zug musste
zurücksetzen und dann auf einem Nebengleis abgestellt werden. Bei diesem Rangiermanöver
konnte ich auch noch das alte Ausfahrtsignal englischer Bauart aus dem Zug heraus ablichten.


http://farm3.static.flickr.com/2744/5829584641_8c5fa08f97_o.jpg
Bild 19: Das Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Sungai Petani stammt wohl ebenfalls noch aus der Kolonialzeit, wird aber wohl
auch bald abgerissen. Manch einem wird der Bahnhof vielleicht aus dem Buch der „Glaspalast“ von Amitav Gosh bekannt sein.


http://farm4.static.flickr.com/3435/5829633927_7b91bc6cf1_o.jpg
Bild 20: Endlich rauscht der entgegenkommende Güterzug durch den Bahnhof.
Gezogen wird er von Lok 26109 („Blue Tiger“, Adtranz 2003/2004).


http://farm3.static.flickr.com/2583/5830135184_e47accccc7_o.jpg
Bild 21: Auch einen Nachschuss gönnte ich dem Containerzug noch.


http://farm4.static.flickr.com/3597/5830135452_98455cf416_o.jpg
Bild 22: Schließlich fährt auch unser Zug weiter, wobei der Blick nochmals auf die alten Bäume fällt, die den Bahnhof Sungai Petani umgeben.


http://farm6.static.flickr.com/5224/5829585595_235206f3cd_o.jpg
Bild 23: Direkt am Anschluss an den Bahnhof liegen bereits die ersten Gleise der Neubaustrecke.

http://farm7.static.flickr.com/6010/5946621944_310a468d83_o.jpg
Bild 24: Arbeit in den Reisfeldern, die im Norden Malaysias häufig anzutreffen sind.


http://farm7.static.flickr.com/6013/5946622650_66ac5d927d_o.jpg
Bild 25: In den weiten Ebenen Nordmalaysias erstrecken sich die Reisfelden und Ölpalmplantagen bis zum Horizont.



Ein Teil der Fahrgäste, darunter auch die Sikh-Großfamilie, stieg unterwegs aus und neue, malaiische Fahrgäste, meist muslimische Großfamilien, bestiegen den Zug. Durch die Baustelle passierten wir viele Langsamfahrstellen und zusammen mit der Verzögerung an der Grenze führte dies dazu, dass wir mit über einer Stunde Verspätung in „Butterworth“ ankamen. Viele Passagiere stiegen schon eine Station früher in Bukit Mertajam aus, um Anschlusszüge nach Kuala Lumpur oder Singapur zu erwischen. Während der gesamten Fahrt hatte die Sonne von einem blauen Himmel geschienen, was in der Nähe des Äquators ja eher nur selten vorkommt. Erst kurz vor „Butterworth“ kamen ein paar Wolken auf, es reichte aber noch immer für 32° und fast 100% Luftfeuchtigkeit. So kippte ich fast um, als ich aus dem klimatisierten Wagen ausstieg.


http://farm4.static.flickr.com/3002/5830136026_217005bfef_o.jpg
Bild 26: Unser Zug läuft bereits in den Bahnhof Bukit Mertajam ein. Das Formsignal gehört zur Hauptstrecke Richtung Kuala Lumpur.


http://farm4.static.flickr.com/3143/5830136556_df26742d7a_o.jpg
Bild 27: Im Bahnhof Bukit Mertajam war dieser alte Güterwagen als Denkmal aufgestellt.


http://farm3.static.flickr.com/2710/5829586631_f6ac4f0029_o.jpg
Bild 28:Die alten Bahnsteigüberdachungen und der Fußgängersteg im alten, englischen Stil sind im Bahnhof Bukit
Mertajam ebenfalls noch erhalten, im Hintergrund steht ein weiteres Schienenfahrzeug für den Streckenausbau bereit.


http://farm4.static.flickr.com/3614/5830136972_750db667a0_o.jpg
Bild 29: Kurz vor dem Bahnhof Butterworth zweigen einige Anschlussgleise in den Hafen ab. Hier holt eine
Lok vom Typ Class 29 (Chinesische Kopie (Dalian) des Blue Tigers (20 Stück gebaut 2005/6), siehe Ergänzung unten)
in der in Malaysia recht seltenen blauen Lackierung gerade einen Containerzug ab.


http://farm6.static.flickr.com/5160/5830137240_cdba7e7e9c_o.jpg
Bild 30: Ankunft am Bahnsteig im Sackbahnhof von Butterworth. Die Lok ist gar nicht bis ans Gleisende gefahren.
Als ich mit meinem Gepäck den Zug verlassen hatte, war die Lok schon abgekuppelt und hatte den Zug bereits umfahren.


http://farm6.static.flickr.com/5160/5830137540_7d791257e2_o.jpg
Bild 31: Blick auf die mit Blumen geschmückten Bahnsteiggleise 2 und 3 im Bahnhof Butterworth. An Gleis 3 befindet
sich der Empfangsraum für Fahrgäste des Eastern & Oriental Express, die hier den Zug verlassen, um Georgetown einen
Besuch abzustatten. Auch ich setzte vom Hafen, der direkt neben dem Bahnhof liegt, mit der Fähre nach Georgetown über.



Als erstes wollte ich mir Zugfahrkarten für die Weiterfahrt in Richtung Süden nach „Singapur“ mit Zwischenstopps in „Ipoh“ und „Kuala Lumpur“ kaufen. Aber das Computersystem der malaiischen Staatseisenbahn funktionierte gerade nicht und so konnte man mir am Fahrkartenschalter weder eine Fahrkarte verkaufen, noch eine Reservierung entgegennehmen. Das lief ja schon wieder super mit den Zugfahrkarten. Also schulterte ich mein Gepäck und machte mich zu Fuß auf zum Fähranleger, der gerade einmal 200 Meter vom Bahnhof entfernt lag. Die Fahrt hinüber auf die Insel „Penang“ koste gerade mal umgerechnet 25 Cent. Ich hatte Glück, denn direkt nachdem ich die Fähre betreten hatte, wurden die Schotten dicht gemacht und die Fähre legte ab. In naher Entfernung konnte man schon die Insel „Penang“ mit der Inselhauptstadt „Georgetown“ erblicken. Die Szenerie erinnerte an Hongkong, wo sich hinter Hochhäusern dicht bewaldete Hügel erheben. Die Skyline von „Georgetown“ ist aber bei weitem nicht so imposant wie die von Hongkong. Dafür sollen in „Georgetown“ weitaus mehr Gebäude aus der Kolonialzeit erhalten sein. Die Szenerie passte schon mal, am tiefblauen Himmel gab es nur vereinzelte Wolken und zwischen der Fähre und der Insel lag das türkisblaue Meer. Seit einigen Jahren gibt es auch eine Hängebrücke hinüber zur Insel, ich hätte also auch ein Taxi hinüber auf die Insel nehmen können. Aber das wäre weitaus teurer gewesen und hätte auch länger gedauert, denn die Fähre benötigte nur wenige Minuten für die Überfahrt nach „Penang“.

Direkt nach dem Einchecken fragte ich an der Rezeption, ob ich irgendwo in „Georgetown“ Eisenbahnfahrkarten kaufen kann. Die Antwort war „Ja, am Fähranleger“. Na super, da komme ich gerade her. „Heute aber nur bis 17:00 geöffnet“. Noch besser, es ist schon viertel nach vier, da muss ich mich ja sputen. Am Fähranleger angekommen, war der Fahrkartenschalter in einem Container schon geschlossen, obwohl es erst viertel vor Fünf war. Ein älterer Mann bemerkte meinen verzweifelten und verärgerten Blick auf die Uhr und die verschlossene Tür. Er erklärte mir in fließendem Englisch, dass der Schalter heute schon um vier Uhr geschlossen hätte und erst Morgen früh um acht Uhr wieder öffnet. Ein Land mit einer Eisenbahn, wo man aber keine Fahrkarten für Züge bekommt. So etwas ist mir ja auch noch nie passiert.



http://farm5.static.flickr.com/4039/4476409375_ff21da495f_o.jpg
Bild 32: Am Hafen von Butterworth ergab sich noch dieses Foto der Gegensätze: im Hintergrund der moderne Ölhafen, im Vordergrund die Nussschalen der Fischer.


http://farm5.static.flickr.com/4063/4476414425_468ccc2637_o.jpg
Bild 33: Auf dem Weg nach Georgetown kommt uns die Fähre aus Georgetown nach
Butterworth entgegen, im Hintergrund zeichnet sich die Skyline von Georgetown ab.


http://farm5.static.flickr.com/4042/4477191958_0155c3270e_o.jpg
Bild 34: Unter uns das türkisblaue Meer, über uns der fast strahlend blaue Himmel und dazwischen die Silhouette der Insel
Penang mit Georgetown mit dem „Penang Hill“, dem wir im nächsten Bericht mit der Standseilbahn einen Besuch abstatten.



Im nächsten Bericht werden wir uns dann ein bisschen in Georgetown umschauen. Aber keine Sorge, auch hier steht die Eisenbahn im Vordergrund. Die Straßenbahn ist zwar längst aus Georgetown verschwunden, aber mit der Standseilbahn kann man noch immer auf den „Penang Hill“ fahren. Ich hoffe also, dass ihr alle wieder mit dabei seid.




Zugliste


Zug		Von			Nach	Kilometer	Land	Traktion	Spurweite

S3		Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
ICE 75		Frankfurt(Main)Hbf	Zürich HB		 449,6		DE/CH	Elektr.		1435mm
IC 585		Zürich HB		Chur			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
R 1169		Chur			San Murezzan/St.Moritz	  89,25		CH	Elektr.		1000mm
RE 1145		Bravuogn/Bergün		Preda			  12,57		CH	Elektr.		1000mm
R 1658		Poschiavo		Ospizio Bernina		  21,294	CH	Elektr.		1000mm
R 1641		Morteratsch		Diavolezza		   4,635	CH	Elektr.		1000mm
R 1658		Poschiavo		Ospizio Bernina		  21,294	CH	Elektr.		1000mm
RE 1124		St.Moritz		Chur			  89,25		CH	Elektr.		1000mm
IC 570		Chur			Zürich			 116,1		CH	Elektr.		1435mm
S6		Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6		Baden			Zürich			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
S6		Zürich			Baden			  22,53		CH	Elektr.		1435mm
IR 1972		Baden			Basel SBB		  65,9		CH	Elektr.		1435mm
ICE 370		Basel SBB		Freiburg Hbf		  66,8		CH/DE	Elektr.		1435mm
RB31603		Freiburg Hbf		Littenweiler		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
RB31620		Littenweiler		Freiburg Hbf		   7,22		DE	Elektr.		1435mm
ICE 270		Freiburg Hbf		Frankfurt(Main)Hbf	 294,4		DE	Elektr.		1435mm
S3		Frankfurt(Main)Hbf	Niederhöchstadt		  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S3		Niederhöchstadt		Frankfurt(Main)Hbf	  11,8		DE	Elektr.		1435mm
S8		Frankfurt(Main)Hbf	Frankfurt-Flughafen	  11,4		DE	Elektr.		1435mm
Chollima	Pyongyang Yonggwang	Pyongyang Puhung	   1,5(ca.)	KP	Elektr.		1435mm
Zug Nr. 5	Pyongyang		Sinuiju-(Grenze DPRK)	 225		KP	Elektr.		1435mm
K 28		(Grenze China)-Dandong	Beijing			1132		CN	Diesel		1435mm
K 177		Beijing Xi		Datong			 368		CN	Elektr.		1435mm
2671		Datong			Xi'an			1006		CN	Elektr.		1435mm
Z94		Xi'an			Suzhou			1425		CN	Elektr.		1435mm
K8418		Suzhou			Huangshan (Tunxi)	 588		CN	Diesel		1435mm
K155		Huangshan (Tunxi)	Guilin Bei		1277		CN	Diesel		1435mm
K181		Guilin Bei		Kunming			1265		CN	Diesel		1435mm
LC4		Lao Cai			Hà Nôi			 294		VN	Diesel		1000mm
SE3		Hà Nôi			Sài Gòn			1730		VN	Diesel		1000mm
BT		Battambang		Battambang		12,54		KH	Benzin		1000mm
O280		Aranyaprathet		Bangkok			254,5		TH	Diesel		1000mm
SE35		Bangkok			Padang Besar		989,9		TH	Diesel		1000mm
SE35		Padang Besar		Butterworth		169,3		MY	Diesel		1000mm
								12213,763



Weitere Bildimpressionen aus Malaysia


Weitere Bildimpressionen von mir aus Malaysia auf Flickr. Zum Anschauen auf eines der Bilder oder den Link klicken:


http://farm5.static.flickr.com/4042/4477191958_ba780bcdd9_t.jpg http://farm5.static.flickr.com/4012/4477221400_ac4da38509_t.jpg http://farm3.static.flickr.com/2680/4477255932_33ff7e52e0_t.jpg http://farm5.static.flickr.com/4056/4477292712_db636fee37_t.jpg http://farm3.static.flickr.com/2703/4476545815_4cd631a6a1_t.jpg Malaysia http://farm3.static.flickr.com/2732/4476597141_6bd49ed1f0_t.jpg http://farm5.static.flickr.com/4027/4477390620_13d9b2e694_t.jpg http://farm3.static.flickr.com/2687/4476667729_b9b668145b_t.jpg http://farm5.static.flickr.com/4065/4476690493_ab16f5549b_t.jpg http://farm3.static.flickr.com/2795/4476713727_b16aa73780_t.jpg




Inhaltsverzeichnis


Prolog
  • Teil 0: 13.000km mit dem Zug durch 10 Länder, aber wo? BÜ-Bilderrätsel mit 10 Bildern
  • Teil 1: Prolog - Warum ich mit dem Zug 13.000km durch die Gegend gereist bin

  • Schweiz
  • Teil 2: Ein Kurzabstecher in das kapitalistische Musterland - Bilder von der Albulabahn
  • Teil 3: Über den Bernina zurück nach Deutschland

  • Nordkorea
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil A)
  • Teil 4: "Willkommen im sozialistischen Paradies" - Eine Einführung zu Nordkorea (Teil B)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil A)
  • Teil 5: Unterwegs mit der atombombensicheren Metro in Pyongyang - (Teil B)
  • Teil 6: Zugimpressionen aus Nordkorea und ein schweres Verbrechen
  • Teil 7: Mit O-Bussen durch den Alltag in Pyongyang
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil A)
  • Teil 8: Mit der Tram durch Pyongyang - Eine Stadtrundfahrt (Teil B)
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil A: Die Vertreibung aus dem "sozialistischen Paradies"
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil B: Verwirrung an der Grenze

  • China
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil C: Zurück im Kapitalismus?!
  • Teil 9: Von Pyongyang nach Beijing - Teil D: Im Morgenlicht nach Beijing
  • Teil 10: Eine kurze Einführung in die chinesische Eisenbahn
  • Teil 11: Mit dem Zug von Beijing nach Datong
  • Teil 12: Mit dem Zug von Datong nach Xi'an
  • Teil 13: Mit dem Zug von Xi'an nach Suzhou
  • Teil 14: Suzhou nach Huangshan (Tunxi)
  • Teil 15: Von Huangshan (Tunxi) nach Guilin
  • Teil 16: Von Guilin nach Kunming
  • Teil 17a: Schmalspurbahnen in Yunnan - Die Geschichte der Yunnan-Bahn
  • Teil 17b: Schmalspurbahnen in Yunnan - Weitere Schmalspurbahnen und Eisenbahnprojekte in Yunnan
  • Teil 17c: Schmalspurbahnen in Yunnan - Historische Schmalspurfahrzeuge im „Yunnan Railway Museum“
  • Teil 17d: Schmalspurbahnen in Yunnan - Historische Dampflokomotiven im „Yunnan Railway Museum“

  • Vietnam
  • Teil 18 (Rätsel): Wie hängen diese Bilder zusammen?
  • Teil 19: Viele verschiedene V-Loktypen - Eine kurze Einführung in die vietnamesische Eisenbahn
  • Teil 20: Ein Abend im „Bia Hoi“-Garten mit Bahnhofsblick in Lao Cai
  • Teil 21a: Mit Baguette und Zug, aber leider ohne Rotwein von Lao Cai nach Hanoi
  • Teil 21b: Mit Baguette und Zug, aber leider ohne Rotwein von Lao Cai nach Hanoi
  • Teil 22a: Auf Schienen durch Häuserschluchten und über Bahnübergänge in Hà Nôi – Teil A
  • Teil 22b: Auf Schienen durch Häuserschluchten und über Bahnübergänge in Hà Nôi – Teil B
  • Teil 23a: Mit Millionticket, verstopften Toiletten, Siemens-Lok und Regen im Wiedervereinigungsexpress von Hà Nôi nach Sài Gòn – Teil A
  • Teil 23b: Mit Millionticket, verstopften Toiletten, Siemens-Lok und Regen im Wiedervereinigungsexpress von Hà Nôi nach Sài Gòn – Teil B
  • Teil 24: Die Geschichte der Zahnradbahn von Thap Cham nach Da Lat
  • Teil 25: Hochzeit auf einer Dampflok in Da Lat

  • Kambodscha
  • Teil 26: Um welches Eisenbahngefährt handelt es sich hier? - Rätsel
  • Teil 27: Eine kurze Einführung in die kambodschanische Eisenbahn
  • Teil 28: (Ein)Stimmungsbilder vom Bahnhof Phnom Penh
  • Teil 29: Art-Déco und Güterwagenschlangen – Ein Rundgang im Bahnhof von Phnom Penh
  • Teil 30: Diesellokomotiven und Dampflok(reste) der kambodschanischen Eisenbahn
  • Teil 31: Deutsche Wasserkräne und Bahnidylle im verwaisten Betriebswerk von Phnom Penh
  • Teil 32: Personen- und Güterwagen der kambodschanischen Eisenbahn
  • Teil 33: Verfall, Müll und Kinderprostitution –Szenen am Bahndamm in Phnom Penh
  • Teil 34: Das (Bahn)Städtchen Battambang - Asiatische Provinz, wie ich sie liebe
  • Teil 35: Hessische Wasserkräne und Rheinländische Güterwagen – Der „deutsche“ Bahnhof von Battambang
  • Teil 36: Abenteuer auf Schienen – Eine Fahrt mit der Bambuseisenbahn von Battambang

  • Thailand
  • Teil 37: Zum 50. ein Rätsel
  • Teil 38: Eine kurze Einführung in die „deutsche“ Eisenbahn in Thailand
  • Teil 39a: Thailändische Nebenromantik par excellence – Mit dem Triebwagen von Aranyaprathet nach Bangkok
  • Teil 39b: Thailändische Nebenromantik par excellence – Mit dem Triebwagen von Aranyaprathet nach Bangkok
  • Teil 40a: Sonne, blauer Himmel und Eisenbahn – Zwischen Slums und Gleisen auf Bahntour in Bangkok
  • Teil 40b: Sonne, blauer Himmel und Eisenbahn – Zwischen Slums und Gleisen auf Bahntour in Bangkok
  • Teil 41: Eastern Oriental Express für Arme – Mit dem Zug von Bangkok in Richtung Butterworth

  • Malaysia
  • Teil 42: Filmset-Rätsel mit Eisenbahnbezug
  • Teil 43a: Zwischen verfallender kolonialer Vergangenheit und eher trister Gegenwart – Eine kurze Einführung in die Eisenbahn Malaysias
  • Teil 43b: Zwischen verfallender kolonialer Vergangenheit und eher trister Gegenwart – Eine kurze Einführung in die Eisenbahn Malaysias



  • 3-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:09:24:15:19:43.
    Danke für diesen tollen Bericht.

    Die Lok auf dem Bild 29 ist eine vom Typ Class 29.
    Genau, eine Chinesische Kopie (Dalian) des Blue Tigers (20 Stück gebaut 2005/6), siehe auch [en.wikipedia.org]

    Thomas.



    1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:09:16:15:08:27.
    Hallo Florian,

    Zitat:
    Bild 27: Im Bahnhof Bukit Mertajam war dieser Generatorenwagen als Denkmal aufgestellt.

    Generatorenwagen? Das ist doch ein ganz gewöhnlicher Güterzug-Begleitewagen (Brake Van).

    Zitat:
    Die Straßenbahn ist zwar längst aus Georgetown verschwunden, aber mit der Standseilbahn kann man noch immer auf den „Penang Hill“ fahren.

    Die alte Standseilbahn, wie sie bis Februar 2010 noch zu erleben war, ist leider seitdem Geschichte. Sie wurde durch eine im August dieses Jahres mit zwei Glasskästen betriebene (einteilige) Bahn ersetzt. Mehr zum Thema unter:

    [www.internationalsteam.co.uk]
    [www.internationalsteam.co.uk]
    [www.internationalsteam.co.uk]

    Schöne Grüsse, Thomas.



    2-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:09:16:15:16:00.
    Kusi schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Danke für diesen tollen Bericht.
    >
    > Die Lok auf dem Bild 29 ist eine vom Typ Class 29.

    Danke für die Ergänzung.
    tkautzor schrieb:
    -------------------------------------------------------
    > Hallo Florian,
    >
    > Bild 27: Im Bahnhof Bukit Mertajam war dieser
    > Generatorenwagen als Denkmal aufgestellt.
    >
    > Generatorenwagen? Das ist doch ein ganz
    > gewöhnlicher Güterzug-Begleitewagen (Brake Van).
    >

    Natürlich, ist schon korrigiert. Ich wollte Güterwagen schreiben und habe irgendwie gerade an Generatoren gedacht.


    > Die Straßenbahn ist zwar längst aus Georgetown
    > verschwunden, aber mit der Standseilbahn kann man
    > noch immer auf den „Penang Hill“ fahren.
    >
    > Die alte Standseilbahn, wie sie bis Februar 2010
    > noch zu erleben war, ist leider seitdem
    > Geschichte. Sie wurde durch eine im August dieses
    > Jahres mit zwei Glasskästen betriebene
    > (einteilige) Bahn ersetzt. Mehr zum Thema unter:
    >
    > [www.internationalsteam.co.uk]
    > 09b.htm
    > [www.internationalsteam.co.uk]
    > 10a.htm
    > [www.internationalsteam.co.uk]
    > 10b.htm
    >

    Ich hatte noch Glück und erlebte die "alte" Standseilbahn kurz vor dem Umbau. Dazu aber mehr im nächsten Bericht.


    Viele Grüße

    Florian