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[SE] Skandinavischer Winter 2011 – (2) Um Abisko (m24B.)

geschrieben von: Nil

Datum: 07.09.11 00:03

Hoi Welt,

Ha, Christof hat ja gut vorgelegt mit dem ersten Türkiye Teil, Grüsse nach Bayern an dieser Stelle.

Hier geht es nicht im Sivas, Döner, verpasste Chancen und schlechte Strassen, nein, wir lernen etwas über Geduld, Pünktlichkeit und Bankräuber die keine sind ;).
Wir sind Abisko angekommen, alles hat bestens geklappt und wir schauten auf ein paar Tage in Abisko mit ½ Wetter.

Teil1: [www.drehscheibe-foren.de]




Sonntag 13.03.11 Abisko – Abisko

Link zur Karte von diesem Tag: [maps.google.ch]

Wir wollten ja eigentlich früh raus … ABER, ach … Das Bett war warm, bequem und draussen war es auch nicht 100% schön. Hihi, es ist immer dasselbe, ich faule Qualle ;). So spät kamen wir dann aber doch nicht raus, nämlich um halb 9 Uhr. Immerhin, wir hatten kein Frühstück gebucht (zu Teuer für das, dass ich so etwas nicht brauche) und verloren so schon mal keine 30min beim mampfen. Ohne grosse Umwege und ohne auf den Plan zu schauen verliessen wir unsere Hütte mal und liefen zum Auto.
Wetter ganz kurz: Osten hui, Westen Pfui. Das ist dumm, weil im Westen liegen die ganzen Stellen die ich noch offen habe. Aber was will man machen, lieber in einer Richtung schön als gar keiner, wie von einigen Wetterdiensten vorher gesagt. So fuhren wir in Richtung Osten. Weit mussten wir nicht bis wir die letzten Schleierfetzen hinter uns gelassen hatten und pünktlich beim Pessisjoka war die Sonne voll da, mit etwas ehrlichen Idiotenwolken im Himmel. Den Weg hoch zur Stelle kannte ich langsam, ich war bei jedem (ausser einem, wo wir mit dem Fahrrad hier wagen) Urlaub einmal an der Stelle, es war aber IMMER irgend etwas mit dem Licht schief gelaufen - dass musste sich heute ändern!
Bevor wir los sind haben wir noch die Verlängerungen an unsere Schneeschuhe montiert (gibt mehr Auftrieb im Tiefschnee), und wir sind der Meinung, die Dinger sind’s! Wir sind nicht 1x tiefer als bis zu den Knöcheln eingesunken, und das obwohl wir auch durch so einen dummen Wald gelatscht sind … sollten diese Verlängerungen etwa die Lösungen für all unsere Probleme sein? ;) Oben an der Stelle angekommen schaute ich dann mal auf den Plan … ups, in 1 ¼ h kommt dann mal etwas von Narvik. In der Theorie, in der Praxis sah ich gerade weit hinten als ich mein Handy wieder senkte eine Wagenschlange auf uns zu Rollen. Hui! Wieder gut verfrüht der leere Zug (wie gestern ja auch schon), und wieder waren wir nicht unglücklich darüber. Die IORE (hihi, was sonst ;)) war 5min später bei uns und gut ausgeleuchtet, der Tag begann also schon mal gar nicht verkehrt.

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Colaeis ... die erste Sichtung am Morgen im Auto ;)

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Pessisjoka - eine Stelle die ich irgendwie auch in jedem Urlaub mindestens einmal angefahren habe. ABER, das Wetter war noch nie so schön wie dieses Jahr. Deshalb darf IORE 120 auch ins Internet.

Auf das wollten wir etwas trinken, also Sprite (kein Alkohol so früh am Morgen ;)). Die Buddel lag die ganze Nacht im Auto und David hatte sie nun im Rucksack. Das Sprite war flüssig als wir die Flasche begutachteten. Spannend, da die Cola die ebenfalls im Auto lag gefroren war. Wir wurden dann beim Öffnen der Flasche an unsere Schulzeit zurück erinnert, mit dem Öffnen der Flasche begann die ziemlich flott bis unten hin zu gefrieren. Fertig flüssig … ;) Da war doch etwas mit Druck und Gefrierpunkt und so. Auf jeden Fall entlockten wir der Buddel noch ein paar kalte Tropfen – um Eis mussten wir nicht besorgt sein ;)
Wir dachten noch nicht daran unseren Hügel zu verlassen, in 1h sollte ein Erzzug nach Narvik folgen und wiederum 30min später dann je ein P-Zug pro Richtung, mit Kreuzung gleich bei uns. Klang verlockend alles, denn in weniger als 2h sollten wir mit der Stelle komplett durch sein. Haha, guter Witz, aber wir glaubten noch daran, um 4tel vor 10 Uhr.
Als nächstes kam mal kein Zug sondern Schmodder, ein grosser Fetzen von hinten und machte dunkel. Natürlich genug lange um den fast Pünktlich verkehrenden 11 Uhr Erzzug 9910 noch zu erwischen.

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Auch IORE 122 darf an der Stelle in Pessisjoka ins Internet. Sie war mit Erzzug 9910 fast pünktlich dran.

Das GSLS „Globel Schmodder Locating System“ hatte uns also auch in diesem Urlaub wieder gefunden. Wurscht, was ist schon eine IORE wenn man dafür eine Rc haben kann? Eben! So warteten wir auf den P-Zug aus Narvik. Dabei erwarteten wir diesen IC, der vor dem Stockholmer Nachtzug kommen soll, mehr oder weniger pünktlich, beim Stockholmer waren wir uns da nicht ganz so sicher. Aber erstens kommt es anders, und zweitens als man Denkt. Wie befürchtet tat sich zur Planzeit erst mal gar nichts in kein keine Richtung nicht.
15min später, kein Zug, 30min später, kein Zug. 45min später, kein Zug … es wurde langsam kühler. 1h später, kein Zug … es wurde noch kühler und wir versuchten uns und unsere Füsse mittels sinnlosem hin und her Getrampel etwas bei Laune zu halten. Es dauerte und dauerte und 2 Stunden später dann ein „Lichtblick“ (oder besser Scheinwerferblick), der Nachtzug aus Stockholm kam doch tatsächlich mit etwas über 2 Stunden Verspätung bei uns vorbei. Schön! Nur wo blieb der Tagzug nach Lulea? Narvik ist ja jetzt nicht so arg weit entfernt?!

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Rc1331 mit dem Nachtzug von Stockholm in Pessisjoka. Dieser war dafür weniger Pünkltich …

Wir warteten und warteten und es kam erst wieder ein Erzzug nach Kiruna, den hatten wir komplett vergessen *grmbl*, und dann kam wieder Schmodder. Erst nur ganz feiner, dann immer dichterer. Den P-Zug hatten wir abgehackt, es sollte aber in Richtung Narvik noch bisschen was kommen. Erst Erzzug 9912 und dann ein ARE gleich hinterher. Mindestens 9912 wollten wir an der Stelle noch schiessen.
Zur Planzeit um 13:35 tat sich aber nicht viel, das war für mich umso ärgerlicher da ich fest mit dem Zug gerechnet und mich unbequem in den Hang gestellt habe … die Erzzüge kommen ja immer. Tscha … denkste. So stand ich etwas verloren da im Hang im Schatten und wartete. Die Planzeit vom ARE rückte näher, war da, und verstrich, es war nun 14 Uhr (zur Erinnerung, wir waren etwa seit 9:30 auf dem Hügel). Die Sonne hatte gerade einen besonders schwachen Moment als ein surren durch die Luft ging welches David und ich sofort als IORE identifizierten. Schade …

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Es wurde langsam kälter, doch anstatt das ein Erzzug Zug von Kiruna kam, wie es im Plan stand, kam nochmal einer von Narvik, IORE 112 führte.

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Der erhoffte Erzzug von Kiruna kam dann noch mit IORE 108 vorne, dummerweise war das Licht da aber fast weg.

Dann war es uns zu dumm, der folgende ARE, so er den kommt, und auch der Personenzug, so er den kommt waren nicht Argument genug um unsere kalten Füsse noch länger frieren zu lassen. So stapften wir zurück zum Auto, ich nahm die Hälfte von meinem Skistock welchen ich auf dem hinweg „verloren“ hatte wieder mit. Beim Auto konnten wir uns endlich etwas aufwärmen. Wir packten dann die Schneeschuhe hinten rein und fuhren nach Westen. Der Osten wäre zwar Sonnentechnisch die sicherere Wahl gewesen, wir wollten aber weder dem ARE noch dem folgenden Personenzug zu weit entgegenfahren bzw. überfahren.
Der Blick nach Westen war auch nicht schlecht und wir liebäugelten erst mit Vassijaure, wo der Erzzug 9912 vom ARE überholt werden sollte (Plan) – uns war klar, dass das wohl nicht der Fall sein wird, da ja schon der Erzzug eine satte Verspätung hatte und da nicht alles lief, wie es laufen müsste. Aber Vassijaure ist immer toll. Als wir bei Solbacken das erste mal ums „Eck“ schauen konnte war der Plan Vassijaure auch schon wieder gestorben, das blau welches wir sahen war nicht da sondern weiter Nördlich und in Vassijaure war es wohl … dunkel, wie überall weiter im Westen.
So blieb uns einzig die Hoffnung auf das „Abisko Blue“ (ist so etwas wie das Hani Blue ;)) und wir fuhren beim Parkplatz von Solbacken raus. Es war noch Licht da, also schnallten wir die Schneeschuhe um und liefen zum Bahnwärterhaus. Der Schleier war zwar auch da, aber etwas anderes konnten wir nun sowieso nicht mehr tun, also blieben wir. Ich begann dann etwas an dem mitgebrachten Mittagessen zu knabbern – Polarbröt mit Skinkenost, und wir warteten.
Wir haben dann weder den ARE noch den fehlenden IC nach Lulea gesehen, welcher mindestens 3h Verspätung haben musste. Dafür kam der IC aus Lulea fast pünktlich über die Gerade gebraust – und so gab es heute doch noch ein Bild an einer anderen Stelle.

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Rc 1334 mit dem IC von Luela nach Narvik kurz vor Abisko am Bahnwärterhaus Solbacken.

Wir waren dann nicht Motiviert noch weiter zu warten und liefen wieder zum Wagen zurück. Ohne so recht zu wissen was wir wollten fuhren wir mal durch Abisko durch und an der Touristation vorbei. Björkliden, Nachtzug im Bahnhof Fotografieren? Das war die Idee die dann aufgeflammt ist im Auto. Der Nachtzug war nicht mehr weit weg und in die Richtung hatte ich im Bahnhof noch nie ein Foto gemacht.
Über den total vereisten Weg da hoch (ohne Spikes - keine Chance, Grüsse an den Polen aus Kiruna oder die beiden Schweizer mit dem Camper vom Touribunker ;)) schlitterten wir erstmal gleich bis zum Fjellethotel hoch um den Ausblick zu geniessen. Im Hotel war Hochbetrieb, zwei Reisecars standen da mit einer Menge Leute drumrum, dagegen war es in der Touristation ja geradezu ruhig.

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Blick auf die Lapporten

Am Bahnhof wollten wir dann den besagten Nachtzug nach Stockholm noch schiessen, hell genug war es noch … nur der Zug wollte nicht. Mit über 30min Verspätung war er angekündigt, so lange wollten wir nicht warten.
Dann schluckte uns erstmal der Touribunker wieder, wir machten uns frisch, ich legte mich 10min aufs Ohr, und wir zogen uns etwas gemütlicher an. Das Abendessen stand auf dem Programm. Gestern im Supermarkt meinte ich zu David noch, dass wir ruhig selber kochen können, wir hätten Zeit jeden Abend. „Burger fressen“ müsste nicht sein – ist ja in Schweden auch kein günstiges Vergnügen. Als ich ihm dann heute erklären musste, das ich keine Lust auf Kochen hatte sondern lieber in unseren Stammladen in Abisko fahren will zum "Burger fressen" hatte ich etwas Mühe meine Glaubwürdigkeit zu wahren ;).
Doch was war das? Das Lokal sah ziemlich geschlossen aus und da waren so Schilder am Eingang. Da stand da nur drauf, dass das Lokal umgezogen sei in die Tanke. Ich hatte schon Angst das Lokal ist wegen zu geschlossen. Das Restaurant an der Tanke. Dieses Gebäude wird auch immer wieder mal umgenutzt, 2005 war es noch ein Shop voll mit Krimskrams, 2007 ein Shop voll mit Süssigkeiten und so Handwerkerzeug, und jetzt 2011, unser Stammbeizer … ist aber schön gemacht das neue Lokal, auch wenn die gemütliche Atmosphäre vom alten Ort nicht mehr gegeben ist.
Wir bestellten das normale „Menü 1“ für 75 Kronen. Merkwürdig, ich hatte das eher so mit 120 Kronen im Kopf. Ich sage es mal so; ich habe das 120 Kronen Menü so gross im Kopf, dass man ohne alles aufzuessen satt wird. Das kann ich vom 75 Kronen Menü nur bedingt behaupten. Entweder bin ich also verfressener als vor 7,6, 4 und 2 Jahren, oder das Menü wurde kleiner ;). Egal, geschmeckt hat es trotzdem. Und zum Glück war der Supermarkt bei unserem Versuch einen Nachtisch zu kaufen schon geschlossen, wer weiss was für unnötiges Zeug wir noch gekauft hätten? Den eigentlich jetzt kurz vor 9, bin ich noch immer Satt (die Kekse auf dem Tisch mampft bis jetzt nur David ;)).
Wir sitzen jetzt wieder am Kamin, vertreiben uns die Zeit mit gemütlichem Nichtstun … das Bier ist noch halb voll, der Akku dafür halb leer. Mal schauen was es an der Nordlichtfront heute noch zu sehen gibt ….




Montag 14.03.11 Abisko – Abisko

Link zur Karte von diesem Tag: [maps.google.ch]

Nichts gab es zu sehen gestern Abend was Nordlichter anbelangt, es war bedeckt und auch der Mond schien nur zeitweise durch die Wolken. So kamen wir relativ zeitig ins Bett, um 11 war schon Dunkel bei uns im Zimmer, dafür wollten wir dann heute früh raus.
Um halb 7 wollte ich eigentlich aufstehen, das Wetter war aber nicht viel und so wurde es am Schluss kurz nach 7 Uhr bis wir raus kamen. Es war draussen auf einmal viel blau zu sehen und so waren wir auch ordentlich motiviert. Der zweite Blick aus dem Fenster fiel dann auf den Weg vor der Hütte, da lagen doch so etwa 5cm Neuschnee, es hat geschneit?
Von diesem Schneefall kriegten wir dann im Verlauf auch eine Ladung ab, wir wollten nach Vassijaure, da sollte etwas los sein um 8 Uhr herum, zwei Erzzüge, ein P-Zug und ein Güterzug bis 9 Uhr, in Abisko wäre es nicht ein Zug gewesen. Das Auto vom Schnee befreit (schlau, in der Karre liegt sogar eine Bürste) fuhren wir los. Björkliden passierten wir in der Sonne doch dahinter holten wir dann den Schneesturm ein und über die verschneite und vereiste Strasse fuhren wir Vassijaure entgegen.
Da angekommen wartete schon mal die erste eher negative Überraschung auf uns, der Erzzug nach Kiruna welcher eigentlich erst in etwa einer Stunde hätte da sein sollen stand schon in der Kreuzung und wartete den einfahrenden P-Zug ab. Ich leitete darauf gleich das Wendemanöver ein um dem Zug vorweg fahren in den Sonnigen Bereich. Doch halt, wir hielten noch kurz inne um zu schauen ob der Erzzug den wirklich fährt. Das tat er nicht und so fuhren wir doch noch kurz zum Bahnhofsgebäude vor.
Der Zug stand und der Plan wusste auch warum, der GC Güterzug nach Narvik fehlte noch. Wir versuchten uns im Schneetreiben irgendwie vernünftig zu stellen was nicht klappte, vom Hausbahnsteig aus ging nicht viel, auf Gleis 2 stand der Erzzug und der anderen Bahnsteig hinter dem warteten Erzzug war nicht erreichbar. Wir versuchten zwar unser Glück durch den „Atombunker“ (also durch die Unterführung ;)) landeten aber auf der anderen Seite an einer Schneewand hinter der Türe ;-). Zurück am Hausbahnsteig kam der Güterzug dann gleich und es gelang nur mehr ein Notschuss von der grünen Rc.

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Der GreenCargo Güterzug nach Narvik, mit Lok 1284 im Schneetreiben in Vassijaure.

Kaum war der Güterzug vorbei zog der Erzzug an, ein Ruck ging durch den Zug und er setzte sich in Bewegung. Wir im Auto fuhren ebenfalls, wir wollten in die Sonne. Gemütlich fuhren wir zurück bis zum Bahnhof von Abisko Östra. Auf dem Weg da hin überraschte uns dann das Navi im Auto, und zwar positiv. Das lief nie bis anhin, die Position wurde immer irgendwo vermutet, aber nie da wo wir waren. Nun lief es auf einmal und zeigte alles was wir wollten … hm, was auch immer das jetzt ausgelöst hat. Es ist ja nicht so, dass wir das Navi hier brauchen, im Gegenteil, wir brauchen nicht mal eine Karte. Wozu auch? Viele Strassen gibts ja eh nicht. Aber trotzdem schaut es sich besser auf ein Display wo alles passt als auf ein schwarzes Loch ;)
In Abisko war Sonne und da geht ja eigentlich immer etwas. Wir hofften auf eine Kreuzung im Bahnhof, ein grünes Signal an der Ausfahrt nach Kiruna machte diese Hoffnung aber zunichte. So standen wir an die Ausfahrt und warteten kaum 10min bis der Zug dann kam.

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Weiter Östlich war das Wetter bombig und die tiefstehende Sonne zündete ins Auto.

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Der Erzzug der uns im Vassijaure noch "im Weg" stand, kam dann in Abisko dafür im Sonnenschein. IORE120 befindet sich mit Anhang auf dem Weg nach Kiruna.

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Abisko

Hm, und jetzt? Wir hatten nicht wirklich eine Idee, zurück nach Vassijaure schien uns aussichtslos, das Wetter sah nicht gut aus, besser sah es nach Osten aus … aber schon wieder? Wir assen erst mal unsere Mini Kanelbullen und wechselten an die Westausfahrt vom Bahnhof. Warten auf irgend etwas. Ein voller Erzzug stand auf dem Programm und im Streiflicht vor den Bergen könnte etwas gehen. Lange warten mussten wir nicht bis die Ausfahrt gestellt wurde und somit das kommen des Zuges angekündigt wurde.
Zwei Mitarbeiter von VR Tracks (schon lustig, dass die Finnen jetzt den Streckenunterhalt an der Erzbahn machen) standen an der Weiche zum Gleis eins und werkelten da irgendetwas rum. Erst als der Bahnübergang den nahenden Zug ankündigte (der davor schon länger zu sehen war) verschwanden die beiden. Wir bezogen Position und machten Kunst, wahre Kunst ;) Das „wie weiter“ Problem löste sich nach der Zugsdurchfahrt jedoch nicht.

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IORE 122 (die kennen wir langsam) mit einem vollen Erzzug im Bahnhof von Abisko.

David hatte dann die Idee, dass wir am östlichen Portal des Tunnels zwischen Abisko und Björkliden schauen könnten ob etwas geht, was wir dann machen wollten. Der Weg zum Portal war vor einiger Zeit mal geräumt worden und so gestaltete sich das Hochlaufen durch die vielleicht 15cm Neuschnee relativ angenehm. Oben angekommen dann aber die Ernüchterung, wir waren zu spät. So wie wir die Stelle umsetzen wollten ging es nicht mehr, ausserdem gibt es im Winter mit den Baumschatten ein kleines Problemchen.
Der nächste Zug nach Osten, also im Licht, sollte der Personenzug in etwas über einer Stunde sein. Hmm, ach egal, wir fahren dahin wo es schön ist, entschlossen wir und brausten wieder an Abisko vorbei in Richtung Osten. Wir suchten uns mal etwas Neues. Der Bahnhof von Steinbacken gefiel uns eigentlich, wir mochten aber irgendwie nicht zur Stelle die wir in der nähe vermuteten laufen, ausserdem dürfen am Bahnhof nur Anlieger parken, zwei gute Gründe wieder zur Strasse zurück zu kehren wie wir fanden.
So verliessen wir den Bahnhof wieder und fanden vielleicht 3km weiter in Richtung Torneträsk etwas, was spannend aussah von der Strasse aus. Ich konnte mich daran erinnern mit Daniel anno 2007 mal genau an dieser Stelle etwas probiert zu haben, und ich hatte die nicht in wahnsinnig schlechter Erinnerung (Bild davon hatte ich aber keins, weil mir damals der Akku verreckt vor dem Zug, dass weiss ich noch). So stapften wir mit den Schneeschuhen an den Füssen mal los den Berg hoch. Gestern waren die Verlängerungen noch DIE Lösung, heute merkten wir aber, auch mit Verlängerung kann es vorkommen, dass man ganz schön tief einsinkt – dass aus dem Loch steigen ist dafür gleich noch etwas mühsamer ;). Kurz nach dem loslaufen fuhr oben dann noch ein Erzzug nach Narvik vorbei, mit Ankündigung und mit Frontschatten, störte uns also kaum.
Wir schafften es dann schlussendlich in etwa 20min hoch zur Stelle und warteten mal auf Verkehr. In der nähe sollten sich in etwas über einer Stunde die beiden Personenzüge kreuzen, wir standen mehr oder weniger für beide Richtungen (Züge von Kiruna gingen mit etwas gutem Willen), also schauten wir diesem Schauspiel gelassen entgegen. HAHA, Personenzüge … Pünktlich, guter Witz! Wir waren kaum 15min in an der Stelle da tauchte von hinten ein leerer Erzzug auf .. hmn, der kam uns natürlich sehr gelegen, nur welcher war das? Er war ziemlich im Plan vom 9907 unterwegs, wobei wir der Meinung waren, 9907 hätten wir in Abisko schon fotografiert. Oder war das 9909 fast 2h zu früh? Oder war der Zug den wir in Abisko gemacht hatten etwa 9903 (nein, ich weiss nicht warum es 9905 zwischen 9903 + 9907 nicht gibt)?. Wir fanden es nicht heraus, war uns aber eigentlich auch egal. Wir hatten unser Foto, was auch immer der Personenverkehr heute wieder zu bieten hätte.

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IORE 103 mit einem leeren Erzzug nach Kiruna hinter Steinbacken.

Es folgte dann kurz vor der Planzeit der Personenzüge noch ein Bauhobel nach Osten … urks. Die Planzeit der beiden Fensterzüge kam und verstrich natürlich ohne dass sich ein Rad bewegt hatte. Das war etwas mühsam, vor allem weil die Schatten für den Westfahrer immer länger und länger wurden. Es kam dann als erstes und mit vielleicht 30min Verspätung der IC nach Lulea, ging ja noch … der Stockholmer Nachtzug liess sich dann schon etwas mehr Zeit, mit gut etwas über einer Stunde rollte er erst vorbei.

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Der IC von Narik nach Lulea, heute kam er, hinter Steinbacken.

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Der Nachtzug nach Narvik, heute mit ordentlicher Verspätung unterwegs, mit RC1327 vor Steinbacken.

Die Stelle hatten wir gesehen, wir stapften wieder runter zum Auto (nicht minder anstrengend) und fuhren noch weiter in Richtung Osten. Wir wollten uns den Streckenabschnitt bis Torneträsk noch anschauen, und ausserdem war da das Wetter deutlich stabiler als im Westen.
Der Bahnhof Torneträsk sah ziemlich nett aus. Vormittags muss da sehr gut etwas von einem Hügel runter gehen, Vormittags, dafür waren wir nun zu spät. David war vom Bahnhof nicht ganz so überzeugt, was dem doch relativ dichten Mastwald geschuldet ist, müsste man ausprobieren, war dann schlussendlich unserer beider Meinung.
Als nächstes erwarteten wir relativ Bald 9912 nach Narvik, der war fällig. An der Stelle am kleinen See zwischen Kaisepakte und Steinbacken sollte das gehen. Wir waren noch nicht in den Wolken drin und die Stelle fehlte uns definitiv noch mit Sonne. Vor 2 Jahren waren wir da zwar schon zweimal und beide male gab es nur je einen IC im Sparlicht. Wir stapften bis kurz vor die Stelle über den zugefrorenen See und legten dann die letzten Meter gekonnt durch einen kleinen Wald zurück.
Die Sonne passte zwar nicht 100%, dafür waren die Schatten noch nicht im Gleisbereich. So warteten wir, lange war es zur Planzeit nicht mehr hin, knapp 20min. Und diesmal hätte der Zug früher kommen dürfen als im Plan steht, was er aber nicht tat. Und so kam er voll im Wolkenschatten, ausser beim Teleblick. ARG. Ein Wolkenband zog genau in die Sonne rein und machte die Stelle dunkel. Es ist selbsterklärend, dass beim zurück laufen wieder mehr Löcher in den Wolken waren und die Sonne ab und an schien, naja, es hätte auch klappen können *grummel*.

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IORE 124 mit einem vollen Zug nach Narvik im Sonnenspot vor Steinbacken.

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Bankräuber? Oder doch einfach nur ein Eisenbahnfreund? ;)

Da im Westen immer noch mieses Wetter war fuhren wir halt noch weiter nach Osten, das schien uns die klügere Wahl. Denn in den nächsten 2h sollten sowohl ein Erzzug als auch der GC Güterzug in diese Richtung fahren, von Kiruna her sollte bloss noch der Personenzug kommen und etwas später dann 9914 … aber beide nirgends so wirklich im Licht.
Wir stellten uns auf halber Strecke zwischen Torneträsk und Bergfors in eine Kurve, da war die Gefahr von einer Wolke verarscht zu werden bei gegen 0%, ausserdem passte das Licht wunderbar. Wir warteten und der Plan hatte folgende Reihenfolge für uns bereit: Personenzug von hinten (Kiruna), dann sofort der Güterzug von vorne (Narvik) und dann mit 30min Abstand der Erzzug von vorne. Irgendwann dann noch der Erzer von hinten, interessierte uns aber weniger.
Wir standen auf unserem Felsen, bequem stehen wäre anders, und wieder strich die Planzeit des erstes Zuges vorbei. Der Personenzug von hinten fehlte, der Güterzug von vorne dann auch schon … und sogar zur Planzeit des Erzzuges von vorne war noch nichts vorbei. Der IC von hinten kam dann irgendwann mal mit etwas über 30min Verspätung (ganz schön Pünktlich).

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Zwischen Bergfors und Torneträsk war der letzte Sonnige Abschnitt an diesem Abend. Der Lulea - Narvik IC kam mit Rc1331 unerwartet durch die Kurve gerollt.

Wir hofften auf eine Kreuzung in Torneträsk und auf einen Zug von vorne, möööp, falsch gedacht. Dafür tauchte 30min später von hinten dann der volle Erzzug 9914 auf und belegte die Strecke. Na prima! Es war schon fast 16 Uhr als wir uns nach fast 2h stehen mit dem Gedanken anfreunden mussten, trotz ewigem warten in der Sonne ohne Bild in den Feierabend gehen zu müssen. Aber noch war Sonne da und wer weiss, vielleicht wurde in Torneträsk gekreuzt?
Auf der Strasse wurden derweil 6 neue Volvo Stadtbusse überführt (Ortsbus Tromsö oder so) und unter die gewohnten Töne von der Strasse mischte sich ein rauschen. Zum rauschen kam bald ein feines surren dazu, ah, ein Zug! Ich wünschte mir den Erzzug, rechnete aber mit dem GC Güter, und es kam: der Erzzug, Prima. Grüne Rc kann ich auch in Südschweden Fotografieren sagte ich mir beim Wünschen. Wobei, wenn ich mir das recht überlege dürfte ich deutlich mehr Bilder von IORE als von grünen Rc’s haben ;)

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IORE 126 vor Bergfors mit einem leeren Erzzug nach Kiruna.

Der Erzzug war durch, fehlte noch der GC Zug. Theorielektion: Mal angekommen der stand eine Kreuzung weiter hinten und liess 9914 passieren würde es etwa 20min dauern bis er kam, 40min wenn er zwei Bahnhöfe weiter hinten gestanden hätte … oder er käme schon in 5min, wenn er im Block hinter dem leeren Erzzug käme und man 9914 dafür rausgenommen hätte (sehr unwahrscheinlich, volle Erzzüge haben für normal Vorfahrt). 5min später kam er nicht, auch 20min später tat sich wenig, nur David stampfte auf dem Felsen auf und ab um seine kalten Füsse aufzuwärmen.
Nach etwa 35min rauschte dann wieder etwas was nicht nach Strasse klang. Wir hatten es zu diesem Zeitpunkt schon fast aufgegeben und wollten mehr als einmal los, es war kalt. Als dann der GC Zug mit der grünen Rc im letzten Licht ums Eck bog, waren wir froh alles richtig gemacht zu haben.

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Im allerletzten Licht, der GreenCargo Güterzug zurück nach Kiruna.

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Fahrt zurück nach Abisko

Am Auto zurück fuhren wir auf direktem Weg Abisko entgegen, wir wollten noch Kunde vom Supermarkt werden am Abend. Da drinnen waren wir dann unschlüssig was wir Essen wollten. Erst dachten wir an Pölser, was nicht gelang da das madige Pölserbröd gerade nicht mehr Vorrätig war. Idee 2 Teigwaren mit Sauce und Geflügel verwarfen wir weil es im ganzen Laden kein Pouletgeschnetzeltes gab. Meine Zwischenidee Tiefkühlpizza verwarf David ziemlich flott.
Blieben Kötbullar, dazu müsste man eigentlich Potatismus und Brunsos machen?! MJAM!
Im Haus Keron ging ich erstmal Duschen und dann gingen wir Kochen. Dabei trafen wir auf einen Deutschen und so war für Unterhaltung beim Kochen, Essen und Zusammenräumen gesorgt. Er war schon was länger hier in Abisko und war auch schon in der „Schneebar“ da auf dem Hügel, er meinte aber: lohnt sich überhaupt nicht und sei den Preis nicht Wert. Wir haben jetzt also zwei komplett gegenteilige Meinungen gehört und wissen jetzt nicht so ganz, was wir glauben sollen und was nicht. Jetzt sitzen wir wieder am Kamin und tun nicht viel, wir warten bis draussen jemand die Polarlichter anmacht, bisher aber erfolglos.

Noch eine kurze Bemerkung, der Tagesablauf besteht meist aus warten, etwas anstrengendem erlaufen der Stellen und wieder aus warten (klingt so?). Das klingt langweilig … ist es teilweise auch ;), aber es ist Urlaub und Entspannung pur. Wenn man hier hoch fährt weiss man ja genau auf was dass man sich einlässt. Und wenn dann halt ein Personenzug mal mit 2h Verspätung kommt ... ich bin hier um hier zu sein! Hach, es gibt auch nichts schöneres als diese Abende die um 18 Uhr schon beginnen und sich vor dem Kamin lange hinziehen. Es ist das krasse Gegenteil von Südeuropa, wo die Tage teilweise ewig dauern und Essen und Hotelsuche immer erst ab 20 Uhr ein Thema wird - das ist Urlaub den ich auch mag – aber nicht jetzt ;) Hier ist man um „zu sein“ und nicht um wahnsinnig viel zu erleben. Zu erleben gibt es in dieser „Saison“ noch genug …




Als nächstes kommt dann noch mal ein Teil um Abisko ehe es uns nach Norwegen verschlägt, guet oder?

Gruess
Nil


Übersicht über meine Reiseberichte in diesem Forum (nicht nachgeführt): [www.drehscheibe-foren.de]

Leben und Leben lassen ...




1-mal bearbeitet. Zuletzt am 2011:09:07:00:03:58.

Supi! :-) (o.w.T)

geschrieben von: Roni

Datum: 07.09.11 00:41

(Dieser Beitrag enthält keinen Text)
lg, Roni - [raildata.info] - Folge auf Twitter: [twitter.com] - Meine DSO-Reportagen Teil 1 (2005 bis 06/2019): [www.drehscheibe-online.de] - Meine DSO-Reportagen Teil 2 (neueste): [www.drehscheibe-online.de]
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Hej !

Wie immer super Bilder !!

Als kleine Korrektur: "Steinbacken" heisst eigentlich Stenbacken.

Und etwas oberhalb des Bahnhofs Torneträsk kann's z.B. so aussehen:

http://i556.photobucket.com/albums/ss2/chrd_album/IMG_9527s.jpg

http://i556.photobucket.com/albums/ss2/chrd_album/IMG_9584s.jpg

Gruss aus Kiruna,

Christoph